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Full text of "Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte"

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QUELLEN  UND  ERÖRTERUNGEN 


ZUR 


BAYERISCHEN  UND  DEUTSCHEN 
GESCHICHTE. 


—  NEUE  FOLGE,   ERSTER  BAND.     " 

ANDREAS   VON   REGENSBURG, 

'  SÄMTLICHE  WERKE. 

HERAUSGEGEBEN 
VON 

GEORG   LEIDINGER. 


MÜNCHEN. 

M.  RIEGER'SCHE   UNIVERSITÄTS- BUCHHANDLUNG. 

((}.   HI  MM  ER.)  , 

1908. 

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Verlag  Her  M.  IW"^^^^  OniT.-Bncliliaiiilliiiig  (6.  Himer)  Mllnclicii. 
Die  Augsburger  Allianz  von  1686. 

Von  Richard  Fetter. 
8«.     1893.    6  Jk 


Geschichte  der  Burggrafen  von  Regensburg. 

Von  Manfred  Mayer. 
8'.    1883.    3  JC 


Der  Reichstag  zu  Regensbai^  im  Jahre  1608. 

Von  H.  Frhr.  von  Egioff stein. 
8^    1886.    8  Jk 

Fürstabt  Balthasar  von  Dermbaeh 

und  die  kathoUsche  Restauration  im  Hoefastifte  Fulda. 

Von  H.  Frhr.  von  Egioffttein. 
8'.    1890.    3  Jü 


Wolf  Dietrioh  von  RaittenaUi 

Brabisohof  von  Salzburg. 

Von  K.  Mayr-Oeitinger. 

8».    1886.    Preis  bJH 


Der  Ursprung  des  30jährigen  Krieges. 

I.  Band:  Der  Kampf  um  Donau wtfrth* 

Von  F.  Stieve. 
S\    1873.    Preis  12  Jk 


Die  Reicbsstailt  Eanflieiiniii  nnd  ilie  liaier.  RestanrationspoM. 

Ein  Beitrag  zur  Vorgeschichte  des  3(^ ährigen  Krieges. 

Von  F.  Stieve. 

8«.    1870.    Preis  2  JL 

Das  kirchliche  Polizeiregiment  in  Bayern  unter  Maximilian  I. 

1696-1661. 
Von    F.    Stieve. 

8«.    1876.    Preis  1  JK  20  ^. 

Kaiser  Maximilian  II. 

und  der 

Kompromisskatliolizisraus 

von 

Otto  Helmut  Hopfen. 

gr.  8^    1895.    Preis  12  J6 

Die  bayerische  Politik 

im  ersten  Jahrzehnt  Herzog  Albrechts  V.  von  Bayern. 

1660—1660. 

Von  Walter  Qötz. 
8«.    1896.    Pmis  2  M 


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QUELLEN  UND  ERÖRTERMGEN 


ZUR 


BAYERISCHEN  UND   DEUTSCHEN 
GESCHICHTE. 


NEUE  FOLGE,    ERSTER  BAND. 


AUF  VERANLASSUNG  LTND  MIT  UNTERSTÜTZUNG  SEINER  MAJESTÄT 
DES  KÖNIGS  VON  BAYERN  HERAUSGEGEBEN  DURCH  DIE  HISTO- 
RISCHE  KOMMISSION    BEI    DER   KÖNIGLICHEN   AKADEMIE  DER 

^\^SSENSCHAFTEN. 


MÜNCHEN. 

R I E  G  E  R '  SCHE   UNI VBRSITÄTS  -  B  ÜCHHANDLUNG. 
(6.   HIMMER.) 

1903. 


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ANDBEAS  VON  REGENSBUEG, 

SÄMTLICHE  WERKE. 


HERAUSGEGEBEN 

VON 

G£ORG   LEIDINGER. 


AUF  VERANLASSUNG  UND  MIT  ÜNTEKSTÜTZUNG  SEINER  MAJESTÄT 
DES  KÖNIGS  VON  BAYERN  HERAUSGEGEBEN  DURCH  DIE  HISTO- 
RISCHE   KOMMISSION    BEI    DER    KÖNIGLICHEN  AKADEMIE  DER 

WISSENSCHAFTEN. 


MÜNCHEN. 

M.  BIEGE R'SCHE   ÜNIVERSITÄTS- BÜCHHANDLUNG. 
(G.   HIMMER.) 

1903. 


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19615A 


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Vorwort. 


In  ihrer  40.  Plenarversammlung  am  27.  Mai  1899  bat 
die  Münchner  Historische  Kommission  beschlossen,  ein  neues 
speziell  der  Geschichte  Bayerns  gewidmetes  Unternehmen  in 
Angriff  zu  nehmen. 

Professor  y.  Riezler  hatte  in  der  bezeichneten  Sitzung 
den  Antrag  eingebracht,  es  möchte  die  im  Jahre  1864  sistierte 
Veröffentlichung  von  „Quellen  und  Erörterungen  zur  bayerischen 
und  deutschen  Oeschichte^^  wieder  aufgenommen  werden,  und 
zwar  in  der  Weise,  dass  die  „Neue  Folge^^  sowohl  Urkunden- 
sammlangen  als  auch  andere  namhafte  Quellen  zur  bayerischen 
Geschichte  enthalten  sollte. 

Der  unterzeichnete  Sekretär  der  Historischen  Kommission 
hatte  beantragt,  es  möchten  die  bayerischen  Landeschroniken 
aus  dem  15.  und  16.  Jahrhundert,  deren  Verfasser  gemeinhin 
als  Vorläufer  Ayentins  bezeichnet  werden,  Andreas  von  Begens- 
bürg,  Ebran  von  Wildenberg,  Ulrich  Ftietrer,  Veit  Ampeck  etc., 
herausgegeben  werden. 

Es  wurde  nun  von  der  Kommission  beschlossen,  die 
beiden  Anträge  in  der  Weise  zu  vereinigen,  dass  auch  die 
bayerischen  Chroniken  in  die  „Quellen  und  Erörterungen^^ 
aufgenommen  werden  sollen. 

Im  Allgemeinen  soll  für  das  neue  Unternehmen  an 
folgenden  leitenden  Grundsätzen  festgehalten  werden. 

Es  sind  nur  solche  bayerische  Quellen  aufzunehmen, 
deren  Veröffentlichung  in  den  Monumenta  Germaniae  historica 


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nicht  oder  nicht  so  bald  zu  erwarten  steht  und  die  entweder 
durch  ihr  hohes  Alter  oder  durch  ihre  Bedeutung  auch  für 
die  deutsche  Geschichte  oder  für  die  allgemeine  Rechts-  oder 
Wirtschaftsgeschichte  hervorragenden  Wert  besitzen.  Die  Ab- 
teilungen Scriptores  und  Diplomata  sollen  nicht  als  solche 
unterschieden  werden,  wie  dies  auch  bei  der  älteren  Serie  der 
„Quellen  und  Erörterungen^^  nicht  geschah.  Nach  welchen 
Gesichtspunkten  die  Abgrenzung  des  urkundlichen  Stoffes 
gegenüber  dem  in  den  Monumenta  Boica  zu  edierenden  vor- 
genommen werden  soll,  wird  im  Vorwort  zum  demnächst 
erscheinenden  ersten  Urkundenband'  des  Näheren  dargelegt 
werden. 

Die  Oberleitung  wurde  den  beiden  Antragstellern  über- 
tragen. Mit  Bearbeitung  des  urkundlichen  Materials  wurde  ein 
eigener  Hilfsarbeiter,  der  geprüfte  Lehramtskandidat  Dr.  Theodor 
Bitterauf,  betraut  Die  Reihe  der  Scriptores  sollte  mit  den 
Schriften  des  Andreas  von  Regensburg  eröffnet  werden;  die 
Herausgabe  wurde  dem  Sekretär  der  Münchner  Hof-  und 
Staatsbibliothek,  Dr.  Oeorg  Leidinger,  der  sich  schon  seit  längerer 
Zeit  mit  kritischer  Feststellung  des  Textes  der  genannten 
Chroniken  beschäftigt  hatte,  übertragen. 

Nach  vierjähriger  Arbeit  ist  Dr.  Leidinger  in  der  Lage, 
die  fertiggestellte  Sammlung  der  gesamten  Werke  des  Andreas 
der  Öffentlichkeit  zu  übergeben.  Die  nächsten  Bände  werden 
die  Chroniken  des  Ritters  Hans  Ebran  von  Wildenberg,  des 
Münchner  Malers  Ulrich  Füetrer  und  des  Landshuter  Pfarrers 
Veit  Arnpeck  umfassen ;  in  die  Herausgabe  werden  sich  Gymnasial- 
professor Dr.  Friedrich  Roth  in  Augsburg,  Gymnasialprofessor 
Dr.  Reinhold  Spiller  in  Frauenfeld  (Schweiz)  und  Bibliothek- 
sekretär Dr.  Georg  Leidinger  in  München  teilen. 

Heigel. 


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Inhalts  -Verzeichnis. 


Seite 

Vorwort 
Inhalts-Verzeicbnis. 

Einleitung I 

Verzeichnis  der  abgekürzt  citierten  Werke  CXIX 

Chronica  pontificum  et  imperatorum  Bomanoram  .^ 1 

Oondlinm  Constantiense 159 

Concilium  provinciale 287 

Diarium  sexennale 301 

Chronica  Husitarum 343 

Fortsetzung  der  Chronica  pontificum  et  imperatorum  Romanorum  461 

Chronica  de  principibus  terrae  Bavarorum 503 

Fortsetzung  der  Chronica  de  principibus  terrae  Bavarorum     .     .     .  565 

Chronik  von  den  Fürsten  zu  Bayern  589 

Dialogus  de  baeresi  bohemica    .     .  657 
Compendium   de   condicione   civitatis  Batisponensis  et  de  diversis 

haereticis 693 

Anhang 700 

Glossar  zur  Chronik  von  den  Fürsten  zu  Bayern 716 

Orts-  und  Personen- Verzeichnis 724 

Nachträge  und  Berichtigungen 753 


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Einleitung. 


Haec  diligenter  et  aocurate  Andreas 
Beginoburgensis  literis  et  memoriae  com- 
mendavit. 

Aventinus,  Annales  VII,  24. 

Im  Augustinerstifte  zu  St.  Mang  „am  Fuss  der  Brücke** 
zu  Regensburg,  in  dem  heutigen  Stadtambof,  lebte  uud  wirkte 
zu  Anfang  des  15.  Jahrhunderts  der  Chorherr  Andreas,  den 
man  längst  nicht  anders  als  kurz  Andreas  von  Regensburg  zu 
nennen  gewohnt  ist.  Man  verdankt  seinem  Fleisse  eine  Anzahl 
von  Geschichtswerken,  die  hauptsächlich  für  die  Geschichte 
Bayerns  von  unvergänglichem  Werte  sind.  Mag  man  auch 
den  Lokalstolz  der  Regensburger  Bürger,  die  den  Augustiner- 
chorherm,  wie  Aventin  berichtet,  ihren  Livius  nannten,  über- 
trieben finden,  soviel  ist  sicher,  dass  die  Werke,  die  Andreas 
schuf,  einer  längst  als  Bedürfnis  erkannten  Gesamtausgabe 
wert  sind. 

Einfach  und  ruhig  scheint  das  Leben  des  Andreas  dahin- 
geflossen zu  sein.  Was  wir  darüber  wissen,  schöpfen  wir  allein 
aus  seinen  Werken.  Er  nennt  sich  nie  anders  als  Andreas,  ^ 
und  es  ist  nicht  zu  ermitteln,  ob  er  einen  Zunamen,  und 
welchen,  gehabt  hat.  Wann  und  wo  er  geboren  wurde,  können 
wir  nur  vermuten.     Dass  er  ein  Bayer  war,  ist  jedenfalls  sicher. ^ 

^  Der  Name  Johannes  Andreas,  unter  dem  bei  Potthast,  Bibl.  bist, 
med.  aevi  1 ',  656  des  Andreas  Chr.  Hus.  besprochen  wird,  ist  durch  einen 
Irrtum  Höflers  veranlasst  worden;  vgl.  unten  S.  415,  Anm.  7.  Ein  ähn- 
licher Irrtum  in  der  Bibliotheca  USenbach.  manuscripta  2, 46  scheint  nur 
Eobolt,  Baier.  Gelehrtenlexikon  S.  41  zu  der  Ansicht  geführt  zu  haben, 
dass  Andreas  „mit  seinem  Vornamen  Johannes  geheissen'^  habe. 

'  Die  phantastischen  Versuche,  ihn  zum  Italiener,  Franzosen  und 
Böhmen  zu  stempeln  (Aretin,  Lit.  Handbuch  f.  d.  baier.  Gesch.  1, 138), 
sind  längst  abgethan  (zuletzt  von  Wahl  S.  2).  Hauptsächlich  mit  An- 
dreas von  Deutsch-Brod  wird  er  hofifentlich  nicht  mehr  vei-wechselt  werden. 

Quellen  und  Broertenuigen  N.  F.  I.  I 


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—  II  -- 

Die  erste  bestimmte  Nachricht  über  ihn  (unten  S.  572, 
28;  vgl.  S.  573,  Anm.  1)  meldet,  dass  er  zu  Straubing  die 
Schulen  besuchte.^  Das  scheint  1393  oder  kurz  darnach 
gewesen  zu  sein.  Auch  aus  einer  zweiten  Angabe  (unten 
S.  116,19  und  558,16)  ist  zu  entnehmen,  dass  er  seine 
frühe  Jugend  ganz  oder  teilweise  in  Straubing  zubrachte.  ^ 
Vielleicht  ist  er  auch  dort  geboren.  Im  Jahre  1401  trat 
Andreas  ins  Kloster  ein  (vgl.  unten  S.  568,5).^  Die  Priester- 
weihe erhielt  er  in  der  Pfingstwoche  des  Jahres  1405  zu 
Eichstätt  (S.  3, 20).  Bis  zu  seinem  Lebensende  scheint  Andreas 
ßegensburg  wohl  nur  selten  verlassen  zu  haben.  Ein  einziges 
Mal  finden  wir  ihn  in  Straubing,  wo  er,  mit  einer  Sendung 
für  eine  Angelegenheit  seines  Stiftes  betraut,  Audienz  bei 
Herzog  Ernst  von  München  hat  (S.  574,23flf.).  In  stiller 
Klosterzelle  reifte  in  ihm  schon  früh  die  Absicht,  geschicht- 
liche Aufzeichnungen  zu  machen. 

Schon  von  der  Zeit  an,  da  er  zum  Priester  geweiht  wurde 
(1405),  schreibt  er  nach  eigener  Aussage  (S.  3,  19)  die 
Ereignisse  der  Zeit  auf.  Von  diesem  Zeitpunkt  an  haben  wir 
also  im  Grossen  und  Ganzen  seine  Mitteilungen  als  zeit- 
genössische zu  betrachten.  Wir  dürfen  wohl  annehmen,  dass 
die  Aufzeichnung  schon  damals  etwa  in  ähnlicher  Form  erfolgte, 
wie  sie  für  die  Jahre  1422—1427  in  seinem  uns  erhalten 
gebliebenen  Notizbuch  erscheint.  Die  Chroniken  selbst  sind 
auf  Grund  jener  Notizen  erst  ausgearbeitet. 

Es  war  nur  natürlich,  dass  ein  so  gewaltiges  Zeitereignis 
wie  das  Konstanzer  Konzil  einen  Mann,  der  schon  längst 
bescheidene  geschichtliche  Aufschreibungen  fertigte,  zu  besonderer 
Thätigkeit  als  Geschichtschreiber  anspornen  musste.  Mit  rührenden 
Worten  schildert  Andreas  (S.  136, 32flf.),  wie  er  beabsichtigte, 
auch  unter  Schwierigkeiten  persönlich  zum  Konzil  sich  zu 
begeben,  wie  aber  seine  beschränkten  Verhältnisse  nicht  ge- 

^  StraubiDg  hatte  damals  schon  städtische  Schulen;  vgl.  Kolb,  Gesch. 
d.  Unterrichts-Anstalten  der  Stadt  Straubing  S.  7. 

^  Bei  dem  grossen  Straubinger  Brande  1393  (diese  Jahresangabe 
des  Andreas  dürfte  andern  Nachrichten  —  Sieghart  1,187  —  gegenüber 
richtig  sein)  widerfuhr  einem  Straubinger  Bürger  ein  Wunder.  Andreas 
nennt  seinen  Namen,  Jordan  Uz,  und  bezeichnet  ihn  als  civis  quidam 
annosus,  quem  et  ego  vidi.  Wenn  jener  zu  Zeiten  des  Brandes  schon 
bejahrt  war,  wird  dieses  quem  et  ego  vidi  sich  auf  nicht  viel  spätere  Zeit 
beziehen  können  und  bezeugt  somit  Andreas'  Aufenthalt  zu  Straubing 
ähnlich  wie  die  andere  Stelle  für  die  Zeit  von  oder  kurz  nach  1393. 

'  Bisher  hat  man  überall  angenommen,  Andreas  sei  1410  ins  Kloster 
eingetreten,  wie  es  in  der  Druckausgabe  bei  Freher  S.  107  zu  lesen  ist. 
Allein  in  sämtlichen  Hss.  findet  sich  an  jener  Stelle  die  Zahl  1401,  und 
die  Ziffer  1410  bei  Freher  dürfte  durch  einen  Druckfehler  entstanden  sein. 


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-  m  - 

statteten,  die  Absicht  in  die  That  umzusetzen.  So  musste 
er  sein  ausgesprochenes  Vorhaben,  die  Ereignisse  des  Konzils 
der  Nachwelt  zu  überliefern  (S.  161,6:  Concilium  Constanciense, 
quod  principaliter  scribere  proposui),  fern  von  dem  Schauplatz 
der  grossen  Begebenheiten  zu  verwirklichen  trachten.  Mit 
glühendem  Eifer  macht  er  sich  ans  Werk.  In  sieben  Büchern 
liegt  sein  Concilium  Constantiense  vor  uns,  ein  achtungs- 
würdiges Sammelwerk. 

Ehe  Andreas  aber  dies  Werk  in  der  Form  zusammen- 
schrieb, wie  er  es  hinterliess,  brachte  er  ein  anderes  Werk 
zum  Abschluss,  eine  Chronik  der  Päpste  und  Kaiser  und  der 
Kegensburger  Bischöfe,  deren  Ausarbeitung  nicht  minderen 
Fleiss  erforderte  wie  die  Sammlung  der  Konstanzer  Konzils- 
akten. Diese  Chronica  summorum  pontificum  et  imperatorum 
Komanorum  ist  von  allen  seinen  Werken  handschriftlich  am 
meisten  verbreitet  worden.  Sie  ist  eine  acht  mittelalterliche 
Chronik.  In  der  Form  ahmte  sie  die  alte  Martinianische 
Chronik  mit  ihren  nebeneinanderlaufenden  paginae  der  römischen 
Päpste  und  Kaiser  nach  und  reihte  —  bald  in  die  eine,  bald 
in  die  andere  pagina  —  dazwischen  noch  die  Regensburger 
Bischöfe  ein.  Vor  jedem  Abschnitt  sind  Jahr  des  Eegierungs- 
beginnes,  Ordnungsziffer  (S.  10, 3),  Name  und  ßegierungs- 
dauer  der  einzelnen  Päpste  und  Kaiser  in  rotem  Doppelkreis 
(S.  4,3)  eingetragen,  die  der  nicht  anerkannten  Päpste  und 
Kaiser  in  schwarzen  und  meist  einfachen  Kreisen  (S.  4,5); 
die  schwarzen  Doppelkreise,  in  denen  jene  Angaben  über  die 
ßegensburger  Bischöfe  gemacht  sind,  sind  unten  nicht  ge- 
schlossen (S.  10,35).  Dieser  scholastischen  Form  entspricht 
die  Zusammensetzung  des  Inhalts  als  Ergebnis  reiner  Quellen- 
.  kompilation.  Dabei  trennt  Andreas  selbst  (S.  3, 26):  bis  zu 
defa  Zeiten  des  Papstes  Johann  XXII.  und  Kaiser  Ludwigs  des 
Bayern  (wir  können  hinzufügen:  noch  Karls  IV.)  habe  er  die 
Chroniken  der  Alten  ausgeschrieben  —  exfloravi,  sagt  er 
bezeichnend,  —  das  Uebrige  aber  habe  er  teils  aus  verschiedenen 
Quellen  gesammelt,  teils  von  glaubwürdigen  Männern  sich 
berichten  lassen.  Diese  Ausgabe  lässt  schon  äusserlich  erkennen, 
wie  viel  Andreas  seinen  Quellen,  so  weit  sie  uns  bekannt  sind, 
entnommen  hat.  Die  Teile,  in  denen  Andreas  als  Zeitgenosse 
berichtet,  sind  der  Form  nach  noch  von  -den  alten  Quellen 
beherrscht.  Die  älteren  Teile  sind  uns  von  Wert,  soweit  sie 
sich  auf  uns  unbekannte  Quellen  stützen,  die  späteren  sehr 
schätzbar,  wenn  auch  nicht  so  wertvoll  wie  andere  in  jenen 
Zeiten    geschriebene    Geschichtswerke.     Am   19.  Januar    1422 


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-    IV     - 

schloss  Andreas  die  pagina  imperatorum,  zwei  Tage  darauf,  am 
21.,  die  ganze  Chr.  ab  (S.  155,11;  158,1),  nachdem  er  an 
ihrer  Herstellung  besonders  in  den  Jahren  1420  (S.  38,33) 
und  1421  (S.  29,35;  90,19)  gearbeitet  zu  haben  scheint, 
wobei  die  Arbeit,  wie  man  aus  den  eben  genannten  Stellen 
sieht,  nicht  in  streng  zeitlicher  Folge  fortschritt,  sondern  ein 
Teil  früher,  ein  anderer  später  ausgearbeitet  wurde.  Die  Vor- 
rede scheint  nach  Vollendung  des  Ganzen  geschrieben  zu  sein. 
Wie  Andreas  die  Chr.  im  Jahr  1422  abgeschlossen  hat,  liegt 
sie  noch  vor.  Aenderungen  im  Text  selbst  machte  er  nicht 
mehr,  und  alle  die  Aeusserungen,  die  sich  auf  die  Zeit  der 
Niederschrift  beziehen  und  ^  in  denen  von  damals  aus  manch- 
mal Hoffnungen  oder  Befürchtungen  für  die  Zukunft  ausge- 
drückt sind,  sind  unverändert  erhalten.  Nur  eine  Reihe  von 
Zusätzen  am  Rand  oder  auf  Zetteln  wurde  von  ihm  jenem 
Exemplar  einverleibt,  von  dem  die  Hss.  der  Gruppe  B  ab- 
stammen. Wie  er  endlich  sich  veranlasst  sah,  später  noch  eine 
Fortsetzung  der  Chr.  anzufügen,  erklärt  er  selbst  in  den  ein- 
leitenden Worten  zu  dieser  Fortsetzung. 

Noch  im  Jahre  1422  fertigte  Andreas  aus  seiner  A.  Chr. 
einen  Auszug,^  ein  Compendium  de  condicione  civitatis 
Ratisponensis  et  de  diversis  haereticis,  welches  er  dem  Bischof 
Johann  von  Regensburg  überreichte.  Veranlassung  dazu  bot 
ihm  die  in  jenem  Jahr  erfolgte  Ausschreibung  eines  Reichs- 
tages nach  Regensburg  auf  den  31.  Mai,  dann  1.  Juli,  der 
schliesslich  allerdings  nicht  dort,  sondern  von  Ende  Juli  ab 
in  Nürnberg  stattfand.  Das  demnach  in  der  ersten  Hälfte  des 
Jahres  1422  verfasste  Compendium  ist  für  uns  nahezu  wertlos, 
da  es,  von  wenigen  Stellen  abgesehen,  nur  Auszüge  aus  der 
A.  Chr.  enthält,  und  zwar  solche  Abschnitte,  die  sich  auf 
Regensburg,  auf  Konzilien,  auf  Häresieen  und  Häretiker,  sowie 
auf  Böhmen  beziehen.  Der  Chronist  verfolgte  anscheinend 
die  Absicht,  den  Bischof  mit  historischem  Stoff  für  die  bevor- 
stehenden Reichstagsverhandlungen  zu  versehen,  die  sich  haupt- 
sächlich auf  die  Frage  der  Bekämpfung  der  böhmischen  Ketzer 
erstrecken  sollten:  daher  die  etwas  sonderbare  Zusammenstellung 
des  Inhalts. 

Nach  Vollendung  der  A.  Chr.  im  Januar  1422  arbeitete 
Andreas  das  Sammelwerk  des  Concilium  Constantiense  aus. 
Die  Materialien  hiezu  hatte  er  zum  grossen  Teil  wahrscheinlich 
schon  während  des  Konzils  gesammelt,    „wann  er  sie  erhalten 

*  Nicht  umgekehrt  reihte  er  das  Compendium  in  die  A.  Chr.  ein, 
wie  Oefele  1,2  u.  10  meinte. 


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—     V     — 

konnte,  bei  den  verschiedensten  Leuten"  (S.  161, 19).  Gerade 
die  Ausarbeitung  seiner  allgemeinen  Chronik  bewog  ihn  dazu, 
den  gesammelten  Stoff  in  einem  Ganzen,  in  einer  gewissen 
Form  der  Nachwelt  (S.  161,7)  zu  überliefern.  Es  liegt  ihm 
ferne,  in  abgerundeter  und  vollständiger  Darstellung  die 
Begebenheiten  auf  dem  Konzil  zu  schildern ;  das  überlässt  und 
empfiehlt  er  „den  Weisen,  die  dem  Konzile  beigewohnt  haben" 
(S.  161,21).  Aber  er  hat  eine  grosse  Zahl  von  Urkunden 
und  Aktenstücken  gesammelt,  damit  aus  ihnen  die  Nachkommen 
die  Thaten  des  Konzils  erkennen  mögen.  Er  legt  sieben 
verschiedene  Abteilungen  an  und  reiht  die  einzelnen  gesammelten 
Schriftstücke  in  diese  ein  in  der  Reihe,  wie  sie  ihm  zugänglich 
wurden.  Darum  bittet  er  auch  (S.  161, 17),  die  mangelnde 
zeitliche  Ordnung  zu  entschuldigen.  Als  dann  das  Ganze  in 
der  Hauptsache  zusammengeschrieben  war,  blieb  je  am  Ende 
der  einzelnen  Abteilungen  Baum  für  spätere  Nachträge,  die 
auch  als  solche  kenntlich  sind.  Andreas  kann  nicht  zu  den 
„Konzilschronisten"  gerechnet  werden.  Sein  Concilium  Con- 
stantiense  ist  nur  eine  jener  vielen  zur  Zeit  des  Konstanzer  und 
noch  mehr  des  Baseler  Konzils  angelegten  Aktensammlungen, 
wie  sie  damals,  man  möchte  fast  sagen,  in  Mode  kamen  und  in 
allen  namhaften  Bibliotheken  zu  finden  sind.  Aber  sie  ist  eine 
der  bedeutendsten  und  wichtigsten  solcher  Sammlungen,  einmal 
durch  die  Fülle  des  gesammelten  Stoffes,  dann  durch  die 
Sorgfalt,  die  der  Sammler  auf  seine  Abschriften  verwendete. 
Der  erste  von  den  sieben  Teilen  enthält  58  Schriftstücke,  die 
Andreas  als  Briefe  verschiedener,  nicht  bloss  zeitgenössischer, 
sondern  auch  früher  lebender  Personen  bezeichnet;  sie  scheinen 
die  Vorgeschichte  des  Konzils  beleuchten  zu  sollen.  Uns 
interessieren  darunter  besonders:  1,7  als  wichtig  zur  Geschichte 
des  Schismas  in  den  Gebieten  der  oberpfalzischen  Witteisbacher 
und  1,26  als  ein  eigenartiges  Pamphlet,  des  Neuabdruckes 
bedürftig.  Der  2.  Teil  giebt  ebenfalls  in  der  Absicht,  die 
Vorgeschichte  des  Konstanzer  Konzils  dadurch  zu  erläutern, 
recht  beachtenswerte  Aktenstücke  über  das  Konzil  zu  Pisa, 
darunter  eine  bisher  unbekannte  Darstellung  über  die  Eröffnung 
desselben.  Dieser  Teil  bricht  mit  dem  11.  Kap.  unvollständig 
ab,  da  Andreas  zur  Behandlung  des  Konstanzer  Konzils  eilt 
(S.  194, 12),  dessen  Geschichte  zunächst  ein  dritter,  Avisamenta, 
Gutachten  und  Vorschläge,  enthaltender  Teil  mit  19  Kap. 
gewidmet  ist  Der  folgende  4.  Teil  enthält  alsdann  in  21  Kap. 
die  Acta  concilii,  offizielle  und  nichtoffizielle  Sitzungsprotokolle, 
die  Texte   der  Konzilsdekrete,   die   auch   in   andern   ähnlichen 


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-     VI    - 

Sammlungen  sich  finden,  und  andere  Urkk.  Darunter  ist 
besonders  das  Stück  4, 18,  das  für  die  Geschichte  der  Wahl 
des  Papstes  Martin  V.  wichtig  ist,  hervorzuheben.  Der  5.  Teil 
enthält  10  Sermones,  von  denen  einzelne  eher  als  Briefe  denn 
als  Eeden  oder  Predigten  zu  bezeichnen  sind.  Wichtig  ist  von 
den  ersteren  besonders  5,3.  Von  den  letzteren  wurden 
2  Predigten  des  Konzilsgesandten  der  Wiener  Universität, 
Peter  von  Pulka,  die  mehr  polemischen  als  historischen  Wert 
haben  und  sich  vielleicht  gelegentlich  der  wünschenswerten 
Untersuchung  des  Anteils  der  Wiener  Universität  am  Konstanzer 
Konzil  zur  Veröffentlichung  eignen,  nicht  abgedruckt,  abgesehen 
von  ein  paar  kulturhistorisch  interessanten  Stellen  daraus.  Der 
6.  textlich  sehr  umfangreiche  Teil  besteht  aus  9  Traktaten 
verschiedener  Verfasser,  von  denen  6,  6  und  6, 8  zu  neuen 
Untersuchungen  anregen  dürften.  Alle  Aktenstücke  und  Urkk., 
die  Andreas  in  den  bisherigen  6  Abteilungen  nicht  einreihen 
konnte,  noch  21  Nummern,  fasst  er  in  einer  7.  als  Supple- 
menta  zusammen.  Aus  diesem  Teil  haben  besonders  die  RTA. 
reichen  Gewinn  gezogen.  Die  späteste  Urkunde  der  Sammlung 
ist  1,58  vom  22.  Febr.  1422  am  Schluss  des  ersten  Teils; 
am  4.  Mai  1423  schreibt  Andreas  die  Glossen  zu  7, 2,  am 
6.  Febr.  1426  den  Traktat  6, 9  am  Schluss  des  sechsten  Teils ; 
sein  dem  Traktat  6, 8  beigegebener  Brief  an  den  Wiener 
Universitätsprofessor  Nikolaus  von  Dinkelsbühl  trägt  das  Datum 
des  29.  Juli  1427.  Man  sieht  daraus,  wie  Andreas  noch 
Jahre  lang  bemüht  ist,  die  Sammlung,  die  der  Hauptsache 
nach  schon  zu  den  Zeiten  des  Konzils  angelegt  war,  zu  ergänzen 
und  zu  berichtigen. 

An  die  grosse  Aktensammlung  zum  Konstanzer  Konzil 
schliesst  sich  eine  kleine  über  das  Salzburger  Provinzialkonzil 
vom  J.  1418  und  die  ßegensburger  Diözesansynode  von  1419. 
Diese  Stücke  kann  man  noch  als  zum  7.  Teil  des  Conc.  Const, 
den  Supplementa,  gehörig  erachten,  obwohl  ich  sie  für  eine 
eigene  Sammlung  halte.  Sie  enthält  manche  beachtenswerte 
Züge  zur  Geschichte  der  Nachwirkung  des  Konstanzer  Konzils 
auf  die  innerkirchlichen  Verhältnisse  Deutschlands.  Andreas 
scheint  diese  kleine  Aktensammlung  ziemlich  gleichzeitig 
angelegt  zu  haben;  denn  schon  in  der  A.  Chr.  verweist  er 
an  einer  Stelle  (S.  132,20),  die  Ende  1421  geschrieben  sein 
dürfte,  auf  sie  mit  den  Worten:  sicut  alibi  lacius  scripsi. 

Was  aber  in  den  Hss.  ohne  merkliche  Trennung  an  das 
Eegensburger  Provinzialkonzil  sich  anschUesst,  die  Schilderung 
der   Husitenkriege   bis   zum   J.  1429,    ist    sicherlich    als   ein 


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—     VII     — 

besonderes  Werk  zu  bezeichnen.  Ohne  auffallende  Ueber- 
schrift  reihen  sich  plötzlich  Kapitel  an  Kapitel,  die  nicht  mehr 
auf  dem  Schauplatz  des  Konzils  spielen  und  schon  deswegen 
nicht  zum  Conc.  Const.  gehören  können,  weil  die  Disposition 
letzteren  Werkes  in  seiner  Einleitung  deutlich  ausgesprochen 
ist  Mit  dem  Konzil  aber  hat  der  nun  behandelte  Stoff  nichts 
zu  thun,  wollte  man  auch  den  Titel  der  letzten  Abteilung  des 
Conc.  Const.:  Supplementa,  noch  so  weit  fassen.  In  der  Ein- 
leitung zur  Forts,  der  A.  Chr.  (S.  463,4)  trennt  denn  auch 
Andreas  selbst  das  Conc.  Const.  von  den  darauffolgenden 
Teilen,  die  er  mit  quedam  chronica  et  presertim  materia 
Hussitarum  bezeichnet.  Ausser  dieser  einen  Stelle  ist  uns 
kein  wörtlicher  Anhaltspunkt  gegeben,  wie  Andreas  jene  Teile 
seiner  Aufzeichnungen  betitelt  hat  oder  haben  wollte.  Wir 
werden  aber  kaum  Unrecht  thun,  wenn  wir  sie  auf  Grund 
jener  Stelle  mit  Chronica  Husitarum  bezeichnen.  Die 
Husitenchronik  ist  des  Andreas  reifstes  und  bestes  Werk;  er 
erscheint  darin  als  zwar  bescheidener,  aber  würdiger  zeit- 
geschichtlicher Schriftsteller. 

Andreas  hatte  sie  begonnen,  noch  bevor  er  seine  A.  Chr. 
vollendet  hatte;  denn  an  Stellen  der  letzteren,  die  Ende  1421 
niedergeschrieben  sein  dürften,  verweist  er  bereits  auf  sie  als 
auf  ein  anderes  Werk,  wo  er  die  betr.  Ereignisse  ausführlicher 
beschrieben  habe  (S.  133,15  bezieht  sich  auf  Nr.  7  der  Chr. 
Hus.,  S.  150, 14  auf  deren  Nr.  15,  S.  154, 11  auf  Nr.  1  und  5). 
Wo  er  in  der  A.  Chr.  von  der  fast  erfolglosen  Kreuzzugspredigt 
des  Kardinallegaten  Branda  im  J.  1421  spricht  (S.  156, 22), 
sagt  er:  de  quo  alias  lacius  scribere  cepi.  Die  Stelle,  auf 
die  sich  diese  jedenfalls  kurz  vor  dem  21.  Jan.  1422  (vgl. 
S.  158, 1)  geschriebenen  Worte  beziehen,  findet  sich  in  Nr.  15 
(S.  369)  der  Chr.  Hus.  Diese  Teile  der  letzteren  sind  also 
nicht  sehr  lange  nach  den  Ereignissen  niedergeschrieben  und 
darum  besonders  schätzbar.  Der  Schluss  von  Nr.  41  ist  am 
23.  Mai  1423  geschrieben.  In  ziemlich  eingehaltener  zeit- 
licher Reihenfolge  schliesst  sich  Erzählung  an  Urkunde  und 
umgekehrt  Mit  Eecht  lässt  Palacky  (1,IX)  der  „Zahl  und 
Wichtigkeit"  der  von  Andreas  in  den  Text  eingereihten  Urkk. 
warme  Anerkennung  zu  teil  werden  und  hebt  als  besonders 
bemerkenswert  hervor,  dass  Andreas  diese  seine  Quellen  nicht 
ohne  Kritik  (man  vgl.  z.  B.  S.  415,  Iflf.)  aufnahm.  In  dieser 
Ausgabe  sind  zum  erstenmal  die  beiden  Fredigten  gedruckt, 
die  der  gelehrte  Provinzial  der  Augustinereremiten  in  Regens- 
burg, Dr.  Berthold  Puchhauser,  bei  den  Verbrennungen  zweier 


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-     VIII     — 

wegen  husitischer  Ketzerei  zum  Tode  verurteilter  Priester  zu 
Regensburg  hielt  (Nr.  8  und  37):  lehrreiche  Quellen  zur 
Geschichte  der  Nachwirkung  des  Konstanzer  Konzils.  Für  die 
hochinteressante  Nr.  28  hat  man  bisher  Andreas  selbst  als 
Verfasser  betrachtet;  ich  bin  (S.  37i),  Anm.  1)  gegenteiliger 
Ansicht.  Dagegen  schreibe  ich  ihm  das  Stück  Nr.  74  zu, 
mit  dem  er  sich  in  die  politischen  Ereignisse  der  Zeit  ein- 
mischt. Nr.  69 — 7ö  sind  nur  durch  Andreas  erhalten.  Da 
die  Chr.  Hus.  mit  ihren  ürkk.  bis  1429  reicht,  Andreas  aber 
in  der  Einleitung  zur  Forts,  der  A.  Chr.  davon  spricht 
(S.  463,6),  dass  er  die  Chr.  Hus.  bis  1428  geschrieben  habe, 
dürfte  zu  schliessen  sein,  dass  letztere  Worte  1428  nieder- 
geschrieben sind  und  also  die  Forts,  der  A.  Chr.  damals 
begonnen  wurde.  Der  Chr.  Hus.  fügte  Andreas  alsdann  noch 
1429  einzelne  Stücke  hinzu. 

Für  den  grössten  Teil  der  Zeit,  deren  Ereignisse  in  der 
Husitenchronik  geschildert  werden,  sind  durch  ein  günstiges 
Geschick  Aufzeichnungen  des  Andreas  erhalten  geblieben,  die 
als  unmittelbarste  Niederschrift  seiner  Beobachtungen  den 
genauesten  Einblick  in  seine  Arbeitsweise  gestatten.  Wie 
später  Aventin  in  seinen  Adversarien-Bänden,  so  scheint  auch 
Andreas  Notizbücher  angelegt  zu  haben,  in  die  er  ab-  und 
niederschrieb,  was  ihm  wichtig  schien.  Einer  dieser  Bände 
ist  der  heutige  cod.  lat.  903  der  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek 
München.  Die  unten  gegebene  Inhaltsübersicht  lässt  erkennen, 
wie  vielseitige  literarische  Neigungen  Andreas  besass.  Neben 
dem  nur  durch  diese  eine  Abschrift  des  Andreas  erhaltenen 
sehr  schätzbaren  Chronicon  de  ducibus  Bavariae  sind  uns  aus 
dem  reichen  Inhalt  des  Notizbuches  sehr  wertvoll  die  Blätter, 
deren  Inhalt  Oefele  als  Diarium  sexennale  bezeichnet  hat.  Es 
sind  tagebuchartige  Aufzeichnungen  über  die  Zeitereignisse 
von  1422 — 1427.  Viele  darunter  sind  wohl  unter  dem  frischen 
Eindruck  einer  kurz  vorher  in  Regensburg  eingetroflFenen 
Nachricht  niedergeschrieben,  in  anderen  berichtet  Andreas 
über  selbstgeschaute  und  selbsterlebte  Ereignisse,  wieder  in 
anderen  von  Dingen,  die  er  aus  dem  Munde  von  Gefolgs- 
personen  fürstlicher  durch  Regensburg  durchreisender  Herren 
erfahren  hatte.  Ueber  jede  Seite  ist  die  Jahrzahl  geschrieben; 
darunter  wurden  dann  die  einzelnen  Notizen  eingetragen, 
wohl  zu  sehr  verschiedenen  Zeiten,  wie  dem  Sammler  gerade 
die  Nachrichten  zugingen.  Zu  den  eingeschriebenen  Notizen 
wurden  öfter  auch  noch  spätere  Nachträge  hinzugeschrieben. 
Ist  Andreas   bei  Dingen,   denen   er  zeitlich  und  örtlich  ferner 


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—    IX    — 

steht,  manchmal  auch  falsch  und  schlecht  unterrichtet,  so  sind 
doch  die  Angaben  über  das,  was  er  sah  und  hörte,  sehr 
gewissenhaft.  Seine  Tagesangaben  sind  sehr  zuverlässig,  und 
die  Ealenderkontrole,  besonders  bei  doppelter  Bezeichnung  des 
Tages,  ergibt  nur  in  verschwindend  wenigen  Fällen  Unrichtig- 
keiten. Das  Diar.  ist  Grundlage  der  Chr.  Hus.  Die  in  dem 
ersteren  gesammelten  Stoffe  werden  —  allerdings  nicht  alle  — 
in  der  letzteren  verarbeitet.  Für  die  Schätzung  des  Wertes 
der  Chr.  Hus:  ist  die  Thatsache  von  Wichtigkeit,  dass  diese 
Bearbeitung  zeitlich  nicht  viel  später  als  die  Sammlung  des 
Stoffes  selbst  erfolgte;  man  vgl.  besonders  den  Schluss  je  der 
Nr.  41  und  42  der  Chr.  Hus.  mit  den  entsprechenden  Stellen 
S.  307,  5 ff.;  dazu  S.  410,16  =  S.  308,24. 

Während  also  die  Zeitereignisse  in  ziemlich  gleichzeitiger 
Niederschrift  in  einem  Bande  gesammelt,  in  einem  andern  zu 
einem  Geschichtswerk  bearbeitet  wurden,  war  noch  ein  anderes 
Werk  des  fleissigen  Andreas  entstanden,  durch  welches  bis 
jetzt  hauptsächlich  seine  Stellung  in  der  Literaturgeschichte 
bestimmt  wurde,  obwohl  dies  Werk  weit  unter  der  eben  be- 
sprochenen Husitenchronik  steht.  Längst  hatte  sich  der  Ruf 
des  Begularkanonikers  Andreas  von  St.  Mang  als  Geschicht- 
schreibers verbreitet.  Auch  die  Aufmerksamkeit  des  Herzogs 
Ludwig  von  Bayem-Ingolstadt  richtete  sich  auf  ihn.  Andreas 
fertigte  dem  Herzog  —  ob  in  dessen  Auftrag  oder  aus  eigenem 
Antrieb,  ist  nicht  zu  erkennen  —  einen  Stammbaum  der 
wittelsbachischen  Fürsten  vom  ersten  Herzog  Otto  bis  zu  den 
Zeiten  Ludwigs  selbst  (vgl.  S.  329,18;  506,14;  527,7). 
Den  Stammbaum  überreichte  er  dem  Herzog,  als  dieser  1425 
oder  kurz  vorher  zu  Regensburg  weilte.  Leider  ist  diese 
kleine  Arbeit  des  Andreas  verloren  gegangen.  Sie  scheint 
dem  Herzog,  dem  bei  seinen  Streitigkeiten  mit  seinen  wittels- 
bachischen Verwandten  ein  derartiges  genealogisches  Hilfs- 
mittel von  Wert  sein  mochte,  gefallen  zu  haben.  Ein  reiches 
Geschenk  lohnte  den  Verfasser. 

Ausserdem  aber  beauftragte  der  Herzog  nun  Andreas 
damit,  eine  Chronik  der  bayerischen  Fürsten  zu  schreiben. 
Es  wird  immer  ein  hoher  Ruhm  des  bayerischen 
Herrscherhauses  bleiben,  dass  die  Anregung 
zur  ersten  bayerischen  Geschichte  von  einem 
Witteisbacher  selbst  ausgegangen  ist  Der  fürst- 
liche Auftraggeber  hatte  den  richtigen  Mann  gefunden.  Hatte 
doch  schon  in  diesem  selbst  der  Gedanke  geschlummert,  eine 
Chronik  von  den  Fürsten  des  Bayernlandes  zu  sammeln.     Auf 


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—    X    — 

den  fürstlichen  Auftrag  hin  macht  er  sich  sofort  ans  Werk, 
und  wir  dürfen  wohl  annehmen,  dass  er  die  Chronik  in  der 
Form,  die  uns  in  den  Hss.  als  erste  Redaktion  erscheint,  noch 
in  demselben  Jahre  dem  Herzog  Ludwig  überreicht  hat.  Diese 
erste  Form,  die  die  Geschichte  Bayerns  nur  bis  zum  Auf- 
treten der  Witteisbacher  behandelt  und  als  deren  Fortsetzung 
zunächst  der  von  Andreas  gefertigte  Stammbaum  des  wittels- 
bachischen  Hauses  gelten  mochte,  überarbeitete  Andreas  wohl 
noch  in  demselben  Jahre  und  fügte  im  Jahre  1428  die  aus- 
führliche Geschichte  der  Witteisbacher  bis  auf  jene  Zeit  selbst 
hinzu.  Leider  lässt  diese  Bearbeitung  an  einzelnen  Teilen 
die  Sorgfalt  vermissen,  die  wir  sonst  an  ihm  rühmen  dürfen, 
und  so  kommt  es,  dass  er  gerade  für  die  ältesten  Zeiten  der 
bayerischen  Geschichte,  wie  ich  unten  darlegen  werde,  eine 
Verwirrung  anrichtete,  die  auf  lange  Zeit  hinaus  ihre  Wir- 
kungen äusserte.  Zu  bedauern  ist  ferner,  dass  er  für  die 
Genealogie  der  ältesten  Witteisbacher  völlig  den  Fabeleien  der 
Scheyrer  Fürstentafel  folgte.  Freilich  bot  diese  am  bequem- 
sten den  Beweis  der  Abstammung  der  Witteisbacher  von  den 
Karolingern  dar.  Einen  argen  Fehler  begeht  Andreas  auch 
damit,  dass  er  (s.  Register)  Otto  L  von  Witteisbach,  den  ersten 
bayerischen  Herzog  dieses  Hauses,  nicht  nur  mit  Herzog 
Otto  n.  verwechselt,  sondern  dass  er  Otto  I.  auch  mit  dem 
älteren  Pfalzgrafen  Otto  IV.  von  Witteisbach  zusammenwirft, 
der  die  Burg  Scheyern  in  ein  Kloster  verwandelte.  Nichts- 
destoweniger bleibt  des  Andreas  Arbeit  im  Ganzen  sehr  aner- 
kennenswert. Seine  A.  Chr.  bietet  ihm  bei  der  Abfassung  des 
Werkes  den  hauptsächlichsten  Stoff,  aber  er  zieht  auch  noch 
neue  Quellen  heran.  Dass  er  am  Schluss  einen  an  Herzog 
Ludwig  von  Ligolstadt  gerichteten  interessanten  Privatbrief 
mitzuteilen  im  Stande  ist,  deutet  wohl  auf  andauernd  gute 
Beziehungen  zum  Herzog. 

Von  der  lateinischen  B.  Chr.  begann,  wie  ich  unten  des 
Näheren  darlegen  werde,  Andreas  im  J.  1427,  noch  bevor  die 
1428  vollendete  2.  Bearbeitung  fertig  war,  eine  deutsche 
Übersetzung,  die  1428  kurz  nach  Beendigung  ihrer  lateinischen 
Vorlage  abgesclilossen  wurde.  Im  engsten  Anschluss  an  den 
lateinischen  Text  sollte  wohl  die  Uebersetzung  die  Chr.  dem 
der  lateinischen  Sprache  unkundigen  Leser  zugänglich  machen 
und  damit  auf  die  weitesten  Volkskreise  wirken.  Diese  deutsche 
Chronik  ist  ein  köstliches  Denkmal  der  bayerischen  Sprach- 
und  Literaturgeschichte. 

Nach   Vollendung  der  B.  Chr.   und    ihrer   Übers,    führt 


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—    XI    — 

Andreas  1428  und  1429  die  Chr.  Hus.  weiter.  Im  nächsten 
Jahr  veranlassten  ihn  die  fortdauernden  Husitengreuel  zu  einem 
neuen  Werk.  „In  Zeiten  allgemeiner  Gefahr  stillschweigen, 
ist  ein  Zeichen  der  Verzweiflung,  nicht  der  frommen  Ergebung", 
äussert  er  (S.  659,2).  So  schrieb  er  denn  seinen  Dialogus 
de  haeresi  bohemica  in  der  Absicht,  weitere  Kreise  über  die 
sehwebenden  Fragen  aufzuklären  (S.  659,20)  und  zu  zeigen, 
wie  der  Kirche  der  Friede  wieder  geschenkt  werden  könnte 
(S.  659,25).  Er  personifiziert  Yemunft  und  Mut,  Eatio  und 
Animus,  und  lässt  sie  ein  Zwiegespräch  führen.  Die  Form 
des  Dialogs  ist  naiv,  der  Inhalt  desselben  harmlos  und  kaum 
geeignet,  irgend  welche  Wirkung  zu  üben.  Er  reicht  bei 
weitem  nicht  an  den  darin  (S.  682,  683  und  685)  benützten 
Traktat  des  Andreas  von  Deutsch-ßrod  De  origine  haeresis 
Husitarum  heran.  Meist  mit  den  in  der  Chr.  Hus.  sowie  der 
A.  und  B.  Chr.  bezw.  deren  Fortsetzungen  gebrauchten  Worten 
werden  kurz  die  Ereignisse  in  den  Kämpfen  gegen  die  Husiten 
zusÄmm engestellt  Für  1427  - 1430  werden  manche  in  den 
übrigen  Werken  sich  nicht  findende  Nachrichten  gegeben. 
Nur  diese  berichtenden  Teile  sind  heute  noch  von  Interesse. 
Leider  bricht  Andreas  aber  gerade  mit  dem  Beheimsteiner 
Vertrag  ab,  über  dessen  Wirkung  wir  gerne  mehr  wüssten, 
und  erzählt  wieder  alte  Geschichten,  die  er  auch  an  andern 
Stellen  schon  mitgeteilt  hat.  Der  Schluss  des  Ganzen  klingt 
pessimistisch  aus  in  dem  Gedanken,  dass  auch  die  bevorstehen- 
den Verhandlungen  des  Kurfürsten  Friedrich  I.  von  Branden- 
burg mit  den  Husiten  die  letzteren  nicht  zu  einer  Änderung 
ihrer  bisherigen  Haltung  veranlassen  werden. 

Nach  Vollendung  der  B.  Chr.  und  nachdem  die  Chr.  Hus. 
bis  1428  gediehen  war,  war  Andreas  schriftstellerisch  nicht 
müssig.  Nun  verwendet  er,  quia  tempus  est  iterum  scribendi 
(S.  463,7),  seine  Zeit  darauf,  der  A.  wie  der  B.  Chr.  Fort- 
setzungen anzureihen,  in  denen  er  abermals  als  wichtiger  zeit- 
genössischer Chronist  erscheint.  Auffallend  ist  dabei  die 
Thatsache,  dass  Andreas  dem  Konzil  von  Basel  darin  nur  ganz 
geringe  Aufmerksamkeit  schenkt,  er,  der  so  fleissig  die  Denk- 
mäler des  Konstanzer  gesammelt  hat.  Die  Forts,  der  B.  Chr. 
reicht  nur  bis  1436,  die  der  A.  Chr.  bis  1438. 

Während  Andreas  in  der  Vorrede  zu  seinem  Dialogus 
1430  sich  noch  als  einfacher  Priester  und  Bruder  unter  der 
Kegel  St.  Augustins  bezeichnet,  nennt  ihn  der  Notar  Laurentius 
Wschierobecz  in  seiner  1434  oder  darnach  gefertigten  Ab- 
schrift  der  A.  Chr.   (unserer  Hs.  A  2;   vgl.  unten  deren   Be- 


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—     XII    — 

Schreibung)  Dekan  zu  St.  Mang.  Wann  Andreas  in  seinem 
Stifte  zu  jener  Würde  emporgestiegen  ist,  lässt  sich  nicht  genau 
bestimmen.  Er  selbst  nennt  sich,  wenn  man  dies  nicht  als 
Bescheidenheit  auffassen  will,  allerdings  sowohl  in  der  Forts, 
der  A.  Chr.  (S.  487, 11),  wie  in  der  der  B.  Chr.  (S.  581, 10) 
noch  im  Jahr  1434  nur  frater  Andreas  presbyter,  canonicus. 

Der  Zeit  nach  am  weitesten  reicht  die  Forts,  zur  A. 
Chr.  Die  späteste  Nachricht  darin  bezieht  sich  auf  den 
28.  August  1438. 

Wie  die  Geburtszeit,  so  ist  auch  die  Zeit  des  Todes  des 
Andreas  unbekannt.  Die  Aufschreibungen  des  Klosters  St.  Mang 
bieten  keinen  Anhaltspunkt  über  das  Ende  seines  hervor- 
ragendsten Mitgliedes.  Wir  dürfen  wohl  annehmen,  dass  Andreas 
seine  geschichtlichen  Aufzeichnungen  fortgesetzt  haben  würde, 
wenn  ihn  nicht  schwere  Krankheit  oder  —  was  am  wahr- 
scheinlichsten ist  —  der  Tod  daran  gehindert  hätte.  Sprach 
er  doch  Ende  1421  oder  Anfang  1422  schon  aus,  dass  er  Zeit 
seines  Lebens  seine  Aufzeichnungen  fortsetzen  wolle:  Quid 
autem  ulterius  accidat,  paratus  sum  in  scriptis,  quamdiu  vixero, 
prout  dominus  donaverit,  exarare  (S.  150, 23).  In  einem  Alter 
von  nicht  ganz  60  Jahren  wird  Andreas  Ende  1438  oder  bald 
darauf  gestorben  sein. 

Seine  Werke  überlebten  ihn.  Zwar  die  Sammlung  des 
Conc.  Const.  und  die  Chr.  Hus.,  die  Werke,  auf  die  er  die  meiste 
Arbeit  verwendet  hat,  wurden  wenig  gekannt.  Am  meisten 
scheint  seine  A.  Chr.  abgeschrieben  worden  zu  sein.  liConhard 
Hefft  übersetzte  sie  1471  ins  Deutsche.  Am  wichtigsten  aber 
wurde  des  Andreas  B.  Chr.  Und  als  gegen  das  Ende  des  Jahr- 
hunderts die  wertvollen  bayerischen  Landeschroniken  geschrieben 
wurden,  welche  die  Folge  dieser  Sammlung  bilden  sollen,  diente 
des  Andreas  B.  Chr.  allen  zur  Grundlage.  Damals  hob  Veit 
Arnpeck  hervor:  Nullusque  vero  .  .  .  preter  fratrem  Andream 
canonicum  regulärem  ordinis  S.  Augustini  apud  S.  Magnum  in 
preurbio  Ratispone  Bavarie  principum  tempora  desudavit  (clm. 
2230,  Bl.  4;  Pez,  Thes.  Anecd.  3,3,5).  Hartmann  Schedel 
schrieb  mehrere  von  des  Andreas  Werken  ab,  fertigte  an- 
scheinend selbst  eine  lateinische  Rückübersetzung  der  deutschen 
B.  Chr.  und  beutete  die  Werke  des  Andreas  besonders  in  Bezug 
auf  bayerische  Verhältnisse  für  seine  berühmte  1493  gedruckte 
Weltchronik  aus.  Der  Polyhistor  und  Theologe  Johannes  Trit- 
hemius  benützte  die  B.  Chr.  des  Andreas,  den  er  irrtümlich 
als  Mönch  zu  St.  Emmeram  bezeichnet,  in  seinem  Chronicon 
monasterii  Hirsaugiensis.    Des  Trithemius  kleine  Schrift  Chroni- 


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—  xni  — 

con  successionis  ducum  Bavariae  et  comitum  Palatinorura  ist 
zum  grössten  Teil  freie  lateinische  Bückübersetzuag  der  deutschen 
B.  Chr.  des  Andreas.  Auch  Nauclerus,  Michel  ßeheim  und 
Jakob  von  Mainz  (Forschungen  20, 64)  scheinen  Andreas  benutzt 
zu  haben.  Aventin  yerdankt  ihm  viel  und  spendet  ihm  die 
lobenden  Worte,  die  ich  an  die  Spitze  dieser  Einleitung  gestellt 
habe.  Georg  Fröhlich,  Ottheinrichs  Kat,  würdigt  die  B.  Chr. 
einer  neuen  Übersetzung  und  findet  nicht  Worte  genug  der 
Anerkennung  für  die  Trefflichkeit  des  lateinischen  Originals. 
Gerade  in  der  Mitte  des  16.  Jahrhunderts,  als  doch  schon 
Aventins  Annalen  und  Chronik  vorlagen,  wird  die  deutsche 
B.  Chr.  des  Andreas  noch  aufTallend  oft  abgeschrieben.  Die 
Druckausgaben  von  Freher,  Eccard,  Pez,  Oefele,  Freyberg,  Höfler, 
Palacky  sorgten,  dass  des  Andreas  Werke  immer  mehr  geschätzt 
wurden,  und  diese  Ausgabe  überliefert  seine  Werke  weiter, 
wie  Andreas  es  gewünscht,  ad  notitiam  posterorum. 

Wenn  man  versucht,  Andreas  als  Geschichtschreiber  zu 
würdigen,  so  hat  man  zu  unterscheiden  zwischen  dem  £ompi- 
lator  in  den  älteren  Teilen  der  Chroniken  und  zwischen  dem 
zeitgenössischen  Berichterstatter. 

Als  Kompilator  unterscheidet  er  sich  in  nichts  von  zahl- 
reichen Andern,  die  aus  einer  Anzahl  historischer  Quellen  ein 
neues  Buch  zusammenschrieben.  Wenn  des  Andreas  Chroniken 
in  ihren  älteren  Teilen  uns  heute  noch  von  Bedeutung  erscheinen, 
so  liegt  der  Grund  besonders  darin,  dass  manche  heute  ver- 
lorene Quelle  darin  benützt  ist  und  viele  Überlieferungen,  be- 
sonders zur  bayerischen  Geschichte  und  Geschichtssage,  hier 
zum  ersten  Male  schriftlich  niedergelegt  erscheinen.  Über  des 
Andreas  Quellen  und  die  Benutzung  im  Einzelnen  wird  unten 
eingehend  berichtet.  Im  Allgemeinen  ist  hier  zu  sagen:  Die 
Zahl  und  Auswahl  der  Quellen,  aus  denen  Andreas  seineu  Text 
zusammensetzt,  ist  aller  Achtung  wert.  Er  benützt  die  Biblio- 
thek des  Klosters  Prüvening  (S.  5,  29  u.  12, 19)  und  jene  zu 
St  Emmeram  in  Regensburg  (S.  12, 13).  Sehr  häufig  citiert 
er  seine  Quelle.  An  dem  Text,  den  er  ihr  entnimmt,  ändert 
er  nur  in  seltenen  Fällen  etwas.  Es  liegt  ihm  fern,  die  That- 
sache  zu  verschleiern,  dass  er  fremdes  Eigentum  verwendet. 
Bezeichnet  er  doch  selbst  von  vornherein  die  Art  seiner  Quellen- 
benützung mit  dem  zutreffenden  Ausdruck  exflorare  (S.  3, 28). 
Er  ist  sich  vollkommen  bewusst,  dass  jenes  exflorare  nicht  als 
hervorragende  Geistesthätigkeit  erscheinen  kann  (S.  4,11).  Aber 
die  Erkenntnis  der  Schwierigkeiten,  denen  in  den  meisten  Fällen 
der  Versuch  der  Kritik  begegnet,  macht  ihn  bescheiden.    Dieser 


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—    XIV    — 

seiner  Bescheidenheit  giebt  er  an  vielen  Stellen  Ausdruck;  und 
da  dies  immer  ungekünstelt  geschieht,  fordert  er  nur  umsomehr 
unsere  Anerkennung  heraus.  Lass  bei  der  unveränderten  An- 
einanderreihung der  einzelnen  aus  verschiedenen  Quellen 
stammenden  Teile  sich  Widersprüche  ergaben,  die  dem  Ver- 
fasser entgingen  und  nicht  ausgeglichen  wurden,  ist  nur  selbst- 
verständlich. Doch  sind  ihrer  nicht  besonders  viele.  Wo  er 
selbst  Widersprüche  erkennt,  erachtet  er  es  nicht  für  seine 
Aufgabe,  sie  zu  lösen.  Bei  verschiedenen  Angaben  seiner  Quellen 
führt  er  manchmal  die  Verschiedenheiten  an,  manchmal  verweist 
er  den  Leser  nur  auf  die  Quelle,  die  abweichende  Mitteilungen 
enthält:  ubi  lege,  si  placet.  Wo  er  die  Wahrheit,  nach  der  er 
strebt,  nicht  selbst  ermitteln  kann,  weist  er  darauf  hin,  dass 
sie  gesucht  werden  muss.  Zu  einer  kritischen  Bemerkung 
gelangt  er  höchst  selten,  wenn  er  auch  bisweilen  Zweifel  an 
der  Richtigkeit  seiner  Quellen  äussertr.  Jedenfalls  sagt  er  oft 
schlicht:  „Das  habe  ich  nicht  sicher  erfahren  können"  oder 
ähnlich,  statt,  wie  vielleicht  ein  Anderer  gethan  hätte,  haltlose 
Vermutungen  oder  unbegründete  Behauptungen  auszusprechen. 
Das  entspringt  einem  hervorragenden  Grundzug  seines  Wesens, 
einer  ehrlichen  Wahrheitsliebe.  Stolz  klingt  sein  Wort  (S.  4, 14) : 
Adversarius  veritatis  vinci  non  potero.  und  wir  müssen  ihm 
zugestehen,  dass  dies  Wort  berechtigt  ist. 

Andreas'  Werke  sind  eine  wichtige  Quelle  für  die  Sagen- 
kunde. Der  mittelalterliche  Chronist  hielt  zahlreiche  Nachrichten, 
die  dem  Reiche  der  Sage  angehören,  für  geschichtliche  Wahrheit. 
Daraus  ist  ihm  kein  Vorwurf  zu  machen.  Seien  wir  dankbar 
auch  für  jene  Überlieferungen.  Die  Bedeutung  der  Sage  für 
die  Geschichtsforschung  ist  längst  erkannt:  giebt  sie  doch  oft 
wunderbaren  Beleg  für  Wahrheiten  und  Thatsachen,  Fingerzeig 
und  Wegweiser  zu  weiteren  Forschungen  und  jedenfalls  Einblick 
in  den  Geist  der  Zeiten.  „Nicht  der  Chronikschreiber  hat  die 
Sage  erfunden  und  gemacht ;  sie  existierte  vielmehr  im  Volke ; 
der  Chronikschreiber  fand  sie  schon  vor  und  teilte  sie  nur 
weiter  mit." 

Andreas  als  zeitgenössischer  Berichterstatter  besitzt  vor 
allem  als  Grundlage  die  guten  Eigenschaften,  die  wir  schon 
an  dem  Kompilator  rühmen  durften,  schlichte  Bescheidenheit 
und  ehrliche  Wahrheitsliebe.  Die  einfache  äussere  Form  seiner 
Aufzeichnungen,  wie  sie  unabsichtlich  im  Notizbuch,  absichtlich 
in  seinen  Chroniken  erscheint,  zeigt  den  schulenden  Einfluss 
der  historischen  Quellen,  die  er  bei  Herstellung  der  A,  Chr. 
kennen  gelernt  hat.    Seine  Ausdrucksweise  ist  knapp  und  klar. 


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—    XV    — 

Er  schreibt  ein  ganz  gutes  Latein,  einfach  und  ohne  Schwulst, 
wenn  auch  nicht  besonders  wortreich.  Er  meidet  überschwäng- 
liche  Phrasen.  Und  besonders  da,  wo  er  selbst  zu  fröhlicher 
oder  trauriger  Aussprache  sicli  gedrängt  fühlt,  findet  er  kurze 
und  einfache  Worte,  die  seine  entschiedene  Auffassung  treffend 
zum  Ausdruck  bringen.  Man  könnte  ihn  manchmal  zwar  der 
Leisetreterei  beschuldigen,  wenn  er  Dinge,  die  Skandal  ver- 
ursachten oder  ihm  besonders  am  Herzen  liegenden  Personen 
zum  Nachteil  gereichten,  nur  andeutet  oder  verschweigt.  Aber 
es  entspringt  das  nur  einer  gewissen  Milde,  vielleicht  einem 
Ausfluss  seiner  priesterlichen  Eigenschaft,  die  über  solche  Yer- 
hältnisse  und  Vorkommnisse  den  „Mantel  der  christlichen 
Nächstenliebe"  breitet.  Giebt  er  doch  an  einer  Stelle  (S.  475, 19; 
573, 12)  aufrichtig  an,  dass  er  daselbst  ein  Vorkommnis  ver- 
schweige, welches  er  ohne  Zweifel  sittlich  verurteilt  hat. 

Seine  persönlichen  Erlebnisse  sind  so  einfach  und  seine 
eigene  Stellung  im  Weltgetriebe  eine  so  zurückgezogene,  dass 
sie  ihm  wenig  Stoff  zur  Geschichtschreibung  bieten  konnten. 
Nicht  wie  ein  Ulrich  von  Richental  ist  er  Augen-  und  Ohren- 
zeuge des  glänzenden  Konstanzer  Weltkongresses,  nicht  wie 
Eberhard  Windecke  durchzieht  er  die  Lande  und  hat  Gelegen- 
heit, die  Vorgänge  am  kaiserlichen  Hoflager  zu  beobachten, 
nicht  wie  Dietrich  von  Nieheim  ist  er  vertraut  mit  den  Zielen 
und  Zwecken  der  Kurie  und  kennt  er  die  vielfachen  geistigen 
Strömungen  der  Zeit.  Selten  verlässt  er  des  Klosters  Bannraum, 
und  die  Audienz,  die  er  in  seines  Klosters  Angelegenheiten 
bei  Herzog  Ernst  von  Bayern  in  Straubing  hatte,  ist  wohl  der 
wichtigste  Augenblick  seiner  persönlichen  Erlebnisse  gewesen. 
Was  er  selbst  gesehen  und  erlebt  hat,  sind  Begebenheiten,  die 
nur  einen  geringen  örtlichen  Umkreis  bewegten. 

Aber  Kegensburg  war  damals  ein  Ort,  in  dem  der  leb- 
hafteste Verkehr  vieler  Persönlichkeiten  stattfand,  die  in  jenen 
Zeiten  eine  geschichtliche  Rolle  spielten.  Der  Kaiser  weilte 
sehr  häufig  in  Ungarn,  und  die  vielen  Fürsten  und  Würden- 
träger, die  in  des  Reiches  oder  ihren  eigenen  Angelegenheiten 
aus  dem  Reich  an  den  kaiserlichen  Hof  reisten,  kamen  meist 
durch  Regensburg,  um  von  da  donauabwärts  die  Reise  zum 
Hoflager  fortzusetzen.  Und  fuhr  Kaiser  Sigmund  aus  seinen 
östlichen  Landen  in  das  Reich,  so  nahm  hinwiederum  er  Auf- 
enthalt in  der  Reichsstadt  Regensburg.  Diesem  steten  Kommen 
und  Gehen  bedeutender  Persönlichkeiten  schenkte  der  fleissige 
Augustinerchorherr,  der,  wie  er  oft  genug  hervorhebt,  sich  vor- 
genommen   hat,   die   Ereignisse   zu   seinen   Zeiten   für   spätere 


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—    XVI    — 

Nachkommen  aufzuzeichneD,  seine  vollste  Aufmerksamkeit  Ab- 
gesehen davon,  dass  er  über  diesen  Verkehr  wichtiger  Männer 
durch  Regensburg  in  seinen  verschiedenen  Werken  Bemerkungen 
einträgt,  die  nicht  bloss  gute  zeitliche  Anhaltspunkte  gewähren, 
sondern  auch  sehr  häufig  über  die  Reisezwecke  unterrichten, 
sucht  er  sich  durch  persönliches  Aufsuchen  der  Reisenden  oder 
ihres  Gefolges  in  den  Besitz  von  Mitteilungen  und  Schriftstücken 
zu  setzen,  um  sie  für  seine  Werke  zu  verwerten.  Manchmal 
erscheint  er  fast  wie  ein  modemer  Interviewer.  Auf  diesem 
Wege  verschaffte  er  sich  insbesondere  die  Abschriften  einer 
Menge  von  Urkunden  und  Aktenstücken.  Einen  Traktat,  den 
er  wegen  der  Eile  des  durchreisenden  Besitzers  nur  auf  eine 
Nacht  zur  Verfügung  gestellt  bekommen  konnte,  liess  er  in 
dieser  Nacht  unter  Zerteilung  der  Blätter  von  fünf  verschiedenen 
Schreibern  abschreiben  (S.  269,4).  Sogar  den  königlichen 
Schutzbrief,  den  eine  wandernde  Zigeunertruppe  mit  sich  führt, 
schreibt  er  ab  und  überliefert  uns  damit  (S.  319,11)  ein  kultur- 
geschichtlich interessantes  Schriftstück.  Wie  Andreas  sich  auch  ' 
brieflich  Auskunft  erholt,  dafür  ist  sein  oben  S.  VI  erwähnter 
Brief  an  den  Wiener  Universitätsprofessor  Nikolaus  von  Dinkels- 
bühl ein  sprechendes  Beispiel.  Von  einem  Briefverkehr  mit 
dem  Salzburger  Erzbischof  Eberhard  von  Starhemberg  berichtet 
Andreas  in  der  Eorts.  zur  A.  Chr.  (S.  472, 14). 

In  seiner  Darstellung  finden  wir  oftmals  den  Text  der 
ihm  bekannt  gewordenen  Schriftstücke  wörtlich  eingeflochten. 
Lenz,  König  Sigismund  und  Heinrich  V.  von  England,  S.  21, 
hat  darauf  hingewiesen,  welch'  „merkwürdige  Ähnlichkeit  die 
zeitgeschichtlichen  Werke  des  Andreas  von  Regensburg  in  ihrer 
Kompositionsweise  mit  den  grossen  Kompilationen  der  fran- 
zösischen Schriftsteller  Monstrelet  und  Waurin"  haben,  die  aus 
offiziellen  und  privaten  Aufzeichnungen  zusammengefasst  sind. 
Letztere  „zeugen  dafür,  wie  innigen  Anteil  damals  schon  die 
öffentliche  Meinung  an  den  grossen  politischen  Bewegungen 
nahm,  wie  gross  der  Durst  der  Menschen  nach  freiem  geistigem 
Austausche  in  jener  Zeit  war,  wo  der  Geist  der  Nationen  auf 
allen  Gebieten  des  politischen,  sozialen  und  geistigen  Lebens 
die  mittelalterlichen  Schranken  zu  durchbrechen  strebte".  Darin 
ist  denn  auch  das  besondere  Verdienst  des  Andreas  zu  er- 
blicken, dass  er  die  Wichtigkeit  aller  jener  Schriftstücke  als 
geschichtlicher  Denkmäler  erkannte,  die  nicht  bloss  za  jener 
Zeit  ihren  Zweck  zu  erfüllen  hatten,  sondern  durch  Über- 
lieferung an  die  Nachwelt  als  echte  Zeugen  der  Vergangenheit 
lehrreich    weiterwirken    sollten.      Ein    besonderes   Augenmerk 


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schenkt  Andreas  der  öffentlichen  Meinung  und  ihren  Äusserangen 
und  teilt  sie  an  vielen  Stellen  mit,  indem  er  sich  ihr  wohl  un- 
ausgesprochener Weise  anschliesst  und  dadurch  ein  unfertiges 
eigenes  Urteil  zurückhält.  Gerade  diese  Aufzeichnungen  sind 
uns  interessant  und  bilden  in  manchen  Fällen  wichtigere  Denk- 
mäler als  nüchterne  Urkunden  und  Aktenstücke. 

Ein  Politiker  war  Andreas  nicht.  Wo  er  sich  auf  dieses 
Gebiet  begiebt,  z.  B.  in  Nr.  74  der  Chr.  Hus.  und  im  Dial, 
entwickelt  er  zwar  einen  heiligen  Ernst,  aber  dabei  grosse 
Naivetät  und  Harmlosigkeit.  Für  die  nationale  und  soziale 
Seite  der  husitischen  Empörung  z.  B.,  die  ja  mit  der  kirchlichen 
aufe  engste  verbunden  war,  geht  dem  biederen  Priester  jegliches 
Verständnis  ab,  ein  Mangel,  den  er  allerdings  mit  den  Aller- 
meisten seiner  Zeitgenossen  teilt.  Immer  und  überall  erblickt 
er  in  dem  husitischen  Böhmen  nur  den  Ketzer,  den  ver- 
dammungswürdigen  Abtrünnling  von  der  heiligen  katholischen 
Kirche. 

Eine  echte  und  tiefe  Religiosität  leuchtet  überall  durch 
Andreas'  Schriften,  dazu  eine  warme  Liebe  zur  bayerischen 
Heimat.  Aus  seinen  Werken  spricht  eine  geschlossene  Per- 
sönlichkeit, die  in  Erkenntnis  der  Grenzen  ihrer  Fähigkeiten 
—  de  paupere  censu,  de  afFectu  tamen  divite,  wie  er  (S.  264, 17) 
bescheiden  sagt  —  reichlich  mit  dem  Pfunde  gewuchert  hat, 
das  ihr  verliehen  war. 


Im  Folgenden  gebe  ich  die  Beschreibung  der  Hss.  der 
einzelnen  Werke  und  teile  in  Ermangelung  von  Vorarbeiten 
Anderer  hier  meine  Untersuchungen  über  die  Quellen  des 
Andreas  und  andere  bei  Gelegenheit  dieser  Ausgabe  notwendig 
zu  besprechende  Punkte  mit 

Von  der  Chronica  pontificum  et  imperatorum 
Bomanorum  erschienen,  und  zwar  in  ein  und  demselben 
Jahre,  zwei  Druck  ausgaben,  die  eine  in  Bernhard  Pez' 
Thesaurus  Anecdotorum,  T.  4,  P.  3,273—636  unter  dem  Titel: 
Andreae  Presbyteri  ad  S.  Magnum  Ratisbonae  Ord.  Can.  Reg. 
S.  Aug.  Chronicon  generale  a  Christo  nato  usque  ad  annum 
1422,  ein  Abdruck  der  früheren  Mondseer,  jetzt  Wiener  Hs., 
unserer  A  1 ,  besorgt  von  dem  Melker  Benediktinerpater  Joachim 
Priestersperger  (Augsburg  u.  Graz  1723).  Die  zweite  Ausgabe 
machte  Joh.  Georg  Eccard  in  seinem  Corpus  historicum  raedii 
aevi,  T.  1,1931—2176  unter  dem  Titel:  Andreae  Ratisbonen- 
sis  Chronicon  a  Joh.  Chraft  praedicatore  Cambensi  interpolatum 

<^aeUea  and  £roeitenuig«a  N.  F.  I.  II 

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—  xvm  — 

et  usque  ad  an.  1490.  continuatum  (Leipzig  1723)  nach  einer 
Hambuiger  Hs.  (unserer  C4)  unter  Beiziehung  eiaer  Helm- 
städter Hs.  des  Flacius  Illyricus  (unserer  A  7).  In  der  Pez'schen 
Ausgabe  wurde  die  Portsetzung  von  1422—1438,  trotzdem  sie 
in  der  benutzten  Hs.  vorhanden  ist,  nicht  abgedruckt,  da  sie 
seiner  Meinung  nach  fast  wörtlich  mit  der  Forts,  der  B.  Chr. 
übereinstimmte;  Eccard  liess  einzelne  aus  Martinus  Polonus  und 
den  Flores  temporum  stammende  Teile,  sowie  die  Abschnitte  über 
die  älteren  ßegensburger  Bischöfe  weg  und  druckte  den  Text 
erst  von  Rudolf  von  Habsburg  an  vollständig  ab.  Pez  (Thes. 
4,  XXni)  kannte  ausser  der  von  Priestersperger  benutzten 
Mondseer  Hs.  noch  zwei  andere,  eine  Wiener  (wohl  unsere  A  6) 
und  eine  Klosterneuburger  (A  5).  Seine  Ausgabe  verdiente  den 
Vorzug  vor  der  Eccard'schen  als  Abdruck  der  besten  heute 
bekannten  Hs.,  die  auch  meiner  Ausgabe  zu  Grunde  liegt.  Sie 
bot  einen  viel  korrekteren  Text  als  die  verstümmelte  und  noch 
dazu  sehr  flüchtige  Eccard'sche,  wenn  auch  letztere  öfter  als 
die  Pez'sche  citiert  wurde,  weil  diese  der  Fortsetzung  ermangelte. 

Der  Titel  Chronicon  generale  ist  in  der  Pez'schen  Aus- 
gabe anscheinend  ohne  einen  anderen  Grund  eingeführt  worden, 
als  um  diese  Chronik  von  der  B.  Chr.  zu  unterscheiden.  Andreas 
selbst  gebraucht  ihn  nie.  Ich  bezeichne  die  Chronik  so,  wie 
er  selbst  sie  in  der  Vorrede  zu  seinem  Conc.  Const.  (S.  161,  2) 
und  ähnlich  in  der  Vorrede  zur  B.  Chr,  (S.  505,  8)  nennt. 

Die  Hss.  der  A.  Chr.  sind  folgende: 

AI:  Wien,  k.  k.  Hofbibliothek.  Cod.  pal.  vind.  3296 
(Lun.  in  f.  47).  Papier.  Gr.  2 ».  448  Bl.  Die  Hs.  befand  sich 
früher  in  der  Bibliothek  des  Klosters  Mondsee.  Vgl.  Watten- 
bach, Archiv  10,494;  Mayr,  N.  Arch.  5,  124—130.  Der  ge- 
waltige Foliant  enthält  Bl.  l— 100  die  A.  Chr.  bis  1422  mit 
Zusätzen  am  Rand,  sowie  mit  Korrekturen,  die  nach  der  Vor- 
lage gemacht  sein  müssen,  Bl.  100 — 113  die  Ports,  bis  1438, 
von  einer  anderen  Hand,  und  zwar  fortlaufend,  also  nach  143ö, 
geschr.,  von  derselben  Hand,  welche  auch  alles  Folgende  in  der  Hs. 
mit  Ausnahme  von  Bl.  224 — 232'  schrieb.  Nach  7  leeren  un- 
bezeichneten  Bll.  folgt  auf  Bl.  114—360  das  Concilium  Con- 
stantiense  in  seinen  7  Teilen.  Nach  dem  5.  Teil,  den  Sermones, 
nach  Bl.  263,  5  leere  un bezeichnete  Bll.,  nach  dem  6.  Teil,  den 
Tractatus,  Bl.  313  leer.  Über  je  2  Seiten  ist  bis  Bl.  223'  Teil  und 
Teiltitel  in  rubre  angegeben,  z.  B.  Pars  prima  de  epistolis  sive 
litteris  oder  Pars  quarta  —  Acta  —  concilii  —  Constanciensis.  Eine 
eigene  Foliierung  I—LXXXim  läuft  in  rot  von  Bl.  114-197. 


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—   XU  — 

Die  Bll.  361 — 389  enthalten  das  Conciliura  proyinciale  unter 
dieser  Überschr.,  Bl.  389  -448  folgt  die  Chronica  Husitarum. 
Auf  Bl.  448  befinden  sich  schliesslich  von  zwei  anderen  Händen 
zwei  Aufzeichnungen,  eine  von  1471,  die  andere  Scriptum  1516. 
Als  Autograph  des  Andreas  hatte  den  Cod.  vind.  3296  schon 
Herr  k.  u.  k.  Sektionsrat  Dr.  Karl  Schrauf  in  Wien  in  einer 
dem  Codex  Wilczekianus,  der  sogleich  zu  beschreibenden  Hs.  A  2, 
beigegebenen  Beschreibung  bezeichnet,  hiezu  wahrscheinlich  aus 
einer  Anzahl  von  inneren  Gründen  veranlasst  Eine  aus- 
drückliche Bemerkung,  dass  Andreas  die  Chronica  pontificum 
et  imperatorum  in  jenem  Band  mit  eigener  Hand  geschrieben 
habe,  ist  nirgends  gemacht  Ich  hätte  die  Handschrift  als  die 
beste  mir  bekannt  gewordene  auf  jeden  Fall  meiner  Ausgabe 
zu  Ornnd  gelegt,  auch  wenn  ich  sie  nicht  als  Autograph  hätte 
betrachten  dürfen.  Als  ich  aber  den  clm.  1805  (der  den 
Forschern  entgangen  war,  weil  er  durch  einen  unglückseligen 
Zufall  im  Register  des  gedruckten  Hss.-Katalogs  der  Münchener 
Hof-  und  Staatsbibliothek  fehlt)  zur  Hand  bekam  und  gleichzeitig 
durch  die  Liberalität  der  k.  u.  k.  Direktion  der  k.  k.  Hof  bibliothek 
die  Hs.  3296  zur  Benützung  nach  München  erhielt,  zeigte 
sich,  dass  die  Schrift  des  ersten  Teiles  der  A.  Chr.  in  cod.  vind. 
3296  (Bl.  1—100)  und  der  B.  Chr.  in  clm.  1805  ganz  die 
nämlichen  gleich  massigen  und  zierlichen  Züge  aufweist.  Und 
als  ich  nun  des  Andreas  Notizbuch  clm.  903,  in  dem  flüchtige 
und  Zier-Schrift  des  Schreibers  wechseln,  zur  Vergleichung 
neben  jene  beiden  Hss.  legen  konnte,  bestand  für  mich  kein 
Zweifel  mehr,  dass  die  Hand,  von  welcher  die  zierschriftlichen 
Teile  des  clm.  9j3  stammen,  auch  jene  Teile  des  cod.  vind. 
3296  und  des  clm.  Ib05  geschrieben  hat,  dass  Andreas,  der 
sich  in  clm.  903  an  mehreren  Stellen  mit  Namen  nennt,  der 
Schreiber  jener  Hss.  ist.  Besonders  merkwürdig  ist  für  das 
Verhältnis  von  clm.  Ib05  zu  cod.  vind.  3296  der  Umstand, 
dass  die  zweite  Hand,  welche  in  cod.  vind,  3296  die  Fortsetzung 
der  A.  Chr.,  sowie  die  folgenden  Teile,  das  Concilium  Con- 
stantiense,  das  Concilium  provinciale,  die  Chronica  Husitarum, 
eingeschrieben  hat,  die  nämliche  ist,  welche  auch  in  clm.  1805 
die  neben  der  B.  Chr.  darin  enthaltenen  Stücke  geschrieben  hat. 
Wir  dürfen  also  wohl  annehmen,  dass  es  die  Hand  eines  in 
engstem  Verhältnis  zu  Andreas  stehenden  Schreibers  ist,  was 
besonders  für  die  Würdigung  der  Bedeutung  des  2.  Teiles  von 
cod.  vind.  3296  von  Wichtigkeit  ist. 

A  2 :    Bibliothek   Sr.   Excellenz   des   Herrn   Reichsgrafen 
Hans  Wilczek   in   Schloss   Seebarn.     Vgl.    Mayr,  N.   Arch. 


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-  rs  - 

r 

5,130.  Pergamentkodex.  128  Bll.  Gr.  2^  Erkauft  1878  aus 
der  Hinterlassenschaft  des  Grafen  Palffy.^  Die  ganze  A.  Chr. 
mit  Forts,  ist  sauber,  aber  mit  sehr  vielen  Schreibfehlern  zweifel- 
los aus  dem  Cod.  vind.  3296  abgeschrieben.  Der  Schreiber 
ist  ein  Böhme  und  erlaubt  sich  an  mehreren  Stellen,  die 
sich  fast  sämtlich  auf  Böhmen  beziehen,  nicht  uninteressante 
Änderungen  und  Bemerkungen.  Am  Schluss  des  Hauptteils 
(s.  unten  S.  158, 4  ff.)  nennt  er  seinen  Namen  und  giebt  an, 
dass  er  die  Abschrift  für  den  Verfasser  Andreas,  den  er  als 
Dekan  zu  St.  Mang  bezeichnet,  gefertigt  habe.  Aus  dieser 
Schlussschrift  geht  jedoch  noch  nicht  hervor,  dass  Andreas  seit 
1438  zum  Dekan  seines  Stiftes  vorgerückt  war,  was  Mayr  daraus 
folgerte,  dass  die  bis  1438  reichende  Forts,  von  dem  nämlichen 
Schreiber  stammt.  Letzteres  ist  ja  richtig,  aber  trotzdem  ist 
ein  grosser  Unterschied  zwischen  den  Schriftzügen  des  Haupt- 
teils und  jenen  der  Forts.  Meiner  Meinung  nach  sind  beide 
Teile  zu  ziemlich  getrennten  Zeiten  geschrieben.  Es  ist  auch 
nicht  ausgesprochen,  dass  die  Forts,  zu  Lebzeiten  des  Andreas 
geschrieben  ist.  Das  kann  viel  später  geschehen  sein.  Der 
erste  Teil  hinwiederum,  der  nach  der  Schlussschrift  zu  Leb- 
zeiten des  Andreas  niedergeschrieben  ist,  kann  auch  vor  1438 
entstanden  sein.  Die  Begrenzung  der  letzteren  Möglichkeit 
giebt  ein  Zusatz  (unten  S.  128,  33)  an  die  Hand,  wonach  der 
Hanptteil  1434  oder  darnach  geschrieben  ist  Auf  die  Frage, 
wann  Andreas  Dekan  seines  Stiftes  geworden  sei,  ergiebt  sich 
also  nicht  bestimmt  das  Jahr  1438,  sondern  nur  mit  Wahr- 
scheinlichkeit „1434  oder  darnach".  Den  Namen  des  Schreibers 
las  auch  Mayr  (N.  A.  5, 130),  wie  er  unten  (S.  158, 4)  abgedruckt 
ist:  Laurencius  Voschie  Kobecz.  In  der  k.  Hof-  und  Staats- 
bibliothek München  befinden  sich  3  von  dem  Nämlichen  ge- 
schriebene Hss.:  clm.  11408  (geschr.  1441),  clm.  11458  (1442) 
und  clm.  9203  (1451).  In  diesen  lautet  der  Name  des  Schreibers 
deutlicher:  Laurencius  Wschierobecz. 

A2a:  Raygern  bei  Brunn,  Klosterarchiv.  Vgl  Archiv 
f.  Kde.  öst.  Gesch.-Qu.  1849,  Heft  5.  1)  Abt.  H  des  Archivs, 
h.  20:  Abschrift  der  Fortsetzung  der  A.  Chr.,  gefertigt  von 
B.    Pitter.     Titel:    Chronicon    Fratris    Andreae   Presbyteri    et 

*  Seiner  Excellenz  dem  Herrn  Reichsgrafen  Hans  Wilczek,  dem 
berühmten  hochsinni^n  Förderer  der  Wissenschaften,  drücke  ich  auch 
hier  meinen  tiefgefühltesten  Dank  aus  für  die  ausserordentliche  Liebens- 
würdigkeit, mit  der  er  in  eigener  Person  die  Hs.  aus  Schloss  Seebam  mir 
zur  Benützung  ins  k.  k.  Haus-,  Hof-  und  Staatsarchiv  in  Wien  brachte. 
Auch  Herrn  k.  u.  k.  Sektionsrat  Dr.  Karl  Schrauf  sei  für  die  hiebei  be- 
thätigte  Vermittelung  verbindlichst  gedankt. 


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-     XXI     - 

Canonici  Monasterii  Sancti  Magni  Gonfessoris  in  pede  pontis 
Batisponae.  In  quo,  quidquid  ab  anno  1422.  usque  ad  1438. 
ab  Hussitis  tum  in  quam  extra  concilium  Basileense  aliisque 
cum  ipsis  intricatis  tempore  Martini  V.  et  Eugenii  IV.  Roma- 
norum Pontificum  et  Sigismundi  Imperatoris  gestum  est,  sincero 
calamo  enarratur.  Anfang:  Anno  domini  1422.  fit  congregacio  . . . 
Schluss :  secundum  nomine  Ernestum.  2)  i  32 :  Auszüge  aus 
der  A.  Chr.  bis  1376.  Descripsit  B.  Pitter.  Beide  Abschriften 
(18.  Jh.)  sind  sicherlich  aus  dem  jetzigen  Codex  Wilczekianus 
(A2)  genommen. 

A3:  München,  k.  Hof- und  Staatsbibliothek.  Clm.  5360. 
Papier.  2«.  15.  Jh.  145  Bll.  Bl.  1—136'  enthalten  unter 
der  Überschrift:  Cronica  summorum  pontificum  et  imperatorum 
die  A.  Chr.  des  Andreas  mit  der  Ports,  bis  1438.  Ist  sicher 
Abschrift  von  cod.  vind.  3296.  Die  ziemlich  zahlreichen  Vari- 
anten, die  der  Text  gegenüber  der  letzteren  Hs.  aufweist,  sind 
fast  ausschliesslich  Schreib-  und  Lesefehler  des  Abschreibers. 
Am  Schlüsse  des  Abschnittes  über  Papst  Martin  V.  (S.  156,26) 
wünscht  Andreas  über  den  Papst  den  Frieden  Gottes  herab 
mit  den  Worten:  Donet  deus  ipsi  Martino  pape  et  ecclesie 
katholice  pacem  etc.  Die  Abschrift  in  clm.  5360  hat  nach 
pape  die  Worte  et  eins  legitimis  successoribus  ecclesieque. 
Aus  diesem  Zusatz  des  Abschreibers  möchte  zu  schliessen  sein, 
dass  die  Abschrift,  da  schon  nicht  mehr  von  einem  Nach- 
folger, sondern  von  Nachfolgern  Martins  V.  die  Rede  ist,  zum 
mindesten  zu  Zeiten  des  zweiten  Nachfolgers  Martins  V., 
Nikolaus  V.,  also  1447  oder  später  gefertigt  wurde.  Der  Band 
stammt  aus  der  ehemaligen  bischöflich  chiemseeischen  Bibliothek 
in  Salzburg  und  trägt  auf  Bl.  1  den  kolorierten  Bibliothek- 
stempel des  Bischofs  Bernhard  von  Krayburg,  der  1467—1477 
Bischof  von  Chiemsee  war.  Die  Hs.  dürfte  zwischen  1447  und 
1465  (s.  Beschr.  von  A4)  geschrieben  sein. 

A  4:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  1224. 
Papier.  2^  15.  Jh.  136  u.  45  Bll.  Der  Abschreiber  hat  aus 
der  A.  Chr.  je  die  Kaiser,  die  Päpste  und  die  Regensburger 
Bischöfe  vereinigt  und  so  nacheinander  abgeschrieben.  Er  sagt 
selbst  nach  der  Vorrede:  Considerans  ego  exemplaris,  unde 
rescripsi,  difficultatem  et  tedium  legendi,  non  eo  ordine,  quo 
in  exemplari  reperi,  volui  rescribere.  Nam  permixtim  et  ponti- 
fices  et  imperatores  compilator  operis  huius  posuit  et  descripsit 
pro  quotto  et  qualitate  temporis.  Sed  quia  tediosum  michi 
videbatur  ita  in  hiis  legere  et  scrutari,  ego  quoslibet  seorsum 
ezcerpsi  et  primum  imperatorum  non  tamquam  digniorum,  sed 


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—    XXII    — 

tamquara  primorum  ordinem.    Nam  imperatonim  ordo  et  caput 
incipit   ante  Christi   nativitatem,   pontificuni   vero   post  Christi 
ascensionem.    Quorum  primus  post  Christum  S.  Petrus  notatur. 
Ideo    pontificum     ordinem     quamquam    digniores    postergavi. 
Demum  eciam,  quia  auctor  operis  de  Ratispona  fuit  et  in  ßatis- 
pona  scripsit,  idcirco  eciam  ordinem  pontificum  ecclesie  Ratis- 
ponensis  descripsit.    Quem  tercio  notavi  et  scripsi  ordine.    Am 
Schlüsse  der  Kaiserreihe  (1422)  ist  bemerkt:    Rescriptum    in 
Castro   Purkhausen    in    die    sanctissimi    Johannis   ewangeliste, 
que   agitur   in    nativitate    domini,   anno  etc.  65.     Dann  folgt 
die  Forts,  von  1422—1438,  die  schliesst:   nomine  Ernestum, 
sed   statim   post   hoc   defunctum,   nebst  einer  Bemerkung  von 
anderer  Hand  z.  J.  1440  über  die  Wahl  Friedrichs  III.,  dann 
ein  Register  über  die  Kaiser.    Am  Schluss  der  Papstreihe  sagt 
der  Schreiber:  Roscribendo  finitur  in  Purkhausen  Castro  pen ul- 
tima die  Januarii  (30.  Jan.)  anuo  domini  1466.    In  quo  yems 
precedente  iucensione  Februarii  fuit  frigidissima,  scilicet  usque 
ad  octavam  epiphanie  ( 13.  Jan.),  sed  ab  eodem  die  fuit  insoli- 
tum  nostris  in  partibus  tempus  quoad  caliditatem.    Nam  clausis 
Omnibus   fluminibus  pre   algore   et  congelacione  circa  festum 
S.  Pauli  (25.  Jan.)  subito   improvide  glacies  fluminum  solve- 
batur  et  in  pluribus  pontibus  notabilia  fecit  damna,  sicut  novi 
experiencia   in  Purkhausen.     Nach    einem   Register   über  die 
Päpste  folgt  die  Zusammenstellung  der  Regensburger  Bischöfe, 
die  Oefele  1,31   aus   dieser  Handschrift  als  selbständige 
Schrift   des  Andreas   in   dieser  Form   herausgegeben   hat.     Da 
dieser   Bischofskatalog   aber,    wie    aus    der    vorstehenden    Be- 
schreibung  der  Handschrift  deutlich   hervorgeht,   nur  Auszug 
aus   der  allgemeinen  Chronik   des  Andreas   ist,   ist  er  nicht 
als   ein  besonderes,  in  dieser  Form  abgeschlossenes  Werk  des 
Andreas   aufzuzählen.     Am  Schluss    bemerkt   der  Abschreiber 
abermals:  In  Purkhausen  rescribendo  finitur  feria  6.  in  capite 
ieiunii  (21.  Febr.)  anno  1466.    Die  Handschrift  war  später  nach 
Notizen    auf  dem  1.  Blatt  im   Besitz   eines  Ambrosius  Airen- 
schmaltz,  dann  des  Vikars  Johann  Pächler  in  Egem  (f  1535), 
dessen  Erben  sie  in  jenem  Jahr  an  das  Kloster  Tegerns^^e  ver- 
kauften.   Aus  den  Lesarten    ergiebt  sich  mit  Sicherheit,   dass 
die  Hs.  Abschrift  des  clm.  5360  ist,  der  sich  in  Herrenchiemsee 
oder  Salzburg,  also    nicht  sehr  weit   von  Burghausen   befand- 
A5:  Klosterneuburg,  Stiftsbibliothek.    Cod.  Nr.  1 27. 
Teils  Pergament,  teils  Papier.    2®.    15.  Jh.     Nur^^S.  1— öl  be- 
zeichnet, sonst  unpaginiert.    Vgl.  Pertz,  Archiv  6,' 188;  Zeibig, 
Notizenblatt  d.  Wiener  Akademie  1852,  S.  135;  Mayr,  N.  Arch- 


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—  xxm  - 

5,  130.  Enthält  die  A.  Ohr.  nebst  Forts.  Am  Anfang  der 
Chronik:  Can.  Reg.  Claustroneoburg.  Bibliothecae  iure  inscrip- 
tus  22.  Maii  1656.  Die  Papst-  und  Kaiserreihen  nebst  den 
jeweils  angefügten  Abschnitten  über  die  Kegensburger  Bischöfe 
sind  hier  chronologisch  in  einer  Reihe  vereinigt.  Während 
der  erste  Teil  bis  1422  dem  cod.  vind.  3296  gegenüber  so  ge- 
ringe Varianten  aufweist,  dass  man  an  eine  direkte  Abstammung 
desselben  von  letzterem  glauben  könnte,  weicht  die  Forts,  in 
den  Lesarten  von  cod.  vind.  3296  mehr  ab.  Die  sich  hieraus 
ergebende  Vermutung  wird  unten  bei  Beschreibung  der  Hs.  A  7 
ausgesprochen. 

A6:  Wien,  k.  k.  Hofbibliothek.  Cod.  pal.  328  (Eist, 
prof.  10).  Vgl.  Wattenbach,  Archiv  10,460;  Mayr,  N.  Arch.  5, 141. 
Pergament  Gross  2  ^  126  Bll.  Nach  Wattenbach  s.  XV.,  nach 
Mayr  dem  Ausgang  des  16.  Jhs.  angehörig.  Diese  Verschieden- 
heit dürfte  damit  zu  erklären  sein,  dass  zwar  die  erste  Hand 
sicher  dem  15.  Jh.  angehört,  eine  zweite  aber  allerdings  späteren 
Charakter  trägt.  Doch  möchte  ich  auch  sie  in  den  Ausgang 
des  15.  Jhs.  setzen  und  an  der  betreffenden  Stelle  bei  Mayr 
Druckfehler  annehmen.  Enthält  abschriftlich  aus  cod.  pal.  389 
(Rec.  713)  BL  1—7  Auszüge  über  Verschiedenes,  Bl.  7—68 
eine  Weltchronik  aus  Honorius  Augustodunensis,  Martinus 
und  den  Salzburger  Annalen  zusammengesetzt  (benützt  in  der 
Ausgabe  der  Annales  S.  Rudberti  Salisburgenses  SS.  11,758). 
Bl.  69 — 101  ist  an  diese  Kompilation,  von  anderer  Hand  ge- 
schrieben, eine  Forts,  angefügt,  und  zwar  ist  hiezu  die  A.  Chr. 
des  Andreas  benutzt.  Die  Forts,  beginnt  bei  Rudolf  von 
Habsburg:  Anno  domini  1273.  cum  bona  imperii  .  .  .  und 
bringt  von  da  an  die  ganze  Chr.  des  Andreas  mit  ihrer  Forts, 
bis  zu  dem  Schlüsse  .  .  .  nomine  Ernestum.  So  haben  wir 
den  noch  öfter  zu  besprechenden  Fall  (vgl.  die  folgenden 
Beschreibungen  der  Hss.  A  7,  B  2  und  C  4),  dass  Andreas' 
Chr.  als  Forts,  älterer  mittelalterlicher  Werke  benützt  wurde. 
Dabei  ist  schon  hier  hervorzuheben,  dass  diese  Fälle  von  ein- 
ander unabhängig  sind.  Die  Abschrift  ist  schlecht  und  oft 
fehlerhaft.  Die  Lesarten  stimmen  am  nächsten  mit  denen  der 
an  folgender  Stelle  beschriebenen  Wolfenbütteler  Hs.  überein, 
und  die  Verwandtschaft  der  letzteren  mit  der  Klostemeuburger 
Hs.  (A  5)  bestimmt  auch  das  Verhältnis  von  A  6  zu  A  5. 
Nur  der  vorliegenden  Hs.  eigen  ist  ein  Zusatz  z.  J.  1410 
(S.  129,23),  der  nicht  von  Andreas  stammen  dürfte,  da  dieser 
von  dem  betr.  Ereignis  selbst  ähnlich  an  anderer  Stelle  be- 
richtet.     Dagegen    fehlt   vor   der   Forts,    der    Abschnitt   über 


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—    XXIV    ^ 

Bischof  Johann  Streitberger  und  die  Schiussworte  des  Andreas 
zum  Hauptteil. 

A  7:  Wolfenbüttel,  Herzogliche  Bibliothek.  Cod. 
Heimst.  415.  Papier.  2^.  15.  Jh.  105  Bll.  Genaue  Be- 
schreibung der  Hs.  giebt  von  Heinemann,  Die  Hss.  der  Herzog- 
lichen Bibliothek  zu  Wolfenbüttel  1,1,325.  Die  Hs.  befand 
sich  einst  im  Wiener  Schottenkloster,  welches  dieselbe  nach 
einer  Notiz  auf  Bl.  1  (Schrift  des  15.  Jhs.)  von  einem  gewissen 
Stephan  Kayser^  geschenkt  erhielt;  später  war  sie  im  Besitze 
von  Placius,  von  dessen  Hand  auf  dem  vorderen  Schutzblatt 
steht :  Ulyrici  est.  Man  darf  vermuten,  dass  diese  Hs.  jene  ist, 
welche  Eccard  im  Vorwort  seines  Corp.  hist  med.  aevi  no.  XXV 
als  Codex  Elacii  Ulyrici  Helmstadiensis  erwähnt.  (Mit  Chrafft's 
„Bearbeitung^^  hat  sie  aber  nichts  zu  thun.)  Sie  enthält  im 
Anscbluss  an  die  Chronik  des  Martin  von  Troppau  und  als  Forts, 
derselben  Bl.  69  '—105'  die  A.  Chr.  des  Andreas  von  1273  -1438. 
Sie  hat  nicht  die  Anordnung  der  paginae  beibehalten,  sondern 
reiht  wie  die  Klostemeuburger  Hs.  die  einzelnen  Abschnitte 
nacheinander  an,  sehr  willkürlich  und  unter  Auslassung  grösserer 
und  kleinerer  Teile.  In  den  Lesarten  zeigt  sich  solche  Über- 
einstimmung mit  der  Klostemeuburger  Hs.,  dass  man  annehmen 
muss,  beide  Hss.  seien  von  der  gleichen  Vorlage  abgeschrieben. 
Daran  zu  denken,  dass  die  Klostemeuburger  von  der  vor- 
liegenden abgeschrieben  sei,  verbietet,  abgesehen  von  einzelnen 
Lesarten,  schon  die  ünvoUständigkeit  der  letzteren ;  umgekehrt 
ist  nach  den  Lesarten  sicher  ausgeschlossen,  dass  die  vorliegende 
Hs.  von  der  Klostemeuburger  abstamme.  Die  also  beiden  Hss. 
gemeinsame  Stamm- Vorlage,  von  der  nach  den  obigen  Aus- 
führungen auch  A  6  stammt,  enthielt  sicher  die  nur  diesen  drei 
Hss.  gemeinsamen,  österreichischen  Ursprung  verratenden  Zu- 
sätze z.  J.  1431  (S.  478,  22)  und  1434  (S.  483,23).  Wie  bei  A5 
stimmen  in  A  6  und  7  die  Lesarten  des  Hauptteils  so  sehr  mit 
denen  von  A  l  überein,  dass  man  darnach  direkte  Abstammung 
der  3  Hss.  von  A  1  annehmen  möchte.  Aber  die  Lesarten  der 
3  Hss.  in  der  Forts,  sprechen  gegen  diese  Annahme.  Sie  sind 
sogar  teilweise  besser  als  die  in  A  1.  Sollte  vielleicht  die  ge- 
meinsame Stamm-Hs.  von  A  5,  6,  7  zwar  den  Hauptteil  aus  A  1, 
die  Forts,  aber  aus  einer  anderen  Hs.  des  Andreas  entnommen 
haben,  weil  etwa  in  A  1  die  Forts,  noch  nicht  eingetragen  war? 

^  5  andere  von  demselben  Stephan  Kayser,  der  in  der  Mitte  des 
15.  Jhs.  gelebt  zu  haben  scheint^  geschenkte  Hss.  besitzt  die  Bibliothek 
des  Wiener  Schottenstiftes  heute  noch  (Hübl,  Catalogus  codd.  mss.  bibl. 
mon.  ad  Scotos  Vindob.  S.  VII.  609.) 


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—     XXV     - 

A8:  Göttingen,  k.  Universitätsbibliothek.  Histor.  95. 
Papier.  2^.  18.  Jh.  191  Bll.  Genaue  Beschreibung  siehe  in: 
Verzeichnis  der  Hss.  im  preussischen  Staate,  1,2,31.  Enthält 
Bl.  18 — 191  die  Chronik  des  Martin  von  Troppau  mit  des 
Andreas  A.  Chr.  als  Forts.,-  wie  der  Wolfenbütteler  Codex  Heimst. 
415,  von  welchem  die  Göttinger  Hs.  abgeschrieben  ist. 

Bl:  Hamburg,  Stadtbibliothek.  Hist.  univ.  Pol.  Nö.  7. 
Papier.  2^.  827  nuramerierte  Seiten,  dann  eine  grosse  Zahl 
un  bezeichneter  Bll.,  von  denen  11  beschrieben,  die  übrigen  leer 
sind.  Vgl.  Bibliotheca  üffenbachiana  mssta.  4,  153.  Bibl.  üflFen- 
bach.  univ.  3, 104.  Aus  der  Bibliothek  Zach.  Conrads  von  Uffen- 
bach.  Auf  Vorder-  und  Rückdeckel  des  Schweinslederbandes 
dessen  Wappen  in  Gold  gepresst,  auf  der  Innenseite  des  Vorder- 
deckels dessen  Exlibris.  Auf  dem  Bücken :  Andreae  Batisbon : 
Chronicon  universale  ineditum  Ms.  7  leere  Blätter,  auf  deren 
2.  Uffenbach  selbst  bemerkte:  Andreae  ad  S.  Magnum  prope 
Batisbonam  (vulgo  Andreae  Monachi  Ratisbonensis)  Chronicon 
Universale  ineditum.  Quod  ex  codice  msto.  membr.  vetust. 
e  monasterio  Moguntinensi  benivole  concesso  per  amanuensem 
describi  fecit  Z.  C.  ab  Uffenbach.  MDCCXVII.  Als  Vorlage 
diente  also  eine  Mainzer  Pergamenthandschrift,  aus  der  an- 
scheinend auch  die  beiden  jetzt  in  der  Stadtbibliothek 
Memmingen  befindlichen  Bände  des  Concilium  Constantiense, 
und  zwar  von  dem  nämlichen  Schreiber,  abgeschrieben  sind; 
siehe  bei  der  Beschreibung  dieser  Hss.  Jene  Mainzer  Hs.  ist 
verschollen.  Die  Mainzer  Stadtbibliothek  besitzt  sie  (nach 
gütiger  Mitteilung  des  Herrn  Oberbibliothekars  Dr.  Volke  in 
Mainz)  nicht,  und  meine  vielseitigen  Forschungen  nach  ihrem 
Verbleib  an  Orten,  in  die  Teile  der  ehemaligen  Mainzer  Biblio- 
theken versprengt  sind,  waren  erfolglos.  Uffenbach  hatte  gute 
Beziehungen  zu  einer  reichen  Mainzer  Bibliothek.  In  einem 
Briefe  an  den  Giessener  Gelehrten  Johann  Heinrich  Majus  vom 
23.  Juni  1714  schreibt  er  (Schelhorn,  Commercii  epistolaris 
üffenbachiani  selecta.  Ulm  1753.  HI,  49):  Quum  Moguntiae 
Monasteriorum  Bibliothecas  perreptarem,  in  una  illarum  in- 
gentem  mannscriptorum  codicum  apparatum  latere  intellexi,  et 
licet  aditus  ad  illum  perlustrandum  praecluderetur,  catalogus 
tamen  concedebatur  non  solum,  sed  et  asportandi  mecum  licentia 
dabatur  .  .  .  Laetabundus  igitur  domum  redii  nee  diu  dubitavi, 
sed  ad  spissum  volumen  propria  manu  describendum  illico  me 
accinxi  eo  maiori  alacritate,  quod  quosvis  Codices  potiundi  spes 
data  fuerit.  Non  destiti  igitur,  usque  dum  integrum  opus  ab- 
solverim.   Leider  ist  hier  die  Bibliothek  nicht  genauer  bezeichnet 


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—    XXVI    — 

Falk,  Die  ehemalige  Dombibliothek  zu  Mainz  (Beihefte  z.  Central- 
blatt  für  Bibliothekswesen  18),  S.  90  nimmt  an,  dass  die  Dom- 
bibliothek  gemeint  sei.  Allein  das  scheint  mir  zweifelhaft; 
denn  wie  üffenbach  in  jenem  Briefe  sag(,  schrieb  er  jenen 
Katalog  selbst  vollständig  ab.  Da  es*  sich  in  Hinsicht  auf  die 
Doml  ibliothek  kaum  um  einen  andern  Katalog  als  den  von 
1654  (Falk  S.  30)  handeln  könnte,  wäre  also  eine  eigenhändige 
üffenbach'sche  Abschrift  desselben  vorhanden  gewesen.  Die 
Stadtbibliothek  Hamburg  besitzt  nun  eine  aus  Uflfenbachs 
Bibliothek  stammende  Abschrift  jenes  Katalogs,  doch  ist  diese 
nach  gütiger  Mitteilung  der  Verwaltung  der  genannten  Bibliothek 
nicht  von  üffenbach  geschrieben.  Das  widerstreitet  üffenbachs 
Angabe  in  jenem  Briefe  so,  dass  anzunehmen  ist,  UfiFenbach 
habe  doch  einen  andern  als  den  Katalog  der  Dombibliothek 
abgeschrieben,  zumal  weder  in  jenem  Katalog  von  1654  noch 
in  dem  1723  von  dem  Domkaplan  Weyer  verfassten  Katalog  der 
Dombibliothek  Cj^^zt  cod.  bav.  cat.  537  der  k.  Hof-  und  Staats- 
bibliothek München)  die  2  von  üffenbach  in  jenem  Briefe  als  im 
Katalog  der  betr.  Bibliothek,  die  wegen  baulicher  Veränderungen 
selbst  unzugänglich  war,  verzeichnet  genannten  Handschriften 
angeführt  sind.  Im  übrigen  spricht  üffenbach  in  jenem 
Brief  ausdrücklich  von  einer  Klosterbibliothek;  für  die  Biblio- 
thek des  Domkapitels  würde  er  wohl  eine  andere  Bezeichnung 
gebraucht  haben.  Jedenfalls  findet  sich  auch  von  unserer  ver- 
schollenen Andreashandschrift  keine  Spur  in  jenen  Katalogen 
der  Dombibliothek.  Jene  KlosterbibJiothek  dürfte  vielmehr  die 
der  Franziskaner  gewesen  sein.  Denn  diese  1612  gegründete 
Bibliothek  besass  nach  Joannis,  Res  Moguntiacae  1,  112  „codi- 
cem  membranaceum  manuscr.  in  forma  ordinis  maioris,  praeter 
nonnulla  alia  F.  Andreae  ad  S.  Magnum,  qui  vulgo  Presbyter 
Ratisbonensis  dicitur,  Chronicon  universale  latinum  a  N.  C.  ad 
an.  usque  1438.,  &vexdoxov^  complectentem".  Die  Hs.  ist  ver- 
schollen wie  der  von  üffenbach  abgeschriebene  Katalog  der 
Bibliothek  jenes  Klosters. 

Da  der  Schreiber  von  B  1  die  Blattzählung  seiner  Vorlage 
meist  notiert  hat,  zeigt  sich,  dass  letztere  130  BU.  zählte,  üffen- 
bach hat  die  Abschrift  an  vielen  Stellen  auskorrigiert.  Über- 
schrift vor  der  Vorrede:  Chronica  Andreae  ad  S.  Magnum 
Ratispon.  Presbyteri  Canonici.  Die  Columnen  der  Vorlage, 
welch'  letztere  in  der  Bibliotheca  üffenbachiana  a.  a.  0.  als 
praestantissimus  quidam  codex  vet.  membranaceus  bezeichnet 
vrird,  sind  nicht  beibehalten,  sondern  Päpste  und  Kaiser  folgen 
in    chronologischem    Durcheinander.      Die     charakteristischen 


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Qoo^(^ 


—   xxvn  — 

Ringe,  welche  die  einzelnen  Namen  und  Regierungsjahre  ent- 
halten, sind  ebenfalls  weggelassen  und  dafür  Namen  und 
Regierungsjahre  je  vor  den  betreffenden  Abschnitten  zeilenweise 
eingefügt  Auch  in  der  Vorlage  der  Abschrift  scheint  schon 
diese  vom  Original  abweichende  Anordnung  vorhanden  gewesen 
zu  sein,  wie  aus  den  abgeschriebenen  in  gleichen  Abständen 
folgenden  Blattbezeichnungen  der  Vorlage  ersichtlich  ist.  Die 
Hs.  enthält  den  ganzen  Text  der  Chr.  mit  Forts,  in  sehr  guter 
Gestalt.  Sie  weist  gegenüber  anderen  Hss.  eine  Reihe  von 
Zusätzen  auf,  die  ihrem  Inhalt  nach  in  den  meisten  Fällen  mit 
Sicherheit,  in  den  übrigen  mit  Wahrscheinlichkeit  von  Andreas 
selbst  herrühren.  Unwahrscheinlich  ist,  dass  die  Vorlage  der 
Hamburger  Hs.  das  Original  des  Andreas  war,  schon  wegen 
der  erwähnten  veränderten  äusseren  Anordnung.  Es  liegt 
die  Erklärung  nahe,  dass  das  Original  von  Andreas  mit 
jenen  Zusätzen  versehen  wurde,  nachdem  andere  direkte 
Abschriften  schon  genommen  waren,  und  dass  alsdann  die 
Vorlage  der  Hamburger  Hs.  abgeschrieben  wurde.  Jene 
Zusätze  sind  teils  Quellen,  die  auch  sonst  in  der  A.  Chr. 
benutzt  sind,  entnommen,  teils  aus  Urkunden  entlehnt,  teils 
Berichte  über  von  Andreas  selbst  eingezogene  Erkundigungen. 
Von  Quellen  werden  in  jenen  Zusätzen  zwei  mit  Namen 
angeführt,  des  Konrad  von  Megenberg  Tractatus  de  limitibus 
parochiarum  civitatis  Ratisponensis  und  die  Chronik  des  Kon- 
rad Derrer.  Beide  Werke  sind  in  der  A.  Chr.  selbst  nicht 
genannt  und  anscheinend  auch  nicht  benutzt.  Andreas  be- 
nutzte in  ihr,  wie  ich  in  meinem  Beitrag  zur  „Festgabe  für 
K.  Th.  von  Heigel",  8.  160  ff.  nachwies,  die  verlorene  Chronik 
des  Konrad  von  Megenberg.  Aus  der  Chronik  des  Konrad 
Derrer  hat  er  die  einzigen  bisher  bekannten  Teile  in  seinem 
Notizbuch  clm.  903  uns  überliefert  Die  als  Zusätze  in  der 
Hamburger  Hs.  enthaltenen  Stücke  aus  Derrers  Chronik  finden 
sich  jedoch  in  clm.  903  nicht.  Am  Schlüsse  der  Abschrift 
nach  .  .  .  nomine  Emestum  folgen  in  B  1  die  Worte:  Sebasti- 
anus  Meichsner  Phorcenus  u.  j.  Doctor  111.  Pr.  Elect.  Frid.  et 
com.  pal.  a  consiliis  1548.  Hiezu  bemerkt  üffenbach  mit  eigener 
Hand:  Possessor  codicis,  ex  quo  haec  descripta.  Bevor  also 
die  Hs.  in  jenes  Mainzer  Kloster  kam,  war  sie  im  Besitze  eines 
Dr.  Sebastian  Meichsner  zu  Pforzheim.  So  erklärt  sich  auch 
eine  sonderbare  Stelle  der  Vorrede  in  der  vorliegenden  Bfe. : 
Proinde  ego  (Fr.,  von  üffenbach  einkorrigiert)  Andreas  litera- 
tonun  humiliumque  minimus  etc.  (letzteres  Wort  ausgestrichen, 
darüber    von   Üffenbach:    considerans)    Sebastianus   Meihsner 


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—  xxvm  — 

Phorcens.  utriusque  iuris  Doctor  (die  Worte  Sebastianus  bis 
Doctor  ausgestrichen)  considerans  .  .  .  Wahrscheinlich  stand 
der  Name  des  Pforzheimer  Juristen  als  des  Besitzers  der  Hs. 
am  Rand,  und  der  Abschreiber,  der  auch  sonstige  Rand- 
bemerkungen, meist  an  falschen  Stellen,  in  den  Text  aufnahm^ 
schrieb  gedankenlos  die  Randnotiz  in  den  Text,  wo  Ufifenbach 
sie  dann  kräftig  durchstrich.  Auf  den  11  unbezeichneten  be- 
schriebenen Blättern  der  Hs.  folgt,  nach  einer  Bemerkung  von 
Uffenbachs  Hand  „ex  eodem  codice"  abgeschrieben,  eine  bisher 
unbekannte  Übersetzung  einer  Beschreibung  des  heiligen  Lands, 
die,  wie  aus  dem  folgenden  Prolog  unzweifelhaft  hervorgeht, 
Andreas  in  die  Hs.  eingetragen  hat,  von  der  die  vorliegende 
Uffenbach'sche  abstammt. 

Prologus. 

Anno  domini  1421.,  qui  est  annus  septimus,  quo  Con- 
radus  Perkhofar  nobilis  laycus  cum  militibus  transivit  maria, 
idem  Conradus,  quia  consangwineus  erat  domini  nostri  Conrad i 
Ekkär  prepositi  ecclesie  nostre  (vgl.  Register),  venit  ad  nos  et 
ex  conversacionis  ordine  loca  terre  sancte  michi  (nämlich  dem 
Andreas)  exhibuit,  que  Marquardus  baccalarius  Biennensis  ad 
pronunciacionem  ipsius  Conrad;  Perkhoför  scripsit,  dum  essent 
in  Hierusalem,  de  tabula,  que  pendet  in  cappella  S.  Marie,  que 
est  in  templo,  quod  est  in  Jerusalem,  in  quo  est  sepulchrum 
Jesu  Christi  salvatoris  nostri.  Ac  postea  idem  Marquardus 
transtulit  de  latino  in  teutonicum,  prout  sequitur. 

Nota.  Das  sind  dy  heyligen  stet  und  kirchvertt  dez 
heyligen  gesengten  lancz,  dy  man  nue  in  diser  zeit  suecht,*  und 
ist  als  hernach  geschriben  stet  u.  s.  f.  23  Seiten  in  Folio. 
Ich  habe  von  diesem  Fund  dem  Herrn  Prof.  Reinhold  Röhricht 
Kenntnis  gegeben,  der  ihn  auch  in  den  Nachträgen  zur  Neuen 
Ausgabe  seines  Werkes  „Deutsche  Pilgerreisen  nach  dem  heiligen 
Lande"  (Innsbruck  1900),  S.  316  verwertet  hat.i  Am  Sohluss 
unserer  Hs.  folgt  noch  die  auch  in  A  1  am  Schluss  stehende 
Bulla  de  reliquiis  imperialibus,  que  sunt  Nürnberge  (unten 
S.  459  Nr.  94),  aber  unvollständig. 

B  2:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  9711. 
Pergament  und  Papier.  Gr.  2^  15.  Jh.  322  Bll.  Aus  Ober- 
altaich.  Vgl.  Hemmauer,  Gber-Alt-Aich  S.  259.  Enthält  unter 
anderen  Stücken  (vgl.  darüber  den  gedruckten  Hss.-Katalog) 
Bl.  36 — 146  die  Chr.  des  Martin  von  Troppau  mit  Forts,  aus 
des  Andreas  A.  Chr.  und  selbständigen  Zusätzen  hiezu,  die  als 

^  Meine  Angaben  sind  dort  jedoch  nicht  ganz  richtig  wiedergegeben. 

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—    XXIX    — 

nicht  unwichtig  für  die  Lokalgeschichte  erscheinen  und  unten 
im  Anhang  unter  Nr.  II  mitgeteilt  sind.  Im  Anfang  ist  nur 
die  Chr.  des  Martin  von  Troppau  abgeschrieben.  Bei  Friedrich  I. 
hat  dann  eine  Hand  des  18.  Jhs.  an  den  inzwischen  beschnittenen 
Rand  bemerkt:  NB.  Hie  incipiunt  (mem)orabilia  huius  (pro- 
vinc)iae  et  episcopatus  (Bati)sbonensis  et  nostri  (mona8te)rii 
Altaichii  (Supe)riori8  misceri  (cum)  chronicis  (Mar)tinianis.  In 
der  That  vermischt  der  Schreiber  schon  von  hier  ab,  nicht  erst 
von  1277  an,  wie  im  Hss.-Katalog  falschlich  bemerkt  ist,  den 
Text  der  Martinianischen  Chr.  mit  andern  Stücken,  die  sämtlich 
aus  des  Andreas  A.  Chr.  (nicht  auch  aus  dem  und  jenem  Buch 
des  Andreas,  wie  im  Hss.-Katalog  unrichtig  bemerkt  ist)  ge- 
nommen sind,  und  schreibt  nach  Aufhören  des  Martinianischen 
Textes  nur  den  des  Andreas  ab,  ohne  die  Anordnung  der  ge- 
trennten paginae  beizubehalten,  sondern  Kaiser  und  Päpste 
nacheinander  anreihend.  Die  Binge  mit  ihren  Angaben  fehlen. 
Die  ähnliche  Zusammenstellung  des  Predigers  Johannes  Chrafft 
m  Cham  steht  jedoch  mit  dieser  Bearbeitung  nicht  im  Zu- 
sanmienhang.  Die  Hs.  steht,  nach  mehreren  Zusätzen  zu 
schliessen,  in  engster  Verwandtschaft  mit  jener  Bfe.  der  A.  Chr., 
von  welcher  B  1  eine  Abschrift  ist  Ich  habe  daher  jene  nur 
in  B  1  enthaltenen  Zusätze,  soweit  sie  auch  in  der  vorliegen- 
den Hs.  sich  finden,  zur  Sicherung  des  Textes  von  B  1  ver- 
glichen und  etwaige  Abweichungen  notiert.  Im  Übrigen  aber 
habe  ich,  trotzdem  B  2  der  Yorlage  von  B  1  zeiüich  näher  steht, 
wegen  ihrer  vielen  Willkürüchkeiten  die  Lesarten  für  den 
Hauptteil  der  Chr.  nicht  gedruckt,  dagegen  für  die  Forts.,  deren 
Text  ziemlich  genau  abgeschrieben  ist,  angegeben.  Die  Abschrift 
dürfte  in  der  Mitte  des  15.  Jhs.  angefertigt  sein.  Auf  Bl.  12 
der  Hs.,  am  Schluss  der  dort  enthaltenen  Summa  historica 
bibliae,  bemerkt  der  Schreiber,  von  dessen  Hand  auch  des 
Andreas  Chr.  darin  abgeschrieben  ist:  Explicit  .  .  .  anno  .  .  . 
1452.  per  manus  fratris  Gregorii  dicti  Pawngartnär.  Am 
Schlüsse  eines  anderen  Stückes  der  Sammel-Hs.  steht  von  der 
gleichen  Hand,  offenbar  um  die  Zeit  der  Niederschrift  anzu- 
geben, die  Jahrzahl  1449.  Auch  aus  folgendem  Umstand  ergiebt 
sich  die  Mitte  des  15.  Jhs.  als  Zeit  der  Niederschrift  der  A.  Chr. 
Unten  S.  495,28  nennt  Andreas  von  den  Söhnen  des  1436 
gestorbenen  Kurfürsten  Ludwig  IH.  allein  Ludwig  IV.  mit 
Namen.  Der  Oberaltaicher  fügt  nach  dem  Wort  comitatu  noch 
hinzu:  et  fridericum  et  (leere  Stelle),  qui  est  canonicus  Colo- 
niensis.  Auf  die  leere  Stelle  hat  eine  andere,  etwas  spätere 
Hand  geschrieben:    prepositus  Herbipolensis.    Es  handelt  sich 


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—    XXX    — 

um  Pfalzgraf  Ruprecht,  der  1446  Domherr  in  Cöln,  1460  Dom- 
propst  in  Würzburg   wurde.     Zwischen    1446   und    1460  hat 
also  die  erste  Hand  geschrieben.     Ausser  der  an  die  Chr.  des 
Martin  von  Troppau  gereihten  A.  Chr.  enthält  clm.  9711  noch 
folgende  Stücke  aus  Werken  des  Andreas:    1)  Bl.  197:  Bulla 
de  reliquiis   imperialibus,   que  sunt  Nümberge  ^=  Nr.  94  der 
Chronica  Husitarum  (S.  459, 8).     2)  Bl.  198 :  Bulla  Martini  pape, 
qua  presbiteris   manu   armata  contra  hereticos  pugnare  conce- 
ditur  etc.  =  Nr.  27  der  Chr.  Hus.  (S.  379,16).     3)  Bl.  199': 
Sermo  secrete  editus  de  Sigismundo  rege  Romanorum  secundum 
gestorum  eius  condicionem  etc.  =  Nr.  28  der  Chr.  Hus.  (S.  379, 22, 
wo  die  Lesarten  des  Textes  dieser  Hs.  mitgeteilt  sind).  Schliesslich 
folgt  Bl.  288 — 314  des  Andreas  B.  Chr.  in  der  deutschen  Übers. 
Cl:  München,  k.  Hof- und  Staatsbibliothek.   Chn.  14029 
(Em.  A.  XXIX.).    Pergament.    2^.    15.  Jh.    A.  Chr.  nut  Forts. 
Von  6  nummerierten  Bll.  enthalten  das  1.,  dann  3.  und  4.  zwei 
Register  zur  A.  Chr.,  deren  erstes  von  der  Hand  des  Schreibers 
der  Forts,  der  A.  Chr.  nur  die  Namen  der  Päpste  und  Kaiser 
enthält,    während   das  zweite,   von  anderer  Hand  geschrieben, 
mit   diesem   übereinstimmt,  aber  noch  die  Blattzahlen  der  Hs. 
und  ausserdem  ein  Verzeichnis  von  Nomina  hominum  et  nomina 
locorum  hinzufügt    Es  folgen  148  nummerierte  Bll.,  von  denen 
Bl.  1 — 97  eine  schöne   und  saubere  Abschrift  der  A.  Chr.  bis 
1422  enthalten,  jedoch  ist  der  Abschnitt  über  Papst  Martin  V. 
in  der  pagina  pontificum  bereits  von  der  2.  Hand  geschrieben. 
Der  Schreiber  beginnt  mit  dem  Spruche:  Divinum  flamen  in- 
ceptum   compleat.     Amen.     Am  Anfang  ist  die  Abschrift  sehr 
genau.    Gegen  den  Schluss  zu  werden  manche  Teile  weggelassen, 
besonders  Stellen,    an    denen  Andreas    von  sich   oder  seinem 
Kloster   spricht.     Sie   scheinen    von   dem   Schreiber,    der    an- 
scheinend ein  Benediktiner  war,  als  überflüssig  erachtet  worden 
zu  sein.    Jedenfalls   sind  das  Kürzungen,   die  sicher  der  Ab- 
schreiber  vornahm.     Dass  der  Text  zunächst  jene  kurze  Form 
hatte  und  erst  bei  weiterer  Bearbeitung  von  Andreas  umfang- 
reicher gestaltet  wurde,  ist  ausgeschlossen.     Bl.  97—107  folgt 
von  anderer  Hand  die  Forts.,  schliessend:  .  .  peperit  filium  se- 
cundum nomine  Ernestum,  in  —  von  einzelnen  Flüchtigkeiten 
abgesehen  —  guter  Abschrift.     (Die   Schriftzüge  sind  ähnlich 
denen  in  clm.  14036).     Bl.  107^—148'  schliesst  sich  ein  Auszug 
einzelner  Teile  des  Concilium  Constantiense  und  der  Chronica 
Husitarum  des  Andreas  an,  worüber  unten  bei  der  Beschreibung 
der  Hss.   dieser  Werke  gehandelt   wird.     Auf  Bl.  1   hat   eine 
Hand  des  16./17.  Jhs.  an  den  Rand  geschrieben:  Presens  opus 


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_    XXXI    — 

sive  chronicon  e  Latino  in  Gennanicum  versum  est  1470 
a  Leonhardo  Hafft  Eystadiensi  tunc  temporis  Scriba  Civitatis 
Katisponensis  iussu  Nobiiis  viri  Domini  Erasmi  Trainer  Came- 
rarii  Katisponensis. 

C2:  München,  k.  Hof- und  Staatebibliothek.  Clm.  1403(3 
(Em.  A.  XXXVI.).  Pergament.  Gr.  2 ».  15.  Jh.  95  Bll. 
Schöne  und  saubere  Abschrift  der  A.  Chr.  bis  1422  wie  der 
1.  Teil  in  clm.  14029,  ohne  den  Abschnitt  über  Papst  Martin  V. 
Ist  sicherlich  Abschrift  des  clm.  14029,  wie  aus  der  äusseren 
Form  und  den  Lesarten  mit  Bestimmtheit  geschlossen  werden  kann. 

C3:  München,  k.  Universitätebibliothek.  Cod.  Fol.  378. 
Papier.  2^.  17.  Jh.  254  Bll.  nach  neuer  Zählung  und  4  leere 
Bll.  Vgl.  Archiv  1,47;  173  ff.  7,112.  Ist  Abschrift  des 
clm.  14029.  Auf  Bl.  1'  ist  die  oben  erwähnte  Notiz  über  die 
Übersetzung  des  Leonhard  Hefft  abgeschrieben :  Praesens  opus 
sive  chronicon  e  latino  in  germanicum  versum  est  1470  a  Leon- 
hardo HafPb  Eystadiensi  u.  s.  w.  Der  Text  beginnt  wie  in 
clm.  14029  mit  der  Überschrift:  Divinum  flamen  inceptum 
compleat.  Amen.  Zusätze,  die  von  späteren  Händen  in  clm. 
14029  am  Band  etc.  gemacht  wurden,  so  z.  B.  der  unten  S.  78 
abgedruckte  Abschnitt  z.  J.  1324  u.  a.,  sind  in  cod.  378  in 
gleicher  Weise  abgeschrieben.  Die  Abschrift  ist  vollständig 
und  umfasst  neben  der  A.  Chr.  auch  die  in  clm.  14029  ent- 
haltenen Bruchstücke  des  Conc.  Const.  und  der  Chr.  Hus.  In 
Anbetracht  des  geringen  Alters  der  Hs.  und  der  direkten  Ab- 
hängigkeit allein  von  clm.  14029  erschien  die  Notierung  der 
Varianten  überflüssig.  Für  die  Textgestaltung  und  deren 
Sicherung  gewährten  einzelne  Stellen  Anhaltspunkte. 

C4:  Hamburg,  Stadtbibliothek.  Eist.  univ.  Fol.  No.  4. 
Papier.  2^.  2  Bll.,  556  S.  Beschrieben  Archiv  6,  231,  ohne  dass 
der  Name  des  Andreas  genannt  ist.  Auf  dem  2.  Bl.  von  späterer 
Hand:  Casparus  ßosentzbeydt  cappellanus  S.  Florini  maioris 
ecclesie  possessor  huiua  cronice.  Ausserdem  Note  z.  J.  1467 
(s.  u.  S.  711,  7)  von  der  Hand  des  Schreibers  der  Hs.  S.  1 — 3 
Begistrum  sanctorum  libri  et  cronice  sequentis.  S.  4  und  5 
Annalen  z.  J.  1474.  75.  84.  86.  S.  6  leer.  S.  7  Einleitung 
des  Johannes  Chrafft  S.  7—21  Auszug  aus  dem  Anfang  der 
Flores  temporum  bis  zum  Tod  Cäsars.  S.  22  leer.  S.  23—369 
A  Chr.  des  Andreas.  Überschrift:  Divinum  flamen  inceptum 
compleat.  Amen.  Weist  schon  diese  üebei-schrift  auf  einen 
Zusammenhang  dieser  Hs.  mit  der  ebenso  überschriebenen  Hs. 
C  1  hin,  so  ergiebt  sich  aus  den  Lesarten  mit  Oewissheit,  dass 
04    zur  nämlichen   Gruppe    wie  jene   Hs.   gehört.    Von   Cl 


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—  xxxn  - 

selbst  oder  einer  hievon  abstammeüden  Hs.  iät  C4  nicht  ab- 
geschrieben, wohl  aber  ist  nach  den  Lesarten  zu  vermuten,  dass 
sie  von  der  nämlichen  ^  Vorlage  wie  C  1  stammt,  wobei  die 
Möglichkeit-  besteht,  dass  noch  eine  oder  mehrere  Abschriften 
als  Zwischenglieder  zu  denken  sind.  Für  den  Hauptteil 
glaubte  ich  von  dem  Abdruck  der  Varianten  dieser  flüchtig 
und  schlecht  geschriebenen  Abschrift  absehen  zu  dürfen.  An 
einzelnen  besonders  fraglichen  oder  wichtigen  Stellen  habe  ich 
sie  verwertet.  Für  die  Forts.,  in  der  die  Abschrift  weniger 
flüchtig  zu  sein  scheint,  habe  ich  sie  notiert.  S.  369  und  370 
Annalen  z.  J.  1453  und  1454  (aus  Amberg?).  S.  370  Notiz 
Chraffts  z.  J.  1490.  Bis  zur  Mitte  des  8.  Jhs.  sind  in  der  Hs. 
eine  Reihe  von  Randnoten  aus  verschiedenen  Quellen,  besonders 
Vincenz  von  Beauvais,  eingetragen.  S.  373 — 77  Register  ähnlich 
dem  in  C  1.  S.  378  wieder  ausgestrichen:  Anno  domini  1476. 
in  die  circumcisionis  .  .  .  (ausradiert)  est  Petrus  iuvems  meus, 
sonst  leer  bis  S.  384.  S.  384 — 448  Historia  de  obsidione 
terre  sancte  anno  1096.  S.  449-— 452  ausgeschnitten.  S.  453 
von  e.  Hand  d.  18.  Jhs.  Überschr.  Acta  concilii  Constantiensis 
contra  Johan.  Huss.  S.  454 — 520  7  Aktenstücke  zum  Kon- 
stanzer Konzil,  anscheinend  nicht  aus  des  Andreas  Sanunlung. 
Sehr  schlechte  Texte.  Gedr.  bei  Eccard,  Corp.  bist.  med.  aevi 
2,1859.  S.  521-526  herausgeschnitten.  S.  527—550  Statuta 
synodalia  ecclesie  Ratisponensis  (von  1466).  S.  551 — 554  heraus- 
geschnitten, 555/6  leer.  Die  Handschrift  ist  ganz  von  Johannes 
ChraflFt  geschrieben,  die  einzelnen  Teile  zu  verschiedener  Zeit 
Die  Abschrift  der  A.  Chr.  des  Andreas  erfolgte,  wie  in  der  Vor- 
rede angegeben  ist,  1466.  Damals  wurden  auch  die  Notizen 
z.  J.  1453  und  1454,  die  wohl  schon  in  Chraffts  Vorlage  standen 
und  anscheinend  aus  Amberg  stammen,  in  den  gleichen  Schrift- 
zügen und  mit  gleicher  Tinte  wie  der  Schluss  der  Chr.  des 
Andreas  eingetragen.  Die  wenigen  späteren  annalistischen  Be- 
merkungen Chraffts  zeigen  verschiedene  Tinte  und  unterschied- 
liche Sehriftzüge.  Es  wäre  unrecht  —  und  schon  Oefele  1,5 
hat  dies  erkannt  — ,  von  einer  Bearbeitung  der  Chronik  durch 
Chrafft  zu  sprechen;  was  er  hinzugethan  hat,  den  Auszug  aus 
den  Flores  temporum,  die  Randzusätze  und  seine  wenigen  Zeit- 
notizen, ist  kaum  der  Rede  wert.  Ich  drucke  die  letzteren 
unten  im  Anhang  unter  Nr.  IV  ab. 

C5:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  1223. 
Papier.  2®.  18.  Jh.  13.)  Bll.  Ist  nur  Abschrift  der  Ausgabe 
der  A.  Chr.  mit  Chraffts  Zusätzen  aus  dem  Druck  bei  Eccard, 
Corp.  bist.  med.  aev.  1, 1931. 


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—    XXXTTT    — 

C6:  Stuttgart,  kgl.  Privatbibliothek.  Cod.  bist.  Nr.  90 
in  foL  Papier.  2^  15./16.  Jh.  Vgl.  Archiv  1,  375;  N.  Arch. 
10,  600.  Stammt  aus  der  Bibliothek  des  Klosters  Weingarten ; 
alte  Signatur:  6  9.  Auf  dem  dritten  Blatt:  Monasterii  Wein- 
gartensis  Ao.  1628.  Auf  einem  kleinen  Zettel  bemerkt  eine 
Hand  des  18.  Jhs.:  „Verdiente  einen  neuen  Abdruck  wegen 
der  vielen  Fehler  bey  Eccard,  wobei  die  charakteristischen 
Columnen  des  Andreas  bevzubehalten  und  die  Interpolation  als 
Glosse  zu  geben  wäre."  Der  von  einer  Hand  geschriebene 
Kodex  enthält  neben  dem  Martyrologium  XJsuardi  and  einer 
genealogischen  Tafel  von  Adam  bis  Christus  die  A.  Chr.,  eigens 
foliiert,  mit  Fortsetzung,  in  der  Fassung  der  Gruppe  C.  Auf 
ein  die  Vorrede  enthaltendes  unbezeichnetes  Blatt  folgen  143 
nummerierte  Blätter.  Am  Schluss  ist  ein  Begister  enthalten, 
das  die  Namen  der  Päpste  und  Kaiser,  wie  das  zweite  in 
clm.  14029  enthaltene,  mit  den  betr.  Blattzahlen  auffuhrt.  Die 
Schrift  stammt  aus  dem  Ende  des  15.  Jhs.,  vielleicht  erst, 
wie  Archiv  1,  375  ausgesprochen  wurde,  aus  dem  Anfang  des 
16.  Jhs.  Jedenfalls  ist  die  Abschrift  nicht  vor  1463  gemacht, 
worauf  ein  zum  Jahr  1437  gegebener  Zusatz  hinweist.  Ab- 
gesehen von  absichtlichen  oder  unabsichtlichen  Auslassungen, 
stellt  der  Schreiber  unzählige  Male  die  Wörter  um  und 
gebraucht  andere  Ausdrücke,  erweitert  sogar  an  einigen  Stellen, 
jedoch  bedeutungslos,  den  Text,  kurz,  erlaubt  sich  so  viele 
Freiheiten  und  gestaltet  den  Text  so  eigenmächtig  um,  dass 
es  unangebracht  erscheint,  die  Varianten  der  Hs.  ganz  abzu- 
drucken. Ich  habe  daher  im  Text,  nur  um  die  Hs.  zu  charak- 
terisieren, anfangs  die  Lesarten  angegeben,  später  aber  die 
einzeln  stehenden  Lesarten  dieser  Hs.  nicht  mehr  notiert  ausser 
bei  Stellen,  an  denen  auch  die  anderen  besseren  Hss.  Varianten 
zeigen. 

C7:  Bamberg,  kgl.  Bibliothek.  Hs.  E.  VH.  L  =  Msc. 
hist.  1.  Papier.  4^.  15.  Jh.  Genaue  Beschreibung  der  Hs. 
bei  Leitschuh,  Katalog  der  Hss.  der  k.  Bibliothek  zu  Bamberg 
1,  2,  117.  Sie  stammt  aus  dem  Kloster  Langheim ;  im  J.  1501 
war  sie  im  Besitz  des  Pfarrers  Friedrich  Hubauer  von  Himmels- 
kron,  wie  aus  einer  Notiz  am  Schluss  hervorgeht  Die  Hs. 
enthält  die  A.  Chr.  des  Andreas  ohne  die  Fortsetzung  in  sehr 
schlechter  Abschrift  und  gehört  zur  Begensburger  Textgruppe. 
Die  pagina  imperatorum  schliesst  mit:  in  Onaso  illatam  (S.  155, 7), 
die  pagina  pontificum  und  damit  die  Abschrift  mit:  de  nece 
tristi.  Amen  (S.  144,14).  Die  Varianten  habe  icli  nur  für  die 
Vorrede  notiert    Auf  den  BU.  177  und  178  der  Hs.  befinden 

Quelinn  nnd  BroerteruDgen  N.  F.  I.  III 

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-    XXXIV    — 

sich  Aufzeichnungen    von  verschiedenen  Händen,    aus    denen 
ich  folgende  mitteile: 

Anno  domini  1601.  feria  2.  rogacionum  combuBtum  est  villa 
Preczelsdorff  alias  Himelkron  vocatum,  et  combuflsenint  32  domorum 
qassi  una  hora,  et  unus  puer  periit  in  igne,  cuius  pater  fuit  Nikel  Schuster, 
tempore,  quo  ego  Fridericus  Hubauer  hec  scripsi  hie  plebanus,  et  fuit  9. 
annus  residencic  mee. 

Anno  domini  1474  ...  Et  nota  düigenter,  quod  eodem  tempore 
marchio  Brandburgensis  Albertus  imposuit  stewram  et  currus  sacerdotibus 
in  sua  dicione  residentibus  et  feeit  tam  iniustam  exaccionem  in  sacerdotes 
contra  libertatem  ecclesiasticam,  que  retroactis  temporibus  prius  nunqaam 
fuerat  audita.  Quod  factum  quamvis  scisma  et  heresim  non  audemus 
directe  nunccupare,  hiis  tamen  sectis  non  incongnie  huiusmodi  tyrannica 
pravitas  possit  adequari.  Item  postea  anno  1481.  marchio  Albertus  de 
Brandeburg  adhuc  maius  malum  operatus  est;  nam  contra  preceptum 
pape,  qui  sanctissimus  sibi  inhibuit,  ut  exacciones  contra  sacerdotes  non 
faceret,  per  breve  signatum  anulo  piscatoris,  ipse  autem  marchio  tamquam 
filius  inobedicncie  cum  suis  officialibus  sentencias  excommunicacionLs 
sprevit,  ymmo  spoliavit  sacerdotes  sue  subdicioni  subicctos.  Quapropter 
quidam  composuenmt  unam  passionem  saccrdotum  ad  instar  passionis 
Christi  marchioni  in  obprobrium.  Nam  huiusmodi  exaccio  fuit  impoflita 
sub  ficcione,  quasi  huiusmodi  pecunia  deberet  verti  ad  bellandum  contra 
Turcos,  sed  in  hiis  rebus  nihil  factum  est 

Bruchstücke  und  Auszüge  aus  der  A.  Chr.: 

1.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  901 
enthält  Bl.  176  -198,  von  Hartmann  Schedel  geschrieben,  eine 
Regensburger  Stadt-  und  Bischofschronik  mit  der  Überschrift: 
Cronica  inclite  urbis  Ratispone  incipit  foeliciter.  Diese  Chronik 
ist  ein  Auszug  aus  des  Andreas  A.  Chr.  In  der  nämlichen  Hs.  Bl.  246 
schrieb  Schedel  ein  ebenfalls  aus  Andreas  stammendes  Stück: 
De  Ute,  quam  habuit  civitas  Ratisponensis  et  regnum  Prancorum 
propter  Dionisium,  ab.  Auf  Bl.  201'  steht  Ton  Schedels  Hand: 
Prescripta  cronica  Ratisponensium  pro  maiori  parte  habetur  in 
libro  cronice  coUecte  per  fratrem  Andream  professum  monasterii 
S.  Magni  confessoria  in  preurbio  Ratispone  ordinis  B.  Augustini 
canonicorum  regularium,  Worte,  die  kaum  von  Schedel  selbst 
herrühren  dürften,  sondern  von  dem  Verfertiger  des  Aus- 
zuges. Der  Auszug  enthält  die  meisten  Stellen  der  A.  Chr., 
in  denen  von  der  Stadt  Regensburg  gehandelt  wird,  und  die 
sämtlichen  Abschnitte  über  die  Regensburger  Bischöfe  bis 
Friedrich  Parsberger  mit  den  Worten  des  Andreas,  worauf 
eine  kurze  Portsetzung  folgt.  Bei  dem  Privileg  für  das  Priorat 
von  Weihensanktpeter  vom  1.  Februar  1089  (unten  S.  50)  ist 
am  Rand  folgende  Bemerkung:  Prescriptum  Privilegium  est 
correctum  per  me  Jo.  Gkrad  ex  originali,  quod  in  manibus 
meis  habui,  palpavi  et  vidi.     Vielleicht  ist   dieser   Name  (ein 


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-^    XXXV    — 

Lizentiat  Johann  Grad  ist  1501  Domherr  in  Regensburg;  VO. 
24,  254.  581)  der  des  Verfertigers  des  Auszugs,  der,  7on  der 
mageren  Forts,  abgesehen,  nur  des  Andreas  Text  abgeschrieben 
hat,  ohne  hiezu  aus  Eigenem  etwas  hinzuzuthun. 

2.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Qm.  338. 
Papier.  4^  Auf  der  Innenseite  des  Vorderdeckels  von  der 
Hand  Hartmann  Schedels,  der  die  ganze Hs.  selbstgeschrieben 
hat:  Liber  Hartmanni  Schedel  Nurembergensis  arcium  ac  utrius- 
que  medicine  doctoris.     Enthält  u.  a. 

1.  Bl.  6 — 55'  eine  wahrscheinlich  von  Schedel  selbst 
herrührende  lateinische  Rückübersetzung  der  deutschen  B.  Chr. 
des  Andreas.    Vgl.  meine  näheren  Darlegungen  unten. 

2.  Bl.  67 — 100'  die  lateinische  B.  Chr.  des  Andreas  in 
der  Form  der  1.  Redaktion,  Abschrift  aus  dem  nunmehr  in 
Kassel  als  Ms.  hist.  fol.  5  befindlichen  Sammelband. 

3.  Bl.  105—125'  eine  Forts,  hiezu,  welche  Wilhelm  Meyer 
im  gedruckten  Hss.-Kataloge  auf  Grund  der  Freher'schen  Aus- 
gabe als  Exzerpte  aus  der  B.  Chr.  des  Andreas  bezeichnete. 
Diese  Bestimmung  ist  nicht  ganz  richtig. 

Nach  der  von  Schedel  stammenden  Überschrift:  Sequencia 
ad  prescriptam  historiam  per  varios  annos  collecta  sunt  plura 
memoratu  digna,  beginnt  der  Text  wie  die  Forts,  der  lateinischen 
B.  Chr.  des  Andreas,  aber  er  endet  nicht  wie  diese,  sonder  geht 
weiter  und  schliesst  auf  Bl.  125'  wie  die  Forts,  der  A.  Chr.  des 
Andreas,  worauf  Bl.  125' — 135' noch  eine  Forts,  von  1439 — 1460 
sich  anreiht,  die  Oefele  1,393—398  unter  dem  Titel:  Hart- 
manni Schedelü  historia  rerum  memorabilium  ab  anno  1439. 
ad  annum  1460.  gestarum,  mit  Recht  als  eigenes  Erzeugnis 
Schedels  abgedruckt  hat.  Also  nicht  bloss  die  Forts,  der  B., 
sondern  auch  die  der  A.  Chr.  des  Andreas  kommt  hier  in  Betracht, 
und  die  durchgeführte  Vergleichung  ergiebt,  dass  Schedel  hier 
das  schon  gethan  hat,  was  Frehor  später  wieder  that,  dass  er 
nämlich  die  beiden  Fortsetzungen  benützte.  Allerdings  ver- 
mischte Freher  die  beiden  Texte,  Schedel  jedoch  schrieb  zu- 
nächst die  Fortsetzung  der  B.  Chr.  ab  —  einige  Zusätze  am  Rand, 
die  aus  der  A.  Chr.  stammen,  hat  er  offensichtlich  später  dazu- 
geschrieben  —  und  reihte  dann  daran  das,  was  die  Forts,  der 
A.  Chr.  noch  weiter  enthält  als  jene.  Ich  habe  aus  dem  hier 
gegebenen  Rest  der  Forts,  der  A.  Chr.  die  schlechten  Lesarten, 
die  auf  einen  Zusammenhang  mit  A  6  oder  7  hinweisen,  nicht 
vermerkt  und  nur  2  Zusätze  Schedels  in  den  Anmerkungen 
(S.  495  und  5ü0)  verzeichnet.  Es  ist  anzunehmen,  dass  Schedel 
jene   Forts,   wie   die   erstaufgeführten   in   der  Hs.    enthaltenen 

III* 

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*-  txxn  — 

Stücke   1477    (s.  unten   bei  Beschreibung  dieser  Stücke)  ge- 
schrieben hat. 

3.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  476. 
Papier.  4®.  Aus  der  Bibliothek  Hartmann  Schedels.  Enthält 
u.  a.,  von  Schedel  selbst  nach  einer  Notiz  am  Schluss  1476 
geschrieben,  des  Enea  Silvio  böhmische  Geschichte.  Hierauf 
folgen,  ebenfalls  von  Schedel  selbst  geschrieben,  BL  241  '—247 
und  Bl.  2öl  auf  böhmische  und  österreichische  Geschichte 
bezügliche  Auszüge  aus  der  A.  Chr.  des  Andreas  und  ihrer 
Forts.,  was  hier  zu  dem  gedruckten  Hss.-Katalog  ergänzend 
hervorgehoben  sei.^ 

4.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  9503. 
Papier.  2^.  Aus  Oberaltaich.  15.  Jh.  Bl.  256-272'  Caiser- 
reihe  von  Karl  d.  Gr.  an,  zu  der  hauptsächlich  Auszüge  aus 
des  Andreas  A.  Chr.  verwendet  sind,  von  der  gleichen  Hand 
geschrieben  wie  Bl.  237  die  von  uns  als  Auszug  ebendaher 
bezeichneten  Persecutiones  Christianorum  (S.  unten)  und 
der  darnach  folgende  Traktat  De  ducibus  Bavariae,  der  Teile 
aus  des  Andreas  A.  Chr.  mit  des  Jordanus  von  Osnabrück 
Traktat  De  praerogativa  Romani  imperii  vermischt  (S.  unten). 
Die  in  der  Mitte  des  15.  Jhs.  gefertigten  Auszüge  endigen 
mit  dem  vorletzten  Satz  der  Forts,  der  A.  Chr.:  Eodem  anno 
in  octava  S.  Johannis  baptiste  obiit  inclitus  dux  Bavarie 
Ernestus  in  Monacensi  oppido  tumulatus  relinquens  filium 
Albertum  ducem  Bavarie  supramemoratum.  In  den  Auszügen  er- 
scheinen Zusätze,  welche  in  Oberaltaich  oder  Straubing  gemacht 
sind  und  unten   im  Anhang  unter  Nr.  HI  mitgeteilt  werden. 

5.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  12Ö3  = 
Aventinus' eigenhändige  Ad versaria,  Fase.  VI.  Enthält  Bl.  137 — 152 
die  Auszüge,  die  Bayerns  grosser  Geschichtschreiber  Aventinus 
aus  des  Andreas  A.  Chr.  und  dem  Auszug  aus  dem  Conc. 
Const.,  wie  er  in  clm.  14029  enthalten  ist  (so  dass  wohl  diese 
Handschrift  als  Vorlage  anzusehen  ist),  sich  fertigte.  Die  Über- 
schrift lautet:  Ex  chronicis  Andree  sacerdotis  Ratisbonensis  S. 
Magni.  Danmtör  steht:  Vertit  in  germanicam  linguam  Leon- 
hardus  HefFt  de  Eistet  Batisbonensium  senatorum  famulus. 
Am  Rand:  Magister  Andreas  genere  Boemus  de  Broda  Lipzig 
libellum  edidit  de  heresi  Hussitarum.  (Diese  Notiz  wohl  aus 
clm.  14029).  Aventin  meint  nicht  den  Andreas  von  Regens- 
burg damit.  Auf  Bl.  142'  unten:  Über  finitus  vigilia  Pauli 
anno  1471.     Das  bezieht  sich  ohne  Zweifel  auf  Heffts  Übers., 

*  Einige  Exzerpte  Schedels  aiis  Andreas'  A.  Chr.  finden  sich  auch 
in  dm.  23751. 


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-  xxxvn  ~ 

welche  „an  Sandt  Pauls  abent  1471*'  vollendet  wurde  und  also 
Aventin  auch  bekannt  gewesen  ist. 

6.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  8977. 
Papier.  4<>.  342  Bll.  Enthält  Bl.  28—75  Flores  temporum, 
denen  eine  hauptsächlich  aus  der  A.  Chr.  des  Andreas  und 
deren  Forts,  geschöpfte  Forts,  bis  1440  angereiht  ist. 

7.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  12115 
(aus  Prül),  von  dem  Karthäuserbruder  Ulrich  Cerdo  aus  Würzburg 
ca.  1502  (vgl.  BL  258 ')  geschrieben.  Papier.  4».  318  Bll. 
Enthält  Bl.  268—278  einen  Auszug  aus  der  A.  Chr.  des 
Andreas,  in  dem  hauptsächlich  auf  Regensburg  bezügliche 
Stücke  zusammengestellt  sind.  Abgeschrieben  sind  diese  Exzerpte 
des  Ulrich  Cerdo  auch  in  dem  unten  beschriebenen  clm.  27070 
des  F.  Franziskus  Grienewalt  in  Prül,  Bl.  101—116. 

8.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  14870. 
Sammelbd.  Pergament.  4«.  141  Bll.  Enthält  Bl.  133—137, 
ähnlich  wie  die  vorher  angeführte  Hs.,  auf  Regensburg  bezügliche 
Auszüge  aus  des  Andreas  A.  Chr. 

Die  Auszüge  des  Angelus  Rumpier  von  Formbach  in 
Mon.  Boica  16,533  stammen  meist  aus  Andreas'  B.  Chr. 

Aus  der  vorstehenden  Beschreibung  der  Hss.  der 
A.  Chr.  ergiebt  sich,  dass  dieselben  sich  in  drei  Hauptgruppen 
einteilen  lassen.  An  der  Spitze  der  ersten  Gruppe  A  steht 
ein  Hs.-Band,  dessen  erster  Teil  Autograph  des  Andreas  ist, 
zwar  nicht  die  Urschrift  der  Chronik,  wohl  aber  eine  durch- 
gesehene Abschrift  derselben.  Die  von  dieser  Hs.  noch  zu 
Lebzeiten  des  Andreas  für  diesen  gefertigte  Abschrift  in  A  2 
ist  ein  Beweis,  dass  das  Exemplar  A  l  von  Andreas  selbst  als 
authentische  Vorlage  für  die  Weiterverbreitung  der  Chronik 
angesehen  wurde.  Die  Forts,  wie  die  weiteren  Werke  des 
Andreas  in  A  1  wurden  erst  nach  1438  eingetragen.  So  konnte 
es  kommen,  dass  die  nicht  erhaltene  Hs.,  von  welcher  die  Hss. 
A  5,  6,  7  abstammen,  zwar  den  Hauptteil  der  Chronik  A  1  ent- 
nahm, die  Forts,  aber  aus  anderer  Vorlage.  Die  Gruppe  B  besteht 
aus  2  Hss.,  bei  deren  Beschreibung  schon  hervorgehoben  wurde, 
dass  beide  auf  eine  oder  die  von  Andreas  mit  mancherlei 
Zusätzen  gegenüber  A  versehene  Urhandschrift  zurückgehen. 
Die  Gruppe  C,  die  ich  die  Regensburger  oder  St.  Emmeramer 
nennen  möchte,  enthält  nur  Hss.,  die  von  einer  in. Regensburg 
gemachten,  nicht  ganz  vollständigen  Abschrift  einer  verlorenen 
Vorlage,  vielleicht  jener  auch  von  B,  herstammen. 

Welche  von  den  sämtlichen  Hss.  sollte  dieser  Ausgabe 
zu  Grunde   gelegt   werden?     Nach   den  vorausgehenden    Dar- 


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—  xxxYm  - 

ingen  kamen  nur  in  Frage  die  Hss.  AI,  Bl,  B  2,  Gl, 
die  sämtlich  unmittelbar  auf  noch  bessere,  uns  nicht  mehr 
erhaltene  Vorlagen,  möglicherweise  nur  ein  Ur-Exemplar,  zurück- 
gehen. Der  Person  des  Andreas  am  nächsten  stand  sicherlich 
jenes  Exemplar,  von  welchem  B  1  Abschrift  ist;  es  wird  nicht 
zu  gewagt  sein,  jene  verlorene  Hs.  als  sein  Handexemplar  zu 
bezeichnen.  Aber  so  viel  die  Abschrift  B  1  mehr  bietet  als 
die  andern  Hss.,  so  widerstrebt  es  doch  dem  wissenschaftlichen 
Sinn,  eine  Abschrift  des  18.  Jhs.,  die  besonders  die  Orthographie 
selbständig  verändert  hat,  für  die  Ausgabe  eines  Werkes  des 
15.  Jhs.  zu  Orunde  zu  legen,  wenn  nicht  die  äusserste  Not- 
wendigkeit dafür  vorhanden  ist.  Auch  B  2  und  G  1  kommen 
nicht  in  Betracht,  da  beide  schon  zu  sehr  verstümmelt  sind.  Bleibt 
also  A  1.  Diese  Hs.  lässt  sich  unzweifelhaft  nach  jeder  Hin- 
sicht als  die  beste  und  zuverlässigste  der  vorhandenen  Hss- 
bezeichnen.  Sie  ist  allerdings  auch  nur  Abschrift,  aber 
in  dem  Hauptteil  eine  von  dem  Verfasser  des  Werkes  gefertigte 
und  nach  der  urschriftlichen  Vorlage  nochmals  durchgesehene 
Abschrift.  Zahlreiche  Zusatzstücke  im  Text  und  am  Band 
sind  nicht  erst  hier,  sondern  nach  der  Vorlage  angebracht 
Dass  sie  darin  standen,  ergiebt  sich  daraus,  weil  sie  meist 
auch  in  B  1  sich  finden;  dort  aber  wurden  sie  oft  sinnlos  in  die 
Abschrift  eingereiht.  Ferner  enthält  A  1  die  anderen  Werke  des 
Andreas,  das  Gonc.  Gonst.,  das  Gonc.  prov.,  die  Ghr.  Hus.,  je  in  der 
besten  überkommenen  Form,  und  auch  äusserlich  kommt  die  Hs 
dem  Ur-Exemplar  am  nächsten,  da  auch  letzteres  als  ein  Band 
von  gewaltigem  Umfang  die  sämtlichen  in  A  1  enthaltenen 
Werke  umfasst  haben  muss,  wie  aus  zwei  Stellen  (unten  S.  133, 17 
und  463,3)  mit  Bestimmtheit  hervorgeht.  So  wurde  denn  dieser 
Ausgabe  A  1  zu  Grunde  gelegt  und  die  drei  andern  auf  verlorene 
frühere  Vorlagen  zurückgehenden  Hss.  zur  Feststellung  zweifel- 
hafter Textstellen  in  erster  Linie  verwendet.  Die  Übereinstimmung 
dieser  guten  Hss.  ermöglichte  es,  eine  Menge  von  Lesarten  der 
andern  Hss.  unabgedruckt  zu  lassen,  da  sich  unzweifelhaft  ergab, 
dass  die  Verschiedenheiten  jener  Lesarten  nur  der  Nachlässigkeit 
oder  Willkür  der  betr.  Abschreiber  entsprungen  sind. 

Von  den  ersten  rein  kompilatorischen  Teilen  der  Ghr. 
wurde  alles  weggelassen,  was  als  aus  einer  der  im  Folgenden 
untersuchten  Quellen  ohne  wesentliche  Änderung  entnommen 
sich  feststellen  liess.  Viele  trotzdem  abgedruckte  Stellen  wurden 
wiedergegeben,  weil  sie  wiederum  als  Quelle  der  B.  Ghr.,  die 
den  Ausgangspunkt  dieser  Ausgabe  bildet,  zu  gelten  haben. 

Ich  reihe  hier  meine  Untersuchungen  über  die  Quellen 
der  A.  Ghr.  an. 


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—    XXXIX    - 

Die  von  Andreas  für  die  Zeit  bis  zam  Anfang  des  12.  Jahr- 
hunderts am  meisten  benützte  Quelle  ist  eine  Chr.,  deren  Ver- 
fasser er  nicht  kannte.  Schon  bei  der  Geschichte  Julius  Cäsars 
(S.  5,28)  erwähnt  er  sie:  In  cronica  satis  autentica  et  antiqua, 
que  habetur  in  monasterio  dicto  Prüfhing  prope  Batisponam 
ordinis  S.  Benedicti,  sie  legitur  u.  s.  w.  Unzweifelhaft  mit 
Bezug  auf  eben  diese  Worte  nennt  er  (S.  12, 18)  jene  Chr.  als 
seine  Quelle  bei  Papst  Johann  IL  mit  den  Worten:  secundum 
cronicam  antiquam,  cuius  mencionem  feoi  in  principio  huius 
operis,  quam  eciam  pro  maxima  parte  sum  secutus  et  presertim 
in  annis  ab  incarnacione  domini,  und  giebt  hier  eine  Nachricht 
wieder  im  ausdrücklichen  Gegensatz  zu  den  Angaben  in  den 
Ton  ihm  gleich  darnach  genannten  Chroniken  Hermanns  von 
Beichenau,  Martins  von  Troppau,  Konrads  von  Megenberg,  der 
Flores  temporum  und  einer  weiteren  Papst-  und  Kaiserchronik, 
deren  Verfasser  er  ebenfalls  nicht  kennt.  Schliesslich  macht 
er  (S.  49,25)  bei  der  Geschichte  Heinrichs  IV.  die  ebenfalls 
zweifellos  auf  jene  Quelle  zu  beziehende  Mitteilung:  Hucus- 
que  cronica,  quam  in  hoc  opusculo  antiquam  appellavi,  est 
perducta.  Es  ist  merkwürdig,  dass  trotz  dieser  Angaben,  in 
denen  die  verschiedensten  Anhaltspunkte  zu  finden  sind,  die 
Forscher,  die  sich  mit  Untersuchung  der  Quellen  des  Andreas 
beschäftigten,  jene  Chr.  nicht  feststellen  konnten  ausser,  so  viel 
ich  sehe,  Waitz,  der  SS.  6, 13  das  Richtige  traf.  Pez  forschte, 
wie  er  in  der  Vorrede  zum  Bd.  4  seines  Thesaurus  anecdotorum 
berichtet  (S.  XV),  im  Hinblick  auf  das  erste  oben  angeführte 
Citat  des  Andreas  in  der  Bibliothek  des  Klosters  Prüvening 
nach  der  Hs.,  jedoch  vergebens.  Die  beiden  übrigen  Stellen, 
an  denen  Andreas  so  bestimmt  jene  cronica  antiqua  bezeichnet, 
scheint  er  ausser  Acht  gelassen  zu  haben.  Wahl  (S.  13),  der 
wohl  ausser  jener  ersten  auch  die  zweite,  nicht  aber  die  dritte 
angeführte  Stelle  beachtet  hat,  sprach  als  höchst  wahrscheinlich 
aus,  dass  mit  jener  unbekannten  Prüveninger  Chr.  die  Annales 
Katisponenses,  deren  Beste  Wattenbach  (SS.  17,577)  herausgab, 
in  naher  Beziehung  stünden.  Einen  direkten  Beweis  hiefür 
erblickte  er  in  folgender  Stelle  (in  der  A.  Chr.  S.  39, 17,  nicht 
allein,  wie  Wahl  angiebt,  in  dem  von  mir  oben  S.  XXII  als 
reiner  Auszug  aus  der  A.  Chr.  gekennzeichneten  Chronicon 
episcoporum  Batisponensium) :  Anno  domini  962.  vel,  sicut  in 
quadam  cronica  satis  autentica  legitur,  972.,  quo  Otto  I.  obiit, 
S.  Wolfgangus  Batisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.  Wahl 
schloss  daraus,  dass  es  in  den  Annales  Batisponenses  z.  J.  972 
heisst:   Michahel    episcopus  obiit.     Wolfgangus  successit.,  auf 


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—   xxxx  — 

nahe  Beziehung  jener  cronica  satis  autentica  zu  den  Annales 
BatisponenseB.  Auffallenderweise  unterdrückte  er  hiebe!  die 
Worte:  quo  Otto  I.  obiit,  vielleicht  in  der  Furcht,  es  möchte 
ihm  sofort  der  Einwurf  gemacht  werden,  dass  in  den  Annales 
Batisponenses  unmittelbar  nach  der  Notiz  z.  J.  972  die  Nachricht 
vom  Tode  Ottos  folgt,  jedoch  —  z.  J.  974.  Des  Andreas  obige 
Worte  aber  sind  doch  kaum  anders  zu  verstehen,  als  dass  in 
jener  Chronik,  in  welcher  der  Tod  Ottos  I.  z.  J.  972  —  zudem 
er  selbst  kurz  vorher  Otto  I.  von  962  an  12  Jahre  Kaiser  sein, 
also  974  sterben  lässt  —  gemeldet  wird,  auch  die  Erhebung 
des  h.  Wolfgang  auf  den  Regensburger  Bischofestuhl  ins  Jahr  972 
verlegt  wird.  Hätte  Andreas  jene  Jahrzahl  972  den  Annales 
entnommen,  so  hätte  er  gewiss  nicht  die  Worte:  quo  Otto  I. 
obiit,  hinzugesetzt,  während  die  „authentische^^  Quelle  anders 
angab.  Hier  wird  also  wohl  eine  andere  cronica  autentica  zu 
verstehen  sein  als  die  Begensburger  Annalen,  und  der  „direkte 
Beweis"  Wahls  erscheint  recht  hinfallig.  Abgesehen  von  jener 
angeblichen  Beweisstelle  sind  nur  3  Nachrichten  z.  J.  1148, 
1152  und  1164  (S.  56,36;  57,4.26)  und  einige  schwache  An- 
klänge in  den  Bischofsbeschreibungen  auf  die  Annales  zurück- 
zuführen. Sonst  ist  eine  Benützung  der  Annales  Batisponenses 
durch  Andreas  nicht  zu  erkennen.  Und  es  ist  mir  höchst  wahr- 
scheinlich, dass  Andreas  jene  Nachrichten  aus  einer  in  Mitte 
liegenden  Quelle,  vielleicht  Konrad  von  Megenberg,  geschöpft 
hat.  Jedenfalls  lässt  sich  sein  Ausdruck  über  die  von  Wahl 
gesuchte  Quelle:  quam  pro  maxima  parte  sum  secutus  et  preser- 
tim  in  annis  ab  incarnacione  domini,  bei  so  geringer  Benützung 
für  die  Annales  kaum  verstehen.  Wahl  hat  femer  nicht  Becht, 
wenn  er  sagt,  der  Begensburger  Bischofskatalog  der  Annales 
Batisponenses  stimme  mit  dem  des  Andreas  vollständig  über- 
ein; denn  von  dem  Bischof  Konrad,  von  dem  Andreas  S.  37, 23 
berichtet,  wissen  die  Annales  nichts.  Und  was  die  Chronologie 
betrifft,  so  weicht  Andreas  stark  von  den  Annales  ab.  Er  lässt 
Sintpertus  752  Bischof  werden,  die  Ann.  Bat.  757,  Baturicus 
814,  die  Ann.  816,  Erchanfrid  840,  die  Ann.  nach  843,  Em- 
bricho  850,  die  Ann.  nach  851,  Anspertus  880  bezw.  890,  jene 
891,  Tuto  890  bezw.  894,  jene  895,  Isengrim  921,  jene  930, 
Michael  934,  jene  943  u.  s.  w.,  kurz  fast  alle  Zeitangaben  sind 
bei  beiden  verschieden.  Hiezu  kommt,  dass  von  den  drei  oben 
angeführten  Stellen,  an  denen  Andreas  von  seiner  vielbenützten 
Quelle  spricht,  die  zweite  und  dritte  nicht  auf  die  Annales 
passen  wollen.  Die  Thatsache,  bei  der  die  zweite  Erwähnung 
angebracht  ist,  ist  in  den  Annales  nicht  berichtet     Wahl,  der 


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—     TTTXT     — 

hierüber  gar  nicht  nachgeforscht  hat,  würde  das  wohl  mit  der 
Lückenhaftigkeit  der  BegeDsborger  Annalen  entschuldigt  haben. 
Aber  die  dritte  Stelle,  die  von  dem  Schlüsse  der  Quelle  be- 
richtet und  von  Wahl  überhaupt  nicht  erwähnt  und  berück- 
sichtigt ist,  lässt  sich  auf  die  Annales  gar  nicht  anwenden, 
es  sei  denn,  dass  man  hier  die  Yermutung  äussern  wollte,  das 
benützte  Exemplar  der  Annales  Ratisponenses  sei  unvollständig 
gewesen  und  habe  nur  bis  zu  dem  angegebenen  Schlüsse  gereicht. 
Doch  diese  kühne  Yermutung  ist  unnötig;  denn  so  angenehm 
es  gewesen  wäre,  in  Andreas'  Chronik  vielleicht  bis  jetzt  un- 
bekannte Teile  von  den  vollständigen  Regensburger  Annalen 
nachweisen  zu  können  —  von  den  Regensburger  Annalen  kann 
für  die  Frage  nach  jener  Chr.  überhaupt  nicht  mehr  die  Rede  sein, 
da  sich  die  Quelle,  um  die  sich  Wahl  vergeblich  bemüht  hat,  mit 
aller  Gewissheit  feststellen  lässt:  es  ist  des  Ekkehard  von 
Aura  berühmte  Weltchronik  (MG.  SS.  6,1  ff.).  Ich  brauche 
das  hier  nicht  weiter  zu  beweisen;  die  unten  beim  Text  ge- 
machten Quellenangaben  lassen  deutlich  erkennen,  wie  viel 
Andreas  ihr  entnommen  hat.  Hier  wird  verständlich,  wenn 
er  sagt:  Quam  pro  maxima  parte  sum  secutus.  Sie  schliesst 
mit  eben  jenen  Nachrichten  ab,  bei  denen  Andreas  es  angiebt. 
Ihr  folgt  er  hauptsächlich  in  der  Angabe  der  Jahreszahlen 
(presertim  in  annis  ab  incarnacione  domini)  und  Regierungs- 
daten. Besonders  für  die  Kaisergeschichte  schreibt  er  sie  in 
grossen  Stücken  meist  wortwörtlich  ab,  während  er  für  die 
Papstgeschichte,  der  Ekkehard  wenig  Raum  geschenkt  hat,  nur 
geringe  Ausbeute  daraus  zieht.  Ihren  Verfasser  kennt  er 
nicht;  aber  er  bezeichnet  die  ihm  unbekannte  Chronik  als  seine 
Quelle  an  vielen  Stellen.  Unter  den  aus  Prüvening  in  die 
k.  Hof-  und  Staatsbibliothek  München  gekommenen  Hss.  findet 
sich  keine  Hs.  der  Weltchronik  Ekkehards. 

Wie  Andreas  für  die  äussere  Anlage  seiner  A.  Chr.  das 
berühmteste  und  verbreitetste  Chronikwerk  des  Mittelalters,  das 
des  Martin  vonTroppau,  des  früher  sog.  Martinus  Polonus 
(MG.  SS.  17,377),  zum  Muster  nahm,  wählte  er  aus  demselben 
auch  so  zahlreiche  Stellen  für  seine  Kompilation  aus,  dass 
des  Martinus  Text  nicht  bloss  äusseres  Muster,  sondern  auch 
neben  andern  Grundlage  des  Textes  der  neuen  Chr.  des  An- 
dreas wurde.  Von  den  Fortsetzungen  des  Martinus  ist  die  von 
Weiland  SS.  22, 475  hsg.  Continuatio  pontificum  Romana  benützt. 
Neben  der  Chr.  des  Martin  von  Troppau  wurden  die  Fl  eres 
temporum  (SS.  24, 230  ff.;  vgl.  das.  S.  230,  Anm.  5)  stark 
ausgebeutet 


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_   xxxxn  — 

Wie  Andreas  in  den  älteren  Teilen  seiner  Chronik  den 
in  diesen  Quellen  gebotenen  Stoff  bearbeitete  oder  vielmehr 
—  da  dieser  Ausdruck  schon  zu  viel  sagt  —  vereinigte,  zeigt 
als  Beispiel  deutlich  die  folgende  Nebeneinanderstellung: 


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—    yyxTTFT   _ 

Man  wird  es  begreiflich  finden,  wenn  die  solchergestalt 
zusammengesetzten  Stücke  in  dieser  Ausgabe  weggelassen  worden 
sind. 

Ausser  Ekkehard,  Martinus  und  Flores  erscheinen  in  den 
älteren  in  dieser  Ausgabe  meist  nicht  abgedruckten  Teilen 
der  Chronik  in  geringerem  Masse  noch  folgende  Quellen  un- 
mittelbar benätzt:  Des  Eusebius,  von  Bufinus  fortgesetzte 
Historia  ecclesiastica  (verglichen  nach  der  Ausgabe  von  Gacciari, 
Born  1740)  für  die  ersten  4  Jahrhunderte  nach  Christus.  Hieraut 
die  Eirchengeschichte  Gassiodors  (vergl.  nach  dem  Abdruck 
bei  Migne,  Patrol.  lat.  69,  879  ff.))  d^^  oft  als  historia  tripartita 
citiert  wird.  Hiebei  kommt  es  vor,  dass  in  Abschnitten,  welche 
aus  Ekkehard  stammen  und  von  diesem  hinwiederum  aus 
Bufinus  oder  Cassiodor  entnommen  sind,  Andreas  den  Text 
der  beiden  letzteren  ursprünglichen  Quellen  verwendet  Es 
kommt  ferner  vor,  dass  Andreas  eine  Quelle,  die  in  einem  von 
ihm  ausgeschriebenen  Werk  genannt  wird,  nachschl&gt  und  dann 
unmittelbar  benützt;  vgl.  S.  15,  Anm.  1.  Das  von  Andreas 
oft  citierte  novum  passionale  ist  des  Jacobus  a  Yo ragine 
Legenda  aurea  (Jac.;  vergl.  nach  der  Ausgabe  von  Oraesse). 
Andreas  entnimmt  ihr  und  besonders  dem  in  die  Legende  des 
Papstes  Pelagius  eingeschobenen  chronikalischen  Teil  (vgl. 
SS.  24,  167),  der  historia  Pelagii  oder  Longobardorum  historia, 
viele  Stellen  und  verweist  ausserdem  öfters  auf  sie,  ohne  aus 
ihr  selbst  ein  Wort  zu  holen,  wenn  er  seinen  Text  schon 
ans  andern  Quellen  geschöpft  hat.  Yon  andern  einzelnen 
Heiligenleben  beutet  Andreas  die  des  h.  Magnus, 
des  h.  Wolfgang  von  Othlon,  des  h.  Otto  u.  a.  aus.  Des 
Isidorus  von  Sevilla  Ethymologieen  werden  an  mehreren 
Stellen  benützt,  auch  in  der  B.  Chr.  Des  Flavius  Joseph us 
Antiquitates  sind  dem  Andreas  unmittelbar  bekannt;  des  „christ- 
lichsten Römers"  Boethius  Consolationes  philosophiae  leihen 
ihm  an  vielen  Stellen,  besonders  der  B.  Chr.,  ihre  Worte.  Des 
Bischofs  Huguccio  von  Ferrara  (1190— 1210)  über  deri- 
vationum,  ein  ungedrucktes  lateinisches  Lexikon,  liefert  ihm 
Worterklärungen  für  Caesar  (S.  5,23),  colosseum,  amphitheatrum 
feria,  petalum,  cometa  (S.  119, 21)  und  in  der  B.  Chr.  für  chronica 
(S.  506, 15).  Von  diesem  weitverbreiteten  Werk  besass  die  Biblio- 
thek zu  St.  Emmeram  sogar  2  Exemplare,  jetzt  clm.  14056 
und  14168.  Über  eine  vermutliche  Quelle  zur  Augsburger 
Lokalgeschichte  vgl.  S.  3,  Anm.  2.  Eine  chronica  Herimanni, 
que  est  Batispone  ad.  S.  Eramerammum,  nennt  Andreas  S.  12, 13 
als  seine  Quelle.    Es  ist  kaum  zweifelhaft,   dass  darunter  die 


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—     XXXXTY     ~ 

aus  dem  11.  Jh.  stammende,  früher  mit  der  Signatur  P  CXVI. 
zu  St.  Emmeram  in  Begensburg,  jetzt  als  clm.  14613  in  der 
k.  Hof-  und  Staatsbibliothek  zu  München  verwahrte  Hs.  der 
Chr.  Hermanns  von  Reichenau  (SS.  5,67)  zu  erblicken 
ist  Findet  sich  doch  ein  Schreibfehler  dieser  Hs.  (SS.  5,  103), 
furonensis  statt  Yeronensis,  auch  an  der  betrefTenden 
Stelle  bei  Andreas.  Die  Hs.  enthält  neben  Hermann  von 
Reichenau  Gassiodors  Chronik  und  ist  auch  von  Aventinus 
(vgl.  Sämtl.  Werke  1,  604.  648)  benützt  worden.  Hermanns 
Chronik  liegt  nur  für  wenige  Stellen  bei  Andreas  zu  Grunde. 
Die  Märlein  des  Martinus  und  der  Flores  scheinen  dem  Andreas 
besser  gefallen  zu  haben  als  die  wichtigen,  aber  trockenen  Nach- 
richten des  Reichenauer  Oeschichtschreibers.  Cbn.  14613  enthält 
auf  einzelnen  Blättern  auch  eigene  historische  Aufzeichnungen  aus 
Si  Emmeram,  die  nur  in  dieser  Hs.  sich  finden  (hsg.  v.  Boehmer, 
Fontes  3,495,  darnach  von  Jaff6,  SS.  17,573  als  Notae  S. 
Emmerami).  Sie  sind  von  Andreas  —  wieder  ein  Beweis,  dass 
er  gerade  jene  Hs.  in  Händen  gehabt  hat  —  benützt  in  der 
Geschichte  der  Bischöfe  Konrad  II.  (S.  59,31)  und  Sigfried 
(S.  63, 19)  von  Regensburg  und  auch  in  der  B.  Chr.  (S.  545, 15). 
Eine  zweite  Abschrift  der  Chronik  Hermanns  von  Reichenau 
besass  das  Kloster  St.  Emmeram  in  dem  jetzigen  clm.  14511 
(alte  Signatur:  F  XIV),  Bl.  41-129.  Der  Text  Hermanns 
ist  aber  an  vielen  Stellen  mit  Regensburger  Lokalnotizen  unter- 
mischt, deren  Verfasser  in  St.  Emmeram  selbst  zu  suchen  ist. 
Sie  reichen  bis  1421  (nicht  1409,  wie  der  gedruckte  Münchener 
Hs8.-Katalog  bemerkt).  Da  die  gleiche  Hand  auf  Bl.  169  eine 
Nachricht  z.  J.  1431  eintrug  und  Bl.  158'  den  1454  verstorbenen 
Abt  Wolfhard  von  St  Emmeram  als  felicis  memorie  Wolfhardum 
Strauss  huius  loci  abbatem  bezeichnet,  dürfte  die  Niederschrift 
der  interpolierten  Chronik  Hermanns  erst  Mitte  des  15.  Jhs. 
erfolgt  sein.  In  den  Regensburger  Lokalnotizen  erscheint  jeden- 
falls des  Andreas  A.  Chr.  schon  benutzt. 

Besondere  Sorgfalt  verwendet  Andreas  auf  die  Geschichte 
Tassilos.  Er  schreibt  (S.  25,25):  Huius  Tassilonis  hystoriam 
ex  diversis  pro  posse  coUegi  et  eam  utpote  de  nostrate  huic 
operi  inserere  curavi.  Nun  findet  sich  die  nach  dieser  Notiz 
von  Andreas  selbst  aus  verschiedenen  Quellen  vereinigte 
Zusammenstellung  vollständig  in  jenem  Stück,  welches  in 
den  Mon.  Boic.  13,  493—507  als  Bernardi  Norici  Opuscu- 
lum  V.  anecdotum  de  genealogia  fundatoris  coenobii  Cremi- 
fanensis  abgedruckt  ist.  Aus  diesem  Umstand  konnte  gefolgert 
werden  —  und  die  Herausgeber  der  MB.  scheinen  der  Ansicht 


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—  xxxxv   — 


I 


gewesen  zu  sein  — ,  dass  Andreas  nur  jenes  Stück  abgeschrieben 
habe.  Damit  wäre  seine  Angabe,  dass  er  seinen  Stoff  aus  ver- 
schiedenen Quellen  zasammengetragen  habe,  unwahr,  und  wir 
hätten  hier  den  einzigen  Fall,  in  dem  wir  Andreas  wissentliche 
Unwahrheit  vorwerfen  müssten.  Wir  haben  zu  untersuchen, 
ob  hiezu  eine  Berechtigung  besteht.  Zunächst  ist  festzustellen, 
dass  der  oben  angeführte  Titel  des  Stückes  in  den  MB. 
keineswegs  in  der  Hs.,  welcher  die  Aufzeichnung  entnommen 
ist,  enthalten  ist,  sondern  von  den  Herausgebern  der  MB. 
stammt  Diese  Hs.  ist  der  jetzt  im  k.  allgemeinen  Beichsarchiv 
verwahrte  Traditionskodex  Nr.  2  des  Klosters  Weltenburg,  in 
welchen  auf  den  ersten  Blättern  vor  den  ürkundenabschriften 
und  -Auszügen,  ut  clarescat  huius  nostri  auctoritas  fundatoris^ 
eben  jenes  Stück,  eine  Geschichte  des  Elostergründers  Tassilo, 
zusammengeschrieben  ist.  Diese  Weltenburger  Kompilation 
trägt  in  der  Hs.  keinen  Titel,  und  der  von  den  gelehrten 
Herausgebern  der  MB.  gegebene  Titel  ist  insofern  irre- 
führend, als  nicht  nur  ein  Teil  -oder  ein  Exzerpt  aus  Krems- 
münsterer  Quellen  —  die  immer  noch  unentschiedene  Streitfrage 
über  Sigmar  oder  Bernhard  als  Verfasser  berührt  uns  hier 
nicht  —  vorliegt,  sondern  ausser  den  allerdings  aus  Krems- 
münster stammenden  Teilen,  welche  die  Bezeichnung  veranlassten, 
noch  andere  Teile  vorhanden  sind,  welche  nicht  zu  den  Krems- 
münsterer  XJeberlieferungen  gehören.  Alle  diese  andern  Teile 
(von  den  Schlussworten  abgesehen)  finden  sich  bei  Andreas 
von  Regensburg.  Die  Weltenburger  Kompilation  schreibt  zu- 
nächst die  2  Kremsmünsterer  Kapitel  De  fundatoris  genealogia 
(ohne  diese  Überschrift)  und  De  provincia  principatus  eins 
(mit  Überschrift)  ab  (Loserth,  Die  Geschichtsquellen  von  Krems- 
münster [besser  als  die  Waitz'sche  Ausgabe  SS.  24J,  S.  84),  un- 
verändert, da  ja  Ausdrücke  wie  nostre  fundacionis  mirificus 
architectus  und  fundator  noster  auch  auf  Weltenburg  passten. 
Der  folgende  Text  (MB.  S.  499,  Z.  4  —  S.  503,  Z.  16)  stimmt 
mit  dem  des  Andreas  überein.  Dann  fährt  der  Kompilator  fort 
mit  den  Anfangsworten  des  Kremsmünsterer  Kapitels  De 
religione  eins  in  monasteriis  construendis  (Loserth  S.  88):  Hie 
est  Tassilo,  qui,  ut  dicit  historiographus,  in  divino  servicio 
et  officio  ampliando  devotissimus  existens  celebria  monasteria 
construxit,  scilicet  —  merkwürdigerweise  im  Folgenden  nicht 
den  Kremsmünsterer  Text  gebend,  sondern  die  alsdann  bei 
Andreas  folgende  Gründungsgeschichte  von  Wessobrunn,  die 
Andreas  (S.  28,9)  bemerkenswerter  Weise  einleitet  mit:  Hie 
est  Tassilo  dux,  qui  in  servicio    et   officio  divino  devotissimus 


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-     XXXXYI     — 

existens  inter  cetera  monasteria  celebria  PoUmgen  canonicorum 
regularium  construxit,   item  Wessespruue  etc.    Was   ans    der 
Übereinstimmung  des  Textes  von  Eremsmünster  und  dem  des 
Andreas  zu  folgern  ist,   wird   später  untersucht.    Der  Welten- 
burger  Kompilator  sagt  nach   der  Wessobrunner  Gründungs- 
geschichte :  Item  construxit  monasterium  canonicorum  regularium 
in   Fölling.     Item   monasterium    in   Krembsmünster  fundavit 
hac  ex  causa,    nunmehr  das  Kremsmünsterer  Kap.  De  origine 
et   causa    fundationis    monasterii    Chremsmunstrensis  (Loserth 
S.  89 — 90)  anreihend.     Es   folgen   dann  zwei  Sätze,  die   bei 
Andreas  an   die  Wessobrunner   Geschichte   sich   anschliessend 
wobei  auflSllt,   dass  der  Satz  des   Andreas  (S.  28,17):   Item 
fundavit  monasterium  S.  Nicolai  Patavie,  fehlt,  der  einzige,  der 
von  des  Andreas  Text  nicht  in  der  Weltenburger  Kompilation 
enthalten  ist.    Die  zwei  nächsten  Sätze  sind  wieder  der  Krems- 
münsterer  Quelle   (Loserth  S.  88,  Z.  6  v.  u.  —  S.  89,  Z.  2) 
entnommen,  dann  folgen  die  auch  von  Andreas  mitgeteilten  Verse 
über  Tassilo,  und  das  Ganze  schliesst  nach  dem  letzten :  Tassilo 
dux,  primum  rex,  monachus  sed  ad  ymum,  mit  drei  weiteren 
Versen,  die  schon  in  den  MB.  als  der  Weltenburger  Tradition 
entstammend  bezeichnet  werden:   Anno   quingento   dum   esset 
a  nativitate  Septuaginta  quinque  predictis  additur  annis  Domini 
structuram  monasterii   condidit   istam,    und  dem   der  Krems- 
münsterer QueUe  (S.  89,  Z.  3)  nachgebildeten  Satz :  Hec  dicta 
sunt,   ut  clarescat  huius   nostri  auctoritas  fundatoris.     Gebührt 
nun   die  Priorität   der  Weltenburger   Kompilation    oder   dem 
Andreas  ?    Der  Weltenburger  Traditionskodex  ist  in  der  Haupt- 
sache in  gleichmässigen  Zügen  von  einer  Hand  geschrieben, 
die  auch  die  Einleitung  vom  Leben  Tassilos  eingetragen  hat.    Die 
jüngsten  von  dieser  Hand  eingeschriebenen  Urkunden  stammen 
vom  Jahr  1449;  eine  solche  von  1453  ist  schon  von  anderer  Hand 
eingetragen.    Man  wird  kaum  fehlgehen,  wenn  man  behauptet, 
dass  der  Traditionskodex  zwischen  jenen  Jahren,  also  um  die 
Mitte  des  15.  Jhs.,  hergestellt  wurde.    Ist  damals  das  Leben 
Tassilos  auch  verfasst,  nicht  bloss  geschrieben,  so  ist  zweifellos, 
dass  es  einfach  aus  dem  Texte  der  Kremsmünsterer  Geschichte  und 
dem  des  Andreas  zusammengesetzt  wurde.    Da  wir  keine  andere 
Hs.  besitzen  imd  da  insbesondere  der  ältere  im  k.  Reichsarchiv 
befindliche  Weltenburger  Traditionskodex  Nr.  1  die  Kompilation 
nicht    enthält,    gewinnt   diese  Vermutung  Wahrscheinlichkeit 
Gerade  in   der  Geschichte  von  Tassilo    sind  bei  Andreas   die 
verschiedenartigsten    Quellen    vereinigt.     Die   Grundlage    aus 
Ekkehard,  Niederaltaicher  Nachrichten,  die  in  den  Fundationes 


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_  xxxxvn  — 

enthaltene  Bearbeitung  der  Lorscher  Aunalen,  die  von  eben- 
dort  herstammende  Pollinger  Aufschreibung  über  die  Engel- 
sage u.  s.  w.  konnte  wohl  eher  ein  geschichtskundiger  Mann 
wie  Andreas  als  ein  Mönch  zu  Weitenbarg,  das  wenig  Bücher 
hatte,  yereinigen.  Ein  anscheinend  geringfügiger  umstand 
scheint  mir  sicher  die  Abhängigkeit  des  Weltenborgers  von 
Andreas  zu  beweisen.  Wie  oben  erwähnt  fehlt  in  dem  Welten- 
burger  Text  ein  einziger  Satz  von  dem  ganzen  Stück  in  der 
Form,  die  es  bei  Andreas  hat,  nämlich  die  Bemerkung  über 
die  Gründung  von  St  Nikolaus  zu  Passau.  Dieser  Satz  fehlt  nun 
auch  in  der  2.  Redaktion:  der  B.  Chr.  des  Andreas  (S.  519, 21), 
welche  ebenfalls  die  Stellen  über  Tassilo  ziemlich  unver- 
ändert enthält,  während  er  im  Text  der  A.  Chr.  und  der 
1.  Redaktion  der  B.  Chr.  erscheint  Dass  Andreas,  nachdem 
er  in  den  früheren  Texten  jene  Notiz  hatte,  später  vielleicht 
sie  wegliess,  weil  sie  in  der  Weltenburger  Quelle  nicht  stand, 
ist  doch  gar  zu  unwahrscheinlich.  Der  Wegfall  dürfte  auf 
einen  Zufall  zurückzuführen  sein.  Umgekehrt  aber  dürfte  zu 
schliessen  sein,  dass  der  Weltenburger  eine  Handschrift  jener 
Form  der  B.  Chr.  des  Andreas  benützte.  Man  wird  einwenden, 
dass  die  Anführung  der  aus  Weltenburg  stammenden  Yerse 
für  die  Abhängigkeit  des  Andreas  von  der  Weltenburger  Auf- 
schreibung spreche.  Aber  Andreas  konnte  diese  Verse  bei 
eigener  Anwesenheit  in  der  Weltenburger  Kirche  notiert  haben 
oder  auch  einer  anderen  Quelle  verdanken.  Hätte  Andreas  den 
Weltenburger  Text  als  Quelle  gehabt,  so  hätte  er  wohl  auch 
von  den  aus  Eremsmünster  stammenden  Teilen  einige  Stellen 
übernommen.  Bei  seiner  Vorliebe  für  Kloster-Gründungs- 
geschicbten  wäre  doch  wohl  zum  mindesten  die  Eremsmünsterer 
Gründungsgeschichte  willkommener  StofT  gewesen.  Letztere 
findet  sich  zwar  nicht  bei  Andreas,  aber  einige  Ausdrücke  in  dem 
Abschnitt  über  Tassilo  zeigen,  wie  ich  unten  S.  26,  Anm.  3  und 
S.  27,  Anm.  1  u.  3  bemerke,  merkwürdigerweise  unverkennbare 
Anklänge  an  die  Eremsmünsterer  Oeschichtsquellen.  Andreas 
könnte  diese  allerdings  auch  direkt  benützt  haben,  doch  ist 
das  unwahrscheinlich.  Viehnehr  wird  folgende  Betrachtung 
auf  den  wahren  Sachverhalt  hinführen.  Eine  Stelle  scheint 
am  bedenklichsten  gegen  meine  Behauptung  von  der  Ab- 
hängigkeit des  Weltenburger  Stückes  von  Andreas  zu 
sprechen,  ein  Satz,  der  nicht  bloss  der  Weltenburger  und 
der  Eremsmünsterer  Quelle,  sondern  auch  dem  Texte  des 
Andreas  gemeinsam  ist  Stellen  wir  die  drei  Texte  neben- 
einander : 


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—  xxxxvm  — 

Weltenburg 

(MB.  13, 503) : 

Hie  est  Tassilo,   qui, 

ut  dicit  historiographus, 

in    divino    servicio    et 

officio  ampliando  devo- 

jissimus  existens  oelebria 

monasteria,  scilicetWes- 

selpnin  .  .  .  folgt  dessen 

Gründungsgeschichte, 

dann:    Item  construxit 

monasterium   canonico- 

rum  in  Fölling. 


Andreas 
(S.  28,9): 
Hie  est  Tassilo  diix, 
qui  in  servicio  et  officio 
divino  devotissimus  exi- 
stens inter  cetera  mona- 
steria celebria  Pollingen 
canonicorum  regiilarium 
construxit,  item  Wes^es- 
prunne  . . .  folgt  deeaen 
Gründungsgedcbichte. 


Kremspaünster 
(Loserth  S.  88): 
Hie  est  Tassilo,  qui, 
ut  dicit  historiographus, 
in  divino  servitio  ampli- 
ando devotissimus  exi- 
stens celebria  monaste- 
ria construxit,  scilicet 
Chremsmunster,  Lauris- 
haim ,  Wetzenpnmn. 
Item  construxit  .  .  . 
folgen  andere  von  Tassi- 
lo gegründete   Klöster. 

Nach  dieser  Zusammenstellung  ist  klar,  dass  der  Welten- 
burger  Text  den  Kremsmünsterer  und  den  bei  Andreas  er- 
scheinenden Text  in  sich  vereinigt.  Ist  aber  nicht  der  letztere, 
der  auch  den  Kremsmünsterer  Text  teilweise  enthalt,  eben- 
deswegen als  aus  der  Weltenburger  Zusammenstellung  geflossen 
zu  erachten?  Man  müsste  wohl  mit  Ja  antworten,  wenn  die 
Worte  Hie  est  Tassilo  u.  s.  w.  nur  in  der  einen  Kremsmünsterer 
Quelle  vorkämen.  Aber  diese  selbst  macht  die  weitvolle  Angabe, 
dass  sie  hier  die  Worte  einer  Quelle  gebraucht:  ut  dicit 
historiographus.  Wer  dieser  historiographus  ist,  haben  die 
bisherigen  Herausgeber  und  Kritiker  der  Kremsmünsterer 
Aufzeichnungen  nicht  zu  sagen  vermocht  Ich  kann  darauf 
hinweisen,  und  vielleicht  ist  dieser  Hinweis  für  eine  kritische 
Untersuchung  der  Quellen  der  wertvollen  Kremsmünsterer 
Geschichts werke,  der  ich  hier  nicht  weiter  nachgehen  kann, 
beachtenswert,  dass  in  dem  sog.  Auctarium  Ekkehardi  Altahense, 
Niederaltaicher  Zusätzen  zu  Ekkehard  (SS.  17,362),  die  sicher 
vor  jenen  Zjremsmünsterer  Aufzeichnungen  gemacht  wurden, 
sich  folgende  Stelle  findet:  Hie  est  Thessalo  dux,  qui  in  ser- 
vicio et  officio  divino  ampliando  devotissimus  existens  monasteria 
celebria  construxit,  scilicet  Ghremismunster  et  item  monasterium 
S.  Petri  Lorshi  et  Wezzinsbrunnen.  JafiK,  der  Herausgeber 
der  Niederaltaicher  Geschichtswerke,  hat  diesen  Satz  als  Nieder- 
altaicher Original  betrachtet.  Ob  er  das  wirklich  ist  oder  ob 
er  wieder  aus  früherer  Quelle  stammt,  ist  hier  nicht  zu  unter- 
suchen. Mit  Sicherheit  darf  aber  wohl  behauptet  werden,  dass 
dieser  Satz  (besonders  auch  wegen  der  Zusammenstellung 
gerade  jener  drei  Klöster),  dem  Kremsmünsterer  Text  zu  Grunde 
liegt.  Jedenfalls  aber  war  er  für  Andreas  auch  aus  anderer 
Quelle  erreichbar  als  nur  etwa  der  Weltenburg -Krems- 
münsterer. Thatsächlich  finden  wir  denn  auch  bei  Andreas  noch 
einen   weiteren   Satz  (S.  25, 19)   wörtlich  mit  dem  Auctarium 


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—    XXXXTX     — 

übereinstimmend,  während  er  in  der  Kremsmünsterer  Quelle 
zwar  benützt  erscheint,  aber  verändert  ist.  Andreas  hat  also 
an  jenen  beiden  Stellen  —  bei  andern  mag  es  ähnlich  sein  — 
eine  Quelle  der  Kremsmünsterer  Aufzeichnungen  direkt  be- 
nützt. Dieser  Umstand  zerstreut  auch  das  letzte  Bedenken 
gegen  die  selbständige  Arbeit  des  Andreas  bei  der  Zusammen- 
stellung der  Geschichte  Tassilos.  Der  Weltenburger  Korapi- 
lator  hat  nur  Kremsmünsterer  Bruchstücke  mit  des  Andreas 
Text  vereinigt. 

In  geringerem  Masse,  als  man  erwarten  sollte,  hat  Andreas 
die  berühmten  Annalen  seines  niederbayerischen  Landsmannes, 
des  Abtes  Hermann  von  Niederaltaich  (SS.  17,  381—407) 
benützt.  Er  citiert  sie  nirgends  ausdrücklich  als  seine  Quelle, 
aber  in  der  A.  Chr.  liefern  sie  von  1152  bis  1241  eine  Keihe 
von  Stellen;  für  die  spätere  Zeit  von  1241—1273,  für  welche 
Hermanns  Annalen  erst  eigentlich  wichtig  werden,  sind  sie 
auffallenderweise  nicht  benützt.  Auch  für  die  B.  Chr.  ist 
ihnen  eine  Anzahl  von  Stellen  entnommen,  und  zwar  meist 
andere  als  in  der  A.  Chr.,  so  dass  hier,  wie  auch  sonst  zu 
erkennen  ist,  Andreas  nicht  bloss  sein  erstes  Werk  ausschreibt, 
sondern  eine  für  jenes  benützte  Quelle  aufe  neue  befragt. 
Insbesondere  dürfte  die  Urkunde  Kaiser  Friedrichs  I.  von  1156 
aus  Hermanns  Annalen  stammen.  Für  die  spätere  Zeit  ist 
wenigstens  eine  charakteristische  Stelle  über  Herzog  Otto  IL 
von  Bayern  und  seinen  Tod  der  Niederaltaicher  Quelle  ent- 
nommen. Ausser  den  Annalen  Hermanns  von  Niederaltaich 
benützte  Andreas  auch  dessen  Aufzeichnung  De  institutione 
monasterii  Altahensis  (SS.  17, 369—373),  doch  nur  an  wenigen 
Stellen  in  der  A.  Chr.,  ein  einziges  Mal  in  der  B.  Chr.  Von  der 
Benützung  der  Niederaltaicher  Zusätze  zu  Ekkehard  war  eben 
die  Rede  (S.  XXXXVIH).  Hier  möchte  ich  darauf  hinweisen, 
dass  an  den  bezeichneten  2  Stellen  vielleicht  nicht  jene  Zusätze 
selbst,  da  sie  ausserdem  nicht  benützt  erscheinen,  sondern  eine 
frühere  Quelle,  der  sie  entstammen,  in  Betracht  kommen  könnten. 

Als  eine  ungedruckte  Quelle  des  Andreas  müsste  nach 
den  unten  folgenden  Darlegungen  ein  Traktat  mit  dem  Titel 
De  ducibus  Bavariae  betrachtet  werden,  auf  dessen  Nieder- 
schrift in  dem  cod.  pal.  vind.  3402,  Bl.  175—184'  Martin  Mayr 
(XA.  5, 137)  aufmerksam  machte,  und  den  ich  dann  auch  in 
den  Münchener  Hss.  clm.  2936,  9503  und  17541  feststellte. 
Dieser  Traktat,  dessen  Text  an  vielen  Stellen  gleichen  Wort- 
laut mit  dem  der  A.  Chr.  aufweist,  ist  ein  sonderbares  Mach- 
werk.    Martin  Mayr,    der  nach   der   einzigen  ihm   bekannten 

Qaellen  und  Eroert«rangen  N.  F.  I.  IV 

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Wiener  Hs.  Angaben  über  ihn  machte,  nachdem  ein  ganz 
kurzes  Bruchstück  daraus  SS.  24,  285  yeröfPentlicht  war,  hielt 
ihn  für  einen  kirchenpoiitischen  Traktat  aus  der  Zeit  Ludwigs 
des  Bayern,  der  Zweck  und  Entwickelung  des  Kaisertums  mit 
besonderer  Bücksicht  auf  Bayern  darstelle,  und  glaubte,  dass 
er  vermutlich  Yon  Konrad  von  Megenberg  geschrieben  sei. 
Schon  als  ich  1893  zu  andern  Zwecken  die  Wiener  Hs.  in 
die  Hand  bekam  und  den  Traktat  zu  prüfen  begann,  machte 
ich  die  Wahrnehmung,  dass  die  eigentlich  kirchenpolitischen 
Ausführungen  darin  nichts  anderes  sind  als  Auszüge  aus  einer 
der  berühmtesten  Streitschriften  des  13.  Jhs.,  nämlich  der 
Schrift  des  Jordanus  von  Osnabrück  De  praerogativa 
Bomani  imperii,  hsg.  v.  Waitz  in  Abhandlungen  d.  k.  Oes. 
d.  Wiss.  zu  Göttingen  Bd.  14  (1869).  Auf  die  Münchener  Hss, 
warde  ich  erst  vor  Kurzem  durch  Zufall  aufmerksam.  Die 
beste  derselben  ist  clm.  9503  (2^.  Papier.  Mitte  des  15.  Jhs. 
Aus  Oberaltaich).  Der  gedruckte  Hss.-Katalog  verzeichnet  als 
auf  ßl.  241 — 256  befindlich  drei  verschiedene  Stücke:  Bl.  241 
J)e  ducibus  Bavariae,  BI.  252  Misterium  translationis  regni, 
Bh  253  Tractatus  magistri  Jordani  canonici  Osnabrugensis  de 
praerogativa  Bomani  imperii.  Ähnlich  ist  es  bei  clm.  2936 
{2^.  Papier.  2.  Hälfte  des  15.  Jhs.  Aus  Altomünster)  und 
chn.  17541  (2^  Papier.  2.  Hälfte  des  15.  Jhs.  Aus  Schleh- 
dorf), in  welch'  beiden  Hss.  die  Stücke  noch  neben  zwei  anderen 
vorkommen,  den  unten  zu  behandelnden  Persecutiones  Christi- 
anorum  und  einem  De  diversis  haeresibus  betitelten  Stück. 
Die  beiden  Titel  Misterium  etc.  und  Tractatus  etc.  finden  sich 
als  Oberschriften  in  den  Hss.  Durch  die  Yergleichung  mit 
der  Wiener  Hs.  kann  ich  hier  feststellen,  dass  die  so  betitelten 
Stücke  mit  dem  unter  dem  ersten  Titel  aufgeführten  Stück 
ein  Ganzes  bilden.  In  der  Wiener  Hs.  fehlen  die  beiden  letzten 
Titel,  so  dass  der  aus  Jordanus  stammende  Teil  nicht  unmittelbar 
als  solcher  zu  erkennen  war.  An  jenen  Stellen  folgt  keines- 
wegs der  ganze  Traktat  des  Jordanus  von  Osnabrück,  wie  man 
nach  der  Beschreibung  im  gedruckten  Münchener  Hss.-Katalog 
annehmen  könnte,  sondern  nur  Bruchstücke  daraus,  wie  sie 
auch  schon  im  ersten  De  ducibus  Bavariae  überschriebenen 
Teile  vorkommen.  Diese  Auszüge  aus  Jordanus  bilden  gewisser- 
massen  das  Gerippe,  das  nichts  weniger  als  kunstvoll  mit  einem 
Wust  von  Bruchstücken  aus  bayerischen  Geschichtsquellen 
umkleidet  wurde,  ohne  dass  deutlich  erkennbar  ist,  welchen 
Zweck  die  ganze  Ausarbeitung  verfolgte.  Oft  ohne  Übergang, 
meist  aber  sinnlos  oder  widersinnig,  sind  zwischen  die  einzelnen 


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-Li- 
der Beihe  nach  aus  Jordanus  entnommenen  Teile  die  bayerischen 
Bruchstücke  eingezwängt,   dass   man  fast  geneigt  wäre,    eher 
Zufall  als  Absicht  anzunehmen.     Doch  ist  andererseits  wieder 
letztere  unverkennbar.     Zuerst  drängte   sich  mir  der  Verdacht 
auf,  dass  hier  jene  Teile  aus  Jordanus  hauptsächlich  mit  Teilen 
aus  des  Andreas    A.  Chr.  vereinigt  seien;   denn  die  Aehnlich- 
keit  des  Wortlauts  der  letzteren  Quelle  mit  vielen  Stellen  des 
Traktats  wies  auf  direkte  gegenseitige  Beziehungen  hin.    Aber 
ich  kam    zunächst  nicht  über  den  umstand  hinweg,  dass  der 
in  der  mir  zunächst   allein  bekannten  Wiener  Hs.   der  Schrift 
nach    dem   15.  Jh.   angehörige  Traktat  angeblich  schon   dem 
14.  Jh.  entstammte,  was  Mayr  (a.  a.  0.)  und  Waitz  (SS.  24,  215) 
nicht  bezweifelten.    Wäre  dem  so,  so  müsste  der  Traktat  ent- 
weder selbst  als  Quelle  des  Andreas  bezeichnet  werden,   oder 
zum  mindesten  hätte   der  Verfasser   des  Traktats   eine  Haupt- 
quelle ausgeschrieben,  aus  der  auch  Andreas  bedeutende  Ent- 
lehnungen gemacht  hätte.     Zunächst  war  folgender  Gesichtspunkt 
ins  Auge  zu  fassen:  Wenn  der  Traktat  eine  Quelle  des  Andreas 
wäre,  so  würden  wohl  nicht  bloss  die  auf  bayerische  Geschichte 
bezüglichen  Teile,  sondern  auch  die  mit  diesen  absichtlich  ver- 
bundenen Stücke   aus  Jordanus  von  Andreas   benutzt  worden 
sein,  da  Andreas  nicht  wohl  hätte  unterscheiden  können,  welche 
Teile  gerade   aus  Jordanus  stammten   und  welche  nicht.    Der 
Traktat  trägt  die  Überschrift :  De  ducibus  ßavarie,  und  beginnt 
mit  der  bayerischen  Geschichte  zur  Agilolfingerzeit:  Teraporibus 
Gregorii  I.  pape  .  .  .  Agilolfus  rex  Langobardorum  Theodelin- 
dam  . .  .  duxit  in  uxorem.    Der  folgende  Text  stammt  wie  bei 
Andreas  (S.  13  fit)  aus  Ekkehard  und  zeigt  gegenüber  Ekkehard 
ganz  die  gleichen  Abweichungen,  wie  sie  bei  Andreas  sich  finden. 
Auch   im   Folgenden    erscheint    hauptsächlich    der   Text   des 
Andreas,    und  der  Verfasser  des  Traktats  müsste  neben  Ekke- 
hard die  gleichen  Quellen,  wie  Andreas  sonst,   benützt  haben : 
Jacobus   a  Voragine   und  Hermann  von  Niederaltaich.     Nach 
der  kurzen  Geschichte  Tassilos  folgt   die   Gesciüchte  des   Ur- 
sprungs der  Franken  im  Auszug  aus  dem  4.  Kap.  des  Jordanus 
von  Osnabrück.    Der  Schluss  dieses  Kap.  findet  sich  bei  Andreas 
wieder.     Also,  möchte  man  sofort  schliessen,   hat  Andreas  den 
Traktat  benützt.     Dies   wäre  auch   kaum  zweifelhaft,   wenn  er 
nur  Stellen  übernommen  hätte,   die  der  Traktat  enthält.     Nun 
fehlt  aber  in  dem  Traktat  von   dem   Satz   (Jordanus,  Ausg.  v. 
Waitz,    S.  G4;   Andreas   S.  19,23):    Hoc   siquidem  Plectrudis 
dicti  Pippini  Grossi   coniunx   fundavit,   der  ganze  Schluss:   in 
honore  u.  s.  w.  bis  sepeliri.     Daraus  wäre  zu  entnehmen,  dass 

IV» 

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-    LU    - 


Andreas,  der  diesen  Schluss  hat,  nicht  den  Traktat  benutzt 
haben  kann,  sondern  unmittelbar  oder  durch  Vermittelung 
einer  dazwischenliegenden,  nicht  mit  dem  Traktat  identischen 
Quelle  den  Text  des  Jordan  us  erhalten  haben  muss.  Der 
naheliegende  Schluss  aber,  dass  der  Traktat  hier  des  Andreas 
Text  benutzt  habe,  kann  nicht  gemacht  werden,  weil  der 
Traktat  ja  den  Jordanus  noch  an  vielen  Stellen  ausschreibt, 
die  nicht  bei  Andreas  sich  finden.  Gar  zu  fem  läge  die  An- 
nahme, dass  Andreas  doch  den  Traktat  benutzt  hat,  und  dass 
nur  in  der  Wiener  und  Münchener  Abschrift  jener  erwähnte 
Satzschluss  fehlt.  Weitere  dem  Traktat  und  Andreas  gemein- 
same Stellen  zähle  ich  13.  Eine  mit  Jordanus  gemeinsame  Stelle 
zeigt  sich  bei  Andreas  ausser  der  oben  erwähnten  Geschichte 
nicht  mehr.  Der  Verfasser  des  Traktats  müsste,  wenn  wir  seine 
mit  Andreas  gemeinsamen  Stellen,  deren  Aufzählung  ich  hier 
ersparen  will,  überblicken,  alle  die  verschiedenen  Quellen  benutzt 
haben,  die  auch  Andreas  ausbeutete,  darunter  sogar  unbekannte, 
die  wir  ausführlicher  bei  Andreas  finden.  An  solchen  Stellen 
wäre  also  von  Andreas  der  Traktat  selbst  nicht  benutzt. 

Einen  sicheren  Ausweg  aus  allen  unseren  Zweifeln  zeigt 
uns  an  einer  jener  13  Stellen  eine  sonderbare  Behauptung  des 
Tractatus:  Item  anno  domini  1166.  Heinricus  dux  Bavarie  et 
Saxonie  predictus  a  Friderico  imperatore  prefato  per  sentencias 
principum  proscribitur  et  a  suis  honoribus  deponitur  et  Otto 
comes  palatinus  de  Schyra  dux  Bavarie  seu  Noricorum  con- 
stituitur.  Als  Quellen  für  diesen  Wortlaut  kämen  Hermann 
von  Niederaltaich  und  die  Heilsbronner  Annalen  in  Betracht, 
aus  denen  auch  sicherlich  des  Andreas  Text  entstanden  ist, 
weshalb  wir  die  letzteren  3  Texte  nebeneinanderstellen: 


Andrea.s  (unten  S.  57, 
29): 

1166.  ordinantur  ca- 
nonici reguläres  in  Salcz- 
burg. 

1180.  marchionatus 
Stirie  mutatur  in  duca- 
tura.  Eodcm  anno 
Heinricus  dux  Bawarie 
et  Saxonie  aFriderico  im- 
peratore per  sentencias 
principum  deponitur  et 
Otto  comes  de  Behyra 
dux  Bavarie  constituitur. 


Herrn.  Altah.  Annales 
(SS.  17,384): 

1166.  .  .  .  Ordinatio 
clericorum  in  Saltzpurch 
ab  archiepiscopo  Chun- 
rado.  .  .  . 

1180.  Styrensis  mar- 
chio  Otacher  mutato 
antiquitatis  nomine  dux 
appellari  gloriatur. 
Heinricus  dux  Ba- 
warie ab  imperatore 
eicitur,  Otto  palatinus 
comes  de  Schvra  ei 


Annal.  Halesbr.  Ma- 
iores  (SS.  24,44): 

A.D.  11()6.  ordinan- 
tur canonici  regu- 
läres in  Salczburch 
ordinis  S.  Augustini. 

A.D.  1180.  Heinri- 
cus dux  Babarle  a 
Fridrico  impera- 
tore per  sentencias 
principum  ducatu 
privat ur  et  Otto  de 
Schyria  comes  ei  sub- 
sti  tuitur. 


substituitur. 

Es  ist  kaum   zweifelhaft,   dass  Andreas  seinen  Text  aus 
den  beiden    hier   danebengestellten  Quellen,  die  er  auch  sonst 


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—  Lni   — 

vorher  und  nachher  ausschrieb,  gefertigt  hat:  Die  Grund- 
lage bildet  der  Text  der  Ann.  HaL,  die  ihrerseits  selbst  schon 
Hermann  benutzt  haben;  aber  dem  letzteren  ist  wohl  un- 
mittelbar die  Nachricht  von  der  Erhebung  der  Steiermark  zum 
Herzogtum  entnommen .  Vergleicht  man  den  Text  des  Tractatiis 
mit  den  3  andern  Texten,  so  fallt  sofort  auf,  dass  der  den 
Heilsbronner  Annalen  eigentümliche  und  deswegen  auch  in 
den  SS.  durch  den  Druck  hervorgehobene  Ausdruck :  per  sen- 
tencias  principum,  auch  im  Tractatus  verwendet  ist  Es  wäre 
sonderbar  und  ist  ganz  unwahrscheinlich,  dass  der  Verfasser 
des  Tractatus,  der  sonst  die  Ann.  Hai.  nicht  benutzte,  gerade 
an  dieser  Stelle  einen  jene  kennzeichnenden  Ausdruck  entlehnt 
hätte.  Aber  nehmen  wir  nun  an,  dass  er  den  Text  des  An- 
dreas benutzt  hat,  mit  dem  er  nach  unserer  Untersuchung 
so  viele  Übereinstimmung  aufweist,  so  wird  klar,  wie  er  zu 
jenem  Irrtum  kam,  die  Einsetzung  der  Witteisbacher  ins 
bayerische  Herzogtum  in  das  J.  1166  zu  verlegen.  In  der 
Schnelligkeit  des  Exzerpierens  übersah  er,  dass  des  Andreas 
Worte  Eodem  anno  sich  auf  die  Jahrzahl  1180  beziehen,  und 
schrieb  die  vorhergebende  Jahrzahl  1166  ab.  Nur  durch  ein  so 
grobes  äusserliches  Versehen  konnte  dieser  die  ganze  Arbeit 
des  Tractatus-Schreibers  kennzeichnende  Fehler  entstehen.  Haben 
wir  so  für  diesen  Fall  die  Überzeugung  gewonnen,  dass  nicht 
der  Traktat  des  Andreas  Quelle  ist,  sondern  dass  es  sich  um- 
gekehrt verh&lt,  und  betrachten  wir  nunmehr  unter  diesem 
Gesichtspunkt  alle  Berührungsstellen  zwischen  dem  Traktat  und 
Andreas,  so  festigt  sich  die  gewonnene  Überzeugung,  dass 
Andreas  Hauptquelle  für  die  bayerischen  Bruchstücke  der 
Kompilation  ist,^  und  wir  werden  nicht  mehr  versuchen,  den 
der  Schrift  nach  in  allen  Hss.  dem  15.  Jh.  angehörenden 
Traktat  dem  vorhergehenden  Jh.  zuzuschreiben.  Jedenfalls  darf 
auch  der  Name  Eonrads  von  Megenberg,  was  ein  von  mir 
vorgenommener  Vergleich  mit  dessen  Tractatus  de  translatione 
imperii  der  Eichstätter  Hs.  Nr.  698  klar  bewies,  nicht  mit 
diesem  geistlosen  Machwerk  in  Verbindung  gebracht  werden. 
Der  Abschnitt,  der  bei  Andreas  dem  Texte  des  Jordanus  von 
Osnabrück  entnonmien  ist,  stammt  direkt  dorther,  oder  wenn 
er  durch  eine  andere  Quelle  vermittelt  ist,  durch  den  Traktat 
ist  dies  sicherlich  nicht  geschehen.    Ebenso  verhält  es  sich  mit 

*  R»i  clm.  9503  npricht  hiefür  auch  der  I^'nistaiul,  da^s  wir  die 
daselbst  Bl.  237  vorausgehenden  und  auch  in  den  beiden  andern  Münchener 
Hss.  enthaltenen,  unten  zu  besprechenden  Persecutiones  Christianorum 
und  die  Bl.  256  folgenden,  oben  8.  XXXVI  erwähnten  Teile  als  Auszüge  aus 
des  Andreas  A.  Chr.  nachweisen. 


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—    LIV    - 

den  von  Andreas  aus  uns  unbekannten  Quellen  entnommenen 
Stellen,  die  im  Traktat  wiederkehren. 

Hieran  sind  noch  einige  Bemerkungen  über  das  Ver- 
hältnis des  Andreas  zu  der  Eichstätter  Hs.  No.  698  (früher 
269),  die  ich  unten  in  Anmerkungen  verschiedene  Male  erwähnt 
habe,  zu  knüpfen.  Die  Hs.  (Papier,  in  2^  674  S.)  ist  teil- 
weise beschrieben  Archiv  9, 654.  Dürrwächter  (Die  Gesta  Caroli 
Magni  S.  15)  sprach  die  Hofihung  aus,  einmal  den  Nachweis 
führen  zu  können,  dass  eine  direkte  Benutzung  jener  Hs.  durch 
Andreas  stattgefunden  habe.  Ich  weiss  nicht,  wie  er  diesen 
Nachweis  erbracht  hätte.  Meine  Untersuchung  der  Eichstätter 
Hs.  hat  mich  nicht  zu  der  gleichen  Überzeugung  gebracht.  Es 
ist  wohl  sicher  richtig,  wenn  Dürrwächter  die  Hs.  als  eine 
Regensburger  bezeichnet  und  in  der  Hauptsache  kurz  vor  1415 
geschrieben  sein  lässt.  Aus  dem  reichen  Inhalt  der  Hs.  stehen 
in  Beziehung  zu  Andreas:  1)  die  Tractatus  de  translatione 
imperii  Roraani  des  Konrad  von  Megenberg  (S.  406—483), 
worüber  ich  in  meiner  Abhandlung:  Die  verlorene  Chronik 
Konrads  von  Megenberg  (in  Festgabe  für  K.  Th.  v.  Heigel, 
S.  160 ff.)  mehr  gesagt  habe;  2)  eine  grosse  Zahl  von  Akten- 
stücken, die  auch  in  des  Andreas  Gonc.  Gonst.  enthalten  sind. 
Nichts  liegt  näher  als  die  Annahme,  Andreas  habe  jene  Stücke 
aus  der  eben  besprochenen  Hs.  entnommen.  Aber  die  Les- 
arten verbieten  diese  Annahme.  Schon  wenn  man  die  HTA., 
in  denen  eine  ziemliche  Zahl  der  in  beiden  Sammlungen  ent- 
haltenen Stücke  abgedruckt  ist,  zur  Hand  nimmt,  stellt  sich  das 
von  Dürrwächter  behauptete  Verhältnis  als  unrichtig  heraus. 
Es  zeigt  sich,  dass  Andreas  zumeist  bessere,  die  Eichstätter  Hs. 
schlechtere  Lesarten  hat.  Bei  den  Sitzungsakten  des  Konzils 
zu  Pisa  ist  bald  die  eine  (Andreas  2,5—8),  bald  die  andere 
Sammlung  (S.  302 — 304)  ausführlicher.  Das  weist  darauf  hin, 
dass  beide  nicht  in  direkter  Beziehung  stehen,  sondern  auf 
eine  (ev.  mehrere)  gemeinsame  Vorlage  zurückgehen.  Vgl. 
was  über  das  Verhältnis  der  Eichstätter  Hs.  zur  Wiener  und 
zur  Memminger  Hs.  des  Gonc.  Gonst.  RTA.  6,339  gesagt  ist 
3)  Die  Gesta  Karoli  Magni  der  Regensburger  Schottenlegende 
(S.  502 — 535),  welche  sich  auch  in  dem  unten  beschriebenen, 
von  Andreas  stammenden  clm.  903  finden,  im  Gegensatz  zu  dem 
Hauptinhalt  letzterer  Hs.  nicht  von  der  Hand  des  Andreas  ge- 
schrieben. Auch  bei  diesem  Stück  kann  nicht  von  einer  direkten 
Benützung  der  Eichstätter  Hs.  durch  Andreas  gesprochen  werden, 
wie  denn  Dürrwächter  selbst  bei  seiner  Hss.-Üntersuchung 
(S.  20)  zu  dem  Schlüsse  kam,  dass  der  in  clm.  903  enthaltene 


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—    LV    — 

Text  weder  Toa  der  anderen  Hs.  stammen  noch  mit  ihr  die 
gleiche  Vorlage  haben  kann,  so  dass  erst  für  die  beiderseitigen 
Vorlagen  eine  gemeinsame  noch  ältere  Vorlage  anzunehmen  ist. 
4)  Plores  temporum  (S.  545—607),  denen  (S.  536—544)  „Cronice 
acurtate  novi  testamenti",  allgemeine  Annalen  bis  1251  und 
eine  Papstreihe  bis  Alexander  V.  vorangehen.  Die  Flores 
temporum  sind  bis  1413  fortgesetzt.  Andreas  hat  in  seiner 
A.  Chi*,  die  Flores  ja  sehr  stark  benätzt  und  oft  als  seine  Quelle 
bezeichnet.  Aber  es  ist  durchaus  kein  Grund  erfindlich,  warum 
er  gerade  diese  Hs.  benützt  haben  sollte.  Zwei  Notizen  z.  J. 
1410,  die  die  Eichstätter  Hs.  auf  S.  544  und  610  enthält  und 
die  sich  auch,  von  Andreas  geschrieben,  in  clm.  903  finden 
und  in  der  A.  Chr.  benützt  sind,  werden  wohl  wie  die  Stücke 
des  Conc.  Const.  des  Andreas  und  die  Schottenlegende  des 
clm.  903  von  anderer  Vorlage  stammen.  Also  nicht  von 
direkter  Benützung  der  Eichstätter  Hs.  durch  Andreas  kann 
die  Bede  sein,  sondern  nur  von  einer  gewissen  Verwandtschaft 
zwischen  jener  Sammelhs.  und  den  Materialien  des  Andreas. 
Für  das  13.  und  den  Anfang  des  14.  Jhs.  beutet  Andreas 
Aufzeichnungen,  welche  in  dem  fränkischen  Cisterzienserkloster 
Heilsbronn,  dem  Mausoleum  der  fränkischen  Hohenzollem,  ent- 
standen waren,  in  weitgehendem  Masse  aus.  Als  Waitz  diese 
Annales  Halesbrunnenses  maiores  (SS.  25,  42—52) 
herausgab,  äusserte  er  die  Meinung,  dass  der  Inhalt  jener 
Annalen  bisher  unbekannt  gewesen  sei,  abgesehen  von  einer 
kurzen  Stelle,  welche  der  Mainzer  Geschichtschreiber  Serrarius 
aus  ihnen  genommen  zu  haben  scheine.  Während  letztere 
Vermutung  unwahrscheinlich  ^  ist,  ist  erstere  Behauptung  un- 
richtig. Bald  nachdem  Waitz  die  Annales  Halesbrunnenses 
maiores  ans  Licht  gezogen  hatte,  machte  Weiland  ^  darauf  auf- 
merksam, dass  diese  Quelle  in  der  A.  Chr.  des  Andreas  benutzt 
sei  und  zwar  in  einem  mit  der  Erlanger  Hs.  (2)  identischen 
Text,  da  Andreas  eine  für  diese  bezeichnende  Variante  gebe 
und  auch  die  Forts,  nicht  kenne,  welche  sich  allein  in  der 
Würzburger  Hs.  (1)  findet  Das  ist  richtig.  Die  im  Text  von 
uns  gemachten  Angaben  über  die  Benützung  der  Heilsbronner 
Jahrbücher  zeigen,  wie  viel  Andreas  ihnen  entnommen  hat. 
Es  ergiebt  sich  daraus,  dass  sie  nach  dem  Versiegen  der  Annalen 
Hermanns  von  Niederaltaich  bis  zum  Beginn  des  Chronicon 

"  Serrarius  wird  jene  Stelle  z.  J.  1313  wohl  eher  einer  einheimischen 
Mainzer  Quelle  verdanken,  in  der  sehr  leicht  mit  ähnlichem  Wortlaut 
wie  in  den  Heüsbronner  Annalen  berichtet  worden  sein  kann,  da  von  einer 
Äusserung  des  Erzbischofs  Peter  von  Mainz  die  Rede  ist. 

'  Nachrichten  v.  d.  k.  Ges.  d.  Wiss.   zu  Göttingen  1883,  S.  252. 


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—     LVI    — 

de  ducibus  Bavariae  seine  Hauptquelle  bilden.  Daraus  erklärt 
sich  bei  ihm  hier  das  Hervortreten  von  Nachrichten  über  den 
Cisterzienserorden  und  über  einzelne  fränkische  Ereignisse.  An 
verschiedenen  Stellen,  an  denen  die  Heilsbronner  Aufzeichnungen 
die  Annalen  von  Niederaltaich  benützt  haben,  zieht  Andreas 
offensichtlich  den  Text  in  der  Heilsbronner  Fassung  dem  ur- 
sprünglichen Wortlaut  der  gleichzeitig  von  ihm  benutzten  Nieder- 
altaicher  Quelle  vor.  Zu  bemerken  ist,  dass  Andreas  die  Zeit- 
angaben der  Heilsbronner  Annalen  nicht  immer  genau  übernimmt 

Wir  haben  hier  noch  eine  Frage  zu  berühren.  Es  ist 
sicher,  dass  in  den  Heilsbronner  Aufzeichnungen  Nachrichten 
aus  Fürstenfeld,  das  wie  Heilsbronn  Cisterzienserkloster 
war,  verwertet  sind.  Diese  Nachrichten  scheinen  Annalen  an- 
zugehören, die  wir  als  verloren  betrachten  müssen.  Martin 
Mayr  (Zur  Kritik  d.  alt.  Fürstenfelder  Geschichtsquellen,  im 
Oberb.  Archiv  Bd.  36  und  separat)  ist  den  Spuren  der  ver- 
lorenen Fürstenfelder  Quelle  nachgegangen,  jedoch  bevor  die 
Heilsbronner  Annalen  bekannt  waren.  Seine  Ergebnisse  wären 
durch  die  Kenntnis  dieser  letzteren  bedeutend  gefördert  worden, 
und  es  wird  sich  einmal  lohnen,  Mayrs  Forschungen  durch 
eine  Prüfung  der  Beziehungen  der  Heilsbronner  Aufzeichnungen 
zur  vermuteten  Fürstenfelder  Quelle  zu  ergänzen.  Wir  haben 
hier  nur  die  Frage  zu  beantworten :  Stammen  die  bei  Andreas 
sich  findenden  Nachrichten,  die  offenbar  Fürstenfelder  Ursprungs 
sind,  direkt  von  dort  oder  sind  sie  ihm  nur  durch  die  Heils- 
bronner Annalen  übermittelt?  Martin  Mayr  ist  es  entgangen, 
dass  bei  Andreas  solche  Stellen  sich  finden,  die  in  Fürstenfeld 
entstanden  sein  müssen.  Die  Vergleichung  mit  der  Heilsbronner 
Quelle  ergiebt,  dass  jene  Nachrichten  sicher  aus  ihr  geflossen 
sind.  Und  da  ausser  diesen  in  den  Heilsbronner  Annalen  er- 
haltenen Fürstenfelder  Bruchstücken  bei  Andreas  keine  weiteren 
Teile  sich  finden,  die  auf  Fürstenfeld  als  Entstehungsort  deuten, 
ist  als  erwiesen  anzunehmen,  dass  Andreas  die  verlorenen 
Fürstenfelder  Annalen  nicht  gekannt  hat. 

Durch  den  Fleiss  des  Andreas  ist  uns  eine  nicht  un- 
wichtige Quelle  des  14.  Jhs.  erhalten  geblieben,  nämlich  das  von 
seinem  ersten  Herausgeber  Oefele  (SS.  rer.  boic.  1, 39  —44)  so 
genannte  Chronicon  de  ducibus  Bavariae  anonymi 
Ludovico  IV.  synchroni.  Aus  diesem  ersten  Abdruck  wieder- 
holt bei  Böhmer,  Fontes  1,  137—147.  Vgl.  Weiland,  Über 
einige  bairische  Geschichtsquellen  des  14.  Jhs.,  in  Nachrichten 
V.  d.  k.  Ges.  d.  Wiss.  zu  Göttingen  1883,  S.  237—260.  Vorher 
Wiehert,    Beiträge    z.   Kritik    d.    Quellen   f.    d.   Gesch.  Kaiser 


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—     LVll    — 

Ludwigs  d.  Baiern,  in  Forschungen  16,63-70.  Bei  der  von 
Weiland  nachgewiesenen  Mangelhaftigkeit  der  beiden  Ausgaben 
wäre  eine  Neuausgabe  sehr  zu  wünschen.  Andreas  hat  die 
Chr.  in  seinem  Notizenbuch  clm.  903  (Bl.  105—113)  abge- 
schrieben, und  aliein  durch  diese  Abschrift  ist  das  Werkchen, 
das  (meiner  Meinung  nach  i.  J.  1372  in  Regensburg  verfasste) 
Annalen  von  1309—1372  bringt,  uns  erhalten  geblieben.  Die 
Überschrift  ist  von  der  Hand  des  Andreas  und  lautet :  Oronica 
de  ducibus  Bavarie.  Eine  spätere  Hand  hat  diese  Schriftzüge 
nachgefahren,  doch  stammen  sie  ursprün  glich  von  Andreas.  In 
seinen  eigenen  Chroniken  benützt  Andreas  jenes  Chronicon, 
in  welchem  Wahres  mit  vielem  Sagenhaften  vermischt  erscheint, 
in  sehr  ausgedehntem  Masse.  Im  Hinblick  darauf,  dass  die 
Ausgabe  von  Oefele  (und  der  Abdruck  bei  Böhmer)  heutigen 
Ansprüchen  nicht  mehr  genügt,  habe  ich  die  von  Andreas  in 
seinen  Chroniken  benützten  Stellen  mit  der  Hs.  verglichen  und 
verweise  daher  in  den  Anmerkungen  auf  diese.  Gerade  die  von 
Oefele  nicht  abgedruckten  Stellen  finden  sich  mit  einer  Aus- 
nahme, in  welchem  Falle  Andreas  eine  bessere  Quelle  benützte, 
in  den  Chroniken  des  Andreas  wieder.  Das  scheint  mir  auch 
der  Grund  gewesen  zu  sein,  weshalb  Oefele  sie  nicht  abdruckte. 
Einzelne  Abschnitte  sind  beiden  Chroniken  gemeinsam,  andere 
sind  nur  je  in  einer  derselben  verwendet,  die  einen  bald  kürzer, 
die  andern  bald  ausführlicher.  Die  Abschrift  in  clm.  903  fertigte 
Andreas  zu  einer  Zeit,  als  er  seine  A.  Chr.  schon  geschrieben 
hatte,  wie  aus  seiner  Schlussbemerkung  hervorgehen  dürfte 
(ßequire  residuum  in  cronicis,  que  alibi  scripsi  etc.).  Vgl. 
S.  104,  Anm.  4.  In  der  B.  Chr.  schreibt  er  für  jene  Teile 
nicht  einfach  die  A.  Chr.  ab,  sondern  geht  wieder  auf  die  Quelle 
zurück,  die  er  schon  für  jene  ausgebeutet  hat.  So  ergeben 
sich  Erweiterungen,  Kürzungen  und  Abweichungen.  Den  Ver- 
fasser der  Chr.  kennt  Andreas  nicht ;  wenn  er  die  Chr.  anführt, 
sagt  er:  in  quadam  cronica  legitur,  oder  nur:  item  alibi  legitur, 
legitur  quod  etc.,  sicut  legitur  (5  mal),  sie  legitur,  und  den  Ver- 
fasser bezeichnet  er  an  zwei  Stellen  gleichmässig  ganz  all- 
gemein: qui  ea,  que  ego  hie  transsumptive  posui,  originaliter 
scripsit.  Es  ist  Weiland  (a.  a.  0.  S.  245)  aufgefallen,  dass  die 
Chr.  gerade  in  den  Jahrzehnten,  in  denen  der  Verfasser  als 
gleichzeitig  gelten  muss,  den  50  er  und  60  er  Jahren  des  14.  Jhs., 
nur  Weniges  zu  berichten  weiss.  Er  wirft  daher  die  Frage 
auf,  ob  nicht  der  Verdacht  bestünde,  dass  Andreas  in  seiner 
Abschrift  in  clm.  903  nicht  das  ganze  Werk  überliefert  habe. 
Ich  verweise  hier  auf  das,   was  Weiland  für  diese  Vermutung 


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—   Lvin  — 

anführt,  und  auf  seinen  durch  Lorenz  (Gesch.-Qu.  1^,185)  an- 
geregten Versach,  Konrad  von  Megenberg  mit  der  Chr.  in 
Beziehung  zu  setzen.  Ich  halte  diesen  Versuch  für  verfehlt 
und  hoffe,  an  anderer  Stelle  näher  auf  diese  Frage  eingehen 
zu  können.  Mit  Recht  aber  hat  Weiland  darauf  hingewiesen, 
dass  nach  dem  Versiegen  des  Chronicon  die  A.  Chr.  „ziemlich 
steriF  wird,  bis  dann  die  Erzählung  der  Zeitereignisse  beginnt, 
die  Andreas  selbst  miterlebt  hat. 

Zwei  wichtigen  Quellen  des  Andreas  habe  ich  an  anderen 
Stellen  eingehende  Untersuchungen  gewidmet,  auf  die  als  not- 
wendige Erläuterungen  zu  dieser  Ausgabe  hier  verwiesen  sei: 

1)  Die  verlorene  Chronik  Konrads  von  Megenberg, 
in  Festgabe  für  K.  Th.  von  Heigel,  S.  160—174. 

2)  Fundationes  monasteriorum  Bavariae,  im  N- 
Arch.  24,671-717.^ 

Eine  nicht  in  den  Fund,  enthaltene  Klostergründungs- 
geschichte, die  von  Beichenbach  in  der  Oberpfalz,  entnimmt 
Andreas  (S.  53,42fF.)  dem  Chronicon  Reichenbacense, 
das,  von  einem  unbekannten  Roichenbacher  Mönch  verfasst,  von 
der  Gründung  bis  z.  J.  1417  reicht.  (Gedr.  Oefele  1,402  aus 
der  einzig  erhaltenen  Abschrift  Hartmann  Schedels  in  clm.  351.) 
Es  ist  nicht  unmöglich,  dass  Andreas  an  Ort  und  Stelle  aus 
dieser  Quelle  schöpfte  und  den  Verfasser  kannte,  da  er  auch 
sonst  gute  Beziehungen  zu  dem  Kloster  Reichenbach  gehabt 
zu  haben  scheint. 

Textstellen  aus  des  Archidiakons  Eberhard  von 
Regensburg  Annalen  (SS.  17,591—605)  von  1273—1305 
sind  zur  Biographie  des  Regensburger  Bischofs  Heinrich  II. 
(von  Roteneck)  und  zu  einer  Nachtragsnotiz  z.  J.  1304  benützt. 
Doch  dürfte  die  Benützung  keine  direkte  gewesen  sein,  da  diese 
beiden  aus  Eberhard  stammenden  Stellen  gerade  in  dieser  bei 
Andreas  wieder  erscheinenden  Form  in  den  Fund.  (NA.  24, 702) 
enthalten  sind  und  eine  weitere  Benützung  von  Eberhards 
Annalen  durch  Andreas  nicht  nachweisbar  ist. 

Straubinger  Annalen  sind  dem  Andreas  schon  in 
der  Fund.-Sammlung  vorgelegen.  Doch  scheinen  sie  von  ihm 
noch  in  jener  andern  Form  benützt  worden  zu  sein,  wie  sie 
in  clm.  1031  und  der  Wiener  Hs.  413  (daraus  gedr.  als  Annales 
Windbergenses  SS.  17,565)  und  ausserdem  noch  in  clm.  23019 

*  Ausf^er  den  von  mir  dort  angeführten  Hss.  enthält  noch  clm.  14894, 
Bl.  1—102  eine  (in  der  2.  Hälfte  des  15.  Jhs.  gemachte)  Abschrift  der 
Fundatione«.  Angefügt  sind  Auszüge  aus  Kremsmünsterschen,  Salzburger, 
Chiemseer  u.  a.  Quellen. 

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-     LIX    — 

erscheinen  (vgl.  Sammelblätter  z.  Gesch.  d.  Stadt  Straubing 
S.  657  n.  785).  Denn  während  in  den  Fund,  nur  zu  lesen  ist: 
1208.  Straubinga  construitur,  sagt  Andreas  (S.  59,  28):  Eodem 
anno  (1208)  Strawbinga  nova  construitur,  und  auch  in  jenen 
Hss.  heisst  es,  allerdings  zum  J.  1218:  constructa  est  nova 
Straubinga.  Bei  der  Nachricht  von  der  Belagerung  Straubings 
im  J.  1332  (vgl.  S.  83,  Anm.  3)  tritt  die  Benutzung  einer  Auf- 
scbreibung  der  Straubinger  Annalen,  welche  von  jener  in  den 
Fund,  enthaltenen  abweicht,  deutlicher  hervor,  wie  denn  auch 
zwei  von  Andreas  (S.  82, 23  und  86, 23)  gebrachte  Merkverse 
daraus  stammen  dürften. 

Andreas  zeigt  sich  als  Kenner  kanonistischer  Literatur; 
er  citiert  des  Bischofs  Wilhelm  Duranti  von  Mende  be- 
rühmtes Speculum  iudiciale,  wie  dessen  Bationale  divinorum 
officiorum  und  benützt  Werke  der  Eanonisten  Johannes 
Andreae  und  Johannes  Galderinus. 

Quelle  des  Andreas  sind  ferner  die  chronikalischen  Notizen, 
die  er  auf  Bl.  21  und  22  seines  Notizbuches  clm.  903  ohne 
zeitliche  Beihenfolge  eingetragen  hat  und  die  Oefele  als  Anonymi 
Bavari  Breve  Chronicon  rerum  suo  tempore  gestarum 
1396—1418  in  seinen  SS.  1,  610—612  chronologisch  geordnet 
herausgegeben  hat.  Bezüglich  des  Ursprungs  jener  Notizen 
(die  übrigens  nur  bis  1413  reichen,  da  die  Jahrzahl  1418  am 
Anfang  des  letzten  Abschnitts  falsch  ist,  1408  heissen  muss 
und  in  der  Hs.  wahrscheinlich  Schreibfehler  ist)  hat  sich 
Oefele  mit  der  Feststellung*  begnügt,  dass  nach  verschiedenen 
Anzeichen  ein  Bayer  sie  verfasst  hat.  Ich  bin  der  Meinung, 
dass  kein  einheitlicher  Verfasser  anzunehmen  ist,  sondern  dass 
hier  eine  Anzahl  von  Notizen  aus  verschiedenartigen  Quellen 
zusammengestellt  ist.  Die  Niederlage  des  Deutschen  Ordens 
1410  erscheint  z.  B.  in  zwei  verschiedenen  Darstellungen, 
wobei  die  zweite  sogar  eingeleitet  wird  mit  den  Worten: 
Eadem  historia  sub  aliis  verbis.  Der  Todestag  des  Papstes  Alexan- 
der V.  wird  an  zwei  verschiedenen  Stellen  verschieden  an- 
gegeben. Der  Tod  König  Ruprechts  wird  zweimal  berichtet. 
Überhaupt  sind  die  Nachrichten  ohne  Ordnung  durcheinander 
geschrieben.  Ich  denke  mir,  dass  Andreas  selbst  diese  Notizen  aus 
verschiedenen  Quellen  sammelte  und  hier  in  seinem  Notizbuch 
vereinigte,  um  sie  in  seinen  Chroniken  zu  verwerten.  Trotzdem 
man  in  diesem  Fall  daran  denken  könnte,  die  Zusammenstellang 
ZQ  den  Werken  des  Andreas  zu  zählen,  wird  es  doch  ratsamer 
sein,  sie  nur  als  seine  Quelle  zu  betrachten,  da  seine  Arbeit 
daran   nur  die  eines  Abschreibers  gewesen   sein  dürfte.    Ich 


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—     LX    — 

verweise  daher  auf  den  Druck  bei  Oefele.  Andreas  hat  den 
Stoff  in  seinen  beiden  Chroniken  benützt.  Er  hat  z.  B.  in 
der  A.  Chr.  die  eben  erwähnten  2  Nachrichten  von  der  Nieder- 
lage des  Deutschen  Ordens  in  eine  Darstellung  verschmolzen 
und  ebenso  die  zwei  Stellen  vom  Tod  König  Ruprechts  in 
einen  Satz  vereinigt.  Während  er  bei  der  Erzählung  von  dem 
Türkenzug  1396  in  der  A.  Chr.  nur  andern  Quellen  folgt,  tritt  in 
der  B.  Chr.  auch  die  Benützung  dieser  Aufzeichnungen  zu  Tage. 

Erst  nach  dem  Abschluss  seiner  A.  Chr.  1422  lernte 
Andreas  eine  Chronica  volgaris  kennen,  die  er  in  Randzusätzen  ^ 
zur  A.  Chr.  und  später  im  Texte  der  B.  Chr.  verwertete.  Die 
Untersuchung  der  Stelleu,  an  denen  diese  Chronica  volgaris 
als  Quelle  genannt  ist,  ergiebt,  dass  man  es  mit  der  ältesten 
Prosadarstellung  der  Weltgeschichte  in  deutscher  Sprache,  der 
Sächsischen  Weltchronik  (hsg.  von  Weiland,  MG.,  Dt. 
Chroniken  Bd.  2.),  zu  thun  hat.  Auch  die  1.  Bayerische 
Fortsetzung  derselben  ist  von  Andreas  in  Zusätzen  zur 
A.  Chr.  benützt. 

Eine  deutsche  Übers,  der  ganzen  A.  Chr.  fertigte 
in  den  J.  1470  und  1471  auf  Anregung  des  Regensburger 
Stadtkämmerers  Erasmus  Trainer  der  aus  Eichstätt  stammende 
Baccalaureus  der  freien  Künste  Leonhard  Hefft.  Das 
umfangreiche  Werk  ist  uns  in  3  Hss.,  cgm.  3959  und  6240 
und  der  Es.  Eist.  univ.  Fol.  Nr.  8  der  Eamburger  Stadt- 
bibliothek erhalten.  Ich  werde  darüber  an  anderem  Orte  im 
Zusammenhang  mit  der  übrigen  literarischen  Thätigkeit  Leonhard 
Eeffts  berichten. 

Am  wenigsten  von  allen  Werken  des  Andreas  war  bis- 
her sein  Concilium  Constan tiense  bekannt.  Es  ist  als 
Ganzes  bisher  ungedruckt  geblieben.  Schelhom  und  Pez 
teilten  den  Prolog  mit  (vgl.  S.  161,  Anm.  1),  den  Oefele  1, 11 
aus  Pez  abdruckte,  und  einzelne  Forscher  erholten  sich  einzelne 
Bruchstücke  aus  den  Ess. 

Die  vorliegende  Ausgabe  setzte  es  sich  zum  Ziel,  die 
schon  irgendwo  gedruckten  Stücke  der  Sanmilung  nach  Möglich- 
keit zu  bestimmen  —  bei  dem  Mangel  an  Vorarbeiten  keine 
geringe  Arbeit  für  den  Eerausgeber  —  und  ihren  Inhalt  unter 
Angabe  der  hauptsächlichsten  Druckstellen  ^  kurz  zu  bezeichnen. 

*  Auch  die  Annales  S.  Rudberti  Salisburgenses  und  des 
Vincenz  von  ßeauvais  Speculuni  historiale  erscheinen  nur  in 
Zusätzen  der  Hss.-Gruppe  B  als  Quellen  (S.  63,  29.  45,  38).  In  der  B. 
Chr.  ist  Vincenz  auch  im  Texte  benutzt. 

*  Bei  häufig  gedruckten  Konzilsakten  und  -Urkunden  wurde  Voll- 
ständigkeit dieser  Angaben  nicht  angestrebt. 


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—    LXI    — 

Einige  wichtige  dieser  gedruckten  Stücke  wurden  aus  ver- 
schiedenen Gründen  neu  abgedruckt  Die  bisher  ungedruckten 
Stücke  wurden  im  Ganzen  mitgeteilt,  einige  als  zu  umfang- 
reich oder  an  historischem  Oehalt  zu  gering  nur  dem  Inhalt 
nach  bezeichnet  oder  auszugsweise  wiedergegeben.  Die  Kapitel- 
bezeichnungen sind  in  den  Hss.  meist  nach  der  Überschr. 
eingesetzt;  ich  setze  sie  der  Übersichtlichkeit  halber  stets  voran. 

Die  Benennung  des  Werkes  als  Concilium  Constan- 
tiense  ergab  sich  aus  der  Yorrede.  Den  besonderen  Titel 
Acta  concilii  Constantiensis  trägt  nur  der  vierte  von  den  sieben 
Teilen  des  Ganzen. 

Die  Hss.  des  Concilium  Constantiense  sind  folgende: 

1:  Wien,  k.  k.  Hofbibliothek.  Cod.  pal.  vind.  3296, 
Bi.  114—360.     Nähere  Beschreibung  s.  oben  S.  XVIII. 

2:  Memm  ingen,  Stadtbibliothek.  Cod.  2, 6a  und  b. 
Papier.  2  Bde.  in  2**.  Vgl.  Bibliotheca  Uffenbachiana  mssta. 
4,46;  Bihl.  UfFenbach.  universalis  3,90;  Schelhorn,  Acta  hist.- 
eccl.  1, 1.  Auf  Vorder-  und  Rückdeckel  jedes  Bandes  das 
Wappen  Zach.  Conrads  v.  üffenbach  in  Gold  gepresst.  Auf  der 
Innenseite  jedes  Vorderdeckels  das  Ex-libris  Uffenbachs.  Auf 
dem  Rücken  der  Bände  in  Majuskeln  eingepresst:  Acta  Concilii 
Constant.:  CoUetore  Andreae  (so!)  Ratisbonensi  Inedita.  Bd.  1 : 
7  leere  BU. ;  dann  bezeichnet  S.  1  bis  915  nach  alter  Zählung, 
die  aber  so  fehlerhaft  gemacht  ist.  dass  eine  neue  Zählung 
S.  1—1016  bezeichnen  musste.  Am  Schluss  2  leere  Bll.  Die 
Abschrift  beginnt  auf  der  nummerierten  S.  1.  Je  auf  dem 
2.  unnummerierten  Bl.  beider  Bde.  hat  üffenbach  (es  ist  seine 
Handschrift,  wie  der  Vergleich  mit  seinen  Briefen  in  cgm.  5459 
ergiebt)  folgende  Notiz  eingetragen:  ACTA  CONCILII  CON- 
STANTIENSIS collecta  a  Jo.  (vgl.  oben  S.  I,  Anm.  1)  Andrea 
Ratisponensi  coetaneo,  nondum  edita.  Vol.  I.  et  II.  Quae  ex 
vet.  codice  ms.  membr.  e  monasterio  quodam  Moguntinensi  beni- 
vole  concesso,  omissis  iis,  quae  in  editione  H.  von  der  Hardt 
exstant,  describi  per  amanuensem  fecit  Z.  C.  ab  üffenbach. 
MDCCXVn  seq.  Vol.  L,  bezw.  Vol.  11.  Bd.  2:  7  leere  Bll.;  dann 
bezeichnet  S.  1  bis  1057.  Eine  neue  Seitenzählung  ergab  die 
Bezeichnung  von  1 — 1051.  Am  Schluss  24  leere  Bll.  Beginn 
der  Abschrift  auf  S.  1.  Die  beiden  Bände  enthalten  des  Andreas 
Conc.  Const,  das  Conc.  prov.  und  die  Chr.  Hus.  Eine  Anzahl 
von  Stücken  aus  der  ersteren  Sammlung,  die  in  v.  d.  Hardt's 
Werk  sich  finden,  wurden,  anscheinend  auf  uffenbachs  Ver- 
anlassung, in  dieser  Abschrift  weggelassen,  ausser  wenn  sie 
einen    besseren  oder  umfangreicheren  Text  zu  bieten  schienen. 


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—    LXII    — 

Der  Abschreiber  hat  einzelne  Blattnutnniera  seiner  Torlage 
notiert.  Wir  ersehen  daraus,  dass  die  Vorlage  ebenfalls  zwei 
Teile     umfasst    hat.      Die    letzte    angemerkte    Blattziffer    des 

1.  Teiles  der  Vorlage  (fol.  162)  findet  sich  auf  S.  253   des 

2.  Bandes  der  Abschrift;  das  fol.  1  des  2.  Teiles  der  Vorlage 
ist  auf  S.  316  (alt)  der  Abschrift  notiert;  die  letzte  angegebene 
Blattzahl  (fol.  122)  des  2.  Teiles  der  Vorlage  erscheint  auf 
S.  1155,  der  drittletzten  beschriebenen  Seite,  der  Abschrift. 
Der  Mainzer  Kodex,  aus  dem  Uffenbach  seiner  Angabe  nach 
seine  Abschrift  fertigen  liess,  war  vielleicht  identisch  mit  jener 
Es.  des  Mainzer  Metropolitankapitels,  aus  der  Guden,  Cod. 
dipl.  Mog.  2, 608  unser  Stück  7, 1  (unten  S.  270)  nebst  den 
dazu  gehörigen  Postillen  anführt.  Die  Ueberschr.  des  ersteren 
bei  Guden  stimmt  wörtlich  mit  jener  in  der  Wiener  and 
Memminger  Hs.  überein,  die  der  Postillen  fast  ganz  mit  jener 
in  der  Memminger  Es.,  also  der  Abschrift  der  mutmasslichen 
Vorlage  (in  der  Wiener  Es.  fehlt  diese  üeberschrift).  Die 
Berausgeber  der  BTA.  suchten  vergeblich  nach  der  Mainzer 
Es.  (vgl.  RTA.  6,377.  387)  und  druckten  das  Stück  nach 
unseren  beiden  Ess.  ab.  Auch  meine  erneuten  Nachforschungen 
waren  erfolglos.  Der  Mainzer  Kodex  ^  ist  verschwunden  wie 
jene  andere  ebenfalls  aus  Mainz  (Franziskanerkloster?)  stammende 
Es.,  aus  der  auch  wieder  Uffenbach  sich  des  Andreas  A.  Chr. 
abschreiben   liess  (s.  oben  S.  XXV). 

3:  München,  k.  Eof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  14029. 
Vgl.  oben  S.  XXX.  An  die  A.  Chr.  schliessen  sich  auf  Bl. 
107' — 148'  in  dieser  Es.  einzelne  Stücke  aus  des  Andreas  Conc. 
Const.  und  der  Chr.  Eus.  und  zwar  folgende :  1)  Aus  4,  6  das 
Synodaldekret:  Pidem  katholicam,  mit  den  45  wiclifitischen 
Sätzen  und  der  Determinatio  des  Konzils.  2)  6,9:  Traktat  des 
Andreas  von  Deutsch-Brod,  De  origine  haeresis  Eussitarum. 
Aus  dieser  Es.  hsg.  von  Eöfler  2,327.  3)4,11.  4)  4,12. 
5)  7,12.  6)  7,15.  7)  7,18.  8)  7,19.  9)  Die  32  Stücke  der 
Chr.  Eus.,  welche  Eöfler  2,406  aus  dieser  Es.  herausgegeben  hat. 

4:  München,  k.  Bof-  und  Staatsbibliothek.     Clm.  5424. 

^  Ich  finde  zufällig  in  dem  Druck:  Ein  altes  schönes  Buchlien, 
darin  erwiesen,  dass  das  Sakrament . . .  vnder  baiden  Gestalten  soll  geraicht 
werden  (o.  O.  1560)  in  der  Vorrede  folgende  Stelle:  £s  hat  mich  ...  ein 
fumemer  Herr  S.  M.  P.  D.  ein  grosses  Lateinisch  Ferment  in  geschribens 
Buch  sehen  lassen  ...  in  dem  selbigen  hat  ein  Bruder  Augustiner  Ordens 
(dann  also  lautet  sein  Titel:  per  Andream  N.  Canonicum  Regulärem 
Ordinis  Beati  Augustini  zu  SantMangen  bey  der  brücken  in  der  vorstat 
zu  Begenspur^  geschriben\  vilerley  handlungen,  so  sich  zu  seiner  zeit 
verloffen,  sonderlich  aber  die  acta  des  Concili  zu  Gostentz  .  .  .  auff- 
gezeichnet.   Sollte  diese  Pergamenths.  die  jetzt  verschollene  gewesen  sein  ? 


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—  Lxin  — 

Papier.  2  \  15.  Jh.  226  BU.  Aus  der  bischöflich  chieroseeischen 
Bibliothek  in  Salzburg.  Auf  Bl.  1  der  kolorierte  Bibliothek- 
Stempel  des  Bischofs  Bernhard  von  Erayburg  (1467 — 1477), 
wie  in  clm.  6360  (vgl.  oben  S,  XXI).  Enthält  Bl.  145—226 
Teile  des  Conc.  Const.  des  Andreas  und  zwar  5,6.  7.  8. 
9.  10.  6,6.  7.  8.,  also  5  Sermones  und  3  Tractatus.  Die 
Überschr.  des  Traktates  6,  7 :  Explicit  tractatus  sextus  etc.,  mit 
der  beibehaltenen  Zählung  des  Andreas  und  ähnliche  Stellen 
mehr  dürften  genügend  Beweis  sein,  dass  die  Stücke  nur  aus 
des  Andreas  Sammlung  stammen,  und  zwar  ist  mit  der 
grössten  Wahrscheinlichkeit  die  Abschrift  wie  clm.  5360  aus 
dem  ganz  nahe  bei  Salzburg  befindlichen  Mondseer  Kodex, 
jetzt  cod.  pal.  vind.  3296,  genommen. 

5:  München ,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  14175. 
Papier.  2  ^.  265  BU.  Enthält,  Mitte  des  15.  Jhs.  geschrieben, 
auf  BL  253—265  folgende  Stücke  aus  des  Andreas  Werken : 
1)  Conc.  Const.  1,7.  2)  Chr.  Hus.  Nr.  7,  8  und  37.  3)  Conc. 
Const  5, 10.  Dass  diese  Stücke  aus  des  Andreas  Sammlungen 
herrühren,  beweisen  die  in  dieser  Hs.  mitabgeschriebenen  Schluss- 
worte des  Stückes  Cbr.  Hus.  Nr.  7,  in  denen  Andreas  von  sich 
selbst  spricht. 

6:  München,  k.  Universitätsbibliothek.  Cod.  Fol.  84. 
Papier.  2^.  266  Bll.  Auf  dem  Vorderdeckel  von  einer  Hand 
des  15.  Jhs.:  Iste  über  est  impignoratum  Andree  Dachsperger 
a  liebhardo  Friessen  pro  uno  instrumento  protestacionis  sew 
sex  Ben. ;  auf  dem  letzten  Blatt:  dedit  dominus  Andreas  Franten- 
hawser  conventui  Lanczhuetensi  ordinis  predicatorum  . . .  1483  ; 
auf  Bl.  1:  Est  fratrum  ordinis  predicatorum  in  FÄnczhuet. 
Enthält  unter  anderen  von  verschiedenen  Händen  geschriebenen 
Stücken  auch  eine  Anzahl  aus  des  Andreas  Conc.  Const.  und 
Chr.  Hus.,  und  zwar  Bl.  7':  Conc.  Const.  6,6;  Bl.  37:  Chr. 
Hus.  Nr.  37  ;  Bl.  46  ff.:  Conc.  Const  5, 5.  6,  7.  6, 8.  5, 6.  6, 10. 

Das  Concilium  provinciale  ist  wie  das  Conc.  Const. 
in  dieser  Form  ungedruckt.  Es  trägt  seinen  eigenen  Titel, 
wodurch  auch  die  neben  den  Aktenstücken  des  eigentlichen 
Provinzialkonzils  von  Salzburg  darin  enthaltenen  Schriftstücke 
der  Begensburger  Diözesansynode  als  Frucht  und  Ergebnis 
des  ersteren  gekennzeichnet  sind. 

Das  Conc.  prov.  findet  sich  in  den  Hss.  1  und  2  des 
Conc.  Const. 

Das  Diarium  sexennale  ist  gedruckt  bei  Oefele  1, 
15 — 38  aus  der  einzigen  Hs.,  in  der  es  vorhanden  ist,  dem 
Autograph  des  Verfassers,  clm.  903. 


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—    LXIV    — 

Einen  Titel  hat  Andreas  diesen  seinen  zeitgeschicht- 
lichen Aufzeichnungen  nicht  gegeben.  Andreas  Felix  Oefele 
hat  sie  von  sich  aus  Diarium  sexennale  genannt.  Dieser  Titel 
hat  sich  in  der  Literatur  eingebürgert,  und  ich  behalte  ihn  in 
dieser  Ausgabe  bei,  wenngleich  er  nicht  völlig  zutreffend  er- 
scheint. Ich  drucke  das  Diar.  vor  der  Chr.  Hus.  ab,  da  es 
für  letztere  die  Grundlage  und  hauptsächlichste  Quelle  bildet 

Die  Hs.  umfasst  273  nummerierte  Ell.,  denen  5  un- 
nummerierte  vorangehen.  Zwischen  Bl.  245  und  246  ist  ein  be- 
schriebener Zettel  eingebunden.  Die  einzelnen  Lagen  sind  von  sehr 
wechselndem  Umfang.  Das  Papier  des  Bandes  ist  kein  einheit- 
liches; als  Wasserzeichen  erscheint  bald  der  Ochsenkopf  ähnlich 
der  Form  No.  255  bei  Keinz,  Die  Wasserzeiclien  des  XIV.  Jahr- 
hunderts in  Handschriften  der  k.  b.  Hof-  und  Staatsbibliothek, 
bald  die  Krone  annähernd  wie  No.  206  daselbst.  Die  Schrift 
stammt  von  2  verschiedenen  Händen :  die  Bll.  26 — 37  und  66 — 
102  sind  von  einer  schwerfälligen  Hand  geschrieben,  die  einen 
handwerksmässigen  Charakter  trägt.  Alle  übrigen  Teile  des  Bandes 
rühren  von  der  Hand  des  Andreas  her.  Nebeneinander  finden 
sich  —  von  der  gleichen  schreibgewandten  Hand  geschrieben  — 
Bücher-Minuskel  und  Kursive  verwendet.  Eine  paläographische 
Würdigung  der  Schrift  des  Andreas  nebst  3  Proben  in  Lichtdruck 
aus  clm.  903  und  kurzer  Geschichte  dieser  Hs.  habe  ich  in 
Chroust's  Monumenta  palaeographica.  Lief.  VI,  Tafel  6  gegeben. 
Hier  erübrigt,  auf  den  Inhalt  des  Bandes  einzugehen,  besonders 
um  die  literarischen  Neigungen  des  Andreas  zu  kennzeichnen. 

Das  1.  unnummerierte  Bl.  ist  eine  Pergamenturk.,  ein 
Schuldbrief  eines  Jörg  Hofer,  1419  am  Samstag  nach  Peter 
und  Paul  (Juni  30)  Regensburg.  Als  Bürgen  sind  darin  ge- 
nannt Albrecht  der  Paulstorffer  und  Marquart  der  Stör  (s.  unten 
S.  749).  Dies  Blatt  trägt  von  einer  Hand  des  17.  Jhs.  den 
Eigentumsvermerk:  Monasterii  S.  Jacobi  Scotorum  Ratisbonae. 
Die  gleiche  Hand  schrieb  auf  das  3.  unnummerierte  Bl.:  Con- 
ventus  S.  Jacobi  Scotorum  Ratisbonae.  Auf  Bl.  5  (unnumm.)  hat 
sich  ein  Leser  eingetragen:  Anno  domini  1529.  frater  David 
OmoUorii  ordinis  S.  Francisci  sacraeque  paginae  baccalaurius 
ex  Scotia  oriundus  sive  Tbernia  hunc  librum  habuit,  ut  volentes 
nudam  veritatem  scire  de  fundatione  monasterii  Scotorum  ad 
S.  Jacobum  Ratisponae  et  aliorum  monasteriorum  per  reges 
et  principes  Scotiae  et  Germaniae  penitus  facta  ad  istum  librum 
accessum  habeant  omnes  Scoti  et  peregrini  Ratisponam  venientes. 
Das  2.  unnummerierte  Bl.,  quer  eingebunden,  von  Andreas 
beschrieben,    stammt   offenbar   aus   einem   Entwurf  zu    seiner 


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-    LXV    - 

A.  Chr.  Es  enthält  Teile  der  pagina  pontificum  und  pagioa 
iraperatorum ;  der  Text  ist  jedoch  kürzer,  so  dass  an  diesem  Blatt 
zu  erkennen  ist,  wie  Andreas  den  entworfenen  Text  später 
ausfuhrlicher  gestaltete. 

Bl.  1  oben:  Dominus  Ludovicus  episcopus  quondam 
Ghyemensis  dedit  nobis  hunc  librum.  Demnach  hat  Bischof 
Ludwig  Ebner  von  Chiemsee  (B.  seit  1495,  resign.  1502,  f  1516) 
die  Hs.  anscheinend  dem  Scbottenkloster  St.  Jakob  zu  Begens- 
bürg  geschenkt.  Die  Angabe  Oefele's  1,15,  dass  Andreas  (!) 
die  Hs.  aus  dem  Schottenkloster  erhalten  habe,  beruht  auf 
grobem  Irrtum. 

Auf  die  Schenkungsnotiz  folgen  Auszüge  aus  des  Heinrich 
Goethals  (Henricus  Gandavensis)  Quodlibeta  aurea.  Andreas 
bemerkt:  Hec  reperi  in  quolibet  7.  9.  14.  H.  de  Öandavo. 

Bl.  2:  Dyalogus  quidam  de  doctrina  virtutum  et  fuga 
viciorum.   Beginnt:  Quatuor  sunt,  que  prudencia  nos  edocet . .  . 

Bl.  4':  Überschr. :  Incipit  epistola,  quam  misit  magister 
Vincencius  ordinis  predicatorum  pape  Benedicto  XIIL,  quid  sen- 
ciat  de  adventu  antichristi  et  fine  mundi.  Am  Schluss:  Scripta 
sunt  ista  primordialiter  in  villa  Arcomanina  die  17.  Junii  anno 
domini  1413.  Bemerkenswert  ist  die  weitere  Notiz:  Hec 
epistola  fuit  apportata  ad  capitulum  generale  ordinis  fratrum  pre- 
dicatorum in  provincia  Theutonie  in  Priburga  anno  domini  1419. 
Zuletzt  notiert  Andreas,  anscheinend  von  sich  redend:  Scriptum 
anno  domini  1420.  feria  2.  pasce  (April  8). 

Bl.  9:  Deutsche  Aufzeichnungen  über  Naturereignisse  von 
1348 — 1356,  die  ich  hier  abdrucke,  weil  sie  unzweifelhaft 
Quelle  des  Andreas  sind. 

Anno  domini  1300  und  in  dem  48.  jar  an  sand  Pauls 
tag,  alz  er  bechert  wart  \  do  chom  ein  erdpidem  überal  in  der 
werlt,  aber  besunderlich  waz  er  ze  Chärnten  und  in  Chrain 
als  groz,  daz  Villach  dy  stat,  purchmaur,  chloster  und  chirchen 
und  all  maur  und  turn  uncz  an  11  zinne  auf  di  erde  vielen, 
und  das  sich  das  ertreich  enmitten  in  der  stat  enzway  spielt  ^ 
and  ein  wasser  daraus  ran  recht  als  der  swebeP^  und  prast^ 
wider  in  dy  löcher  in  das  ertreich.  Und  in  Chrayen  und  in 
Charten  niderviel  Chelerberch^  dy  vest  und  Arnolstain^  und 
darzu  36  vest,   und  die  perg  vielen  zesamme  in  die  teler,  das 

^  25.  Jan.  Dies  Datum  übereinstimmend  mit  den  meisten  Geschichts- 
qnellen.    Auch  so  bei  Megenberg,  Buch  d.  Natur,  hsg.  v.  Pfeiffer  S.  109, 14. 

*  Von  spellen  =  spalten ;  Schm.  2,  662. 
»  Schwefel;  Schm.  2,622. 

*  Von  bresten  =  brechen ;  Schm.  2,  367. 
^  Kellerberg  und  Arnoldstein  bei  Villach. 

Quellen  ond  Broerterungen  N.  F   I.  V 


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—    LXYl    — 

sich  das  wasser  verswelt^,  das  es  verdirbt  lant  und  laut  und 
gut  10  meil  lanch«  Das  wert  acht  tag,  das  sich  das  ertreich 
erschrant^  und  spielt,  das  ein  man  darein  viel  uncz  an  dy 
gürtel,  als  ob  er  versinkchen  wolt^  Und  daz  hat  gesagt  her 
Heinreich  der  Stemer*,  der  die  weil  in  der  stat  vervallen  was, 
er  und  der  Stokcher^  von  Prag,  und  ir  gesellen  stürben  vier 
pey  in,  und  Hainrich  Pawmburger.® 

^Notandum :  Villach  ist  ein  stat,  dy  gelegen  ist  in  Chärtten 
und  gehört  zu  dem  bischoff  ze  Babenberg. 

^Item  anno  domini  1300  und  in  dem  50.  jar  umb  sand 
Jacobs  tag^  hueb  sich  der  sterb  gemainchleich  in  der  werft, 
das  der  mensch  ein  drues  gewan  und  starb  darnach  an  dem 
dritten  tag.  In  dem  selben  sterben  und  in  dem  selben  jar 
wurden  dy  Juden  erslagen  und  verprant  in  allen  täutschen 
landen,  in  steten,  in  märchten  und  an  allen  den  steten,  da 
Juden  waren,  dann  zu  Regenspurg^®  in  der  stat  und  in 
Osterreich   wurden   sy   gefrisst.    Versus :^^ 

Anno  milleno  tria  C  quater  X  quoque  nono 
Sunt  interfecti  Judei  die  BenedictL^^ 

Anno  domini  1300  in  dem  56.  jar  acht  tag  vor  sand 
Marteins  tag^^  do  chom  ein  ertpidem  gein  ßegenspurg  und  in 
allen  täutschen  landen,  das  Pasel  dy  stat  und  das  tum  und 
dy  chirchen  und  dy  häuser  nidervieln  und  die  laut  all  aus 
der  stat  fluhen  und  der  erwirgen^^  nur  zwen  verdürben,  und 
der  erdpidem  wurden  siebenczehen.  Und  dy  stat,  dy  da  haist 
Liechtal  ^^,   di  ligt  zwo  meyl  von  Pasel,   die   viel  auch  nider, 

»  Von  schwellen,  Schm.  2,630. 

*  Von  schrinden  =  bersten,  Schm.  2,608. 
'  Vgl.  unten  S.  97, 1—7. 

*  Die  Sterner  waren  ein  llegensburgisches  Geschlecht.  VC.  12,94. 
15,286.  25,199.298.    Vgl.  unten  S.  129,13. 

""  Geschlecht,  das  auch  in  Bayern  blühte.  VC.  24,  223.  581.  26,398. 
40,177.    MB.  4,211.225.510.  5,226.  15,330.  18,643.  24,160. 

®  Kegensburgisches  Geschlecht.  Heinrich  Baumburger,  wahr- 
scheinheh  der  hier  Erwähnte,  war  1352—1362  im  Bat  zu  S^nsburg : 
VO.  25, 201. 205. 

^  Anmerkung  des  Andreas  am  Kand. 

^  Der  folgende  Abschnitt  ohne  die  Verse  auch  in  der  Farrago  hist. 
rer.  Eatisp.  (Oefele  2, 507). 

«  25.  Juü. 

*•>  Vgl.  unten  S.  86,15. 

^'  Vgl.  unten  S.  86,25. 

"21.  März.  Vgl.  Hoeniger,  Der  schwarze  Tod  S.  8,  wo  die  Daten 
über  die  Judenmorde  zusammengestellt  sind. 

^^  Das  grosse  Baseler  Erdbeoen  von  1356  war  am  Lukastag  (18.  Okt.). 
St.  Martinstag  ist  11.  Nov.,  acht  Tage  davor  wäre  der  4.  Nov.  Vgl.  unten 
S.  100, 29  ff. 

^*  erwerg,  erwirg  =  vornehm;  vgL  Schm.  1,125. 

^^  Liestal. 


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-  Lxvn  — 

und  wol  zwanck  vest.  Und  darnach  chom  der  stei-b^  gein 
Regenspurg  und  gein  Payrn  in  daz  lant  uberal,  sam  er  vor 
waz  gewesen. 

Anno  domini  1350  da  füren  dy  heuschrekchen  heram 
von  Ungern  in  Bayren,  daz  ez  zwischen  Regenspurg  und  der 
vest  ze  StaufF  umb  dy  sunn  für  als  dikch,  das  man  want, 
es  prünn  allez  das,  daz  umb  Stauff  war.  Und  wo  es  sich  auf 
dy  wis  legt,  daz  fräs  ez  ab,  daz  man  want,  es  biet  das  viech 
abgefressen,  und  das  ez  auf  dem  weg  lag,  daz  man  darauf 
rait,  daz  ez  chraspelt  ^  sam  daz  eys  in  dem  lant  ze  Fairen. 

Item  darnach  über  zway  jar^  giengen  die  chärpfen  auch 
herauf  von  Ungern  in  der  Tunaw,  daz  man  ir  uberal  in  dem 
lant  in  der  Tunaw  und  in  dem  Regen  bei  Regenspurg  so  vil 
umb  ain  pfening  gab,  das  man  want,  sy  warn  unrayn,  und 
das  sy  die  laut  nicht  gern  assen. 

An  diese  Aufzeichnungen,  die  mit  der  bei  Freyberg, 
Sammlung  bist  Schriften  5,  84  gedruckten  nahe  verwandt  sind, 
schliesst  sich  Bl.  10  ein  Abschnitt  mit  der  Überschr. :  Causa 
terremotus.  Nach  meiner  genauen  Untersuchung  liegt  hier 
ein  Aaszug  (nicht  eine  frühere  Fassung,  wie  der  gedruckte 
Hss.-Katalog,  2.  Aufl.,  S.  205  angiebt  und  wogegen  auch  die 
Schlussworte  sprechen)  aus  dem  Kap.  Von  dem  ertpidem  (2, 33) 
von  Konrads  von  Megenberg  Buch  der  Natur  vor.  Er  ist 
gegenüber  letzterem  vielfach  kürzer,  weicht  aber  im  Übrigen 
wenig  ab,  ausser  an  einer  Stelle  (Ausg.  v.  Pfeiffer  S.  111,33); 
schliesslich  wird  abgebrochen  (Pfeiffer  S.  112,22)  und  ge- 
schlossen: Von  disen  dingen  han  ich  mer  geschriben 
in  ainem  puch,  daz  ligt  noch  in  der  wigen.  Der 
red  ist  hie  genuk  zu  einer  churczweil.  Got  sey  mit  eu,  mein 
lieber  freunt.  Aus  diesen  Worten  spricht  unzweifelhaft  Kon- 
rad  von  »Megenberg.  Als  sein  Buch  der  Natur  noch  im 
Entstehen  war,  „noch  in  der  Wiegen  lag",  wie  er  sich  aus- 
drückt, also  1349/50,  schrieb  er  an  einen  Freund  diese  Studie 
über  den  Zusammenhang  des  grossen  Erdbebens  und  der 
grossen  Pest  von  1348/9,  worüber  er  in  dem  noch  unvollendeten 
Werk  mehr  geschrieben  hatte.  Es  wäre  nicht  unmöglich,  dass 
auch  die  oben  abgedruckten  Aufzeichnungen  über  verschiedene 

*  Diese  Notiz  stimmt  mit  den  Anschauungen  Konrads  von  Megen- 
berg über  den  Zusammenhang  zwischen  Fest  und  £rdbeben  überein. 
Ähnlich   in  der  Liroburger  Chronik  (Hoeniger,  Der  schwarze  Tod  S.  48). 

'  Da«  seltene  Wort  kraspeln  (==  crepare)  kommt  auch  in  Konrads 
V.  Megenberg  Buch  der  Natur  vor  (148,11);  vgl.  Schmeller  2,1382. 

*  Also  1352.  Unten  S.  87,5  ist  dieser  Abschnitt  verwendet,  aber, 
auch  mit  der  Angabe  post  duos  annosi  —  an  einen  Bericht  des  Chron. 
über  eine  Heuschreckenplage  von  1338  angedchlossen. 


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Katurereignisse,  zumal  sie  mit  der  gleichen  Tinte  and  den 
nämlichen  Schriftzügen  wie  das  Stück  Causa  terremotus  ge- 
schrieben sind,  aus  den  Materialien  Konrads  stammen.  Jeden- 
falls sind  sie  in  Regensburg  entstanden,  und  ihrem  Inhalt  nach 
konnte  niemand  eher  als  Urheber  in  Betracht  kommen  als  der 
Verfasser  des  Buches  der  Natur. 

Bl.  12:  4  annalistische  Bemerkungen:  Anno  domini  1314 
da  gab  man  ain  schaf  choms  umb  60  und  5  Ib.  (Ygl.  unten 
S.  82, 21  und  548, 1).  Damach  in  dem  22.  jar  vieng  man 
den  von  Osterreich.  Darnach  in  dem  28.  jar  lag  kayser  Ludweig 
vor  Strawbing.  (Vielmehr  1332;  vgl.  unten  S.  83  und  548). 
Die  4.  Notiz  s.  unten  S.  112,  Anm.  3. 

Es  folgen  Auszüge  aus  den  Privilegia  universitatis  Wien- 
nensis,  darnach 

Bl.  12'  ein  von  Andreas  entworfener  Brief:  Venerabilis 
domine  prior,  dilectorum  amicorum  sincerissime  adamator. 
Ego  frater  Andreas  in  vobis  gerens  fiduciam  singularera  rogo, 
quatenus  efiPectum  in  causa  diu  pendente  heri  coram  domino 
abbate  conclusum  unacum  consilio  vestro,  si  aliquid  per  me 
fiendum  in  hac  causa  vobis  visum  fuerit  oportunum,  per 
presencium  occasionem  in  scriptis  michi  dignemini  intimare. 
Auferat  a  vobis  deus  omnem  langworem  et  det  omne  bonum. 

Bl.  13:  Überschr.:  Eleccio  abbatis  alicuius  monasterii- 
TJrk.  über  die  Abtwahl  in  Kloster  ßeichenbach  (vgl.  unten 
S.  153,21),  1417  Jan.  20,  aus  dieser  Hs.  gedruckt  bei  Oefele 
1, 406,  darnach  einige  ähnliche  Formularien  unter  den  Überschr.: 
Eleccio  per  viam  scrutinii.  Tractatus  de  eleccione.  Instrumentum 
prefixionis  termini  ad  eleccionem.  Decretum  eleccionis  per 
viam  Spiritus  sancti.  Forma  procedendi  vigore  compulsorie. 
Creacio  notarii. 

Bl.  19:  Conclusiones  Parisiensium  und  Alle  conclusiones. 

Bl.  19':  Ad  faciendum  incaustum.  —  De  marcha  in 
litteris  papalibus.  —  De  ordine  terminornm  in  Romana  curia 
servandorum,  und  Ähnliches. 

Bl.  21':  Überschr.:  Cronica  quedam.  Von  1396—1418. 
Diese  Aufzeichnungen  sind  aus  dieser  Hs.  gedruckt  bei  Oefele 
1,610  als  Anonymi  Bavari  Breve  Chronicon  rerum  suo  tempore 
gestarum  ab  anno  Chr.  1396  ad  a.  1418.  Über  die  Bedeutung 
dieser  Notizen  als  Quelle  des  Andreas  vgl.  oben  S.  LTX. 

Bl.  22:  Prophecia  mirabilis  de  cursibus  mundi.  Vgl. 
Grauert,  Meister  Johann  von  Toledo,  in  den  Sitzungsberichten 
d.  philos.-philol.  u.  bist.  Cl.  d.  k.  b.  Akad.  d.  W.  1901,  S.  282, 


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—    LXIX    — 

Anm.  1  und  S.  283,  2.  —  Item  alia  prophecia  magistri  Johannis 
David.  Gedr.  das.  S.  283;  vgl.  dazu  S,  289.  —  Scripta  Jo- 
hannitarum de  Anticbristo.    Ygl.  das.  S.  285,  Anm.  18. 

Bl.  24:  Die  unten  S.  50,27  und  60,28  gedr.  Privilegien, 
ferner  jenes,  aus  dem  8.  60, 6  ein  Auszug  gedr.  ist. 

Bl.  26 — 102:  Schottenlegende.  Vgl.  die  Beschreibung  dieses 
Teils  der  Hs.  bei  Dürrwächter,  Die  Gesta  Caroli  Magni  der 
Begensburger  Schottenlegende  S.  7  ff. 

Bl.  103:  Anno  domini  1347.  Bomani  citabant  omnes 
electores  regni  et  Ludwicum  imperatorem  et  Earolum  electum 
(vgl.  unten  S.  92, 44  ffl),  sicut  continet  littera  sequens.  Gitacio 
tribuni  a  populo  Romano  electi.  Gedr.  Papencordt,  Cola  di 
Rienzi,  Urkk.  S.  XII. 

Bl.  104 :  De  iusticia  Earoli  Magni.  Gedr.  aus  dieser  Hs. 
NA.  9, 214. 

Bl.  105:  Cronica  de  ducibus  Bavarie.  Vgl.  über  dies 
wichtige,  nur  hier  erhaltene  Stück  oben  S.  LVI. 

Bl.  113:  Quantus,  quis,  qualis  fuerit  Nemo.  Vgl  über 
dies  Stück  Denifle  im  Archiv  f.  Literatur-  und  Eirchengeschichte 
d.  MA.  4, 330. 

Bl.  115:  Guntheri  Alemanni  Historia  Constantinopolitana 
ed.  Comte  Riant.  Oenevae  1875.  Vgl.  das.  bes.  Pröface  S.  XX. 
Am  Schlnss:  Scriptum  per  me  Andream  monasterii  S.  Magni 
confessoris  in  pede  pontis  Ratisponensis  pi-esbyterum  professum 
anno  domini  1425.  finitumque  feria  4.  (Juni  20)  post  festum 
SS.  Gtervasii  et  Prothasii  presidente  Martine  V.  apostolice  sedi, 
regnante  Sigismundo  Romanorum,  üngarie,  Bohemie  etc.  rege, 
et  in  tote  regno  Bohemie  heresi  Hussistarum  inmaniter  pullu- 
lante.  Item  exemplar  suprascripti  tractatas  Oonradus  Eck  tunc 
temporis  pastor  parrochialis  ecclesie  in  Amberg  Ratisponensis 
diocesis  michi  supramemorato  Andree  comodavit. 

Bl.  149:  Anno  domini  1349.,  cum  statim  inciperet  annus 
iubileus,  Clemens  papa  VI.  fecit  sermonem  subscriptum.  Vgl. 
unten  S.  106,  Anm.  3. 

BL  153 :  Descripcio  fratris  Oderici  de  ordine  minorum  de 
partibus  infidelium.  Ausg.  in  Acta  SS.  Bolland.  14.  Jan. 
1, 986  ff. ;  Civezza,  Storia  delle  missioni  francescane  3,  741  ff. 
Am  Schluss  sagt  Andreas  von  seiner  Abschrift:  Expliciunt 
hec  anno  domini  1422.  feria  4.  post  dominicam  Quasimodogeniti 
(April  22). 

BL  173:  Notiz  über  den  Propheten  Muhamed. 

Bl.  174:  Des  Ritters  Wilhelm  von  Boldensele  Hodoeporicon 
ad  terram  sanctam  (vgl.  Röhricht,  Bibliotheca  geogr.  Palaest.  S.  73), 


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—    LXX    — 

gedr.  bei  Oanisius,  Antiquae  lectiones  5,  2,95  (ed.  Basnage  4,331) 
und  in  der  Zeitschrift  d.  histor.  Vereins  f,  Niedersachsen  18527 
S.  236.  Am  Schluss:  Explicit .  . .  scriptusque  per  me  fratreni 
Andream  et  finitus  anno  1422.  feria  2.  post  dominicam  Jubilate 
in  die  S.  Floriani  (Mai  4). 

Bl.  196:  Provinciale  secundum  curiam  Romanam.  Auf. 
Bl.  197'  spätere  Bemerkung:  Nota,  quod  a  fratribus  minoribus 
Ratisponensibus  anno  domini  1428.  habui  in  quodam  libro 
registrum  ab  illo  multum  diversum.  Am  Schluss  (Bl.  219): 
Scriptum  anno  domini  1422.  presidente  Martine  papa  V.,  reg- 
nante  autem  Sigismundo  rege  Romanorum. 

Bl.  220:  Sprüche  des  Magisters  Konrad  Derrer  von 
Augsburg. 

Bl.  221—224,  235—271:  Diarium  sexennale. 

Bl.  224':  Überschr.:  De  anno  iubileo.  Bricht  Bl.  225  ab 
mit  der  Bemerkung:  Nota,  ceptum  scriptum  ibi  de  anno  iubileo 
non  perfeci,  quia  postquam  cepi  scribere,  venit  ad  manus  meas 
plenius  ista  materia,  sed  non  omnino  correcta,  propter  quod 
distuli;  alibi  tamen  emendacius  scribere  intendo.  Vgl.  unten 
S.  106,  Anm.  3. 

Bl.  225'— 235:  Überschr.:  Ex  quibusdam  cronicis.  Am 
Schluss:  Has  predictas  hystorias  seu  fabulas  scripsi  ex  cronicis 
magistri  C.  Derrerii  rectoris  scolarum  in  Augusta.  Ich  werde 
diese  Teile  des  Geschichtenbuches  Konrad  Derrers,  aus  denen 
Weiland  im  NA.  9,211  Auszüge  mitgeteilt  hat,  nebst  den  andern 
oben  S.  XXVII  erwähnten  Bruchstücken  jenes  Buches  demnächst 
an  anderer  Stelle  veröffentlichen. 

Auf  Bl.  27 1  *  von  späteren  Händen  Memorialverse  (1400, 
1457). 

Die  Chronica  Husitarum  mit  ihren  94  Abschnitten 
erscheint  in  dieser  Ausgabe  zum  erstenmal  in  ihrer  wahren 
Form.  Je  zur  ungefähren  Hälfte  ist  sie  allerdings  in  2  Werken 
gedruckt.  Höfler  teilte  im  2.  Teil  seiner  Geschichtschreiber  der 
husitischen  Bewegung  in  Böhmen  (in  den  Fontes  rer.  austr. 
Abt.  1,  Bd.  6),  S.  406  unter  dem  Titel  Fratris  Johannis  Andreae 
Batisbonensis  cronica  inedita  de  expeditionibus  in  Bohemiam 
contra  Hussistas  haereticos  die  Chronik  so  mit,  wie  sie  in 
clm.  14029  enthalten  ist  Hier  aber  finden  sich  nur  32  Ab- 
schnitte, und  zwar  meist  erzählende,  während  besonders  die 
Urkunden  fehlen.  Es  liegt  also  nur  ein  willkürlicher  Auszug 
aus  dem  Ganzen  vor.  Das  scheint  Höfler  gar  nicht  zum  Be- 
wusstsein  gekommen  zu  sein  (vgl.  seine  Ausführungen  in 
Fontes  rer.  austr.  7, 180  flF.),  trotzdem  der  Auszug  Stellen  bei- 


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—    LXXI    — 

behalten  hat,  an  denen  auf  folgende  Urkunden  oder  andere 
Stücke,  die  der  Auszug  bei  Seite  Hess,  hingewiesen  war,  oder 
trotzdem  Stellen  auf  andere  weggelassene  in  ausgesprochener 
Weise  sich  bezogen.  Höflers  Ausgabe  ist,  abgesehen  von  der 
ünvollständigkeit  der  benützten  Es.,  ausserordentlich  flüchtig 
und  fehlerhaft.  Besser  ergieng  es  den  meisten  in  der  Chronica 
Husitarum  enthaltenen  Urkunden.  Palacky  hat  in  seinem 
zweibändigen  Werk:  Urkundliche  Beiträge  zur  Geschichte  des 
Husitenkrieges  vom  Jahre  1419  an  (Prag  1873),  aus  cod.  pal. 
vind.  3296,  ^  was  merkwürdigerweise  Mayr  bei  der  Beschreibung 
dieser  Hs.  im  NA.  5, 126  nicht  wusste,  die  von  Andreas  in 
seine  Chronik  der  Husitenkriege  eingereihten  Urkunden  „fast 
insgesamt'^  abgedruckt.  Dieser  Abdiuck  genügt  auch  heutigen 
Ansprüchen  noch,  und  ich  habe  daher  bei  all  den  in  Betracht 
kommenden  Stücken  auf  ihn  verwiesen. 

Was  den  Titel  der  Husitenchronik  anlangt,  so  ist  zu  be- 
merken: Oefele  1, 11  kannte  keine  Hs.  davon,  und  nur  aus  den 
Hinweisen  des  Andreas  in  seinen  anderen  Werken  selbst,  dass 
er  über  Geschichte  der  Husitenkriege  anderswo  ausführlicher 
geschrieben  habe,  sowie  aus  den  Exzerpten,  die  Aventinus  im 
6.  Band  seiner  Adversarien  aus  den  husitengeschichtlichen 
Aufzeichnungen  des  Andreas  machte,  schloss  er  auf  das  einstige 
Vorhandensein  eines  Werkes  —  adhuc  latet,  sagt  er  — ,  das 
er  von  sich  aus  betitelt :  Expeditio  Bohemica  ad  versus  Hussitas 
et  de  turbis  Hussiticis.  Dieser  Titel  ist  ganz  der  Phantasie 
entsprungen.  Auch  der  Höfler'sche  Titel  ist  von  diesem  selbst 
geschaffen  und  erschöpft  den  Inhalt  des  Werkes  nicht,  wozu  noch 
kommt,  dass  der  Name  des  Verfassers  dabei  durch  Unachtsamkeit 
(vgL  unten  S.  415,  Anm.  7)  entstellt  wurde.  Ich  habe  oben 
S.  VI  das  Verhältnis  der  Husitenchronik  zum  Conc.  Const. 
beleuchtet  und  habe  dabei  schon  dargelegt,  wie  ich  dazu  komme, 
das  titellose  Werk,  das  Andreas  einmal  (S.  463,5)  chronica 
quedam  et  presertim  materiam  Hussitarum  nennt,  also  eine 
Chronik,  die  unter  Anderem  hauptsächlich  Stoff  über  die  Husiten 
biete,  kurz  und  allgemein  Chronica  Husitarum  betitele.  Die 
Nummerierung  der  einzelnen  Stücke  rührt  von  mir  her.  Andreas 
teilte  den  Stoff,  wie  man  aus  der  Stelle  S.  430,7:  sub  rubrica 
propria,  sieht,  nach  Rubriken  ein,  ohne  diese,  wie  er  es  bei 
den  Kapiteln  im  Conc.  Const.  that,.zu  nummerieren. 

Die  Hss.  des  Werkes  sind:  1, 2, 3,  die  oben  beschriebenen, 

*  Im  8.  Bd.  der  ETA.  ist  öfter  die  Dnickausgabe  bei  Palacky  ver- 
elichen,  ohne  dass  man  die  von  diesem  benützte  Hs.  heranzuziehen  sich 
bemühte. 


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auch  das  Gonc.  Const.  enthaltenden  Hss.,  ausserdem  5  und  6 
(oben  S.  LXIII),  die  einzelne  Teile  des  Conc.  Const.  wie  der 
Ghron.  Hus.  enthalten. 

1602  erschien  Marquard  Frehers  Ausgabe  der  B.  Chr. 
des  Andreas.  Der  Titel  lautet:  Andreae  Presbyter!  Batisponensis 
Chronicon  de  ducibus  Bavariae  ante  CC  paulo  nnnus  annos 
scriptum  .  .  .  cum  paralipomenis  Leonhardi  Bauholtz  presbyteri 
ad  annum  usque  1486.  Item  eiusdem  Andreae  Histoiiae 
fundationum  nonnullorum  monasteriorum  per  partes  Bayariae. 
Omnia  nunc  primum  et  quam  integerrime  editsL  ex  bibliotheca 
Marquardi  Freheri,  Consiliarii  Palatini,  cum  eiusdem  notis. 
Ambergae  1602.  Diese  Ausgabe  wurde  abgedruckt  im  Anhang 
von  Boeclers  Ausgabe  der  Historia  rerum  Friderici  IIL  im- 
peratoris  des  Enea  Silvio,  Strassburg  1685,  ferner  in  Schilters 
SS.  (nicht  in  dessen  Thesaurus)  rerum  germanicarum,  Strassburg 
1702  und  1705.  Man  findet  auch  Ausgaben  von  Amberg  1604, 
1611  und  1702,  sowie  Hanoviae^  1604  und  1607  erwähnt, 
aber  alle  diese  Angaben  sind  falsch,  und,  abgesehen 
von  den  genannten  Strassburger  Nachdrucken,  existiert  nur 
der  Amberger  Druck  von  1602. 

Freher  benützte  zu  seiner  Ausgabe  2,  die  er  dem  Herzog 
Maximilian  I.  von  Bayern  widmete  und  der  er  ein  Widmungs- 
gedicht des  Paul  Melissus  voransetzte,  nicht  eine  einzehie  Hs., 
sondern,  wie  er  in  "der  Vorrede  angab,  teils  Hss.  der  pfälzischen  Hof- 
bibliothek, der  Palatina  zu  Heidelberg,  teils  seiner  eigenen  Biblio- 
thek.* In  der  Absicht,  den  Text  quam  integerrime,  wie  es  auf  dem 
Titelblatt  heisst,  herzustellen,  mengte  er  aber  in  den  Text  der 
B.  Chr.  (die  Lesarten  deuten  auf  Benützung  unserer  Hss.  1 
und  5)  auch  viele  Teile  dar  A.  Chr.,  die  nach  seiner  Mitteilung 
S.  213  sich  in  einem  auch  die  B.  Chr.  enthaltenden  (ansdieinend 
verlorenen)  Hss.-Bande   der  Palatina  befand,  vereinigte  beider 

^  Mir  scheint,  dass  die  irrtümliche  Angabe  vod  dem  VorhandeDsein 
eines  Druckes  Hanoviae  durch  Oudinus,  Comm.  de  SS.  eccl.  antiquis  3, 
2467  eingeführt  wnrde,  der  sich  hiefür  auf  Bibliotheca  Heinsiana  8.  314 
bezog.  Dort  ist  vor  Freher^s  Amberger  Ausgabe  des  Andreas  ein  anderes 
Werk  mit  der  Ortsangabe  Hanoviae  aufgeführt,  und  Oudinus  scheint 
irrtümlich  beide  Notizen  vereinigt  zu  haben. 

•  Vgl.  seinen  Briefwechsel  mit  Welser,  gedr.  bei  Theoph.  Sincerus, 
Bibliotheca  hi8t.-crit.  S.  224.  227.  Ein  Blatt  seines  Druckmanuskripts 
verwahrt  das  k.  Geh.  Hausarchiv  in  München  als  Mscr.  Nr.  36. 

•  Über  deren  Schicksale  vgl.  Goebels  Vorrede  zur  Ausg.  von  Frehers 
De  secretis  iudiciis  olim  in  Westphalia  (Eegensburg  1762);  Senckenberg, 
Selecta  iuris  1,391;  Conring,  Opera  6,610;  Eccard,  Hist.  studii  linguae 
germanicae  S.  142;  Burckhard,  Hist.  biblioth.  Augustae  Wolfenbatteli 
1,186;  Archiv  5,694;  ADB.  7,335;  Rockinger,  Die  Pflege  der  Gesch. 
durch  die  Witteisbacher  S.  25. 


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—  Lxxm  — 

Fortsetzungen  und  benützte  sogar,  wie  sich  an  einzelnen  Stellen 
(Preher  S.  83,2  =  unten  645,20;  Fr.  S.  96,4  v.  u.  =  unten 
S-  653, 14 ;  Fr.  S.  219, 10  =  unten  S.  612, 36 ;  Fr.  S.  220, 16  = 
unten  S.  628, 33;  Fr.  S.  220, 10  v.  u.  =  unten  S.  636, 18 ;  Fr. 
S.  221,8  u.  7  V.  u.  =  unten  S.  639,7  u.  29)  sicher  feststellen 
lässt,  die  deutsche  Übersetzung  der  B.  Chr.  Ausserdem  mischte 
er  noch  nach  Gutdünken  die  Texte  der  von  mir  unten  nach- 
gewiesenen 1.  und  2.  Bedaktion  der  B.  Chr.,  wobei  er  einmal 
S.  33  sogar  in  dunkler  Erkenntnis  angab:  Haec  desunt  in 
posterioris  compilationis  exemplari.  Dass  hiedurch  gerade  das 
Gegenteil  jener  integritas  des  Textes,  die  man  heutzutage  ver- 
langt, zu  Stande  kam,  ist  klar. 

In  der  That  ist  die  A.  Chr.,  gerade  was  bayerische  Ver- 
hältnisse anlangt,  in  vieler  Beziehung  reichhaltiger  als  die 
B.  Chr.  selbst  Eine  Neuausgabe  der  B.  Chr.  nach  der  Forderung 
von  Wahl  (S.  17),  nämlich  unter  A^usscheidung  alles  dessen,  was 
nicht  ursprünglich  in  ihr  gestanden,  sondern  erst  von  späteren  Ab- 
schreibern der  ausführlicheren  Darstellung  halber  aus  der  A.  Chr. 
hinzugefügt  wurde,  hätte  allein  keinen  besonderen  Wert  gehabt. 
Nur  durch  die  Verbindung  mit  der  A.  Chr.,  aber  neben  einander, 
nicht  in  einander,  und  durch  die  Verbindung  der  letzteren 
hinwiederum  mit  den  übrigen  Werken  des  Andreas,  besonders 
Conc.  Gonst.  und  Chr.  Hus.,  konnte  bei  einer  Neuausgabe  die 
erste  bayerische  Landeschronik  in  den  ihr  notwendigen  Rahmen 
gestellt  werden. 

Bezüglich  der  von  Freher  mitgeteilten  Forts,  des  Leon- 
hard  Panholz  von  Opperkofeu,  Priesters  der  Diözese  Regens - 
bürg,  zur  B.  Chr.  des  Andreas  muss  ich  hier  feststellen,  dass 
es  mir  leider  nicht  gelungen  ist,  eine  Hs.  derselben  aufzufinden. 
Vielleicht  genügt  dieser  Hinweis,  um  Bibliothek-  und  Archiv- 
vorstände zur  weiteren  Suche  zu  veranlassen.  Ich  konnte 
mich  nicht  entschlieesen,  den  Text  bei  Freher  nur  abzudrucken, 
und  es  muss  also  vorläufig  der  alte  Freher'sche  Text  noch 
genügen. 

Über  die  von  Freher  ausserdem  beigegebenen  Historiae 
fundationum  nonnuUorum  monasterior um  Ba- 
variae  handle  ich  eingehend  weiter  unten. 

Der  Titel  der  B.  Chr.  als  Chronica  de  principibus  terrae 
Bavarorum  rührt  in  dieser  Form  wohl  von  Andreas  selbst  her, 
wofür  mir  die  üebereinstinunung  der  Hss.  1.  5.  7.  8.  zu 
sprechen  scheint 

1:  Kassel,  Ständische  Landesbibliothek.  Hist.  fol.  5. 
Sammelbd.    Befand  sich,  wie  unten  noch  gesagt  werden  wird. 


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—    LXXIV     — 

im  J.  1501  wahrscheinlich  in  der  Bibliothek  des  Karthäuser- 
klosters Prül  bei  Regensburg.  Erwähnt  ist  die  Hs.  bei  üfFen- 
bach,  Merkwürdige  Reisen  1,58,  darnach  bei  Aretin,  Literär. 
Handbuch  f.  d.  baier.  Gesch.  1,127;  beschrieben  ist  sie  Archiv 
6,204,  dann  bei  Kronseder  S.  26;  vgl.  auch  NA.  23,248. 
282  Ell.  Papier,  ausser  Bl.  117—130,  PergamentblL,  die  des 
Andreas  B.  Chr.  enthalten.  Einzige  erhaltene  Pergamenths. 
der  lateinischen  Chr.  Sehr  sauber  und  sorgfältig  geschrieben. 
Verschwindend  wenige  Schreibfehler,  sehr  korrekter  Tert  der 
ersten  Redaktion  der  Chr.  Auf  Bl.  97—116  enthält  der  Bd.  die 
von  Freher  herausgegebenen  Historiae  fundationum  nonnullorum 
insignium  monasteriorum  per  partes  Baioariae.  Siehe  unten 
bei  der  Kritik  derselben.  Bl.  167'— 188  gedrängte  Weltchronik, 
welcher  die  des  Andreas  zu  Grunde  liegt. 

2:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  338. 
(Beschreibung  s.  oben  S.  XXXT).  Bl.  67—100'  Abschrift  der 
vorigen  Hs.  durch  Hartmann  Schedel.  Am  Schluss:  Finit  chronica 
principum  Bavarie  usque  ad  Ottonem,  a  quo  modemi  duces  ortum 
habuerunt  Non  enim  longius  reperi.  In  historia  tarnen  pre- 
cedenti  (vgl.  oben  S.  XXXV)  finis  huius  cronice  reperitur.  Scripsi 
Hartmannus  Schedel  artium  et  medicine  doctor,  phisicus  Am- 
bergensis,  anno  domini  1477.  die  3.  mensis  Novembris.  Landes 
deo.  Ich  habe  eingehend  nachgewiesen  (NA.  23,248),  dass 
Schedel  aus  dem  nun  in  Kassel  befindlichen  Sammelband,  der, 
eben  als  Hs.  1  beschrieben,  die  B.  Chr.  enthält,  dessen  beide 
erste  Stücke  abschrieb,  jetzt  clm.  462  und  351.  So  ist  es  nicht 
zu  verwundern,  dass  er  auch  von  der  B.  Chr.  eine  Abschrift 
nahm,  und  zwar  hier  in  clm.  338.  Die  Abschrift  ist  sehr  genau, 
ohne  willkürliche  Änderungen. 

3:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  1805. 
Papier.  2®.  15.  Jh.  144  BU.  Genaue  Beschreibung  in  der 
2.  Aufl.  des  gedruckten  Hss.-Kataloges.  Im  Register  des  letzteren 
leider  ausgelassen  und  daher  der  Forschung  bis  jetzt  entgangen.^ 
Bl.  97—132  des  Andreas  B.  Chr.  Die  Schrift  ist  sicher  die 
gleiche  wie  die  der  A.  Chr.  in  cod.  pal.  vind.  3296  und 
zweifelsohne  nach  Vergleichung  mit  des  Andreas  Notizenbuch 
clm.  903  die  des  Andreas  selbst.  Die  vorliegende  Hs.  erweist 
sich  als  die  beste  der  vorhandenen  des  Textes  der  zweiten 
Redaktion  und  dürfte  eine  von  Andreas  selbst  aus  seinem 
Handexemplar  gefertigte  Abschrift  ^  sein.    Die  Züge  sind  sehr 

^  Abgesehen  von  zwei  äusscrlich  erfolgten  Notierungen,  Oberb. 
Arch.  2,188  u.  NA.  9,409. 

*  Bandbemerkungen  scheinen  mir  von  Aventinus'  Hand  zu  stammen. 


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—    LXXV    — 

sauber  und  zierlich,  die  Miniierung  und  Anlage  der  Stamm- 
bäume sehr  sorgfaltig.  Die  vorhandenen  Schreibfehler  sind 
leider  nicht,  wie  in  cod.  pal.  vind.  3296,  durch  eine  verbessernde 
Durchsicht  abgeändert.  Die  Chr.  ist  hier  rein  in  der  Form  er- 
halten, welche  sie  im  Jahre  1428  hatte.  Zu  bemerken  ist,  dass 
die  meisten  der  ausser  der  Chr.  des  Andreas  in  dem  Sammelbd. 
enthaltenen  Stücke,  hauptsächlich  die  Begensburger  Heiligen 
Dionjsius,  Emmeram  und  Wolfgang  betr.,  nach  meiner  Über- 
zeugung in  den  gleichen  sehr  charakteristischen  Schriftzügen 
geschrieben  sind  wie  die  Forts,  der  A.  Chr.  und  alle  folgenden 
Teile  im  cod.  pal.  vind.  3296,  so  dass  anzunehmen  ist,  dass 
dieser  Schreiber  dem  Ä.ndreas  sehr  nahe  stand,  wenn  er  in 
zwei   dessen  Autographe  enthaltende  Hss.  einschreiben  konnte. 

4:  Wolfenbüttel,  herzogl.  Bibliothek.  Cod.  45.  6.  Aug. 
fol.  Genaue  Beschreibung  siehe  bei  Heinemann,  Die  Hss.  d. 
herzogl.  Bibüothek  zu  Wolfenbüttel  6,276,  Nr.  2555.  Enthält 
Bl.  56 — 77  des  Andreas  B.  Chr.,  jedoch  bricht  die  Hs.  schon 
nach  der  Überschr. :  De  fundacione  claustri  in  Strawbing 
(unten  S.  555, 30)  ab.  Ausserdem  sind  an  3  Stellen  je  mehrere 
BIL  ausgerissen,  so  dass  der  Text  namhafte  Lücken  aufweist. 
Die  vorhandenen  mehrfach  in  falscher  Folge  gebundenen  BU. 
sind  sicher  Abschrift  von  clm.  1805  ohne  besondere  Änderungen 
und  Zusätze,  doch  mit  vielen  Schreibfehlem.  Wann  die  Ab- 
schrift gefertigt  wurde,  ist  nicht  genau  festzustellen.  Wenn 
bei  Heinemann  a.  a.  0.  gesagt  ist,  die  (nicht  zur  Chronik  ge- 
hörigen) Blätter  38 — 77  des  Sammelbds.  seien  ungefähr  1425 
geschrieben,  so  ist  diese  Angabe  wohl  aus  dem  Datum  der 
Torrede  der  Chr.  des  Andreas  geschöpft.  Jedenfalls  gehören 
die  Schriftzüge  ins  15.,  nicht,  wie  es  Archiv  6, 16  heisst, 
ins  16.  Jh. 

5:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm. 
1222.  15.  Jh.  Sammelbd.  Papier.  305  Bll.  Zuletzt  im 
Franziskanerkloster  zu  Freising.  Bl.  110—147  B.  Chr.  des 
Andreas.  Bl.  150—181  dieselbe  deutsch.  Kronseder  (S.  27) 
hat  die  Bedeutung  der  Hs.  verkannt,  wenn  er  den  hier  gegebenen 
lateinischen  Text  als  eine  lateinische  Bückübersetzung  des 
deutschen  Textes  bezeichnet.  Der  lateinische  Text  ist  hier 
nämlich  ebensogut  Abschrift  der  lateinischen  Fassung  der  B.  Chr. 
wie  z.  B.  der  von  Kronseder  so  überaus  hochgeschätzte  clm.  14989. 
Dass  die  Überschriften  wenig  mit  denen  des  letzteren  überein- 
stimmen, wäre  genauer  so  auszudrücken,  dass  clm.  14989  in 
der  Forts.  Überschriften  hat,  während  sie  in  clm.  1222  (mit 
einer  Ausnahme)  fehlen.     Unrichtig   aber   bemerkt  Kronseder, 


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^    LXXVI    — 

dass  der  Text  wenig  mit  clm.  14989  übereinstimme.  Der  Text 
ist  vielmehr  der  gleiche,  abgesehen  von  der  fehlenden  Vorrede, 
lind  den  auch  sonst  zwischen  zwei  Abschriften  des  nämlichen 
Werkes  regelmässig  bestehenden  Abweichungen.  Die  B.  Chr. 
in  clm.  1222  ist  eine  vor  dem  Jahre  1469,  aber  wohl  nicht 
lange  vorher,  gefertigte  Abschrift.  Denn  in  diesem  Jahre 
machte  die  nämliche  Hand,  welche  die  in  derselben  Hs.  Bl.  56 
beginnenden  Flores  temporum  bis  zum  Jahre  1469  fortsetzte 
(Bl.  107),  neben  einer  Reihe  von  Zusätzen  und  Verbesserungen 
zum  Text  der  Chr.  ausdrücklich  am  Band  die  Bemerkung, 
dass  die  Witteisbacher  usque  in  presens  1469  in  Bayern  regieren, 
während  der  Text  des  Andreas  die  Zahl  1428  enthält,  und  be- 
merkt in  der  von  ihr  vorgenommenen  Forts,  des  Stammbaums : 
Albertus,  qai  iam  regnat  1469.  Die  Forts,  der  B.  Chr.,  von  der- 
selben Hand  geschrieben,  reicht  ebensoweit  wie  in  clm.  14989  - 
Eine  spätere  Hand  hat  noch  zwei  Abschnitte  aus  der  A.  Chr. 
(über  die  Hochzeit  Herzog  Albrechts  von  München  1436  und 
den  Tod  Kaiser  Sigmunds)  hinzugefügt,  die  sicherlich  nicht 
zur  ursprünglichen  Forts,  der  B.  Chr.  gehörten.  Der  Text  ist 
schlecht,  muss  aber  leider  mangels  erhaltener  besserer  Hss.  für 
die  Forts,  zu  Grunde  gelegt  werden. 

6:  München,  k.  Geheimes  Hausarchiv.  Manuscr.  Nr. 2. 
Papier.  16.  Jh.  2®.  42  BU.  unnummeriert.  Genaue  Be- 
schreibung s.  bei  Rockinger,  Üb.  ältere  Arbeiten  z.  baier.  u. 
pfälz.  Geschichte  im  Geh.  Haus-  u.  Staatsarchiv,  in  Abhandlungen 
d.  bist.  Cl.  d.  k.  b.  Akad.  d.  Wiss.  Bd.  16, 165.  Die  B.  Chr. 
lateinisch.  Die  Schrift  ist  schön,  der  Text  nach  einer  an- 
scheinend seihr  guten  Vorlage  korrekt.  In  der  Forts.  (S.  576,  19) 
bricht  die  Hs.  leider  ab.  Die  Hs.  war  nach  Rockingers 
Forschungen  im  Besitze  des  Pfalzgrafen  Johann  II.  von  Simmern- 
Sponheim  (1509—1557),  der  sie  mit  zahlreichen  Randbe- 
merkungen versah.  Pfalzgraf  Johann,  der  ein  ausserordentlich 
gebildeter  Fürst  war  (vgl.  Schmidt,  Geschichte  d.  Erziehung  d. 
pfalzischen  Witteisbacher  S.  XXVI),  fertigte  sich  mit  eigener 
Hand  aus  des  Andreas  Chr.,  also  wohl  aus  der  obigen  Hs., 
auch  eine  im  k.  Geh.  Hausarchiv  (als  Manuskr.  Nr.  203)  ver- 
wahrte Stammtafel  des  wittelsbachischen  Hauses.  Sie  trägt  von 
des  Pfalzgrafen  Hand  den  Vermerk:  Uss  bruder  Anndreas  zu 
Sant  Mang  by  Regenspurg  buch. 

7:  München,  k.  Hof-  und  StaatsbiblioÜiek.  Clm.  14989. 
Papier.  2  <>.  75  beschr.  Bll.  Enthält  Bl.  20-75  eine  von 
Christophorus  Hof&nann  1515  zu  St.  Emmeram  in  Regensburg 
gefertigte  Abschrift  d.  B.  Chr.   (vgl.  Kronseder  S.  13, 14  und 


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—    LXXVII    _ 

25  ff.)  Vorausgehen  2  Epigramme  (Bl.  1),  die  Widmung  der 
Abschrift  (Bl.  2)  und  ein  von  Hoffmann  gefertigtes  Register 
(Bl.  2 — 19).  Epigramme  und  Widmung  lauten  folgend er- 
mnssen  : 

Joannis  Celvi  Olestatini  Philareti  in  sequentem  chronicorum  de 
piincipibuB  Bavarie  libellum  epigramma  tethrastichon. 

Bayarico  primum  que  gens  consederit  arvo, 

Unde  profecta  domo,  nomen  et  unde  trahat, 

Alta  Bimul  ducibus  que  sint  cunabula  Boiis 

Nomina  queque  locis,  iste  libellus  habet. 
Fratrifl  Cbristophori   Hofmanni  ad  S.  Emmeramum  Ratispone  ad 
Jectorem  quemcunque. 

NoBse  Yolens,  lector,  fuerint  quo  sanguine  creti 

Bavarice  stirpis  stemmate  quove  duces, 

Huc  ades  et  flores  huius  tibi  carpe  libelli 

Et  lege,  si  placeant  splendlda  gesta  tibi. 

Presbiteri  Andree  labor  et  tibi,  credo,  placebit, 

Qui  coluit  Magni  templa  sacrata  pii. 
Beverendo    in   Christo   patri   et  domin o   domino   Erasmo   abbati 
monaaterii    S.   Emerammi   Ratispone    frater   Christophorus   Hoffmannus 
presbiter  et  monachus  ibidem  professus  debitam  reverenciam  et  obedienci- 
am  et  siqnid  haurire  poterit  de  latere  Christi  crucüLxi. 

Cum  tua  nuper  pcrmissione,  venerabilis  abba,  ripensem  divi  Magni 
confessoris  in  pede  pontis  Ratispone  subintrassem  ecclesiam,  libellum 
quempiam  Bavarie  principnm  hystorias  ab  origine  gentis  continentem 
casu  preterque  spem  ofTendi.  Hinc  haud  mediocii  perfundebar  gaudio, 
quandoquidem  libellus  prenominatus  plerisque  fortassis  annorum  domi 
retroactis  delitescens  curriculis  ad  lucem  dcmum  e  tenebris  prodierat. 
Animum  igitur  sumens  prememoratum  ab  eins  loci  incolis  ad  rescribendum 
expostulavi  libellum  et  obtinui  ratus  me  tibi  obsequium  prestiturum  haud 
modicum,  dummodo  tu  hüs  rebus  deditissimus  atque  in  hystoriarum 
cognicione  meo  iudicio  in  hac  nostra  urbe  —  absit  assentacio  —  nulli  crederis 
esse  secundus.  Domum  igitur  omni  posthabita  mora  repecii,  solitum 
meum  chalamum  corripui  scriptisque,  prout  cernis,  contradidi  tibique 
dedicare  et  oferre  dignum  iudicavi,  quo  tuum,  dum  tibi  per  ocium  licuerit, 
quandoque  oblectaveris  animum.  Plurima  nempe  illic  hactenus  tibi  in- 
cognita  reperies.  Enimvero,'  ut  ocius  tibi,  quod  volueris,  occurrat,  singula 
in  hoc  libello  contenta  notatuque  digna  in  hanc  alphabeticam  de  proprio 
redegi  tabulam.  Accipe  igitur,  reverende  senex,  hoc  tiii  donativum  alumni 
eo,  quo  offertur,  animo;  in  templo  etenim  domini,  ait  divus  Hieronymus, 
quivis  offert,  quod  potest,  alii  aurum  et  argen  tum,  tum  coccum,  bissum 
offerunt  et  hiacinctum  ;  nobiscum  bene  agitur,  qui  preter  squalidum  nil 
pomidemus  cucuUum  et  hunc  mutuo  acceptum,  si  pilos  pellesque  caprarum 
obtulerimus.  Vale  felicissime  annosque  Nestoris  vive  oracionibus  fratrum 
adiutuB. 

Ex  solito  Celle  mee  latibulo  Ratispone  obiter  quarta  decima  Aprilis 
anno  domini  post  sesquimillesimum  XV^ 

Kronseder  hat  versucht,  diese  Abschrift  als  die  beste  vor- 
handene Hs.  der  B.  Chr.  des  Andreas  zu  erweisen,  doch  hat 
er  bei  seiner  Beweisführung   andere   Hss.,    die   von   ziemlich 


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—    LXXYm    — 

gleichem  Wert  wie  clm.  14989  sind,  viel  zu  gering  geschätzt, 
besonders  aber  clm.  1222  ganz  unrichtig  beurteilt  (S.  27).  Der 
leider  bisher  unbekannt  gebliebene  clm.  1805  hätte  wohl  zu 
richtigerer  Erkenntnis  verholfen.  Hoffinanns  Abschrift  enthält 
die  ganze  Ohr.  mit  der  Forts.  Sie  ist  nicht  genau,  sondern  oft 
willkürlich  geändert.  Für  die  Forts,  kommen  neben  ihr  nur  die 
zwar  aucli  schlechten  Hss.  5  und  9  in  Betracht,  die  aber  immer- 
hin noch  besser  sind  als  sie,  da  sie  ihrer  Vorlage  getreuer 
folgen.  Was  die  Entscheidung  über  Eichtigkeit  der  Lesarten 
gegenüber  von  5  und  9  anlangt,  so  dient  der  Text  der  A.  Chr. 
für  die  Teile,  die  beide  Chroniken  gemeinsam  haben,  als  Richt- 
schnur. Gerade  nach  diesem  Masstab  erweist  sich  Hoffmanns 
Abschrift  als  sehr  unzuverlässig,  wie  ihre  Mangelhaftigkeit  in 
dem  Hauptteil  durch  die  Übereinstimmung  der  andern  von  ein- 
ander unabhängigen  Hss.  festgestellt  ist.  Es  erscheint  daher  die 
Zugrundelegung  des  Textes  von  5  für  die  Ausgabe  gewiss 
gerechtfertigt.  Die  übermässig  zahlreichen  Überschriften  stammen 
sicherlich  von  Hoffmann. 

8:  Wien,  k.  k.  Hofbibliothek.  Cod.  pal.  vind.  3343 
(Hist.  prof.  471).  Papier.  2«.  64  BU.  Vgl.  Mayr  im  N.  Areh. 
5,131.  Enthält  Bl.  11—59  die  B.  Chr.  des  Andreas  mit  der 
Forts,  und  einem  Register  auf  Bl.  1—9.  Bl.  60—64  von  der 
gleichen  Hand :  Duces  Bavarorum  veteres  coUecti  per  Johannem 
Aventinum.  Beide  Stücke  sind  Mitte  des  16.  Jhs.  geschrieben. 
Die  B.  Chr.  des  Andreas  ist  hier  sicher  von  des  Christophorus 
Hoffmann  Abschrift  abgeschrieben. 

9:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  338. 
S.  oben  S.  XXXV  und  S.  LXXIV.  Enthält  Bl.  105—121,  von 
Hartmann  Schedel  (wohl  1477)  geschrieben,  die  Forts,  der  B.  Chr., 
und  zwar  vollständig,  nicht  nur  Auszüge  daraus,  wie  der  ge- 
druckte Hss.-Katalog  (2.  Aufl.)  angibt.  Es  sind  sehr  viele 
Schreibfehler  vorhanden.  Der  Text  bestätigt  die  Lesarten  von 
Hs.  5  gegenüber  Hs.  7.  Aus  dem  umstand,  dass  zwei  Stellen 
(Bl.  162  u.  168)  Torhanden  sind,  die  in  jeder  der  3  Hss.  5,  7 
und  9  je  an  einem  andern  Platz  erscheinen,  möchte  zu  schliessen 
sein,  dass  jene  Stellen  in  der  oder  den  Vorlagen  am  Rand 
standen  und  spätere  Zusätze  des  Andreas  —  sie  stammen 
sicher  von  diesem  —  in  seinem  ursprünglichen  Exemplar 
waren.  Ähnlich  mag  es  sich  mit  einer  Stelle  (Bl.  157)  ver- 
halten, die  nur  Hs.  5  mit  9  gemeinsam  hat.  Drei  Überschriften 
in  Hs.  9  dürften  von  Schedel  stammen. 

10:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  27070. 
Aus  Prül,  später  im  k.  Reichsarchiv  München.     Papier.     2®. 


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—    LXXIX    — 

244  Bll.  Titel;  Tomas  I.  MS.  Collectionum  F.  Francisci  Griene- 
waldt  Batisbonensis  Gartbusiani  Professi  in  Monasterio  S.  Yiti 
in  Prael  prope  Batisbonam.  Enthält  Bl.  1  —  82  des  Andreas 
B.  Ghr.  mit  der  Vorrede  des  Ghristophorus  HofiFmann  in  Abschrift 
aus  Hs.  7.  Am  Schluss  Zusätze,  die  unten  aus  clm.  1222 
(deutsche  Übers.)  mitgeteilt  sind.  Endlich:  Explicit  Chronica 
de  Principibus  Bavariae  Andreae  .  .  .  Goepta  per  me  F.  Fran- 
ciscum  Grienewalt  Batisponensem  Garthusiae  S.  Yiti  in  Pruell 
professum  12.  Novembris  et  finita  17.  Decembris  1611. 
Bruchstücke  der  B.  Chr.  enthalten 

1.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  14719. 
Papier.  4^.  125  Bll.  15.  Jh.  Auf  Bl.  98-111  Abschnitte 
von  der  Geschichte  des  h.  Emmeram  bis  zu  der  des  Erzbischofs 
Willigis  von  Mainz  (unten  S.  16 — 44). 

2.  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  14969. 
Papier.  4«.  342  Bll.  15.  Jh.  Auf  Bl.  249'— 255  Auszüge 
aus  der  B.  Ghr.  von  Anfang  an  bis  1389. 

Die  beiden  ersten  der  vorstehend  aufgeführten  Hss.  bieten 
den  Text  der  Ghr.  in  einer  wesentlich  einfacheren  Form  als 
die  übrigen.^  Diese  Form  macht  durchweg  den  Eindruck  des 
Ursprünglichen  und  ist  nicht  etwa  als  ein  Auszug  aus  der 
Chr.,  sondern,  wie  schon  Kronseder  (S.  29)  richtig  erkannt  hat, 
als  eine  erste  Bedaktion  derselben  zu  betrachten.  Um  über 
das  Verhältnis  dieser  1.  zu  der  2.  Bedaktion  Aufsehluss  zu 
geben,  genüge  hier  die  Vergleich  ung  der  Anfänge  beider  Texte. 
Die  Vorrede  findet  sieh  in  beiden  Bedaktionen  A  und  B  ohne 
wesentliche  Abweichung.  Das  1.  Kap.  der  einfacheren  Form 
ist  in  der  umfangreicheren  das  2.  und  ist  zurückgedrängt  durch 
ein  anderes  Kap.,  welches  sich  deutlich  als  später  eingeschoben 
erweist.  Das  ursprüngliche  1.  Kap.  erzählt,  wie  die  Überschr. 
sagt:  De  primis  ducibus  Baioariorum:  Zur  Zeit  Oktavians 
und  Gäsars  kamen  die  Brüder  Boamund  und  Ingramm  aus 
Armenien  und  besassen  als  die  ersten  (primi)  das  Herzog- 
tum in  Bayern.  Ihnen  folgte  Adelger,  diesem  Theodo.  Da, 
wo  diese  einfache  Erzählung  das  2.  Kap.  «bildet,  zeigt  sie  auf- 
fallende Veränderungen.  Die  Überschr.  redet  nicht  mehr  von 
den  ersten  Herzogen  in  Bayern,  sondern  De  principibus 
Bavarie  tempore  nativitatis  Christi,  und  auch  im  Text  ist,  ab- 
gesehen von  anderen  Worten,  jenes  primi  weggelassen.  Warum? 

^  Wenn  Gewold  in  der  Replicatio  ad  responBoriam  epistolam  M. 
Freheri  de  ]palatino  electoratu  (München  1612),  S.  8  von  einer  Hs.  spricht, 
die  innmDeriB  locis  noch  viel  mehr  biete  als  der  Freher'sche  Text,  so  dürfte 
diese  Hs.  wohl  eine  der  A.  Chr.  gewesen  sein. 


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—    LXXX    — 

Weil  nun  ein  Kap.  vorausgestellt  ist,  in  dem  noch  frühere 
Herzoge,  Bavarus  iind  Norix,  genannt  werden.  Dass  die  beiden 
Kap.  in  dieser  Form  der  ursprünglichere  Text  gewesen  wären 
und  jene  einfachere  Form  daraus  ausgezogen  worden  wäre, 
erscheint  schwer  denkbar.  Am  einfachsten  ist  die  Erklärung, 
dass  der  "Wortlaut  der  zweiten  Form  durch  eine  für  die  erste 
nicht  verwertete  Quelle  veranlasst  wurde.  Hiefür  spricht  ins- 
besondere der  dem  Anfang  der  A.  Chr.  des  Andreas,  gleich- 
lautende Anfang  des  späteren  2.  Kap.,  der  von  der  Schöpfung 
der  "Welt  und  der  Geburt  Christi  ausgeht  und  —  so,  wie  er 
lautet  —  gewiss  eher  zum  Beginn  des  ganzen  "Werkes  passt 
als  an  den  Anfang  eines  2.  Kap.,  wo  er  als  überflüssig  erscheint 
Ich  habe  unten  S.  507  als  Quelle  des  späteren  ganzen  1 .  Kap. 
die  Yita  Altmanni  angegeben  und  zweifle  nicht,  dass  Andreas 
diese  Quelle  erst  ausbeutete,  als  der  Text  der  1.  Redaktion 
schon  geschrieben  war.  Das  folgende  Kapitel  De  condicione 
civitatis  Ratispone  zeigt  eine  ähnliche  Verschiedenheit  in  zwei 
Redaktionen.  Und  hier  vermögen  wir  sicher  festzustellen, 
welche  die  frühere  ist,  nämlich  die  der  einfacheren  Form,  w  eil 
sie  mit  dem  Text  der  A.  Chr.  übereinstimmt  Der 
Inhalt  der  andern  Form  entspricht  dem  Schlussatze  des  späteren 
ersten  Kapitels  und  berechtigt  zu  dem  Schluss,  dass  auch  hier 
die  Abänderung  auf  Grund  der  neu  herangezogenen  Quelle  er- 
folgte. Hier  wie  in  den  beiden  ersten  Kapiteln  werden  wider- 
sprechende Nachrichten  nebeneinander  vereinigt,  ohne  dass 
Andreas  den  Versuch  macht,  den  Widerspruch  aufzulösen.  Ist 
es  uns  doch  auch  nur  durch  die  Annahme  zweier  Redaktionen 
möglich,  die  Widersprüche,  die  bisher  in  den  beiden  ersten 
Kap.  ruhten  und  unentwirrbar  schienen,  auf  ihre  Entstehung 
zurückzuführen.  Ich  werde  an  anderer  Stelle  zeigen  —  was 
in  dieser  meiner  Ausgabe  zum  erstenmal  durch  die  Scheidung 
der  ersten  und  zweiten  Redaktion  deutlich  hervortritt  — ,  wie 
die  heillose  Verwirrung  der  bayerischen  Stammessage  im  15.  Jh. 
und  später  hauptsächlich  auf  Verantwortung  des  Andreas  zu 
setzen  ist,  der  die  im  der  2.  Redaktion  neubenützte  Quelle  neben 
die  Hitteilungen  seiner  früheren  Quellen  einreiht  und  zwei 
völlig  getrennte  Stammessagen  dadurch  ineinander  wirrt. 
Was  ich  hier  über  den  Unterschied  des  Textes  in  A  und  B 
in  den  2  bezw.  3  ersten  Kap.  dargelegt  habe,  lässt  sich  in 
ähnlicher  Weise  weiterverfolgen.  Hiezu  kommt  die  Thatsache, 
dass  die  Lesarten  in  B  schlechter  sind  als  die  in  A,  welch' 
letztere  mit  denen  der  in  der  B.  Chr.  als  Hauptquelle  benützten 
A.  Chr.  übereinstimmen. 


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~    LXXXI     - 

Es  erhebt  sich  die  Frage  nach  der  zeitlichen  Entstehung 
beider  Redaktionen. 

In  A  und  B  trägt  die  Vorrede  das  Datum  1425  Sept.  16. 
Diese  Vorrede  war  schon  ganz  oder  teilweise  geschrieben,  als 
Andreas  noch  an  der  Chr.  arbeitete;  denn  bei  Kaiser  Heinrich  II. 
(S.  530, 16)  bezieht  er  sich  auf  sie:  Hie  est  Heinricus  ille,  cuius 
mencio  in  prologo  huius  opusculi  est  facta.  Die  Jahrzahl  1425 
kehrt  in  beiden  Redaktionen  als  Gegen  warts- An  gäbe  wieder  in 
dem  Kapitel  De  origine  principum  Bavarie  (S.  511).  In  dem 
Text  A  erscheint  kein  weiteres  derartiges  Datum.  Man  wird  also 
nicht  ifehlgehen,  wenn  man  seine  Entstehung  im  Jahr  1425 
annimmt  In  dieser  Form  (ohne  die  Geschichte  der  Witteis- 
bacher) dürfte  die  Chr.  auch  dem  Herzog  Ludwig  überreicht 
worden  sein,  und  als  Ergänzung  sollte  wohl  der  wittelsbachische 
Stammbaum  dienen,  den  Andreas  dem  Herzog  vorher  gefertigt 
hatte;  vgl.  Kronseder  S.  29,  Anm.  1.  In  dem  zweiten  Teil  des 
Textes  B  aber,  in  dessen  erstem  Teil  zweimal  die  Jahrzahl  1425 
als  Gegenwart  angegeben  ist,  wird  an  2  weiteren  Stellen 
(S.  544,31  und  S.  552,2  quer)  1428  genannt.  Wie  ist  dieser 
Zwiespalt  zu  erklären?  Die  einfachste  Erklärung  scheint  mir 
die  zu  sein:  Der  erste  Teil  erfuhr  wohl  schon  1425  die  Um- 
arbeitung, während  die  zweite  Hälfte  erst  1428  hinzugefügt 
wurde.  Wie  sehr  diese  Erklärung  berechtigt  ist,  wird  sich 
unten  bei  der  Untersuchung  des  Verhältnisses  der  deutschen 
Übersetzung  zum  lateinischen  Text  der  B.  Chr.  zeigen. 

Nach  dem  Gesagten  ergab  sich  für  diese  Ausgabe  die 
Notwendigkeit,  die  beiden  Redaktionen  neben  einander  in  Er- 
scheinung treten  zu  lassen  und  nicht  etwa  nur  allein  die  um- 
fangreichere und  überarbeitete  Textform  abzudrucken,  da  schon 
durch  eine  solche  Nebeueinanderstellung,  wie  ich  soeben  an 
dem  Text  der  ersten  Kap.  gezeigt  habe,  wissenschaftliche  Fragen 
zur  Lösung  gebracht  werden. 

Es  wurde  dem  Text  also  für  diese  nicht  geringe 
Schwierigkeiten  bietende  Anordnung  für  die  Redaktion  A  die 
Hs.  1  mit  ihren  sehr  guten  Lesarten  zu  Grunde  gelegt,  für  die 
Redaktion  B  des  Andreas  Autograph  der  Hs.  3,  für  die  Forts., 
da  leider  keine  bessere  Hs.  erhalten  ist,  die  Ha.  5. 

Bezüglich  des  Verhältnisses  der  B.  Chr.  zu  den  übrigen 
Schriften  des  Andreas,  insbesondere  zur  A.  Chr.,  ist  zunächst 
zu  erwähnen,  dass  naturgemäss  Andreas  die  schon  fertig  vor- 
liegende A.  Chr.  als  Quelle  benützte.  Wir  geben  diese  Teile,  mögen 
sie  Manchem  vielleicht  auch  als  überflüssig  erscheinen,  doch  voll- 
ständig wieder,  damit  das  erste  Bayerns  Geschichte  enthaltende 

QaeUen  and  Eroerterangen  M.  F.  I.  VI 


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^  Lxxxn  - 

Werk  in  ungekürzter  Form  erscheine.  A)idreas  benützt  seine 
eigene  A.  Chr.  wie  eine  fremde  Quelle.  Er  überträgt  den  Text 
aus  jener  meist  ohne  Änderung  in  diese.  In  verschiedenen 
Kap.  der  B.  Chr.,  in  denen  er  aus  jener  schöpft,  fügt  er  in 
den  entlehnten  Text  die  Jahre  und  Namen  des  betr.  damaligen 
Papstes  und  Kaisers  nach  seinen  in  den  Kreisen  gemachten 
Angaben  ein. 

Eine  Anzahl  von  Quellen  scheint  Andreas  erst  nach 
Vollendung  der  A.  Chr.  kennen  gelernt  zu  haben  und  benützt 
sie  ausgiebig,  wie  unten  bei  der  Untersuchung  der  einzelnen 
Quellen  dargethan  wird.  Von  den  schon  in  der  A.  Chr.  be- 
nützten Quellen  ist  neben  den  Fund,  und  dem  Br.  Chr.  be- 
sonders das  Chronicon  de  ducibus  Bavariae  in  weiterem  Umfang 
als  dort  ausgebeutet  Von  da  an,  wo  die  A.  Chr.  zunächst 
abschloss,  also  mit  1422,  legt  Andreas,  da  ja  die  Fortsetzung 
der  A.  Chr.  erst  nach  der  Chr.  Hus.  entstand,  in  der  B.  Chr. 
seine  inzwischen  geschriebene  Chr.  Hus.  und  seine  Auf- 
zeichnungen im  Diar.  zu  Grunde,  doch  nur  für  einige  wenige 
Mitteilungen.  Gerade  jene  Jahre  sind  in  der  ß.  Chr.  auffallend 
dürftig  behandelt.  Andreas  wollte  wohl  nicht  das,  was  er 
schon  an  mehreren  anderen  Stellen  niedergeschrieben  hatte, 
wiederholen.  Ausführlicher  wird  die  Chr.  erst  wieder  in  der 
Forts.  Diese  wie  die  Forts,  der  A.  Chr.  scheinen  fast  gleich- 
zeitig neben  einander  entstanden  zu  sein,  wobei  in  der  B.  Chr. 
hauptsächlich  bayerische  Angelegenheiten  berührt  und  ins- 
besondere die  Husitenkriege  weniger  berücksichtigt  sind.  Von 
beiden  Forts,  ist  sicher,  dass  sie  nicht  vor  1428  begonnen 
wurden;  für  die  der  A.  Chr.  können  wir,  wie  oben  S.  VIII 
erwähnt,  sogar  schliessen,  dass  sie  eben  im  J.  1428  angefangen 
ist  Was  also  die  der  A.  Chr.  von  1422—1428  und  die  der 
B.  Chr.  von  1426—1428  bringt,  ist  sicher  erst  1428  oder  darnach 
geschrieben.  So  kommt  es,  dass  in  beiden  das  Diar.  und  die 
Chr.  Hus.  als  Quellen  benützt  sind;  an  einer  Stelle  der  Forts, 
der  A.  Chr.  (S.  481,3)  hat  es  sogar  den  Anschein,  als  sei  die 
B.  Chr.  zu  Grunde  gelegt.  Bei  Aufzählung  der  zu  seiner  Zeit 
entstandenen  Bauten  nennt  Andreas  das  J.  1428  (S.  568,  7) 
wohl  aus  keinem  andern  Grund,  als  weil  er  jene  Notiz  in 
diesem  Jahr  niederschrieb.  Von  1428  an  scheint  Andreas  bald 
in  die  A.  Chr.,  bald  in  die  B.  Chr.,  bald  in  beide  zusammen 
Einträge  gemacht  zu  haben,  ohne  dass  es  möglich  wäre,  über- 
all zu  sagen,  in  welcher  Chr.  der  frühere  Eintrag  erfolgte. 
Das  lässt  sich  nur  in  einzelnen  Fällen  erweisen.  Möge  es  bei 
dieser  Sachlage   nicht   als    unkritisch    aufgefasst  werden,   wenn 


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-    LXXXIII     — 

ich  der  Raumersparnis  halber  in  der  Forts,  der  B.  Chr.  die  mit 
der  Forts,  der  A.  Chr.  übereiustimmenden  Stellen  sämtlich  petit 
drucken  liess,  wenn  es  vielleicht  auch  möglich  wäre,  dass  sie 
eher  in  der  B.'  Chr.  niedergelegt  waren  und  für  die  A.  Chr. 
nur  daraus  abgeschrieben  wurden.  Mit  dem  kleinen  Druck 
soll  in  jenen  Teilen  nicht  gesagt  sein,  dass  die  A.  Chr.  für  die  betr. 
Stelle  Quelle,  sondern  nur,  dass  die  Stelle  auch  in  der  vorher 
abgedruckten  A.  Chr.  zu  finden  ist.  Es  kommt  hinzu,  dass 
die  Aufzeichnungen  in  der  Form,  in  der  sie  in  der  einen  oder 
andern  Forts,  stehen,  oft  nicht  gleichzeitig  gemacht  sind.  Der 
Nachricht  über  die  Weinbergschäden  von  1430  ist  sogleich 
die  über  Weinüberfluss  von  1431  angefügt  (S.  474  u.  571  \ 
so  dass  die  ganze  Notiz  in  dieser  Form  ei*st  1431  oder  später 
gefertigt  sein  kann.  Aber  die  Datierung  aus  dem  vorausgehen- 
den Jahr  lässt  darauf  schliesseu,  dass  diese  Daten  schon  damals 
schriftlich  niedergelegt  wurden,  vielleicht  in  einem  dem  Diar. 
entsprechenden  Notizbuch,  welches  später  dann  für  beide  Forts. 
verarbeitet  wurde.  Bei  der  Schilderung  des  Feldzuges  gegen 
die  Husiten  1431  in  der  B.  Chr.  äussert  Andreas  i^S.  573,23): 
Alibi  tamen  de  hoc  lacius  scripsi.  Dieser  Hinweis  bezieht  sich 
auf  die  Forts,  der  A.  Chr.,  in  der  jener  Feldzug  ausführlicher 
behandelt  ist.  Der  Text  der  A.  Chr.  war  also  hier  vor  dem 
der  B.  Chr.  niedergeschrieben.  Der  letztere  aber  kann  nicht 
lan^e  nachher  verfasst  worden  sein,  was  sich  aus  folgendem 
Gesichtspunkt  ergiebt:  Zu  demselben  Jahr  1431  berichtet 
Andreas  in  der  B.  Chr.  kurz  nach  der  eben  erwähnten  Stelle 
(S.  574)  von  seiner  Audienz  bei  Herzog  Ernst  in  Straubing 
in  einer  Sache  seines  Klosters.^  Wie  Andreas  erzählt,  fragte 
ihn  der  Herzog  leutselig,  was  das  Nächste  sein  werde,  worüber 
er  in  seiner  Chronik  berichten  wolle.  Und  Andreas  sagte: 
„Gnädiger  Fürst,  es  ist  die  Angelegenheit,  in  welcher  ich  hier 
bin.  Hört  Ihr  sie  gnädig  an,  so  soll  das  das  Nächste  sein, 
was  ich  in  meiner  Chronik  rühmend  niederschreiben  will." 
Der  Herzog  erfüllte  den  Wunsch,  und  Andreas  schrieb  die 
Geschichte  in  seine  Chronik.  Wir  haben  keinen  Zweifel,  dass 
sie  wirklich  proxime,  wie  Andreas  sagte,  unmittelbar  nach 
jenem  Ereignis  niedergeschrieben  ist,  also  1431  wie  die  vorhin 
erwähnte  Stelle,  von  der  aus  auf  die  weitläufigere  Darstellung 
in   der  A.  Chr.   verwiesen   ist.     Auch   diese  ist  143 1  verfasst, 

^  Gemeiner  3,  32  spricht  davon,  ea  seien  in  dieser  Sache  ,,noch  ver- 
schiedene eigenhändige  Aufsätze  des  bprühmten  Geschichtschreibers  und 
Chorherrn  Andres  von  S.  Mang  vorhanden,  mittelst  welcher  derselbe  den 
Schaden  und  die  Zuspruche  des  Klosters  vor  dem  Rat  liquidirt  hatte''. 
Meine  Bemühungen,  diese  Aufsätze  zu  entdecken,  waren  vergeblich. 

VI* 


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-    LXXXIV    - 

und  so  scheinen  jene  Teile  in  beiden  Chroniken  in  nicht  weit 
von  einander  entfernten  Zeiten,  ja  vielleicht  gleichzeitig  neben- 
einander entstanden  zu  sein.  Tragen  sie  doch  hier  ähnlichen 
Charakter  wie  die  Einträge  im  Diar.  Die  in  der  Forts,  der  B. 
Chr.  nach  den  Ereignissen  von  1433  eingeschobene  Nachholung 
von  Nachrichten  aus  den  Jahren  1431—1433  (S.  577,  33:  per 
repeticionem  precedencium)  scheint  direkt  der  A.  Chr.  entnommen 
zu  sein.  Sie  bringt  mehrere  Wiederholungen  des  schon  im 
Text  der  B.  Chr.  vorher  Gesagten,  welche  letzteren  Teile  gleich- 
zeitig mit  denen  der  A  Chr.  1431  1433  entstanden  sein  dürften. 
Doch  sind  einzelne  neue  Zusätze  zu  dem  Wiederholungsabschnitt 
gemacht.  Das  scheint  noch  1433  geschehen  zu  sein,  da  man 
den  Ausdruck  (S.  577,32):  ut  clarior  fiat  rerum  Status,  wohl 
auf  die  damalige  Lage  beziehen  darf.  Die  Aufzeichnungen  von 
lAM  an  sind  dann  wieder  annalenhaft  gemacht  Andreas 
gebraucht  hier  (S.  579,20)  selbst  von  der  Art  seiner  Notizen 
den  Ausdruck:  more  solito  secundum  annos  domini,  und  zwar 
bringt  er  in  der  B.  Chr.  zunächst  das,  was  auch  in  der  A.  Chr. 
enthalten  ist;  hieran  aber  reiht  er  Aufzeichnungen,  die  sich  in 
letzterer  nicht  finden.  Bei  den  folgenden  Jahren  nehmen 
diese  Zusätze  der  B.  Chr.  gegenüber  der  A.  Chr.  immer  mehr 
ab.  An  einer  Stelle  (S.  587, 10)  gewinnt  es  fast  den  Anschein, 
als  sei  der  Text  der  B.  Chr.  der  frühere  und  aus  dieser  in 
die  A.  Chr.  übernommen,  welch*  letztere  aber  dann  schliesslich 
—  die  B.  Chr.  schliesst  mit  dem  J.  1436  ab  —  bis  1438  allein 
weitergeführt  wurde. 

Eine  in  der  A.  Chr.  nicht  benützte  Quelle  citiert  Andreas 
in  der  B.  Chr.  viermal  ausdrücklich,  die  chronica  de  Schira, 
und  bemerkt  an  einer  dieser  Stellen  (S.  533,30)  über  sie:  que 
hucusque  in  volgari  ad  manus  meas  perveneruni  In  der  That 
liefert  ihm  die  deutsche  Scheyrer  Chr.,  d.  h.  die  Abschrift  des 
Textes  einer  alten  genealogischen  Tafel,  der  sog.  Fürstentafel, 
in  der  wittelsbachischen  Hausstiftung  Scheyern,  vielfachen  Stoff. 
In  zahlreichen  Hss.  verbreitet,  ist  diese  tief  unter  der  lateinischen 
Scheyrer  Chr.  stehende  fabelhafte  deutsche  Chr.  (gedr.  in  der  von 
Abt  Stephan  von  Scheyern  veranstalteten  Ausg.  des  Chroidcon 
Schirense  Konrads  von  Scheyern,  Ingolstadt  1623,  S.  229,  dann 
in  der  Ausg.  Strassburg  1716,  S.  174,  femer  von  Hefner  im  Oberb. 
Archiv  2, 188  und  ohne  Kenntnis  letzterer  Ausgabe  von  Maffei 
in  Deutingers  Bey trägen  6,410)  anscheinend  für  Viele  ein  be- 
liebtes und  gelesenes  Buch  gewesen,  aus  dem  man  sich  über 
die  glänzende  Vergangenheit  des  angestammten  Herrscherhauses 


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—    LKXXV    — 

Aufschluss  holte.^  A.ber  schon  Andreas  nimmt  nicht  alle  ihre 
Fabeleien  gläubig  auf  und  verwirft  an  einer  Stelle  (S.  525, 13) 
eine  ihrer  Angaben  als  einen  durch  das  Alter  geschaffenen 
Irrtum.  Aus  dem  oben  angeführten  Ausdruck  des  Andreas, 
dass  jene  Übr.  ihm  bis  jetzt  deutsch  zu  Händen  gekommen 
sei,  darf  vielleicht  geschlossen  werden,  dass  er  von  dem  Vor- 
handensein einer  lateinischen  Scheyrer  Chr.  wusste  und  dass 
er  bedauerte,  allein  auf  jene  deutsche  Chr.  angewiesen  zu  sein. 
Höchstwahrscheinlich  entnahm  Andreas  seine  aus  der  Scheyrer 
Chr.  gemachten  Exzerpte  jener  Abschrift,  welche  in  dem 
clm.  1805,  Bl.  44 — 48  enthalten  ist.  Das  ist  jener  Sammel- 
band, worin  Bl.  97 — 132  die  von  Andreas  selbst  geschriebene 
Abschrift  seiner  bayerischen  Chr.  eingebunden  ist.  (Vgl.  oben 
S.  LXXIV).  Am  Schluss  der  Scheyrer  Chr.  heisst  es:  ISTon 
plus  repperi  de  ista  materia  scriptum  in  ünderstorfiF  secundum 
exemplar  quoddam  transscriptum  secundum  exemplar  pendens 
in  ambitu  supradicti  monasterii  Scheyren  in  octava  festivitatis 
beatissimi  patris  nostri  Francisci  confessoris  anno  domini  1425. 
presidente  sacrosancte  dei  ecclesie  sanctissimo  in  Christo  patre 
et  domino  domino  Martine  divina  providencia  papa  V.^  Das 
würde  zu  der  Thatsache  passen,  dass  Andreas  die  Scheyrer  Chr. 
in  der  A*  Chr.  noch  nicht  benützt  hat  und  erst  für  die  1425 
begonnene  B.  Chr.  verwendet. 

Eine  in  der  A.  Chr.  von  Andreas  nicht  unmittelbar  be- 
nützte Quelle  —  er  führt  aus  ihr  dort  (S.  31,7)  nur  eine  von 
Konrad  von  liegen berg  citierte  Stelle  an  —  wird  von  ihm  in 
der  B.  Chr.  ziemlich  stark  ausgebeutet,  des  Gottfried  von 
Viterbo  Pantheon  (SS.  22,107).  Im  Kap.  über  Konrad  H. 
(S.  531,36)  führt  er  diese  Quelle  zuerst  namentlich  an,  nach- 
dem er  sie   auch   schon   für   vorhergehende  Kap.  benützt  hat. 

Gleichzeitig  schöpft  Andreas  aber  auch  aus  einer  neuen 
in  der  A.  Chr.  nicht  verwerteten  Quelle,  die  ihrerseits  wieder 
die  Grundlage  von  Gottfrieds  von  Viterbo  Pantheon  bildet, 
nämlich  aus  dem  Chronicon  Ottos  von  Freising  (SS.  20,83). 

^  Eine  kritische  Neuausgabe  auf  Gruod  der  von  Hundt  (Abh.  d. 
bist.  Cl.  d.  k.  b.  Akad.  d.  W.  9, 270)  zusammengestellten  Hss.  wäre 
wQnschenswert.  3  weitere  (Wiener)  Hss.  yerzeichnete  Mayr  (NA.  5, 135 
u.  143).  Ich  füge  noch  eine  zu  KremsmQnster  befindliche  Hs.  hinzu, 
No.  141  der  Bibliothek  des  dortigen  Benediktinerklosters,  Bl.  147—153. 
Am  Schluss:  Johannes  Pawman  scripsit  1464  etc.  (Von  dem  nämlichen 
Schreiber  stammt  auch  die  Wiener  Hs.  3447). 

*  Eine  Abschrift  der  Scheyrer  Chr.  des  clm.  1805  dürfte  wohl  die 
in  cgm.  2928,  Bl.  15—18  sein,  da  die  letzten  Worte  gleichlauten.  Dort 
wird  gesagt:  Scriptum  Monaci  in  crastino  11  milium  virginum  anno 
domini  1429.  presidente  u.  s.  f.  wie  oben. 


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—     LXXXVI     - 

Es  lassen  sich  aber  durch  die  von  Gottfried  an  Ottos  Text  vor- 
genommenen Veränderungen  die  Stellen  genau  erkennen,  in 
denen  Andreas  Gottfried  abschreibt,  trotzdem  er  auch  dessen 
Quelle  Otto  zur  Verfügung  hatte.  Ferner  zeigt  es  sich,  dass 
Andreas  mehrmals  sogar  Ottos  und  Gottfrieds  Text  vermengt 
hat.     Man  vergleiche  z.  B.: 


Otto  Frising.  Chron. 

6,20: 
H  u  i  u  8  maximae  c  o  n  - 
cusftionifi      auctor 


Gotifr.  Viterb.         j  Andreas 

Pantheon;  |        unten  S.  528,9: 

Hiiius  mali  actor  di- !  Huius  concussionisauc- 
citur  quidam  comes  |  tordiciturquidam  coroe» 
fiiisse  ex  Baioaria  qui-  de  Stira  in  ßagua- ,  de  Scira  in  Baioaiia  ex- 
daiu  Bkirensis  comes  1  ria  extitisse.  Quem  ,  titisse.  Quem  Ungari 
memoratur,  qui  tarnen,  Ungari  tamqua  m  ,  tamquam  eum,  qui  oos 
j)erfidiae8uaepoena8sol-    eum,  qui  eos  in  mor- 1  incaute     eductos    morti 


teni  eduxerat,  occide- i  exposuisset,   occiderunt. 
runt. 


vens,  dum  Ungaros  in- 
caute eductos  morti 
exposuisset,  ab  eis 
tanquam  traditor  neca- 
tus  est. 

Es  ist  klar,  dass  der  Wortlaut  des  Andreas  aus  den  beiden 
Texten  hergestellt  ist:  ein  Stück  aus  der  einen  Quelle  löst 
zweimal  nacheinander  eines  aus  der  andern  ab.  Wo  die 
Geschichte  der  Hohenstaufen  beginnt,  lässt  Andreas  Gottfried 
von  Viterbo  mehr  bei  Seite  und  entnimmt  ausgedehnte  Stücke 
dem  Chronicon  Ottos,  nicht  ohne  allerdings  hie  und  da  die  ge- 
kürzten Ausdrücke  Gottfrieds  zu  verwenden. 

Ausser  dem  Chronicon  Ottos  dienen  dessen  Gesta  Fride- 
rici  als  Quelle.  Hiebei  citiert  Andreas  zweimal  (S.  535, 23  und 
540, 29)  Otto  als  seinen  Gewährsmann,  indem  er  jedoch  auch 
die  Gesta  allgemein  als  Chronica  bezeichnet.  Auch  im  Chron. 
Hus.  (S.  451,  Nr.  82)  verwendet  er  ein  Kap.  der  Gesta,  die  er 
dort  ebenfalls  cronica  nennt.  Und  im  Dialogus  (S.  673, 31) 
kommt  er  auf  den  nämlichen  Stoff  zurück. 

Mehrmals  erscheint  die  Kastler  Reimchronik  des 
Abtes  Hermann  Lubens  (1323—1356)  als  Quelle  in  der  B.  Chr. 
(Gedr.  in  Freyberg,  Sammlung  bist.  Schriften  u.  Urkunden 
2,455  und  Moritz,  Stammreihe  der  Grafen  von  Sulzbach  2,120). 
An  einer  Stelle  wird  sie  citiert  als  chronica  de  Castello. 
Vielleicht  benützte  Andreas  sie  an  Ort  und  Stelle  in  dem  ober- 
pfalzischen  Kloster.  Zu  bemerken  ist,  dass  die  von  dem 
nämlichen  Verfasser  herrührende  lateinische  Chr.  von  Kastl 
(gedr.  bei  Moritz  a.  a.  0.  2, 104)  nicht  benützt  erscheint,  sondern 
nur  die  deutsche  Reimchronik.  Die  sagenhaften  Überlieferungen 
der  letzteren  über  Herzog  Ernst  ergänzte  Andreas  in  der 
Redaktion  ß  durch  ein  eigenes  Kapitel,  das  er  aus  der  lateinischen 

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-     LXXXVJI       - 

Prosabearbeitung  des  Gedichtes  von  „Herzog  Ernst"  schöpfte. 
(S.  unten  S.  LXXXVIIl). 

Die  erste  Quelle,  die  bei  der  2.  Bearbeitung  neu  hinzu- 
tritt, ist  die  Vita  Altmanni  episcopi  Pataviensis  (hsg.  v. 
Wattenbach  SS.  12,226— 243\  die  zwischen  1125  und  1141 
im  Kloster  Göttweig  geschrieben  ist.  In  ihr  erscheint,  wohl 
zum  ersten  Mal,  die  Fabel  von  Bavarus  und  Norix,  dem  Sohne 
des  Herkules;  sie  brinijt,  wie  das  Annolied,  die  Kaiserchronik, 
die  Tegernseer  und  später  die  Kremsmünsterer  GeschichtsquelJen, 
die  Mär  von  der  Einwanderung  der  Bayern  aus  Armenien. 
Gerade  ihren  Text,  nicht  etwa  den  der  letztgenannten  Quellen, 
giebt  Andreas  in  dem  ersten  neu  eingeschobenen  Kap.  —  mehr 
ist  der  Vita  nicht  entnommen  —  fast  unverändert  wieder. 
Man  braucht  also  hier  nicht,  was  Wahl  S.  18  gethan  hat,  als 
Quelle  für  die  Fabel  von  Bavarus  und  Norix  jenen  „edelsten 
Chronisisten  Garibald"  zu  vermuten,  auf  den  sich  Ulrich  Füetrer 
bezieht.  Da  in  dieser  Stelle  der  Vita  Altmanni  die  Gründung 
Regensburgs  dem  Herzog  Norix  zugeschrieben  wird,  ergiebt 
sich  sofort  ein  Widerspruch  mit  dem  2.  Kap.  von  A,  das,  der 
A.  Chr.  entnommen,  Kaiser  Tiberius  als  Gründer  Regensburgs 
nennt.  Auf  diesen  Widerspruch  macht  Andreas  aufmerksam, 
ohne  ihn  zu  lösen. 

Für  die  Geschichte  des  Herzogs  Naimes  oder,  wie  Andreas 
ihn  nennt,  Naaman  von  Bayern  in  der  B.  Chr.  benützt  Andreas 
nach  seiner  eigenen  Angabe  zwei  Quellen.  Die  eine  nennt  er 
genau:  es  ist  des  Vincentius  von  Beauvais  Speculum 
histori^le  (vgl.  oben  S.  LX).  Die  andere  bezeichnet  er  nur 
allgemein  als  quidam  Über  volgaris.  Riezler  (Naimes  von 
Bayern  und  Ogier  der  Däne,  in  d.  Sitzungsberichten  d.  philos.- 
philol.  u.  bist.  Cl.  d.  k.  b.  Akad.  d.  W.  1892,  S.  713  ff.)  be- 
merkte zwar  (S.  720),  es  Hessen  sich  über  diese  deutsche  Quelle 
des  Andreas  nur  Mutmassungen  hegen,  denen  nachzuhängen 
es  sich  nicht  verlohne.  Letzterer  Ansicht  bin  ich  nicht,  da  es 
immerhin  wünschenswert  sein  dürfte,  zu  wissen,  welches  jene 
Quelle  war,  und  zwar  für  die  Geschichte  der  Quelle  selbst  wie 
für  die  Kenntnis  der  Quellenbenützung  durch  Andreas.  Man 
braucht  nicht  an  die  „Chronikschreiber''  zu  denken,  auf  die  sich 
später  .Füetrer  beruft.  Ich  zweifle  nicht,  dass  des  Andreas 
Quelle  hier  das  deutsche  Rolandslied  des  Pfaffen  Konrad 
war.  Was  Andreas  berichtet,  ist  ein  Auszug  daraus  zum  Zweck 
einer  kurzen  Darstellung  der  Thaten  des  Herzogs  Naimes.  Nur 
durch  ungeschickte  Verwendung  der  lateinischen  Textesworte 
des  Vincentius  wurden  die  dem  Rolandslied  entnommenen  Züge 


\ 


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-     LXXXVIII    — 

entstellt.  Des  Andreas  Auszug  entspricht  folgenden  Yersen 
des  Bolandslieds  (Zählung  nach  der  Ausgabe  Yon  Bartsch): 
381 ;  412:  thaz  ne  mah  ih  niht  erwenden  (vgl.  S.  519,  36:  quod 
potencie  imperatoris  resistere  non  valeret);  443  ff.;  625  ff.;  709 ff-; 
891  ff.  (die  vier  Helden,  die  im  Rolandslied  den  Kaiser  warnen 
fV.  911,  937,  969,  1011],  führt  Andreas  mit  den  bei  Vincentius 
gefundenen  Titeln  an);  1093  ff.;  1364 ff.;  1382  ff;  1936  ff.; 
2490 ff.;  2771  ff.;  2775:  Naimes,  thu  bist  ein  getriuwer  herre, 
und  2924:  ther  wäre  there  kuonisten  einer  (vgl.  S.  520,11: 
veluti  fidissimo  defensore);  3241  ff.  (dass  Naimes  voranszog  — 
Naaman  precedente  —  schliesst  Andreas  wohl  daraus,  dass 
jener  nicht  unter  den  12  Koland  beigegebenen  Helden  ist  und 
dass  er  dann  beim  Kaiser  sich  befindet);  3149  ff.;  3192;  3370; 
5970 ff.;  6081  ff.;  6101  ff.;  0108:  er  wolte  in  gerne  haben  er- 
slagen  =  S.  520,18:  ipsum  Ganalonum  trucidare  nitebatur; 
6109:  ther  keiser  hiez  in  enthaben  ^=  S.  520,19:  Sed  Im- 
perator eum  liberans  (hier,  wo  Herzog  Naimes  besonders  hervor- 
tritt, scheint  Andreas  den  deutschen  Text  geradezu  übersetzt 
zu  haben);  61 14 ff.;  6972:  viele  groz  wart  thie  klage  sin  =^ 
S.  520,21:  nimium  doleret;  6983  ff.  (Naimes  tröstet  den  Kaiser; 
die  von  Andreas  nun  aus  Vincentius  übernommenen  Worte  be- 
treffen eine  Thatsache,  die  im  Bolandslied  schon  vorausgeht; 
bei  Andreas  ist  dadurch  eine  gewisse  Verwirrung  in  der  Dar- 
stellung entstanden);  6990 ff.;  7000:  ther  engel  vone  himele 
gestarhte  in  thO  =  S.  520,  29 :  ab  angelo  confortatur;  7787  ff. 
(die  bekannte  Stelle  mit  dem  Lobe  der  Bayern;  vgl.  S.  520,28: 
ob  fidelitatem  suam  laudans  Bavaris  prefecit).  Da  die  neuere 
Forschung  (^Schröder,  Die  Heimat  des  deutschen  Rolandsliedes, 
in  Zeitschrift  f.  deutsches  Altertum  27,  70  ff.)  nicht  mehr  daran 
zweifelt,  dass  des  Pfaöen  Konrad  Gedicht  in  Regensburg  ent- 
standen ist,  erscheint  es  nicht  verwunderlich,  dass  der  spätere 
Regensburger  Chronist  es  kannte  und  benützte. 

Zu  den  in  der  2.  Redaktion-  der  B.  Chr.  neu  hinzutreten- 
den Quellen  gehört  auch  die  in  dem  Kap.  De  Emesto  duce  et 
eins  filio  (S.  530)  von  Andreas  angeführte  und  exzerpierte 
hystoria  latine  conscripta  splendore  rhetorice  eloquentie  quam 
plurimum  diffusa  des  „Herzog  Ernst''.  Von  Herzog  Ernst 
hatte  Andreas  in  der  1.  Bearbeitung  der  B.  Chr.  schon  nach 
der  Kastler  Reimchronik  berichtet.  Später  kam  ihm  dann  die 
eigentliche  Geschichte  des  „Herzog  Ernst''  zur  Hand,  und  zwar 
jene  lateinische  Prosabearbeitung,  die  Haupt  in  Zeitschrifl  für 
deutsches  Altertum  7, 193  herausgegeben  hat.  Schon  Haupt 
hat  nach  der  Übereinstimmung  einzelner  Ausdrücke  jenes  Textes 


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-     LXXXIX    — 

mit  denen  im  Auszug  des  Andreas  gegenüber  Martöue  (Thesaurus 
nov.  anecd.  3, 376)  und  Eckhart  (Commentarii  de  rebus  Franciae 
Orientalis  2,510),  die  als  des  Andreas  Quelle  das  lateinische 
Gedicht  von  „Herzog  Ernst"  bezeichneteo,  mit  Recht  festgestellt, 
dass  Andreas  gerade  die  erwähnte  lateinische  Prosaerzählung 
vor  sich  hatte,  nicht  etwa  eine  andere  deutsche  oder  lateinische 
Bearbeitung  des  „Herzog  Ernst". 

Endlich  wird  in  B  auch  die  Grundlage  der  A.  Chr.,  Ekke- 
hard  von  Aura,  noch  ausgebeutet,  indem  Andreas  daraus  für 
die  Zeit  des  11.  Jhs.  die  bayerischen  Herzoge  zusammensucht. 

Bei  der  Untersuchung  des  Textes  der  deutschen  Über- 
setzung der  B.  Chr.  drängt  sich  vor  allem  die  Frage  auf: 
Welche  Form  hatte  die  lateinische  Chr.,  als  die  Übers,  gemacht 
wurde?  Die  Beantwortung  dieser  Frage  wird  uns  dann  Anhalts- 
punkte über  die  Zeit  der  Übers,  und  die  Person  des  Übersetzers 
liefern,  zwei  Punkte,  die  in  hohem  Grade  der  Klarstellung 
bedürfen.  Nach  unseren  Erörterungen  über  die  Entstehung 
der  lateinischen  Chr.  und  nach  Vergleichung  der  Hss.  der 
deutschen  Übers,  kann  im  Allgemeinen  behauptet  werden,  dass 
die  Übers,  gemacht  wurde,  als  die  lateinische  Chr.  die  Form 
hatte,  die  wir  als  2.  Bearbeitung  bezeichneten.  Vollständige 
Übereinstimmung  zeigt  sich  zunächst  bei  den  Überschriften  und 
Stanmibäumen.  Die  deutschen  Stammbäume  entsprechen  völlig 
denen  in  der  lateinischen  Hs.  3,  in  der,  wie  unten  S.  552 
bemerkt  ist,  die  Stammbäume  der  Form  B  am  reinsten  erhalten 
sind.  Die  Übers,  in  der  besten  Hs.  schliesst  wie  in  3.  Der 
deutsche  Text  selbst  weist  verhältnismässig  wenig  Abweichungen 
vom  lateinischen  auf.  Grössere  Auslassungen  oder  Zusätze 
fehlen,  aber  um  so  auffallender  sind  die  mancherlei  kleinen, 
für  die  wir  im  Folgenden   eine  Erklärung  zu  geben  haben. 

An  einer  Stelle  (S.  612, 42  -=  523, 5)  ist  ein  Satz,  der 
in  A,  nicht  aber  in  B  enthalten  ist,  übersetzt,  an  einer  zweiten 
(S.  630,35  =  539,20)  bringt  die  Übers,  die  Hälfte  einer 
von  B  nicht  aufgenommenen  Stelle  von  A,  an  einer  dritten 
(S.  615, 3  =  525, 33)  einige  Worte  aus  A,  die  in  B  fehlen. 
An  anderen  Stellen  (S.  617,24  -=:  527,29;  617,35  =  527,  38; 
622,38  =  534, 27)  sind  Zusätze,  welche  B  zu  A  gemacht  hat,  nicht 
übersetzt.  Besonders  auffallend  ist  es,  dass  grössere  und  kleinere 
Abschnitte  von  B,  die  in  der  lateinischen  Hs.  6  fehlen,  sich 
auch  nicht  in  der  Übers,  finden  (S.  650,  8  ^  558,16;  650,14  :•- 
558,22  —  diese  Stelle  fehlt  auch  in  der  lat.  Hs.  5  — ;  651,4  = 
559, 16;  653, 16  =  561,  22).  Alle  diese  Abweichungen  erklären 
sich  meines  Erachtens,  wenn  wir  annehmen,  dass  die  deutsche 


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-     LXXXX     — 

Übers,  von  einer  lateinischen  Hs.  gefertigt  wurde,  die  folgende 
Eigenschaften  hatte :  Sie  musste  die  Redaktion  A  oder  wenigstens 
Reste  derselben  mit  den  durch  die  Redaktion  B  daran  vor- 
genommenen Tilgungen  enthalten,  so  dass  es  durch  Übersehen 
der  Tilgung  bei  der  Übers,  vorkommen  konnte,  dass  jener  in  den 
Hss.  von  B  nicht  enthaltene  erwähnte  Satz  aus  A,  dass  ferner 
jene  zwei  andern  in  B  getilgten  Stellen  aus  A  übersetzt  wurden. 
Jene  lateinische  Vorlage  musste  ferner,  wenn  der  Übersetzer  in 
ein  paar  Fällen  Zusätze  von  B  zu  A  nicht  berücksichtigen  konnte, 
jene  Zusätze  als  solche  erkennen  lassen,  es  sei  denn,  dass  jene  Zu- 
sätze noch  gar  nicht  gemacht  waren,  als  die  Übers,  des  lateinischen 
Textes  erfolgte.  Die  ei-stere  Möglichkeit  erscheint  mir  wahr- 
scheinlicher als  die  zweite.  Es  findet  sich  nämlich  ein  grösserer 
Zusatz,  den  (S.  621,1  =  530,7,  wo  als  Anm.  zu  ergänzen 
ist:  Legitur  —  constitutus  add.  B)  B  zu  A  gemacht  hat,  in 
der  besten  deutschen  Hs.  an  den  Rand  geschrieben.  Da  liegt 
es  nahe,  daran  zu  denken,  dass  jener  Zusatz  auch  in  der 
Vorlage  am  Rand  stand  —  in  den  uns  bekannten  lateinischen 
Hss.  steht  er  im  Text  —  und  dass  ebenso  auch  jene  in  der 
Übers,  fehlenden  Zusätze  in  der  lateinischen  Vorlage  am  Rand 
standen  und  daher  einzelne  dav'on  bei  der  Übers,  als  nebensächlich 
betrachtet  und  darum  weggelassen  wurden.  Ähnlich  muss  es  sich 
bei  den  Stellen  verhalten,  die  in  der  deutsehen  Übers,  wie  in  der 
lateinischen  Hs.  6  (eine  auch  in  5)  fehlen.  Die  Hs.  6  (auch  5)  steht 
mit  keiner  der  andern  uns  bekannten  Hss.  in  direkter  Verbindung 
und  ist  von  einer  sehr  guten  Vorlage  genommen.  Es  besteht  nun 
die  Möglichkeit,  dass  die  Hs.  6  und  die  Übers,  von  einer  Hs.  ab- 
stammen, die  jene  Auslassungen  willkürlich  gemacht  hat;  dagegen 
scheint  mir  zu  sprechen,  dass  zwar  eine  jener  Auslassungen  in 
Hs.  5  steht,  die  andere  aber  nicht.  Eine  zweite  Möglichkeit  liegt 
darin,  dass  die  Vorlage  oder  deren  Vorlage  u.  s.  w.  der  Hs.  6 
(denn  6  selbst  stammt  aus  dem  16.  Jh.)  und  die  deutsche 
Übers,  zu  einer  Zeit  aus  der  in  Bearbeitung  befindlichen 
2.  Redaktion  flössen,  als  jene  fehlenden  Teile  in  dieser  noch 
nicht  enthalten  waren.  Das  ist  mir  deshalb  unwahrscheinlich, 
weil  mehrere  andere  in  Hs.  6  fehlende  Stellen  in  der  Übers, 
vorhanden  sind.  Eine  derselben  führt  uns  nun  mit  der 
auch  vorhin  angewendeten  Argumentation  auf  das  wahr- 
scheinlich richtige  Verhältnis.  Eine  in  Hs.  6  fehlende  Stelle 
(S.  549,30  -—  642,15)  ist  in  der  deutschen  Heidelberger  Hs. 
an  den  Rand  des  Pergamentblattes  geschrieben.  Von  allen 
Möglichkeiten,  mit  denen  aus  diesem  Umstand  gerechnet  werden 
kann,  scheint  mir  am  ersten  die  zuzutreffen,  dass  auch  in  der 

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.—     LXXXXI     ^ 

Vorlage,  aus  der  die  Übers,  stammte,  diese  Stelle  an  den  Rand 
geschrieben  war.  Die  übrigen  lateinischen  Hss.  nahmen  sie 
in  den  Text  auf,  nur  Hs.  6  oder  deren  Vorlage  übersahen  absichtlich 
oder  unabsichtlich  den  ßandzusatz,  die  deutsche  Übers,  setzte 
ihn  an  die  nämliche  Stelle  wie  die  Vorlage.  Eines  geht  jeden- 
falls aus  den  eben  geführten  Untersuchungen  mit  Bestimmtheit 
hervor:  "Wir  kennen  die  Hs.  nicht,  aus  der  die  Übers,  gefertigt 
wurde.  Dass  diese  Hs.  eine  sehr  gute  war,  ergiebt  sich  daraus, 
dass  an  verschiedenen  Stellen  Auslassungen  oder  Fehler  von 
ß,  die  allen  Hss.  derselben  anhaften,  in  der  Übers,  nicht  zur 
Erscheinung  treten,  sondern  dass,  soweit  A  reicht,  die  Übers, 
die  guten  Lesarten  derselben  bestätigt,  so  dass  also  auch  in 
den  Teilen,  in  denen  B  allein  vorliegt,  in  Zweifelsfallen  die 
Übers,  die  Richtigkeit  oder  Verderbtheit  einzelner  Lesarten 
entscheiden  kann.  Das  alles  bringt  mich  zu  der  Meinung,  dass 
die  deutsche  Übers,  aus  dem  oder  einem  Handexemplar  des 
Andreas  selbst  gefertigt  wurde,  in  dem  A  mit  ihren  Tilgungen 
und  Zusätzen  und  damit  also  B  in  der  Form  ihrer  allmählichen 
Entstehung  enthalten  war. 

Man  könnte  die  vorausgehenden  Erörterungen  für  über- 
flüssig erklären  mit  dem  Hinweis,  dass  ja  nach  allgemeiner 
Ansicht  Andreas  selbst  die  Übers,  gefertigt  habe.  Für 
letztere  Behauptung  muss  aber  erst  der  Beweis  erbracht  werden. 
Ist  doch  weder  in  der  Übers,  noch  sonst  in  des  Andreas 
Werken  irgendwo  ausdrücklich  ausgesprochen,  dass  Andreas 
seine  B.  Chr.  auch  ins  Deutsche  übersetzt  habe.  Am  ersten 
würden  wir  wohl  in  der  deutschen  Vorrede  eine  solche  Be- 
merkung erwarten,  doch  sie  fehlt.  Alle,  die  Andreas  als  den 
Verfasser  der  deutschen  Chronik  bezeichnen,  haben  dies  trotz 
jenes  erwähnten  Mangels  ohne  weitere  Begründung  ihrer 
Behauptung  gethan.  Freher  scheint  hierin  der  erste  gewesen 
zu  sein  (S.  263:  Idem  öpusculum  biennio  postea  [1427]*vertit 
auctor  teutonice),  und  alle  Späteren  (z.  B.  Oefele  1,  9; 
Aretin,  Literär.  Handbuch  1,138;  Freyberg  2,370;  Haupt  in 
Zeitschrift  f.  dt.  Altertum  7,267;  Wahl  S.  21;  Kronseder 
S.  27)  sind  dieser  Angabe  gefolgt.  Freyberg  a.  a.  0.  sagte  sogar,  die 
Übersetzung  sei  „aus  Auftrag  Herzogs  Ludwig  dem  Gebarteten 
vom  Verfasser  selbst"  angefertigt  worlen.  Das  ist  richtig  in 
Bezug  auf  die  lateinische  Chronik,  aber  dafür,  dass  der  Herzog 
auch  Auftrag  zur  Übersetzung  gegeben  habe,  (weil  er  selbst 
die  lateinische  Sprache  nicht  inne  hatte,  wird  im  Vaterländischen 
Magazin  1, 204  erklärt),  ist  kein  Wort  als  Beweis  zu  erbringen. 

Ist  Andreas  thatsächlich  der  Übersetzer? 


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um  möglichst   unbefangen  diese   Frage   zu  untersuchen, 
habe  ich,  ohne  zunächst  an  die  Person  des  Andreas  zu  denken, 
aus  dem  Texte  selbst  eben  geltend  gemacht,   dass  die  Übers, 
auf  eine  sehr  gute  Hs.  zurückgeht.     Und    habe  ich  dabei  der 
Vermutung  Raum  gegeben,   es  möchte  diese  Hs.   das  oder  ein 
Handexemplar  des  Andreas  gewesen  sein,  so  könnte  immerhin 
aus  diesem  ebensowohl   ein  Anderer   als  Andreas  die  Übers. 
selbst    gefertigt    haben.      Um    daher    noch    weitere    Anhalts- 
punkte zu  gewinnen,  untersuchen  wir  die  Zeit  der  Entstehung 
der  Übers.     Fassen   wir  den  Titel  von    Freybergs   Ausgabe: 
„Andreae  Ratisbon.  ad  S.  Magnum  Presbyteri  deutsche   1427 
verfasste   Chronik   von    Bayern"    ins   Auge,   so    wundem    wir 
uns,  wie  dem  Herausgeber   nicht  Zweifel    über  die  Richtigkeit 
der  Jahrzahl  14'^7  kamen,  da  doch  auch  in  dem  von  ihm  ab- 
gedruckten Texte  (S.  427)   schon   das  Jahr  1428  als  damalige 
Gegenwart  genannt  wird.     Und  in   den   Hss.  findet  sich   dies 
Jahr  unter  gleichen  Umständen   noch   an   einer  von  Freyberg 
nicht  abgedruckten  Stelle  erwähnt.    Ist  die  Übers,  also  im  Jahr 
1428  entstanden?    An  den  beiden  Stellen,  an  denen  der  deutsche 
Text  das  Jahr  1428  als  Gegenwart  bezeichnet,  stimmt  er  völlig 
mit  dem  lateinischen,  der  auch  die  Zahl  1428  enthält,  überein. 
Diese  Zahl  könnte  aber  im  Deutschen    einfach    übersetzt  sein, 
ohne  dass  damit  irgendwie  bewiesen  wäre,  dass  thatsächlich  in 
jenem  Jahr  die  Übers,  erfolgte.    An  den  zwei  Stellen  jedoch, 
an   denen    der   lateinische   Text   sowohl   in  A    wie  in  B    als 
Gegenwart   das  Jahr   1425   angiebt,  hat  die   deutsche  Übers, 
diese   Jahrzahl   durch  1427  ersetzt,   am  Schlüsse  der  Vorrede 
(S.  592, 37)  und  in  dem  Kapitel  Von  dem  Ursprung  der  fürsten 
in  Bayren  (S.  598).     Ich  zweifle   nicht,    dass    das   absichtlich 
geschehen   ist  und    dass   mit   dem  Jahr  1427   die  Übers,    be- 
gonnen   wurde,   nur   begonnen,    denn    der   grössere  Teil    der 
lateinischen  Chr.,   bezw.  der  Bearbeitung  B  entstand  ja  selbst 
erst  1428.     Allerdings  gibt  die  erwähnte  Datierung  der  Vor- 
rede zu  Bedenken  Anlass.  Sie  lautet  lateinisch:  annodomini  1425. 
feria  6.  in  die  exaltacionis  sancte  crucis,  und  deutsch:  do  man 
zalt  1400  und  darnach  im  27.  jar  des  freytags  an  des  heyligen 
kreücz  tag,  als  das  erhöcht  ward.    Da  das  Fest  der  hl.  Ereuz- 
erhöhung    (Sept.   14)   zwar  im  J.    1425    auf   einen  Freitag 
(feria  6.)   fiel,   nicht  aber   auch  im  J.   1427,  so  liegt   in   der 
Übers,  hier  ein   grober   Fehler  vor,   der  merkwürdigerweise 
noch  keinem  der  bisherigen  Forscher,   die    sich  mit  der  Chr. 
beschäftigten,  aufgefallen  ist.  Dieser  Fehler  in  der  Tagesdatierung 
könnte  allerdings  daran  zweifein  lassen,   dass  die   Änderung 


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der  Zahl  1425  in  1427  aus  innerem  Grunde  und  in  voller 
Absicht  geschehen  ist.  Doch  möchte  ich  hiebei,  besonders 
weil  die  Zahl  1425  noch  ein  zweites  Mal  durch  1427  ersetzt 
wurde,  nur  ein  Versehen  des  Übersetzers  insoferne  annehmen, 
als  er  zwar  die  Jahrzahl  änderte,  dabei  aber  übersah,  dass  nun 
die  Tagesangabe  nicht  mehr  passte.  Halten  wir  also  daran  fest^ 
dass  die  Übers.  1427  begann  und  sich  auf  die  ersten  Teile 
der  Chr.  erstreckte,  deren  2.  Bearbeitung,  wie  ich  oben 
S.  LXXXI  sagte,  1425  angefangen  wurde,  so  lässt  sich  der 
Umstand,  dass  die  Übers,  die  ganze  nach  meiner  Ansicht 
zweifellos  1428  abgeschlossene  2.  Bearbeitung  giebt,  damit  leicht 
in  Verbindung  bringen  durch  die  Annahme,  dass  auch  die  im 
2.  Teil  der  Übers,  genannten  Jahrzahlen  14:^8  die  Zeit  der 
thatsächlichen  Übers,  jener  Teile  angeben  und  dass  somit  die 
1427  begonnene  Übers,  kurz  nach  Vollendung  der 
lateinischen  Chr.  noch  1428  auch  auf  die  Schluss- 
teile der  letzteren  ausgedehnt  wurde.  Die  Ver- 
wirrung, die  bisher  bei  allen  Forschern  über  das  Verhältnis 
der  auseinandergehenden  Jahrzahlen  1425,  1427  und  1428 
geherrscht  hat,  lost  sich  meiner  Meinung  nach  so  am  ein- 
fachsten, und  alle  inneren  Merkmale  in  dem  lateinischen  und 
deutschen  Texte  scheinen  mir  die  Richtigkeit  dieser  Ansicht 
zu  bestätigen. 

Mit  dem  bisherigen  Resultat  dieser  Untersuchung,  dass 
nämlich  die  Übers.  1427/8  nach  einer  sehr  guten  Hs.  gefertigt 
wurde,  kommen  wir  bei  der  Frage  nach  dem  Übersetzer  selbst, 
der  sich  insbesondere  als  Kenner  des  kanonischen  Rechts 
erweist,  da  er  die  im  Lateinischen  abgekürzten  Citate  daraus 
im  Deutschen  richtig  auflöst,  schon  sehr  nahe  an  die  Persönlich- 
keit des  Andreas  heran.  Es  wäre  aber  nicht  undenkbar, 
dass  irgend  ein  Anderer  ohne  oder  mit  Auftrag  des  Andreas 
die  Übers,  gefertigt  hätte.  Da  nirgends  ausdrücklich  gesagt 
wird,  dass  die  Übers,  von  Andreas  selbst  stammt,  könnte  jener  Ge- 
danke sich  immer  wieder  erheben.  Die  einzige  sichere  Möglichkeit 
zur  Prüfung  seiner  Berechtigung  schien  mir  in  der  Unter- 
suchung aller  jener  Stellen  im  Latein  und  Deutsch  zu  liegen, 
in  denen  in  der  Ich-Form  gesprochen  ist.  Und  ich  täuschte 
mich  nicht. 

Die  sämtlichen  Stellen,  an  denen  Andreas  im  Latein  in 
der  Ich-Form  spricht,  sind  im  Deutschen  beibehalten  ausser 
dreien.  Die  Beibehaltung  beweist  zunächst  gar  nichts;  denn 
ein  gewissenhafter  Übersetzer,  dem  es  nur  um  die  Übersetzung 
an   und    für   sich  zu  thun  ist,   wird   seine  Vorlage  überhaupt 


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-    LXXXXIV    - 

ühoe  Änderung  übertragen.  Bei  den  Weglassungen  persönlicher 
Ausdrücke  könnte  schon  Absicht  eines  fiemden  Übersetzers 
angenommen  werden,  der  sich  durch  jene  Ausdrücke  gestört 
gefühlt  hätte.  Die  drei  Stellen  sind:  1)  S.  511,9:  nostri 
temporis  =  S.  598,15  in  der  zeit;  doch  dürfte  „der^'  hier  = 
„dieser"  sein.  2)  S.  558,16:  et  ego  vidi,  im  Deutschen  nicht 
übersetzt.  3)  S.  5G2, 17 :  quam  hie  .  .  .  inserere  curavi  ist 
S.  654,8  übersetzt  mit:  des  inhaltnuss  ...  da  geschriben  ist. 
Doch  diese  Auslassung  bezw.  Abänderung  des  persönlichen 
Ausdrucks  erscheint  ohne  irgend  ein  Gewicht  gegenüber  der 
Thatsache,  dass  an  5  Stellen  im  Deutschen  die  Ich-Form  ge- 
setzt ist,  während  der  lateinische  Text  unpersönlich  gefasst  ist. 
1)  S.  508,48:  Nunc  redeundum  est  ad  hystorias  ist  S.  594,  14 
übersetzt:  Nu  chum  ich  wider  an  dy  histori.  2)  S.  511,  11: 
placuit  .  .  .  genealogiam  .  .  .  figurare  ...  et  deinde  hystoriis 
ipsorum  immorari  ist  S.  598,16  übersetzt:  hab  ich  geseczt  in 
einer  figur  dy  sipp  .  .  .  und  darnach  so  will  ich  ir  hystori 
etwe  vil  berüren.  3)  S.  527,  9 :  plura  .  .  .  per  anticipacionem 
sunt  scripta  ist  S.  616,43  wiedergegeben  mit:  das  ich  vil  . .  . 
herfür  hab  geseczt.  4)  S.  536,21  beginnt  das  Kap.:  Igitur 
redeundo  ad  historias  Conradi  .  .  .,  quas  eciam  clarius  scribere 
delectat.  Das  heisst  im  Deutschen  S.  627,18:  Nu  chum  ich 
wider  an  dy  histori  .  .  .  Conradi,  zu  dem  ich  auch  hye  sun- 
derlich  willen  hab  ze  sagen.  Wer  ist  dieser  Ich?  Aus  den 
eben  angeführten  vier  Stellen  ist  noch  nichts  sicher  zu  be- 
weisen; denn  'wenn  man  auch  sagen  wollte,  dass  nur  der 
Verfasser  des  lateinischen  Textes  es  wagen  durfte,  an  diesen 
Stellen  von  sich  zu  reden,  so  ist  der  Inhalt  der  Stellen  doch 
so  unbedeutend,  dass  man  sich  auch  nicht  wundern  dürfte, 
wenn  ein  fremder  Übersetzer  in  freiem  Gebrauch  der  Sprache 
dort  das  Ich  eingesetzt  hätte,  wozu  ihn  —  wenigstens  bei 
dreien  —  die  zweimal  vorkommende  Gerundiumsform  (redeun- 
dum, redeundo)  und  das  zweimalige  unpersönliche  Verbum 
(placuit,  delectat).  Formen,  die  bald  in  persönlicher,  bald  in 
unpei-sönlicher  Beziehung  gebraucht  werden,  leicht  halten  ver- 
führen können. 

So  erscheint  mir  denn  in  der  ganzen  Frage  einzig  beweis- 
kräftig und  ausschlaggebend  die  Übersetzung  einer  auch  im 
Lateinischen  sehr  wichtigen  fünften  Stelle.  S.  557,42  spricht 
Andreas  von  Herzog  Ludwig  dem  Bärtigen :  ad  cuius  instanciam 
hec  cronica  sunt  coUecta.  Im  Deutschen  aber  S.  649,  27  heisst 
das :  dem  ich  ze  lieb  und  wolgefallen  dy  cronik  hab  zesamen- 
tragen.     Es  erscheint  schwer  denkbar,  dass  ein  fremder  Über- 


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—    LXXXXV     - 

Setzer  die  nüchternea  lateinischen  Worte  mit  so  warmem 
persönlichen  A^usdruck  wiedergegeben  hätte.  Die  Übers,  dieser 
Stelle  beweist  meines  Erachtens  ganz  unzweifelhaft,  dass 
Andreas  die  deutsche  übers,  seiner  bayerischen 
Fürstenchronik  selbst  gefertigt  hat.  Und  zu  dieser 
Behauptung  stimmen  denn  alle  die  bisher  in  dieser  Unter- 
suchung hervorgehobenen  Merkmale. 

Die  von  Andreas  gefertigte  Übers,  bringt  keinen  neuen 
historischen  Stoff.  Nur  ganz  geringe  Änderungen  gegenüber 
der  lateinischen  Chr.  (S.  645,  20  und  S.  653,  14  sind  die  beiden 
einzigen,  die  etwas  hervortreten)  sind  zu  bemerken.  Wenn 
trotzdem  hier  ein  vollständiger  Abdruck  der  deutschen  Chr. 
geliefert  wird,  so  möge  dies  damit  als  gerechtfertigt  gelten,  dass 
die  deutsche  Chr.  als  literar-  und  kulturhistorisch  interessantes 
Denkmal  oft  gelesen,  abgeschrieben  und  als  Quelle  benützt 
wurde  und  dass  sie  als  Sprachdenkmal  zu  den  besten  Er- 
zeugnissen der  bayerischen  Mundart  des  15.  Jhs.  gehört.  Der 
Druck  bei  Freyberg  aber  ist  so  mangelhaft,  dass  die  Ausgabe 
nach  der  schönen  Heidelberger  Pracht-Handschrift  gewiss  nicht 
als  unnötig  erachtet  werden  wird. 

Es  ist  hier  nicht  der  Ort  und  Raum,  die  sprachliche 
Bedeutung  der  Übers,  zu  würdigen.  Dass  durch  diese  Aus- 
gabe bald  ein  Berufenerer  hiezu  angeregt  werden  möge,  ist  der 
lebhafte  Wunsch  des  Herausgebers.  Er  selbst  beschränkt 
sich  darauf,  in  einem  Glossar  die  ungewöhnlicheren  und  auf- 
fallenden Worte  zusammenzustellen.  Die  meisten  Abweichungen 
vom  gewöhnlichen  Sprachgebrauch  zeigt  die  Übers.,  "die  natur- 
gemäss  in  Satz-  und  Wortbildung  von  dem  lateinischen  Aus- 
druck beherrscht  ist,  bei  Stellen,  die  im  lateinischen  Text  voll 
rhetorischer  Phrasen  sind,  wie  z.  B.  am  auffälligsten  bei  der 
Tegemseer  Gründungsgeschichte  (^S.  602)  und  bei  der  Urkunde 
von  1 156  (S.  633),  so  dass  eine  grosse  Zahl  von  Ausdrücken  erst 
verständlich  wird,  wenn  man  den  lateinischen  Text  vergleicht. 
In  Schmellers  bayerischem  Wörterbuch  sind  einige  wenige  Stellen 
nach  Freybergs  Druck  verwendet;  unser  kurzes  Glossar  schon 
zeigt,  wie  viel  mehr  die  Sprachforschung  aus  dem  Text  noch 
gewinnen  kann.  In  dem  Glossar  dürfte  der  oftmalige  Rtlck- 
weis  zu  Schmeller  nicht  unwillkommen  sein. 

Die  Hss.  der  deutschen  Übers,  sind  folgende: 

1:  Heidelberg,  Gr.  Universitätsbibliothek.  Cod.  pal. 
germ.  96.  Aus  dem  Vatikan  zurückgegeben.  Pergament  2^  27B11. 
Die  27  Pergamentblätter  sind  in  einen  Prachtlederband  mit 
Metallecken  und  -Scliliessen  gebunden.     Auf  dem  Vorderdeckel 


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—    LXXXXVT     - 

in  Gold  gepresst  das  Bildnis  des  Pfalzgrafen  Ottheinrich  mit 
4  Zeilen  Unterschrift,  darunter  die  Jahrzahl  1558;  auf  dem 
Bückdeckel  ebenso  in  Gold  gepresst  das  pfalzische  Wappen  mit  der 
Devise  Ottheinrichs.  Die  alten  Pergamentblätter  selbst  stammen 
nicht  aus  der  Zeit,  in  der  sie  jenes  glänzende  Gewand  erhielten. 
Auf  der  leeren  Etickseite  des  letzten  Pergamentblattes  steht 
unten,  anscheinend  mit  der  gleichen  Tinte  wie  das  Ganze  ge- 
schrieben, in  winzigen  Buchstaben:  uf  montag  nach  Laurencii 
Ao.  41.  Es  ist  nicht  unwahrscheinlich,  dass  der  Schreiber 
damit  den  Tag  bezeichnete,  an  dem  er  die  Abschrift  abschloss 
(1441  Aug.  14).    Die   Schrift   trägt  den  Charakter  jener  Zeit. 

2:  München,  k,  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  9711. 
S.  die  Beschreibung  oben  S.  XXVIII.  Enthält  auf  Bl.  288—314 
(die  BD.  296—306  einschl.  fehlen)  die  deutsche  B.  Chr.  des 
Andreas,  von  der  gleichen  Hand  geschrieben  wie  die  übrigen 
Teile  des  Bandes,  also  von  Gregor  Paumgartner  (S.  oben  S.  XXIX) 
zu  Oberaltaich,  wohl  kurz  nach  der  Mitte  des  15.  Jhs.  An- 
geschlossen ist  ein  kurzer  Anhang,  der  unten  S.  711  unter 
Nr.  V  abgedruckt  ist.  Von  clm.  9711  stammen  eine  Zahl  von 
Abschriften  des  16.  Jhs. 

3:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm. 
1222.  Bl.  150—181  deutsche  Übers,  der  B.  Chr.  Von  der 
gleichen  Hand  und  ebenso  schlecht  geschrieben  wie  der  in  der- 
selben Hs.  enthaltene  lateinische  Text.  Vgl.  oben  S.  LXXV. 
Überschr.  und  Vorrede  fehlt.  In  dem  vom  Abschreiber  er- 
weiterten Stammbaum  ist  schon  Georg  von  Landshut  (geb.  1455) 
genannt  und  wird  aufgeführt  Bupertus  episcopus  Batisponensis, 
was  Kuprecht  1457  wurde.  Die  Hs.  ist  also  in  diesem  deut- 
schen Teil  (wahrscheinlich  auch  in  dem  von  der  gleichen  Hand 
stammenden  lateinischen)  sicher  nach  1457  geschrieben.  Eben- 
so sicher  ist,  dass  sie  vor  14G9  entstand.  Zusätze  von  der 
bei  der  Beschreibung  des  lateinischen  Teils  erwähnten  H^nd 
von  1469  sind  auch  hier  vorhanden,  ebenso  von  noch  späteren 
Händen.  Am  Schluss  sind  zwei  Sätze  angefügt,  die  mit  dem 
1.  Kap.  der  oben  erwähnten  Forts,  in  clm.  9711  Verwandtschaft 
zeigen  und  sich  auch  in  dem  oben  beschriebenen  clm.  27070, 
Bl.  82  nach  der  lateinischen  Chr.  finden,  in  letzterer  Hs. 
mit  der  Bemerkung:  In  Chronica  vulgari,  quae  habetur  ad 
S.  Magnum,  haec  annotata  sunt. 

Als  man  zalt  von  Kristi  gepurd  1447  jar,  do  starb  der  edl  furat 
herzog  Ludweig  von  Jngelstat  zu  Purkhausen  an  des  heiligen  kreuz  tag, 
als  es  funden  ward,  und  starb  in  der  vonknüs  herzog  Hainreichs  und  ist 
begraben  zu  Kotdenhaslach. 


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—    LXXXXVII    — 

Als  man  zalt  48  jar  an  dem  selben  heiling  abent  nativitatis  domini 
starb  fraw  Margaretha,  herzog  Heinrichs  gemahel,  und  ist  begraben  zu 
Botenhaslach,  und  den  selb  herzog  Heinrich  genannt  man  den  reichen 
herzog  und  man  saget,  das  er  an  guet  wol  als  vil  hab  als  auf  zu  fünfzig 
mal  hundert  tausent  gulten. 

4:  Heidelberg,  Gr.  Universitätsbibliothek.  Cod.  pal. 
germ.  94.  Aus  dem  Vatikan  zurückgegeben.  Papier.  2^. 
51  beschr.  Bll.  Auf  Bl.  1  unten:  Hainrich  Bhölers  zu  Landsh. 
ist  diss  Buch:  74  (wohl  1574).  Abschrift  der  deutschen  Übers, 
der  B.  Chr.  aus  dem  16.  Jh.  Stammt  von  einer  Hs.,  von  der 
auch  clm.  1222  deutsch  herrührt.  Am  Schluss  der  erste  von 
den  2  Sätzen,  die  in  clm.  1222  deutsch  als  Forts,  stellen. 

5:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm.  1557. 
Papier.  2^.  Die  Hs.  war  im  vorigen  Jh.  in  der  Bibliothek 
des  Ratskonsalenten  Johann  Heinrich  von  Piieser  in  Augsburg; 
vgl.  Hirsching,  Versuch  einer  Beschreibung  sehenswürdiger 
Bibliotheken  Teutschlands  2, 135.  Auf  dem  Yorderdeckel  kurze 
Titel  der  in  der  Hs.  enthaltenen  Stücke,  darunter:  Von  Paulo 
Hektormaier.  Bl.  1:  „Paulus  Hektor  Mair  zugehörig."  Am 
Schluss:  „durch  mich  Paulus  Hector  Mair  zusamen  gebracht 
inn  1559  jar  und  auff  denn  14.  augusti  volendt."  Bl.  77—123: 
Deutsche  Übers,  der  B.  Chr.  mit  der  unten  im  Anhang  unter 
Nr.  V  gedruckten  Forts.  So  ziemlich  aus  der  nämlichen  Zeit 
und  aufs  engste  verwandt  mit  den  beiden  folgenden  Hss. 

6:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm.  1595. 
Papier.  2».  55  Bll.  (Bl.  27~56,  fol.  1  ist  auf  den  Deckel 
hinübergeklebt).  Deutsche  Übers,  der  B.  Chr.  in  schlechter 
Abschrift  des  16.  Jhs.  mit  der  unten  im  Anhang  unter  Nr.  V 
gedruckten  Forts. 

7:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm.  1 596. 
Papier.  2^  Bl.  1  —  78:  Deutsche  Übers,  der  B.  Chr.  in  Ab- 
schrift des  16.  Jhs.  Schrift  etwas  besser  als  in  cgm.  1595. 
Mit  der  unten  im  Anhang  unter  Nr.  V  gedruckten  Forts. 

8:  München,  k.  Geheimes  Hausarchiv.  Manuskr.  Nr.  31, 
Lit  c.  Parier.  2®.  ünfoliiert.  Genaue  Beschreibung  s.  bei 
Rockinger,  Über  alt.  Arb.  z.  baier.  u.  pfälz.  Gesch.  im  Geheimen 
Haus-  u.  Staatsarchive,  in  Abhandlungen  d.  bist.  Ci.  d.  k.  b. 
Akad.  d.  Wiss.  15, 167.  Deutsche  Übers,  der  B.  Chr.  Der 
Text  ist  im  16.  Jh.  geschrieben  und  entspricht  dem  in  den 
Hss.  cgm.  1557,  1595  und  1596  enthaltenen.  In  der  Über- 
schrift des  letzten  Stammbaums  steht  wohl  infolge  eines  Schreib- 
fehlers 1448  statt  1428.  Auch  diese  Hs.  hat  Randbemerkungen 
von  der  Hand  des  Pfalzgrafen  Johann  II.  von  Simmern-Sponheim 
(Vgl.. oben  S.  LXiVI). 

Qaellen  and  Eroerterungen  N.  F   I.  VII 

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-  Lxxxxvra  — 

Die  folgenden  3  Hss.  enthalten  nur  Bruchstücke  der 
deutschen  B.  Chr.: 

1 :  M  ü  n  c h  en ,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm,  393. 
Papier.  4^.  317  BU.  Enthält  Bl.  5— 19  die  deutsche  B.  Chr. 
von  dem  Abschnitt :  Naternberg  ward  gelegert,  bis  zum  Schluss 
nebst  dem  Brief  des  Sultans  an  König  Christof  von  Dänemark, 
dann  Bl. 58—69  die  Abschnitte:  Ton  ettleichen  slossen,  bis  zum 
Abschnitt:  Von  zwain  brüdem,  dazu  Bl.  69'  den  Stammbaum 
ohne  die  Pfalzgrafen.  Eine  Abschrift  der  letzteren  Teile  fertigte 
A.  R  Oefele  in  clm.  1377,  BL  118'— 123'.  Der  Name  des 
Leonhard  Taichstetter  (Leo  Taich)  darf  also  mit  diesen  Bruch- 
stücken  aus  des  Andreas  Chr.  höchstens  nur  als  der  des  Ab- 
schreibers in  Verbindung  gebracht  werden. 

2:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm.  5559. 
Papier.  2  ®.  41  BU.  Früher  im  k.  allg.  Broichsarchiv  in  München. 
Ende  des  15.  Jhs.  geschrieben.  Bricht  in  dem  Abschnitt :  Das 
Strawbing  halbes  von  wildem  fewer  verpran  (unten  S.  650)  ab. 
Der  Rest  ist  verloren. 

3:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Cgm.  5853. 
Papier.  2  ^.  18  BU.  Früher  im  k.  allg.  Reichsarchiv  in  München. 
Im  16.  Jh.  geschrieben.  Reicht  nur  bis  in  die  Tegemseer 
Gründungsgeschichte . 

In  dieser  Ausgabe  wurde  der  Text  der  Heidelberger 
Prachthandschrift  abgedruckt.^  Jch  habe  auch  die  sämtlichen 
übrigen  Hss.  vergUchen,  doch  wurde,  da  ihre  Lesarten  alle 
nur  viel  schlechter  als  in  jener  sind  und  deren  Abdruck  in 
diesem  Fall  einen  wirklich  vöUig  überflüssigen  BaUast  bilden 
würde,  auf  Mitteilung  derselben  verzichtet,  zumal  die  Übers. 
gegenüber  dem  lateinischen  Text  keinen  weiteren  hiBtorischen 
Stoff  Uefert. 

Ausser  der  von  Andreas  selbst  gefertigten  deutschen 
Übers,  seiner  B.  Chr.  besitzen  wir  eine  zweite  Übers,  der 
letzteren,  die  ohne  Kenntnis  der  andern  älteren  gefertigt  wurde. 
Sie  findet  sich  in  2  Hss.: 

^  Yerbeesert  habe  ich  folgende  Schreibfehler  der  Hs.  1 :  S.  595, 15 
wälichsen;  595,40  Agilophus;  596,36  dy  hanns;  598,24  vt  statt  und; 
598,29  Karoli  statt  Pipini;  599,7  Dyagonem ;  600,18  384;  606,33  unt; 
607,37  se  st.  sein;  618,26  chlalgten;  618,40  zuchmayster;  620,31  wirst 
wirt;  624,40  herczogem;  622,3  da  tet  dy  muter  so  vil,  in  allen  Has. 
fehlend,  in  clm.  1222  80  emendiert;  630,27  erbab;  631,13  paffen;  633,16 
marggrafschat ;  635,  20  herczogtun;  647,  41  tausen.  —  S.  624,  23  ist  über 
gunnen  übergeschrieben:  oder  vermachen;  634,35  über  wolpürent:  oder 
tügleich;  641,26  über  erbet:  besas.  —  S.  650,  19  steht  auf  radierter  Stelle 
statt  swester  sun  von  späterer  Hand :  swager,  ebenso  652,  22 ;  653  ist  bei 
MCCCCXIIIl  der  letzte  Strich  radiert;  641,24  steht  auf  radierter  Stelle 
von  späterer  Hand:  Heinreich. 


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—    LXXXXIX    — 

1:  Pommersfelden,  Gräfl.  Schönbom'sche Bibliothek. 
Hs.  Nr.  2842.  Vgl.  Archiv  9,536.  Papier.  2<>.  Auf  dem 
vorderen  und  hinteren  Lederdeckel  in  Gold  gepresstes  Schön- 
bom'sches  Wappen.  2  leere  Bll.  Titel  auf  Bl.  1 :  Des  hoch- 
löblichen Stanunen  Pfaltz  und  Bayern  etc.  alt  herkommen  und 
etliche  merkliche  geschichten.  unten:  Sum  ex  libris  Joach. 
Struppii  a  Gelhausen  J.  D.  Ao.  D.  80.  NB.  Originale  illustrissimo 
et  serenissimo  electori  Ludvico  pie  a  me  traditum  est  et  huius 
serenissima  celsitudo  singulari  gaudio  accepit  per  me  Septemb.  8. 
In  bibliotheca  provinciali  ad  S.  S.  originale  forte  inter  libros 
reperi  et  describere  curavi.  Es  liegt  hier  also  die  Abschrift  vor, 
da  nicht  anzunehmen  ist,  dass  Strappius  diese  Notiz  in  das 
überreichte  Original  eingetragen  hätte.  BL  2 — 62  sind  von 
einer  Hand  (wohl  1580)  gleichmässig  und  deutlich  geschrieben. 

2:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Ggm.  5468. 
Papier.  2  ^  59  Bll.  Früher  im  Gr.  Generallandesarchiv  Baden, 
durch  Tausch  mit  dem  k.  allg.  Keichsarchiv  nach  München 
gelangt  Ende  des  16.  Jhs.  geschrieben.  Titel:  Des  hoch- 
loblichen  Stammen  Pfaltz  und  Baym  etc.  alt  herkumen  und 
etlich  merkliche  Geschichten. 

Vorrede  und  Widmung  lauten :  ^ 

Dem  Durchleuchtigisten  Hochgebornen  Fürsten  und  Herrn,  Herrn 
Otth  Henridiai,  Pfaltzgraven  bey  Rhein,  des  Hey.  Kö.  Kelchs  Ertztruch- 
sesaen  und  Churfürsten,  Hertzogen  in  Bayern,  Meinem  gnedigisten  Herrn. 

Durchleuchtigister  Hochgebomer  Churffirst  und  Herr,  E.  Ghurf. 
G.  sindt  mein  underthenigist,  schuldigist  gehorsam  und  willig  dienst 
hödists  vleiss  allezeit  voran  bereit.  Genedigister  Herr,  wie  mir  E.  Churf. 
G.  nachstverschienen  jars  die  lateinisch  chronic,  Pfaltz  und  Bayern  fur- 
nemblich  belangend,  mich  bewnster  Ursachen  halb  darin  zu  ersehen, 
gnedigist  zu  haus  gen  8chlachtegck  verordnet,  hab  ich  nicht  underlassen, 
meines  ringen  Verstands  zu  ergründen,  was  sich  darauf  zu  verlassen  und 
zu  halten  sein  möge,  und  mag  mit  warheit  sagen,  dass  mir  die  unzier- 
licheit,  dürre  und  rauhe  der  lateinischen  sprach  selbiger  geschieht  ersts 
ansehens  vast  nngenäm  und  zuwieder  gewesen.  Als  ich  aber  uff  den 
stammen  und  herkommen  der  uralten  Pfaltz  und  Bayrischen  fürsten 
etwas  furtrechtig  gesehen,  auch  demselben  an  andern  orten  vleissig  nach- 
gesucht, tringt  mich  die  warheit  zu  bekennen,  dass  ich  gründlichers, 
gewissers  und  herrlichers  von  E.  Churf.  G.  und  deroeelbigen  hochlöblichen 
uraltem  herrlichem  Ursprung  sonst  ninmier  gelesen  noch  funden  habe. 
Darumb  mir  dieses  buch  von  E.  Churf.  D.  als  eines  christlich  hochlöblichen 
und  aller  alten  guten  herkommen  liebhabem  und  eiferigen  furstens  wegen 
recht  lieb  und  lustbarlich  worden.  Hab  auch  dasselb  neben  und  bey 
andern  £.  Churf.  G.  merklichem  geschäften  nit  allein  vleissig  durchlesen, 
sondern  auch  nit  abgelassen,  bis  ichs  vom  anfang  bis  aufs  ende  aller- 
dings aus  lateinischer  sprach  meins  Versehens  in  verstendlich  gutes  teutsch 
gebracht,  und  stelle  in  keinen  zweifei,  wer  es  beydes  lateinisch  und  teutsch 


Ich  drucke  den  Text  nach  Hs.  1  ab. 

VII* 

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~    c    — 

iieset  und  verstehet,  er  würd  bekennen,  dass  die  verteutschung,  ohne  rfanm 
zu  melden,  das  bemelt  latein  weit  Obertreffe  und  hinhinder  sage.  Das 
dunkt  mich  aber  in  achtung  zu  haben  sein,  weil  der  Ursprung  des 
bayrischen  stammens  anfenglich  vom  Hercule,  seinem  söhne  Norix,  des- 
selben nachkommen,  von  den  Armeniern  und  Bavaro,  dahero  das  Beyer- 
land den  namen  haben  soll,  erholt  würd,  es  sey  vast  ein  ding  wie  mit 
den  Römern  und  andern  Völkern,  die  umb  Unwissenheit  willen  irer  ankunft 
weit,  tief  und  hoch  gesucht  und  letzlich  für  warhaft  von  ine  geschrieben 
und  vor  gewiss  gehalten  haben,  sie  seyen  von  dem  vermeinten  gott  Marte 
und  von  der  closterfrauen  Rea  Silvia  herkomen.  Was  ruhmes  und  ehre  ine 
aber  das  geber,  siehe  ich  wenig,  aber  das  gar  wol,  dass  sich  auch  viel 
Italianer  rümen,  sie  kommen  von  teutschem  blut,  dargegen  wollen  etlich 
Teutschen,  ihr  ankunft  komme  von  den  Wahlen  hero.  Das  kann  und 
mag  auch  im  grund  also  sein,  wie  dann  vast  alle  chronic  in  den  gleich 
stimmen,  das  die  königen  zu  Franckreich,  und  nemblich  die  Carol,  von 
und  aus  unserm  teutschen  Frankenland  bärtig  gewesen,  dardurch  unserm 
geliebten  Vaterland  nit  wenig  ehre  und  lobe  anerwachsen,  dessen  wol  in- 
gedenk zu  sein ,  langwOrig  zu  erhalten  und  nit  mit  lassung  der  hend  und 
wie  layder  vor  äugen  warzimehmen,  sondern  alle  ädern  zu  rüren  von  nöten 
sein  will.  Aber  uff  obgedachte  des  löblichen  haus  Bayern  herkunft  vom 
Hercules  Norico  und  weil  der  Hercules  so  viel  gewesen,  dass  bey  den 
Griechen  schier  ein  jeder  manlich  streitbarer  held  Hercules  genant  worden, 
dunkt  mich  zu  glauben  und  zu  bestreiten  unnötig  sein.  Meines  erachtens 
ist  auch  das  Norkau  und  Bayerland  gar  nit  von  Norico  genant,  sondern 
dass  es  das  Nortgaw  heyss,  darumb  dass  es  den  nordwind  und  dieselb 
gelegenheit  hat,  wie  das  Algaw  von  den  Alpen,  das  Sundtgaw  von  der 
sun,  das  Brissgaw  von  der  fruchtbarkeit  ire  namen  haben.  Es  ist  auch 
bedenklich,  ob  das  Beyerland  seinen  namen  vom  Bavaro  habe,  und  einer 
frag  wert,  ob  das  land  von  dem  herrn  oder  der  herr  mehr  seinen  namen 
von  dem  land  trage,  weil  uff  beyder  seit  exempel  und  Ursachen  vorhanden ; 
ich  verhoffe  aber  mehr  darzuthun,  das  die  herren  ire  namen  von  den 
landen  weder  die  land  von  den  herren  heten,  wiewol  es  wenig  gibt  oder 
nimbt.  Adam  hat  anfangs  alle  ding  mit  namen  genant,  aber  nichts  von 
oder  nach  seinem  namen,  welches  doch  vor  alter  hero  in  brauch  kommen, 
also  würd  Augspurg  vom  Augiisto,  Begenspurg  Tiburniae  vom  Tiberio 
und  jetzt  bey  unsem  zeiten  Carl-  und  Philipstatt  von  Carolo  und  Philippo 
genant,  das  sind  aber  stette  und  der  Schlosser  gleichsfalls  in  grosser  anzal ; 
mit  den  landen  ists  meines  erachtens  änderst  gestalt,  darmit  solle  aber 
niemand  furgreifen,  sondern  sein  Verbesserung  furgesetzt  sein.  £.  Churf. 
G.  kann  ich  aber  underthenigst  hiemeben  zu  femerm  bericht  nicht  bergen, 
wiewol  bruder  Endres,  der  diese  chronic  zusamengetragen,  ein  mGnch 
gewesen  und  aberglaubige  gedanken  oftennals  merken  und  mitlaufen  lest, 
dass  er  doch  der  bäpste  Untugend  entweder  von  eynfalt  oder  von  frombkeit 
wegen  nicht  gar  umbgangen  und  schier  gern  voUend  heraus  gescholten 
het,  in  was  beschwerden  und  unfaU  der  theuer  keyser  Ludwig  der  viert 
durch  die  leydigen  bäpst  geraten.  Er  meldet  dannacht  lauter,  wie  kayser 
Ludwigs  canzler  magister  Ulrich  den  bapst  die  bestia,  so  vom  meere 
aufsteig,  und  in  andere  weg  mehr  gescholten,  derogleichen  Petrus  de 
Yineis,  des  er  austruckentlich  gedenkt,  auch  geschrieben  hab,  also  dass 
für  und  für  gottselig  mann  gewesen,  die  den  römischen  falsch  verstanden 
und  doch,  weil  ihne  am  nachtruck  gemangelt,  wenig  ausgericht  haben. 
Man  sehe,  was  Berengarius,  dem  gleich  wol  ein  wiederruf  vermeintlich  zu- 
gemessen würd,  desgleichen  Bertramus,  Savonarola,  Wesselus,  Huss  und 


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-    CI     - 

ander  wieder  den  Ro.  gar  wol  geschrieben,  wie  sich  keyger  Constantiniis 
und  die  keyser  Henrich,  zum  teil  auch  ander,  mit  macht  darwieder  gelegt, 
aber  vast  alle  darob  not  leiden  müssen.  Gleichwol  ist  es  hievor  so  nahe 
und  weit  zum  niedergang  nie  komen  als  bey  diesen  unsem  zeiten,  da  es 
zum  wenigisten  in  den  herzen  aller  vernünftigen  menschen  schon  ganz 
und  gar  hingefallen  und  auch  diejhenigen,  so  ime  noch  anhangen,  nicht 
anders  darauf  trauen  noch  bauen,  dann  so  weit  es  ihne  zu  zeitlicher  ehre, 
auch  zu  haufung  gelts  imd  guts  dienen  mag,  welches  über  die  gewaltigen 
ofientlich  bäpstler,  an  den  ewangelisch  genanten  abtrinnigen  Witzelio, 
Eisslebio,  Paceo,  Staphilo,  Lt.  Jeronimo,  der  E.  Churf.  G.  nit  wenig  be- 
trogen, und  noch  andern  viel  mehr,  wenn  man  schon  Henrich  Jasen  auch 
darzu  nehme,  clare  erscheint.  Gott  wolle,  dass  ihr  nit  mehr,  die  schon 
auf  der  wage  stehen,  halt  hinnach  fahren.  Bin  derowegen  bestendiglich 
dero  meynung,  das  bapstumb  werde  bis  zum  ende  bleiben,  darmit  der 
verfluchten  und  hosen  am  meynsten  erfunden  werden  und  des  Herrn 
wort  vestiglich  bestehe  sprechend :  Wann  der  Sohn  des  Menschen  die  weit 
zu  richten  kommen  werd,  ob  auch  glauben  uff  erden  zu  finden  sein  möge, 
erschröckentlich  ists  zu  gedenken,  zu  geschweigen,  auszusprechen,  was 
bürde  uns  der  unsem  halb  uf!m  hals  liegt  und  noch  gedräuet  würd. 
Der  AUmechtig  seye  darvor,  dass  nit  aus  vielen,  die  das  herrlich  evangeli- 
um  jetzt  im  mund  umbtragen,  und  dem  leydigen  bapstumb  als  zweyen 
deygen  ein  einiger  kuch  werde!  Aber  wohin  führet  mich  mein  treuer 
eifer,  was  schweyfe  ich  aus,  von  gegenwertiger  histori  mein  vorhaben 
vollend  zu  entdecken  ?  Sie  ist  furwar  neben  und  bey  den  furnembsten 
beschrieben  geschieh  ten  glaubwürdig,  fein  einfeltig  und  kurz,  gibt  guten 
lautem  verstand  und  ist  dammb  vast  nutzlich,  dass  sie  bis  uff  hundert- 
unddreissig  jare  vor  dato  den  stammen  der  rechten  bayrischen  uralten 
fursten  von  manlichem  und  weiblichem  geschleckt  nit  allein  nottnrftig- 
lieh  begreift,  sondern  auch  zu  was  hochheit,  ehren  und  würden  ein  jede 
person  gelangt,  wie  ihme  wol  oder  wiederwertig  gelungen,  mit  kurze 
erzehlt,  darnach  sich  als  in  einem  hellen  spiegel  menschlichs  lebens,  dem 
auch  die  historien  verglichen  werden,  zu  richten  und  zu  halten  ist.  Was 
dann  vom  verschienen  vierzehenhundert  sieben undzwanzigistem  jare  bis 
uff  heutigen  tag  der  fürstlichen  personen  hierin  manglet,  das  kann  ohne 
schwere  mühe  hierzu  gebracht  und  angehenkt  werden.  Und  ist  under 
anderm  fumemblich  aus  dieser  chronic  mit  begierd  zu  erlernen,  wie  Pfaltz, 
Bayern,  die  uralten  Sachsen  und  die  alten  herzogen  von  Österreich  und 
ander  mehr  alle  ein  eynig  geschlecht  gewesen,  wieviel  kayser,  könig  und 
fursten  löblich  daraus  entsprungen  sind.  Danimb  und  dieweil  dieses  buch 
kurz  und  doch  herrlich,  so  bin  ich  der  underthenigisten  Zuversicht,  E. 
Churf.  G.  werde  es  zu  irer  gelegenheit  selbs  lesen  oder  zum  wenigsten 
hören  lesen.  Ich  als  ein  treuer  diener,  der  höhers  in  diesem  leben  nit 
sucht  noch  begert  denn  des  allmechtigen  ewigen  Gottes  lobe  und  preis, 
darnach  E.  Churf.  G.  ehre  und  wolfart,  habe  diese  arbeit  der  verteutschung 
mit  lust  und  willen  under  die  hend  genomen  und  darneben  unbedacht 
nit  gelassen,  dass  E.  Churf.  G.  dieses  buch  nit  jedermann  zu  besichtigen 
vergönnt,  derohalben  Ichs  auch  menniglich  verborgen,  und  wie  es  alhie 
vor  äugen  liegt,'  also  ist  es  nit  meiner  hand  sampt  dieser  vorrede  ge- 
schrieben und  sonst  kein  exemplar  uff  erd.  Yerhoffe  aber,  da  es  E.  Churf. 
G.  in  den  tmck  zu  geben  je  nit  bedacht,  sie  werde  mir  noch  ein  abschrift 
gnedigist  davon  mitteylen  und  jetzt  nit  in  Ungnaden  vermerken,  dass 
mein  handschrift  aus  erzelter  ursach  unzierlich  und  bisweilen  radirt  ist, 
underthenigst  bittend,  E.  Churf.  G.  geruhen  diese  meine  underbaute  und 


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-   eil    -«. 

schier  von  andern  geschäften  abgestolene  nächtliche  arbeit  mit  Churf.  G. 
anzunemen,  mich  in  gnedigistem  schütz  und  schirm  wider  gehessige,  neidige, 
falsche  zungen,  die  mir  in  diesen  landen  frembden  ohne  ursach  uffs  äusserst 
zusetzen,  gnedigist  zu  erhalten  und  mein  gnedigister  Herr  allezeit  zu  sein 
und  zu  bleiben.  Geben  am  neuen  jarstag  der  geburt  Christi  funfzehen- 
hundert  achtundfunfzig  jare. 

E.  Churf.  G.  Underthenigister  Rathe  und  Diener 

Georg  Frölich  von  der  Lemnitz  zu  Schlachtegck. 

Ad  Illustriss.  Principem  ac  Dominum  Dominum  OtUi  Henrichum 
Comitem  Palatinum  Rheni,  Sacri  Bomani  Imperii  Archidapiferum,  utrins- 
que  Bavariae  Ducem  Electorem  Gteorgii  Laeti  a  Loemnicz  eiusdem  Con- 
siliarii  Epigramma  dedicatorium. 

Xenia  Dahnatico  mea  non  sunt  facta  metallo 

Nee  sunt  auriferi  flumine  lecta  Tagi. 
Ingenii  tantum  si  quid  redolere  videntur, 

Principibus  quondam  nobile  niunus  erant. 
Sunt  vel  adhuc  aliquid  coram  te,  maxime  princeps 

Innumeros  cumulans  largiter  aere  libros. 
Hunc  neque  te  archivis  pudeat  serrare  peramplis, 

Quas  Ptolomeiadas  vinoere  credo  notas. 
Hie  Über  est  clari  Bavarorum  sanguinis  index, 

Quem  docuit  Laeti  Teuthona  musa  loqui. 
Accipe,  quod  tenuis  tibi  dat  servitor,  ainoena 

Fronte,  valet  plus  quam  munus  id  aera  deoem. 
Aera  decem  dabit  et  plus  quis  totidemque  talenta, 

Optima  musarum  sed  dare  dona  nequit. 
Huc  veluti  nosti,  sie  meutern  intellige  nostram, 

Auro  que  rutilo  sit  tibi  chara  magis. 
Pauca  mihi  fiunt,  sed  tam  veracia  verba, 

Cum  facto  ut  semper  convenienter  eant, 
Non  sicut  rabidus  vane  deblaterat  hoetis 

Omnia  mendaci  turpiter  ore  strepens. 
Maxime  per  nomen  Bavarorum  sanguinis,  oro, 

O  princeps,  patriae  spesque  salusque  tuae, 
Ne  credas  verbis  venientibus  ore  loquaci 

Nee  te  seducat  lingua  repleta  dolis, 
Quae  sibi  confictum  tribuit  sine  rebus  honorem 

Ac  tibi  ea  in  patriam  sit  via  sola  tuam. 
O  OS  iUepidum,  si  nunc  superesset  in  aura 

Marchio  vitali  Mauritiusque  duoes, 
Hoc  08  änderet  nullo  sie  hisoere  verbo, 

Uli  quod  vili  constituere  loco. 
Hoc  OS  insonti  mihi  plurima  danma  propinat. 

Nemo  est,  qui  non  id  vellet  abesse  procul. 
Tu  pro  iustitia  ingenita  et  pietate  ducali 

Contra  hoc  defendas  meque  meosque  piecor. 
Vive  diu  foellx  et  mente  et  corpore,  donec 

Ad  specimen  redeat  patria  nostra  vetus. 
Finis. 

Karfürst  Ottheinrich  von  der  Pfalz,  der  Freund  aller 
schönen    Künste,   der  Liebhaber   alter  Hss.  und   Bücher,    der 


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—  cm  — 

Förderer  der  Geschichtswissenschaft,  der  sich  durch  sein  Tage- 
buch selbst  als  Geschichtschreiber  bethätigte,  war  also  der 
mittelbare  Yeranlasser  dieses  bis  jetzt  (von  der  einmaligen 
Erwähnxmg  im  Verzeichnis  der  Pommersfelder  Hss.  abgesehen) 
unbekannten  Erzeugnisses.  Und  der  Übersetzer  war  kein 
geringerer  als  einer  seiner  einflussreichsten  Räte,  Georg  Frö- 
lich  \  den  wir  in  der  politischen  Geschichte  der  Zeit  bedeutsam 
thätig  finden.  „Bewusster  Ursachen  halb  nachzusehen^^,  wir 
dürfen  wohl  vennuten,  um  für  politische  Zwecke  Nachforschungen 
anzustellen,  hatte  der  Kurfürst  die  lateinische  bayerische  Chronik 
des  Andreas  (dies  Exemplar  int  uns  yerloren),  die  Ottheinrich 
„nit  jedermann  zu  besichtigen  vergönnt^^  seinem  Bat  auf  dessen 
Sitz  Schlachteck  überlassen,  und  Frölich  findet  so  grosses  Wohl- 
gefallen daran,  dass  er  die  Mühe  einer  deutschen  Übersetzung 
nicht  scheut  "Was  er  als  Lob  des  Andreas  vorbringt,  wollen 
wir  gerne  gelten  lassen  als  eine  zweite  beachtenswerte  Stimme 
aus  jenem  Jahrhundert,  in  dem  schon  Aventinus  sein :  Diligenter 
et  accurate,  als  Lob  des  Andreas  ausgesprochen  hat.  Frölichs 
Torlage  war  ein  Exemplar  der  lateinischen  Chr.  in  der  Form 
der  2.  Redaktion.  Seine  Übers,  giebt  den  ganzen  Text  getreu 
ohne  Änderungen  und  Auslassungen  oder  Zusätze  wieder. 
Nur  kurze  Bandbemerkungen  enthüllen  uns  die  Ansichten  des 
Übersetzers.  Als  Probe  der  Übers.,  die  an  Kraft  und  Bichtig- 
keit  des  Ausdrucks  die  erste  bei  weitem  nicht  erreicht,  gebe 
ich  hier  die  Vorrede  des  Andreas. 

Verteutsdumg  der  Bayrischen  chronica,  durch  weylant  brader 
Andre,  priester  S.  Mangen  cloBters  bey  Begenspurger  prOck,  lateinisch 
geschrieben. 

Dem  groesmechtigen  und  furtrefflichen  Herrn  Ludwigen  Pfaltz- 
graven  bey  Rhein,  Herzogen  in  Bayern  und  Graven  zn  Mortanien,  seinem 
geliebtesten  Herrn,  entbeut  bruder  Andre,  priester  S.  Mangen  closters  an 
Regenspuiger  prück,  sein  gebete  mit  Inbrunst  rechter  liebe. 

Durchlenchtigister  Fürst  und  Herr.  Ich  bin  vor  längs  bedacht 
gewest,  der  B5.  bischofen  und  königen  geschieht  aus  dem  Florando  (!) 
zusammenzutragen,  gegenwertigen  und  künftigen  zu  nutz,  zu  lobe  und 
steter  gedechtnus  der  lobwürdigen  fürsten  des  bayrischen  stammens, 
nemblich  des  grossen  keysers  Carls,  keyser  Henrichs  des  andern  und 
Tolgender  Rö.  keyser,  wann  Gott  gnad  gebe,  ein  buchlein  zu  schreiben. 
Nachdem    aber   £.    Durchleuchtigkeit   nach    uberantwortung    der    form 

'  Georg  Frölich  war  nümbergischer  und  augsburgischer  Stadt- 
schreiber gewesen  und  hat  auch  verschiedene  lateinische  Werke  ins  Deutsche 
übersetzt.  Sein  Leben  findet  man  beschrieben  in  der  AU^.  Dt.  Biographie 
8,136.  Dort  aber  fehlen  von  1552  an  „alle  weiteren  Nachrichten  über 
sein  Leben  und  Wirken/'  In  umsichtiger  Weise  handelt  neuerdings 
Radlkofer  über:  Leben  und  Schriften  des  Georg  Frölich,  Stadtschreibers 
zn  Augsburg,  in  Zeitschrift  des  historischen  Vereins  für  Schwaben  und 
Neuburg  27,46. 


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—    CIV    - 

bayrischs  geschlechts  fursten  herkommeng,  welches  von  Ottone,  keyser 
Ludwigs  des  vierten  anhern,  seinen  aufang  nimbt,  eben  das  von  mir  ring- 
verstendigen  begert,  was  ich  mir  zu  thun  vor  lengs  furgenomen,  so  wolle 
Ewer  angeborne  gute  zu  gut  halten,  dass  ich  jetzt  ein  klein  wenig  gleich- 
sam sendbriefsweis  oder  mit  wortgemürbel  scherze.  Dieweil  der  vorfahm 
geschieht  von  den  schreibenden  darumb  gelobt  werden,  dass  die  nach- 
kömbling  aus  ereiferung  deroselben  zu  nachvolgung  irer  löblichen  g:ut- 
thaten  desto  eiferiger  bewegt  werden,  ja  damit  die  gestalt  menschlichs 
heyls,  welchs  etliche  in  das  reichthumb,  etliche  in  ehre  und  rühme,  etliche 
in  den  gewalt  oder  adel,  etliche  in  wollust  setzen,  was  nun' dieses  heyl 
gegen  der  wahren  Seligkeit  und  dem  höchsten  gut  vor  underschied  hat, 
aus  der  alten  geschichten  desto  clarer  erschein,  wie  auch  dem  mensch- 
lichen verstand  das  höchst  gut  zu  erkennen  von  natur  eingepflanzt  ist, 
so  geruhe  E.  Durchleuchtigkeit  in  gedechtnus  zu  bringen,  was  Boeeiiis, 
der  christenlich  römisch  burgermeister  und  liebhaber  der  Weisheit,  vom 
höchsten  gut  geschrieben  hat,  sagend:  Das  ists  rechte  gut,  der  es  über- 
kompt,  dass  er  nichts  darbt  oder  darben  kann,  ja  welches  gut  das  höchste 
gut  ist  und  alles  gut  in  sich  schleust,  wann  dem  etwas  zerrinne,  so  könts 
nit  das  höchste  gut  sein,  dann  es  manglet  ime  etwas,  das  begert  möcfat 
werden.  Darumb  ist  offenbar,  dass  die  Seligkeit  ein  volnkommener  stand 
alles  versambleten  guts  sey.  Nach  dieser  erzehlung  hat  mir  gefallen  E. 
Durchleuchtigkeit,  die  aus  göttlicher  verleyhung  mit  dem  Herren  des 
höchsten  guts  Ifistiglicli  beladen  ist,  auszulegen,  woher  das  wort  chronica 
seinen  Ursprung  habe.  (Am  Rand:  Hie  sind  etliche  schulerische  wort  als 
undienstlich  ussgelassen.^  Cronos  griechisch  wdrd  zu  teutsch  zeit  genant, 
dahero  nach  der  meynung  Isidori  chronica  Zeitgeschichten  geheyssen  werden. 
Darumb  und  dieweil  ich  im  namen  des  Herrn  anfahe,  nach  mass  meines 
kleinen  Verstands  ein  büchlein  von  der  bayrischen  fursten  Sachen  zu 
schreiben,  so  will  ich  dasselb  allen  gutherzig  sehenden  und  lesenden  zu 
bessern  und  zu  reynigen  demütiglich  bevolhen  haben,  dann  ich  liebe  mich 
selbs  nit  soviel,  dads  ich  mein  einsmal  dargethan  werk  bessern  verstand 
furzusetzen  gedechte.  Kompt  dann  aus  dem  alles  gut,  der  einig  gut  ist, 
so  ist  mehr  zu  glauben,  dass  das  gut  sey,  welches  die  unverenderlicdi  gute 
und  die  ursach  alles  guten  furschreibt.  Der,  der  nit  schläft  noch  schläfrig 
ist,  geruhe  die  person  und  schärpfe  des  veratands  Ewerer  gerechtigkeit 
gnediglich  beyzuwohnen.  (leschricben  bey  regirung  bapet  Martin  des 
fünften  und  Sigismundi  Römischen,  Hungarischen,  Bohemischen,  zu 
Croatien  und  Dalmatien  königs  Anno  Domini  Tausent  Vierhundert  Fünf- 
undzwanzig am  freytag  des  h.  creuzs  erhöhung. 

Es  erscheint  nicht  überflüssig,  im  Folgenden  noch  die 
Bandbemerkungen  mitzuteilen,  die  der  mitten  in  den  politischen 
und  religiösen  Stürmen  seiner  Zeit  stehende  pfalzische  Bat  den 
treuherzigen  Geschichten  des  alten  Begensburger  Augustiner- 
chorherrn mitgab. 

„Da  sind  die  aberglauben  schon  angangen",  bemerkt  er  zur  Nach- 
richt von  Theodolindens  Glaubenseifer.  Bei  der  Erwähnung  der  Pfalz  zu 
Trier  klagt  er,  dass  sie  „jetzt  der  pfaffen  sein  soll".  Die  Gründung  des 
Marienklosters  zu  Köln  durch  Plectrudis  l)egleitet  er  mit  den  Worten: 
„Da  siebet  man  den  freyen  anfang  der  abgötterey".  Pippins  Reue  dber 
seinen  Ehebruch  entlockt  ihm  den  Satz:  „Alle  hurer  sind  verzagt  und 
ungläubig*'.    Zur  Sage  von  Kail  Martells  Höllenverdammnis  schreibt  er: 


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—     CV     - 

„Martellus  stirbt  und  würd  verdampt,  weil  er  nit  pfäf fisch  gewesen ;  also 
geschieht  allen  heutigs  tags,  die  den  pf äffen  nit  beylegen".  Die  Tegern- 
seer  Gründlingsgeschichte  Tersieht  er  mit  folgenden  meist  ironischen  Rand- 
bemerkungen: ,,Seeligkeit  kann  man  kaufen'^,  dann:  „Diese  2  brdder .  .  . 
werden  yom  bapst  zum  krieg  ermant'S  ferner:  „Der  bapst  hat  die  Teutschen 
als  wilde  thier  ohne  Vernunft  gebraucht",  weiter:  „Darbey  ist  zu  sehen, 
dass  der  bapst  noch  keinen  gewalt  über  Born  gehabt",  ferner:  „Teiitäch 
herz  bey  den  frembden,  wo  bleibts  jetzt?",  dann  stolz:  „Merk  auf  der 
Toutschen  redlichkeit",  endlich:  „St.  Quirin  wurd  inen  kaum  /u  theil,  da 
hat  der  teufl  das  bapstumb  schon  innen  gehabt".  Zur  Gründungsgeschichte 
von  Tenediktbeuern  schreibt  er:  „0  dass  wir  Gott  recht  dankten,  der  uns 
von  diesem  aberglauben  errettet  hat".  Die  Engelsage  vom  bh'nden  Tassilo 
ist  ihm  „ein  unbehobelt  münchwerk  und  gedieht"  und  bei  der  Aufzählung 
der  von  Tassilo  gegründeten  Klöster  stellt  er  die  ironische  Frage:  „Sollte 
er  dann  nit  biilich  heylig  sein?"  Wir  verstehen  seine  Absicht,  wenn  er 
weiter  unten  bemerkt:  „Merks  wol,  herzog  Arnolt  uberkompt  gewalt  über 
alle  bayrische  bischof  vom  könig,  derfs  bapsts  nit  dazu".  Ferner:  „S. 
ririch  hat  Arnolden  aus  der  tauf  gehoben,  ist  dannoch  zu  kein  pf  äffen 
geraten".  Und  zur  Geschichte,  wie  Herzog  Arnold  vom  Teufel  geholt 
wird,  sagt  er:  „Lieber  Mensch,  ists  möglich,  so  erkenne  doch  der  losen 
pfaffen  groben  betrügn",  und  dazu:  „Ein  gehessig  gedieht"  und  gleich 
darauf:  „Sie  wollen  verdammen  und  selig  machen,  wea  sie  wollen".  Die 
Scheyrer  Gründungsgeschichte  ist  ihm  „ein  münchsgedicht".  Bei  Kaiser 
Otto  I.  ist  zu  lesen:  „Bapst  Johann  schickt  zu  k  Otten,  bitt  inen  das 
keyserthumb  anzuwinen.  Wenn  der  bapst  nit  gewist,  woaus,  so  het  er 
die  Teotflchen  gegrüst.  Pfui".  Zur  Stelle,  die  von  der  lebenslangen 
Keuschheit  Kaiser  Heinrichs  II.  und  Kunigundens  erzählt,  schreibt  er: 
„Also  würd  man  heylig  bei  der  pfaffheit".  Bei  Herzog  Otto  II.  von  Bayern 
sagt  er:  „Merk  der  pfaffen  gift,  wen  sie  heilig  oder  selig  sprechen".  Bei 
der  Ettaler  Gründungsgeschichte  heisst  es:  „Ampherang  stehet  einem 
gedieht  gleich"  und  mit  Beziehung  auf  die  in  der  Geschichte  erwähnte 
Freiimg  eines  welschen  Grossen:  „Ists  war,  so  ists  doch  ein  betrag". 

Mit  der  B.  Chr.  des  Andreas  stehen  noch  folgende  Hss. 
in  eigenartiger  Beziehung: 

1:  Wien,  k.  k.  Hofbibliothek.  Cod.  pal.  3332.  Papier. 
2  ^.  15.  Jh.  Genaue  Beschreibung  von  Mayr  im  NA.  5, 138. 
Enthält  Bl.  160'— 166  eine  lateinische  Rückübersetzung 
von  Exzerpten  aus  der  deutschen  B.  Chr.  des  Andreas. 
Verfasser  derselben  ist  wahrscheinlich  der  einstige  Besitzer 
des  Bandes,  der  Frühmesser  Otto  Ebner  am  Spital  zum 
heil.  Geist  in  München,  der  auch  die  für  Münchener  Geschichte 
bemerkenswerten  Fortsetzungen  zu  jenen  Auszügen  wie  zu  den 
in  demselben  Bande  befindlichen  Flores  temporum  nach  der 
Mitte  des  1 5.  Jhs.  verfasst  zu  haben  scheint.  Ich  beabsichtige 
diese  Fortsetzungen  nebst  anderen  im  15.  Jh.  gemachten  süd- 
deutschen Fortsetzungen  der  Flores  temporum  an  anderer  Stelle 
herauszugeben.  Was  die  Übersetzung  der  Auszüge  aus  der 
deutschen  Chr.  des  Andreas  betrifft,  so  lautet  die  Überschrift: 
Excerpta  de  volgari  scripto  fratris  Andree  monasterii  S.  Magni 


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—     CVI 


in  pede  pontis  Ratisponensis,  quod  collegit  sub  anno  doniini  1427. 
Ludvico  Palatino  Reni  et  duci  Bavarie  comitique  Martinie  de 
origine  ducum  seu  principam  Bavarie.  Aus  der  hier  genannten 
Jahrzahl  sowie  der  aus  dem  Eap.  Zu  den  grafen  Yon  Scheyren 
ist  wider  komen  das  herczogtum  in  Bayern  (unten  S.  636) 
übertragenen  Stelle:  Ab  isto  Ottone  descenderuut  principes 
Bavarie  nostri  evi,  scilicet  anni  domini  1428.,  ist  ersichtlich, 
dass  die  Vorlage  des  Übersetzers  eine  der  gewöhnlichen  Hss, 
der  deutschen  Chronik  war.  Die  unten  im  Anhang  unter  Nr.  V 
gedruckte  Forts,  scheint  die  Vorlage  nicht  gehabt  zu  haben. 
Die  Übers,  ist  ziemlich  frei  ohne  nennenswerte  Änderongen 
des  Inhalts. 

2;  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  338. 
Beschreibung  s.  oben  S.  XXXV,  LXXIV  u.  LXXVHI.  Bl.  6—55' 
lateinische  Rückübersetzung  der  deutschen  B.  Chr.  des 
Andreas.  Bl.  55' :  Finit  foeliciter  historia  illustrium  principam, 
regum  ac  ducum  Bavarie  usque  ad  annum  domini  etc.  1477., 
quam  ego  Hartmannus  Schedel  de  Nurenberga  arcium  et 
medicine  doctor,  eo  tempore  phisicus  Ambergensis,  manu  pro- 
pria  in  civitate  Amberga  vicina  Norice  exaravi  ad  laudem  eius, 
qui  omnium  rerum  initium  et  origo  existit,  Christus  Jesus  cum 
patre  et  spiritu  sancto  in  perpetuum  regnans.  Amen.  Höchst- 
wahrscheinlich hat  Schedel  den  Text  nicht  bloss  geschrieben, 
sondern  selbst  übersetzt  und  die  verschiedenen  Zusätze  gemacht, 
die  das  Ganze  als  eine  Bearbeitung  der  B.  Chr.  des  Andreas 
erscheinen  lassen.  Der  Anfang  (die  Vorrede  fehlt)  sei  als 
Probe  der  Übers,  hier  unter  vergleichender  Beisetzung  des 
lateinischen  XJrsprungstextes,  sowie  dessen  deutscher  Übers. 
mitgeteilt : 

Historia  sive  cronica 
de  illustribus  piincipi- 
bus  Bavarie  incipit  foe- 
liciter. 

Eavari,  ut  legitur,  de 
Armenia  sunt  orti.  Inde 
exciintes  in  magna  mul- 
titudine  venerunt  in 
terram  illam,  scüioet 
Bayarie,  et  expulenmt 
colonos  ipsius,  scilicet 
incola^,  et  nomine  prin- 
cipis  sui  Bavanis  vocati 
Bavariam  appellabant. 
Norix  vero  filius  Her- 
culis  diu  post  coegit  ean- 
dem   regionem   eamqiir 


Bayari  traduntur  ab 
Armenia  oriundi.  Qui 
cum  magna  multitudine 
de  finibus  suis  egressi 
hanc  terram  sunt  in- 
gressi  et  expuLsis  abori- 
ginibus  pro  eis  habita- 
verunt  et  de  nomine 
ducis  sui  Bavaro  terram 
Bavariam  nominaverunt. 
Hanc  post  multos  dies 
Norix  filius  Herculis  ex- 
pugnans  Noricum  ex  suo 


Bayren,  als  man  list, 
sein  von  Armenia  ent- 
sprungen. Do  sind  sy 
ausgeczoget  mit  grosser 
menig  und  sind  chomen 
in  das  land  und  vertriben 
daraus  paurenvolkch 
und  benanten  das  land 
nach  irem  f  ürsten  Bavaro 
Bayrenland.  über  vil 
zeit  darnach  betwang 
das  selbe  land  Norix, 
Herculis  sun,  und  be- 


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—     CVII     — 


Domiac  vocavit.  In  qua 
eivitaiem,  que  nunc  Ra- 
tispona  dicitur,  edifi- 
cavit. 


nomine  suo  Noricum 
noininavit  inibique  civi- 
tatem  edificavit,  que 
nunc  Ratispona  est  nun- 
cupata. 


nanit    es    nach    meinem 

namen    Nortgäw     und 

pawet  darin  ein  stat,  dy 

nu  genant  ist  Regens- 

purg. 

Wie  diese  Probe  zeigt  und  wie  sich  bei  Vergleichung 
des  Ganzen  ergiebt,  liegt  in  dieser  Historia  in  der  Hauptsache 
nichts  anderes  vor  als  eine  Rückübersetzung  der  deutschen 
B.  Chr.  des  Andreas,  trotzdem  dessen  Name  dabei  nichtgenannt  ist. 
Von  den  Jahrzahlen,  die  die  Gegenwart  in  der  deutschon 
Übers,  bezeichnen,  ist  sogar  eine  (1428)  unverändert  geblieben. 
Aus  anderen  Quellen  ist  eine  Reihe  von  Zusätzen  in  den  aus 
Andreas  stammenden  Text  eingefügt.  Die  Benützung  der 
deutschen  Chr.  als  Grundlage  bricht  in  dem  Kap.  über  Herzog 
Johann  von  Niederbayem  (unten  S.  653)  ab.  Was  bei  Schede! 
(Bl.  48)  folgt,  sind  zunächst  Bruchstücke  aus  der  lateinischen 
Forts,  der  B.  Chr.  des  Andreas.  Dabei  ist  zu  erwähnen,  dass 
Schedel,  als  er  seine  lateinische  Übers,  des  deutschen  Textes 
fertigte,  auch  einen  lateinischen  Text  der  B.  Chr.  daneben  zur 
Hand  gehabt  haben  muss,  weil  einige  Abschnitte  (Bl.  9'.  10. 
12'.  17.  IL  s.  w.)  unmittelbar  den  lateinischen  Text  des  Andreas 
geben  (auch  der  Umstand,  dass  der  Satz  [S.  519,21  bezw. 
609,36]:  Item  fundator  est  S.  Nicolai  extra  muros  Patavienses, 
der  in  allen  bekannten  deutschen  Hss.  fehlt,  bei  Schedel  sich 
findet,  spricht  dafür),  wie  man  sich  denn  bei  einzelnen  wenigen 
Stellen  der  Übers,  fast  des  Eindrucks  nicht  erwehren  kann, 
dass  beim  Übersetzen  wieder  der  lateinische  Text  befragt  wurde, 
da  einzelne  Ausdrücke  ohne  Kenntnis  dieses  lateinischen  Textes 
in  der  Übers,  nach  den  deutschen  Ausdrücken  kaum  wieder 
80  treffend,  wie  es  der  Fall  ist,  hätten  wiedergegeben  werden 
können.  In  den  von  Schedel  nach  dem  Aufhören  der  deutschen 
Vorlage  aufgezeichneten  Bruchstücken  der  lateinischen  Forts, 
ist  auch  ein  von  uns  als  später  Zusatz  (nach  1457  geschrieben) 
gekennzeichneter  Satz  (unten  S.  567, 34)  enthalten,  den  wir  nur 
in  einer  Hs.  (5)  der  lateinischen  Chr.  finden.  Es  ergiebt  sich 
daraus  die  Vermutung,  dass  Schedel  aus  dieser  Hs.  oder  ihrer 
Vorlage  oder  einer  Abschrift  von  ersterer  jene  Bruchstücke 
der  Forts,  entnommen  hat.  Da  in  jenem  Sammelband  clm.  1222, 
der  die  Hs.  5  enthält,  auch  die  deutsche  Übers,  abgeschrieben 
ist,  dürfte  auf  sehr  nahe  Beziehung  von  Schedels  Bearbeitung 
zu  dem  Sammelbd.  geschlossen  werden  können.  Aus  dem 
Umstand,  dass  lateinischer  und  deutscher  Text  in  ein  und 
demselben  als  Vorlage  dienendem  Bande  vereinigt  waren,  er- 
klärt sich  dann   sehr  einleuchtend    das   oben   hervorgehobene 


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Qoo^(^ 


—    CVIIl     _ 

Vorkommen  direkt  übernommener  Stücke  der  lateinischen  Chr. 
in  den  Übersetzangstext  der  deutschen,  ohne  dass  man  Tielleicht 
anzunehmen  braucht,  dass  Schedel  das  Verhältnis  des  deutschen 
Textes  zum  lateinischen  nicht  erkannt  hätte.  Auch  zu  den 
Bruchstücken  der  Forts,  macht  Schedel  Zusätze.  Ausser  der 
lateinischen  Forts,  der  B.  Chr.  benützt  Schedel  schliesslich  noch 
die  A.  Chr.  des  Andreas.  Denn  die  Geschichte  von  der  Ver- 
wundung des  Herzogs  Ludwig  von  Ingolstadt  durch  Herzog 
Heinrich  von  Landshut  während  des  Konzils  zu  Eonstanz  ist 
in  der  B.  Chr.  nicht  enthalten,  sondern  nur  in  der  A.  Chr. 
Schedel  yerbindet  diese  Geschichte  mit  der  in  den  beiden  Fort- 
setzungen —  sowohl  der  A.  Chr.  als  der  lateinischen  B.  Chr.  — 
mitgeteilten  Erzählung  der  späteren  Folgen  jener  That  Wäre 
nicht  jener  oben  erwähnte  späte  Zusatz  zur  Forts,  der  lateinischen 
B.  Chr.,  der  nur  in  einer  Hs.  eben  dieser  vorkommt,  so  könnte 
man  auch  die  sämtlichen  Bruchstücke  als  der  Forts,  der  A.  Chr. 
entnommen  betrachten,  da  sie  auch  hierin  enthalten  sind. 
Jedenfalls  hatte  Schedel  beide  Chroniken  zur  Verfügung,  wie 
die  Stellen  beweisen,  die  nur  in  je  einer  Chr.  enthalten  sind. 
Zum  Schluss  folgt,  zunächst  noch  einzelne  Stellen  aus  der 
A.  Chr.  des  Andreas  benutzend,  dann  aber  selbständig,  eine 
eigene  Fortsetzung  Schedels,  die  ich  in  Verbindung  mit  anderen 
Materialien  Schedels  an  anderem  Orte  mitzuteilen  gedenke. 
Den  Zusätzen  stehen  eine  Reihe  von  Auslassungen  gegenüber. 
Einige  wenige  erfolgen  ohne  weitere  Bemerkung,  bei  anderen 
derselben  schreibt  Schedel  meist:  quere,  und  lässt  dann  freien 
Baum,  wohl  in  der  Absicht,  hier  eine  Angabe  einzusetzen,  dass 
und  wo  an  anderer  Stelle  das  Fehlende  zu  finden  sei;  aus- 
führlicherverweist er  an  anderen  Stellen,  z.  B.  DeilUus  Ottoni8(IL) 
strenuitate  et  morto  et  divisione  terre  inter  filios  suos  quere  . . . 
Unzweifelhaft  beziehen  sich  diese  Verweisungen  auf  die  weiteren 
Stücke,  welche  Schedel  in  den  Band  eingetragen  hat  Und 
zwar  ergibt  sich  bei  Verfolgung  dieser  Angaben,  dass  sowohl 
auf  die  Bl.  57  ff.  enthaltenen  mit  Additio  üborschriebenen  Exzerpte 
aus  Hermann  von  Niederaltaichs  Annalen  wie  auf  die  Ab- 
schrift der  1.  Redaktion  der  B.  Chr.  des  Andreas  (Bl.  67—100') 
Bezug  genommen  wird,  freilich  ohne  dass  Schedel  an  den 
leergelassenen  Stellen  die  wohl  beabsichtigte  Eintragung  der 
Blattzahlen  —  an  zwei  Stellen  hat  eine  spätere  Hand  die  betr. 
Zahlen  eingetragen  —  ausführte.  Jene  Stücke  muss  Schedel 
vorher  oder  mindestens  gleichzeitig  abgeschrieben  haben.  Die 
Jahrzahl  1477  auch  am  Schluss  der  Abschrift  der  1.  Bedaktion 
der  lateinischen  B.  Chr.  macht  das  letztere  wahrscheinlich. 


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^   crx  - 

Nach  den  voranstehenden  Darleguogen  ist  sicher,  dass 
die  von  Wilhelm  Meyer  in  der  2.  Auflage  des  gedruckten 
Hss.-Kataloges  geäusserte  Ansicht,  es  liege  hier  eine  ältere 
Rezension  der  B.  Chr.  vor,  unrichtig  ist.  Es  zeigt  sich,  wie 
schwer  es  bisher  war,  selbst  bei  sorgfaltiger  und  eingehender 
Untersuchung,  wie  sie  Meyer  —  nach  zahlreichen  von  ihm 
stammenden,  dankenswerten  Notizen  in  der  Hs.  zu  schliessen 
—  vornahm,  über  die  Natur  der  verschiedenen  als  Chr.  des 
Andreas  geltenden  Texte  ins  Reine  zu  kommen  ohne  Kenntnis 
des  gesamten  Hss.-Materials. 

Der  Dialog  US  de  haeresi  bohemica  des  Andreas 
war    noch  Oefele   unbekannt.     Erst   1856  veröffentlichte   ihn 
Höfler   im    1.   Bd.   seiner   Geschichtschreiber   der   husitischen 
Bewegung  in    Böhmen    (==  Bd.  2  der  Fontes   rer.    austriac), 
S.  565—596  nach  einer  ihm  von  Palacky  mitgeteilten  Kopie 
einer  Pariser  Hs.  (vgl.  a.  a.  0.  S.  540).    Letztere  scheint  unsere 
Hs.  1  gewesen  zu  sein.     Der  Abdruck  ist  voll  von  oft  sinn- 
losen Fehlern.    Was  den  Titel  anlangt,  so  nehme  ich  ihn  so  an, 
wie  er  in  den  Hss.  2—4  gegeben  ist,  da  er  mir  ursprünglicher 
zu  sein  scheint  als  jener  in  dem  Inhaltsverzeichniss  der  Hs.  1 , 
der  dem  Inhalt  nicht  entspricht  und  kaum  von  Andreas  selbst 
stammen  dürfte,  ebensowenig  wie  der  in  Hs.  5. 
"Wir  besitzen  von  dem  Dialogus  5  Hss.: 
1:  Paris,  Bibliotheque  Nationale.    Cod.  lat.  1503.   Papier. 
2^    15.  Jh.    226  BU.    Anf  einem  ungezählten  Blatt  am  Anfang 
ein    Inhaltsverzeichnis,    das    an    erster   Stelle   angiebt:   Primo 
dyalogus  de  expedicionibus  in  Boemiam  et  actis  erga  eos.    Auf 
Bl.  1—19  folgt  der  Dialogus  des  Andreas,  auf  Bl.  19'— 21  die 
unten  S.  700  im  Anhang  unter  Nr.  I  abgedruckte  Überlieferung 
von  historischen  Aufzeichnungen  des  Andreas  a.  d.  J.  1430 — 1434 
(1435),   während  auf  Bl.  22—205  des  Aegidius  Carlerii  Liber 
de  legationibus  concilii  Basiliensis  pro  reductione  Bohemorum 
enthalten  ist   Der  gedruckte  Katalog  der  Bibliotheque  Nationale, 
Catalogus  codd.  mss.  bibl.  reg.  3,  3, 136  giebt  die  ersten  beiden 
Teile  nicht  an.    Nähere  Mitteilungen   über  die  Hs.,   die  einst 
im  Besitze  von  Stephan  Baluzius  war,  und  ihren  Inhalt  machte 
Palacky  in  Zeitschr.  d.  böhm.  Museums  1849,  4, 136,  dann  Birk 
in  Monumenta  conc.  gen.  sec.   XV,  Bd.  1,  wo  er  S.  359  flF. 
den   Liiber   de   legationibus   und   S.  XXVII    die   Notizen   des 
Andreas  abdruckte.    Birk  hat  die  Teile  des  Liber  de  legationi- 
bus bezeichnet,  welche  unzweifelhaft  Autograph  des  Aegidius 
Carlerii  sind.    Bl.  1—19  ist  von  einer  andern  Hand  geschrieben, 
die  auch   Teile    des   Liber   de   legationibus    geschrieben    hat. 


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^   ex   — 

Einzelne  Korrekturen  und  die  Randbemerkungen  sowie  das 
Explicit  stammen  von  einer  andern  Hand,  die  auch  die  BU. 
19'  21  geschrieben  hat.  Sie  zeigt  ausserordentlich  viel 
Ähnlichkeit  mit  der  des  Garlerii,  doch  wage  ich  nicht,  sie 
bestimmt  als  die  seine  zu  erklären.  Es  ist  kaum  zweifelhaft, 
dass  Garlerii  sich  des  Andreas  Dialogus  und  die  andern  Auf- 
zeichnungen verschaffte,  als  er  1434  bei  dem  Reichstag  zu 
Regensburg  weilte  (vgl.  S.  471,  Anm.  1). 

2:  Basel,  Universitätsbibliothek.  Hs.  A.  11.  34.  Papier. 
2«.  15.  Jh.  332  Bll.  Sammelbd.  mit  vielen  auf  die  Husiten- 
frage  und  das  Konzil  zu  Basel  bezüglichen  Schriftstücken,  zum 
grössten  Teil  von  einer  Hand  geschrieben.  Enthält,  von  jener 
Hand  abgeschrieben,  Bl.  261—272  (alt  249-260)  den  Dialogus. 
Die  Abschrift  ist  nicht  gerade  recht  gut  Eine  spätere  Hand 
hat  versucht,  einzelne  verderbte  Stellen  zu  verbessern,  doch 
ohne  besonderes  Geschick. 

3:  Paris,  Bibliotheque  Nationale.  Cod.  lat.  1510.  Papier. 
2®.  18.  Jh.  Abschrift  aus  der  vorigen  Hs.  Enthält  BL  1—33 
des  Andreas  Dialogus.  Bl.  1  ist  die  Signatur  der  abgeschriebenen 
Hs.  vermerkt:  Codex  Bibliothecae  Basiliensis  A.  11.  34.  fol. 
Am  Schlüsse  der  Hs.  steht  folgendes  Zeugnis  des  Baseler  Rates : 
Nos  Consul  atque  Senatus  Reipublicae  Basileensis  attestamur 
praesentibus  praemissum  volumen  continens  Dialogum  de 
Haeresi  Bohemica  a  folio  1.  usque  ad  folium  33.  inclusive, 
(folgt  Aufzählung  der  übrigen  Stücke)  ac  in  BibUotheca  R^^ 
Christianissimi  reponendum,  de  Verbo  ad  Verbum  ex  Vetustis 
Manuscriptis  Codicibus  papiraceis  in  folio,  qui  in  BibUotheca 
publica  Academiae  nostrae  asservantur,  optima  fide  et  maxima 
diligentia  fuisse  descriptum.  In  cuius  rei  fidem,  re  omni  cognita 
et  explorata,  haecce  a  Secretario  nostro  subscribi  sigilloque 
nostro  maiori  corroborari   iussimus.    Die  28.  Junii  Ao.  1724. 

4:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm. 
26433.  Papier.  2«.  18.  Jh.  ünfoliiert.  Aus  PoUing.  Enthält 
unter  andern,  meist  den  Augustinerorden  betreffenden  und  von 
dem  bekannten  PoUinger  Kanoniker  und  späteren  Münchener 
Hofbibliothekar  Gerhoh  Steigenberger  (f  1787)  aus  Hss.  fran- 
zösischer Bibliotheken  abgeschriebenen  Stücken  den  Dialogus 
in  Abschrift  aus  der  vorher  angeführten  Hs.  der  Bibliotheque 
Nationale  zu  Paris.  Der  Abschreiber  fügt  am  Schluss  mit  den 
Worten:  Ad  ffnem  codicis  habetur  Attestatum  Reipublicae 
Basileensis  hiis  verbis:  Nos  Consul  etc.  die  in  jener  Pariser  Hs. 
enthaltene  Bestätigung  des  Baseler  Rates  bei,  die  wir  oben  an- 
geführt haben.    Zuletzt  unterschreibt  er ;  G.  St.  C.  R.  P.  (d.  h. 


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-    CXI    - 

Oerhohus  Steigenberger  canonicus  regolaris  PoUingensis)  Parisiis 
25.  Martii  1763.  und  Dotiert  die  Signaturen  der  beiden  Hss. : 
Cod.  Bibl.  Basil.  Signatur  A.  IL  34.  foL,  und:  Cod.  Bibl.  Beg. 
Paris,  sig.  1510. 

5:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  2889. 
Sammelbd.  Aus  Aldersbach.  Papier.  2^.  97  Bll.  15.  und 
16.  JL  Enthält  Bl.  1  —  11,  von  einer  Hand  des  16.  Jhs.  ge- 
schrieben, den  Dial.  des  Andreas  unter  der  Überschr. :  Djalogus 
in  negocio  Eatholicorum  et  Hussitarum.  Da  der  gedruckte 
Hss.-£jitalog  den  Namen  des  Andreas  als  Verfassers  weder  im 
Text  noch  im  Register  nennt,  entging  mir  die  Hs.  und  wurde 
mir  erst  nach  Drucklegung  des  Teztes  bekannt,  so  dass  ich 
die  Lesarten,  die  allerdings  ohne  Belang  sind,  nicht  mitzuteilen 
in  der  Lage  war. 

Das  Compendium  de  condicione  civitatis  Ba- 
tisponensis  et  de  diversis  haereticis  ist  ungedruckt 

Den  Titel  setze  ich  aus  den  Worten  der  Vorrede  dem 
Inhalt  des  Ganzen  entsprechend  zusammen.  Oefele  1, 10  hatte 
ihn  sich  ähnlich  gestaltet :  De  ortu  et  conditione  civitatis  Batis- 
ponensis  et  de  variis  haeresibus.  Da  das  ganze  Compendium 
nahezu  vollständig  Auszug  aus  der  A.  Chr.  ist,  werden  in  dieser 
Ausgabe  zur  Kennzeichnung  des  Inhalts  nur  die  Überschriften 
der  einzelnen  Abschnitte  und  die  wenigen  ursprünglichen 
Stellen,  die  nicht  in  der  A.  Chr.  enthalten  sind,  mitgeteilt. 
Einige  aus  Eusebius  und  Isidorus  von  Sevilla  geschöpfte 
Stellen,  die  ebenfalls  nicht  in  der  A.  Chr.  sich  finden,  sind 
nicht  abgedruckt. 

Wir  haben  von  dem  Compendium  zwei  Hss.: 

1:  München,  k.  Universitätsbibliothek.  Cod.  Ms.  672 
in  2  ®.  Papier.  354  Bll.  Sammelbd.,  von  vielen  verschiedenen 
Händen  geschrieben.  Stammt  anscheinend  aus  Begensburg,  da 
das  letzte  in  dem  Band  enthaltene  Stück  (BL  328)  überschrieben 
ist:  Exemplar  subscriptorum  reperies  in  Ubraria  capituli  ecclesie 
Batisponensis.  Oberflächliche  Inhaltsangabe  bei  Wahl  S.  22. 
Bl.  308 — 324  des  Andreas  Compendium,  von  einer  Hand  des 
15.  Jhs.  sehr  schlecht  geschrieben,  so  dass  einzelne  Stellen 
schlechterdings  unverständlich  bleiben. 

2:  München,  k.  Hof-  und  Staatsbibliothek.  Clm.  27070, 
oben  S.  LX.X.Vni  beschrieben.  Enthält  Bl.  84—100,  auch  von 
F.  Franziskus  Orienewalt  1612  und  zwar  ofiEenbar  aus  der 
vorigen  Hs.  abgeschrieben,  das  Comp,  unter  dem  Titel  Excerpta 
quaedam  de  chronicis  summorum  Bomanorum  pontificum  ac 
iinperatorum  et  praecipuo  in  Alemannia  et  civitate  nostra  Ba- 


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-  cxn  - 

variae  Ratispona.  Vgl.  Kobolt,  Baier.  Gelehrtenlexikon,  Er- 
gänzungen S.  12,  wo  diese  Excerpta  und  das  Comp,  (de  ortu 
civ.  Ratisp.)  falschlich  als  zwei  verschiedene  Werke  angesehen 
werden. 

Die  im  Anhang  unter  Nr.  I  folgenden  Aufzeichnungen 
sind  allein  in  Cod.  lat.  1503  der  Pariser  Nationalbibliotfaek 
erhalten  (s,  dessen  Beschreibung  oben  S.  CX).  Gedruckt 
wurden  sie  von  Birk  in  den  Monumenta  conc.  gen.  sec.  XV., 
Bd.  1,  XVn.  Aus  dem  ersten  Satze  dürfte  der  Schlass  zu 
ziehen  sein,  dass  die  Aufzeichnungen  sich  an  den  Dialogus 
des  Andreas  anschlössen,  wie  hier  in  der  Abschrift,  wahrscheinlich 
schon  in  der  Urschrift  des  Andreas,  aus  der  sie  Aegidius 
Carlerü,  Dekan  von  Gambrai  und  Gesandter  des  Baseler  Konzils, 
von  dessen  eigener  Hand  ein  grosser  Teil  der  Hs.  stammt, 
abschreiben  liess,  wohl  1434,  als  er  dem  Reichstage  zu  Regens- 
burg beiwohnte.  Aus  dem  ersten  Satz  geht  zugleich  unzweifelhaft 
hervor,  dass  Andreas  der  Verfasser  ist.  Aber  der  Text  enthält 
eine  Reihe  von  Zusätzen,  die  ein  anderer  gemacht  hat,  der  die 
zu  Grunde  liegenden  Aufzeichnungen  auch  kritisiert.  Er  zählt 
z.  B.  S.  700, 24  die  Feldzüge  nach  Böhmen  in  anderer  Weise. 
Es  lässt  sich  nicht  mit  Sicherheit  erkennen,  welche  Teile  dessen 
Eigentum  sind,  doch  dürften,  abgesehen  von  kleinen  Ab- 
änderungen, als  solches  zu  bezeichnen  sein:  S.  700,24 — 26; 
701,12—21;  702,31—703,5;  703,19fF.  Birk  erachtete  ohne 
Weiteres  als  deren  Urheber  Carlerii;  doch  möchte  ich  lieber 
annehmen,  dass  die  Änderungen  von  dem  (Carlerii  allerdings 
sehr  nahestehenden)  Schreiber  herrühren.  Jene  Textesteiie, 
welche  sicherlich  Eigentum  des  Andreas  sind,  berühren  sich 
mit  dem  Text  der  Forts,  der  A.  Chr.,  an  einer  Stelle  auch  mit 
jenem  der  Forts,  der  B.  Chr.  Dabei  enthalten  sie  gegenüber  diesen 
Texten  einzelnes  Neue.  Der  Schlussabschnitt  stammt  sicher 
nicht  von  Andreas.  Er  ist  später  geschrieben  als  die  vorher- 
gehenden Teile,  und  besonders  der  Hinweis :  ut  patet  in  sequen- 
tibus  (S.  703,32),  d.  h.  in  des  Aegidius  Carlerii  über  de 
legationibus  etc.  ist  ein  Beweis,  dass  in  der  Hs.  letzterer  schon 
eingetragen  war,  als  jene  Bemerkung  geschrieben  wurde. 

Bezüglich  der  im  Anhang  unter  Nr.  II — V  mitgeteilten 
Stücke  vgl.  oben  S.  XXIX,  XXXVI,  XXXII  u.  LXXXXVI. 

Ich  komme  zu  den  dem  Andreas  zugeschriebenen  Fun- 
dationes   monasteriorum    Bavariae.^     Wir   besitzen 

^  Bei  Aretin,  Literär.  Haiidbach  1,142  wird  dem  Andreas  noch 
folgendes  Werk  zugeschrieben:  De  sacramento  altaris  sab  utraque  specie 
1460,  und  als  Quelle  für  die^e  Angabe  beigesetzt:  Theoph.  Sinoeri  Thes. 


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-  cxm   — 

von  den  Gründungsgeschichten  bayerischer  Klöster,  welche 
Freher  als  ein  besonderes  Werk  des  Andreas  der  Ausgabe  der 
B.  Chr.  angefügt  hat/  zwei  Hss.,  die  eine  auf  BI.  97— 116'  des 
Cod.  bist  fol.  5  der  Ständischen  Landesbibliothek  in  Kassel, 
die  andere  auf  Bl.  1—55'  des  clm.  351.  Im  NA.  23, 248 ff. 
habe  ich  eingehend  und,  wie  ich  annehmen  darf,  überzeugend 
nachgewiesen,  dass  die  zweite  eine  von  Hartmann  Schedel  aus 
der  ersten  gefertigte  Abschrift  ist.  Und  zwar  ist  die  Abschrift 
vollständig  und  sehr  getreu.  Auf  BI.  56  schliesst  sich  folgendes 
Schlusswort  an:  Que  deinceps  post  obitum  Alberti  regis  Ko- 
manorum  sub  Friderico  HI.  Romanorum  imperatore  ac  Maxi- 
miliano  Bomanorum  rege  peracta  sunt  ab  anno  1440.  usque 
ad  annum  presens  1501.  et  mutaciones  monasteriorum  in 
Bavaria  ac  idiis  locis,  cum  Prul  monasterium  prope  Ratisponara, 
in  quo  ordo  S.  Benedicti  militabat  ac  nunc  Cartusienses  in- 
habitent,  hec  varia  gesta  temporum  cronice  et  libri  annales 
ac  posteri  scriptores  clare  edocebunt.  Lege  foeliciter.  HA.  S. 
Wir  ersehen  daraus,  dass  Schedel  jene  Abschrift  1501  fertigte, 
und  dürfen  vielleicht  aus  der  auffälligen  Erwähnung  des 
Karthäuserklosters  Prül  schliesseo,  dass  seine  Vorlage,  also  der 
jetzige  Kasseler  Cod.  bist.  fol.  5,  dessen  Herkunft  nach  gütiger 
Mitteilung  der  dortigen  Bibliothekdirektion  nicht  festzustellen  ist, 
sich  damals  in  Prül  befand.^  Bemerken  möchte  ich,  dass  auf  Bl.  I 
der  Kasseler  Hs.  eine  Zeile,  die  vermutlich  eine  alte  Eigentumsnotiz 
war,  durch  Tintenstriche  vollkommen  zerstört  wurde.  Dagegen 
steht  in  der  Ecke  des  Blattes  eine  zweite  alte  Bemerkung, 
nämlich:  Ex  bibl*  Gassari.  Ich  zweifle  nicht,  dass  hierunter 
der  Augsburger  Arzt  und  Geschichtschreiber  Achilles  Pirmin 
Gasser  (Gassarus)  zu  verstehen  ist,  der  1572  seine  Annales 
civitatis  et  reipublicae  Augsburgensis  schrieb  und  1577  starb. 
Vgl  ABB.  8, 396.  Vielleicht  kam  die  Hs.  aus  dessen  Bibliothek 
in  Frehers  Besitz;  denn  höchstwahrscheinlich  hat  Freher  seine 
Ausgabe  nach  der  Kasseler  Hs.  gemacht.  Oefele  1, 10  stellte 
fest,  dass  Hss.  der  Klostergründungsgeschichten  des  Andreas 
von  Begensburg  selten  seien.  Ihm  seien  nur  zwei  bekannt 
geworden.  Die  eine  der  beiden  ist  nach  Oefeles  Beschreibung 
die  Schedeische  Abschrift  in  clm.  351,  bezüglich  der  andern 
gab  Oefele  an,  dass  sie  in  dem  Katalog  der  Mondseer  Hss. 
im  zweiten  Teil  der  Mantissa  chronici  Lunaelacensis   bipartita 

Bibl.  Letzteres  Buch  bietet  keinen  Anhaltspunkt.  Die  ganze  Angabc 
acheint  auf  Irrtiun  zu  beruhen. 

*  Sie  wurden  daraus  abgedruckt  bei  Kuen,  OoUectio  etc.  2,  209. 

'  Über  Schedels  Beziehungen  zu  Prül  s.  Oefele  1, 654. 

Qaellen  UDd  Eroerterungen  N.  F.  I.  VI  11 


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-    CXIV    - 

(1769)  verzeichnet  sei.  Diese  Hs.  ist,  wie  ich  NA.  24,707 
nachwies,  der  heutige  Cod.  3520  der  k.  k.  Hofbibliothek  "Wien 
(aus  Mondsee  =  Lunael.  in  q.  59),  der  jedoch  keineswegs 
die  dem  Andreas  zugeschriebenen  Klostergründungsgeschichten 
enthält,  sondern  jene  älteren  ca.  1388  entstandenen  Fundationes 
monasteriorum  Bavariae,  denen  ich  NA.  24,671 — 717  eine 
eingehende  Untersuchung  gewidmet  habe.  Wie  in  Freher» 
Ausgabe  lautet  in  der  Kasseler  Hs.  die  Überschr.:  Sequantur 
certe  hystorie  fundacionum  nonnullorum  insignium  monasteriorum 
per  partes  Baioarie.  Et  primo  de  monasterio  S.  Emerami  Ratis- 
pone.  Der  Text  schliesst:  Item  eodem  anno  circa  festum 
S.  Augustini  Anna  uxor  Alberti  ducis  peperit  filium  secundum 
nomine  Brnestum,  also  genau  so  wie  die  A.  Chr.  des  Andreas. 
Und  vergleichen  wir  —  wozu  dieser  Schluss  auffordert  —  die 
Gründungsgeschichten  mit  der  A.  Chr.,  so  ergiebt  sich,  dass  die 
Gründungsgeschichten  nur  ein  Auszug  aus  des  Andreas  Chr. 
sind.  Anscheinend  in  der  bestimmten  (im  Titel  ausgesprochenen) 
Absicht,  die  Gründungsgeschichten  bayerischer  Klöster  zusammen- 
zustellen, begann  jemand  die  betreffenden  Teile  der  Chr.  des 
Andreas  auszuschreiben,  wobei  er  sich  im  Anfang  in  Ver- 
folgung jener  Absicht  auf  eben  jene  Stellen  beschränkte.  Je 
weiter  die  Auszüge  fortschritten,  umsomehr  uahm  der  Ex- 
zerpierende auch  Abschnitte  auf,  die  keine  Beziehung  auf 
bayerische  Klöster  haben,  und  schliesslich  war  er  so  im  Eifer 
des  Schreibens,  dass  er  fiEtst  die  ganze  Forts,  der  Chr.  abschrieb. 
Ein  Kap.  ist  am  Anfang  enthalten,  das  nicht  Eigentum  des 
Andreas  ist,  nämlich  jenes  (Freher  S.  178—185):  De  institucione 
monasterii  Althahensis  Inferioris  ex  vita  S.  Godehardi  et  ex  cro- 
nicis  ac  privilegiis  ecclesie.  Dieses  verhältnismässig  umfangreiche 
Stück  ist  nichts  anderes  als  Hermanns  von  Niederaltaich 
Aufzeichnung  De  institutione  monasterii  Altahensis  und  lässt 
vielleicht  auf  Niederaltaich  als  Entstehungsort  jener  Exzerpte 
schliessen.  Ein  weiterer  Zusatz  findet  sich  zum  Jahre  1431 
nach  der  Geschichte  von  der  altera  Circo  zu  Rom,  mit  Nota 
Simile  bezeichnet,  nämlich  eine  Stelle  aus  Yincenz'  von  Beauvais 
Speculum  historiale  2,95.  Alles  Andere  ausser  diesen  beiden 
Zusätzen  ist  Eigentum  des  Andreas.  In  Frehers  Ausgabe 
erscheinen  die  Auszüge  nicht  in  der  Form,  die  sie  in  den  Hss. 
haben.  Denn  Freher  Hess  die  Teile,  die  schon  in  der  im  Druck 
vorangehenden  Verineigung  der  A  und  der  B.  Chr.  enthalten 
waren,  weg  und  druckte  nur  die  Gründungsgeschichten  der 
Klöster  ab.  Diese  Absicht  führte  er  aber  nicht  ganz  genau 
durch,  und  so  sind  bei  den  eigentlichen  Gründungsgeschichten 


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—     CXV     — 

doch  noch  eine  Beihe  von  Stellen  geblieben,  die  in  keiner  Be- 
ziehung zur  Geschichte  bayerischer  Klöster  stehen.  Dadurch, 
dass  Freher  nicht  die  vollständigen  Exzerpte,  wie  sie  in  den 
Hss.  enthalten  sind,  abdruckte,  geschah  es  schliesslich,  dass 
Oefele,  als  er  clm.  351  antersuchte,  in  dieser  Hs.  viel  mehr 
vorfand,  als  bei  Freher  gedruckt  war.  In  der  Annahme  be- 
fangen, dass  das  angebliche  Werk  des  Andreas  genau  wie  im 
Freher'schen  Druck  beschaffen,  war,  hielt  er  anscheinend  die 
Teile,  die  er  mehr  &nd,  für  fremde  Zuthaten  und  druckte  sie 
als  Breve  Chronicon  Bavariae  ab  anno  1156.  ad.  a.  1410.  in 
seinen  SS.  1,654  f.  ab.  Merkwürdigerweise  kam  er  nicht  auf 
den  Gredanken,  dass  auch  jene  Zusätze  von  Andreas  stammen 
könnten,  scheint  vielmehr  den  Autor  infolge  der  Schlussschrift 
Scbedels  im  Kloster  Prül  vermutet  zu  haben,  und  auffallender- 
weise verfolgte  er  die  Zusätze  nur  so  weit,  als  Frehers  Kloster- 
geschichten reichen,  ohne  sich  um  die  Forts,  zu  kümmern,  die 
ihn  vielleicht  hätte  veranlassen  müssen,  das  Oanze  mit  der  A.  Chr. 
des  Andreas  zu  vergleichen.  Einen  Fortschritt  in  der  Erkenntnis 
des  Inhalts  von  clm.  351  machte  Wilhelm  Meyer  in  der 
2.  Auflage  des  gedruckten  Münchener  Hss.-Kataloges,  indem  er 
feststellte,  dass  „fast"  alle  von  Oefele  als  Breve  Chronicon 
herausgegebenen  Notizen  aus  des  Andreas  A.  Chr.  ausgezogen 
seien.  Dieser  umstand  und  die  chronologische  Anordnung 
der  Fundationes  beweise,  dass  ein  Exzerpt  ex  opere  historico 
maiore  vorliege,  wie  Meyer  etwas  unklar  sagt  Über  die  Forts, 
konnte  Meyer,  da  er  die  Forts,  der  A.  Chr.  nicht  kannte,  die 
übrigens  im  Eccard 'sehen  Druck  gegeben  war,  nur  eine  Über- 
einstimmung mit  clm.  338,  Bl.  105—125  und  mit  der  von 
Freher  gedruckten  Forts,  der  B.  Chr.  feststellen,  wobei  in  clm.  338 
umfangreichere,  in  clm.  351  kürzere  Auszüge  aus  dem  von 
Freher  herausgegebenen  Werk  des  Andreas  vorlägen.  Unsere 
Ausgabe  hat  uns  schon  oben  erkennen  lassen,  dass  in  clm.  338, 
BL  106 — 126  die  reine  Forts,  der  A-  Chr.  enthalten  ist  und  die 
B.  Chr.  dabei  nicht  in  Betracht  kommt.  Auch  die  Forts,  in 
clm.  351  ist  nicht  aus  der  B.,  sondern  aus  der  A.  Chr.  ent- 
nommen, kurz,  was  Freher  als  Oründungsgeschichten  des  Andreas, 
was  Oefele  als  Breve  Chronicon  herausgegeben  und  zwar  dessen 
ganz^  Inhalt,  was  Meyer  als  Auszug  aus  der  B.  Chr.  des 
Andreas  bezeichnet  hat  —  alles  zusammen  ist  ein  Auszug 
aus  des  Andreas  A.  Chr.,  und  wir  haben  weder  in  dem 
Oefele'schen  Breve  Chronicon  noch  in  den  Freher'schen  Historiae 
fiindationum  selbständige  Werke  zu  erblicken.  Nun  bleibt 
noch  eine  Frage :  Sind  jene  Auszüge,  die  sicher  in  der  Absicht 

VIII* 


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—    CXVI    — 

geschahen,  bayerische  E^lostergründangsgeschichten  zusammen- 
zustellen, von  Andreas  selbst  seinem  Gesamtwerk  entnommen 
worden  oder  nicht?  Was  dafür  sprechen  könnte,  wäre  nur 
der  Umstand,  dass  an  einzelnen  Stellen,  an  denen  Andreas  in 
der  A.  Chr.  von  seiner  eigenen  Person  und  seiner  Zeit  u.  s.  w. 
spricht,  die  persönlichen  Ausdrücke  in  dem  Auszuge  beibehalten 
sind.  Vieles  jedoch  spricht  dagegen.  Niemand  vor  Preher, 
besonders  nicht  Andreas  selbst  oder  des  Andreas  Nachfolger 
in  der  chronikalischen  Behandlung  der  Geschichte  Bayerns, 
macht  irgend  eine  Mitteilung  von  einer  durch  Andreas  an- 
gelegten Sammlung  von  Fundationes.  In  der  Kasseler  Sammel-Hs. 
sind  die  Fundationes  mit  der  B.  Chr.  nur  zuf&llig  vereinigt  Diese 
Auszüge  sind  aus  der  vollendeten  mit  Fortsetzung  versehenen 
A.  Chr.,  also  1438  oder  darnach,  gemacht.  Sollte  Andreas 
seine  historlograpbische  Thätigkeit  nicht  besser  beschlossen 
haben  als  mit  jenen  Auszügen,  die  unbeholfen  in  der  Anlage, 
voll  von  Fehlern  und  Irrtümern  in  der  Ausführung  sind? 
Sollte  sich  z.  B.  Andreas  folgende  Ungeheuerlichkeit  zu  Schulden 
haben  kommen  lassen  (Freher  S.  174,  Z.  4):  Anno  domini 
904.  Cristoforus  de  papatu  eiectus  factus  est  monachus  et 
Batispone  in  medio  chori  monasterii  S.  Emerami  sepelitur? 
Die  zweite  Hälfte  dieses  Satzes  ist  dem  Abschnitt  über  Ludwig 
das  Eind  entnommen  und  bezieht  sich  auf  diesen!  Schon 
diese  eine  irrtümliche  Vereinigung  zweier  Stellen  genügt,  um 
die  Arbeitsweise  des  Exzerpierenden  zu  kennzeichnen;  doch 
findet  sich  noch  eine  ganze  Reihe  von  Stellen,  die  gedanken- 
loses Exzerpieren  beweisen,  wie  man  es  dem  sorgtSltigen 
Andreas  nicht  zutrauen  darf.^  Wären  wohl  Verweisungen 
stehen  geblieben  wie:  in  pagina  pontificum  vide,  u.  a.?  Eine 
Anzahl  von  Stellen,  an  denen  Andreas. in  der  A.  Chr.  in  der 
Ich-Form  spricht,  fehlt  im  Auszug.  Ein  Teil  davon  fehlte 
auch  schon  in  der  Vorlage,  aus  der  die  Exzerpte  gemacht 
wurden.  Diese  Vorlage  war,  wie  die  Lesarten  und  besonders 
jene  Auslassungen  selbst  beweisen,  eine  Hs.  der  Klasse  C,  zu 
der,  wie  ich  glaube,  Andreas  nicht  in  persönlicher  Beziehung 
steht.  Sicherlich  würde  Andreas  eine  Hs.,  die  sein  Werk 
bereits  verstümmelt  enthielt,  nicht  zur  Grundlage  eines  neuen 
Werkes  genommen  haben.  Aber  der  Ausdruck  „Werk*^  ist  zu 
gut  für  jene  Auszüge,  und  wenn  man  alle  vorher  angeführten 

^  Z.  B.  darf  deshalb  auch  nicht  behauptet  werden,  wie  M.  Boic. 
11, 341  geschah,  Andreas  setze  die  Grandung  Mettens  in  das  J.  801.  Die 
Stelle,  auf  Grund  deren  dies  behauptet  wurde  (Freher  8.  187,  Z.  18), 
entstand  durch  falsche  Vereinigung  zweier  getrennter  Stellen  seitens  des 
Exzerpierenden. 


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-     CXVII    — 

Merkmale  berücksichtigt,  wird  man  kaum  mehr  Andreas  für 
den  Exzerptor  halten,  geschweige  denn  jene  Auszüge  noch 
länger  einer  besonderen  Stelle  in  der  Literaturgeschichte  würdigen. 
Da  in  der  Kasseler  Eb.  jene  Historiae  erst  zwischen  1495  und 
1501  geschrieben  sind  (s.  meine  Ausführungen  NA.  23,257) 
und  wir  keine  ältere  Hs.  kennen,  möchte  ich  die  Entstehung 
der  Auszüge  erst  in  die  2.  Hälfte  des  15.  Jhs.  verlegen.  Dass 
man  auch  nicht  Veit  Arnpeck  als  den  Exzerptor  betrachten 
darf,  wie  eine  handschriftliche  Bemerkung  in  der  Kasseler  Hs. 
unter  Hinweis  auf  Pez,  Thes.  3,  XXY  thun  möchte,  habe  ich 
in  meiner  Abhandlung:  Über  die  Schriften  des  bayerischen 
Chronisten  Veit  Arnpeck  S.  97  ausführlich  dargethan. 

Ein  ähnlicher  Auszug  aus  der  A.  Chr.  wie  die  Fundationes 
monasteriorum  ist  eine  in  clm.  2936  (aus  Altumünster), 
Bl.  3,  clm.  9503  (aus  OberalUich),  Bl.  237  und  clm.  17541 
(aus  Schlehdorf),  Bl.  52  enthaltene  Zusammenstellung  der 
Persecutiones  Christianorum.  Diese  Zusammenstellung, 
die  in  allen  3  genannten,  sämtlich  dem  15.  Jh.  angehörenden  Hss. 
in  Verbindung  mit  dem  oben  S.  XXXXIX  behandelten  Traktat 
De  ducibns  Bavariae  Yorkommt,  ist  sicherlich  dem  Compendium 
de  condicione  civitatis  Ratisponensis  et  de  diversis  haereticis 
des  Andreas  entnommen.  In  den  kurzen  Abschnitten  über 
die  einzelnen  Verfolgungen  sind  die  Quellen  des  Andreas  in 
der  A.  Chr.,  Eusebius,  Ekkehard,  Flores  und  Martinus,  ganz 
wie  bei  Andreas  so  vereinigt  und  verbunden,  dass  nicht 
anzunehmen  ist,  es  liege  hier  etwa  eine  Quelle  des  Andreas 
vor.  Den  Schluss  bildet  ein  Auszug  aus  einem  Zusatz,  der 
nur  in  der  vom  Handexemplar  des  Andreas  stammenden  Hs. 
B  1  der  A.  Chr.  (in  den  S.  9,  Anm.  1  erwähnten  Abschnitten) 
enthalten  ist  und  auch  im  Compendium  vorkommt.  Dass  die 
Zusammenstellung  der  Persecutiones  von  Andreas  selbst  gemacht 
sein  könnte,  ist  eine  Möglichkeit,  die  ich  nicht  in  Abrede 
stellen  will. 

In  der  bayerischen  Literaturgeschichte  des  15.  Jhs.  erscheint 
ein  Andreas  Bavarus,  den  man  mit  Andreas  von  Regens- 
buig  zu  identifizieren  gesucht  hat.  Man  hat  von  jenem  Andreas 
Bavams  ein  paar  Briefe,  die  zur  Geschichte  der  deutschen 
Frührenaissance  nicht  uninteressant  sind.  Den  einen  an  den 
Eichstätter  Domherrn  Albrecht  von  Eyb  hat  Herrmann  in  der 
Germania  33,499  veröffentlicht,  der  andere  findet  sich,  von 
Hartmann  Schedels  Hand  geschrieben,  in  clm.  504,  Bl.  1.  In 
lateinischen  Yersen  an  den  Bischof  Johann  von  Eichstätt  ge- 
richtet, fordert  die  Epistel  diesen  zur  Friedens  Vermittlung  auf; 


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—     CXVIIl     — 

der  Brief  wird  darnach  in  die  Zeit  kurz  vor  oder  nach  1460 
gesetzt.  Am  Schluss  nennt  sich  der  Verfasser:  Andreas  Ba- 
varus  secretarius  ducalis.  „Trotz  eingehender  Nachforschungen 
in  den  k.  bayerischen  Archiven^'  konnte  Herrmann  keine  Per- 
sönlichkeit jenes  Namens  ermitteln.  Herrmann  bezeichnete  es 
als  naheliegend,  dass  man  an  Andreas  von  Begensburg  denken 
könnte,  aber  schliesslich  glaubte  er  doch  nicht  an  die  Identität 
unseres  Chronisten  mit  dem  Andreas  Bavarus.  und  dies 
Besultat  seiner  Untersuchung  ist  sicher  richtig.  Nur  in  einem 
Punkt  seiner  Forschungen  muss  ich  widersprechen:  er  machte 
darauf  aufmerksam,  dass  ein  urkundlicher  Beweis  vorhanden 
sei,  wonach  der  Chronist  Andreas  noch  1450  am  Leben  war. 
In  einer  Urkunde  des  Klosters  Schönthal  (M.  Boic.  26, 61)  vom 
G.  Aug.  1450  erscheint:  Andreas  Predicator  Cenobii  firatnun 
Augustinensium  Batispone,  als  Yidimuszeuge.  Dazu  sagt 
Herrmann:  „Es  ist  doch  mindestens  sehr  wahrscheinlich,  dass 
dieser  Andreas  der  Geschichtschreiber  ist:  wir  müssten  sonst 
annehmen,  dass  das  gleiche  Kloster  zur  gleichen  Zeit  zwei 
Brüder  namens  Andreas  besass,  die  durch  ihre  Bildung  eine 
hervorragende  Stellung  einnahmen'^  Dabei  übersieht  Herrmann, 
dass  Begensburg  ausser  dem  Stifte  der  regulierten  Chorherm 
vom  h.  Augustinus  zu  St  Mang,  dem  der  Chronist  Andreas  an- 
gehörte, noch  ein  anderes  Augustinerkloster,  das  der  Augostiner- 
eremiten,  besass.  Und  auf  einen  Angehörigen  dieses  Klosters 
passt  die  Titulatur  in  jener  Urkunde  weit  eher  als  auf  einen 
Augustinerchorherm,  dessen  Kloster  in  einer  offiziellen  Urkunde 
nicht  mit  cenobium  fratrum  Augustinensium,  sondern  canoni- 
corum  regularium  ordinis  S.  Augustini  bezeichnet  worden  wäre. 
Nennt  sich  doch  auch  der  Chronist  Andreas  überall  da,  wo  er 
von  seiner  Zugehörigkeit  zum  Orden  des  h.  Augustinus  spricht, 
canonicus.  Es  ist  also  höchstwahrscheinlich,  dass  der  1450 
vorkommende  Prediger  Andreas  dem  Begensburger  Kloster  der 
Augustinereremiten  angehörte.  Von  dem  Chronisten  Andreas 
aber  gilt,  was  ich  oben  8.  XII  gesagt  habe.  Die  —  übrigens 
ziemlich  unwichtige  —  Frage  nach  der  Persönlichkeit  des 
Andreas  Bavarus  bleibt  offen.  Aber  sicherlich  kann  auch  nach 
meinen  Forschungen  von  einer  Identität  jenes  Mannes  mit 
Andreas  von  Begensburg  durchaus  nicht  die  Bede  sein. 


-o-e«o- 


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Verzeichnis  der  abgekürzt  eitierten  Werke 
und  sonstiger  Abkürzungen. 


A  D  B.  =  Allgemeine  Deutsche  Bio- 
graphie. 

Altmann,  Bee.  =  Regesta  im- 
perii  XI:  Altmann,  Die  Ur- 
kunden Kaiser  Sigmunds.  Bd.  1 
(1410—1424).  Bd.  2  (1424—1437). 
Innsbruck  1896—1900. 

Archiv  =  Archiv  der  Gk«ellschaft 
für  ältere  deutsche  Greschichts- 
kunde. 

Bezold  =  Bezold,  König  Sigmund 
und  die  Reichskriege  gegen  die 
Husiten.  3  Abteilungen.  München 
1872.  1875.  1877. 

d'Achery  =  d'Achery,  Veterum 
Scriptorum  Spicilegium. 

Döllinger  =.  DöUinger,  Beitrage 
zur  politischen,  kirchlichen  und 
dulturgeschichte  der  sechs  letzten 
Jahrhunderte.  Bd.  2 :  Materialien 
z.  Gesch.  d.  15.  u.  16.  Jhs.  Regens- 
burg 1863. 

Eccard  =  Eccard,  Corpus  histori- 
cum  medii  aevi.  2  Bde.  Lipsiae 
1723. 

Finke,  Acta  =  Finke,  Acta  CJon- 
ciliiConstanciensis.  Bd.l.  Münster 
i.  W.  1896. 

Finke,  Forschungen  =  Finke, 
Forschungen  und  Quellen  zur  Oe- 
schichte  des  Konstanzer  Konzils. 
Paderborn  1889. 

Forschungen  =  Forschungen 
zur  Deutschen  Greschichte. 

Fr  eh  er  =  Andreae  presbvteri 
Ratisponensis  Chronicon  de  duci- 
bus  Bavariae  ed.  Freher.  Amberg 
1602. 

Freyberg  =  Freyberg,  Sanmilung 
lustoriscner  Schriften  und  Ur- 
kunden. 5  Bde.  Stuttgart  u. 
Tübingen  1827—1836. 


Gemeiner  =  (jremeiner,  Regens- 
burgische Chronik.  Bd.  1—3. 
R^ensburg  1800.  1803.  1821. 

Gerson  =  Gerson,  Opera  omnia 
ed.  Dupin. 

Graesse  =  Jacobi  a  Voragine  Le- 

fenda  aurea  reo.  Graesse.  Ed.  2. 
apsiae  1850. 

Haeutle  =  Haeutle,  Genealogie 
des  erlauchten  Stammhauses 
Wittelfibach.    München  1870. 

Harduin  =.  Harduin,  Acta  Con- 
ciliorum. 

He  feie  =  Hefele,  Concilienge- 
schichte.  Bd.  7.  Freiburg  i.  B. 
1869/74.  Bd.  6.  2.  Aufl.  bes.  v. 
Knoepfler.     1890. 

Höfler  =  Höfler,  Geschicht- 
schreiber der  husitischen  Be- 
wegung in  Böhmen.  Teil  1—3. 
In  Fontes  rerum  Austriacarum, 
Abt.  1,  Bd.  2  (1856).  6  (1865). 
7  (1866). 

J  a  n  n  e  r  =  Janner,  Greschichte  der 
Bischöfe  von  Regensburg.  3  Bde. 
Regensburg  1883—1886. 

Mansi  =  Mansi,  Sacrorum  Con- 
ciliorum  Nova  et  Amplissima 
Collectio. 

MB.  =  Monumenta  Boica. 

MG.  =  Monumenta  Germaniae 
historica. 

NA.  =  Neues  Archiv  der  Gresell- 
schaft  für  ältere  deutsche  Ge- 
schichtskimde. 

Oefele  =  Andreas  Felix  Oefele, 
Rerum  BoicarumScriptores.  2Bde. 
Augsburg  1763. 

Palacky  =  Palacky ,  Urkundliche 
Beiträge  zur  G&schichte  des  Hu- 
fiitenkrieges  vom  Jahre  1419  an. 
2  Bde.     Prag  1873. 


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Qoo^(^ 


-  cxx  - 


Palacky,  Documenta=Palacky, 

Documenta   Mag.    Joannis    Hus 

vitam  . . .  illustrantia.   Prag  1869. 
Pastor  =  Pastor,  Geschichte  der 

Päpste.    Bd.  1.    3.  und  4.  Aufl. 

Freiburg  i.  B.  1901. 
Pez,   Thes.    =   Pez,    Thesaurus 

Anecdotorum  Novissimus. 
Baynaldus  =  Raynaldus  Annales 

ecclesiastici. 
Beg.  siehe  Altmann,  Reg. 
Reg.  Bo  ic.  =  Regesta  sive  Rerum 

Boicarum  Autographa. 
R  i  e  d  =  Ried,  Codex  chronologico- 

diplomaticuB    episcopatus    Ratis- 

bonensifi.  2  Bde.  Regensburg  1816. 
Riezler    =    Riezler,    Geschichte 

Baiems.    Bd.  1—3.   Gotha  1878. 

1880.  1889. 
RTA.  =  Deutsche  Reichstagsakten. 
Schm.  =  Schmeller,  Bayerisches 

Wörterbuch.     2.  Ausg.  bearb.  v. 

Frommann.     2   Bde.     München 

1872/7. 
Souchon     (ohne     Bandzahl)    = 

Souchon,   Die  Papstwahlen   von 

Bonifaz  VIII.  bis  Urban  VI.  und 

die  Entstehung  des  Schismas  1378. 

Braunschweig  1888. 
Souchon  1.  2.   =   Bouchon,   Die 

Papstwahlen    in    der    Zeit    des 


grossen  Schismas.  2  Bde.  Bratm- 
schweig  1898.  1899. 

SS.  =  Scripiores. 

V.  d.  Hajdt  =  von  der  Hanlt, 
Constantiense  Concihum. 

VO.  =  Verhandlungen  des  hi^xo- 
rischen  Vereins  von  Oberpfak  und 
Regensburg. 

Walderdorff  =  Graf  v.  Walder- 
dorff ,  Regensburg  in  seiner  Ver- 
gangenheit und  Gegenwart.  4.  A. 
Re^sburg  1896. 

Windecke  =  Eberhart  Windeckes 
Denkwürdigkeiten  zur  Gcechichte 
des  Zeitalters  Kaiser  Si^mund^. 
Hsg.   V.  Altniann.     Berlin  1893. 

Würdinger  =  Würdinger,  Kriegs- 
geschichte von  Bayern.  Bd.  1. 
München  1868. 


A.  Chr.  (Allgemeine  Chronik)  oder 
Chr.  g.  (Chronicon  generale)  = 
Chronica  pontificum  et  imp«%- 
torum  Romanorum. 

B.  Chr.  (Bayerische  Chronik)  oder 
Chr.  b.  =  Chronica  de  principi- 
bus  terrae  Bavarorum. 

add.  =  addidit,  addideruot 

corr.  =  correxit. 

om.  =  omisit,  omiserunt 


Druck  von  J.  P.  Himmer  in  Augsburg. 


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Chronica 
pontifieum  et  imperatorum  Romanorum. 


Quellen  and  Eroerterongen  N.  F.  I.  1 

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Dominus  n  oster  Jesus  Christus  unigenitus  dei  filius, 
quando  venit  plenitudo  temporis,  missus  est  ab  arce  patris 
natus  orbis  conditor  atque  ventre  virginali  caro  factus  prodiit 
deditque   secundum    ordinatissimam     distribucionem    temporis 

5  maiora  precepta  populo,  quem  caritate  iam  liberare  convenerat, 
instruxit  exemplis,  docuit  verbis,  precipue  sanctos  apostolos. 
Et  quamvis  in  omnem  terram  et  in  fines  orbis  terre  sonus 
predicacionis  sanctorum  apostolorum  exierit,  tamen,  ut  ad  noti- 
ciam  nostram  clarius  pervenirent,  verba  sue  saluberrime  doctrine 

10  nobis  per  sanctos  ewangelistas  et  doctores  in  scripturis  enarravit 
Proinde  ego  frater  Andreas  litteratorum  humiliumque  minimus, 
professus  monasterii  S.  Magni  confessoris  in  preurbio  Eatispone, 
ordinis  B.  Augustini  canonicoram  regularium,  considerans  et 
mente  revolvens,  quia  memorie  digna   litteris  sunt   mandanda, 

15  presertim  quia  nos  materiales  homines  aliorum  "vita  magi- 
stramur  et  dirigimur  —  nam  malorum  hominum  casibus  ad 
fugam  terremur  viciorum  et  hominum  bonorum  exemplis  tam- 
quam  quibusdam  speculis  tersis  et  politis  ad  sectandum  mores 
f  elices  feliciter  excitamur — ,  ideo  ea,que  temporibus  meis  et  precipue 

20  in  concilio  Constanciensi  acta  sunt,  scDicet  ab  anno  domini  1405.,  ^  j{'^^^ 
quo  in  ebdomada  penthecostes  in  Eystavia  ordinatus  sum  pres- 
biter,  ut  ad  maiorem  noticiam  perveniant  et  ad  meam  potissime 
utilitatem    quamvis   ignoranter,    tamen    affectanter  conscribere 
curavi.      Preterea   quia   non   est   bonum,    quod  non  pulchrius 

25  elucescat,  si  plurimorum  noticia  fuerit  conprobatum,  et  bonum, 
quanto  communius,  tanto  divinius,  cronicas  antiquorum  usque 
ad  tempora  Johannis  XXII.  et  Ludwici  IV.  imperatoris  Roma- 
norum et  Bavarie  ducis  exfloravi,  cetera  vero  quedam  ex  diversis 
coUegi,  quedam,  sicut  ex  relacione  virorum  fide  dignorum  accepi, 

30  usque  ad  tempora  Martini  pape  V.  et  Sigismundi  regis 
Bomanorum  fideliter  conscripsi  et  fidelius  iuxta  ingenii  mei 
parvitat^m  in  hanc  formam  redegi.  Et  ab  ipsa  sapiencia,  que 
est  Christus,  attingens  a  fine  usque  ad  finem  fortiter  et  disponens 
omnia  suaviter  cepi  ordiri  hoc    ordine,  ut   tempus   nativitatis 

35  summi   pontifids    et  regis  Jesu  Christi   ac   deinde   Bomanos 

1* 


Juni  7.— 13. 


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—    4    — 

pontifices  in  columpna*  prima  et  Bomanos  imperatores  coo- 
temporaneos,  ut  clarius  elucescant,  ad  modum  figure  scolastice 
hystorie  ex  opposito  in  columpna  ^  altera  in  circulis  rubeis  * 
describam,  eos  vero  pontifices,  qui  in  numero  pontificum  Boma- 
norum  non  ponuntur,  preter  Linum  et  Cletum  in  circulis  nigris,  & 
similiter^  imperatores,  qui  in  numero  imperatorum  non  ponuntur, 
in  circulis  nigris  et  aliquando  non  geminatis  causa  discrecionis 
ponendo,  tempora  sanctorum  et  virorum  illustrium  ac  cetera 
quedam  digna  memoria  ad  modum  rivulorum  secus  alv^eum 
decurrencium  annotando.  Fateor  tamen  cum  Johanne  Andree  10 
in  Jeronimiano»  libro  4.  in  prohemio,  quod  exflorare  libros, 
licet  Sit  utile,  non  tamen  subtile.  Scio  namque  ex  preferen- 
dorum  vel  referendorum  omissione  facile  me  posse  reprehendL 
Sed  gaudeo,  quia,  sicut  adversarius  veritatis®  vinci  non  potero, 
ergo  semper  sicut  discipulus  benivole  edoceri  desidero.  Noverit  15 
ergo  lector,  quod  mee  mentis  intencio  est  nomina  pontificum 
et  imperatorum  Eomanorum  ac  ceterorum  simpliciter,  ut  in 
cronicis  invoni,  describere,  non  singulorum  opiniones  ac  di- 
versitates  determiaare.  Cum  enim  proprio  mentis  cogitacionem 
sermo  non  explicet  et  periculosum  sit  de  alterius  animo  20 
iudicare,  quanto  magis  periculosius  est,  singulorum  doc- 
torum'  ac  verborum  investigare  ac  proferre  racionem.  Ideo 
opus  subsequens  in  nomine  eins,  qui  est  Alpha  et  0,  princi- 
pium  et  finis,  dominus  deus,  aggrediens  omnibus  hoc  opus  pie 
visuris,  audituris  aut  lecturis  correccioni  pieque  memorie  recom-  25 
mendo.  De  hystoricis  autem  varia  dicentibus  scribit  Tsidorus 
ethimologiarum  libro  15.  capitulo  1.  rubrica  de  civitatibus  sie 
dicens:  De  auctoribus  conditarum  urbium  pleromque  dissensio  invenitnr, 
adeo  ut  De  urbis  quidem  Borne  origo  possit  diligenter  agnoscL  Nam 
8alu8tiu8  dicit :  Urbem  Eomam,  sicuti  ego  accepi,  condidere  atque  habueie  30 
in  inido  Troiani  et  cum  hiis  Aborigines.  Alii  dicunt  ab  Euandro»  secon- 
dnm  quod  Virgilius: 

Tunc  rex  Euandrus  Bomane  conditor  ards, 
alii  a  Bomulo,  ut  Enuius: 

Huius  nata  anspiciis  illa  inclita  Borna.  35 

Si  igitnr  tante  dvitatis  certa  racio  non  apparet,  non  mimnii  ai  in 
aliaruni  opinione  dubitatur,  unde  nee  hystoriooe  nee  commentatoies  varia 
dicentes  imperitis  condempnare  debemus,  quia  antiquitas  ipaa  creayit 
errores.     Hec  Ysidorus. 


»  vel  pagina  klein  übergeschrieben  AI.,  im  Text  A  2.,  vor  columpna  40 
im  Text,  aber  durchstriche^i  B  1.        *>  vel  pagma  klein  übergesekrieben 
A  1.,  im  Text  A  2.  B  1.      «  rubris  B  1.      ^  similiter  —  nigiis  om.  C  7. 
«  om.  A3.        ^  doetonim  eorr.  dietonun  B  1.        ^  imperite  B  1« 


1    Des  berühmten  Bechtsgclehrten  Johannes  Ändreae  Werk  Hierony- 
mianus  divi  Hieronymi  vitae,  mortis,  prodigiorum,  dictorum  ae  scriptorum  45 
exflorcUümes  perstringens.     Qedr.  {Basel)  1514.     Obige  Stelle  Bl.  LVm. 


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—    5    — 

Incipit  pagina  pontificum. 

(Jesus  GhriBtas  nascitnr.)    Anno  a  creacione  mundi  sive  ab  Adam^^. 
5199.  secundum  metram: 

Ante  Jesum  duo  C  minus  uno  milia  quinque, 
5  ab  nrbe  condita  752.,  indiccione  3.,  anno  42.  regni  Octaviani  Cesaris  Augusti, 
anno  regni  Herodis 30. ,  universo  orbe  pacato  nocte  dominice  diei  Jesus  Christus  Mart. 
ex  Maria  yirgine  in  Betlehem  Jude  nascitur.    Testimonium  Josephi 
hystoriographi   de    Christo    libro    18.  iudaice  antiquitatis: 
Fuit  hüs  temporibus  Jesus  sapiens  vir,  si  tarnen  virum  eum  nominare  fas 

10  est.  Erat  enim  mirabilium  operum  effector  et  doctor  eorum,  qui  libenter 
audiunt,  que  vera  sunt,  et  multos  quidem  Judeorum,  multos  eciam  ex 
gentibus  sibi  coniunzit.  Christus  hie  erat.  Huno  accusacione  primorum 
nostre  gentis  Yirorum  cum  Pylatua  in  crucem  agendum^^  decrevisset,  non 
deseruerunt  eum  hü,  qui  ab^  inicio  eum  dilexerant.*^    Apparuit  enim  eis 

15  tercia  die  iterum  yiyus,  secundum  quod  divinitus  inspirati  prophete  vel 
hec  vel  alia  de  eo  innumera  miracula  futura  esse  predixerant.<^  Sed  et 
in  hodiemum  diem  Christianorum,  qui  ab  ipso  nuncupati  sunt,  et  nomen 
perseverat  et  genus.    Hec  Josephus. 

Incipit  pagina  imperatbrum. 

20  Anno  igitur  ab  urbe  Boma  condita  705.  per  Gaium  Julium  Bomanum 

inoepit   imperium,  qui  regnavit  annis  5.    Hie  Julius  primus  monaichaF^. 
Bomanorum  inmediate  ante  Octayianum  Augustum  imperavit  Bomanis 
et  secundum  Ugwicionem  dictus  est  Cesar,  quia  extractus  fuit  de  "  Hug, 
oeso  utero  matris  7ei  quia  f ortiter  aiios  cedebat  in  prelio  vel  quia  primo  fecit 

25  sibi  cesariem  vel  quia  cum  cesarie'  fuit  natus,  vel  a  cesos  dicitur,  quod 
est  elephas,  quia  in  singulari  certamine  devicit  elephantem.  EtfuitCesar 
primus  s  imperator  Bomanus,  a  quo  quilibet  imperator  dictus  est  Cesar 
sicut  et  Augustus  ab  Augusto.  Hec  Ugwicio.  In  cronica^  satis 
autentica    et    antiqua,    que    habetur  in  monasterio  dicto 

30  Prüf ning^    prope  Batisponam    ordinis    S.    Benedicti,    sie 
legitur:  Ductu  illius  Julii,  qui  et  Cesar  est  dictus,  1192  milia  hominum^A^. 
cesa  sunt.    Quadam  tarnen  die,  quia  insolencius^  contra  conswetudinem 
Bomane  libertatis  agebat,  senatu  in  curia  congregato  23  cultris  senatoriis 
confoesus  est.    Hec  ibidem. 

35  (Octavianus.  Beg.  an.  56,  vixit  an.  80.)    Anno  a  condicione  urbis 

Borne  710.  Octavianus  Cesar  nacione  Bomanus,  filius  Actie  sororis  Julii 
Cesaris,  regnare  cepit  regnavitque  cum  Antonio  et  Lepido  annis  12^^,  postea 
Bolus  44,  qui  sunt  56.    Hie  dictus  est  Octavianus  a  prima  imposicione,  Joe. 
Cesar  a  Julio  Cesare,  Augustus  ab  augmento  reipublice,  imperator  a  dig- 

40  nitatis  honore.    Qui  ad  diferenciam  aiiorum  regum  primo  fuit  hoc  nomine 

»  id  est  ducendum  kkin  übergesehrieben  A  1.  5.,  im  Text  vor 
agendum  eingeklammert  B  1.  ^  eum  ab  inico  A.  ^  dilexerunt  B  1. 
^  predixerunt  A  5.,  predixerat  C.  ®  ex  C.  '  id  est  coma  capitis 
klein  iibergesekrieben  A  1.,  im  Teod  A  2.,  coma  vel  capitis  cesarie  B  1. 
45  «  prius  B  1.  C.  2.  J»  Prufing  A  5.  Prusing  B  1.  Prufning  C  2. 
Piüfing  A  3.  C  6.  *  id  est  süperbe  vel  fortiter  klein  übergeschrieben 
AI.,  süperbe   vel  fatue  im    Text   eingeklammert    vor  insolencius  B   1. 

^  Ekkehards  von  Aura  WeUchroniL 

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—     6     — 

Flor,  insignitns.*  Hie  Virgilium  Flaccnmqae  poetas  dilezit  et  liberalibns  stadiig 
in  tantum  incubuit.  ut  nuUus  quidem  laberetur  dies,  quin  legeret,  scriberet 
yel  dictaret.  Leges  Dovas  protulit  suo  Domine  correctas,  auxit  ornavitqiie 
Bomam  multis  edificiis  isto  glorians  diclo:  Urbem  latericiam  reperi,  mar- 

Ekk.  moream  reünquo.     Fuit   mitis  et  gratua   et   civilis   animi,   toto    corpore  5 
pulcher,  sed  maxime  oculis,  quorum  acies  clarissimoram  sydenim    modo 
vibrabat.    A  cuius  facie  dum  quidam  miles  faciem  averteret  et   inter- 
rogaretur  ab  eo,  cur  ita  faceret,  respondit :  Quia  f ulmen  oculorum  taoram 

Flor,  ferre  Don  possum.    Hudc  cives  Bomani  non  hominem,  sed  deum  nominale 

Mart.  volebant.    Dicebant  enim :   Te  volumus  adorare,  quia  deus  est  in  te.     Si  10 

Flor,  hoc  non  esset,  non  tibi  omnia  prospere  succederent.  Sed  ipse  mortalem 
se  intelligens  Sibillam  yocavit  pro  consilio.  Que  orans  in  palacio  vidit 
in  celo  circulum  aureum,  in  quo  virgo  pulcberrima  baiulavit  filium  puldi- 

Mart.  riorem.    Cum  autem  imperator  ad  hanc  visionem  plurimum  ammiraretur, 
Joe.  audivit  yocem  dicentem:   Hec  est  ara  oeli.^     Intelligens  ergo  imx)eratory  15 
quod  hie  puer  maior  eo  esset,  ei  thura  obtulit  et  deus   vocari  de  cetero 

Flor,  recusayit.    Hoc   autem  palacium  in  honore  S.  Marie  dedicatum  est  et 
usque  hodie  dicitur  S.  Maria  ara  celi.    Denique  vir  iste  erga  cives  clemen- 
tissimus  et  in  amicos  extitit  fidissimus.     Nee  tarnen  hie  tantus   vir  vicio 
caruit.    Fuit  enim  paululum  impaciens,  leviter  iracundus,  occulte  invidus,  20 
palam  factio8U8^   dominandi  supra  modum  cupidus,   alee  lusor  studiosos 

JfaW.  et  libidini  serviens  inter  12  catamitos  totidemque  puellas  accubare  solitus 

Ekk.  erat.    Cumque  esset  luxuiie  serviens,  erat  tamen  eiusdem  vidi  sevissimus 
ultor  more  hominum  quorundam,  qui  in  ulciscendis  viciis,  quibus  ipsi 
vehementer  indulgent,  accrescunt.    Nam  poetam  Ovidium,  qui   et  Naso,  25 
pro  eo  quod  tres  libroe  artis  amatorie  scripserat,  irrevocabili  dampnavit 

Flor,  exilio.  Hunc  mortuum  senatus  multis  modis  censuit  honorandumdicens: 
Utinam  aut  non  nasceretur  aut  natus  non  moreretur.  Huius  anno  27. 
Quintilius  Yarus  cum  tribus  legionibus,  id  est  20  milibus  Bomanorum 
militum,  a  Germanis  rebellantibus  radicitus  est  deletus.  Quam  cladem  30 
Augustus  adeo  graviter  tulit,  ut  sepe  caput  parieti  per  vim  doloris  collidens 
clamaret:  Quintüi  VarCi  legiones  redde. '  In  cuius  victorie^  Signum 

*  Ugwicio:  factiosus,  id  est  fictiosus,  qui  fingit  se  faoere,  ut 
prosit,  facit  tamen,  ut  noceat.  Idem:  catamitus  quidam  puer  sodomita 
mit  et  ponitur  pro  quolibet  am  liand  A  1.  B  1.  35 

*  id  est  nobilitatus  klein  übergeschrieben  A  1.,  im  Iket  A  2., 
nobilitatns  vel  insignitus  im  Text  B  1.        ^  dei  A  2. 

^  Die  auf  die  sogenannten  Excerpta  ex  gaMiea  historia  sich  gründende 
Sage  von  einer  Römersclüacht  bei  Äicgsburg  und  die  dabei  vorkommenden 
Nachrichten  über  die  Göttin  Zisa  (Cixa)  sind  besonders  eitigehend  unter-  40 
sucJit  bei  Jakob  Grimm,  Deutsche  Mythologie  1  *,  242  ff,  (vgl.  auch  Zeitsehr. 
f.  dt.  Altert.     8,   587.    10,    201.     Sch'Onbach,   Studien  %.  Gesch.  d.    aÜdt, 
Predigt,   2.  Stück,  S.   0  in  Sitximgsbcr.    d.   kais.   Akad.  d.  Wiss.   Wien, 
Phil.'Hist.  GL  Bd.  142),  dami  von  G.  G.  Mex{/er,   Über  die  Sage  von  einer 
Sueven-  und  Römerschlacht  bey  Augsburg,    im   3.  Jahresbericht  d.  Hist.  45 
Ver.  im  Gberdonaukreise  1837,  S.  35  (die  in  Aussicht  gestellte  Fortsetxung 
ist  nie  erschienen),  jedoch  ohne  dass  die  obigen  xur  Sagengeschichte  nicht 
unwichtigen  Angaben  des  Andreas  verwertet  sind.     Auch  in  der  übrigen 
lAtteratur,  die  in  Weilands  Vorrede  xu  seiner  Ausgabe  des  Eoccerptum  ex 
gaüica  historia  SS.  23,  385  a/ngeführt  ist,  und  in  letxterer  selbst  blieben  sie  50 
unbeachtet. 


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—    7     - 

adhuc  apnd  Augastam  metropolim  Becie  in  loco,  qui 
dicitur  Perleich  nomen  sortitus  a  re  quasi  perdens 
legionem,  grandis  acervus  in  modum  montis  plenus  cada- 
veribuB  prostratorum  Bomanorum  demonetratur.^  Contra 
5  quos  rursusDrusus  privignus  Octaviani  Augusti  mittitur. 
Qui  gravissimo  bello  cum  Germanie  habito  ipsos  quoque 
Romano  subiecit  imperio  et  nobiles  Germanie  urbesMogun- 
ciam  et  Augustam  mutato  nomine  instauravit.  Augusta 
namque  tribus  nominibus  invenitur  appellata.  Yocabatur 
10  namque  Cycza  ab  ydolo  Veneris  nomine  Cycza  de  Cypro 
insula  illuc  translato,  quod  in  eadem  urbe  in  loco,  qui 
adhuc  dicitur  Cyczzenberga,  ob  reverenciam  Veneris  pro 
dea  colebatur.  Unde  beatissima  martir  Affra^  quondam 
Veneris  cultrix  precipua  de  Cypro  insula  cognoscitur  ori- 
15  unda.  Alio  autem  nomine  Vindelica  aduobus  fluviis  ipsam 
preterf luentibus,  scilicet  Vinda  et  Lico,  nominatur,  unde 
et  gentes  inter  eosdem  f  luvios  habitantes  Vindelici  quando- 
que  Yocabantur.  Tercium  nomen  ei^  Drusus,  ut  supra 
dictum  est,  ob  honorem  Augusti  patris  sui  Augusta  impo- 
20  SU  it.  Huius  temporibus  Bome  sapientes  erant  insignes  Virgilius,  Hora-^^ArA*. 
ciuB  Flaccus,  Livius,  Salustius,  Ovidius,  Hortensiusc,  Athenodorus, 
Tharseus  etc. 

(Christus  patitnr.)     Jesus  Christus  dominus  n oster  anno  incama- 
cionis  sue  33.  regnante  Tyberio  sub  Poncio  Pylato  crucifigitur  et  die  ^ 
25  tercia  resurgit. 

(Tyberius  I.  Beg.  an.  23.)  Anno  dominice  incarnacionis  16.  Tybe- 
rius,  Libie  filius,  Augusti  privignus,  mox  gener,  postremo  adopcione 
filius,  regnare  cepit  regnavitque  annis  23.  Hie  repentinis  responsionibus  ^ 
melior  fuit  quam  premeditatis.  Denique  delatum  a  patribus  honorem 
30  principatus,  quem  quidem  astu  perceperat,  finxit  se  abnuere,  quid  singuli 
dicerent  aut  sentirent,  atrociter  explorans.  Que  res  bonos  quosque  pessun- 
dedit.  Estimantes  enim  eum  ex  animo  declinare  magnitudinem  imperiaiis 
molestie  dum  sentencias  suas  ad  eins  voluntatem,  ut  sibi  videbatur, 
promunt,  postrema  exicia  inciderunt.  Hie  primo  aliquamdiu  cum  mode-  Flor. 
35  stia'  reipublice  prefuit  presidibus  proviuciarum  sie  scribens:  Tributa 
nnllatenus  augeatis.  Boni  pastoris  officium  est  pecus  tondere,  non 
excoriare.  Sed  paulatim  mutabatur  in  peius.  Nam  ante  sumptum  Im- 
perium prudens  ingenio,  clarus  eloquio,  fortunatus  fuit  in  bello.  Sed 
postea  resolutis  milicie  artibus  nulla  per  se  bella  gerens  populum  Borna- 
40  nom  graviter  afflixit  Filios  suos  Drusum  et  Germanicum  veneno  inter-  ^^^ 
fecit,  prefectum  suum  nova  molientem  occidit  et  ex  20  patricüs,  quos 
sibi  causa  consilii   elegit,   vix   duos   incolumes  reliquit,  ceteros  diversis 

•  Cycznberkch  A  5.    Cyczenberg  C  1.  2.    Citzenperg  C  6.       ^  ei 

nomen    C.         «   Nortensius   A.   C.    Nortensius  corr.    Hortensius   B    1. 

45  d  tercia  die  C.    «  responsibus  C.    ^  molestia  A  5.  C.  corr.  modestia  C  6. 

»  Äehnlieh  Otto  von  Freising  Chron.  3,3  (SS.  20, 173)  und  Burchard 
von  ürsperg  {SS.  23,  356). 

^  Quelle  vielleicht  des  Priors  Ädilbert  von  St.  Ulrich  xu  Augsburg 
Prolog  (13.  Jh.)  %ur  Passio  S.  Afrae;  vollständig  gedr.  nur  in:  Oloriosorum 
50  Christi  eonfessorum  Udalrici  et  Symjterti  necnon  B.  martyris  Aphrae 
kistoriae.    Augsburg  1516. 


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Qoo^(^ 


—    8     -- 

causis  necavit.  Qualiter  Tyberiua  Volusianum  ad  Pylatum  pro  Jeeu 
medico  adducendo  miserit  et  ipse  Tyberius  a  Veronica  ab  infiimiUUe 
gravi  curatus  fuerit  et  fidem  recipi  a  Komanis  assenserit,  require  in 
novo  passionali^  de  passione  domini  et  de  S.  Johanne  ante 
portam  latinam.  5 

Anno  effusionis  sangwinis  Christi  pro  saiute  generia 
humani  Ratispona  metropolis  Bavarie  a  Tyberio  conditar 
etTyburnia»*  vel,  ut  quldam  dicunt,  Tyberina^  nominatur. 
Ubi  advertendum,  sicut  colligitur  ex  cronica  magistri 
Oonradi  de  Monte  puellarum  canonici  Katisponensis  1<> 
ecciesie,  qui  fioruit  tempore  Karoli  IV.  sereniasimi  Roma- 
'  norum  imperatoris  et  Bohemie .  regis,  quod  quatuor  sunt 
civitates'  libertatibus  Romanorum  principum  singulariter 
pre  aliis  civitatibuB  Christiane  religionisdotate  liberaliter 
et  exempte,  sie  quod  non  recognoscunt  sibi  dominosneque  15 
uUi  homini  serviunt  aut  subsunt  nisi  apostolice  auctoritati 
et  imperatorie  maiestati.  Quarum  prima  est  Roma  sita 
iuxta  fluvium,  qui  Tyberis  dicitur,  s  ecunda  est  Treverie 
Sita  iuxta  fluvium,  qui  Mosola^^  nominatur,  in  qua  corpus 
S.  Mathie  apostoii  requiescit,  tercia  est  Oolonia  iuxta  30 
fluyium  Reni  situata,  quarta  civitas  est  nostra  Ratispona 
in  provincia  Havarie  iuxta  flumen,  quod  Danubius  nun- 
cupatur,  fundata  et  corporibus  sanctorum  tamquam  mar- 
garitis  candidissimis  ornata.<^ 

Versus:*  25 

Gaude,  Ratispona,  super  excellencia  dona. 
Concludis  duo  bis  in  te  gratissima  nobis 
Corpora  sanctorum.    Sacer  est  Dyonisius  horum 
In  numero  primus,  Emmerammua  laude  nee  imus, 
Wolfgangus,  Erhardus,  neuter  medicamine  tardus.        3<.> 
Quatuor  istorum  precibus  necnon  aliorum 
Hie  contentorum  ducamur  ad  astra  polorum. 
Hec^  civitas    Ratispona   septinomia,    id    est   Septem 
nomina  habens,  reperitur,  quibus  ipsa  per  cronicas  claret 
in  libertatibus  et  iuribus   suis.     Dicitur   enim  antiquitus  35 
Tiburnia    a    Tiberio    Augusto,    qui    fündaverat     eam.       Et 
dicitur  Quadrata,   quoniam  ex  lapidibus   quadratis    muri 

•  Tiburnia  B 1.  C.    *>  Tiberina  B  1.  C.    ^  Molosa  A  2.    ^  ünde  add.  C. 

*  Jacobus  a  Voragine  rec.  Oraesse  S.  223  u.  311, 

•  Zu  dem  Glauben,  dass  Regensburg  einmal  Tiburnia  geheissen  hctbcy  40 
mag  wohl  eine  Stelle  in  des  Eugijppius  Vita  Severini  eap.  21  {ed.  Mommsen 

S.  31)  verleitet  habefi,  in  der  von  Tiburnia,  quae  est  metropolis  Norici,  die 
Bede  ist.     Tiburnia  lag  aber  an  der  Drau,  Regensburg  in  Rätien. 

^   Megenberg   hat   die    Theorie  von  den  vier  besonders   begnadeten 
Städten  des  Reichs  offenbar  den    Oesta  Karoli  Magni  der  Regensbttrger  45 
Schottenlegende  entnommen.    Vgl.  die  Ausgabe  der  letxteren  von  LHirrwäehter 
S.  145  und  dessen  Ausführungen  das.  über  die  sog.  Quatemionentheorie, 

*  Ob  auch  diese  Verse  aus  Konrads  von  Megenberg  Chronik  stammen^ 
ist  zweifelhaft,  vielleicht  aber  der  weitere  Abschnitt   über  die    7  Naman 
Regensburgs.     Vgl,  Einleitung.    Die    Verse  auch  NA.   8,  369  und  Acta  50 
SS.  Nov.  Tom.  2,  532. 

'  Zu  dem  folgenden  Abschnitt  über  die  Namen  Regensburgs  vgl. 
Wcdderdorff*  S.  7—11,  Schmeller  2,  71. 


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Qoo^(^ 


eius  a  principio  fandati  fuerant  vel  quia  non  orbicularem, 
sed  quadratam  habebat  figuram  in  ambitu  seu  circum- 
ferencia  murorum  ipsius,  sicut  hodie  cernitur  in  reliquiis 
murorum  veterum  apparentibus  in  ea.    Dicitur  tercioRatis- 

5  pona,  quia,  cum  excrevisaet  honoribus  et  diviciis,  merci- 
monia  ibi  confluebant  quam  plurima  et  undecunque  navi- 
bus  seu  ratibus  affere.bantur,  rates  huiusmodi  ibidem  in 
porticu  deponebantur,  vel  ideo,  quia,  priusquam  pons  ibi 
super  Danubio  fieret,   rates  crebro   propter  multitudinem 

10  negociorum  frequentabantur  transitu  et  accessu,  vel  quia 
Karoius  Magnus,  cum  debellaturus  esset  populum  eiusdem 
civitatis,  rates  ibidem  super  Danubio  fluvio  propter  exer- 
citus  8U0S  transituros  crebra.congerie  cumulabat,  vel  ideo 
Batispona  hodie  dicitur,    quia  rate,  id  est   firmiter,   posita 

15  est  et  firmis  edificiis  roborata.  Quarto  dicitur  Hyatos- 
polis,  quod  quidam  dicunt  Hyaspolis,  cuius  interpreta- 
cionem  esse*  puto,  quia  olim  lon^e  rudior  erat  lingwa 
incolarum  eiusdem  civitatis,  sicut  hodie  auditur  in  lingwa 
rusticorum   per   rura  circumflua,   qui   ore   multum  hyante 

20  proferunt  verba  sua,  unde  hyatores  merito  dicuntur  quasi 
hyantes  ore.  Inde  Hyatospolis^  dicta  est  quasi  hyancium 
ore  poiis,  id  est  civitas,  vel  dicitur  Hyatospolis  quasi 
hyancium  aquarum  civitas.  In  latere  namque  ipsius  aqui- 
lonari  tres  f luvii  grandes   et  hyantes  confluunt,  videlicet 

25  Danubius,  Naba  et  Ymber.  Dicitur  quinto  Germanis- 
haim^  a  quodam  Germano  vel  Germanico  nomine,  qui  olim 
eidem  prefuit  civitati  vela  Germanispopulis,  quiconfluere 
ibidem  multipliciter  solebant.  Sezto  dicitur  Beginopolis, 
quia  reges   et  principes  Komani   olim   in  hac  civitate  cele-. 

30  brabant  sue  regle  et  imperatorie  maiestatis  sollemp- 
nitates,  condebant  et  publicabant  ibi  leges  et  publice 
rei  utilitates,  unde  hodie  principum  et  prelatorum  eccle- 
siasticorum  et  temporalium  curtes  et  area  domua  regle 
intercluduntur  muris   civitatis    eiusdem.     Septimo  dicitur 

35  Ymbripolis,  quod  nomen  hodie  habet  communiter  et  non 
aliud  in  lingwa  theutonica.  Et  dicitur  Ymbripolis  ab 
Ymbre  fluvio,  qui  ad  latus  septentrionale  dicte  civitatis  in 
sinumDanubii  fluit  statim  nomen  proprium  amittens,  cum 
pars  Sit   facta  Danubiana.     Sic  enim  placuit  nominis  im- 

40  positori.  Et  ut  aliqui  referunt,  in  fimbriis  predicti  con- 
fluzus  olim  incepta  fuit  eiusdem  civitatis  fundacio;  igitu^ 
sie  nominata  est.  Sed  m^turiore  consilio  ultra  Danubium 
translata  est  ad  litus  Danubii  australe  sive  meridianum. 
Ysidorus  ethymologiarum  libro  16.  capitulo  15. <*  rubrica  de 

45  vitro:    Ferunt    sub   Tyberio   cesare  quendam  artificem  excogitasse  "vitri  Jsid, 
temperamentum,  ut  flexibile  esset  et  ductile ^ 

i  »  puto  esse  C.    ^  Hyataspolis  C.    ^  Germanshaym  0.    ^  cap.  15.  om.  C. 

^  Die  folgenden  Abschnitte  des  Öhr,  g.  sind  meist  wertlose  Compi- 

UUlon  aus  den  von  utis  in  der  Einleitung   bezeichneten   Quellen.    Für  sie 

50  sei  auf  die  alten  Ausgaben  verwiesen.    Nur  wenige  Abschnitte  sind,  hat4pt- 

sächlich  wegeti  ihres  Ztisanimenhangs  mit  dem  Chr,  b ,  hier  abxiidrucken. 


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Qoo^(^ 


—    10    — 

Jam*  nunc  et  deinde  apud  nomina  sive  circnlos 
Bomanorum  pontificum  sicut  et  Komanorum  imperatoram 
duplex  numerus  signabitur,  prior  scriptus  cum  nigro  an- 
num  domini,  quo  talis  pontif ex  cepit  presidere,  representat, 

alter  vero  scriptus  cum  rubrica  ordinem  designat 5 

Mart.  (178.  12.  Eleutherius.  Sed.  an.  13.) Hie  Eleutherius  accepit 

epistolam  a  Lucio  rege  brittauDico,  ut  Cfaristianus  per  eiua  mandatum  fieret 
Cui  papa  misit  duos  vires  religiosos,  videiicet  Fugarium  et  Damianumb, 
qui  regem  predictum  baptizaverunt  et  populum.  Erant  tunc  in  Brittannia 
28  pontifices  ydolorum,  quos  flamines  vocabant,  inter  quos  tree  archi-  10 
flamines  erant.  Sed  predicti  sancti  de  mandato  apostolici,  ubi  erant 
flamines,  instituerunt  episcopos,  ubi  archiflamines,  archiepisoopoB.  Ipse 
vero  rex  spretis  omnibus  mundialibus  rebus,  sicut  iegitur<^  in  marti- 
rologio  nostro  ad  S.  Magnum,  nudus  et  expeditus  per^inacione 
Flor,  susöepta  partem  Bavarorum  et  totam  Beciam  inier  Alpes  sitam  miracnlis  15 
et  predicacionibus  ad  fidem  Christi  creditur  convertisse.  Et  deinde,  ut 
legitur  in  Fioribus  temporum,  episcopus  ordinatus  et  tandem 
martirio  coronatus  in  diocesi  Guriensi  sepultus  est,  ubi  signis  creberrimis  ^ 

illustratur 

Wck.  (427  44..  Theodosius  ü.  Eeg.  an.  26.)  ....  Item  Faiamimdus  20 
primus  rex  Francorum  moritur,  cui  successit  Clodius  secundus ;  hii  ambo 
fuere  gentiles.  Huius  Faramundi  temporibus  Franci  leges  habere  cepe- 
runt,  quas  gentiles  eorum  consiliarii  Wisogastaldus  et  Salegast  feceront, 
a  quo  Salegast  eciam  lex  salica  inventa  dicitur  et  nominata.  Hee  leges 
salice  adhuc  apud  nos  habentur  et  incipiunt:  Si  quis  ad  25 
mallum  legibus  dominicis  etc 

Licet  intencionis  mee  principale  propositum  sitcroni- 

cas  antiquorum  exf  lorare,  libet  tarnen  sepius  eciam  bist oriis, 

Ekk.ut  ad  maiorem  noticiam  peryeniant,  immorari.    Igitur  regnan- 

Mart,  tibus  Marciano  in  Oriente  et  Yalentiniano  in  occidente  Attila  rex  Hunorum«,  30 

dum  cum  fratre  suo  Bela'  regnum  inter  Pannoniam  Daciamque  gaber- 

naret,  Belam?  germanum  suum  regnique  consortem  peremit 

(476.  47.  Zeno.  Reg.  an.  16.)     ....    Theodorici.* 

Jam^  nunc  et  deinde  episcopos  Batisponensis  ecclesie 
in  circulis   nigris^  geminatis,  sed  non  perf  ectisMn^  medio  35 
pontificum  et  imperatorum  Bomanorum  describam. 

(Paulinus  Batisponensis  episcopus  primus.)  Excro- 
nica  magistri  Conradi  de  Monte  puellarum^  canonici 
Batisponensis  ecclesie: 

*  Hunc  volgares  vocant  Dyetreich  von  Fern,  eo  quod  40 
ingressus  Italiam  primo  vicerit  Veronam  am  Band  A.C.  (ohne 
von  —  Veronam)  B  1. 

»  Jam  —  designat  om.  A  5  Tiebst  allen  den  betreffenden  Ziffern,  B  1. 
{Enthält  die  Ziffern).  ^  Domianum  C.  Damnanum  A  5.  Damiarium 
A  7.  c  (xm,  B  1.  d  celeberrimis  A  5.  C.  ®  id  est  Ungarorum  45 
Idein  übergeschrieben  A  1.  B.  1.  '  Bleda  klein  übergeschr.  A  1.  B  1. 
e  vel  Bledam  Mein  übergeschr.  AI.  ^  Hie  iam  et,  om.  nunc  A  3. 
»  viridibus  A  5.  ^  statt  in  —  Bomanorum:  in  ordine  pontificum  de- 
scribam sive  illud  fuerit  in  principio  vel  medio  aut  fine  eorum  A  5. 

^  Die  Kreise  sind  unten  nicht  geschlossen.  60 

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—   11   — 

Hucasque,  scilicet  ad  tempora  Gelasii^  P&pe,  non 
lego  aliqnem  episcopum  prefectum  fuisse  Ratisponensi 
civitati  excepto  primo,  scilicet  Paulino,  qui  sab  Qelasio 
papa  a  S.  Severino  premonitus  Batisponensi  ecclesie  presul 

5  est  prefectus.^  Sed  in^  quo  loco  civ  tatis  eiusdem  tunc 
ecelesia  kathedralis  fundari  ceperitb,  non  invenio  scripturis 
insertum.  Ex  veteribus  autem  edifieiis  probabiliter  elici 
potest,  qaod  a  principio  in  eo  loco  infra  muros  civitatis 
versus  Danubium,  ubi  postea  continuabatur  citra  litus 
IG  eiusdem  fluvii  meridionale,^  videlicet  structura  pusilla 
fuerit  incepta  capelle<^  adinstar,  que  crescente  fide  katho- 
lica  per  fideles  acceperat  incrementum.  Sunt  autem 
huiusmodi  structure  sepius  igne  destructe  et  iterum  refor- 
mate   quousque  nunc,    quoniam   anno   domini  1152.  ecclesiali52. 

15  kathedralis  S.  Petri,  S.  Marie  veteris  capelle,   S.  Johannis, 

inferioris  monasterii  et  tota  civitas  igne  perierunt*  in  di^Äprü  14. 
S.<^  Tyburcii   et   Valeriana      Sic    postea,     videlicet    anno 
domini  1273.,  iterum  ecclesia  kathedralis  voragine  ignis  fuitl275. 
contrita^  et  campane  omnes  liquefacte.    Nunc  autemdivina 

20  favente  providencia  in  citeriore«  loco  versus  austrum 
sollempnissima  eiusdem  ecclesie  kathedralis  inchoata  est 
structura,  j>ro  magna  parte  consummata,  cottidianum 
fidelium  elemosinis  et  auxiliis'  suscipiens  incrementum, 
quam   deus  per   suam   misericordiam    perficiat   et   statum 

25ip8iu8  emendet  ex  multitudine  sue  ineffabiiis  pietatis- 
Fuit  autem  olim  hec  ecclesia  consecrata  in  honores^  B.  Ee- 
migii'  episcopi  et  confessoris.  Unde  canonici  dicte  Ratis- 
ponensi s  ecclesie  confraternitatem  habebant  cumcanonicis 
ecclesie  Bemensis,  ubi  predictus  et  beatissimus  confessor 

30  quondam^  archiepiscopus  miraculis  fulgebat.  Sed  postea 
eodem  mutato  patrono'  in  honore  sancte  trinitatis  ac 
beate  virginis  Marie  et  B.  Petri^  principis  apostolorum 
eadem  ecclesia  fuerat  consecrata.  Redeamus  autem^,  unde 
sermo  de  Paulino  episcopo.     Qui®  quando   decesserit   aut 

35  quis  ei  immediate  successerit  vel  si  aliquis  eidem^  subro- 
gatus    fuerit™,  incertum   est.      Habuit    quidem   Ratispona 

•  om.  A  5.  ^  cepit  A  5.  «  capella  A3.  ^  sanctorum  A  3. 
«  anteriore  A3.  '  subsidiis  A3.  »  honorem  B  1.  ^  om.  A  5. 
*  cw».  A.        k  ergo  C.        i  ei  B  1.        ™  om,  \  3. 

40  1  492^496. 

*  So  herichten  auch  die  Annales  Eatisponenses  %um  Jahr  483  (SS. 
17 j  5  79)  wohl  infolge  irrtümlicher  Annahme,  dass  das  bei  Eiujippius,  Vita 
Severini  c.  21  genannte  Tilrwmia,  als  dessen  Bischof  dort  ein  Patdinus 
erwähnt  ist,  Regensburg  sei.     Vgl.  oben  S,  8,  Anm.  2, 

45  ^  Aelmlich  Megenberg  im  Tract.  de  lim.  p,  R.  cap,  7, 

*  Vgl,  Janner  2,  107  und  unten  unter  Papst  Eugen  III. 
^  Janner  2,  525, 

•  Vgl,  Janner  2,  539,  Anm,  3.  NicfU  erst  Hochwart  erxöMt  von 
der  Aenderung  des  Kirchenpatrons. 

50  '  Vgl,  Megenberg  im  Tract.  de.  lim,  p,  R,  cap,  7. 

^  Die  beiden  nächsten  Sätxe  ähnlich  in  Megenbergs  Tract.  de  lim, 
p.  R.  cap.  2, 


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—     12     — 

postmodum  episcopos,  sed  posteTornm  memorie  non  sant 
commendati,  qnoniam  aut  heretici  aut  adventicii  fnernnt, 
sicut  referunt  quidam.  Sed  ut  notabiles*  et  approbatos 
ibidem  episcopOB  inyeniamnsy  reverti  congruit  ad  cronicas 
Bummorum  pontificum  et  imperatoram  Bomanorum,  abi  5 
dimisimuB  prius.  Hec  omnia  magiBter^  Oonradus  .... 
Mart,  (515.  53.  JohanneB  I.  Sed.  an.  2.)    JohaxmeB  iste  nacione  fuit  Tnaciu. 

Hanc  quidam^  Bcribant  missam  a  Theodorico,  qui  regnnm 
tenebat  occidentiB,  ad  Justinum,  qui  regnum  tenebat  ori- 
entis.    Sed  hoc  quidam'  intelligunt  de  Johanne   IL   huiuslO 
nomin i 8.     Huius  tempore  Fianda  ad  fidem  Christi  conversa  est  .... 
Eerm,  (522.  55.  BonifaciuB  II.  Sed.  an.  2.)  ....    Hie,  ut  habetur  in 

cronica  Herimanni,  que  est  Batispone  ad  S.  Emmerammum, 
Vigilium  dyaconum  poet  se  papam  eligi  in  sinodo  sub  drographo  decreTit. 

Quod  tamen  poetea 15 

Herrn,  (524.  56.  Johannes  II.  Sed.  an.  2.)    Johannes,  qui  et  Meicnrius, 

Mirt  Ekk,  nacione  Bomanus  dampnayit  Athemium  Arrianum  hereticum.    Hie  deoes- 

Sit   5.   Eal.   Junii.     Hie  secundum  cronicam  antiquam,   caius 

mencionem  feci  in  principio'  huius  operis,  quam  eciam  pro 

maxima  parte  sum  secutus  et  presertim  in  annis  ab  incar-  20 

Ekk, nacione  domini,  fuit  missus  a  Theoderico  rege  €k)thorum  Constanti- 
nopolim  ad  Justinum  imperatoram,  sicut  in  pagina  imperatorum 
habetur.  Sed  secundum  cronicas  Herimanni,  Martini, 
Fiores  temporum,  magistri  Conradi  de  Monte  puellarum  et 
aliam^  satis  autenticam  de  ordine  Bomanorum  pontificum  25 

et  imperatorum  dicitur  fuisse  Johannes  I 

(581.  63.  Pelagius  IL  Sed.  an.  10  men.  2).     Anno'  domini   582., 
qui   CBt  secundus,  quo  Hildebertus  rex   Francorum   oepit   regnaie,    S. 
Budpertus  Wormaciensis  habebatur  episcopus.    Qui  ab  infidelibus,  qui 
erant  in  provincia  Wormacensi,  eiectus  venit  in  Bavariam,  ubi  Theodonem  30 
gentis  eiusdem  ducem  temporibus  Heraclii  imperatoris  in  civitate  Batis- 

pona  baptizavit  et  postea  sedem  Salczpurgensem  fundavit 

(583.  53.  Mauricius.      Beg.   an.   21.)      Quoniam    in   legen  da 
S.  Magni  confessoris,   patroni   nostri,  mencio  fit  Theode- 
berti  et  Theoderici  regum  Francie  et  Agilolfi  regis  Longo-  35 
bardorum,   qui  Ulis  temporibus  regnaverunt,  libet  digre- 
diendo  paululum  ipsorum  hystoriis  immorari. 

Ekk,  Igitur  regnante  Justiniano  Bomanorum  imperatore  Clotharius  rex 

Francorum  moritur  relinqaens  filios  quatuor,  scilicet  Heribertum,  Guntia- 
mum,  Hilpericum  et  Si^ibertum,  qui  inter  se  regnum  diviserunt.    Ek  hiis  40 
Sigibertus    Brunihildem    puellam   pulchram  et  ingenioeam,   filiam    regis 
Hispanie,  accepit  uxorem.    Que  quia  Arriane  legi  subiecta  erat,  in  nomine 
sancte  trinitatis  eam   baptizari  jubebat.      Ex   qua   filium   Hildebertum, 

•  notabiliores  A  5.        ^  Conr.  mag.  A  5. 

*  S,  unten  Z,  23.  45 
»  Ekk, 

«  S,  oben  S,  5,  Z.  28. 

*•  Unbekannt,  doch  kann  sie  wenig  beniäxt  sein,  da  die  OompikUion 
atis  den  andern  Quellen  nahexu  völlig  bestimmt  ist. 

'  Zur  Frage  nach  der  Queüe  des  folgenden  Abschnitts  vgl,  B,  Sepp,  50 
Die  Berechnungen  des  Todesjahres  des  hl.  Rupert,  im  Oberh.  Arek.  49,  419. 


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—    13    — 

cuias  Bub  Pelagio  11.  mencio  est  facta,*  snscipiebat.     Hie  igitur-SÄ*. 
Hildebertns  cum  regnaret  annis  20,   mortuus  eet  relinquens  filios  duos, 
senioTem  nomine  Theodebertnm  ex  concubina,  iuniorem  Theodericnm  ex 
regina.    Sed  senior  regnum  patris  accepit,  scilicet  Anstrasiam,  iuniorem 
5  vero,   scilicet  Theodericnm,  avia  sua  Bmnihildis  direxit  in  regnum  Gun- 

irammi  regis,   videlicet   Burgundiam.     Hü   duo   reges,    scilicet  Theode-  c/l  VUa  S. 
bertuB  et  Theodericns,  gesserunt  simul  pugnam,  quam  S.  Magnus  semota     Magni,^ 
longa  regione  raptus  in   divina   visione  vidit  pariterque  magister  suus 
Columbanns.    Huius  autem  pugne,    sicut   in  hystoria   Fran- 

10  cornm"  legitur,  causa    ita  se  habet.     Bmnihildis   subministrans  J^i^. 
malum  consilinm  nepoti  suo  Theoderico  dixit:  Cur  non  requiris  thesaurum 

et  regnum  patris  tni  de  manu  Tbeodeberti 

Poet  hec  odio  nimio  infecta  pocionem  Tenenatam  per  ministros 
suos*  ei  direxit,   quam  ille  bibens  mortuus  est     Tatiter  refert  historia 

15  Francorum.*  Sed  in  vita  S.  Magni  aliter  legitur.  übi  vide, 
si  place t.    De  hac  autem  controversia  scrlptores  videant. 

Mortuo  autem  Theodorico  filius  eins  Sigibertus  in  regnum  suocessit. 
Quem  Lotharius  filius  Hilperici  captum  oocidit,  eo  quod  fines  regni, 
qni  sue  didoni  debebantur,  ipse  Sigibertus  conaretur   anferre.     Ocddit 

20  eciam  quinque  fratrea  eins  filios  Theodorici,  Brunihildem  quoque  captam  VüaSMagni, 
ligatamque  indomitorum  equorum  caudis,  ut  digna  erat,    vita  priyavit. 
Post  hec  cum  B.  CJolumbanus,  Gallus  et  Magnus  aput  lacnm  Brigancium, 
qui    tnnc   Constandacensis^  Yocabatur,   nunc  autem    Potamicus«^, 
Tolgaritur  Podemse^,  populo   Christum   predicarent,     eiectus  inde 

25  ob  inyidiam  S.  'Columbanns  febricitantem  Gallum  ibidem  reliquit  dimisso 
cum  illo  8.  Magno  sibi  in  solacium.  Ipseque  relicta  Alemannia  in  Ita- 
liam  Tonit,  ubi  ab  Agilolfo  rege  Longobardorum  et  Xheodelinda  regina, 
qne  fnit  filia  Garibaldi  regis  Bavarorum,  benigne  susoeptus  cenobium 
Bobiense     constmxit     Quomodo   autem    eyenerit,    quod    Agi- 

30  lolfus  Theodelindam  acceperit«  in'  uxorem,  sie  colligitur 
ex  historia  Longobardorum.^  Anno  12.,  postquam  Albinus  lexEkk. 
Longobardorum,  cuius  sub  Justino  minore  facta  est  mencio, 
obiit,  Longobardi  sibi  quendam  nomine  Authari  regem  oonstitoernnt. 
Hoc  in  tempore  Mauridus  Imperator  50  milia  solidorum  misit  Hildeberto 
35  r^  Francornm,  nt  de  Italia  Longobardos  expelleret.  Quo  ^veniente  cum 
magno  exerdtu  Longobardi  civitates  suas  intraverunt  et  xenia  Hildeberto 
regi  miseront  paeemque  cum  eo  fecerunt.  Qui  reversus  est  in  Galliam. 
Quod  audiens  Mauridus  solides,  quos  d  pro  dissipadone  Longobard(»iim 
dedit,  repetere  eepit.  Sed  ille  in  virtnte  sua  confidens  nuUum  ei  respon- 
40  sum  dedit.  Post  hec  misit  Authaii  rex  Longobardorum  legatos  suos  ad 
Garibaldum  regem  Babarorum  petens  filiam  suam  uxorem.  Qui  bene 
l^atOB  suscepit  et  filiam  suam  nomine  Theodelindam  ei  promisit.    Quod 

*  om.  C.  ^  Constandensis  C.  ^  Potamus  A  3.  Potanieus 
C  6.        ^  Podenisehe  A  3.    Podemsee  A   5.   C  1.   2.    Podensee  C  6. 

45  •  aocepit  A  2.  5.  C.        '  om.  C. 

*  Oben  S.  12,  Z.  28. 

'  Atta  Sanetonm,  8q>t  Tom.  2,  738. 

'  D<u  hei88t  in  dem  Abseknitt  De  origwie  Frcmcorum  bei  Ekkehard. 

*  Sofft  Ekkehard  tmd  fährt  dann  fort :  Sed  in  libro  actuum  Colum- 
50  bani  legitur  etc. 

^  Bei  Ekkehard, 


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—    14    — 

Ehk.  dum  missi  renunciarent  Authari,  ille  cupiens  videre  sponsam   suam  elegtt 
secum  paucos  iuvenes  fortissimos  et  unum  fidelissimum  quasi  pro  domino 
et  cum  summa  festinacione   perrexit  in  Bawariam.     Cumque  starent  in 
conspectu  Garibaldi  regis  et   ille,  qui   quasi  senior  videbatur,   dicta   sua 
complesset,  dixit  Authari   ad   regem:   Dominus    mens  Authari    pro  ista  5 
causa  me  misit,  ut  videam  filiam  vestram,  dominam  nostram,  ut,  qnalis 
Sit  forma   eius,   possim  domino  meo   vere   nunciare.      Qui  statim   fecit 
eam  venire.    Que    cum  piacuisset  Authari,   dixit   ad   regem:    Si    plaoet 
yestre  potestati,  de  sua  manu  det  nobis  bibere,   sicut  et  poethac  debebit 
facere.    Quod  cum  fieri  rex  iussisset,   illa   tollens   calicem  pienum  mero  10 
dedit  primum  illi,  qui  senior  videbatur,  deinde   porrigebat   Authari   ne- 
sciens,  quis  esset.    Ipse  vero,  postquam  bibit  et  calicem  reddidit,  nemine 
vidente  digito  eam  tetigit  et  manum  suam  per  faciem  eins  duxit.     Qne 
yerecundans   cum  hoc  nutrici  sue  indicaret,  nutrix  respondit:    Si  rex  et 
sponsus  tuus  non   esset,   te    nullo  modo   tangere    presumpsisset.       Sed  15 
taceamus,  ne  audiat<^  hoc  pater  tuus.     Iste,   qui  talem  habet  personam, 
dignus  est  et  imperium  habere  et  te  uxorem  ducere.    Erat  enim  Authari 
iuyenis  pulcherrimus   et  boni  Status.      Post   hec   commeatum  petentes  a 
rege  perrexerunt  in  patriam  suam.     Authari  vero  cum  pervenisset*»  prope 
fines    Italic    «     nitantibus    aliquibus     Bawaris,     appropinquavit    arbori,  20 
que  stabat  iuxta  viam,  et  erexit  se  super  caballum,  quantum    potuit,   et 
securim,    quam   portabat  in    manu,    in  ipsam    arborem  impegit   ibique 
dimisit  dicens:    Taliter  ferire   solet  Authari.     Quo   dicto   intellexerant 
Bawari,  quod  ipse  esset  Authari.     Post   aliquantum  tempus  contnrbatus 
est  rex  Garibaldus  de  adventu  Francorum,  et  Theodelindä  filia  eins  cum  25 
fratre  suo  nomine  Gundoaldo<^  fugit  ad  Italiam  et  mandavit  sponso  suo 
Authari,   ut  veniret  obviam   eis.     Qui   gavisus   est  et  faciens   magnam 
preparacionem  perrexit  in  ^  campum,   qui  dicitur  Sardis,   super  Veronam 
et  suscepit  eam  cum  gaudio.    £rat  autem  et  ibi  inter  alios  Longobardos 
Agilolphus  dux  de  civitate  Taurinensi.     Huic  unus  de  pueris  suis,   ne-  30 
scitur,  quo  spiritu  informatus,  ait  secrete:  Illa®  mulier,  quam  modo  rex 
tulit  uxorem,   post   non  multum  tua  coniunx  erit.      Qui  iratua  ait:    Si 
alia  vice  hoc  dixeris,  caput  tuum  absei ndam.    Cui  ille  respondit :  Verum 
est,   quia  caput  meum  abscindere  poteris,   sed  et  hoc  verum  est,   quia 
ista   femina  ad  hoc  venit  in  istam  patriam,    ut  uxor  tua  sit.     Quod  et  35 
postea  factum  est.    Authari   igitur,  postquam   regnasset   annis   6,    apud 
Tidnum  veneno,  ut  dicunt,  mortuus  est.    Eegina  vero  Theodelindä  quia 
placebat  Longobardis,  dimiserunt  eam  regnare  dicentes  ei,  ut,  quemcnnque 
amaret  virum,   toUeret  maritum,   talem  tamen,   qui  dignus  esset  regere 
regnum.     Que  habito  consilio  cum  sapientibus  eiegit  sibi  maritum  ducem  40 
Agilolphum^,  qui  erat  vir  sapiens  et  bellator  et  per  omnia  aptus  ad  reg- 
nandum.    Cui  statim  mandavit,  ut  veniret  ad  eam,  ipsaque  ad  castellum, 
quod  Laomellum  vocatur,  perrexit  ei  obviam.    Qui  cum  inter  se  haberent 
colloquium,   iussit  regina  afferri  vinum   bibensque  ipsa  prior  dedit  Agi- 
lolpho.     Qui   cum  acciperet,   honorabiliter  manum   eins   osculatus  est.  45 
Que   subridens    ait:    Non    debes   manum    meam  osculari,   quia  rex    et 
maritns  meuB  eris.     Et  sie  eum   amplexa  est  et  manifestavit  ei  omnia, 
que  per  consilia  sapientum   de  gubernacione  regni  et  nupcüs  suis  oidi- 
nata  essent.     Inter  hec  fiunt  nupcie   cum  leticia  magna,  et  Agilolphus, 
qui  erat  cognatus  regis  Authari,    cepit    regnare  congregatisque  Longo-  50 

^  pater  tuus  hoc  audiat  B  1.        ^  prope  perven.  B  1.        «  Gun- 
daldo  B  1.       ^  ad  C.        «  ea  B  1.        f  Agilolophum  A  1.  3. 


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Qoo^(^ 


—     15    — 

bardis  apud  Mediolanain  in  regno  coDfirmatur.  Hiis  diebas  B.  Gregorius  Eide. 
papa  dyalogum  scripsit  eumqae  Theodelinde  regine  pro  munere  misit,  qaia 
sciebat  eam  esse  *•  christianissimam  et  timentem  deum.  Per  ipsam  quippe 
molta  bona  in  ecclesia  dei  facta  sunt.  Nam  Longobardi  cum  adhuc 
5  gentilitatis  tenerentur  errore,  prope  omnes  substancias  ecclesiarum  abs- 
tulemnt.  Sed  ista  supplicando  et  ipsum  regem  ad  catholicam  fidem 
adduxit  et  multaü  possessiones  ecclesiis  contolit.  Episcopos  quoque,  qui 
antea  nullum  honorem  habebant,  ad  propriam  dignitatem  restituit. 

Hoc  tempore  ordinatus  est  rex  Tassiio  in  Bawaria  a  Hildeberto 

10  rege  Francorum  statimque  ivit  cnm  exercitu  in  provinciam  Sclavorum  et 
victoriam  habens  cum  magna  preda  ad  terram  suam  reversus  est. 

Igitur   dominantibus  per  omnem  Italiam  Longobardis,   dum  Agi-  Qreg. 
loifus   rex   Longobardorum,    qui   et   Agio   dictus  est,    Padum    fluvium 
transisset  et  summopere  ad  obsidionem  Romane  urbis  festinaret,  B.  Qiq- Ekk. 

15  gorios  in  tan  tum  territus  est,  ut  ab  exposicione  Ezechielis,  sicut  ipse 
ibidem^  in  principio  omelie  prime  secunde  partis  testatur, 
oesaaiet.  Cepit  autem  B.  Gregorius  frequenter  per  epistolas  suas  Theode- 
lindam  reginam  monere,  ut  hortaretur  Agilolfum  maritum  suum  pacem 
cum  Bomanis  habere.    Quod  et   factum  est.    Nam   in  die  SS.  G^ryasii  Joe.' 

20  et  Prothasii  facta  est  pax  inter  Romanos  et  Longobardos.  Et  ideo 
Gregorius  in  eodem  die  cantari  instituit  in  officio  misse:  Loquetur 
dominus  pacem  etc.  In  nativitate  quoque  Johannis  baptiste  predictorum 
pax  et  conversio  amplius  confirmata  iuit^.  Theodelinda  igitur  meritis 
B.  Johannis  baptiste,  in  quem  specialem  devocionem  habebat,  gentis  sue 

25  couTersionem  asscribens  apud  Modeciam  in  diocesi  Mediolanensi  in  honore 
ipsius  ecclesiam  fabrieavit,  quam  multis  omatibus  auri  et  argenti  decoravit.  Ekk, 

Hoc  tempore  Hildibertus  rex  Francorum,  cuius  superius'  facta 
est  mencio,  per  venenum,  ut  dicunt,  occisus  est  cum  uxore  sua.  Cui 
filii  8ui,  sdlicet  Theodebertus  et  Theodericus,  succedunt.    Item  circa  hec 

30  tempora  destructum  est  a  Longobardis  monasterium  S.  Benedicti  in 
Castro  Gassino.  Item  Agilolphus  rex  Longobardorum,  postquam  regna- 
Yit  annis  20,  defunctus  est  relinquens  in  regno  filium  suum  Adolandum 
adhuc  pnerum  cum  matre  sua  Theodelinda.  Qui  cum  regnaret  10  annis, 
perdidit  sensum  et  eiectus  est  de  regno.  Huic  successit  Arioaldus.  .  .  • 
35  (612.   55.   Heraclius.    Reg.   an.  27.)   ....    Machmet  ...    De 

plttribus  aliis  vanitatibus  illius  require  in  novo  passionali^ 
in  Felagia  historia. 

Notandum,  quod  Marsilius^  in  tractatu  suo  de  trans- 

lacione  imperii  capitulo  3.  ponit  causam,  quare  Orientales,  vide-jf^r«. 

40  licet  Ferse,  Arabes,  Chaldei  et  alie  naciones  confines,  a  dominio  Romani 

imperii  recesserunt,   in  hec  verba:   Tenuitque^  Gonstantinus  Magnus 

eiusque  successores  imperatores  Romani  pacifice  dominium  orientis  usque 

»  om.  C.        *>  est  C.        «  om.  B  1.,  desgl. j  aber  a/m  Rand  hinx/Ur- 
verbessert  A  1.,  im  Text  A  2.  3.,  N.  im  Text  und  am  Band  Marsilius  A  5., 
45  om,  mü  freigelassenem  Baum  G. 

^  Migne,  Patrologia  UUina  76 y  394,    Andreas  hat  das  Homiliarimn 
in  JSxeehielem  unmittelbar  benüixt 
«  Orässe  Ä  827. 
'  Z.  9. 
50  *  Orässe  S.  827  ff, 

*  So  beginfU  das  3.  Kap,  des  Traetaius  de  iranslatione  imperii  des 
Marsilius  von  Padua 


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—     16     - 

Jlfar«.  ad  20.  annum  imperatoris  Heradii,  qni  superius  dictus  est  Herao- 
liusS  quo  tempore  omnes  orientales  populi  a  Latinoram  dominio  recessemnt, 
et  modus,  per  quem  recesserunt,  communiter  ignoratur.  Idcirco  oonve- 
niens  iudicavi  causam  et  modum  describere,  quo  dicti  orientales  se  a 
Grecis  et  Latinis  in  dominio  et  cultu  divinorum  omnimode  dlTiserant  5 
Causa  siquidem,  quare  Orientales,  Tidelicet  Ferse,  Arabes,  Ghaldei  et  alie 
confines  naciones  a  dominio  Bomani  imperii  recesserunt,  fuit  tirannicuB 
principatus  Heradii.  Nam  post  magnam  victoriam  de  Persis  hjibitam 
HeracUus  Persas  et  alias  naciones  nimis  crudeli  dominatu  premebat. 
Propter  quod  rebellandi  causam  concorditer  assumpserunt.  Sed  ut  ab  lu 
obediencia  predicta  sie  recederent  firmiter,  ut  nunquam  ad  eandem  revo- 
carentur,  amplius  consilio  Machometi  tunc  inter  Persas  divicüs  et  poten- 
ciis  preeminentem  diversum  cultum  assumunt,  ut  tarn  diverse  credalitatis 
et  fidei  sive  secte  imitatores  ad  pristinimi  dominium  de  cetero  non  redirent, 
a  Yeroboam  forte  sumentes  exemplum,  qui  10  tribubus  ipsum  seqaentibns  15 
diversum  cultum  tradidit,  ut  in  pristinum  et  debitum  dominium  non 
redirent.  Quod  eciam  vel  consimile  Greci  fecerunt.  Volentes  enim  ab 
ecclesie  Bomane  obediencia  separari  sie  ceperunt  diveisum  cultum  seu 
ritum  in  ecclesia  ministrandi  et  sie  in  diversos  errores  scienter  prolapsi 
sunt.  Omnes  enim  Grecorum  Callogori,  qui  conservant  et  nutriunt  acis-  20 
mata,  vel  sunt  Nestorini  aut  Euticiani  aut  Arriani  aut  Jacobite  aut 
Hebionite.  Sic  ergo  factum  est  de  illis  popuüs  et  nacionibus  illaram 
regionum,  in  quibus  iam  dicta  rebellio  et  inobediencia  contigerunt.  Nam 
at  taUs  rebellio  esset  duratura,  scismata  induxerunt  et  sectas,  ut  nou 
solum  ab  imperio  christianissimo  recederent,  verum  eciam  ab  obediencia  25 
Bomane  ecclesie  resilirent.*    Hec  ille. 

(642.  57.  €k)nstans  vel  Constantinus  III.  Beg.  an.  28.)  ...  Item 
B.  Emmerammus  in  civitate  Batispona  virtutibus  et  signis 
damit.  Cuius  epitaphium  ibidem  in  monasteriosui  nominis 
ante  alt are  S.  Georii^  hoc^  est:^  Emmerammus  Pictaviensis  epi- 30 
Bcopus  predicando  verbum  dei  venit  in  Wavariam  et  ibidem  in  HelfTen- 
dorf  pro  Obristo  passus  est  anno  domini  652  et  hie  primo  tumulatus  est 
Ubi  diligenter  est  advertendum  —  et  sunt  verba  magistri 
Conradi  de  Monte  puellarum  in  cronica  sua  — ,  quod  olim 
temporibus  paganismi  et  infidelium  in  illo  coUe,  ubi  nunc  35 
est  monasterium  B.  Emmerammi  situatum,  tuncextra  muros 
civitatis  fuit  lucus  arborum  silvestrium,  ubi  diversorum 
simulacra  ydolorum  ab  infidelibus  coiebantur.  Qua  super- 
sticiosa  stulticia  hominum  tandem  divina  volente  gracia 
evanente  et  fide  katholica  parumper  scintillante  ibidem  40 
luco  deposito  viles  case  paup er um<^  hominum  suburbanorum 
civitatis  constructe  fuerant  et  inter  easdem  casas  con- 
structum  fuerat  humilimum  oratoriolum,  in  quo  conse- 
crata  fuerat  ara  per  fideles  Christi  tunc  tenuiter  clarentes 
in    honore  B.  Georgii<^  martiris.     Que  capella  steterat  ibi  45 

^  martiris  add,  C.        ^  id  B  1.        ^  hom.  paup.  B  1.        ^  Geozü 
A  3.  C. 

*  Bei  Marsilius  immer  HeracUus, 
'  Die  Schltissworte  si^id  etwas  verändert, 

°  Uncial-Inschrifl  der  Platte  der  aus  dem  Ende  des  14,  Jhs.  stam- 
menden Tumba.     Oejiau  hei  Jamier  1,  50.  5Ö 


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—     17     - 

tngurii  more.  Qae  ara  hodie  in  dicto  monasterio  in  honore 
predicti  martiris  Georgii*  cernitur^  ad  latus  australe 
versus^  ambitum  monasterii  supradicti.  Ante  quam  aram 
eciam  publice  videtur  hodie  sancti  martiris  Emmerammi 
5  epitaphium  et  sepulchrum.  Nimirum  autem,  quod  beatus 
martir  in  eadem  capella  domino  iubente  voluit  quiescere 
et  extremi  sentenciam  examinis  ibidem«  prestolari,  quia, 
cum<>  primo  gracia  docendi  populum  in  fide  orthodoxa  in 
Batisponam    se    transtulisset,    post    crebros    frequenter 

10  labores  circa  gregem  domino  nostro  Jesu  Christo  lucran- 
dum  in  predicta  secreta  capella  tumultui  hominum  aliena 
ipse  felicissimns  pater  solus  soll  deo  vigiliis  et  oracionibus 
consweyerat  angelica  meditacione  yacare,  Sed'^  quissuis 
temporibus   sedi   presederit  Batisponensi   episcopus,    non 

15  invenio.  Nee  ipse  ibidem  electus  seu  prefectus  canonice 
prefuerat,  sed  casualis  et  adventicius  pastor  tantum.  Oui 
clerus  civitatis  in  cxequiis  suis,  ut  in  legenda  sua  scribi- 
tur,  reverenciam  exhibuit  magnam.  Utrum  autem  clerus 
ille  tunc  habuerit  episcopum    vel   non   habuerit«,  penitus 

20  snbticetur.    Hec^  magister  Conradus 

(678.  79.   Agatho.     Sed.  an.  5  men.  6.)    Agatho  nacione  Syculus  Afor^. 
constituit,  ut  distinctus  sit  habitus  virorum   et  mulierum   in  yestitu  et  Flor. 
crinibua.    Huius  Agathonis  tempore  6.  synodus  universalis  in  Constanti- j^A-A;. 
nopoli   celebratur,   in  qua  dampnatis  heredcis  taute  aranearum  tele  in 

25  medio  populi  oeciderunt,  ut  sordes  heresum  expulsas  omnes  intelligerent 
et  mirarentur.  Quid  enim  similius  hereticorum  codicillis' 
quam  tele  aranearum?  Quoniam  aranea  vermis  est  vene- 
nosus  crebro  filans  et  texens  tenuissimam  textulum^  sive 
stamen,  quod  mox  debili  vento  rapitur  aut  calamo  perfora- 

30  tur.     Sic  heretici  aranearum  adinstar  venenosi  et  infectiyi 
humane  felicitatis   scribentes  et  docentes  sophisticas  et 
insanas  asserciones,  que  mox  divino  Spiritus  sancti  flatu 
propelluntur   et  in  nihilum  rediguntur.    Huius  eciam  tempore Ifar^. 
Ravennata  eoclesia,  que  diu  sedi  apostolice  rebellis  f  uerat,  ad  obedienciam 

35  rediit 

(687.  83.    Canon  vel  Zeno.   Sed.  an.  2  men.  11.)  .  .  .  Anno  domini  Mart, 
688  apud  Wirtzburch  Ostrofrancie,  que  nunc  Herbipolis  dicitur, 

S.  Kylianus  cum  sociis  suis  martirio  coronatur 

(697.  60.  Leo.  Beg.  an.  3.)  ....  Huius  imperii  anno  primo 

40  Appollonius  primus  abbas  monasterio  S.  Emmerammi 
Batispone  preficitur^ 

»  Georii  C.       ^  versum  B  1.       c  wn.  C.       *  quam  C.      «  om.  C. 
f  ille  add.  C.    »  codicibus  A  2.    ^  textulium  B  1.  texulum  C.  templum  A  5. 

*  Vgl.  MegenberffB  Worte  im  I^cuit.  de  Hm.  p.  R.  am  Schlttas  von 
45  eap.  3 :  Fuit  tunc  inceptum  (das  Kloster  St.  Emmeram)  extra  ciyitatem 

in  eo  loco,  ubi  sepultus  est  S.  Emmerammus,  ut  includeretur  altare  S. 
Georgii,  coram  quo  sepultus  est,  ad  latus  australe  versus  ambitum  mo- 
nasterii eiusdem,  sicut  hodie  cernitur  oculis  nostri8. 

'  Die  folgenden  Worte  bis  invenio  ähnlich  in  Megenbergs  Tract.  de 
50  lim.  p.  R.  cap.  3. 

*  QtieUe  ist  wohl  jenes   Emmeramer  Äbtsrerxei/'hnis,   iU)er  welches 
naher  handelt  Janner  7,  414  ff. 

Quellen  and  £roGrterunff«n  N.  F.  I.  2 


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—    18    — 

(704.  Ratharius.)    Anno  domini  704.  Batharius  ex  advena 
Batisponensi  sedi  episcopus  est  prefectus^. 

(716.  89.  Giegorius  IL  Sed.  an.  10.)  ....  Hie  Gregor  ine 
Winfridum,  qui  postea  Bonifacius  dietnsest,  genere  Anglnm 
Qermanie  gentibus  verbam  salatis  predicantem  Mogoncie  5 
archiepiscopam  ordinavit,  qui  multis  populis  et  gentibus 
yerbo  et  exemplo  profuit.  (Gaubaldos  primus.  Sedit  an. 22^)  Ab' 
illo  Bonifacio  precepto  dicti  Gregorii  pape  huiue  nominis  II.  * 
Gaubaldus  Batisponensis  episcopus  ordinatur  primam 
legitimus.  Nam  antea  non  erant  legitimi  pastores.  Sed  hoc  m 
quidam  scribunt  factum  f  uisse  sub  Zacharia  papa.  Ab  illo 
Gaubaido  notabiles  et  approbati  episcopi  numerantur.  Sab 
illo  eciam  episcopo  Babaria  nuper  fuit  ab  hereticis  mun- 

data  et  in  parrochias  divisa^ 

Ekk,  (718.  66.    Leo  JIl.    Beg.  an.  24.)     Anno  domini  718.   Leo  pietor  if, 

orientalium,  genere  Syrus,  regnare  cepit  regnavitque  annis  24.  Hie 
Jlfar^.  sciendum  et  diiigenter  attendendum,  quod  secundum  cronicam^ 
Marsilii  primitiva  occasio  translacionis  Bomani  imperii  de  Grecis  in 
Francos  fuit  discordia  inter  imperatorem  Leonem  III.  et  Bomanam  eoclesiam 
circa  veneracionem  ecciesiasticarum  ymaginum.  Leo  enim  III.  impeiator  20 
Christi  et  sanctorum  ymagines  dicebat  minime  venerancfas,  qnia  spedes 
ydolatrie  videbatur.  Gregorius  vero  JIL,  qui  tunc  Bomane  preaidebat 
ecclesie,  affirmat  Christi  et  sanctorum  ymagines  venerandas.  In  hoc 
siquidem  suo  proposito  Leo  imperator  predictus  sie  perseveravit,  quod  de 
ConstantinopoU  Bomam  veniens  omnes  Christi  et  sanctorum  ymagines,  95 
quas  Borne  reperit,  abstulit  et  secum  Constantinopolim  asportavit  easqoe 
per  sentenciam  igne  dampnanda  cremavit.  Propter  quod  dictus  pontifex 
Gregorius  IIL  prefatum  Leonem  imperatorem  anathematizavit'  et  omnia 
tributa  Bomane  urbis  et  Italie  sibi  dari  prohibuit  Bomeqoe 
congregans  synodum  veneracionem  ymaginum  confirmavit  et  violatoies  3,3 
huiusmodi  anathemate  condempnavit  ^.  Deinde  Leo  predictus  in  hoc 
proposito  moritur  eique  successit  in  imperio  filius  eius  Constantinus  V. 
eiusdem  cum  patre  propositi.  Et  quoniam  imperator  hie  in  nullo  Bomane 
favebat  ecclesie,  propterea  papa<^  Stephanus  IL  Imperium  Bomanum  trans- 
ferre  de  Grecis  in  Francos  aliqualiter  ordinavit  veniente  Pippino  Franoo-  35 
rum  postmodum  rege,  qui  dicto  pontifici  supervixit.  Et  ideo,  quod  ab 
aliquibus  dicitur  tempore  huius  Stephani  fuisse  translatum  Imperium  a 
Grecis  in  Francos,  intelligi  debet,  quod  fuerit  huiusmodi  ordinata  trans- 

»  secundo  C.        *>  dampnavit  C.        »  Steph.  IL  papa  C. 

*  Aeknlich  in  Megenbergs  Tract.  de  lim.  p.  R,  eap.  2,  40 
2  739-^761.     Vgl.  Janner  2,  90.    Andreas  läset  Sindberi  schon  752 

folgen. 

■  Aehfüich  in  Megenbergs  Tract.  de  lim.  p.  R.  eap.  2  und  6. 

*  Fast  die  gleichen  Worte  das.  eap,  2. 

^  Aus  Kap.  5  des  Tractatus  de  translaiione  imperii  des  Marsüius  45 
von  Padua. 

*^  Andreas  mildert  hier  des  Marsüius  Ausdruck  anathematizare 
praesumpsit  wnd  lässt  vom  Folgenden  auch  die  papst feindlichen  Worte  weg. 
Marsüius  fährt  fort:  et  totam  Apuliam  totamque  Italiam  et  Hispaniam 
ab  eius  obedientia  separari  suasit,  et  quantum  in  ipso  fuit,  hoc  opere,  50 
quam  vis  minus  debite,  adimplevit.  Eidem  etiam  vectigalia,  nesdo  qua 
Huctoritate,  sed  bene  qua  temeritate,  solenniter  interdixit. 


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Qoo^(^ 


—    19    — 

lacio,  non  tarnen   opere  consummata.    Fuit  i^itur  huius  pape  Stephan!  Mars. 
tempore  imperii  Bomani  ad  Francos  ordinata  translacio  ^,  quorum  favorem 

et^  beneficia^  Bomani  clerici  senciebant  in  moltis 

(735.  91.  Zacharias.   Sed.  an.  19.)    Zachaiias  nacione  Grecus  con- Flor, 

5  stituit,    ne   sacerdos   yelato   capite   ceiebret    nee    cum  bacuio.     Hie   in  Mart. 
Lateranensi  eoclesia  corpus  B.  Georii  martiris  cum  epitaphio  grecis  litteris 
exaiato  reperit  et  cum  magna  sQllempnitate  ad  velum  aureum  in  eociesia 
8ui  nominis  reoondidit.    Item  4  libros  dyalogorum  B.  Gregorii  transtuiit  ^/(^. 
in  grecum.   Hie  papa  omni  virtute  ornatus  moritur  et  ad  S.  Petrum  tumu- 

IQ  latur.     Sub  hoc  papa  facta  est  distribucio  episcopatnum   de   consensui^^. 
Pippini  regis  Saiczburg,  Begenspurg  et  Frisingen  ^.  Sanctus  quoque  Boni- 
facins  Moguntinensis    archiepiscopus,     cuius    natalis    est  Nonis   Junii, 
auctoritate  ipsius  Zacharie  pape  duos  in  parrochia  sua  episcopatns  facit  ^^ 
Wirczibnrgensem  scilicet,  cui»  S.  Burchardum,  et  Eychstetensem,  cui  S. 

X5  Willibaldum  comprovinciales  suos  primos  episcopos  ordinavit 

Quoniam  hie  incidit  historia  Pippini,  ut  sciatur,  quis  f  uerit  iste  Mart 
Pippinus,  Übet  per  repeticionem  precedencium  seu  anticipacionem  Ekk. 
sequencium  aliqnantulum  huic  immorari.^  Pippinus  dictus  GToasuBfJard. 
filius  Ansgiai,  in  regno  Francie  primus  fuit  poet  regem  et  dicebatur  maior 

20  domuB,  sdlicet  ubi  nunc  est  palacium  Treverense,  a  quo  palacio  modo 
dicuntur  comites  palatini,  qui  oUm  maiores  domus  dicebantur.  Huius 
Pippini  prindpale  domicilium  erat  in  Colonia  Agrippina  in  loco,  ubi 
nunc  est  monasterium,  quod^  dicitur  S.  Marie  in  Capitolio.  Hoc  siquidem 
Plectrudis  dicti  Pippini  Grossiff  coniunx  fundavit  in^  honore  dei  genitricis 

25  ibique  couTentum  monialium  congregavit  et  illum  locum  multis  diviciis 
et  omatu  regio  sublimavit,  in  quo  et  post  mortem  voluit  sepeliri.  Tandem 
prefatus  Pippinus  coniugem  suam  Plectrudem  ad  tempus  deseruit  et  ilUcite 
exorbitans  Alphaidi  meretrici  adhesit.  Super  quo  dum  B.  Lambertus 
Traiectensis  episcopus  ipsum  argueret,  Dodo  prefate  Alphaydis  frater  ipsum 

3Q  occidit.  Considerans  vero  Pippinus,  quod  propter  suum  peccatum  Christi 
sacerdos  martirinm  subiisset,   rubore  et  verecundia  confusus  reversus  est    - 
Coloniam  ad  Plectrudem  coniugem  suam^  legitimam  Alphayde  gravida 
derelicta.     Cum  autem  Alphaydis  peperisset,  nuncius  venit  ad  regem,  ut 
sibi   nova  nundaret.     Sed  inveniens  regem  inter  nobiles  et  cum  coniuge 

35  aedentem  dixit:  Vivat  rex,  quia  Karolus  est,  cum  hoc  verborum  tegu- 
mento  innuens,  quod  Alphaydis  pulchrum  filium  genuisset.  Est  igitur 
Karolus  lingwa  germanica  vel^  teutonica^  homo  robustus  magna  habens 
membra.    Bespondit  rex;  Bonum  nomen  est  Karolus. 

Iste  Karolus  dictus  Marcellus  expulsis   filiis  legitimus  patris  sui 

40  Drogone  et  Germoldo  in  amministracione  regni  patri  successit.  Erat 
autem  tyrannus  multas  clero  et  ecclesiis  iniurias  et  dampna  inferens, 
propter  quod  accidit,  ut,  dum  ipse  moreretur,  pape  sompniavit  in  urbe, 
quod  Karolus  Marcellus  rex  Francorum  corpore  et  anima  duceretur  ad 
infernum.    Misit   ergo  papa  nuncios  ad  Aureüanum,  qui  aperto  monu- 

45  mento   serpentem  mire  magnitudinis   invenerunt    corpore    non    reperto- 

*  non  tamen  opere  consumata  add.  A.  ^  om.  A.  ^  Frising  C- 
^  fecit  C.  •cui  —  Eycnstetensem  om.  B 1.  *  quod  dicitur  om.  C.  «  om.  C. 
^  in  —  genitricis  om.  C.    ^  om.  C. 

^  Der  folgende  Abschnitt  ftmlet  sich  in  des  Jordanus  von  Osnabrück 
50  Schrift  De  praerogaiiva  imperii  Bomani  fAusg.  v.  Waitx  S.  63).    Aiisspr 
an  dieser  Stelle  hat  Andreas  die  Schrift  des  .Tordtnins  nif-hi  hrriuf^f. 


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—    20    - 

^JtÄ.  Anno  igitur  primo  imperii  Constantini  V.,  qui  est  dominice  incamacioDis 
742.,  Earolus  Marcellus  Pippini  filius,  maior  domus  in  regno  Francoram, 
quem  quidam  vocant  regem,  obiit  relinquens  filios  tres,  Pippiirain, 
Karlomannum  et  Griphonem.  Quorum  Gripho,  qui  erat  minor  Data, 
matrem  Suanahildem  habebat,  neptem  Odilonis  Bawariorum  dacis.  Hk  5 
Gripho  fratribus  suis  subiectus  esae  nolens,  quam^is  sub  eis  honorifice 
viveret,  muita  bella  ad  versus  fratres  movit,  sed  panim  profedt.  Tandem 
Bawariam  peciit  ipsumque  ducatum  in  suam  potestatem  redegit;  Taasilonem 
cum  Hiltrude  in  dedicionem  accepit.  Hec  audiens  Pippinus  cum  maximo 
exercitu  venit  in  Bavariam  fratremque  suum  Griphonem  cum  omnibus  sems  [u 
cepit,  Tassilonem  in  ducatum  restituit  domumque  reversus  Griphoni  more 
ducum  12  comitatus  dedit.  Sed  ille  tali  beneficio  contentus  non  fait. 
Qui  postea  anno  5.  Pippino  nuuciatur  occisus.  Pippinus  autem  et  Karlo- 
mannus  regnum,  quod  communiter  habuerunt,  inter  se  diyiserunt.  Karle- 
mannus  Austriam  et  Alemanniam  atque  ThuriDgiam  sortitur,  Pippinus  15 
vero  Burgundiam,  Neustriam  atque  Provinciam.  Iste  Kariomannus  anno 
6.  sui  principatus  divino  succensus  amore  Bomam  tendens  Zacharie  pape 
se  obtulit  et  ab  eo  ciericus  factus  habituque  mutato  monachicum  capiena  *^ 
indumentum,  in  monte  8oracte  sive  Syrapti  constructo  monasterio  apad 
ecclesiam  B.  Silvestri  cum  fratribus  secum  ad  hoc  venientibus  per  aliquot  20 
annos  optata  quiete  fruebatur.  Sed  cum  ex  Francia  multi  nobiliam  ob 
Vota  solvenda  Eomam  commearent  et  eum  velud  dominum  quondam 
suum  preterire  nollent,  ocium,  quo  maxime  delectabatur,  crebra  salntacione 
interrumpentes  locum  mutare  compellunt.  Nam  cum  huiusmodi  freqnen- 
ciam  proposito  suo  vidisset  offioere,  relicto  monte  in  Samnium  provinciam  25 
ad  monastevium  S.  Benedicti  situm  in  monte  Cassino  se  contaüt  et 
ibi,  quod  reliquum  fuit,  vite  tempus  complevit.  Pippinus  vero  anno 
domini  751.  S.  Burchardum  Wircziburgensem  episcopum  et  Folradnm 
archicappellanum,  quem  quidam  abbatem,  quidam  presbitemm  scribunt, 
ad  Zachariam  Romanum^  pontificem  misit,  ut  consulerent  eum  super  34^ 
regibuB,  qui  in  tempore  illo  fuerunt  in  Francia,  nomen  tantum  regis,  sed 
nullam  potestatem  regiam  habentes. 

übi  advertendum,  ut  colligitur  ex  hystoria  Francoram 
et  antiquis  cronicis,  quod  anno  domini  421.  Faramundus  primus 
rex  Francorum  moritur.  Cui  successit  Olodius  rex  'secundus.  Post  qnem  35 
regnavit  Aleroveus  filius  Clodii,  a  quo  reges  Francorum  Merovingi  nomi- 
nati  sunt.  Aliquibus  regibus  intermediis  Clodoveus  suscepit  r^rnam 
Francorum  anno  domini  484.  Hie  traditur  primus  rex  christianos  Fran- 
corum<^  fuisse  et  per  6.  Bemigium  Bemorum  episcopum  cum  omni  gente 

-E"^^.  sua  baptizatus.  Ab  hoc  Clodoveo  per  succedencia  tempora  imperatoribns  40 
egregiis  respubüca  Francorum  gubernata  fuisse  dinosdtur  usqae  ad  pro- 
pinqua  tempora  PippiDorum  et  Karolorum,  qui  maiores  domas  in 
regno  Francorum  ab  historiographis  appellantur,  eo  quod 
regni  amministracionem  et  omnia,  que  vel  domi  vel  foris  agenda  erant 
ac  dispensanda,  per  eos  procurabantur.  Quorum  originis  descripcio  45 
incipit  secundum  cronographos  ab  Arnulfo  viro  deo  dilecto,  qui 
floruit  anno  domini  670.  tempore  Constantini  IV.  Horum  temporibus  per 
levitatem  regum  respubüca  aliquantum  düapsa  per  hos  egregios,  de  quibus 
nunc  sermo  est,  ad  dignitatem  pristinam  magnificencius  est  redacta.  Istis 
prehabitis   seiend  um,   quod  Franci  ex  antiqua  regum^  stirpe  reges  5a 

a  cupiens   C.    ^  papam  statt   Rom.  pont.   C.    ^  fuisse  Franc.  C. 
d  ow.  B  1. 


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habere  solebant,  qui  a  Meroveo  Clodii  secundi  regia  eorum»  filio  Mero-  Eick. 
vingi dicebantur,  quemadmodum  prenarratum  est.  Quorum genea- 
logia  usque  ad  Hildericum  tunc  temporia  regem  permanebat,  in  quo  eciam 
deficiebat  Sed  licet  in  illo  finita  possit  videri,  iam  dudum  tarnen  nullius 
5  vigoris  erat  nee  quidquam  clarum  in  se  preter  inane  regis  vocabulum 
preferebat.  Nam  et  opes  et  potencia  regni  penes  palacii  prefectos,  qui 
maiores  domus  dicebantur  et  ad  quos  summa  imperii  pertinebat,  tene- 
bantur,  nee  aliud  quidquam  regi^  permittebatur,  quam  ut  regio  nomine 
tantnm  contentus  crine  profuso,  barba  summissa  solio  resideret  ac  speciem 

1^  dominantis  effingeret,   legatos  undecunque  venientes  audiret  eisque  abe- 

untibua   reaponsa,   que   doctus   erat   aut   iussus,   ex   sua  veiut  poteatate 

redderet,   cum  preter  inutile  regis  nomen  et  precarium  yite  Stipendium, 

quod  ei  prefectua  aule,  prout  videbatur,  exhibebat,  nichil  aliud  possideret 

^  quam  unam  eciam  perparvam  redditus  yillam,  in  qua  domum  et  ex  qua 

15  famuloa  sibi  ministrantes  atque  exequium  exhibentes  pauce  numerositatis 
haberet.  Quocunque  eundum  erat,  carpento  ibat,  quod  iunctis  bubns  et 
babulco  more  nistico  agente  trahebatur.  Sic  ad  palacium,  sie  ad  publicum 
conventum,  qui  Kai.  Mail  ob  regni  utilitatem  annuatim«  oelebrabatur,  ire 
solebat  et  coram  tota  gente   presidens  omnesque  aalutans  et  ab  eis  salu- 

'"^  tatus  debitisque  obsequiis  honoratua,  sie  domum  rediebat  aicque  secum  ad 
alium  Maium  residebat.  At  regni  amministracionem  et  omnia,  que  vel 
domi  Tel  foris  agenda  erant  ac<^  dispensanda,  prefectus  aule  procurabat. 
Quo  officio  tunc,  cum  predicti  legati,  scilicet  Burchardus  et  Folradua 
Bomam  mittebantur,  Pippinua  Earoli  filius  itemque  Karoli  Magni  pater 

25  iam  velut  hereditario  iure  fungebatur.    Zacbarias  vero  papa  super  huius- 
modi  negocio  consultua,  acilicet,  an  ille  deberet  eaae  rex,  qui  ocio  deditua  -^«^.^ 
solo  nomine  regebat,  vel  ille,  qui  omnino  pondua  regni  sustentabat  ®,  reman- 
davit  illum   debere  regem  vocari,  qui  utilius  regni  gubemacula  regeret. 
Qua  reaponsione  Franc!  animati  Hildericum  cum  uxore  sua  in  monasterio 

^  reclusenmt  et  Pippinum  sibi  regem  constituerunt.    Quem  S.  Bonifacius  ^^'^.  Mart. 
Moguntinensia   archiepiscopua  iussu  pape  in  regem  unxit  in  Suessionum  Ekk* 
civitate. 

Hiis  temporibus',  scilicet  Pippini  regis  Francorum  et 
filii  sui  Karoli,  qui  dictus  est  Magnus,  Erhardus  episcopus 

35  Ardinacensis  et  Albartus^  archiepiscopus»  CaselensisJi® 
clari  habentur.  Qui  ambo  Ratisponam  venerunt  et  ibidem 
post  sanctas  et  varias  doctrinas  eorum  migraverunt  ad 
celestia  et  apud  inferius  monasterium  sepulti  sunt.  Erat  * 
autem   inferius   monasterium  adhue   pusillum   et  exiguum 

■^^  tarn  in  capacitate  quam  in  redditibus  suis,*  ut  referunt 
quidam.  Sed  predictorum  sanctorum  gracia  populus  ibidem 
concurrere  cepit  et  suis  elemosinis  eandem  domum  domini 
locupletare  et  augerc  satagebat.   Tunc  temporis  fuerunt  in 

*  om.  C.      ^  om,  A.      «=  om,  C.      ^  ac  dispensanda  om.  C.      «  sus- 
*9  tinebat  C.       '  Albertus  A  2.       «  Casel.  episc.  C.       >»  ow.  B  1.       *  Erat 

—  monasterium  om,  C. 

*  Graesse  S.  832. 

*  Vgl  Megenhergs  Vita  S.  Erhardi,  cap.  2.  Ada  SS.  Ja?i.  7,  542  b. 
'  Quelle  vielleicht  Vita  Alharti;  Pex,  Tlies,  2,,%  181, 

•^*  *  So  ähnlich  Meyenberg  im  5.  Kap.  des  Tract.  de  Lp.     Doch  schreibt 

c  dort  den  Aufsekwung   nicht  den  beiden  Heiligen  xu:     Vgl.  auch  Dürr- 
^'Hehler,  öesta  Caroli  Magni  S.  21. 


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—     22      ^ 

eodem  locomoniales  ordinisB.*  Augustini.^  In  pulpito,  qnod 
est  in  medio  chori  eiusdem  monasterii  ^,  sunt  depicte  ima- 
gines  duarum  reginarum,quarum  una  vocatur  Geysel«*,  altera 
Jeuta<*^*  In  quarum  circumferencia  sunt  scripti  hii  ▼ersns*: 
nie  regine  nate  greca  regione  5 

Templum  fundantes  hoc  huc  bona  predia  dantes. 
Fmid,^  Item  Otilo  prius  rex,  postea  Bavaria  in  provinciam  redacta  dux, 

Herm.*^  Alt  ex    consilio    S.    Pirniinii    Metensis^    episcopi    monasterinm^   Inferius  s 
Altach  ex  suo  allodio  sub  monastica  professione  fandavit  et  sepultas  est 
cum  uxore  sua  in  Osterhoven,  ubi  nobilissimum  monasterium  sab  regula  lo 
S.  Benedicti  egregie  satis  dux  ipse  construxerat. 
Teg.''  Item  hiis  temporibus  in  partibus  Noricoram,   id  est  Bayaromm, 

erant  duo  fratres  Albertus  et  Otkarius  ex  patre  Burgundi  et  ex  matre 
Bavari  diviciis  prepoUentes  deumque  timentes  consangwineitatis  affinitate 
proximi  Pippino  regi,  patri  Karoli  l^Iagni.  Horum  primus,  scilicet  Albertus,  15 
noyem  comitatus  possedit  in  Bavaria,  alter  vero,  videlioet*»  Otkarioa,  qui 
et  etate  proveccior  * ,  ducatum  tenuit  in  Burgundia.  Hie  habnit  filium 
tenerum  in  aula  Pippini  regis.  Qui  dum  morum  nobüitate  filium  Pippini 
regis  preceileret,  ipea  nobilitas  morum  sibi  materia  fuit  odiorum.  Difficile 
est  enim  quemquam  in  prosperis  invidia  carere.  Cum  enim  in  ludo  sca-  20 
corum  doccior  filio  Pippini  regis  assidue  inveniretur  et  filius  regis  multodenb 
victus  haberetur,  animatus  forte  potencia  patris  rixam  agebat  et  filium 
ducis  graviter  super  tympora  percuciens  occidit.  Qua  «ausa  rex  cognita 
solito  tristior  efficitur  et  res  multiplici  studio  adeo  occultatur,  ne  rumotes 
mentes^^  parentum^  inficerent.  Timebat  enim  potenciam  momoratorum  25 
principum,  quia  principia  bonorum  contingunt  sepe  difficilia  esse.  Nam 
ipse  Pippinus  eisdem  diebus  auctoritate  Zacharie  pape  regnandi  poteatatem 
in  Gallia  et  in  Burgundia,  in  Alsacia,  in  Thuringia  et™  in  Saxonia,  in 
Alemannia  et  in  Bavaria  et  in  omni  Germania  noviter  adeptus  fuerat. 
Sedente  igitur  in  causis  Pippino  requisivit  in  sentenda  a  duoe  Otkario,  30 
quid  faciendum  sit  in  causa,  que  nullo  emendacionis  cultu  emendari  poterit. 
At  ille  nesciens  huius  sentencie  spiculum  in  se  retorqueri  respondit:  Bes, 
que  nuUa  racione  reformanda  constat,  equanimiter  ferenda  est.  Que  sen- 
tencia   dum  precipuis  principibus  placeret,    assensu  celebri  firma  stetit. 

*  Notandum,   quod   ista  Jeuta  in  tractatu^   magistri  35 
Conradi  de  Monte  puellarum  de  limitibus  parochiarum  Batis- 
ponensium  fratr.  Henr.  imperat.  primi.     So  eingefügt  B  1. 

*  sancti  0.      ^  om.  A3.      «  Gevsel  A3.      ^  Jewta  C.      ®  episcopi 
Metensis  C.      '  inferius  Altach  mon.  C.       « inferioris  A  2.  3.  4.  5.  B  1. 

^  scihcet  C.      *  profectior  C.      ^  mentis  B 1.  mentem  C.      "  parencium  C.  40 
™  om.  C. 

^  Dürrtcächter  a.  a.  0.  S.  61. 

*  Wohl  Oüela,   Mutter  Kaiser  Heinrichs  27.,  die  1006  in  Nieder- 
münster  begraben  xowrd/e. 

*  TToÄ/  Judith,  Getnahlin  Herxog  Heinrichs  L  von  Bayern.  45 

*  Inhalt  teilweise  unrichtig. 
»  NA.  24,  685,  Anm.  1. 

®  Hermann  v.  Kiederaltaich,  De  institutione  ynon.AUahensis.  SS.  1 7, 369. 

'  Die  folgende  Oründungsgeschichte  von   Tegemsee  ist  ein  Auszug 
aus  der  Historia  fundationis  monasterii  Tegemseensis  (gedr.  Pex,  Thes.  3,3,  50 
475-  490}  wohl  in  der  Forrn,  tcie  sie  in  den  Fund,  enthalten  ist  {NA.  24,  675), 

*  Kap.  5:    Inferius  monasterium   fundatum  fuerat  promocionibus 
domine  Jewtte,  que  dicitur  fuisse  ava  imperatoris  Heinrici  I. 


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—     23     — 

Rex  vero  fluctuabat  animo  diligenter  aDimadvertens,   quomodo  causam  ^^* 
competenter  componeret,    medius  inter  spem  et  timorera.     Timor  enim 
dilisenciam  docet  et  admonet  futura  prospicere,  inconsulta  autem  temeritas 
nescit   consilium  exspectare.    Consuicius   itaque  eo  a^nte   casum   pueri 

5  notifieat  primitus  patruo,  deinde  cum  patruo  patri.  Hiis  auditis  pater 
supra  modum  coutristabatur  et  ex  insperato  malo  per  longas  moras  conticuit. 
Multis  igitur  fidelibus  legis  ipsum  Interim  consolantibns  et  exhortantibus, 
quatenns  sentenciam,  quam  ipse  tenore  recti  edixerat,  factis  comprobaret, 
babitis    loogis    suspiriis   tandem   illustrium   virorum   precibus  mitigatus 

10  memor  condicionis  humane  coUii^re  sese  animo  cepit  taleque  responsum 
regi  dedit:  In  humanis  rebus  nichil  firmum,  nichil  perpetuum  subsistit, 
sed  dies  hominis  velocius  umbra  aut  yento  declinant.  Quod  cum  multis 
clarum  sit  experimentis,  et  presentis  rei  casus  suum  nobis  extnde  prebeat 
documentum.    Gonsultum  est  teneriori  nos  affectu  snperstites  amplecti. 

15  De  morte  yero  filii  ultra,  quam  credi  potest,  conturbatus,  quidquid  in  eins 
morte  michi  gaudii*  absumptum  est,  bonus  Status  honoris  vestri  mihi 
carissimus  et  vita  fratris  mei  comitis  Alberti  recompensat  et  in  utriusque 
vestri  sospitate  infiniti  doloris  remedium  sumitur  et  tante  destitucionis 
iactura  decenter  emendatur.   Sed  et  hunc  dare  qui  potuit,  auferre  valebat 

20  eundem.  Hec  dicta  maximam  yirtutis  gloriam  pepererunt  et  uberem  apud 
regem  graciam.  Nam  et  ipsum  et  plurimos  alios^  ad  lacrimandum  suis 
lacrimis  inflexerat.  Inter  regem  igitur  et  duoem  perfecta  amicicia  solidata 
Otkarius  heredis  solacio  destitutus  cum  fratre  suo  Alberto,  qui  ei  nature 
debito  sedule  compaciebatur,   ad  propria  reversus  premeditantes  caducis 

25  rebus  fidem  adhiberi  non  debere,  terrenis  celestia  comparantes  Christum 
rerum  suarum  heredem  fecerunt  et  iuxta  lacum  Tegernse  monasterium 
monachorum  continuo  fundare  ceperunt.  Exinde  acceptis  litterarum 
testimoniis  a  B.  Bonifacio  Moguntinensi  archiepiscopo  Rom  am  causa  orandi 
necnon    pro   reliquiis  sanctorum   profecti   sunt.     Quos   Zacharias   papa 

30  honorifioe  suscipiens  letatus  est  et  omnis  civitas  de  adventu  eorum.  Unde 
summoB  pontifex  cum  non  modico  merore  exposuit  conquerendo  eis,  quo- 
modo pagani  nudinstercius  maiorem  partem  civitatis  devastaverint  et 
thesaurum  ecclesiarum  diripuerint,  Bomani<^  quoque<i  ad  se  defendendum 
concordes  non  esset.    Et  exhortatus  est  eos,  ut  Romanis  in  concordiam 

35  revocatis,  ipsi  quoque  in  vindictam  malorum  essent  cum  illis  parati,  eo 
quod  excellens  esset  in  armis  vis  Theutonicorum,  sicut  testarentur  experti 
robur  eorum.  Finitis  querimoniis  principes  Noricorum  improbantes  im- 
probitatem  desidie  Romanorum  dixerunt:  Nimis  deses  residet  inimicos 
domi  exspectans.    Desolacionem  civitatis,  contricionem  gentis,   multarum 

40  tnmultum  iniuriarum  pretenditis.  Sera  est  ista  deliberacio.  Prius  certan- 
dum  fuit,  ne  amitteretur  libertas,  quam  ut  amissa  reposceretur.  Et 
quia  conferendi  sermonis  dabatur  eis  locus,  conversi  ad  senatores  et  cetum 
Bomanorum  cohortati  sunt  eos  ad  bellandum  dicentes :  Viri  Romani,  prin- 
cipes nrbis,  meminisse  vos  nominis  et  generis  vestri  decet,  quorum  manus 

45  nemo  adhuc  effngit.  Animadvertite  dolorem  vestrum,  reparate  animos  et 
de  illatis  vobis  iniuriis  non  solum  consolacionem,  sed  cciam,  quod  amplius 
est,  vindictam  presumite.  Pericula  rerum  vestrarum  faciant  vos  forciores, 
non  timidiores.  Et  confestim  coeuntes  in  concordiam  unum  corpus  ad 
persequendum«  paganos  sese  fecere  f.    Accepta  igitur  ab  apostolico  bene- 

50  »  (W/r.  C.      ^  aulicos  A3.,  klein  übergescht\:  vel  aulicos  AI.  so  int 

Text  vor  alios  B  1.      o  Romanique  C.      ^  q^^  a.  C.       «  persequendos  B  1. 
^  facere  A  2.  3.  4.  5.  facere  corr.  fecere  A  1.  B  1. 


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—     24     — 

Teg,  diocione  noricus  ensis  Romanas  aquilas  regens  valida  manu  versus  mari- 
tima properat,  ubi  hostes  cum  magno  tripudio  ac  multo  fragore  predam 
dividebant.  Solent  enim  ante  ruinam  corda  superborum  ezaltari.  Unde 
süperbe  stultos  agere  nemo  debet  mirari.  Qui  vero  adhuc  poteet  subici. 
non  debet  dicere :  Viel.  Finis  enim,  non  pugna  coronat.  Habita  autem  5 
deliberacione,  quid  aut  quomodo  agendum  esset,  quibusdam  BoniaDi> 
melius  yisum  est  congressionem  belli  nocte  aggredi  dicentes  bostes  subito 
incursu  attonitos  et  caligine  noctis  oppressos  et  faclle  posse  devinci.  Ad 
bec  Norid  non  sine  indignacione  responderunt :  Hie  mos,  quem  soggeritis. 
non  est  honestatis,  sed  improbitatis  et  eorum  maxime,  quorum  summa  10 
spes  votorum  est  dolis  nocere  et  latenti  fallere  fraude.  Absit  ergo,  ut 
gloria  nostra  dolo  militet,  sed  ut  nichil  obsit,  quod  fuligine  labis  yaleat 
obscurare  candorem  fame,  aggrediamur  hostes  de  luce,  ut  victoria,  quam 
nos  gladiis  molimur,  aut  sit  nulla  aut  sit  honesta.  Beparate  vos  quiete, 
ut  forciores  sitis  ad  opus  crastinum.  Et  constitutis  Tigiliis,  fixis  tentorüs  15 
castra  metantur.  Altero  die  iilucescente  prefati  principes  nichiL  de  armis, 
nichil  de  propriis  viribus  presumentes,  sed  solum  de  dei  miserioordia  con- 
fidentes  potenti  victoria  de  hostibus  triumphantes  Bomam  revertantur. 
Unde  pontifex  Romanus  et  tota  ecclesia  cum  gaudio  exultantes  gracias 
debitas  deo  de  tanta  victoria  egerunt.  Datur  igitur  lärbitrium  principibus  ^ 
Noricorum  vendicandi  sibi*  partes,  quas  vellent,  de  cunctis  spoliorum 
facultatibus.  Qui^  terrena  contempnentes  causa  oracionis  et  reliqaiarum 
se  patriam  deseruisse  dixerunt.  Impetratur  igitur  ab  eis  pre^  oeteris 
reliquüs  a  summo  pontifice  difficulter,  sed  et  ooculte  corpus  S.  Quirini, 
quod  tunc  crebris  clarebat  miraculis,  de  quo  gloriatur  monasterium  dictum  25 
Tegemse  ab  ipsis  fundatum.  Fuit  autem  Quirinus  iste  filius  Philip pi 
primi  imperatoris  christiani,  qui  fuit^  dominus  ante  imperium  Paimonie 
inferioris  et  superioris«^  et  de  uxore  sua  Severa,  que  mutato  nomine  dicta 
est  Genoveva,  habuit  liberos  duos,  Philippum  videlicet,  qui  cum  eo  regnavit, 
et  Quirinum^  cuius  nunc  est  mencio.  Qui  sub  Claudio  capite  plexus  in  30 
Tyberim  proicitur,  postea  tamen  Bome  in  cimiterio  Ponciani  honorifioe 
sepelitur. 

Erexerunt  quoque  prelibati  viri  Albertus  et  Otkarius  et  sororius 
eorum  nomine  Oto  alios  titulos  et  ecclesias  per  plurima  loca  in  proprio 
fundo,  quas  reliquüs  necnon  suis  predüs  sufficienter  dotaverunt.  Unde  35 
reliquiis  S.  Yppoliti  ecclesia  in  partibus  Austrie,  que  adhuc  eiusdem 
martiris  nomine  intitulatur,  honorificata  est.  Nuscia  monasterium  an. 
cillarum  dei  adiacens  litoribus  Beni  cipho  B.  Quirini  nobilitatur.  Dmi- 
nense  cenobium  confessoris  Christi  Arsacii  gaudet  patrociniis  necnon 
sepedicti  martiris  Quirini  gaudet  reliquiis.  ^^ 

Fund.^  Fuerunt  eciam  hüs  temporibus  tres  fratres  viri  clarissimi,  Lantfrid, 

Waldram,  EUilant,  consobrini  Karoli  patris  Pippini  et  Karlomanni.  Qui 
dum  aliquando  pro  conswetudine  venacionibus  exercerentur,  inter  fron- 
dose umbracula  silve  ad  sempiterna  paradisi  virecta  suspirabant  iusserunt- 
que  statim  exstirpatis  frutectis  prope  rivum  Kalomanbach  habitacionem  ^^ 
sibi  adiuncta  basihca  construi.  Quem  quia  locum  sibi  dominus  non  el^it, 
signorum  indicio  declaravit.    Cesoribus  namque  repentina  incisione  volne- 

•  oni.  C.       ^  scilicet!  B  1.       «  ante  fuit  dominus  imperium!   A  1. 
2.  3. 4,  ebenso  ohne  imperium  A  5.  ante  imp.  fuit  dorn.  C.    ^  tenens  add.  A  3. 

1  Im  Folgenden  ist  der  Text  der  Quäle  stark  geJcürxt  51") 

2  NA.  24y  67 G,  Anm,  4. 


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Qoo^(^ 


—    25    - 

ratis  columbe  advolantes  cruentata  ligni  prcsegmina  raptim  asportaverunt  Fund, 
et  loco,   in  quo  nunc  venerandum  altare  monasterii   in  Büren  conaistit, 
sparsim  inferentcs  quasi  ex  racionabili  industria  cruciculos  composuerunt. 
Animadvertentes  igitur  seryi  domini  celestis  auspicii  omen  ^^  que  ibi  cogita- 

5  verunt,  bic  perficiunt  et  cenobium  incomparabile  structuris  et  picturis 
constnixerunt.  Deinde  et  alia  tria  grandi  manu  diligencie  monasteria 
instituunt:  primum  Chochalense  ^,  seeundum  Slechdorfense  ^,  tercium 
Schafelense  ^. 

(Synbertus.  2.   Sed.  an.  34.)   Anno  domini   752.  Synbertuß«  ^ö2, 

10  Katisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.*  Hie  anno  regi- 
minis  sui  32.  vel  33.  monasterium  S.  Emmerammi  Ratispone  ^ 
magnifice  fundavit  iussu  et  sumptu  Karoli  Magni'  eo  tem- 
pore, quo  KaroiuB  Magnus  adhuc  fuit  patricius  Bomanorum, 
id  est  pater  et  tutor  quasifl^  pupillorum  et  viduarum.    .     . 

15  (754.  92.  Stephanus  II.  Sed.  an.  5  di.  28.) * 

Anno  domini   768.   Pippinus   Parisius   obiit  ibique  sepelitur  anno  Herrn. 
etatis  54.  Pro  quo  filii  eins  diviso   regno   Karolus  Magnus  annos  46  et 

Karlomannus  4  annos  regnavit 

(781.  69.  Constantinus  VI.   Reg.  an.  18  vel  magis  vel  minus.  Hyrene. 

•iO  Reg.   sola  annis  5.)  . :  .  Horum  imperio  anno  8.  facta  est  saneta  synodus  Marl. 
Nicee  350  patrum  episcoporum,  in  qua  affirmatum  est,  spiritum  sanctum 
a  patre  et  filio  procedere.  Eodem  anno  Karolus  rex  Francorum  et  patricius  ^^^k. 
Romanonim  apud  Ingilinhem  pasca  celebravit  et  generale  concilium  babuit, 
ad  quod  Tassilo  dux  Bavarie  sicut  et  ceteri  regni  primates  advenit. 

25  Huius    Tassilonis    hystoriam    ex    diversis    pro    posse 

collegi  et  eam  utpote  de  nostrate  huic  operi  inserere  curavi. 

Tassilo  iste  dux  Bawarie  fuit  filius  Otilonis  et   Hillerudis,  que  fuit  Herm.^  Alt. 
soror  Pippini  regis,  qui  fuit  pater  Karoli  Magni.    Fuit  autem  Otilo  iateFuJid. 
primum  rex,   postea  vero  Bavaria  in  provinciam  redacta  dux  et  fundavit 

30  monasterium  Inferioris^  Altach,  sicut  superius^  dictum  est.  Contra 

*  Beatissimus^  Virgilius  ex  Hybernia  insula  nobili  ortus  prosapia 
a  Stephan o  papa  II.  et  a  Pippino  rege  Francorum  in  Salczburgam*  ad 
suscipiendum  regimen  eiusdem  ecclesie,  que^  tunc  proprio  carebat  episcopo, 
est  transmissus.     Hie  a  fundamento  fabricam   monasterii   Salczburgensis 

:^5  ecclesie  construxit  corpusque  beatissimi  Ruperti,  quod  in  ecclesia  B.  Petri 
reqnievit,  una  cum  sede  episcopali,  que  ibidem  per  aliquot  annos  simi- 
liter™  extiterat,  divina<>  commonitus  inspiracione  transtulit  ad^  eum 
locum,  in  quo  ad  presencia  tempora  perdurat.  Am  Band  AI.  3.,  ifn  Text 
in  /7  B  1. 

40  »  id  est  augurium    klein  übergeschr.  AlBl.Cl.  2.        ^  Choca- 

lense  B 1.  «  Slechendorfense  A  5.  ^  Schachfelense  A  2.  Schafenlense  C. 
•  Simbertus  A  2.  '  Ratisponense  C.  «  om,  C.  ^  Inferior  A  3. 
InferiuB  C.  ^  Beatus  A3.  ^  Salzburgum  B  1.  i  carente  tunc  episcopo 
erat  statt  que  —  est  A3.      ™  oni.  A3.      ^  divina  —  inspiracione  om.  A  3. 

45  0  in  locum^  in  quo  hodie  est.  A  3. 

^  So  Megenberg  im  Tract.  de  lim.  p.  E.  cap.  2. 

*  So  ebendaseWst  cap.  3  und  5.  Der  SMitss  hat  Aehrüickkeit  ynit 
den  unten  S.  30 j  Z.  26  angefiüirisn.  angeblt'ch  von  Megenberg  herrührenden 
Worten  faciendo  ipsum  patricium  Romanorum,  id  est  patrem  et  tutorem 

of)  quasi  pupillorum  et  viduarum.  Stammt  vielleicht  der  ganxe  Abschnitt 
über  Bischof  Sindbert  aus  Megefibergs  Chronik  r' 

*  De  instiitäione  7non.  Altahensis  SS.  17,  370. 

*  S.  22,  Z,  8ff. 


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Goo^(^ 


—    26    — 

J^kk  hunc  Tassilonem  Gripho  f rater  Pippini  Bavariam  j)eciit  ipsumqae  ducatom 
sibi  subiciens  Tassilonem  in  dedicionem  accepit.  Quod  audiens  Pippinns 
cum  maximo  exercitu  venit  in  Bayariam  fratemque  snum  Griphonem  com 
Omnibus  suis  cepit  et  Tassilonem  in  ducatum  restitoit,  de  quo  eclam 
vide  8up^a^  Deinde  Tassilo  cum  primoribus  gentis  sue  veDit  ad  5 
Pippinum  in  Compendio  villa,  ubi  tunc  populi  sui  generalem  conventum 
habuit,  promittens  tam  ipsi  regi  Pippino,  quam  filiis  eins  Earolo  et  Karlo- 
manno fidelitatem  iureiurando  supra  corpus  S.  Dyonisii.  Cum  antem 
Pippinus  Aquitaniam  cum  expedicione  intraret,  Tassilo  dux  Havarie  post- 
ponens  sacramenta,  que  iuraverat,  et  oblitus  omnia  bona,  que  sibi  avun-  1<J 
culus  suus  Pippinus  rex  fecerat,  simulata  infirmitate  ab  hac  expedicione 
per  dolum  se  subduxit  et  in  Bavariam  rediit  et  ad  conspectum  regia  se 
ulterius  venturum  abiuravit.  Mortuo  autem  Pippino  Earolus  Magnus 
filius  eins  ei  in  regno  successit.  Qui  ad  preces  Adriani  pape  Desiderium 
ultimum  regem  Longobardorum,  ut  supra^  dictum  est,  debellans  15 
ipsum  vinctum  cum  uxore  sua  in  Franciam  duxit  Tassilo  autem  dux 
Bavarie  cum  esset  consangwineus  Karoli  et  Luitpurgem^  filiam  Desiderü 

7*  «»a.  regig  Lombardorum  haberet  uxorem,  ab  ipso  Karolo  Magno  in  regem 
Lombardorum  preficitur.  Qui  bortatu  uxoris  sue  Luitpurgis,  que  se  exi- 
lium  patris*  per  maritum  tilcisci  putabat,  iuncto*>  federe  cum  Hunis,  qui  ^ 
Bavaris  ab  Oriente  sunt  contermini,  non  solum  imperata  non  facere,  sed 
^^'^  et  regem  bello  provocare  temptabat.  Inter  hec  Karolus  venit  Romam  et 
ab  Adriano  papa  honorifice  suscipitur.  Misit  itaque  Adrianus  papa  For- 
mosum  et  Damasum  episcopos  cum  legatis  regis  Bicholfo  dyacono  et 
Ebemhardo  pincemarum  magistro  ad  Tassilonem  ducem,  ut  commonerent  % 
eum  de  iuramento,  quod  Pippino  et  filiis  eins  olim  iuraverat.  Qui  veni- 
entes  cor  eius  emoUierunt,  ut  cum  eis  Warmaciam  veniret  datisque  12 
obsidibus  re^  fidelitatem  iuraret.  Sed  ubi  domum  rediit,  non  diu  in  fide 
permansit.   Earolo  autem  adhuc  Rome  existente  venerunt  ad  papam  legati 

^''*^'*  Tassilonis  episcopus  ^luvavensis«^  et  Heinricus  abbas**  rogantes,  ut  pacem  30 
Ekk.  faceret  litemque   terminaret  inter  Karolum   regem  et  Tassilonem.     Quod 
cum  ille   obnixe  faceret  et  rex  se  id  velle  diceret,  interrogati  missi,  quo 
pacto  pacem  firmare  vellent  ®,   responderunt  sibi  super  hac  re  nichil  im- 

-'^  "^- peratum  fuisse  et  se  non  andere  pro  seniore  diffinitivam  proferre  senten- 
Ekk.  ^iam  neque  se  ad  hoc  destinatos  esse.     Videns  autem  papa  eos   quasi  35 

Fund,  fallaces  ac  fraudulentos  anathematizavit  predictum  Tassilonem  et  omnes 
illi  faventes,  nisi  fidelitatem,  quam  regi  Pippino  et  filio  eins  Earolo  pro- 
miserat,  per  omnia  observaret,  et  si  ipse  dux  nuUatenus  obedire  vellet, 
tunc  Earolus  et  exercitus  eius  absoluti  essen t  a  deo  et  a^  S.  Petro,  et 
quidquid    in    ducatu  eius  perpetratum  esset?  incendiis  et  homicidiis  vel  40 

»  Luitxmrdem  C.  ^  iniuncto  C.  ^  Ton  anderer  Hand  am  Rand: 
Arnon  AI.  ^  Von  anderer  Hand  am  Band:  Maensenensis  A  1. 
e  vellet  A.      f  om.  Q,      g  fuisset  B  1. 

i  Ä  20,  Z.  7-^11. 

'  Unter  Adrian  I.  nach  Mart.;  nicht  abgedr,  45 

'  Vgl.  Loserth,  Die  Öeschichtsquellen  von  Kreniafnünster  S,  87,  Z.  15 
V.  u.  Andreas  benutxte  vielleicht  eine  unbekannte  Quelle  der  Krems- 
münsterer  Aufzeichnungen,  da  attch  im  Folgcfiden  sich  Anklänge  an  fetztere 
xeigen,  ohne  dass  direkte  EntleJinung  wahrscheinlich  ist. 

*  Im  Folgenden  ist  der   Text  des  Elck.  und  der  Abschnitt  Privaeio  50 
Tasselonis  der  Fund.,   dem  die  Annales  Laurissenses   maiores  xu  O runde 
liegen  (NA,  24,  6S4),  vermischt . 


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-    27     - 

qualicunqae  malicia,  totum  hoc  super  Tassilonem  et  socios  eins  verteretur,  Fund. 
et   rex  et  Franci  essent  innoxii.    Hiis  verbis  papa  legatos*  Tajssilonis  ad 
ipsoin   remisit.     Rex   yero  acoepta  ab  apoetolico  benediccione  rediit  in  JSkk. 
Franciam,  deinde  venit  in  Warmaciam,  ubi  filios  suos  et  filias  cum  uxore 
5  Bua  Fastrada  invenit.    Ibi  ergo  habito  generali  conventu  coram  optimati- 
bii8  suis  omnia,  que  facta  sunt  in  itinere  sno,  narravit  eorumque  consilio 
l^atos  misit  ad  Tassilonem,  qni  monerent  enm,   utrum  apostolicis  iussis 
obedire^  sibique  fidem  servare  disponeret.     Qui  cum  nollet  obedire,  rex  Fund. 
tripartito  exercitu  Baioariam  petiturus  prope  dvitatem  Augustam  ad  Licum  F!kk. 

10  amnem  yenit,  qui  BavaroB  ab  Alemannis  dividitS  Pippino  filio  suo  cum 
italids   copiis  in  Tridentinam  vallem   confluente,   Saxonum  vero  atque 
oiientalium  Franconun  exercitu  super  Danubium  in  loco,   qui  Peringa  ^ 
dicitnr,  conveniente.    Videns  autem  Tassilo  se  undique  circumfusum  et^^i^^- 
qaod  Bavari  magis  essent  fideles  Earolo  quam  sibi,  ad  regem  supplex  reintFkk, 

15  veniamque  de  ante  gestis  sibi  dari  rogavit.  Rex  autem,  ut  semper  erat 
mitis,  deprecanti  pepercit,  acceptoque  ab  eo  filio  eius  Theodone  cum  aliis 
12obsidibn8  in  Franciam  rediit,  sicque  bello,  quod  quasi  maximum  yide- 
batur  futurum,  celerrimus  est  finis  impositus.  Deinde  anno  proximo 
sequenti  Karolo  apud  Ingelinheim  pasca  ceiebrante  et  generale  concilium 

20  habente  Tassilo  dux  sicut  et  oeteri  regni  primates  ad  venit,    quemad- 
modum   prenarratum*   est.     Sed  a  Bavaris   aocusatus,   quod   post 
datoe  proxime  obsides  fidem  non  senraverit,  sed  suadente  uxore  sua  Luit-  Fund. 
pnrga  Desiderii   Longobardorum  regis   filia  Avares,   id  est  Ungaros,  in  Fkk. 
dissipacionem  regni  vocaverit,  multaqae  hostiliter  et  dixisse  et  fecisse,  cum 

25  hec  negare  nequiret,  maiestatis  reus  iudicatus  est.  Et  dum  omnium  ore 
capitali  dampnaretur  sentencia,  rex  Earolus  adhuc  patricius  Romanorum 
ob  amorem  dei  et  quia  oonsangwineus  eius  erat,  liberale  eum  cupiens 
interrogavit,  quid  iam  agere  vellet.  Ille  autem  rogans  licenciam  sibi  dari 
pro   peocatis   penitendi   tonsuratur  et   in  monasterium,   quod  ipse  con- 

30  struxerat',  missus  est.    Similiter  et  filius  eius  Theodo.    Ceteri  vero  huius 
perfidie  consortes  per  diversa  exilia  dampnati  sunt.    Ulterius  autem  pro- 
Tincia,  quam  tenuerat  Tassilo,  non  duci,  sed  comitibus  est  commissa.   Post-^z^''^- 
hec^  Karolus  ad   Ratisponam  venit  ibique   maichas  et  fines  Bavarorum 
disposuit.     Alibi^   legitur,   quod   Tassilo  a  Karolo  in  prelio  publice i^un(/. 

35  devictus  cum  suis  vinculis  mancipatur  et  per  duarum  pelvium  ignitarum 
inspeccionem  exoecatur.  Qui  penitencia  ductus  ad  peticionem  principum 
absolvitur  et  libere,  quocunque  vellet,  ire  permittitur.  Ipse  igitur  ob  spem 
fnturonun  prospera  mundi  cuncta  despiciens  Lauriasam  devenit  ibique 
sub  specie  pauperis  habituque  religioso  et  ab  omnibus  ignotus  usque  ad 
10  extremum  vite  sue  terminum  permansit.  Post  multorum  vero  annorum 
curricula  iam  dictus  Karolus  Magnus  ad  ecclesiam  Laurisensem  pervenit 
ibique  solito  more  una  noccium  oracioni  vacans  Tasselonem  lumine 
carentem  per  manus  angeli  de  ara  ad  aram  cum  summa  reverencia  deduci 
proepexit  «. 

45  »  om.  C.      ^  vellet  add.  C.      «  dicitur  Peringa  C.      <*  om.  C.      «  per- 

spexit  C. 

•  Loserth  a.  a.  0.  S.  86,  Z.  17, 

•  Ä  25,  Z.  22  ff, 

•  Loserth  a.  a.  0,  S.  87,  Z.  12  r.  u. 

50  *  Vffl.  xum  Folgenden  meine  Ausfiihmngcn  NA.  24,  6^2. 


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-     28    — 

Fund,  Summo  igitur  diluculo  Karolus  Imperator  consui^ns  patrem  eoclene 
advocat  diligenterque  sciscitatur,  quisnam  sit,  cui  tanta  beneficia  ab  aogelo 
impensa  fuissent.  Qui  se  ignorare  respondit  Sequenti  itaque*  nocte 
abbas  cum  imperatore  bec  eadem  beneficia  iam  prelibato  TasBÜoni  ab 
angelo  impensa  videre  meruit.  Post  bec  Tassilo  febre  corripitnr  et  aooeptis  5 
ecclesiasticis  sacramentis  ex  instancia  virorum  religiosorum  vite  soe  orifp- 
nem  gravi ter  per  singula  suspirando  Ulis  enarrans  feliciter  migravit  ad 
dominum.    Ad  cuius  tumbam  dominus  quam  plurima  beneficia  auziliom 

Elk.^eiuB  implorantibus  impertiri  non  dedignatur.  Hie  est  Tassilo  dox,  qui 
in  servicio  et  officio  divino  devotissimus  existens  inter  cetera  monasteiia  10 
Fund,*  celebria  PoUingen  canonicorum  regularium  construxit,  item  Wessespranne 
sie  dictum  a  quodam  suo  venatore  dicto  Wesso,  qui  fönte  m  ibidem  a 
terra  builientem  a  se  repertum  ostendit.  Vidit  quoque  Tassilo,  dum  ex 
venacione  aprorum  quadam  vice  pemoctasset  ibidem,  scalam  ad  celoa 
porrectam  et  angelos  dei  ascendentes  et  descendentes  per  illam,  sanctum  15 
autem  apostolorum  principem  innixum  scale  et  canentem  ea,  que  in  officio 
dedicacionis  solent  decantari.  Item  fundavit^  monasterium  S.  Nicolai 
Herrn,*  Alt.  Patavie,   item   monasterio  Inferioris  Altach *>  plura   predia  dedit.     Item 

^7/'/*;.^  Pataviam  civitatem  Bawarie  instaurans  et  renovans  episcopatus  sedem, 
que  apud  Lauriacum,  vulgariter«  Ens  ^,  priusquam  ab  Hunis  everteretiir,  2«j 
erat  <^,  inibi  constituit.    Denique  in  choro  monasterii  inWelten- 
burch  versus«  **subscripti  babentur: 
Tassalo  dux  Bavarie,  fundator  baius  ecclesie, 
Sex  struxit  in  Bawaria  Thassalo  dux  monasteria: 
Weltenburch,     Chrembsmünster',     Larch,     Weczelsprnnn,  25 

Pfaffenmünster. 
Thassalo    dux^    primum,     postea    rex  fl^,    sed    monachus    ad 
imum.** 

*  igitur  A.     ^  Althe  C.      «  ow.  C.      *  07n.  C.     «  subscripti  versus  C. 

'  rex  C.      «  dux  C.  3U 

1  Bexw,  Äuct.  Ekk.  Altah.    SS,  17,  362. 

«  NA.  24,  685. 

»  NA.  24,  695,  Anm.  6. 

*  De  institutione  mon.  AÜah,    SS.  17,  370, 

^  Auct,  Ekk.  Altah.    SS,  17,  362,  35 

*  Vgl,  Janner,  L  87, 

'  So  alle  Hss,  Um  die  Seehsxuhl  xu  erreichen,  ist  wohl  xu  trennen : 
C?hrembs,  Münster,  wobei  unter  ersterem  Kremsmünster,  unter  letzterem 
Münchsmünster  xu  verstehen  wäre.     Vgl,   VO,  1,  97;  Jamier  1,  87, 

®  Der  letzte  Vers  stammt  angAlich  von  Tassilos  Qrahschrift;  rgl.  4U 
Loserth  a.  a.  0.  S.  88/89.  Der  Ingolstädter  Üniversitäisprofessor  Dietrteh 
Reysacher  schrieb  1511  die  Grabschrift  xu  Lorsch  ab.  Im  dm,  1226  sagt 
er  am  Schluss :  Ich  Dietrich  Reysacher,  beder  Rechten  Doctor,  Ozdinari 
der  Universität  Ingolstadt  unnd  kaiserlichen  Camergerichts  geschwomer 
Beysitzer,  bin  ofil  bei  dem  Grab  Tessilonis  gewest  unnd  hab  das  Epi-  45 
taphium  abgeschrieben,  also  lautent  in  lateynisch: 

Tessilo  dux  primum,  post  rex,  monachus  ad  imum, 
Conditur  hac  fovea.    Quem,  pie  Ohriste,  bea. 
Idibus  in  ternis  decesserat  iste  Decembris. 

Hoc  epitaphium  exscripsi  de  eins  sarcophago  decima  Mail  1511.  50 
(Bayrr.  Annalen  18S2,  S,  338;   Vaterland.  Magazin  1838,  S.  127.)      Vgl. 
NA.  24,  084,  ATtm,  4. 


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—    29    — 

Anno  domini  792.  synodo  Ratispone  collecta  heresls  Feliciana  sie 
dicta  a  quodam  Feiice  episcopo  dampnata  est,  qui  Christum  secundum 
hoc,  qnod  homo  eat,  adoptivum  filium*  dei  dicebant,  annoque^  sequenti 
Bvnodo  magna  in  Franconvurt  habita  heresis  item  Feliciana  dampnata 

5  est  et  über  contra  eam  communi  episcoponim  anctoritate  compositus  est. 
Quem  Felicem  Engilbertus  in  preeencia  Adrian!  pontificis  adduxit  et  post 
confessionem  heresim  abdicavit.  ßynodus  eciam,  que  ante  paucos  annos 
in  Constantinopoli  congregata  septima  universalis  ab  ipsa  appellata 
secundnm  cronicam'  antiquam,  ut  nee  septima  nee  aliqua^  dicere- 

10  tur,  snperyacna  ab  omnibus  abdicata  est.  Mortua  est^^  antem  Fastrada 
regina  uxor  Kaioli  et  Moguneie  apud  8.  Albanum  sepulta  est. 

Anno  domini  795.  Huni^^  missis  legatis  ad  Karolum  se  cum  terra 
sua  ipei  tradunt  et  christianitatem  promittun t. 

(Adelwinus.  3.    Sed.  an.  24.)    Anno  domini   788.   Adelwinus  766'. 

15  Batisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.^  Hic^  iuxta  decreta 
canonum  et  cum  auctoritate  Leonis  pape  LllJ  in  presencia  piissimi 
imperatoris  Karoli  recta  racione  in  synodali  concilio  cum  iudicio  episeopo- 
rum,  clericorum  necnon  nobilium  laicorum  de  loco,  in  quo  nunc  est 
monaeterium  S.  Emmerammi,  cathedram  pontificalemß^  mutavit  et  canonica 

20  auctoritate  in  civitatem  in  ecelesiam  S.  &tephani  prothomartiris  statuit  et 
sue  SQOcessoramque  suorum  proprietati  ac  potestati  deineeps  in  futurum 
abaiienavit. 

Hucusque  de  Constantinopolitanis  imperatoribus  trac 
tatum  est,   sed  deineeps  tantum  de  Bomanis  imperatoribus 

25  est  tra-ctandum   propter   imperii  translacionem.     Ubi  ad- 
vertendum  est,  quod  post  Constantinum  Magnum,  qui  imperavit Ja^.^ 
tempore   Silvestri   pape,    imperialis   sedes   apud   Constantinopoiim 
habebatur,  pro  eo  quod  predictus  Constantinus  Roman  am  sedem  vicariis 
S.  Petri  reliquit*»  et  apud  predictam  urbem  sedem  sibi  ordinavit.   Verum- 

30  tarnen  propter  dignitatem  imperatoree  Bomani  nuncupati  sunt  usque  ad 
illud  tempus,  quo  Bomanum  Imperium  ad  reges  Francorum  translatum 
est.  Poetea  vero  ilii  Grecorum  seu  Constantinopolitani,  isti  vero  Bomani 
imperatores  nuncupati  sunt. 

Est   autem  triplex  translaeio  Bomani  imperii  usque 

35  modo  regnante  Sigismundo  Bomanorum  rege,  qui  nunc 
regnat  anno  domini  1421.  1421. 

Prima^   est  de  Grecis  in  Francos,   que  facta  est  per 

«  dei  filium  C.        ^  Anno  quoque  0.       ^  aliquid  A  2.  3.  B  1.  0. 
^  autem   est  0.        «  Hunis  El.        '  om.   C.        e  pontificiaiem   B  1. 
40  ^  reliquerit  A.  C. 

^  Die  Stelle  findet  sich  fast  wörtlich  in  Einhwrds  Ännalen  x.  J.  794, 
doch  dürfte  sie  hier  wie  die  vorhergehenden  und  folgenden  Sätze  durch  eine 
spätere  Quelle  vermittelt  sein. 

'  So  Megenberg  i?n  Tretet,  de  lim.  p.  R.  cap,  2.    Da  Andreas  nach 
45  der  nämlichen  Quelle  Baturicus  614  folgen  lässt,  müsste  er  26  Episcopats- 
jähre  angehen.    Megenberg  selbst  sagt:  Sedit  annis  26  alias  24. 

•  Die  folgenden  Worte  sind  der  gefälschten  Btdle  Leos  JH.  erUno^nmen. 
Vgl  Janner  J,  117. 

*  Qraesse  S.  835. 

50  *  Die  folgende  Theorie  von  der  dreifachen  Translatio  entspricht  nicht 

den  Ansichten  des  Marsilius,  den  man  hier,  wie  oben  S.  15  und  18  f.,  benutzt 
erwartet,  sondern  dürfte  a^is  Megenbergs  Chronic  stammen. 


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—     30    — 

manus  Leonis^  pape  III.,  qui  Karolum  Magnnm  regem  Fran* 
corum  in  nrbe  inBomanum  imperatorem  coronavit.  Secnnda 
translacio  est  de  Francis  in  ItalicoB,  qne  facta  est  per 
manas  Sergii  pape,  qui^  post  Ludowicum  III.,  qni  faitde 
genere  Karoli  Magni,  cum  omnium  Bomanorum  yelie  Baren-  5 
garinm  italicam  potentem  dominum  Bomanornm  impera- 
torem fecit,  et  imperaverant  in  Italia  annis  54  nsque  ad 
Ottonem  I.  Tercia  translacio  fuit  de  Francis  sew  Gailicis 
in  Germanos  facta  per  Bomanos  tempore  Johannis  pape 
XII.,  qni  post  Berengarium  IV.,  qui  fuit  ultimns  imperator  l<i 
Italiens,  Ottonem  I.  Bomanorum^  fecit  imperatorem. 

Ekk.  (796.  96.     Leo  III.    Sed.  an.  20,  secundum  alios  25.)  .  .  .     Post 

hec  Leo  iste  Karolo  regi,  dum  in  die  natali  domini  ad  missarum  sollempnia 
ab  oracione  surgeret,  nichil  minus  speranti  coronam  imperialem  superposuit 
et  imperatorem  pronuncciavit  et  a  cuncto  populo  Bomano  acclamatum  est:  15 
Karolo  Augusto,  a  deo  coronato,  magno  et  pacifico  imperatori  Bomanorom 
Tita  et  yictoria.  Post  qaas  laudes  unctus  ab  apostolico  et  antiquomm 
more   principum   ab   eo   adoratus   ablato   patridi  nomine  imperator   et 

Augustus  appeliatur 

Per  hunc  igitur  Leo'nem  in.  facta  est  translacio  im-  ^ 
perii   de  Grecis   ad    reges  Francorum  et  ex  consequenti  in 
Germanos,   et  sie,  ut<^   yerbis   magistri   Conradi   de   Monte 
puellarum'  utar,  per  Stephanum  II.  inchoative  translatnm 
est  Imperium  Bomanorum  in  personam  Karoli  Magni  in  dando 
sibi  auctoritatem  advocatoriam  defendendi  ecclesiam  dei  25 
et   Adrianus  I.  auxit  hanc  potestatem    in    faciendo   ipsum 
patricium   Bomanorum,   id  est  patrem  et  tutorem  quasi  <> 
pupillorum    et    yiduarum,    sed   Leo  III.®    papa    huiusmodi 
translacionem   perfecit    finaliter    et   implevit.      Sed    quia 
iustnm  est  omnia  a  fine  denominare,  ergo  Leoni  pape  pocius  3<) 
Jfar^. est  huiusmodi  translacio  asscribenda.    Hie  Leo  fecit  porticum 
S.  Petri 

Ekh  (801.   70.    Karolus  Magnus.     Beg.   annos  14.)    *  **Anno   domini 

Ekk  *Anno   domini  792.'  Karolo   Magno   a  natali  domini  per   totam 

estatem  Batisoone  commorante  quibusdam  Francis  agentibus  conspiravit  35 
contra  eum  nlius  eius  Pippinus  ex  concubina  itemque  alii  propter  Fast- 
radam  reginam,  cuius  crudelitatem  se  ferre  non  poese  Franc!  dicebant. 
Que  conspiracio  cum  per  Fardulfum  Longobardum  detecta  fuiaset, 
ipse  ob  mehtam  fidei  servate  monasterio  S.  Dyonisii  donatus  est, 
auctores  yero  coniuracionis  partim  gladio  cesi,  partim  patibulo  sob-  40 
pensi  sunt.  Bege  s  autem  propter  bellum  cum  Hunis  susoeptum 
Begenspurc  sedente  persuasum  est  ei  a  quibusdam  percommode  a  Danubio 

»  cui  Bl.  ^  fecit  imp.  Bom.  C.  «^  ut  —  utar  om,  0  6.  *  om.  C. 
e  papa  III.  0.        f  712!   B  1.        »  rex  B  L 

^  Vgl  untm  Z.  20^31  45 

*  Man  sollte  ertcartefiy  dass  gerade  diese  Worte  sich  in  Msgenbergs 
Tractatus  de  translaiione  imjjerii  finden.  Dort  ist  xicar  in  Kap,  3  und  4 
(Cod.  Eichst  698,  S,  408—410)  in  obigem  Sinn  abgefiandeU,  aber  mit 
andern  Worten.  SolUe  obiger  Wortlaut  also  aus  Megenbergs  Chronik 
stammen  ?  50 


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—    31    — 

801.    Karolus    MagnuB    rex    Francorum ,    Pippini    regia    filiosi    regnare  Ekk. 
cepit  regnavitque   annis  14.    Hie  Karolus  dictus  est  Magnus  a  magnitu- 
dine  virtutum.   Fuit  autem^  nacioneTeutonicus,  quiaFrancus^  Germani- 
cus   erat.    Nam  id  habet  commuDis  assercio  Germanorum,   quod  locus 

5  originis  sue  fuerit  YÜia  Ingelnheim,  que  a  civitate  Moguntina  tantum  per 
duas  lencas  distat.  Ad  quam  intencionem  magister  Conradus 
de  Monte  pnellarum^  auctoritate  cronice  Godefridi  Viter- 
biensis  quondam  iinperialis  curie  cappellani  et  notarii  ponit 
hu  nc  versum : 

10  Natus  in  Ingelnheim,  cui  Berchta  fit  Ungara  mater. 

Puit  autem  Karolus  corpore  decorus,  sed  visu^  ferus^ Flor. 

Ab  hoc  quoque  Karolo  primitiva  fundacio  monasterii  in  Metern  ^  Fund.^ 
exordinm  habuit  in   hnnc  modum.     Cum   enim    ipse  Karolus  Magnus 
provinciam  Bavarie  optineret,  accidit,  quod  transitum  faceret  in  venacione 

15  positus  per  locnm,  in  quo  predictum  monasterium  pronuncest  situin,  tunc 
silvaticam  existentem  viditque  ibidem  hominem  disposicione  heremitica 
existentem,  qui  in  construcdone  cuiusdam  ceilule  extitit  occupatus  et 
bipennem,  cum  quo  iigna  exscindebat,  ad  radios  solares  suspendentem. 
Quo  yiso  miraculo  predictus  rex   ammonuit  prefatum  heremitam  nomine 

20  in   Bhennm   nayigari,   si  inter  Badanciam,   volgariter   Eegnicz,   et  EH-. 
Aitimonam,  volgariter  Altmül,  fluvios  eiusmodi  fossa  duceretur,  que 
esset  navium  capax,   quia  horum  fluviorum  alter  Danubio,   alter  Bheno 
misceretnr.     Confestim  rex  cum  omni  comitatu  suo  ad  locum  huic  operi 
aptum   venit  ac  magna  multitudine  hominum  congregata  totum  autumni 

25  tempuB  in  hoc  consumpsit.  Ducta  est  itaque  fossa  inter  predictos  fluvios 
2  milium  passnum  longitudine,  300  pedum  latitudine,  sed  frustra.  Nam 
propter  inges  pluvias«  et  terram,  que  palustris  est  naturaliter,  opus,  quod 
fiebat,  Stare  non  potuit,  sed  quantum  terre  a  fossoribus  de  die  egestum 
fnerat,   tantum  noctibus  humo  iterum  relabente  subsidebat.    Quo  sie  in 

30  hoc  opere  occupato  nunciata  est  Saxonum  omnimoda  defectio  et  Fran- 
corum plurima  a  Sarracenis  interfectio.  Quibus  rebus  commotus  in 
Frandam  revertens  natale  domini  celebravit  apud  S.  Kilianum  Wirciburk, 
Bcilicet  iuxta  Moenum  fluvium,  pascha  vero  super  eundem  in  villa  Fran- 
conovurt,  ubi  et  hiemaverat.    add,  B  1. 

35  **Anno'   domini  800.    Karolus  Augustus»  terram  Avarorum  siye  Herrn.*  Alt, 

Hunorum  per  bellum  continuum  8  annorum  capiens  Avaribus  expulsis 
ipsam  terram  Avariam  sive  superiorem  Pannoniam,  que  nunc  nomen  ^ 
tenet^  Austrie,  totam  inter  ecclesias  Bawarie,  pontiiices  et  abbates,  comites 
dividit  et  barones.   Ubi  ecclesie  Inferioris  Altach  *  non  parvam  dedit  por- 

40  cionem.    am  Band  A  1.  B  1,  im  Text  C. 

»  om.  C.  ^  usu  B  1.  c  yerus  carr.  severus  AI.  ^  Meten  C. 
•  fluvioB  B  1.  '  Hie  eciam  Karolus  C.  »  Magnus  C.  ^  dicitur 
Austiia  0.        ^  Althe  C. 

*  Von  kier  an  bis  distat  fast  gleichlautend  in  Megenhergs  Tract.  de 
45  transl.  imp.,  Cod.  Eichst,  698,  S.  411. 

*  Megenberg  das. :  Ad  idem  Gotfredus  {der  vorher  quondam  imperi* 
alis  cnrie  capellanus  et  notarius  genannt  ist)  in  cronica  sua  ponit  hune 
versum:  Natuis  ttc.  und  ebenso  in  seinem  Tractatus  de  lim.  p.  R.  cap.  5: 
De  quo  Karolo  ponit  Gotfredus  Yiterbiensis  olim  imperialis  curie  capellanus 

50  et  notarius  in  chronica  sua  hune  versum:  Natus  etc. 

*  NA.  24,  696. 

*  De  instttutione  mon.  Altahensis  SS.  17,  370. 


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—    32    — 

Fund.  Uttonem,  ut  aliquid  peteret  ad  profectum  auum,  quod  presto  eaaet  se 
daturum.  Qui  peciit,  ut  cultus  dei  in  construccione  cuiusdam  monasterii 
amplificaretnr.  Quod  rex  statim  annuit  et  monasterium  ibidem  fieri  iussit 
et  muneribus  magnificis  legaliter  sublimando  dotavit 

Eid;.             Hie  eciam  post  sueceptum  imperium,  cum  adverteret  multa  l^bus  5 
populi   sui   deesse,    Gennanis^  sive  Teutonicis  in  lingwa  germanica  »ve 
teutonica  quasdam  leges  dedit,  que  a  multis  hodie  habentur 

Flor,  Tandem  febre  et  pleuresi  pulsatus^  5.  Kai.  Februarii  deoesait  anno 

Ekk.  etatis  sue  72.,   regni  46.,  imperii  14.,   indiccione  7.,  sepultus  Aquisgrani 

in  basilica  ^,  quam  ipse  construxerat 10 

Deinceps  tantum  de  Bomanis  imperatoribus,  ut  pre- 
missum  est,  tractandum  propter  imperii  translacionem. 
814,  (Baturicus.  4.  Sed.  an.  26.)  Anno  domini  814^  Baturicus 
Batisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.  Item  a  Batnrico 
Batisponensi^  episcopo  Hemma  regina,  mater  Karoli  im- 15 
peratoris,  monasterium  beatissime^  semperque  Virginia 
matris  domini  nostri  Jesu  Christi  Marie  in  civitate  Batis- 
pona,  quod  dicitur®  Obernmünster,  sollempni  et  legitime 
concambio  recepit***.  Utrum  autem  Karolus  iste,  cuius  hie 
fit  mencio,  fuerit  II.  vel  III.*  huius  nominis  imperator,  20 
certum  habere  non  potui . 

Flor.  (815.  71.    Ludowicus  I.    E^.  an.  25.)    Anno  domini  815.   Ludo- 

wicus   cognomento  Plus,  Karoli  Magni  filius,  regnare  cepit  regnayitque 

Marl,  annis  25.  Hie  habuit  duos  fratres,  unum,  qui  Teutoniam,  alium,  qui 
Hyspaniam  regebat,  et  ambos  superavit.  Qui  eciam  ultimo  malum  finem  25 
habuerunt.  Hie  Ludowicus  tres  filios  habuit,  yidelicet  Lothariom, 
Pipinum  et  Ludowicum.  Primum,  scilicet  Lotharium,  cesarem  feeit,  cui 
eciam  Italiam  regendam  commisit.  Secundum,  scilicet  Pipinam, 
Aquitanie  regem  fecit.  Tercium  vero,  id  est  Ludwicum,  Bayaris  et 
Germanis  regem  et  principem  fecit.  Hie  Lud  wicus  rex  Germanorum  14  30 
duces  Bohemorum  cum  suis  sequacibus  baptizari  fecit  et  in  fide  christiana 

i^/or.  diligenter  edoceri.  Item  Ludwicum  imperatorem  filii  sui  capientes  ali- 
quamdiu  incluserunt,  sed  eodem  anno  penitentes  yeniam  postulantes  ipsom 
restituerunt 

*  pro    monasterio    in    Mansee^^    quod    regina   eadem  35 
ecclesie  Batisponensi  dedit  in  recompensam.    add.  C. 

»  correptus  C.  ^  beate  Marie  culd,  C.  ^  episcopo  Batisp.  C. 
^  beatissime  —  Christi  om.y  dafür  sancte  C,  oni,,  dafür  beatissime  yirginis 
A3.        «  Obermünster  dicitur  C.    ^  Mänse  C  1. 

^  Der  Schiusa  dieses  Saixes  hei  Megenberg,  De  transl,  itnp.    Cod.  40 
Eichst.  698y  S.  411, 

'  So  auch  Megejiherg  Tract.  de  lim.  p,  B.  cap.  2  und  5,  aber  beide 
Male:  Sedit  annis  28  alias  30. 

^  Vgl.  daselbst  cap.  5:  Hemma  eiusdem  Karoli  genitrix  idem 
monasterium  a  Balurico  Batisponensi  episcopo  legitimo  concambio  recepit  45 

*  Megenberg  a.  a.  0.  cap.  5  entscheidet  sich  im  Zweifel  über  Karl 
den  Orossen  und  Karl  den  Kahlen  für  letzteren.  In  G  1  am  Rand  von 
der  Hand  des  Ghristophorus  Hoffmann :  Carolus  iste  f  uit  III.,  qui  et  Crassus. 
Lege  Privilegium  superioris  monasterii  a  Carolo  III.  traditum  (886  Febr.  16), 

«  Mondsee.      Über  die  Urk.    (833,   nicht  831,  Fein;  13)  vgl  Janner  50 
h  182  ff. 


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-    33    — 

(Enchanfridu«.  5.  Sed.  an.9.)  Anjiodomini  840.*  ErchanfriduscS^f?. 
Ratisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus. 

(840.  72.   Lotharius  I.   Eeg.  an.  10.)    Anno  domini  840.  Lotharius  Flar, 
filius  Ludwici   imperatoris  supradicti  regnare  cepit  regnavitque  annis  10. 
5  Hie  £x)thanu8  filius  Ludwici  senior  solns  sibi  usurpat  imperium.    De  hoc  Mart. 
alii  duo»  fratres,  scilicet  Earolus  et  Ludwieus,  dolentes  bellum   contra 
ipsum   parant  et  in  pago  Antisiodorensi  convenientes  tarn  grave  prelium  Flor. 
coinmiserunt,  quod  nulla  etas  meminit  tantam  stragem  hominum  in  regno 
FrancoTum.    Tandem  pacto  inito  Earolus  regnat  in  Francia,  Ludwicus  Jar.^ 
10  m  Germania  et  Lotharius  sibi  remanente  imperio  in  Italia  et  parte  Franciei  Matt.    Joe, 
qne  ab  ipso  Lotharingia  dicitur 

(Embricho.  6.  Sed.  an.  30.)  Anno  domini  850.^  E mb rieh o 550. 
Katisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.  Hiisdem  t/^m^oTi- Fund,* 
bus^  Rathardus  presbiter  apud  territoriam^  Diessense  <^ ",  quod  propter 
15  sonitum  aque  ibidem  decurrentis  nonlen  accepit,  monasterium  S.  Georii 
martiris  constrnxit  ibique  canonicoe  reguläres  ordinis  B.  Augustini  coadu- 
navit.  Hoc  postea  per  Arnulfum  duoem  et  comitem  palatinum,  perdicionis 
filium,  x>enitQ8  est  destructum  et  ab<*  inhabitacione  hominum  per  muita 
temporum  curricula  mansit  desolatum,  donec  per  alios  Christi  fideles 
20  extitit  re^^tauratum. 

(871.  107.  Johannes  VIII.  Sed.  an.  10.)  ...  Sub  hoc  celebrata  3faW. 
est  8.  synodus  in  Constantinopoli  383  episcoporum.  Et  quia  regule 
huius  sancte  ac®  universalis  synodi  habentnr  apud  nos, 
canonem  unum  de  eisdem  de  adorandis  imaginibus,  quas 
25  heretici  hiis  temporibus  confringunt,  cum  sua  rubrica 
huic  operi  inserere  curavi: 

Yt  honoretur  et  adoretnr  imago  domini  nostri  Jesu  Christi,  eque 

sanctorum  über  ewangeliorum  et  figura  preciose  crucis,  simiiiter  et  inte- 

merate   matris  eins  et  dei  genitricis  Marie  et  omnium  sanctorum  necnon 

3()  et  oelestium  ministrorum.' 

(872.  74.  Karolus  II,  Reg.  an.  2  men.  9.)  Anno  domini  872, 
KaroluB  II.  frater  Ludwici  II.,  alibi^  f rater  Lotharii  imperatoris  et  rex 
Gallie,  imperium  invadens  regnare  cepit  regnavitque  annis  2  et  mensibus  9. . . 

Quid  am  sc  ri  bunt  hunc  fuisse  patruum^  Ludwici  il.  et  eodem 

35  mortuo  imperium  adeptum  fuisse.    In  quadam  deniques  cronica*' 

in  numero  impeiatorum  non  ponitur 

(875.  75.    Karolus  III.    Reg.  an.  12.)    Anno  domini  875.  Karolus,  MarL 
qui  dicitur  Grossus  vel  iunior,  rex  Alemannie,  id  est  Swevie,  filius  Lud- 

»  fratres  duo  0.      ^  om.  C.      ^  Diassense  A3.      ^  oiti.  A.      ^  et  C. 
40  ^  alibi  —  Gallie  am  Rand  A  1.  om,  A  2.    im  Text  ohne  frater  A  5.   die 
übrigen  Hss,  iyn  Text.        «  tarnen  C. 

*  Megenberg:  842  und:  Sedit  annis  10  alias  9.    Vgl.  Jamwr  i,  200  f. 
''  Oraesse  S.  887. 

'  Megenberg:  852  und:   Sedit  annis  34  alias  30.    Vgl.  Janncr  7,  215. 
45  '  NA.  24,  685. 

*  Die  Quelle  nennt  das  Jahr  SÜO. 
''  Diessen  am  Ammer  nee. 

"  Folgt  Kap.  3  {xu  dem  auch  die  vorausgehende   Überschrift  gehört) 
der  RegtUae  sanctae  ac  universalis  <S.  synodi  Consta7itinopolitanae,  gedr. 
50  Mansi  16,  161.    Harduin  5,  000. 
^  So  Flor, 
»  Ekk. 

Quellen  und  Erocrterungeu  N.  F.  1.  3 


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_    34    - 

Martmci  regia  Germanie,  qui  fuit  nepos  Karoli  Magni   et  filius  Lndwici  L, 
regnare  cepit  regnavitqae  annis  12.    Hie  Galliam  et  Germaniam  padfioe 

Ekk.  possidens  anno  imperii  sui  2.  a  Johanne  papa  coronatur.  Hie  habuit  duos 
fratres  Lodewicom,  qui,  at  aiunt,  tenuit  OBtrofranciam,  et  Kariomannum, 
qui  tenuit  Bavariam  et  appellabatur  rex  Bavarie,   cuios  filius  Amolfiis  5 
postmodum  obtinuit  monardüam 

880,            (AspertuB.    7.    Sed.  an.  4.)    Anno  domini  880.^^  Aspertas 
Batisponensi  ecclesie  preficitnr  episcoputf 

Ekk.  (888.  76.    Arnolfus.    Beg.   an.  12.)     Anno  domini  888.    Arnolfos 

filius  Karlomanni,  qui  fuit  f rater  Karoli,  qui  ^  dictus  est  Grossaa,  r^piare  10 
2^?u^.' cepit  regnavitque  annis  12.     Hie  Arnolfus  regum  £urope  famosiasimus, 
cum  Nortmanni  pessimi  pagani  episcopia  et  monasteria  sanctorum  deyasta- 
rent  et  episcopos   unacum   canonicis,  monachis   et  sanctimonialibus  in- 
differenter necarent,  conducto  exercitu  in  fines  oocidentalium  Francorum, 
ubi  hostes  consederant,  devenit.    Tunc  ceteris  omnibus  pre  multitndine  15 
nimia  paganorum  et  ob  pedestre  bellum  Francis  eatenus  insolitum  despe- 
rantibus  rex  solus  in  rege  regum  spem  suam  ponens  et  exhortadonibus 
vaUdis   ad   ulciscendum  Christianorum   sangwinem  incitans  milites   ipee 
yexillum  anteferens  preliari  cepit,  et  mox  subveniente  gracia  dei  victona 
cessit  ad  Christianos,  ita  ut  ampnis  alveus,  cui  insederant  et  antea  Ulis  20 
pro  muro  fuerat,  tunc  cadaveribus  interceptus  universis  stupentibos  siocus 
appareret.    In  eo  prelio  cesi  sunt  duo  reges  Nortmannorum  et  Danorum 
Bigefridus   et  Godefridus  necnon  regia  signa  16  ablata<^  et  in  Bawariam 
pro  testimonio   8unt<^  transmissa.    Tunc  quoque  rex  cum  omni  exerdtu 
ad  letanias  procedens  laudes  magnificas  deo  celebrare®  preoepit,  qui  talem  25 
suis  tribuit  triumphum,  ut   uno  de  parte  Christianorum  occiso  mille  de 
parte  paganorum  perirent  usque  ad  unum.    ^Hic  Arnolfus  anno  7.  r^^i 
sui  a  Formoso  papa  coronatus  imperatoris   et  August!  nomen  sortitar. 
Hie  pre  ceteris  regni  sui  locis  Ratisponam  metropolim  Bawarie  dilexit. 
Unde  eciam  ob  honorem  preciosi  dei  martiris  Emmerammi  mnroe  eins  90 
ampliiicayit  et  auxit  monasteriumque  dicti  martiris  Emmerammi  plurimam 
adornayit  ac  largis  possessionibus   locupletavit.     Hie  cum  trinmpho   de 
Gallia   a   cede    Nortmannorum   In   Bawariam    rediens  ossa    S.   Dyonisü 
Ariopagite  secum  tulit,   que,    quamdiu  incolumis  vixit,   secum   retinuit. 
Tandem   sendens  sibi  mortem  imminere  S.  Dyonisii  ossa  dicto  monasterio  35 
S.  Emmerammi,   quod  situm   est  Ratispone,   perpetuo  servanda  tradidit 
unacum  ewangeliorum  libro,^  qui  sie  ornatus'  est  ab  extra  auro 
gemmisque  preciosis,  intus  vero  aureis  litteria  scriptus^  per 
singulos  margines  omnium  foliorum  singulas  habens  miran- 
Üfar/.das  picturas,  quod  yix  ei  similis  possit  reperiri.    Ipee  vero  40 
Arnolfus  paralisi  dissolutus  nulla  arte  medicinali  poterat  adiuyari^  quin  a 

»  880  corr.^  890  A  1.,  dw  übrigen  Hss.  880.  ^  Grossi  staU  qui  — 
GroBsus  C.       ^  sunt  add.  C.       ^  om.  C-      ®  celebrari  C.      *  ordinatus  A  2. 

*  Megenherg:  886.     Vgl.  Janner  i,  25h  254, 

«  NÄ.  24y  698.  45 

*  Das  Folgende  stammt  aus  Regensburger  Atifxeicknungenj  von  denen 
sich  fast  gleichlatUende  Bruchstücke  in  den  Fund.  {clm.  14594,  Bl.  66  und  67) 
finden.     Vgl  NA.  24,  700. 

*  Der  berühjnte  Codex  aureus  vmi  St.  Emmeram,  jeixt  clm.  14000  = 
eim,  55  der  k.  Hof-  U7id  Staatsbibliothek  xu  München,     über  die  Es,  vgl,  50 
neuestens  Chroust,  Monumenta  palaeographica,  Lief.  2,  Taf,  2,  und  Swar- 
xenski,  Die  Regensbiirgcr  Buchmalerei  (Lcipt.  1901),  S.  29  ff. 


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~    35    — 

deepectis  iniraicis,   qui  eum   invaserant,   consumeretur   et  nonnulli   inde  Hart, 
veneiicii  et  maleficii  criminati  puniti  Bont.  Hie  aepultus  est  inchoro 
dicti  monasterii  S.Emmerammi\  Caius  anniversarius  agitnr 
ibidem*  in   die  8.  Virgilii*>',  concluditurque  officinm   pro^V.  27. 

5  defunctis  cum  antiphona^  subscripta:  Fidelie  Cesar  beatis  reli- 
quÜB  potiri  gaudens  apud  iilas  ipse  sepeliri  preelegit  Dyonigü  sese 
speranB  subaidio  et  tutela  falciri.  Unde  et  desideriaai  est  impletum 
in  hoc  viri.  fiic  est  iUe  Arnolfus,  qui  ad  Macharii  ferbuit  cultam, 
quem  et  dilexit  mnltnm.       Hie  est  enim  ille  Arnolfus,       qui  ei,  quem 

10  vivens  eoluit,      tandem  abesse  mortnus  noluit,      martiri  Christi  glorioso, 
*  quem  in  celis  coronatum      novit  iapide  preeioso. 

(890.  111.    Formosus.     Sed.  an.  5  men.  6.)  .   .   .    Qui  in  Ratis.  F/or. 

pona  monasterium  S.  Emmerammi  dedicavit 

(Tuto.   8.   Sed.an.35.)   Anno  domini  894.«^  Tuto  monaehus5.W. 

15  et  custos  ecelesie  8.  Emmerammi  Batisponensi  ecclesie 
prefieitur  episeopus. 

(901.  77.    LudowicuB  III.   Reg.  an.  6  vel  12.)    Anno  domini  901.F/or. 
Ludowicas  Arnolfi  imperatoris  filius  adhuc  puer  regnare  cepit  regnavit- 
que  annis  6',   seeundum   alios  yerol2^     Hie  ad  eoronam  imperii 

20  non  pervenit.   Unde  ipse  fuit  finis  imperii  quantum  ad  posteritatem  Karoli 
cnlpis  exigentibus,   quia  ecclesiaa,  quas  patres  eorum  exstruxerant,  non 
foyebant,   sed  dissipabant.    Immo  Francigene  non  adiuvabant   Bomanoe  3/ar/. 
contra  Lombardos  rebellantes  et  ipsis  multas  iniurias  inferentes.   Ob  quam 
causam  seeundum  sentenciam  Bomanorum  facta  est  seennda 

25  imperii  translaeio  de  Francis  in  Italicos  per  Bomanos  et 
Sergium  papam  III.  Nam  Sergius  papa  propter  multas 
negligeneias  Ludwici  peractas  eum  omnium  Bomanorum 
yelie^  Berengarium  italieum  potentem  dominum  Boma- 
norum imperatorem  feeit  et  sie  tempore  illius  Ludwici  dividi  cepit 3/ar/. 

30  imperium.  Quidam  enim,  sicut  infra  patebit,  tantum  in  Italia  et 
quidam  tantum  per  Alemanniam  imperabant  usque  ad  Ottonem  I.,  qui 
cepit  utrobique  imperare.  Iste  Ludwicus  Berengarium,  qui  tunc  regnabat 
per  Itaüam,  fugavit,  et  cum  pro  ipso  regnaret,  Verone  capitur  et  exoe- 

35  *  5.  Kai.  Decembris,  id  est  add  C  6.        ^  Vigilii    A.  B.  episcopi 

add,  C.        «  890  corr.  894  A  1.  895  A  2.  C  1   2.    885  A  3.  4.  5.  B  1.  C  6. 

*  Über  das  arab  Walderdorff*  S.  SSO, 

'  '  VirgüiuSf   nicht  Vigiliua.     Auch  nach   den  Nekrolog ien  van  St. 

Emmeram  wurde  Aniulfs  Gedächtnis  am  27.  Nov.  gefeiert:    5.  Kai.  Dec. 

40  Pie  memorie  AmoJfus  Imperator  fundator  huius  loci.  MB.  14,  402. 
VO.  13, 398.  Über  abiceichende  Daten  rgl.  Dümmlery  JahrbücJier  des  o.st- 
{rank.  Reichs  2,  472.  P.  Roman  /Arngibl  berichtet  {Neue  hist.  AbhandL 
der  churf.  baier.  Akad.  d.  W.  3  (17U1)^  37S),  wie  noch  xu  .meinen  Zeiten 
der  Jahrtag  abgeJiulten  icurde.     Vgl.  auch  Gemeiner  1,  96. 

45  ■  Schluss  des  Officiums  der  Trantilatio  S.  Dionysii;  gedr.  nach  clm. 

14600  und  dem  Druck  des  Breviarium  S.  Emmerammi  B  vom  J.  1571 
in  Dreves,  Atialecta  hymnica  13,  108.  Atich  enthalten  in  dem  Anti- 
phonarium  clm.  14084,  Bl.  ISl,  in  uelcliem  das  am  Anfang  stehende 
Kalendarium  xum  27.  Nov.  auch  den  Eintrag:   Anniversarius  Amolphi 

50  aufweist. 

*  Megenberg:  890.     8edit  annis  36  alias  35      Vgl.  Janner  1,  255  f. 
«  Mart. 

"  Flor.     Eid:. 

'  Vgl.  S.  30,  Z.  5. 

3* 


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—    36    — 

Mßnn,  catür,  et  Berongarius  imperio  restituitur.  Hie  Ludowicus  moritnr  et 
Fund,^  Ekk.  Batispone  in  medio  chori  monasterii  S.  Emmerammi  sepelitur*.  Huias 
temporibus  Conradus  pater  Conradi,  qui  postea  per  Alemanniam  regiuiTit, 
fratrem  Adelberti  comitis  occidit.  Fuit  autem  Adelbertus  iste  fiiius 
soröris  Heinrici  ducis  ^,  sed  postea  regia,  que  dicta  est  ßabam,  a  qua  et  5 
mons  Babenberg  Dominatur 

Ekk.  (Conradua.  Beg.  ao.  7.)  Anno  quoque  domini  913.  Conradus  filias 
Conradi,  quem  Adelbertus  occidit,  vir  strenuus  bellorumque  exercicio 
doctu3,  omnium  eleccione  in  Alemannia  regnare  oepit  regnavitque  annis  7. 
Huius  temporibus  potentissimi  principes  erant  Amolfus  in  Bawaiia,  1^ 
Burchardus  in  Suevia,  Eberhardus  comes  potentissimus^  in  Francia,  GisU- 
bertus  dux  in  Lotharingia,  inter  quos  Heinricus  Saxonum  et  Thnringonim 
dux  prepotens  pollebat.  Secundo  autem  regni  eins  anno  memorati 
principes  huic  presertim  rebelies  extiterant.  Quos  ille  tam  sapiencie  vigore, 
quam  fortitudinis  robore  superavit  suamque  ad  fidelitatem  perduxit.  15 
Amolfus  autem  nimio  terrore  coactuB  cum  uxore  ac  filiis  ad  Ungaros 
fugit  ibique  usque  ad  obitum  Conrad!  permansit 

Ekk,  (Heinricus  I.    Beg.  an.  17.)     Anno  domini   921.   post  Conradum 

Heinricus  genere  Saxo,  fiiius  Ottonis  ducis,  regnare  cepit  regnavitque 
annis  17.  Hie  Heinricus  appellatus  Humilis  babuit  uxorem  nomine  ^ 
Mathildam  sanete  conversacionis  feminam,  ex  qua  genuit  Ottonem  Magnum 
et  Heinricum  ducem  Bavarie.  Heinricus  dux  Bavarie  genuit  Heinricum 
ducem  dictum  Hezil.  Hie  Heinricus  genuit  Heinricum  Babenbei^naem 
dictum  Pacificum,  qui  sine  berede  discessit  Hie  Heinricus  dictns 
Mart.  Humilis  inter  imperatores  non  computatur,  quia  non  regnavit  in  Italia  nee  25 
fuit  per  papam  coronatus.     Legitur  tamen  in  antiqua  cronica, 

Ekk,  qaod,  cum  unccio  et  dyadema  a  summo  pontifice,  qui  eo  tempore  Herigenis 
erat,  sibi  ofierretur,  non  sprevit  nee  tamen  suscepit:  Satis,  inquiens,  michi 
est,  ut  pre  maioribus  meis  rex  dicar  et  designer  divina  annuente  grada 
yestraque  pietate.  Penes  meliores  vero  nobis  unccio  ac<^  dyadema  alt  30 
Tanto  honore  nos  arbitramur  indignos.  De  isto  Herigero  summo 
pontifice^   in    cronicis    nullam    inveni    mencionem    preter- 

E1ck,^VLS,m  in  cronica  antiqua,  ut  premissum  est.  Eo  tempore 
Amolfus  dux  audita  morte  Conradi  regis,  qui  sine  berede  decessit,  cum 
uxore  et  üliis  ab  Ungaria  rediens  honorifice  a  Baioariis  suscipitur  nee  3ö 
solum  suscipitur,  sed  eciam,  ut  rex  fiat,  vehementer  ab  eis  exoratur.  Bez 
autem  Heinricus  cum  inter  omnes  regni  principes  sibi  obtemperantes 
Arnolfum  solum  realst ere  cerneret,  coUecto  exercitu  prevalido  Baioariam 
tetendit  eumque  iuxta  quosdam  in  presidio  urbis  Batispone  obsedit. 
Quod  ille  videns  seque  regi  resistere  non  sufficere  perpendens  portis  apertis  40 
egressus  est  ad  regem  tradens  semetipsum  cum  omni  regno  suo  et  honori- 
fice  susceptus  ab  eo  amicus  regis  appellatus  est.    Quidam  vero  scribunt, 

a  om.  alle  Hss.^        ^  om.  C.        c  et  C. 

'  NA,  24,  700.     Vgl.  Janner,  l  282. 

2  Über  das  Grab  Walderdorff*  S.  337.  45 

•  Aus  dem  Ausdruck  summo  pontifice  bei  Widukind,  auf  den  die 
folgenden  Quellen  ^zurückgehen,  ist  ein  Irrtum  entstanden,  der  sich  in 
viele  Quellen  fortgepflanU  hat.  Nicht  um  einen  Papst,  sondern  um  den 
Erxbischof  Heriger  von  Maiux-  handelt  es  sieh.  Vgl,  WaitXj  Jttkrb.  d, 
dt.  Beichs  unter  Heinrich  L,  S.  220.  Beachtenswert  ist,  wie  Andreas  seine  50 
Quelle  Icontroliert. 

*  Steht  so  bei  Ekk. 


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—     37     — 

quod  noD   passus  sit  Arnolfus  adventum  regia  in  Bawaria,  sed  collectis,  J^A:/«:. 
qoibus    potuit,    copiis  obviam  ei  processerit  ad   pugnatn.     Cumque  in 
eo  essent,  ut  bellum  inire  deberent,  rex  Heinricus,  ut  vir  sapiens  et  timens 
deum,   cogitans   ex   utraque   parte   dampnum  irreparabile  posse  acddere, 

d  Arnolf  0,  ut  solus  cum  solo  loquatur,  denunciat.  Heinricus  igitur  prudenti 
sermone  alloquens  Amolfum  increpat  eum,  cur  dei  ordinacioni  resistere 
velit,  cum  se  ab  omni  populo  electum  sciret,  quod  nisi  deo  disponente 
non  fieret,  affirmans,  quia,  si  populus  eque  comm uniter  eum  eligeret  et 
se,  forte  ipee  primus  in  eius  eleccionem  acclamaret.    Hiis  verbis  demnlsus 

O  Arnolfus  ad  suos  rediit  indicans  eis  Heinrici  sermones.  Qui  consilio 
eorum  eleccioni  ipsius  Heinrici  consensit,  ea  tarnen  condicione,  sicut  ex 
coDsilio  habuerat,  si  sibi  hoc,  quod  deoessores  eius  non  habuere,  conce- 
deiet,  flcilicet  ut  tocius  Bavarie  pontifices  sue  poteetati  subiacerent  uno- 
qae*  defuncto  alterum  ordinäre  lioeret.    Arnolfus  igitur  miles  Heinrici 

5  efficitur  et  ab  eo,  ut  dictum  est,  concessis  sibi  tocius  Bawarie  pontificibus 
bonoratur.  Hie  est  Arnolfus  ille,  super  cuius  denotacionem  S.  Udalrico 
Augnstensi  episcopo,  ut  in  libro  gestorura  eius  legitur^,  ostensus  est 
gladius  sine  capulo.  Qui  rex  fieri  frustra  cupiens  Invasor  regni  extitit 
et    pro  huins  acquisicione  ecclesias  monasteriaque  destruens  res  earum 

0  distribuit  in  beneficia  laicorum , 

(Isengrinus.    9.   Sed.  an.  11.)    Anno  domini  921.'  Isengrinus^J?i. 
Ratisponensi  sedi  preficitur. 

(Conradus.)    Sciendum,   quod  post  Isengrinum^  quidam 
Ratisponensi  ecclesie  dicunt^  Conradum  presedisae,  et  sedit 

ö  mensibuB  6. 

(Gunthariua.    10.    Sed.  men.  6.)    Cui  successit  Guntharius, 
qui  eeiam  eedit  mensibus  6*. 

(Michahel.  11.  Sed.  an.  27.)    Cui  anno  domini  934.'*  successitÄV^. 
Michahel,  qui  sedit  annis  27  ^     Hiis  temporibus  Eberhardus  comes Fund.^ 

JO  prepotentissimus,  genere  spectabilis  fraterque  eius  Adelpero  in  Castro 
Ebersperg  monasterium  ordinis  B.  Augustini  canonicorum  regularium 
fundavernnt.  Postea  tarnen  Udalricus  filius  dicti  Adelperonis  ordinem 
canonicorum  ibidem  in  nigros  monachos  commutavit.  Dicitur  autem 
Ebersperg  ab  apro,   qui  locum  eundem,  antequam  ibidem  esset  castrum, 

36  cum  venaretur  a  Sighardo  comito,  qui  fuit  avus  dictorum  comitum,  scilicet 
Eberhardi  et  Adelperonis,  designavit,  de  quo  longa  esset  hystoria, 
quam  causa  brevitatis  obmitto.     Item  predictus  Eberhardus  ecisim  f\ind. 
monasterium  super  llmam  fluvium,   dictum  Geysenvelt  ordinis  S.  Bene- 
dict   de   bona   voluntate  sue^  coniugis  Alheidis  ad  laudem  et  gloriam 

10  nominis  dei  inchoavit  et  laudabiliter  domino  conceilcnte  consnmavit. 

*  uno   quoque  A.         *»  Sengrinum  B  1.        ^  credo  melius  37,   von 
späterer  Hand  am  Band  C.        ^  coniugis  sue  B  1. 

*  Sf)  eitieri  .schon  Ekh. 

«  Megenberg:   926.     Vgl.  Janner  7,  310. 
45  '  So  auch  Megenberg :    Post   illum  aliqui  habent  Conradum,    quem 

dicunt  presedis-se  mensibus  6.    Also  nicht  erst  Hoch  wart  y  nie  Janner  h  321 
ctngiebt;    die  Bischof arcihen  in  ctm.  US  71  sind  erst  nach  146.')  geschrieben, 

*  Megenberg:  30  ebdomadis.     Vgl.  Janner  7,  32 L 

■'  Megenberg:    938.     Sedit  annis  30  alias  27.      Vgf.  Janner  7,  320'. 
Ol»  «  .V^.  24,  6SfS, 


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—     38     — 

(Otto  I.  Reg.  ED.  26.)  Anno  domini  937.  Otto  filiu8  Heinrici 
regis  in  Alemannia  regnare  cepit  regnavitque  annie  26,  priasquam  ooiODam 
imperii  acciperet.  Huius  regni  anno  19.  Ungari  totam  Bawariam  vastantei 
dvitatem  Auguatam,  ut  in  legenda  8.  Udalrici   legitur,  obaident. 

Ekk,  Otto  igitur  rex  suos  alloquens  ac  monens,  ut  modo  in  patria  non  cederent,  5 
qui  sepius  in  terra  aliena  victores  existerent»  illos  hello  aggiesaus  devidt. 

Flor,  übi  dux  Conradus  fortiter  pugnans  fraterque  S.  Udalrici  Dyepoidus  ocda 
sunt.  Beges  autem  Ungarie  suspensi  Bunt  Batisp one  in  patibulis.  Qui 
in  quibusdam  cronicis^  tres  fuisse*  leguntur,  in  legenda 
autem^  S.  Udalrici  principes  appellantur 1" 

Mart,  (951.  82.  Berengarius  IV.  Beg.  an.  11.   Albertus.)  Anno  domini  951. 

Berengarius  IV.  cum  Alberto  filio  suo  in  Italia  regnare  cepit  regnaTitqne 
annis  11.  Hie  Berengarius  IV.,  ultimus  Imperator  italicus,  non  sicat 
Imperator,  sed  velud  tyrannus  Italiam  gubernabat  et  cum  cradelitatibus 
ipsam  opprimebat,  et  eciam  Sarraceni  in  multis  locis  Italiam  usurpabant  lä 
Tunc  papa  Johannes  XII.  et  Romani  et  Italici  sollempnes  legatos  ad 
Ottonem  regem  Alemannie  destinarunt  et  coram  Ottone  de  iniquitaübos 
ac  male  gestis  Berengarii  et  filii  sui  conqueruntur,  Ottonem  hiuniliier 
supplicant,  quod  imperii  gubemacula  suscipiat  et  quod  Italia  a  Sarracenü 
per  eum  et  a  Berengarii  manibus  defendatur.    Otto  igitur  Italiam  intrans  ^ 

Ekk,  pro  imperii  corona  Berengarium  posuit  in  conflictu  et  ipso  capto  in 
Bawariam  cum  coniuge  sua  nomine  Willa  in  castellum  Babenberg  misit, 
ubi  et  presentem  vitam  clausit.  Postea  Otto  Bomam  pergena  honorifice 
suseeptus  est  et  a  Johanne  papa  XII.  et  Bomanis  triumphabiliter  corona- 
tur.  Hie'  incipit  tercia  imperii  translacio  de  Italicis  in  ^ 
Teutonicos.     Et  hie  iscipiunt  Teutonici  imperare   amisso 

imperio  per  Italicos 

(962.  83.  Otto  I.  Beg.  an.  12.)  Anno  domini  962.,  qui  est  26, 
quo  Otto  I.  regnavit  in  Alemannia,  idem  Otto   rex  Alemannie   et    dnx 

Mart.  Saxonie  suscepit  Imperium  regnavitque  annis  12.    Hie  fuit  primus  impe-  30 
rator  Teutonicorum.    Exempto   enim  imperio  ab  Italicis   soli  Teutonici 
imperaverunt  usque  ad   presens  tempus^   scilicet   quo   numeratnr 

1420,  AU  uns  domini  1420  ^,  Hie  pacata  Italia  cum  uxore  sua  Longobarda 
nomine  Adaleyda  ^,  que  fuit  relicta  Lotharii  imperatoris,  quam  ipse  Otto 
eciam  ^  de  carcere  Berengarii  imperatoris  liberavit,  in  Saxoniam  rediit,  de  35 
qua  filium  tam  regni  quam  sui  nonünis  successorem  genuit.  Cui  eciam 
filiam  Theophanu  Constantinopolitani  imperatoris  de  Bomano  sangwine 
procreatam  in  coniugem  dedit* 

S.  Wehr.  ♦  Legitur^  in  quadam  cronica' volgari,  quod  Otto  I.,  post- 

quam    subiecit  Lombardos  et   adhuc  coronam  imperii   non   haberet,   ex  4(1 
edicto  statuit  fieri  monetam  ibidem  a  nomine  suo  Ottlein  vocitatam.  Dum 
autem  idem  Otto  ab  ipsis  recederet,  statim  ipsi  Lombardi  in  contemptum 

»  esse  A  2.  »>  om.  A  2.  ^  1421  c.  1425  B  1.  d  Adaley- 
dam  A.  B  1.        «  et  C.        ^  Legitur  —  quod  om.;    dafür  Hie  eciam  G. 

^  Bei   Ekk.;    ferner    in    den    wahrseheinUch   von   Megenberg   (ron  45 
Andreas  selbst  kaum)  benütxten  Annales  Batisponenses,    so  dass  hier  eine 
aus   Konrads    Chronik  entiiommene    Stelle    vorliegen   könnte.      Auch   bei 
Hermann  v.  Atta  ich  SS.  17,370  unter  Berufimg  auf  die  gesta  S.  Udalrici. 

^  Quelle  Megenberg? 

'  So  wörtlich  bei  Mart,  5«J 

*  Sächsische  Weltchronik,  MG,  Dt,  Chron.  2,  162,  35. 


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—    39    — 

Hie  eciam  Otto  propter  bonum  statom  Bomane*  ecclesie  plunes  Mart, 
Bomam    veniens   et  iteram  ad  partes  suas  rediens  piis  operibus  inten- 
dendo  in  allodio  apud  Maidburch  ecclesiam  mire  pulchritudinis  ad  honorem 
S.  Manricii  fabricavit  et  eam  maximis  possessIonibuB  ampliavit.     Tandem 

5  cum  mnltitudinem  paganornm  ad  fidem  Christi  convertisset,  feliciter  est 
defunctns  et  in  Maidburch  in  eodesia  S.  Mauricii^  sepultus.    Hie  eciam  Jac;.^ 
Otto  Tocatus  Magnus  dum  in  pascali  soUempnitate  principibus  convivium 
preparasset,   antequam   sederent,   cuiusdam   principis   filius  more  puerili 
ferculum  de  mensa  accepit,  quem  dapifer  fuste  prostravit.    Quod  oemens  ^ 

0  pedagogus  pueri  ipsum  dapiferum  mox  peremit.  Quem  cum  sine  audi- 
encia  cesar  condempnare  vellet,  ilie  cesarem  ad  terram  deiecit  et  suffo- 
care  cepit.  Qui  cum  de  eins  manibus  vix  erutus  f  uisset,  ipsum  reseryare 
iussit  se  culpabilem  clamans,  eo  quod  festum  non  honorasiiet,  unde 
ipsum  liberum  abire  permisit.    Huius  Ottonis  temporibus  S.  Wenzeslaus  Flor. 

15  dux  Bohemie  invidia  fratris  sui  oeciditur,  propter  quod  ipse  Otto  Bohemi- 
am  14  annis  impngnans  totam  deVastat. 

(S.  Wolfgangus.  12.  Sed.  an.  22.)  Anno  domini  962^  ye\^962. 
sicnt  in  quadam  cronica  satis  autentica  legitur,  972.^,  q\io972, 
Otto  I.  obiit,  S.Wolfgangus  Katisponensi  ecclesie  prefici- 

20  tur  episcopus.    Hie  nomen  suum,  sicut  in  legenda^  sua  legitur,  V,  S,  W. 
per   semetipsum  interpretatus  est.    Nam  in  quodam  armario,   quod  ipse 
construi  precepit,  inter  reliqua,  sicut  erat  peritissimus  poematis  compositor, 
ita  Bcripsit: 

Struxerat  ediculam  mandrita  Lupambulus  istam'^. 

fö  Hie  Batispone  fundavit  monasterium  S.  Pauli  insti- 

tuens  ibi  sanctimoniales  ordinisB.«  Benedicti^  Hic^S.  Wolf- 

ipsius  Ottonis   monetam   istam   abiecerunt.     Quod   audiens   Otto   ipsos  ^S^.  Wehr. 
iterum  subieeit  et,  ut  haberent  monetam  de  coreo  facta m,  eoe^t.  ^ 

Hie  Otto  fratrem  habuit  Brunonem  Coloniensem  arehiepiscopum. 

30  Hie    eciam    fuit    dux.      Tuncque    seeundum    dictam^    volgarem 

cronicam*  episeopi  primum  ceperant  habere  gladium  temporalem.   Quod 

quam  plurimi  in  Brunone  tamquam  in  viro  deo  devoto  mirabantur.    add, 

B  1.  C. 

»  ow.  C.        b  est  add.  0.       «  cemes  C.       ^  962  —  legitur  om.  C  ; 

35  eine  spätere  Hand  schrieb  in  A  1  daxu :  vel  977.        «  om.  B  1.  sancti  0. 

^  Hie  —  ibidem  dedicavit  am  Raml  AI.,  aw.  A  2. /f.,    im  Text  B  1.  C. 

»  Oraesse  S.  838. 

-  Keine  dieser  beiden  Zahieti  bei  Megenberg^  der  968  angiebt.  Da 
Andreas  oben  S.  38  Otto  L  von  962  an  12  Jahre  Kaiser  sein  lässt,  müsste 
10  er  den  Tod  Ottos  ins  Jahr  974  seixen,  wie  dies  bei  Ekk.  geschieht.  Aus 
dem  hier  rorliegenden  Widerspruch  ist  anxunehmen,  dass  die  Worte  quo 
Otto  I.  obiit  atts  der  hier  —  da  Ekk.  vom  Amtsantritt  Wolfgangs  7iichts 
meldet  —  nicht  mit  diesem  identischen  cronica  satis  autentica  stammen. 
Welches  diese  Chronik  isi^  ist  nicht  fesfxustellen,  da  Wolf  gang  thatsächlich 
45  072  Bischof  wurde  und  alle  guten  Quellen  diese  Zahl  angeben.  Für  die 
Zahl  962  finde  ich  keine  Quelle. 

»  Vita  S.  Wolfkangi  ed.  Delehaye  in  Act.  SS.  Xor.  Tom.  2,  567, 
Auch  separat  in  Acta  S.  Wolfkangi  (1894)  S.  43. 

*  Diese/t*  Vers  auch  bei  Megenberg,    Tractatus  de  lim.  p.  R.  cap.  7 
50  mit  folgender  Erklärung :  Se  namque  Lupambulum  vocat  a  lupo  et  ambu- 

lando   conformans   se   proprio  suo  nomine  in  lingua  thewtonica,   et   cum 
hoc  mandritam,  id  est  pastorem  oyium,  se  nominat,  eo  quod  episcopus  esset. 

*  Janner  1,  396  ff. 

«  Sächsische  Weltchronik,  MO.  Dt.  Chron.  2,  162,  24. 


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Qoo^(^ 


^     40    ^ 

gaiigus  altare  prime  fundacionis  monasterii  in  Malherstorf  ^' 
quod  Hcinricus  et  ErneBtus  eius  filius  comites  de  Chircfa- 
perg,  f undaverunt-,  procurante  Purchardo  primo  eiusdem 
'  loci  abbate  in  honore  S.  Johannis  ewangeliste  dedicavit-. 
Hie  eciam  montem  prope  Weltenburg  incastellavit  et  5 
ecclesiam  S.  Marie<^  virginis  ibidem  dedicayit^* 
V,  S.  TF.  Hic^  in  Boheniia  provincia,  que  tunc  8ub  BatispoDensis   eoclesie 

parrochia  extitit  et  noviter  christiana  fide  iinbuta  sacrilega^  ydola  abiocerat« 
rogatu  Ottonis  ceearis  episcopatum  ibidem  per  modum  concambiii  fieh 
concessit,  super  quo^  et  ipse  Privilegium  composuit.  Dum  autem  primates  h» 
aui  sibi  consulerent,  ne  ipse  in  hoc  consentiret,  dixit:  Preciosam  maiga- 
ritam  sub  predicte  provincie  terra  latentem  conspicirous,  quam  nisi 
venditarum  comparacione  <^  rerum  non  acquihmus. 
Ekk,  (975.  84.    Otto  II.    Reg.   an.   9.)     Anno   domini  975.     Otto   IL, 

Mart.  Ottonis  Magni  filius,  regnare  cepit  regnavitque  annis  9.  Hie  filio  suo  15 
Ottone  in  Saxonia  relicto  cum  regina  et  exercitu  magno  per  Italiam 
transiens  Komam  venit  ibique  a  Benedicto  VII.  cum  magna  leticia  est 
Joe.  coronatus  cum  regina.  Hie  Otto,  dum  Italici  sepius  pacem  violarent, 
iterum  Bomam  venit  et  omnibus  proceribus,  ma^natibus  et  pontifidbus 
apud  gradum  eoclesie  convivium  grande  fecit.  Quibus  epulantibus  omnes  2^^ 
8U0S  ministros  latenter  accingi  fecit.  Deinde  de  violata  pace  querimoniam 
movens  iubet  in  scriptis  culpabiles  recitari,  quos  statim  decollari  ibidem 

Flor,  faciebat,  alios  vero  gaudenter  epulari  precepit.  Qui  omnes  timore  coacu 
leticiam  simulabant.  Hie  contra  Agarenos  et  barbaros  cum  Romanis, 
Teutonicis,  Gallicis  et  Longobardis  in  Calabriam  procedens    Romanis  et  *25 

*  Item  in  muro  prope  sepulcrum  Purkhardi^  primi 
abbatis  in  Malherstorf,  quem  ferunt  fuisse  de  Micbelveit % 
sie  legitur:  Carmine  quivis  discere  si  vis,  corpore  quid  als, 
inspicias  me;  sis  quid  apud  te,  panditur  ex  me.  £n  ego 
Purchart,  cura  gravabat  quem  nova  celle  credita  primum,  30 
qui  levis  hie  sum  turbo  faville.  Comprobo  plane,  quomodo 
vane  quisque  superbis  terra  functurus  mox  ruiturua  flos 
ut  ab  herbis.     Hec,  homo,  noscens  sis  michi  poscens  gaudia 

Juni  25.  y BIS. y    cui    Julii    sunt   hepta    Kaiende    meta   secura.      Anno 
1100,Aom\TLi  1109.   constructum  est  monasterium  veteris  capelle  3ö 

in  Malherstorf  per  nobiles  comites  quondam  ibidem  resi- 
i2ö5.  dentes^  Anno  domini  1265.  monasterium  novum  in  Malhcrs- 
torf  in  honore  S.  Johannis  ewangeliste  in  presencia  domini 
Heinrici  abbatis  undecimi  ex  toto  est  constructum.^  add. 
am  Rand  A  1.     im   Text  B  1.  44 ' 

»  om.  B  1.  C.       ^*  sacrilegia  A 2.       c  Qyn,  A3.      **  comparicione  C 2. 

^  Mallersilorf, 

-  Erst  1100.     Vgl  MB.  15,  255. 

«»  Janner.  h  .^.'>^.  000. 

*  V(jl.  J\fB.  13,  353;    Janucr  7,  392.     Die  an  letzterer  Stelle  eiiieric  45 
angebliehe  Bischofschronik  Konrads    von    Ufegenbcrg    ist,     wie   ich    in  der 
Einleitung   darlegte,    nur  Ausxrnj    aus  Andreas    Chr.  g.      Unter  Berück- 
sichtigung dieser  Feststellung  vgl.  auch  Delehaye  a.  a.  0.  S.  550. 

^  Der  folgende  Abschnitt    aus  Kap.  29  der   Vita;    a.  a    0.  S.  5 TS. 
"  r  2122;  MB.  15,  252,  5«) 

'  Michelfeld  bei  Bamberg. 
«  Janner  l  392.  599. 
^  Das.  1,  393.  2,  767. 


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.    —    41     « 

Beneventanis  terga  vertentibus  totum  pene  amisit  exercitum  et  solus  in  Flor. 
na  vi  a  Grecis   sub   forma  militis  est  receptus.     Qui  estimantes  euni  im-  Hart. 
peratorem,  sicuti  erat,  grece  loquebantur,  quod  eum^  velleDt  Constantino- 
polim  ducere.    Quod   ipse  audiens  diesimulavit  se  intelligere  et  invocans  Flor. 

5  S.  Petrum  finxit  se  thesaurum  yelle  effodere.    Nautis  igitur  ad  litus  eum 
ducentibuB  et  sperantibus  se  thesaurum  divisuros  veuit  quidam  episcopus 
armatus  cum  multis  et  Ottonem    liberans  nautas  occidit.     Letus  i^^itur 
Otto  ad  imperatricem  rediit.     Sed  Borne  langwens   moritur  et  apud  S.Mart. 
Petrum  honorifice  sepelitur.   Hie  Otto  in  quadam  cronica  Rufus  ^ 

10  vocatur. 

(984.  85.  Otto  III.  Eeg.  an.  17.)  Anno  domini  984.  Otto  III.,  Ekk. 
filius  Ottoxds  II.,  adhuc  puer,  mirabiiia  mnndi  vocatus,  regnare  cepit  Flor. 
regoayitque  annis  17.  Hie  a  Gregorio  V.  in  imperatorem  est  coronatus.  *3/ar/. 
Hie  monasterium  Inferioris  Altach  consilio  episcoporum  Wolfgangi  Ratis-fierw/.'  Alt. 

15  ponensis  et  Pilgrini  Pataviensis  reformavit.  In  prima  namque  fundacione 
instituti  erant  ibi  monachi  secundum  regulam  ß.<^  Benedict!  <^,  de  quo 
habetur  superius^  sub  pagina  Zacharie  pape.  Dum  autem 
Arnoifus  dux  regnum  ambiret,  eiusdem  ecclesie  aliarumque  proprietates 
fere  totas  in  Bavaria  et  Austria  diripuit  et  sibi  militantibus  distribuit. 

20  Unde  hiia  necessitatibus  norma  monachica  ibidem  defecit.    Sub  regula 
tamen  canonicorum  usque  ad  tempus  huius  Ottonis  III.   perstitit  locus 
idem    quasi   per  100  annos  et  tunc  per  ipsum  Ottonem  imperatorem  in 
priorem  regulam  reformatur.«    Huius  Ottonis  uxor  cüidam  comiti  se  pro-  Jac.^ 
stituere  voluit.    Sed  cum  ille  nollet  tantum  facinus  perpetrare,  illa  indi- 

25  gnata  comitem  apud  imperatorem  adeo  infamavit,  quod  eum  im|)erator 
sine  audiencia  decollari  fecit.  Qui  antequam  decoUaretur,  rogavit  uxorem 
soam,  ut  iudicio  candentis  ferri  post  mortem  eum  com  probet  innocentem. 
Adest  dies,  in  quo  cesar  pupillis  et  viduis  se  asserit  iudicium  facturum, 
adest  et  vidua  mariti  caput  secum  in  ulnis  suis  portans     Tunc  quesivit 

30  ab  imperatore,  qua  morte  dignus  esset,  qui  iniuste  aliquem  occidisset. 
Qui  cum  privacione  capitis  eum  dignum  assereret,  illa  intulit  dicens: 
Tu  es  ille  vir,  qui  maritum  meum  ad  suggestionem  uxoris  tue  innocenter 

*  Hic^  Otto  III.  factus«  rex,  dum  adhuc  puer  esset  et  secundum  ^  *S.  Wehr. 
cronicam*   volgarem   sub   iugo   Brunonis   archiepiscopi   Coloniensis, 

35  qui  erat  avunculus  patris  sui,  esset,  idem  Bruno  ipsum  Ottonem  sepius 
virgis  corrigebat.  Otto  igitur  volens  se  in  eo  vindicare  puer  um  mortuum 
in  sui  ipsius  lectum  posuit.  Videns  autem  Bruno  puerum  mortuum 
existimabat  esse  Ottonem,  unde  perterritus  incidit  in  infirmitatem.  Dum 
autem    famuli  maxime  flerent,  Otto  ingreditur.    A  quo  Bruno  quesivit, 

40  cur  hoc  fecisset.  Qui  respondit:  Quia  sepius  me  correxistis,  volui  me 
vindicare.  Post  hec  Bruno  convocat*  curiam  Maguncie,  ubi  regnum  cum 
ipso  Ottone  nrincipibus  resignat  ^.  Qui  ipsum  regnum  cum  Ottone 
archiepiscopo  Maguntino  committunt.  a7n  Rand  A  1,  im  Text,  aber  ein- 
geklammert B  1.    im  Teoct  nach  reformatur  C. 

•15  a  vellent  eum  A.       *>  Ruffus  C.       ^  sancti  C.      ^  Augustini !  A  5. 

^  hier  in  C  der  Zusatx  *.         '  om.  AI.         8  factus  rex  om.  C.        ^  se- 
cundum cronicam  voJgarera  om.  C.        »  om.  AI.        ^  regnat  B  1. 

*  De    institutiotie   mon.    Allah.    SS.  17,  371.     Nicht    urspriitigUche 
^litteiluny  des  Andreas,  wie  Janner  1,  403  annimmt. 

30  -^  S.  22,  Z.   7  ff. 

*  Graesse   S.    830.      Über    das    Vorkomwen    dieser    Geschichte    in 
diulereii  Quellen  vgl.  Massmann,  Kaiserrhronik  3,  1084. 

*  Sächsische  Weltchronik,  MO.  Dt.  Chron.  2,  165,  36. 


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Qoo^(^ 


—    42    —     . 

Jac.  occidi  mandasti.  Et  ut  verum  me  dicere  comprobes,  hoc  candentis  fenri 
iudicio  comprobabo.  Quod  cesar  Tidens  obstupuit  et  in  manus  femine 
se  dedit  puniendum.  Intervestu  tarnen  pontificum  et  prcx^rum  indacias 
decem  dierum,  deinde  octo,  tercio  Septem,  quarto  sex  a  vidua  aocepit. 
Tunc  Imperator  causa  examinata  et  veritate  cognita  uxorem  vivam  con-  5 
cremavit  et  ob  redempcionem  sui  quatuor  castra  vidue  dedit.  Qaecastra 
sunt  in  episcopatu  Lunensi  et  vocantur  ab  induciis  dierum  Decimnm, 
J/ar^  OctaT um,  Septimum  et  Sextum.  Hie  Otto  in  urbe,  id»  est  Borna, 
que  sie  dicitur  per  excellenciam,  sed  cetera  opida  cum  ad- 
iuncto,  ut  urbs  Eatispona,  urbs  Parma  etc.,  cepit  constmere  W 
grande  palacium  in  palacio  Juliani  imperatoris.  Sed  Bomanis  resistenti- 
bus  imperator  multis  persecucionibus  Romanis  illatis  post  panooe  dies 
vitam  finivit.  Et  licet  isti  tres  Ottones  per  suocessionem  generia  r^na- 
verunt,  ut  habetur  in  versu: 

Otto  post  Otto  regnavit  tercius  Otto,  1^ 

post  tarnen  Bomani  propter  persecuciones  ab  Ottone  ipsis  illataa  unacnm 
papa  instituerunt  ^  quod  non  per  suocessionem,  sed  per  eleccionem 
imperii  gubernacula  eligantur  et  presertim  per  imperii  officiaiea.  Qui  sunt 
Septem,  videlicet  tres  clerici,  scilicet  Maguntinensis  archiepiscopus,  qni 
est  cancellarius  Germanie,  Treverensis,  qui  est  cancellarius  Gkillie,  Coloniensis  20 
archiepiscopus,  qui  est  cancellarius  Italic,  et  quatuor  layci,  marchio  Bran- 
deburgensis  camerarius,  comes  palatinus  dapifer,  dux  Saxonie  portitor 
ensis,  rex  Bohemu8*>  pincerna.     Versus*: 

Maguntinensis,  Treverensis,  Coloniensis, 

Quilibst  imperii  fit  cancellarius  horum.  ^ 

Est  palatinus  dapifer,  dux  portitor  ensis, 

Marchio  prepasitus  camere,  pincerna  Bohemus. 

Hü  statuunt  dominum  cunctis  per  secula  summum. 
•'^^^.  (Gebehardus.    13.    Sed.  an.  26.)     Anno  domini  997.»  Gebe- 

hardus  I.  huius  nominis  Batisponensi  ecclesie  preficitur  3^ 
episcopus.  Hie  in  territorio  urbis  Batispone  quendam 
locum  communi  nomine  Prtil  vocitatum  monachice  vite 
aptum  dei  servicio  construendum  et  asscribendum  elegit\ 
Quem  videlicet  locum,  prout  eins  erat  facultas,  construens 
construendoque  usque  ad  finem  perducens  temporibas  35 
Heinrici  II.  piissimi  et  invictissimi  ac  magni  et  a  deo  coro- 
nati  regis,  successoris  et  consangwinei  dive  memorie  Ottonis 
imperatoris  Augusti,  in  honore  sancti  Spiritus  paracliti 
et  SS.  Bartholomei,  Yiti,  Georgii  et  aliorum  multorum, 
quorum  nomina  in  ipsa  ecclesia  sunt  scripta,  dedicavit.  ^ 
Et  quia  isdem  locus  monachis  S.  Emmerammi  famulando 
subiacebat,  ne  aliqua  exigente  penuria  murmur  et  recla- 
macio  in  posteris  temporibus  haberetur,  quedam  bona  S. 
Emmerammi  monachis  firmiter  concambiendo  concessit. 
Hie  Privilegium,  quo  dictum  monasterium  Prül  privilegi-  ^o 

»  id  —  etc    om,  C,  dafür  Romana.        ^  Boemie  C. 

^  Quelle:  Megenberg? 
'   Vgl  Forschungen  18,  8S, 
3  Megenherg:  990.     Sedit  annis  30  alias  28. 

*  Das  Jahr  ist   unbestimmt.    Die  Annahme  des  J,  997  scheint  auf  5^^ 
die  am  Anfang  dieses  Abschnittes  genannte  Jahrxahi  xurückxufiihrefi  sein. 


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—    43     — 

ayitS  unde  et  predicta  sunt  excerpta,  cum  clausula  sub- 
scripta  conclusit:  Proinde  quisquis  es,  maus  futurus  suc- 
cessor,  te  precor,  te  efflagito,  te  posco,  te  peto,  te  am- 
moneo*,  te  obtestor  per  spiritum  paraclitum,  quem  in  bap- 

5  tismo  accepisti,  in  cuius  Yidelicet  honore  hec  domus 
speciaiiter  est  consecrata^  ne  regulärem  vitam  inibi  paciaris 
destrui  nee  in  aliquo  minui,  sed  certus  de  eterna  remune- 
racione  facias  augeri  et  semper  in  melius  profici.  Eadem 
clausula  duo  successores  eins  equivoci   nominis,  scilicet 

10  Gebehardus  II.  et  Gebehardus  III.,  priyilegia,  quibus  dictum 

monaaterium  privilegiaverunt,  concluserunt 

(1001.  86.    Heinricus  I.  vel  II.    Reg.  an.  23.)  Anno  domini  1001.  M/;. 
Heinricus  dux  Bavarie  primus,  qui  ab  officialibus  imperii  seu  ^  principibus  Mart, 
Alemannie  in  imperatorem  Bomanorum  est  electus,  regnare  cepit  regnayit-  Ekk. 

15  que   annifl  23  ac  mensibus  5.     Hie  finita  progenie  Ottonis  I.,  II.,  III. 
sine heredibuB Eomanum  suscepit Imperium,  d e  cuius  genealogia  vide 
superius*  sub  Heinrico  I.    Hie  notandum,  quod  plures  sunt  Hein- 3/ar^. 
lici   reges   quam  Heinrici   imperatores.    Unde  cum   legitnr  Heinricus  I., 
racione  nominis  dicitur  II.    Fuit  enim  quidam  Heinricus  rex  ante  ipsum* 

20  Idem  inteUigas  de  Conradis.  Hie  tarnen  Heinricus,  cuius  hie  fit 
mencio,  Heinricum  U.,  Bomanorum  regem,  in  privilegiis 
suis  se  scripsit,  prout«»  in  antiquo  registro  cuiusdam 
monasterii  reperi.  Denique  hoc  patet  in  priyilegio,  quod 
Gebehardus    I.    huius    nominis    Batisponensisf^    episcopus 

25  monasterio  in  Prul  dedit,  de  quo  superius"  vide.  Quamvis 
enim  mortuo  Ludwico  III.  imperium  Bomanum  de  Francis  ad  Italicos 
esset  translatum,  nichilominus  tamen  Alemanni  suos  reges  habebant, 
quod  plane  patet  superius^,  licet  imperiali  benediccione  carerent. 
Utrum    autem    Heinricus    iste    post   acceptam    imperialem 

30  benediccionem,  quam  anno  13.  sui  regni  a  Benedicto  papa 
Rome  accepit,  scripserit  se  Heinricum  I.  vel  II.,  in  scriptis 
invenire  nou  potui.    Hie  Benedictum  papam  in  Babenberg  deduxit, 
ubi  ecclesiam  B.  Btephani  dedicavit.    Hie  Heinricus  Stephano  regi  Ün-Jac. 
garie  adhuc  gentiU  sororem  suam  Gisilam  in  uxorem  dedit  et  tam  ipsum 

35  legem    quam    totam    suam    gentem    ad    fidem    Christi    convertit.      Qui 
Stephanus   tante   rellgionis   fuit,   ut  multorum   miraculorum  gloria  deus 
illum  Illustrem  reddiderit.    Huius  Heinrici  uxor  fuit«  S.  Kunegundis  etMart. 
ambo  yirgines  permanserunt  et  in  Babenbergensi  ecclesia,  quam  edifica- 
Terunt,    requiescunt  miracuUs  coruscando.    Hie  Babenberg  civitatero,  que 

40  fuit    S.    Petri,    pro  Narniensi   apud   papam   commutavit.      Hie   cognita  Herm^  Alt. 

»  ammaneo  A  1.  2.  *>  a  add.  C.  «  prout  —  reperi  om.  C. 

^  ecclesie  add.  C.        «  om,  C. 

*  Diese  Urkunde  ist  nickt  erhalten^   ebensowenig  die  Bestätigungs- 
Urkunden  der  Bischöfe   Qebhard  IL  und  UL,   von  denen  am  Schluss  des 

45  Absckndtts  die  Rede  ist,  Andreas  scheint  sie  gesehen  und  direkt  benütxt 
XU  haben.  Durch  ihn  allein  sind  wenigstens  obige  Bruchstikke  erhalten, 
Eochwart  (Oefele  1,178)  seh  reibt  aus  Andreas  ab  und  der  von  Janner  1,  434 
(Htterte  Conradus  de  mmtte  puell,  ist  der  von  mir  als  Ausxug  aus  Andreas 
erwiesene  E^card'sche  Bischofskatalog. 

50  ^  S,  35. 

•'»  S,  42,  Z,  30, 

*  S.  35. 

^  De  inst  Hut  ione  man.  Alf  ah.  *y.S'.  17,  371. 


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Goo^(^ 


—    44     - 

Ilcrm.  AU.  sanctitate  beatissimi  Godohardi  Inferioris  Altach  tnonachi  et  postea  Hildes- 
imensis  episcopi  eiusdemque  di8cipuli  Gnntheri,  quorom  secretis  consili» 
fruebatur,  monasierium  Inferioris  Altach  larga  manificencia  ditavit.  Hie 
in  civitate  BatiBpona  ecclesiam^que  dicitur  vetus  cappella, 
ampliavit  in  venerabile  collegium  canonicorum^  In  hac  5 
eccies:a  usque  ad  tempora,  quibus  hec»  cronica  cepi*» 
scribere,  permansit  cappellula^  S.  Marie^  Bub  gradu  yeraus 
occidentem  et  Beptentrionem,  que  tunc  ampllata  fuit;  nam 
ante  in  latitudinem  non  plus  habebat  quam  longitudinem 
altaris,  quod  permansit  immobile.  Hec  cappellula,  nt  1'^ 
fertur,  fuit  prima*  ecclesia  in  terra  Bavarie,  unde  et  nomen 
vetus  cappella  accepit 

Flor.  Item  in  Moguncia  fuit  archiepiscopus  Willikinus,  cuius  pater  bigas 

et  currus   facere  solebat.     Igitur  ad  parietes  oratorii  sui  rotas  snspendit, 
ubi  causa  hun^iiitatis  ita  scripsit:    Willekis,  Willekis,  gedenke,  wanne  da  15 
kumen   pist.    Olavem  huius   camere  Bolus  episcopus  servabat,  unde  the- 
saurum  repositum  ibi  putabatur  habere,  donec  imperator  semel  intromissus 
fuit     Ideoque  adhuc  in  vexillo  Moguntino  rota^  aratri  est  depicta.    .     . 

1022.  (Gebehardus  II.    14,  Sed.  an.  13.)    Anno  domini  1022.«  Gebc- 

hardo«  I.,  Batisponensif^  episcopo,  successit  in  episcopatu  Ä) 
Gebehardus  II.,  Augustensis®  canonicus. 
Etck,  (1025.  87.     Conradus  I.  vel  II.   Beg.  an.  15.)   Anno  domini  1025. 

Conrad  US  ^  ex  regni  primoribus  unus  regno  ante  per  rebellacionem  adversos 
regnare  cepit  rcgnavitque  annis  15.   Hie  anno  2.  regni  sui  Bomam  pergena 

Mnrt.  imperialem  benediccionem  accepit.   Hie  multas  leges  condidit.    Hie  paoem  25 
in  terris  servare  cupiens  statuit,  ut,  quicunque  pacem  infringeret,   capite 
Jac.'^  Flor  plecteretur.    Cuius    edicti  transgressor  comes  Leupoldus*  cum  uxore  sua 
in  silvam  nigramff  fugiens  in  quodam  tugurio  mnltis  temporibna  tanquam 
heremita  latitabat.    Quo  dum  imperator  causa  venacionis  a  suis  elongatus 
divertisset,   comes    fugit  et  coraitissam   ibi  parturientem  reliquit.     Qua  30 
parturiente   vox  ad  imperatorem  facta  est  tercio  dicens:    Scias,  Conrade, 
quod  puer  iam   natus  gener  tuus  erit.     Qui   territus,  eo  quod  honÜDes 
rusticos  esse  putaret,  duobus  armigeris  precepit,  ut  puerum  occiderent  et 
cor  sibi  afierrent.    Uli  cor  leporis  imperatori  ferentes  puerum  super  arborem 
posuerunt.    Heinricus  autem  dux  Swevie  causa  venacionis  ibi  transiens  35 
puerum    invenit  et  eum  sterili  uxori  sue  clam  attulit  precipiens,  ut  dili- 
genter  educatum  filium  suum  simularet.    Quod  et  factum  est,  vocavitqae 

*  de  Calwe  klein  iibergeschr.  A  1.  B  1.  im  Text  C. 

a  hanc  cronicam  C.        ^  cepit  scribi  A3.        ^  Eberhardo!    A  3. 
^  Batisponensis  ecclesie  C.        ^  Augustinensis  B  1.        ^  dux  Franconie  40 
dictus  Salicus  add.  C.         »  om.  C. 

^  Rißil  l  110.    MB.  28  a,  298.    Janner  i,  441. 
'  Nicht  erst  Ulrich  Otisorg  berichtet  das,    wie  Janner  1,  228  und 
Walderdorff*  S.  262  angeben.     Andrea^s  ist  Onsorgs  Quelle. 

^  Später  Rupert ikaiHille  genannt:  Janner  i,  229.  45 

*  Megenberg,  Traci.  de  lim  p.  R.  cap.  7:    forte  temporibus  Karoli 
Magni  incepta  und  ähnlich  cap.  6.     Vgl.  auch  Janner  1,  229^  Anm.  1, 

^  Flor,:  duae  rotae. 

"  Megenberg :  1020.     Sedit  annis  14  alias  13. 

'  (irässe  S.  840.   Der  Tecct  des  Jac.  ist  im  Folgefuien  vermisdä  mit  50 
dem  der  Flor 


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Qoo^(^ 


—    46    — 

eum  nomine  sno  Heinricum.    Gamque  iam  crevisset,  erat  corpore  pul- Jac.  Flor. 
cherrimus,  ore  facondus  et  omnibus  gracioeus.   Imperator  ergo  eum  semper 
suis  aspectibus  astare  fecit,  licet  patre,  scllicet  duce,  plurimum  renitente. 
Sed  timens,  ne  forte  ille  esset,  quem  ipse  occidi  mandaverat,  scripsit  per 

5  eum  litteras  *  imperatrici  in  bunc  modum :  In  quantum  tibi  cara  est  Tita 
tua,  moz  ut  litteras  istas  perceperis,  puerum  buuc  necabis.  Qui  pergens 
in  domo  cuiusdam^  litterati  pemoctans  fortiter  obdormivit.  Hospes 
curiositate  ductus  sigillo  salvo  litteras  aperuit  et  scelus  abborrens,  ubi 
scripsit  y^necabis*",  delevit  ita  scribens  «filiam  meam  iu  uxorem  sibi  dabis**. 

10  Quod  et  factum  est.  Quc  nupcie  Aquisgrani  celebrate  sunt.  Veritate 
igitur  aperta  a  duce  et  armigeris  dixit  iniperator:  Video,  quod  divine 
ordinacioni  nemo  resistere  potest.  Qui  post  socerum  regni  gubernaculo 
suscepto  in  loco  nativitatis  sue  monasterium  construxit,  quod  usque 
hodie   Uisania^  dicitur,   prout  habetur  in    novo   passionali,   si. 

15  saltem   vicio  scriptorum  non  est  depravatum.    Hie  Conradus i^/or. 
sepultus  est  Spiro. 

(Gebehardus    111.    15.     Sed.   an.  27.)      Anno    domin i     1036,- /aVÖ. 
Qebehardus  III.  huius  nominis  Batisponensi  ecclesie  prc- 
ficitnr  episcopus.  Hie  Gebehardus  f uit  patruus  Heinrici imperatoris  II.  Ekk. 

20  Dum  autem  Ungari  anno  11.  regni  sui  iterum  rebellarent,  ipse  Gebe- 
hardus vice  ipsius  imperatoris  eis  ob  via  m  veniens  ipsos  in  fugam  con- 
versos  non  minima  cede  afflixit.  Insuper  urbem  Hein  bürg  in  marcha 
positam  edificiis  restauravit  et  militari  custodia  muniri  fecit  ipsequo  cum 
summa  pace  regressus  est.   Postea  tarnen  anno  7.^  ipse  Gebehardus  hostis 

25  occulte  pessimus  Heinrici  imperatoris  deprehensus  et  convictus  custodic 
mancipatur,  sed  misericorditer  tractatus  exilio  remittitur  et  sedi  pristine 
restituitur. 

(1040.  88.    Heinricus  II.  vel  HI.   Eeg.  an.  17.)   Anno  domini  1040.  Ekk. 
Heinricus  U.  vel  III.,  Conradi  imperatoris  filius  vel  secundum  alios  gener  Mart 

30  ipsius,  regnare  cepit  regnavitque  annis  17.    Hie  ßoemiam  ingressus  igue  Ekk. 
predaqne  cuncta  vastat  et  rebellem  ducem  obsidcs  dare  ipsumque  post  se 
Ratisponam  ad  dedicionem  humilimam^  venire^  sibique  iureiurando  üdeli- 

tatem  ac  servicium  confirmare  cohortatur  ^ 

Anno^  domini  1050.  Altmannus  cum  coadiuvacione®  Agnetis  impera-  Fund:^ 

35  trids  erexit  collegium  S.  Nicolai  Patavie,  quod^  primitus  f undavit  Tassilo 
dux  Bavarie** 

*  a  Mediolano  klein  übergeschr.  B  1.  im  Text  C. 

**  Invenimus  in  speculohystoriali  25.«  cap.  18.:  Post  quem  F///r. 

et  infra:   Helynandus.    Hie  Heinricus  Vindelicos   subegit ad 

40  coquinam  vectitarent. 

Item  ibidem  cap.  19.:  Idem  Heinricus  celebrabat  penthecostem 
apud   Magunciam ipse  superflua  ciborum  abstergens.    Hec  ibi. 

Item  ibidemcap.  18.:  Idem  Heinricus  iocundus  et  hylaris  erat 
.  .  .  .  ilU  a  flagicio  destituerunt.    Hec  ibi.     add.  B  1. 

45  *  decani  ecclesie  Spirensis  statt  cuiusdam  litterati  C.        ^  om.  A. 

^  So  statt  coartat  A.  B.  Ö.        <*  Anno  —  Bavarie  om,  A3.        «  adiu- 
yacione  C.        '  quod  —  Bavarie  om.  A.  B.        s  XXVI.  Ha. 

*  So  auch  Joe.    Das  Kloster  ist  Hirsau. 

'  Megeiiberg:  1034.     Sedit  annis  28  alias  27. 
50  '  Eide,  ^nemU  das  17,  Jahr, 

*  NA.  24,  695,  Ärmi.  6. 


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—    46    — 

Mart  (1049.  155.    Leo  IX.    Sed.  an.  5  men.  2.)     Leo  IX.   genere  fait 

Alemannus  de  Lotheris  regno.  Bomani  ex  prava  consuetudine  postquam 
petissent  ab  imperatore  Heinrico  pontificem  dari,  imperator,  cum  nullam 
Teutonicorum  aid  hoc,  ut  reciperet,  posset  inducere,  episcopum  TalleDsem, 
Brunonem  nomine,  yirum  simplicem,  ad  hoc  inclinayit.  Qui  ad  iirbem  5 
veniens  et  ex  hoc  conscienciam  habens  omnino  dignitatem  papalem  resIgna* 
Vit  et  denuo  ab  omnibus  electus  et  Leo  vocatus  post  laudabilem  vitam 
13.  Kai.   Mail    decessit    et    in  ecclesia  S.    Petri   tumulatur   manifestis 

1052. claieäceuB  miracnlis.  Hie  anno  domini  1052.,  pontificatus  sni 
anno  4.,  per  instanciam  Serenissimi  imperatoris  Heinrici  1( 
ad  partes  Germanie  et  precipue  ad  urbem  nostram  Ratis- 
ponam  ad  venerabiie  corpus  B.  Wolfgangi  huius  sedis  epi- 
scopi  transferendum  est  evocatus.  Quo  ea,  qua  decuit,  reve- 
Okt.  7.  <9.reucia  Non.  Octobris  translato^  in  crastinum,  hoc  est  8.  Jd. 

predicti  mensis,  ad  preces  imperatoris  et  alioram  fidelium  15 
necnon  sanctitate  et  meritis  B.  Erhardi  Ardinacensis  epi- 
scopi  corpus   transtulit  in   monasterio   inferiori'.     Sicque 
sanctus  papaLeo  plurima  urbis  Batispone  loca  perlustrans 
tandem  rogatus  a  fidelibus   basilicam^  super  testudinem 
in   honore  sanctorum   apostolorum   Symonis  et  Jude   per-  20 
sonaliter  consecravit.     Cuius  anniversarius   dedicacionis 
Okt.  28.  die»   proxima    dominica    post  predictorum   festum   aposto- 
lorum   annis    singulis    ceiebratur.     Hie   eciam    rogantibus 
Parisiorum  legatis  litem,  que  inter  ciyitatem  Batisponam 
et   regnum   Francorum    diu   erat   de   reliquiis   S.  Dyonisii  25 
Ariopagite,   que  illuc  translate  fuerant  ab  Arnolfo  impera- 
tore,   determinavit  et   eas   apud    S.  Emmerammum    haberi 
probavit.   De  quo  inter  cetera  sie  scribit*  regi*  Francorum: 
Yos  autem,  dilectissimi   in   domino  fili,  rex  Francorum  tuique  fideles, 
quamvis   invidendi*>  Teutonie   gaudio   videamini   iustam   quidem    habere  30 
materiam,  ita  ut  merito  putatis,  de  Alemann  orum  Tobis  leticia  sit  dolendum, 
eonsiderantes  tarnen   et  dei  omnipotentis  et   invicti  martiris  sui,   quem 
ablatum  plangitis,  consolacionis  tandem  admittite  plaeamentum  pensantes 
atteneius,  quod  nee  totns   yobis  ablatus  est,   quippe  qui  karissimos  pre- 
dicacionis   sue  et  passionis  eonsortes  Busticum  et  Eleutherium  in  dilecci-  35 
onis  adhuc  et  tutele  pignus  et  certitudinem  dereliquerit  ^,  nee  dolete,  si 
Germanos   yisitare  dignatus   est  vel  defunetus,   qui  vobis  adhuc   vivens 

predieavit  ete 

(1057.  89.    Heinricus  IIL  vel  IV.    Reg.  an.  50.) * 

*  ad  fol.  72.5  40 

*  regi -Francorum  om.  C.         ^  invidendo  A.         ^  dereliquit  B  1. 

1   Vgl.  Janner  1,  499. 

^'  Das.  502. 

8  Die  sog.  AhakircJie;  vgl.  Janner  7,  503. 

*  In  der  bekannten  gefälschtefi  Buüe.   Unrichtig  ist,  wenn  Janner  1,  543  45 
sagt,   Andreas  fiabe  hier  aus  dem  Ghronicon  des  Henrichs  de  Eervordia 

^geschöpft. 

*  So   Es.   S,  451.     Das  heisst:   xur  Geschichte  Heinrichs  IV.,   wo 
am  Rand  S.  434 :  fol.  72  q.  in  pag.  451.    Der  in  der  Vorlage  auf  fol.  72 
(toahrscJmnlich  am  Rand)   stehende  Zusafx  uurde  in  Es.  B  1  erst  weiter  50 
imten  abgeschrieben. 


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—    47    — 

Heinricus  autem  Imperator  ab  Italia  rediens  ^  Batisponam  Bawarie  EkJt, 
nrbem  veoit  ibique  aliquamdiu  moratus  Judeis,  qui  baptizari  coacti  sunt, 
legibus  suis  iudaizandi  ritum  uti'  concessit.  

Notandum,  quod  Heinricus  dux  Bawarie,  dictus  Hezil,  oxhdXn'A FumU 
5  duobuB  filiis,  quoe  sibi  Huni  peremerunt,  Christum  sibi  heredem  faciens 
sub  Benedicto  IX.  summo  pontifice  locum  in  Osterhoven  fundare  et 
magnificare  adorsus  est,  sed  morte  preventus  Henricum  imperatorem  I. 
sui  propoeiti  heredem  reliquit.  Qui  Babenbergensem  episcopatum  f  undavit 
et  monasterium  in  Osterhoven  cum  predicti  ducis  patrimonio  episcopatui 

10  subiedt  secularesque  canonicos  in  predicto  ioco  ordinavit.  Que  institucio 
permansit  usque  ad  S.  Ottonem  Babenbergensem  episcopum.  Hie  consilio 
Korberd  Magdeburgensis  arcbiepiscopi,  magne  sanctitatis  viri,  canonicis 
secularibus  ibidem  amotis  ordinem  Premonstratensium,  qui  per  predictum 
Norbertnm  archiepiscopum  inicium  habuerat,  instituit  presidente^  Bomane 

15  ecclesie  Honorio  papa  II.,  regnante  Lothario  HI.  Cum  autem  monasteri- 
um in  Osterhoven  iure  pheodali  ad  episcopatum  Babenbergensem  pertineret, 
dictus  S.  Otto  voluit  predictum  monasterium  sive  ecciesiam  esse  liberam 
et  in  perpetnum  indempnem  conservari. 

f.  72  V.  in  pag.  434  ^.    Notandum  unicuique  devoto»  quod  \oQMA,Fund,* 

20  in  quo  constrnctnm  est  monasterium  S.  Emmerammi  Katispone,  mons 
martirum  antiquitus  vocabatur  pro  eo,  quod  tunc  fide  katholica  puliu- 
iante  in  eodem  Ioco  infiniti  pro  fide  katholica  martirium  subierunt.  Et 
omnes  isti  martires  in  cripta  S.  Banuoldi  patruelis^  S.  Wolfifgangi  corpora- 
liter  sunt  sepulti,  et  altare  S.  Johannis,  quod  propter  eosdem  sanctos  „ad 

25  pedes  sanctorum*'  vocatur,  ob  eorundem  martirum  reverenciam  versus 
orientem  est  constructum. 

Fuit  autem  S.  Emmerammus  ex  Aquitania  oriundus  et 
Pictaviensis  episcopus. 

Ubi    sciendnm,    quia   Thomas    Cardigan    magister   in 

30  theologia,  ordinis  predicatorum,  nacione  Anglicus,  dum 
requirerem«  ab  eo*,  quid  esset  Aquitania,  dixit  michi:  Aqui- 
tania, dixit  michi,  Aquitania  anglice  vocatur  Gyen'  et  est 
maximuB  ducatus  ymo  tocius  christianitatis  et  est  sub 
dominio  regis  Anglie.    Dixit  eciam,  quod  quadam  die  rex^ 

35  Anglie,  dum  sibi  familiariter  loqueretur,  eo  quod  medicus 
8UUS  esset,  inter  cetera  dixerit,  quod  in  registris  inventum 
esset  maiores  esse  redditus  et  proventus  ducatus  Aquitanie 
quam  corone  regni   Anglie.    Pictavia  autem  vel  Pictavis'^ 

»  presidentem  Es.       ^  So  Hs,  am  Rand  S,  451.      «  requireret  Hs. 

40  *  1097. 

•  So  die  Worte,  die  infolge  einer  Correldur  in  der  betr,  tls.  des  Ekk, 
versleüt  sind,  vgl.  SS.  6,  208,  48:  iudaizandi  ritum  sive  legibus  suis  uti. 

•  l^A,  24,  695  (Fundatio  monasterii  OsterJiofensis  SS.  15,  2,  1105). 

•  NA.  24,  699.    Daxu  auch  Janner  1,  376. 

45  *^  Also  nicht  erat  Hochwart  bezeichnet  Bamwold  als  patrneh's  Wolf- 

gatigs,  toimach  Jantier  1,  361,  Anm.  3  xu  berichtigen  ist. 

•  Anseheinend  als  der  englische  Predigermi/nch  xu  Regensburg  eich 
aufhteU,  vielleicht  wie  der  unten  erwähnte  Bischof  Richard  von  Lincoln 
1422  xu  dem  dahin  ausgesckriebemn  Reichstag. 

50  '  Qudenne. 

»  KJönig  Heinrich  V.  von  England? 
®  Poitiers. 


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Goo^(^ 


—    48     — 

Ekk.  Anno  seqncnti  ^  ipse  Heinricus  Imperator  natalem  domini  Batis- 
pone»  celebravit.  Dum  autem  ibidem  aliqoamdiu  moraretnr  et  Frand 
vel  Saxones  familiarius  et  honorabilius  quam  indigene  tractarentur,  Sigi- 
hardus  comes^  qui  boc  specialiter  notabat  ^,  pre  cunctis,  qui  tunc  ader&nt. 
habundanciori  militum  copia  illuc  venit,  ex  quo  invisus  imperatori  cepit  .1 
haberi.  Cum  autem  idem  comes  post  aliquot  dies  iara  securior  facto e 
suorum  turmas  diffluere  permisisset,  excitatur  contra  illum  furibuntia 
sedicio.  Und  ab  hora  diei  tercia  usque  ad  horam  nonam  in  hospicio 
obsessus  tandem  fractis  foribus  ipse  prius  confessione  facta,  sumpto  eciam 
dominici  sacramenti  viatico,  capite  truncatus  occubuit 1" 

Ekk.  Exinde    Heinricus    rex    contra   patrem   rebellacionem    parat.      Et 

primum  Pascal  apostolioe  sedis  pontifici  debitam  obedienciam  profitetnr 
fitque  conventus  generalis  in  yillam  regiam,  que  Northusun  ^  dicitor.  Ubi 
Heinricus  rex  Christi  sacerdotibus  dignam  exhibens  reverenciam  testatus 
est  per  regem  celi  cunctamque  celi  miliciam  se  nulla  regnandi  cupi-  15 
ditate  paternum  sibi  regnum  usurpare  neque  dominum  et  patrem  suum 
a  Romano  deponi  imperio  exoptare,  immo  debitam  pertinacie  et  inobe- 
diencie  compassionem  semper  exhibero  sicque  S.  Petro  suisque  suooes- 
soribus  lege  christiana  subici  velit  sive  regno  cedere  sive  serviliter 
ipsi  se  Bubesse  promisit.  Exinde  ipse  Heinricus  episcopos,  quos  pater  ex-  'i^' 
pulerat,  restituere  curavit  et  primo  Buthardum  Moguntinensem  archi- 
episcopum,  sed  resistente  sibi  patre  non  potuit.  Venit  igitur  in  Wircad- 
burg,  ubi  Errolongiim,  quem  imperator  episcopum  desi^naverat,  expulit  et 
per  predictum  Ruthardum  Moguntinensem  arcbiepiscopum  quendam 
nomine  Rupertum  electum  a  clero  et  populo  intronizavit.  Deinde  castellum  25 
Novrinberc  obsedit.  Quo  post  duos  menses  prospere  capto  soluto  exer- 
citu  Ratisponam  se  contulit.  Quem  pater  e  vestigio  sequens  Rupertum 
expulit  et  Errolongum  Wircziburgensibus  restituit  yeniensque  Ratisponam 
faventibus  sibi  civibus*  filium  ex  urbe  fugayit.  Qua  residens  pre- 
sulem  eidem  kathedre  quendam  adolescentem   nomine  Ulricum    prefecit.  'Vi 

est  civitas  Aquitanie,  anglice  Peytaro  nuncupata,  Ande- 
gayis*^  anglice  Andegavo,  et  est  eciam  nomen  civitatis. 

Fvnd.*  Notandum  eciam,  quod  temporibus  Ranuoldi  abbatis,  patruelis 

S.  Wolffgangi,  quedam  puella,  ülia  regis  Francie,  Aurelia  nomine,  fugiendo 
coniugale  commercium  profuga  venit  ad  mooasterium  S.  Emmerammi  S5 
Ratispone.  Quam  Ranuoldus  abbas  predictus  elemosinam  petentem  adesse 
cognovit  in  spiritu  eamque  locavit  ad  unam  solitudinem,  que  vocatur  « 
cappella  S.  Andree,  ubi  vigiliis  et  oracionibus  52  annis  vixit  migravitque  ad 
dominum  Id.  Octobris  et  in  ambitu^  S.  Emmerammi  ad  partem  australem 
monasterii  est  sepulta.  40 

Fimd.^  Anno  domini  995.  Kai.  Novembris  obiit  Heinricus  pius  dux  Bawarie 

ad  S.  Emerammum  sepultus  Ratispone  in  latere  aquilonari.    Versus: 
H.  Rome  regis  pater  et  defensio  legis 
Bawarie  cultus  pius  est  hie  dux  H.  sepultus.    add.  Bl. 

*  Ratisponensis  AI.       *>  de  Sempt  klem  ühergeschr.  C  6.      ^  nomi-  4ö 
nabat  Bl.        ^  North usum  A5.  B  1.  Northusen  C.        «  vocabatur  eorr. 
vocatur  Hs.        ^  obitu!    Hs. 

^  1103. 

'  Ekk.:  faventibus  sibi  dolis  Ratisponensium. 

^  Angers.  50 

*  cbn.  14594,  Bl.  61;  vgl.  XA.  24,  696,  Amn.  L 
^  NA.  24,  699. 


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Qoo^(^ 


—    49    — 

De  hoc  tarnen  in  kathalogo  pontificum  Batisponensiam, 
qni  commaniter  habetur,  nulla  fit  mencio^  Post  hec  Imperator  ^A:^. 
undecunque  congregavit  exercitum  cum  filio  bellum  commissuruB.  Con- 
veDiunt  igitur  et,  dum  ex  una  ripa  Begini  fluminis  imperatoris  et  ex  altera 
5  regia  signa  volitarent,  ea  die,  que  certissime  generalis  belli  congressionem 
precedebat,  prineipes,  qui  utriusque  exercitus  capita  esse  videbantur,  con- 
cessis  invicem  pacificis  colloquiis  divino,  ut  creditur,  spiritu  edocti  fratribus, 
id  est  populo  ex  utraque  parte  christiano,  parcendum,  immo  parricidiali 
pugna  cessandum  pari  voto  iudicabant.  Soluto  itaque  sie  exercitu  utroque 

10  filius  commotis  visceribus  super  patre  suo  lugubriter  fertnr  inclamasse: 
Grates,  inquit,  o  boni  commilitones,  affectui  vestro  circa  me  summopere 
referoy  unicuique  quoque  vestrum  par  pari  referre,  si  res  exegerit,  non 
abnuo.  Nemo  tarnen  in  hoc  me  sibi*  velit  vel  credat  fore  federatum,  ut 
dominum  et  patrem  meum  per  se  glorietur  occisum  vel  unquam  estimet 

15  occidendum.  Noveritis  ergo  me  non  impugnatorem  esse  patris,  sed,  ut 
apostolice  se  subiciat  obediencie,  patemi  regni  propugnatorem.  Exinde 
Heinricus  rex  firmato  federe  cum  civitate  Batispona  Hartwicum  virum 
utique  probatum,  katholicum  atque  nobilem,  abdicato  Ulrico,  quem  pater 
8UU8  episcopum  prefeoerat,  intronizat.  Fit  deinde  apud  Mogunciam  tocius 

'20  regni  teutonid  conventus,  in  quo  presentibus  apostolice  sedis  legatis  Hein- 
ricus Imperator  iuxta  summi  sacerdotis  todusque  ecclesie  decreta  sue 
consulturum  anime  promisit,  ibique  Heinricus  rex  primum  a  patre,  deinde 
ab  universis  regni  principibus  in  regem  iam  secundo  eligitur  et  ab 
apostolice   sedis   legatis   per  manus  imposicionem  katholice  confirmatur. 

25  Hucusque  cronica,quam  in  hoc  opusculo  antiquam  appellavi» 

est    perducta 

Anno  domini  1077.    Haizka^  comitissa    felicis  recordacionis,    ßh&Fund.* 
regis  Arrogonie  et  primitus   nupta  Hermanno  comiti  de  Castel,   sed  non 
ab   eo  cognita,    quo  decedente   sine   liberis   copulata  est^  Ottoni  comiti 

30  de  Scheyren,  per  quem  habuit  tres  filios  egregie  indolis.  Mortuo  vero 
OttoDe  relicta  Haizka  in  quodam  predio,  quod  primitus  ipsi  donatum 
erat  in  dotem,  iniciavit  structuram  novam  congregans  ibi<^  12  personas 
monastice  religionis.  Postmodum,  quia  locus  nimis  artus  erat,  monasteri- 
um  in  Vischpachow  construxit  et  predictos  monachos  illuc  coilocavit  et 

35  inibi  feliciter  obiit 

Anno  domini  1107.  Bertoldus  nobilis  comes  de  Purgek  et  Otto 
iunior  comes  de  Scheyren  commune  castrum  habuerunt  dictum  quandoque 
Glanek,  nunc  vero  Usenhofen  vel  Mons  S.  Petri.  Cui  Castro  renunciantes 
nionasterium   inibi  in  honore  S.  Petri  construxerunt  et  fratres  de  Visch- 

4<)  pachow  ibidem  coUocaverunt,  quod  ibidem  per  17  annos  permansit. 
Transeunte  autem  hoc  tempore  anno^  1124.  Otto  dux  Bavarie  et  Agnes 
uxor  eius  rogaverunt  et  persuaserunt  omnibus,  qui  habuerunt  partem 
hereditariam  in  Castro  Schyren,  scilicet  duces  de  Dachaw,  comites  de 
Schiren,    palatinos   de    Witelspach   aut   marchiones   de   Andechs,    ut   B. 

45  Marie  resignarent  et  offerrent  predictum  castrum,  quia  negligencia  horum 
oninium  cepit  desolari  et  destitui.  Qui  omnes  rogatu  dicti  principis 
unanimiter   obtulerunt   S.  Marie.     Preterea  idem  dux   cum   uxore  sua 

*  Haczka  A  2.  5.     Hatzka  A3.  ^  am.  A.  «  ibidem  C. 

*^  domini  add,  C. 

•"XJ  1  Aiu^i  ganx  selten  in  späteren  Quellen;  rgL  Jamier  1,  581. 

2  N±  24,  676, 
Qaellen  and  Eroerterungen  N.  F.  I  4 


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—    60    ~ 

Pund.  Agnete  transmutacionem  fecerunt  et  caput  monastice  religionis  in  Schyren 
Statuerun t  et  ibidem  ecclesiam  in  honore  B.  Marie  edificaverunt.  Quam 
eciam  multis  prediis  et  beneficiis  dotaverunt,  ita  tarnen  et  eo  pacto,  nt 
predicta  monasteria  Vischpachow  et  Usenhoven  cum  omnibus  suis  respectam 
haberent  ad  ecclesiam  Schyrensem  »,  et  sie  predictum  castrum^  Schyren  5 
in  monasterium  mutatum  est 

Fund.^  Anno  domini  1085.  Norpertus  episcopus  Curicensis  fundavit  collegiam 

canonicorum   secularium  de  8  canonicis  in  propria  ecclesia  sua  Heybach. 
Quod  longis  postea  temporibus  per  nobiles  de  Sevelt  desolatur,   sed  per 
Ludwicum   imperatorem   accepta   advocacia,    quam  claustro   Etal   dedit,  i(» 
reformatur. 

Fund.^  Circa  hec  tempora   monasterium   Dyetramszeli   fundatur   sie 

Tocatum  a  quodam  venerando  sacerdote  nomine  Dyetramo 

1062.  (^Otto.    16.     Sed.  an.  40.)    Anno  domini' 1062.»  Otto  Ratis- 

ponensi  ecclesie.preficitur  episcopus.    Septem  fratres  de  nacione  15 
Scotorum,  quorum  nomina  sunt  hec:  frater  Marianus,  f rater  Machantinna  ", 
frater  Murchertachus,  fraler  Clemens,  frater  Gervasius,  frater  Ysaac,  frater 
Donatus,  yenerunt  Ratisponam  et,  sicut  legitur  in  cronicis*,  quen- 
dam   mortuum   nomine  Zandolfum^  nuper  in   patibulo  eiusdem  civitatis 
Buspensum   precibus   suis  resuscitaverunt  ac  tempore  Ottonis  tunc  Ratis-  20 
ponensis   episcopi   locum,   ubi   nunc  est  prioratus  S.  Petri   extra  muros 
civitatis,  inbabitare  ceperunt.  Quo  modo  autem  hystorie  con  venia  t  <^, 
quod   legitur'^  Marianus   cum   sociis  et  Otto  Rntisponensis 
episcopus  fuisse  tempore  Karoli  Magni,  cronicorum  scrip- 
tores    videant.      De   hoc    tamen    quoddam    Privilegium*^    in  25 
quodam  registro   reperi,  cuius  tenorem  huic  operi  inserui. 
Quod  lege,  si  placet. 

In  nomine  sancte  et  individue  trinitatis.    Heinricus  divina  favente 
clemencia  III.  Romanorum  imperator  Au^ustus.    Omnibus  Christi  fideii- 
bus    tam^   futuris    quam   presentibus    notificamus   ac   manenti   memorie  30 
committimus,   quaiiter   tempore   Ottonis  Ratisponensis   civitatis   episcopi 
quidam    Scotigene    pro     cruciando    corpore    salvandaque   anima    patria 
sua   exularanti?  ac   diu    oracionum   loca   visitantes   Ratisponam    tandem 
venerant.     Qui  dum   licencia  predicti   episcopi  assensuque  domine  abba- 
tisse  Wille,    que  tunc   a{)ud  S.  Mariam   in    monasterio  superiori  preerat,  35 
ecclesiam  in  Wihen  S.  Petri  volgo  ^  dictum  ad  idem  superius  monasterium 
attitulatam  -ministerio   oracionis   providendam  susciperent,    mos  officinas 
claustri  adiutorio  bonorum  edificant  monachicamque  vitam  inibi  celebrant 
et  ab  elemosinis  tantum  victitant.   Tandem  pro  dei  misericordia  concessum 
est  eis  aliquantulum  iusticie  et  utilitatis  ad  eandem  ecclesiam  pertinentis.  40 
Deinde  ad  me  Heinricum  dei  gracia  Romanorum  imperatorem  *  III.  veni- 


»  Schyren  C.  *>  in  add.  C.  ^  Marchantinus  B  1,  «*  Zendol- 
fum  A3.  •  conveniant  C.  ^  cum  Bl.  ?  exulerant  A.  B.  exula- 
runt  C.        ^  om.  C.        ^  tercium  imp.  A. 


45 


*  NA,  24,  676, 
^  NA.  24,  675. 

*  So  auch  Megenherg  u)kI  :  Sedit  annis  36  alias  40. 

*  In    der    Begensbtirger    Schottenlegende.      Gedr.    bei    Därrtcäehterf 
Qesta  Caroli  Magni  S.  ISSff.  50 

*  Ebendort, 

^  Gedr.  Ried  1,  166.    MB.  29  a,  209. 


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Goo^(^ 


^     51    — 

unt  et  mundibnidinm  &  defensionis  mee  expetunt.  Ego  vero  peticionibus 
eonim  acqniescens  in  mundiburdium  ^  defensionis  eos  suscepi  et  talem 
libertatem  a  predicto  episcopo  Ottone  et  abbatissa  Hazega,  que  tunc  locum 
S.  Marie  in  snperiori  monasterio  r^ebat,  eis  acquisivi,  ut  nulla  persona 
5  maior  vei  minor  in  eoe  aut  in  bona  eorum  qnaliacunque  dominacionem 
habeant  preter  me  et  snccessores  meos  reges  vel  imperatores,  aed  securi 
maneant  absque  omni  eieccione  vel  turbacione  orantes  pro  se  et  pro  salute 
tocius  ^ecclesie.  Locus  tarnen  subiectus  sit  superiori  monasterfo,  cui  atti- 
tu latus  est,  ad  defensionem  pocins  quam  ad  destruccionem  etc.    Datum 

10  Kalendis  Februarii  anno  dominicec  incamacionis  1088.  ^S  indiccione  12.,  Febr.  L 
anno  Tero  ordinacionis  domini  Heinrici  36.,  imperii  yero  anno  5.    Actum 
Ratiapone  in  dei  nomine  feliciter.    Amen  ®. 

(1088.  163.    Urbanus  II     Sed.  an.  11  men.  4) Versus*: 

Anno  milleno  centeno  ^,  sed  minus  uno 

15  Virginis  a  partu,  peperit  que  gaudia  mundo, 

Urbem  tunc  Franci  capiunt  virtute  potenti. 
....  Igitur  dum  pene  omnes  popuii  teutonid  causam  huius  passagii  in  Ekk, 
principio   ignorarent   propter  scisma,   quod   tunc   erat   inter  regnum  et 
sacerdocium,  Tidentes  tot  legiones  equitum,  tot  turmas  peditum  per  terram 

20  suam  transeuntes,  eos  quasi  delirantes  subsannabant,  utpote  qui  pro  oertis 
incerta  captantes  terram  nativitatis  sue  vane  relinquerent.   Tandem  tamen 
ex  reapectu  divine  miaeracionis  gens  nostra  ad  integrum  edocta  ad  tam 
salatare  iter  inclinatur.    Nam  et  Welfo  dux  Bavarie  Hierosolimitanum  Fund.^ 
iter   arripiens  in  Cipro  de   hac  vita  discessit     Cuins  ossa  deinde  sublata 

25  ad  Aitorfense  monasterium  translata  ibidem  reposita  sunt.  Socii  vero 
peregrinacionis  et  laboris  eius  vel  interfecti  vel  yivi  machinante  perfi- 
dissimo  imperatore  Grecorum  Alexio  Sarraoenis  traditi  sunt.  Inter  quos 
Tiemos  Salczburgensis  episcopus,  qui  primum  fuit  Inferioris  Altach  ^ 
monachus,  comprehensus  exquisitis  suppiiciis  martirioestcoronatus.   Hic^ 

30  Welfo  fundator  extitit  locorum  Steyngadem,  Altorf,  quod  nunc  Wyngarten 
Tocatur,  Altenmuhster  et  Bejtenpuch. 

(Gebehardus  IV.   17.    Sed.  an.  7.)    Anno  domini  1103*  Gehe- 1103. 
hardus     IV.    Ratisponensi    ecclesie    preficitur    episcopus. 
Hie  anno  7.  eleccionis^  sue  in  Pechlarn  ocdditur,  et  quia  non  consecratus 

35  defunctus  est,  alii  non  ponunt  eum  in  cathalogo  pontificum  ^ 

(1107  90.  Heinricus  IV.  vel  V.  Reg.  an.  20.)  Anno  domini  1107. 
HeinricusIV.  vel  V.,* Heinrici  imperatoris  III.  filius,  regnare  cepit  regna- 
vitque  annis  20.  Hie  Imperium  adeptus  patrem  suum  captivavit  et 
in   vinculis   usque  ad  mortem  tenuit.    Ideo  deus  ipsum  sine  berede  mori 

40  permisit.     Qui  sepultus  est  Spire  cum  aliis  regibus  hunc  versum  habe ns  Joe.*' 
in  epitaphio: 

Filius  hie,  pater  hie,  avus  hie,  proavus  iaoet  istie. 

*  mundibiurbium  sie  A.  C.  mundibiurdium  B.  ^  mundium  A.  B.  C> 
«  domini  C         ^  1098.  A.        •  om.  C.  etc.  add.  A  1.        '  ducenteno  C 

45  «  Tyemo  C.      ^  Althe  C.      ^  sue  eleccionis  C.      ^  Ratisponensi  um  add.  C. 

»  Falsch  statt  1089. 

'  M  vielen  Quellen  ähnlich  vorkommend;  vgl.  Forschungen  18 j  25  ii  43. 

»  NA.  24,  681.     13.  Kap.  d.  Hut.   Weif.   Weing.  SS.  21,  461. 

*  Fund,  elm  14594,  Bl.  21'. 

5iJ  *  Megenberg:  1098.  Der  nächste  S(U%  ganx  im  TraH.  de  lim.  p.  R.  cap.  2. 

«  Qraesse  S.  842. 

4* 


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-    52    - 

^Hic  Heinricus  ob  regni  negocia  proouranda  cnrUm 
in  nrbe  Batispona  celebravit.  Ad  quam  venerabilis  Otto 
Babenbergensis  episcopus  utpote  primus  inter  primos  prin- 
cipes  vocatus  venit.  Hie  colioqaio  imperatoris,  quod  in 
urbe  gerebatar,  intererat,  tentorium  vero  sibi  suisque  in  5 
loco  opaco  et  ameno,  io  quo  erant  arbores  nuces  portantes, 
extra  urbis  menia  causa  comoditatis  collocari  precepit 
Ubi  dum  ^uiesceret,  vidit  in  sompnis  scalam,  cuius  summi- 
tas  celos  tangebat  et  angelos  dei  ascendentes*  et  descen- 
dentes  per  eam.  Qui  evigilans  a  sompno  ex  visione  aibi  lit 
celitus  facta  animatus  monasterium  Prüvining^  sie  vocatam. 
ut  dicitur,  das  mans  prüyen  schol  S  ibidem  fundavit  iubens 
fieri  altare  in  eo  loco,  quo  dormierat,  fuditque  oleum 
desuper,  cum  ipse  et  Hertwicus  episcopus  Batisponensi? 
consecrarent  idem  altare  in  honore  dei  et  omnium  sanc-  15 
torum,  principaliter  autem  in  honore  bellatoris  fortissimi 
Georgii  martiris  Christi.  Dum'autem  locus,  in  quo  fnn- 
dandum^  erat  dictum®  monasterium,  ad  canonicos  de  veteri 
cappella  in  urbe  Batispona  pertineret,  qui,  sicut  hodie 
perspicuum  est,  sub  tutela  et  dominio  episcopi  Baben-  20 
bergensis  degunt,  ipse  studiose  egit  cum  eis,  ut  ei  hoc 
predium  darent  in  commutacionem^  al terius  predii.  Quod 
et  factum  est.  Hiis  ita  peractis  venerabilis  episcopus 
Erminoldum  virum  venerabilem  de  monasterio,  quod 
Hirsaugia  dicitur,  a  Brunone  eiusdem  monasterii  abbate  25 
peciit  et  impetravit  eumque  suo  monasterio  Prüvining? 
dicto  prefecit.*  Uuius  Erminoldi  virtus  ceteris  obmissia 
specialiter  refulget  in  duobus.  'Primo  quia,  cum  ipse  Er- 
minoldus  cum  confratribus  suis  nichil  de  adiacentis  terre 
bonis  preter  solum  monasterium,  in  quo  habitabant,  pos-  ^) 
sideret,  abbas  S.  Emmerammi  nomine  Beginhardus,  ad 
cuius  monasterium  pertinebant  fere  omnia,  que  in  circu- 

1114,  *  Anno  domini  1114.   Lewpoldus  marchio  Austrie,  qui  cognomina- 

batur  Pius,  duo  claustra  fundavit,  scilicet  Neunburch"  primo  cum  cano- 
nicis  secularibus  et  monasterium  8.  Crucis  *  ordinis  Cisterciensis.    Sequenti  3.i 
anno  amotis  de  Neunburch  canonicis  secularibus  substituti  sunt  reguläres  '*. 
add.  Bl. 

»  descendentes  et  ascendentes  C.  ^  Prüving  Bl.  Prüfning  C  1. 
c  sol  0.  ^  fundatum  C,  «  om.  B 1.  '  continuacionem  A  3.  com- 
municacionem  B 1.         «  Prüving  B  1.    Prüfning  C 1.  40 

*  Die  folgende  Erxählmig  tat  dem  Wortlaut  nach  mit  keiner  andern 
Gründung sgeschichte  Prüventngs  verwandt ^  weder  mit  jener  in  Kap.  7  der 
Vita  Erminoldi  (SS.  12,  480—500)  noch,  mit  der  in  einigen  Hss.  der 
Vita  Ottonis  ep,  Babetib.  Herhords  interpolierten  Oründimgsgeschichte 
(SS,  12,  758  f.)  noch  mit  jener  in  Kap.  10  des  1.  Buches  der  Vita  Ottonis  45 
eines  unbekannten  Prüveninger  Mönches  (SS,  12,  886)  noch  mit  der  Ein- 
leitung des  Prüveninger  Traditionscodex  (MB.  13,  2;  SS.  15,  2,  1075). 

*  Die  folgende  Geschichte  —  ungenauer  —  auch  in  Kap.  12  der 
Vita  Ermitwldi  mit  arideren  Worten,  SS.  12,  487. 

*  Klostemeuburg.  50 

*  Heüigenkreux. 


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O    1 


—    53    — 

itn  erant,  graviter  cum  fratribus  suis  tulit  dictum  monas- 
teriam  Prüyiningense*  in  medio  suorum  boDorum  situm. 
Unde  exardescens  iracundia  operarios  mercede  conduxit, 
qui  omne  monasterium  vallo  circumdarent  et  undique  iocum 
ipsum  coangnstarent.  Cnm  igitur  opus  iam  usque  ad  finem 
peryenieset,  abbas  Erminoldus  nichil  permotus  ex  hiis,  que 
gerebantur,  alacriter  suis  precepit,  ut  magnam  ciborum 
habnudanciam  prepararent.  Quos  vocatis  ipsis  operariis 
apponit  dicens:  Multum  laborastis,  corpora  vestra  quiete  refi- 

10  die,  libentei  comedite,  libenter  do  vobis.  Comederunt  igitur 
et  biberunt  et  admirantes  beati  viripacienciam  et  karitatem, 
statim  nt  egressi  sunt,  vallum  omne  repleverunt  liberum^ 
intrantibus  et  exeuntibus  iter  facientes  et  sie  ad  sua  sunt 
reversi  ^.    Hiis  auditis  abbas  de  ß.  Emmerammo  et  fratres 

15  eins  miciores  sant  effecti.  Secundo  yirtus  Erminoldi  in 
eo^  refttlget,  quia,  dum  Heinricus  illius  nominis  IV.  i  m- 
perator,  rex  vero  V.,  res  illicitas  ab  antecessoribus  suis 
nsurpatas  ipse  nichilominus  usurparet,  scilicet  investi- 
turam   episcoporum  et  prelatorum^   sicut  patet  in  pagina 

'jO  pontificum,  et  frequenter  ab  apostolico  faissef*  admoni- 
tus  et  tarnen  salubri  consiiio  nullatenus  acquiescens  sen- 
tenciam  excommunicacionis  ab  eo  accepisset,  in  hac  ex- 
communicacione  dum  esset,  venit  ad®  monasterium  Pru- 
viningense  ^     Cogitans   igitur  Erminoldus,    que  dei   sunt, 

25non  timet  iratum  regem  offendere,  ut  deum  placatum 
haberet.  Precepit  suis,  ne  quis  eum  susciperet  vel  aliqua 
processio  ei  more  regio  fieret,  sed  ipse  tantum  solus  ei 
obviam  processit,  non  ut  adulator,  sed  ut  verus  veritatis 
amator.    Imperator  igitur  nobiliter  ire  impetus  temperans 

oU  ipsum  convenit  estimans  se  eum  in  aliquo  prius  lesisse.  Ad 
quod  abbas:  Non  est,  inquit^f,  ita,  ut  suspicaris,  o  rex. 
Non  sum  a  te  lesus  vel  ab  aliquo  tuorum,  sed  quia  ex- 
communicatus  es,  maculam  offensionis  et  crimen  peccati 
veremur  per  te   incurrere.    Et   hec  est   causa,   quod  honor 

35  congruus  tibi  a  nobis  non  impenditur.  Episcopi,  qui  forte 
tune  imperatoris  latus  ambiebant,  nequaquam  impera- 
torem  excommunicatum  esse  dicebant.  lUe  de  contrario: 
Veraciter,  inquit,  dico  vobis,  quia  ita  est,  quia  interfui  et 
vidi  et  audivi,  quando  sentencia  excommunicacionis  in  eum 

40  processit.  Per  hoc  itaque,  quod  animositatem  regis  non 
timuit,  intelligi   potest,  quanta  in  eo  virtus  animi  fuerit. 

Anno   domini   1118.**  Diepoldus   marchio   de  Vohburch   peticione  Chr.  Reich.^ 
matris  sue  Leukardis  et  uxoris  sue  Alhaidis  cepit  construere  monasterium 

»  Prüfning  C.       *>  liberum— facientes  om.  C  2.       ^  conversi  C  2. 
i5  d  admonitus  fuisset  C.        «  ow.  C2.       '  Prüfningense  C  1.       «in  quid! 
AI. 2.  5.        »»1108.  A3. 

*  Die  nächste  Geschichte  mit  anderen  Worten  aitch  in  Kap,  10  der 
Vita  Emiifwldi,  SS.  12,  485, 

•  Aus  dem  Ghronicon  Reichenbacense,  gedr.  Oefele  i,  402.    Berührt 
50  sieh  wenig  mit  der  SS,  15,  2,  1078  und  vortier   an  andern   Orten  ab- 
gedruckten Fundaiio  Beichenbacensis, 


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—    54    — 

Ckr,  Beich.  in  Beichenbach  in  honore  beate  dei  genitricis  Marie  et  onoLnium  sanctoram 
Et  hec  fuit  causa  fundacionis  eiusdem  loci:  Predicta  Leukardis  com 
quadam  vice  infinnaretur,  apparuit  ei  beata  virgo  dormienti  significans. 
quod  sue  esset  voluntatis,  ut  sibl  a  marchione  Diepoldo  mons  in  Beicben- 
bach  offerretur  et  fundaretur  ibidem  in  suo  honore  monasteriain  serronnii  5 
dei,  a  quibus  deus  ibidem  iugiter  laudaretur,  dans  eidem  Leukardi  pro 
signo,  qnod,  postquam  evigilaret  a  sompno,  in  quo  hec  yiderat,  staüm  se 
ab  infirmitate  sanatam  scntiret.  Quod  et  factum  est  ita,  quasi  nulliof 
infinnitatis  molestiam  ante  pertulisset.  Tandem  precibus,  quibos  potuit, 
institit^  suo  filio  marchioni,  ut  locus  in  Beichenbach  deo  et  B.  Marie  et  I' 
Omnibus  sanctis  manciparetur.  Et  cum  iam  duabus  vicibus  consensum 
filii  impetrasset  et  fundamentum  ponere  cepisset,  cepit  ei  resistere  marchio. 
quia  volebat  ciyitatem  in  predicto  loco  et  castrum  poeuisse.  Tanc^ipsa 
Leukardis  mittens  manum  ad  foicia  obtinuit  per  ordinem  iudidarium 
coram  imperatore  Heinrico  huius  nominis  IV.,  quod  ipse  marchio  fiUus  h'> 
eins  plenarie  consensit  et  cum  diligencia  et  devocione  cepit  esse  auctor 
fundacionis  monasterii  in  Beichenbach  instituitque  ibidem  monachos  ordiniä 
S.  Benedicti  vocans  de  monasterio  in  Castello,  unde  nata  fuit  mater  sua 
Leukardis  predicta,  quosdam  fratres,  inter  quos  fuit  Witigo  primus  abbas 
eiusdem  loci.  Huius  marchionis  filia  fuit  domina  ileicza  ducissa  Bohemie.  '^■ 
que  oonstruxit  monasterium  in  Cladruna.  Hec  transitum  faciens  in 
Beichenbach  mortua  est  ibidemque  in  capitulo  cum^  liberis  suis  sepulta 
^Anno  domiiiill33.  predictus  Diepoldus  marchio  dedit^  monachis  Cjster- 
ciensis  ordinis  in  Waltsahsen  ^  aream,  in  qua  constructum  est  monasterium 
eorum,   et   de  silva,   quantum  ipsi  fratres  per  unam  diem   poterant  in  2ö 

circuitu  perlustrare.    Unde  et  ipse  est  fundator  eorum * 

Fund*  Circa  hec  tempora  monasterium  Superioris  Altach«  inidatur  et  sub 

Honorio  papa  II.  libertaci  traditur  a  Friderico  Batisponensis  ecclesie  ad- 
Yocato  cum  consensu  conthoralis  sue  et  Adelberti  comitis  de  Windeberge 
et  uxoris  sue   filiorumque  eorum,   scilicet  Perchtoldi  et  Adelberti  ',    ad-  3" 
modum  parvulis  «,  ad  quorum  dicionem  idem  locus  hereditario  iure  per- 
tinebat 
1110.  (Hartwicus  L    17.    Sed.  an.  16.)    Anno  domini  1110.»  Hart- 

*  Legend  a  S.  Ottonis  Babenbergcnsis  episcopi^. 

Anno   domini   1139.   indiccione  2.,   2.  Kai.   Julii  S.    Otto  Baben-  '^^ 
bergensis   episcopus   ordinacionis   sue   anno   32.  rebus   exoessit  humanis. 
Hie   S.  Otto   ad   dilatandam    laudem  divini  nominis  quedam  cenobia  a 
fundamentis  construxit.  .  .  .    add.  Bl. 

»  instetit  C.  *>  filiis  add.  A  5.  «=  g^jit  A  2.  <*  Walthawscn 
A5.     Waldsachsen  C.  •  Althe  C.        '  Adberti  sie  A  1.  5.         «  par-  4<» 

▼uli  AI.    parvulis  übrige  Hss. 

*  Auch  xum  Folgenden  ist  des  Andreas  Quelle  das  Ghrotticon 
Beicßienbaeense,  nicht  die  Fundaiio  monasterii  Waldsassensisy  tcie  der 
Herausgeber  der  letxterefi,  Holder-Egger,  SS.  15,  2,  10S9  bemerkte. 

*  NA.  24,  697.  4.-)  , 
»  Megenberg:    1106.     Sedit   annis  20  alias  5,  sed   hoc  est  falsum. 

Andreas   hat   oben   S.  49   von    der   Einsetzung    Hartwiclis   xu    Lebzeiten 
Heinrichs  IV.  berichtet  {nach  Ekk.).  j 

*  ht  aus  der  Früveninger  Vita  Ottonis  episc.  Babenbergensis  3, 15         ' 
dann  l  9-12  (gedr.  SS.  12,   903  und  886  f.   nach  3  in  österreichischen  50 
Bibliotheken  befindlichen  Hss.)  ^usamynengesetxt. 


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—    55    — 

wicuB  Ratisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.  Hie 
monasterium  Prülense»  ab  antecessoribus  suis  constructum, 
ßed  postea  annichilatum  et  lapsum,  a  Ruthardo  autem 
Beptimo   eiusdem  loci  abbate  adiuvantibus  Christi  fideli- 

5  bu8    reedificatum    et,    ut  cernitur,    venuste   restauratam 
dedicavit  pontificatus  sui  anno  primo'.    Anno  domini  1120,1120, 
conaecratum*  est  monasterium  S.  Jacobi  Batispone  a  vene- 
rabili  Hartwico  *>. 

(1119.  116.    Kalixtna  IL     Sed.  an.  5  men.  10  di.  13.)   .   .  .    Item  Fund.* 

lU  monaaterium  <^  Pewberg  ab  Ottone  de  Castro  Yringi  fundatur  et  a  Kalixto 

papa  confirmatur 

(Chuno  I.    18.    Scd.  an.  6.)    Anno  domini  1126.*  Chuno,  qu^i/Pff. 
fuit    abbas    in    Sigbert«^*,    Ratisponensi  ecclesie  preficitur 
episcopus.     Item«  Ebrach^  fundatur®.  Ann,  Hai. 

15  (1127.   91.    Lotharius  III.     Reg.  an.  11.)    .   .    .     Item  Renus  ita 

siccus  fuit,  quod  sicco  pede  transiretur.     Versus«': 

Annis  nongentis  ter  denis  atque  duoentis  1130, 

Christi  camati  Renus  ardore  coactus 

Renus  siccatur,  sicco  pede  transpeditatur 

20  Anno  domini  1130.,  anno  scilicet  35.  ab  institucione  ordinis  Cistercii,  Fimd,* 

vivente  adhuc  B.  Bernhardo  annis  17  fundatnm  est  claustrum  Cesariense, 
Tolgariter  Keiserheim  vocatum,  ordinis  Cisterciensiura,  per  Heinricum 
comitem  de  Lechsgemunden  et  Luitgardim  uxorem  suam  et  Yolradum 
filium  SU  um. 

25  (Heinricus  I.     19.    Sed.  an.  24.1    Anno  domini  1131.«    Hein-i75/. 

ricus  Babenbergensis  canonicus  Ratisponensi  ecclesie  pre- 
ficitur   episcopus.      Hü     omnes    supradicti    Ratisponense  ^ 
episcopi  sepulti  sunt  apud  S.  Emmerammum  exceptis  duobuS' 
scilicet    Gebehardo    IV.   et   Hartwico*^      lam    dictus    vero 

:iO  Heinricus  Ratisponensis  episcopus  anno  domini  1155.  apudii55. 
t^.  Emmerammum  monachus  factus*°  obiit.     Hie  Heinricus  fuiti^\*wf." 
lilius    Ottonis   de  Wolf  arthausen,    maior   domus.     Qui,   in  quam,  Otto 
habuit   duaa   filias,   Rikenzam   Lotharii   imperatoris   uxorem  et   Mariam 
imperatricem  Grecorum.    Item  Halsprunn  fundatur  *' Ann.  Hol. 

".5  (1138.  92.    Conradus  II.  vel  III.    Reg.  an.  15.)    Anno  domini  1138.  FUyr, 

Conradus  II.  vel  III.,   f rater  Friderici  ducis  Suevorum  et  Heinrici  ducis      ' 
Havarie,    regnare  cepit  regnavitque  annis  15.    Hie  Conradus  a  S.  Bem- 

»  Prulense  B  1.        *>  cpiscopo  Ratisponensi  add.  C.        «  in  add.  C. 
^  Sichberr  A3.      ®  monasterium  in  add,  0.       ^  tunc  oM,  A3,      ff  om,  B 1. 

40  *  Also  1110  nach  Afvdreas'  Rechnung.    Richtig,  was  gegenüber  Janner 

Ij  592,  Anm.  2  xu  bemerken  ist. 

*  Über  eine  vorausgehende  Einweihung  vgl.  Janner  1,  603, 
»  NA,  24,  676.    Beuerberg. 

*  Megenberg:  1126  alias  IUI,  quod  falsum.     Sedit  annis  4. 
45             »  Siegburg  bei  Köln. 

*  1126.     SS.  25,  43. 

»  Auch  gedr.  Forschungen  18,  23.     Quelle? 
»  NA.  24,  701. 

^  Megenberg:  1130.     Sedit  annis  30  alias  23. 
50  *«  Ähnlieh  Megenberg. 

"  NA.  24,  685  {SS.  17,  331,  10—12), 
"  1132.     SS.  25,  43. 


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-     56    — 

Fhr,  hardo  apud  Frankchenfurt  cum  multis  principibus  cruce  signatis  de 
Lotharingia,  Flandria  et  Anglia  fortissimis  pugnatoribus  adunatis  Yconram 
venit,  ubi  Ludowicus  rex  Francie  per  Ungariam  venit  ad  eum.    Sed  Greri 

Mart.  calcem  farine  miscentes  magnum  fecerunt  exercitui  detrimentam.    Tandem 

Fhr.  ad  terram   sanctam  pervenientes   multa  bella  gloriose  gesserunt  et  pros-  5 

ITar^  pere  sunt  reversi.  Hie  Gonradus  licet  15  annis  regnaverit,  tarnen  beoe^ 
diocionem  imperialem  non  habuit.  Huius  tempore  moritur  Johanne« 
armiger  Karoli  Magni,  qui  vixit  annis  361. 

ü^5.  Anno  dominill38.  incarnati  salvatoris,  qui  est  terciu^ 

inchoati  pontis^  super  Danubium  Batispone,  ripensis  agri- i<i 
cultura,  id  est  monasterium  S.  Magni  in  preurbio  Kati»- 
pone,  mutari  cepit  in  edificia  per  venerabilem  dominum 
Gebehardum  presbiterum  canonicum  Batisponensis  ecclesie. 
Ad  cuius  peticionem  rex  Conradus  predictus  eo  tempore-, 
quo  castrum  Ottonis  palatini  comitis  in  Chelhaim  obsederat*  15 
cum  consilio  fratris  suiHeinrici  ducisBawarie  preurbium 
Batispone  monasterio  S.  Magni  largitus  est.  De  ponte 
Batisponensi  per  Danubium  hii  habentur  versus': 
Pons  fieri  cepit,  domini  dum  annus  incepit 

1135.  Mille  centenus  tria  decem  semi  quoque»  denus  *».  ?• 

(1144.  170.    Lucius  IJ.    Sed.  men.  10  di.  4.)  .  .  .    Hie  monas- 
terium  nostrum^,   scilicet  S.  Magni  in  preurbio  Batispone, 
privilegiavit*. 
Fund.^  (1145.  171.    Eugenius  III.    Sed.  an.  8  men.  4  di.  20.)  .  .  .    *Annii 

domini  1142.  Albertus  comes  illustris  de  Pogen  fundavit  monasterium  25 
in  Windberg  ordinis  Premonstratensis  et  sepultus  est  ibidem  cum  suc- 
ceesoribus  suis,  videlicet«*  Hartwico  et  Perchtoldo,  filiis  suis.  Hie  Porch- 
toldus  genuit  Albertum,  qui  vicit  civitatem  Spoletanam  in  Tuscia  et  inde 
transtulit  duo  corpora  sancta,  scilicet  S.  Sabin!  episcopi  et  S.  Sereoe 
vidue  et  martirum,  in  Windeberge.  Idem  Albertus  genuit  tres  filios,  3i' 
Lupoldum,  Perchtoldum  et  Albertum  ultimum.  1143.  locus  dictus  Walder- 
bach  inoorporatus "  est  ordini  Gysterciensi  amotis  inde  canonicis  regulari- 

1150, huB,  qui   quondam  ibidem  habitasse  feruntur.     Anno  domini   1150. 

1147.  Mai  19.  *  Anno    domini    1147.'    in    feste    Potenciane    virginis 

omnes  principe»  Bavarie  obsederunt  Batisponam  add.  im  Text  o^^ 
Ann.  Rai^C,  am  Band  B 1.,  letztere  ausserdem:  Anno  dominice  incarnacionis  1148. 
factum  est  iter  euncium  Hierusalem  2.  Jd.  Feb. 

»  semique  Gl.  *>  denis  A  5.  «  nostrum  scilicet  ow.  C. 

^  scilicet  C. 

^  Vgl.  Bied  1,  204;   ferner  Sepp,  Patd  und  Gehhard,   die  Gründer  ^^ 
des  Klosters  St.  Ma/ng,  in  VO.  46,  285. 

*  115L    Janner  2,  106;  Sepp  a.  a.  0.  S.  2S9, 
»  Vgl.  Forschungen  18,  40. 

*  1154,  Dex.  28.  Jaffe  Reg.  6109. 

*  NA.  24,  697.  45 
®  Der  gleiche  Ausdruck  in  der  wohl  als  Quelle  dienenden  Fundatio 

monasterii  in  Walderbach.  Hsg.  nach  einer  Melker  Es,  von  Th.  Mayer  im 
Archiv  für  Kunde  öst.  Gesch.- Quellen  12,  263.  Die  Fundatio  aucft,  in 
dm.  14053,  14440,  14511  und  14870. 

^  Vielmehr  1146.  50 

8  Zum  J.  1147.  SS.  17,  586. 


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Qoo^(^ 


-    57     — 

B.  EberharduB  sancte  Salczbargensis  ecclesie,  que*  Juva- 
via  dicitur,  archiepiscopns  in  synodo,  quam  Batispone 
suffraganeis  suis  assistentibus  habait,  octavas  nativitatis 
ß.  Marie  virgini8*>in8tituit^  1152.  urbs  Ratispona  maximo  con- -Anw.  Hat.'- 
5  flagravit  incendio,  in  qua  precipua  monasteria,  videlicet  ecclesiam  S.  Petri, 
S.  Johannis,  veteris  capelle,  inferioris  moDasterii  et  S.  Pauli  tempore  ^ 
pascalj,  scilicet  18.  Kai.  Maii,  feria^  2.  ebdomade  secunde^  vorax®  flamma 
consumpeit. 

(1152.  93.    Fridericus  I.    Reg.  an.   38.)  ...*...     Anno  domini -Her/w.  AlL 
10  1156.    ducatus  Bohemie  mutatur  in  regnum  per  Fridericum  imperatorem 
et  Liadezlaus  dux  Bohemorum  rex  constituitur. 

1157*.  Fridericus  imperator  Heinricum  marchionem  Austrie  tünc  i/e/7».  Alt. 
ducem  Bavarie  ab  eodem  ducatu  removit.  £t  quia  eiusdem  marchionis 
magna  nobilitas  et  multa  exigebat  honestas,  ut  nomen  ducis  non  perderet 
15  et  ut  duces  Bawarie  minus  deinceps  contra  Imperium  superbire  valerent, 
imperator  de  voluntate  et  consensu  principum  in  curia  Ratispone  habita 
marchionatum  Austrie  a  iurisdiceione  ducis  Bawarie  eximendo  et  quosdam 
ei  comitatus  de  Bawaria  adiungendo  convertit  in  ducatum. 

1158.   Vilsa  fluvius  in  Ensdorff  3.  Kai.  Februarii  siccum  iter  prebuit.  Fuml/" 
20  1163.    Mediolano,  cuius  muri  erant  altissimi,   a  Friderico  impera-  Mart. 

tore  funditus  deatructo  Rudolfus,  alibi  Reynoldus,  archiepiscopus  Goloni- 
ensis  trium  magorum  corpora  Coioniaro  transportavit,  que  de  Perside 
olim  per  Helenam  matrem  Constantini^  Magni  Constantinopolim  trans- 
lata  et  in  ecclesia  S.  Sophie  reverenter  collocata  inde  a  S.  Eustorio  et 
25  Arsacio    regnante  Theodosio  I.    Mediolanum    miraculose   sunt   translata. 

1164.  B.  Eberhardus  primum  monachus  Prüviningensis,  deinde  abbas  Ann.  Rat. 
Biburgensis,  postremo  archiepiscopus  Salczburgensis,  feliciter  rebus  excessit 
humanis.  ^ 

1166.    ordinantur  canonici  reguläres  in  Salczburg.  Ami.  Hai. 

30  1180.    marchionatus    Stirie   mutatur   in   ducatum.      Eodem    vmno  Serm,  Alt. 

Heioiicus   dux  Bawarie  et  Saxonie  a  Friderico  imperatore  per  sentencias -4/iw.  Hai. 
principum  deponitur  et  Otto  comes  de  Schyra  dux  Bavarie  constituitur. 

*  Legitur»  in  quadam  cronica®  volgari,  quod  Alexander^  Wehr. 
papa^  Fridericum   imperatorem  excommunicavit  pro  eo,  quod  legitimam 

35  uxorem   dimisit  et   aliam   duxit.    Ex   hoc  Fridericus  motus  Alexandrum 
papam  repulit  et  alium*  constituit.    am  Band  Bl.    im  Text  C. 

*  que  —  dicitur  om.  C  *>  orn.  C.  ^  tempore  —  scilicet  om.  C. 
^  feria  —  secunde  om.  C.  «  vorax  consumpsit  om.  A.  ^  Constantini 
Magni  om.  A,        k  Legitur  —  quod  om.,  dafür  quia  ipse  C.        ^  ipsum 

40  add.  C.        ^  alium  constituit  am.  0. 

*  Janner  2,  103  cüiert,  anscheinend  Gemeiner  (i,  245)  folgend,  als 
erste  Quelle  für  diese  Angabe  fälschlich:  y,Adam  (!)  Kr  äfft  von  Cham  hei 
Ecrafd  ly  207V'.  Über  Joha?mes  Ghraffts  VerhäUnis  %um  Chr.  g.  vgl. 
Einleitung. 

45  «  SS.  17.  586.     Vgl.   oben   S.  11,  Z.  14  ff.,   wo  die  Benützung   der 

Annales  Ratispofienses  durch  Megenherg  walirscheinlich  ist. 
,  ^  Nicht  sanctae,  wie  bei  Janner  2,  107  falschlich  gedruckt  ist. 

*  Falsch  statt  1156! 
^  NA.  24,  686. 

50  «  Sächsische  Wdtchronik,  MG.  Dt.  Chron.  2,  228,  6. 


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—    58    — 

Fund?  Hie  Otto  genuit  duos  filios,  Ludwicum  et  Heinricam.  Ludwico« 
duxit  uxorem  Mariam  duciBsam  Brabancie.  Qua  mortua  sine  liberis 
aocepit  in  coniugem  domiDam  Annam  filiam  ducis  Polonie.  Ex  qni 
genuit  filiam  Agnetem  et  Ludwicum  egregie  indolis  virum.  Mortua  domin& 
Anna  gloriosissimus  rex  Budolfus  filiam  suam  domiuam  Methildim  aibi  5 
tradidit  in  uxorem.  Ex  qua  genuit  Budolfum  et  Ludwicum  duoem 
iuniorem,  qui  postea  regnum  Romanorum  est  adeptus 

1155.  (HartwicuB  IL  20.    Sed.  an.  9*.)    Anno  domini  1155».     Hari- 

wicuB    SalczburgensiB     ecclesie    canonicus    Batisponensi 
ecciesie  preficitur  episcopuB.   Hie  monaaterium  nostmm'.lo 
Rcilieet  S.  Magni  ordinis  ß.  Augustini    canonicorum   regu- 
iarium,   dedieavit  et  auctoritate   ordinaria   priviiogiavit\ 

1165.  (Eberhardus.  21.  Sed.  an.  2.)   Anno  domini  1165.   Eberhardua 

Suevus  Augustensis  canonicus  Batisponensi  ecclesie  pre- 
ficitur episcopus^.  15 

1167.  (ChunoIL   22.     Sed.  an.  18.)    Anno  domini  1167.     ChunoH. 

Ratisponensis   canonicus  Batisponensi  ecclesie  preficitar 
episcopus  *»*. 

1185.  ^Anno  domini  1185.  Chuno  Ratisponensis  episcopus  obiit 

Postea   vaeabat   episcopatus   per   annum.    Legitur    autem.  A 
quod  anno  domini  1185.  Gotef  ridus  cancellarius  Fri<l  erici*^  I 
electus  fuerit  in  Ratisponensem  episcopum.    Qui  fere  anno 
transacto  huiusmodi  eleccionem^  resignavit«,et  sie  dicitur 

1186. ^oite  vacasse  per  annum.    Postea  anno  domini  1186.  eligitur 
(Conradua  I.    23.     Sed.  an.  18.)    Conradus  de  Laychling^  Ratis-  ^ 
ponensis^   canonicus,  vicedominusv  cognominatus.      Qui^ 
sedit  annis  18. 

Flor.  (1190.    94.    Heinricus  lY.  vel.  V.    Reg.  an.  8.   Philippus.)  .  .    .Hie 

Philippus   a   palatino   de  Witelspach    in  Babenberg  ocdditur.     Palatinus 
vero    ad    grangiam    quorundam    monacborum    secedens    cum   causa   de-  30 
duccionis  yervecem^   cum  clipeo  provocaret,  irruentes  Philippi  complices 
palatinum  occiderunt. 
Fund.''  Anno  domini  1200.     Gerdrudis    regina  Ungarie   occisa  est.     Hec 

fuit  mater  S.  Elyzabeth  et  Bele,  qui  f  uit  rex  Ungarie,  qui  genuit 
Elyzabeth  ducissam  Bavarie.  Causa  autem,  quare  Gerdrudis  re-  -^ 
gina  sit  occisa,  sie  se  habet:  In  desponsacione  S.  Elyzabeth  filie  sue, 
que  duxit  Ludwicum  lantgravium  Thuringie,  nupcie  celebrate  sunt  in 
civitate  Ungarie  Ovena  K  Quibus  nupciis  interfuit  Perchtoldus  patriarcha 
Aquilegiensis ,   filius  Perchtoldi  ducis  Meranie,   f rater  prescripte  regino.       1 

»  nostrum  scilicet  om.  C.  *>  om.  0.  ^  imperatoris  add.  C.  40  , 

^  eleccioni  renuneciavit  C,      ®  id  est  renunciavit  klein  ubergeschr.  A  1.  B 1.       I 
^ Batisp.  canon.  om.  0.  ^  Vicedens  ^o  AI. 2.  3.  5.  ^  Qui  —  18.       1 

om.  0.  ^  Veruente   C.  ^  que  alias   Buda   dicitur   add.  C. 

^  Notae  Füratenfeldenses,  NA.  24,  686. 

*  So  auch  Megenberg.  45 
»   Vgl.  Janner  2,  129. 

*  Bei  Megenberg  die  gleichen  Zeitangaben. 

*  Der  Inhalt  des  folgenden  Abschnittes  stimmt  mit  Megenberg  überein^ 

*  Konrad  Hof  er  von  Lobenstein  in  Leichlingy  bischöflicher  Vitxthum; 
Janner  2,  195.  50 

'  NA.  24,  685;  de  fundatoribus  monasterii  Diessensis  8S.  17,  331. 


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—    59     - 

Qui  videns  comitissam  ^  quandam  uDgaricam  valde  formos>am  drcumvenit  Fund, 
eam  et  vi  oppressit.    Dum  yero  comitissa  hoc   malum  marito  suo  con- 
questa  fuisset  ^,  patriarcha  querimooiam  illam    vilipendens   ad    propiia 
remeavit.     Temporibus  igitur  paucis  elapsis  predictus  comes  saspicionem 

5  äisistrani  faabuit,  quod  regina  conscia  fuerit  et  consensum  prebuerit  huius 
mall,  quod  uxori  8ue  acciderat.  Unde  tempore  sibi  congruo  convenit 
(^uosdam  maleficos  pro  pecunia,  qui  nocturno  tempore  intraverunt  cameram 
regine  et  ipsam  strangulantes  suspenderunt.  Quo  facto  omnes  simul  et 
isemel    contraccionem    membrorum   inciderunt    et    de   maae    familiaribu8 

10  iDtrantibus  omnes  muti  inyenti  sunt  excopto  uno,  qui  totum  negocium 
confitebatur.  Qui  propterea  condignam  mortis  penam  ^bierunt.  Hec  et 
alia  Signa  apud  reginam  claruerunt;   que  postmodum   auctoritate  ecciesie 

Bollempniter  fuit  canonizata 

1203.   propter  gwerram  inter  episcopum  Batisponensem  et  ducem  Fmid} 

15  pene  tota  provinda  periclitatur. 

(1197.180.    Innocencius  III.    Sed.  an.  18  men.  4  di.  23.)    .    .    .     • 
Hie  anno  17.   sui   pontificatus   in   festo   omnium   sanctorum   in   basilica  Marl. 
Lateranensi ,  que  Constanciana   vocatur,   celebravit    concilium   generale. 
Pro    subsidio    terre    sancte    et    pro    statu    universalis    ecciesie    multa 

-<^  statuta  fuerunt  ibi^  promulgata.  In  quo  fuit  cum  patriarchis,  archi- 
episcopis  <^,  episcopis  et  aliis  prelatis  summa  prelatorum  1215.  De  hac 
synodo  generali  in  cronicis  nonlegi,  quota  dicatur  inordine 
fuisse.  In  respectu  tarnen  synodi,  que  in  ConstantinopoU 
.«»üb  Johanne  papa  VIII.  celebrata  est  et  que  octava  legitur* 

2i^  ut  ex  precedentibus^  habetur,  hec  sancta  Lateranensis  syn- 

odus   nona  videtur  computanda 

Anno  domini  1204.  Lanczhuta  construitur.    1208.  «'  Perchtoldus -<!^'*w.  Hai. 
comes  de  Pogen  obiit^.     Eodem  anno ^  Strawbinga  nova  construitur.  ^w«fl?. 
(Conradus  IL     24.    Sed.  an.  22.)     Anno   dorn  ini  1204.»     Con' J204. 

30  radus  Frisingensis  ecciesie  prepositus  Ratisponensi  eccie' 

sie    eleccione    universorura     preficitur    episcopus.     Hie  vir -^-  -^^^'*»* 
iustus  et  per  omnia  reügiosus  et  castus  vendito  patrimonio  suo  7  milibus 
librarum  «,   cum    esset    ex    antiqua    et    nobili   prosapia,    filius    Heinrici 
comitis  de  Frontenhusen ',  hospicium   pauperum  in   ponte   Danubii  feciti 

35  possessionibus    extulit;     castrum   Dispach^',    Werde,    Chünigswarte *    et 
alteram    Puren  ^'^    episcopatui  adiecit,    ecciesiam  ^    S.    Emmerammi    in 
multis   defensavit.     Obiit    anno    domini  1226.      Hie    Conradus    epi-^^^^- 
scopus  per  amicabilem  composicionem  determinavit  super 

>  quandam  comitissam  C.      ^  esset  C.      *^  ibidem  C.      ^  et  add,  C 
40  «  1213  A.        '  moritur  C.        «  om.  A  5.        ^  Deyspach  C.       *  Chunigs- 
warte  B  1.    Kunigswartt  C  1.        ^  Pewren  C  1.        *  ecciesie  A  8. 

^  N±  24,  686, 

»  Oben  Ä  33. 

«  Falsch  statt  1218. 
45  *  Bei  Herrn,  AU,  x.  J.  1218. 

^'  So  auch  Megenberg. 

®  Notae  S.  Emmerami  (SS.  17,  574)  aus  clm.  14613,  jener  die  Chronik 
Hermanns  von  Reichenau  enthaltenden  Hs ,  die  Andreas  oben  S.  12  als  xu 
St,  Emmeram  vorlianden  erwähnt. 
5ü  '  Frontenhausen. 

^  Teisbach,  Wörth,  Königsmirt,  Alt-  und  Neubeuern;  Janner  2,325. 


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—     60    — 

eleccione  ac  institucione  *  prioris  S.  Petri  extra  mnros 
civitatis  b  Ratispone  <^  inter  dominam  abbatissam  et  con- 
ventum  superioris  monasterii  ex  una  parte  et  ex  altera 
inter  abbatem  et  conventum  S.  Jacobi.  Forma  aatem  eompo- 
Bicionis,  que  habetur  in  privilegio'  desuper  confecto.  talis  5 
est:  Quando  prioratus  S.  Petri  vacabit  <*  priore,  abbatissa  superiari? 
monasterii  veniens  ad  abbatem  et  conventum  S.  Jacobi  et  deum  pre  oealis 
habens  petat  aliquem  Scotum  de  ipso  conventu  vel  de  fratribus  S.  Petri 
idoneum  sibi  dari  priorem,  et  si  bonus  ac  ^  ydoneus  est,  quem  postoia- 
verit,  dandus  erit  in  priorem  ecclesie  prenominate.  Si  vero  abba3  et  1'» 
conventus  S.  Jacobi  vel  maior  et  sanior  ^  pars  eiusdem  bona  fide  ac  sana 
secundum  s  deum  consciencia  et  in  salute  animarum  suarum  melioiem 
et  utiliorem  inter  se  poterunt  ^  abbatisse  demonstrare,  hunc  sibi,  si  preseos 
est,  demonstratum  vel  absentem  denominatum  >  a  primo  recedens  ^  abba- 
tissa  po6tu!et  recepturum  primo  de  manibus  eiusdem  temporalia  tantom,  15 
que  ex  beneficio  superioris  monasterii  ad  prioratum  S.  Petri  noscantur 
pervenisse.  Quibus  receptis  abbas  ipsum  soUempniter  investiat  spiritu- 
alibus  et  cura  ^  prioratus,  ut  ex  hiis  ad  ipsum  abbatem  principaliter  salvo 
iure  nostro  respectus  habeatur. 

Itemhystoriam  quandam  hiis  temporibus  ab  abbatissis  '^^ 
superioris    et    inferioris    monasterii    actam   vide   in    privi- 
legio*,  quod  sequitur: 

In  nomine  sancte  et  individue  trinitatis.  Fridericus  II.  dei  gracia 
Bomanorum  rex  et  semper  Augustus.  Cum  ad  summam  instanciam 
precum  dilecti  principis  nostri  Chunradi  Batisponensis  episcopi  cum  ipso  -o 
episcopo  nomine  ecclesie  sue  quoddam  concambium  fedssemus  de  duobus 
principatibus,  scilicet  de  inferiori  et  superiori  monasteriis  in  civitate  Ratis- 
ponensi  constitutis,  pro  quibusdam  aliis  prediis  et  possessionibus  ad 
prenominatum  episcopum  et  episcopatum  suum  pertinentibus ,  accedens 
ad  presenciam  regie  excellencie  in  curia  soUempni  Herbipoli  domina  •>  i 
Tuta  inferioris  monasterii  abbatissa  personaliter  necnon  domina  Gerdrudis 
superioris  monasterii  abbatissa  per  suum  procuratorem  cum  aliqua  honesta 
utriusque  capituli  parte  coram  principibus  et  baronibus  atque  tota  curia 
nostra  gravi  querimonia  proposuit  se  et  ecclesias  suas  indebite  a  nobis 
fuisse  gravatas  et  super  hoc  adiutorium  et  sentenciam  principum  poetu-  35 
larunt  proponentes  firmiter  nullum  principatum  posse  vel  debere  commu- 
tari  vel  alienari  ab  imperio  vel  ad  alium  principem  transferri  sine  voluntate 
presidentis  principis  illius  principatus  et  de  piano  consensu  eiusdem 
ministerialium.  Super  quo  facta  a  nobis  inquisicione  per  sentenciam 
principum  et  subsecucionem  tarn  nobilium  quam  baronum  atque  mini-  40 
sterialium  et  omnium,  qui  aderant,  iudicatum  est  nullum  principatum 
posse  vel  debere  nomine  concambii  vel  cuiuscunque  alienacionis  ad  aliam 
personam  transferri  ab  imperio  nisi  de  mera  voluntate  et  assensu  prin- 
cipis presidentis  et  ministerialium  eiusdem  principatus.  Nos  igitur  iusticie 
protectores  nuUo   conamine  iuri   reniti   volentes   sentenciam   ipaam   du-  45 

»  constitucione  A3.        ^  om,  C.        ^  Ratisponenses  0.        <*  vaca- 
bat  A  5.  e  et  C  2.  ^  senior  A3  8  consciencia  sec.  deum  C. 

*»  poterint  A  3.         »  nominatum  C.         ^  recedat  A  5.         ^  curam  C  2. 

*  1216y  Okt,  13.     Qedr,  Ried,  i,  317.     Vgl  Janner  2,  287. 
»  Bökmer-Ficker,  Reg.  No.  863  {1216,  Mai  15.),  wo  die  Druckstellen  50 
angegeben  sind. 


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—    61     — 

ximus  approbandam  et,  quod  contra  memoratas  ecclesias  et  earum  principe» 
pro  episcopo  et  pro  ■  ecclesia  Ratisponensi  minus  debite  feceramos,  om- 
nino  retractavimus  in  continenti  presente  episcopo  prefato.  Et  ne  de 
cetero  similia  contingant,  decernimus  et  perpetua  firmitudine  observandum 
t  iudicamus,  quod  non  liceat  ulli  successorum  nostrorum,  Bomanorum  regi 
seu  imperatori,  principatum  aliquem,  ut  superius  sentenciatum  est,  ab 
imperio  aliquo  modo  alienare,  s^  omnes  imperii  principatus  in  suo  iure 
et  honore  illesoe  observare.  Ut  itaque  dilecta  fidelis  nostra  Gerdrudis  et 
sucoesaores  eins  abbatisse  necnon  regalis  ecclesia  superioris  monasterii  bac 
)  sentencia  gaudeant  in  antea  et  glorientur  in  perpetnum,  boc  scriptum 
eis  *  indulsimus  sigiDo  maiestatis  nostre  roboratum.  Acta  sunt  bec  etc. 
anno  domini  121 G.  *>  etc. 

Anno  <:  domini  1210.^  castrum  Abacb  dux  ^  L.  edificat.  Fund. 

Item  versus  ® : 
5  Annis  millenis  bis  contum  et  duodenis  1212. 

Est  cruce  signata  puerorum  magna  caterva^ 
(1216.    181.    HonoriuB  III.    Sed.  an.  10  men.  8.  di.  23.)    .     .    . 
Anno  domini  1224.  '  Landau  construitur.  Henn.  Alt. 

(1216.  96.    Fridericus  II.    Sed.  an.  33.)  .  .  .   Dixit  enim  andiente  Fk»-. 
0  H.s  *   lantgravio^:   Tres   seduxerunt   totum   mundum,   Moyses  Hebreos, 
Jesus  Christianos  et  Machmet  Sarracenos.    Quamobrem  si  principes  assen- 
tirent    constitucionibus   meis.   ego   muitum   meliorem   modum   vivendi  et 
credendi  cunctis  nacionibus   ordinärem.    Propter  bec    et  hiis  similia  de- 
positus  Fridericus,  cum  Parmam  obsidione  cingeret,   victus    in  Apuliam 
Ih  rediit   et  veneno   **ex6tinctuB  sepuitus  est  anno  domini  1250.  in  die  8. 
Lueie  tam  occulte,  quod  multi  per  annos  40  putabant  eum  vivere  venturum 
in  proximo  manu  forti.    Hec  ex'  floribus  temporum.   In  quadam 
tarnen  cronica^  Fridericus  iste  in  omnibus  gloriosus  fuisse   legitur. 
Denique  cftusa   discordie   inter  Fridericum   et  Gregorium    papam    magis 
30  Gregorio  quam  Friderico ^  imputatur.     Quid   autem  horum    verius 

sit,  prudentum  discrecioni  relinquo.     .     .     .  ' 

Mortuo  Friderico  remanserunt   de    eo  plures  filii  et  nepotes,  inter 
quos  fuit  Conradus  filius  legitimus,  qui  fuit  rex  Sicilie  et  Jerusalem.     .     . 

*  boc  secundum  quandam  cronicam*  volgarem  intelli- 
S5  gitur   de   Heinrico   lantgravio  Thuringie  am  Rand  AI.     im   Text  vor 

Dixit!  A  5.    im  Täd  nach  lantgravio  B  1. 

**  Secundum  cronicam'^  volgarem  Fridericus  imperator  ,9.  Wehr. 
veneuum  in  botro  accepit,  quem  sibi  medicus  suus,  dum  post  balneum 
secundum  conswetudinem  ingressus  fuisset  ortum,  porrexit.  a?n  Rand 
4u  mit  Zeichen  auf  veneno  A  1.  im  Text  nach  sepuitus  est  A  5.  im  Text 
eingeklammert  vor!  veneno  B 1.  Secundum  —  acoepit  om.y  das  übrige 
mit  quod  beginnend  nach  veneno  im  Text  0. 

»  am.  C.        ^  1208.  A  5.        ^  Anno  —  caterva  am.  A  5.       ^  dux 

edificat  Ludowicus  C.      «  Die  2  Verse  folgen  in  G  erst  nach  dem  Abschnitt 

45  über  Otto IV.  mit  den  Worten:  De  jieregrinacione  puerorum  habes  hos  versus : 

f  1234.  A3.  8  Heinrico  A  3.  C.  »^  Thuringie  add.  C.         *  in  C. 

^  Heinrico  A5. 

*  QueOe  xu  J.  1200.    NA.  24,  693,  Anm.  2. 

»  Andere  Verse  bei  Herrn.  Alt.     Vgl.  Forschungen  IS,  26. 
30  '  Quelle? 

*  Sächsische  WeUchronüc,  MO.  Dt.  Cltran.  2,  256,  31,  bexw.  2, 323, 28. 
»  Sächsische  Weltchronik,  1.  bayer.  Forts.;  MG,  Dt.  Chran.  2, 324, 26. 


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Goo^(^ 


—    62    — 

Hunc  piito  ^sse  Conradum  regem,  qui,  ut  legitnr  in 
Fund. cronicsL^  ad  S.  Emmerammum  Batispone*,  anno  domini  1251. 
Tocatus  a  civibus  Ratisponensibus  apud  S.  Emmerammum  incaute  dor- 
miens  cum  suis  a  Conrado  de  Hohen vels  invasus  est  nocte  et  vix  mortem 
evasit  occisis  duobus  militibus  de  suis  et  quibusdam  captivatis.  Legitur  5 
eciam  ibidem,  quod  Conradus  rei  in  Apulie  partibus 
moritur  excommunicatus  et  interdictum  positum  a  papa 
per  7  annos  duravit,  ita  quod  nee  divina  fiebant  nee  sepul- 
ture   nisi  eis,  qui  cruce  signati^  declarabajit  se   scismati 

tali  non  favere* 10 

Herrn}  AU.  Anno  domini  1241.    Albertus  ultimus  comes  de  Pogen  obiit.    Hie 

Fund}  ad  terram  sanctam  volens  transfretare  in  obsequium  cracifixi  dedit  ecclesie 
Superioris  Altach  <^  terciam  partem  fori  in  Pogen  cum  omnibus  attinencüs 
et  iure  forensi. 

Anno  domini  1244.  post  promulgacionem  sentencie  excommuni-  15 
cacionis  per  Innocencium  IV.  in  Fridericum  imperatorem  factam  princi- 
Flor,  pes  Alemannie  electores  de  licencia  pape  H.^  iantgravium  Thuringie  ** 
in  ®  regem  Bomanorum  elegerunt,  qui  anno  domini  1247.  Conradum 
regem,  filium  Friderici  imperatoris,  cum  suo  exercitu  ***  apud  Frankchen- 
furt  ignominiose  fugavit,  et  ipse  Heinricus  eodem  anno  profluvio  ventris  20 

obiit  sine  berede  sepultus  in  Hisnaco v>    .     .     .    - 

Ann.  Hal.^  Anno  domini  1251.  f rater  Berchtoidus  nacione  Batisponeiisis  ordinis 

fratrum  minorum  predicare  cepit.    Ad  cuius   predicacionem  dicuntur  ali- 
quando  100  milia  hominum  confluxisse.    Hie  sepultue  estBatispone 

*  Huius  Gonradi  iste  fuit  tytulus:  Cüonradus  divi  Augusti  25 
imperatoris  Friderici  filius,  dei  gracia  in  Bomanorum  rege  electus,  semper 
Auguatus  et  regni  heres  Jerusalem.  Begale  fastigium  tociehs  leditur, 
quociens  in  defectu  clemencie  reperitur,  et  quanto  benign! us  compassi- 
onibus  pietatis  immergitur,  tanto  glohosius  exaltatur^  etc.  Hec  ex 
privilegio  quodam,  quod  dedit  monasterio  S.  Emerammi.  30 
add.  El. 

**  secundum    cronicam*^  volgarem  Ludwicus  dux  Bawarie, 
sororius  Heinrici  regis,  iuvit  ipsum  contra  add.  B  1. 

***  cum  adiutorio  Ludwici  ducis  Bavarie,  sororii '  aui,  cM,  C. 

»  Batispone  —  Emmerammum  om,  C  2.    *>  signa  so  C.       ^  Althe  C.  35 
d  Heinricum  C.        «in  —  1247  am  Rand  mit  Einfügun^sxeichen,  dafür 
im  Text  Zusatz  **  B.        '  sorii  C 1.  2. 

'  Der  folgende  Satx  findet  sich  auch  in  dm,  14594,  den  Fund.,  aber 
X.  J.  1254  {NA.  700,  Anm.  3)  unter  anderen  St.  Emmeram^r  Aufzeichnungen. 
Die  obeft  genannte  Chronik,  der   auch   der  in  elm.  14594  nicht  enthaltene  40 
nächstfolgende  Satx  entnommen  sein  soll,  ist  nicht  festzustellen. 

'  Aber  x.  J.  1242. 

*  NA.  24,  697,  Anm.  6.    Z.  J.  1220. 

*  Anfang  der  Urkunde  von  1251,  Jan.;    Böhmer-Fieker  Reg.  4530. 
Das.  die  Druckstellen.  45 

*  Sächsische  WeltchroniJc,  1.  bayer.  Fortsetzung;  MG.  Dt.  Oiron.  2, 
324,  18. 

*  Aber  x.  J.  1250.     Herrn.  Alt.,   den  die  Ann.  Hai.  benutzt  haben, 
giebt  die  Menge  der  Zuhörer  nur  auf  60000  an. 


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Qoo^(^ 


—     63     — 

ad  fratres  minores  hoc  habens  epitafiumM^  Anno  domini  1272.  727^. 
19.  Kai.  Janoarii  obiit   frater  Berchtoldos   magnus   predicator  hicZ^.  14, 
sepnltus  Lucie  yirginis.  Dex.  13. 

1255.  Ludwicus  et  Heinricns  duoes  Bayarie,  filii  Ottonis,  dividunt  Herrn.  Alt 
5  Bawarlam.    Ludwico ,   qui  fuit   maior   natu ,   oeasit   in   partem    Bawaria  FundJ^ 

supeiior  cum  comitatu  palatino  Beni  et  civitate  Monaco,   Heinrico  vero 

Bawaria  inferior  cum  civitate  Lanczhuet.    Eodem    anno  dax  Otto    pater  Ann,  Bai. 

predictorum,  qui  fuit  comes  inScheyrn,  et  Conrad  us  rex  moriuntur. 

1256.  LudwicuB  dux  Bawarie,  comes  palatinus,    dominam  Mariam 
10  uxorem  suam,  äororem  ducis  Brabancie,   in  Werde   Suevico   decapitari 

iussit.  Miserat  enim  ipsa  duas  litteras,  unam  duci,  qui  tunc  in  partibus 
erat  Rani,  alteram  H.  *»  *  comiti  hireuto,  que  eciam  ex  errore  marito  proprio 
fuerat  presentata.  Pro  emenda  vero  occise  uxoris  abbacia  in  Fürstenveit 
a  Ludwico  fundatur**.  Hie  Ludwicus  montem  ^  oppositum  ponti  ^ 

15  Ratispone,   qui   dicitur   Geyrsperkch*,   invitis   civibus   in- 
castellavit  ac  ipsum  castrum  Lanndeschron^  appellavit  .  .  • 
(1226.    182.    Gregorius  IX.    Sed,  an.  14.)    .    .    .* 
(Sifridas  25.    Sed.  an.  18.)    Mortuo  <*  Conrado  IL  «  episcopo 
Batisponensi '    sedes  vacabatcf   per  annum^     Nam   dissensio  A*!  Emm.^ 

20  gravis  orta  fuit  inter  chorum  et  ministeriales.  Minor  pars  chori  Gotfridum 
prepoeitum  elegit,  cui  favebant  ministeriales  laici  asserentes 
eieccionem  pontificalem  in  suo  plus  quam  cleri  debere 
consistere  arbitrio.  Contraria  vero  pars  chori  cum  abbate  S.  £m- 
merammi  Perchtoldo   viro   per  omnia  venerando  Bomam  venit   et   rebus 

25  suis  apud  Honorium  papam  bene  determinatis,  cum  isdem  papa  in  festo 
S.  Gerdrudis  obiisset,  apud  successorem  suum  Gregorium  IX.  Sifridum 
canonicum  et  cantorem  Moguntinum,  qui  tunc  Borne  eciam  aderat, 
virum  litteratum  et  ^  castum ,  e^egit  et  in  episcopum  ab  ipso  apostolico 

*  Anno  domini  1231.    prepositus   Salzburgensis,  abbas   S.  Fetri  ^ ,  Ann.  S.  R.^ 
30  abbas  Agmundensis  de  licencia  domini  pape  ab  archiepiscopo  in  die  sancto 

pasche  mitris  pontificialibus  sunt  insigniti  et  privilegiati.  Sequenti  anno 
archiepiscopus  de  licencia  domini  pape  preposito  ßakbur^ensi  usum  virge 
pastoraüs  et  anuli  et  cyrothecarum  indulsit.    am  Rand  B.  1  im  Text  B.  2 

35  *  Heinrico  C.  *>  pontem  corr.  montem  Bl.  «  monti  C 

^  autem  add.  A  5.  «  om.  Ab.  'de  quo  prius  dictum  est  add.  A  5* 
e  vacavit  A3.      ^  in  episcopum  statt  et  castum  A 3.      ^  ibidem  add.  B  2' 

*  Die  Aufschrift   des   noch   vorhandenen  Grabsteins    lautet   anders. 
Abbildung    bei    Walderdorff^    S.  243.      Über    den    Widerspruch    in    den 

40  Tagesangaben   bei  Andreas,    der   sich   durch   die  Benütxung   xweier  ver- 
schiedener Anniversarien  erklären  dürfte,   äusserte  sich  neucstens  Rieder , 
Das  Leben  Bertholds   vmi   Regensbtirg    (Freihurg  i.  B.  liH)l\  S.  5  u    24. 
'  Notae  Fürstenfeldenses  SS.  24,  75. 

•  Heinrico,  Ann.  Bai. 
45              *  Z.  J.  1263  Ann.  Bai. 

^  Vgl.  Berm.  AU. 

«  IXe  Chronik  aus  PriU,    die  Riexler  2,  125  hier  ah  Quelle  eitiert, 
ist   nur  ein  Auszug   aus  des  Andreas  Chr.  g.,   wie  ich  oben   in  der  Ein- 
leitung nqehunes, 
50  '  Ähnlich  Megenberg. 

•  Notae  S,  Emmerami  SS.  17,  574;  vgl.  oben  S.  59,  Anm.  6. 
»  Annales  S.  Rudberti  Salisburgenses,  SS.  9,  785. 


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—    64     -^ 

1228. consecrsLtum  secum  Katisponam  adduxit  anno  domini  1228 ^  Ne 
N.  Etnm,  autem  quid  tale  de  &  cetero  a  laicis  presumatur,  omnis  adversa  pars 
chori,  scilicet  Gotfridua  electus,  magister  Hugo  et  ceteri'  omnes  ab 
ecclesiasticis  beneficiis  et  chori  consorcio  ^  sub  pena  excommunicacionis 
sunt  sequestrati  imposito  sibi  tocius  iuris  silencio,  quousque  sub  pericolo  5 
suarum  rerum  et  personarum  JEtomam  adeuntes  tercio  vix  anno  restitu- 
cionem  sub  gravissima  pena  meruerunt.*  Hie  Sifridus  imperialis 
aule  cancellarius  de  consilio  canonicorum,  fratrum  quo- 
quec  predicatorum  et  fratrum  minorum  ordinavit  statuta 
presbiteris  et  fratribus  laicis  atque  sororibus,  que  ad  ser-  10 
vicium  pauperum  ydonee  sunt,  in  domo  hospitalis'  Batis- 
pone  iuxta  pontem  siti.  Hie  aliqua  privilegia  utiliaecciesie 
Batisponensi  a  Friderico  H.  impetrayit^  Hie  sepultus 
est  ^  in  ecclesia  kathedrali  Ratisponensi  hoc  habens 
epitaphium:  15 

ßecietis  gratum  regalibus  hie  kathedratum 
ßeyfridum  stravit  mors  et  cinis  incineravit. 
Het-m,  Alt  Anno  domini  1231.    Ludwicus  dux  Bawarie  apud  Eelhaim  a  quo- 

dam  ignoto  presente  sua  familia  occiditur. 

1237,  1237.   Heinricus  comes   de  Ortenberkch,  dum  esset  in  20 

Castro  Murach,  dedit°   sororibus  ordinis  S.  Sixti  ®   in  sub- 
urbio  Batispone  ecclesiam  in  Swarczhofen  ea  condicione, 

*  Hie  Sifridus  de  bona  voluntate^  Oonradi  decani  ac 
universitatis '  capituii  Batisponensis  ecclesiam  S.  Blasii, 
que  ad  eos  pleno  iure  spectabat,  contulit'  fratribus  ordi-  25 
1229, ii\%  predicatorum  anno  domini  1229.  £t  factum  est  ibi 
postea  solJempne  monasterium  auxiliantibus  ad  «  hoc  pre- 
cipue,  ut  dicitur,  nobilibus  dictis  Drukchsäz  *»  de  Ekken- 
müll'^  Dicunt^  fratres  minores  Batispone,  quod  in  eoloco, 
in  quo  nunc  est  monasterium  et  conventus  ipsorum,   quon-  30 


dam  fuit  cappella  salvatoris,   quam  ipsis   episcopu.s  Batis - 

fonensis  ad  inhabitandum  contulit.    Comes  vero  de  Bogen'' 
ocum  ipsum  per  adiacentem  aream,   (juam  hereditario  iure 


possidebat,  amplia  vit.    7iach  impetravit  im  Text  Bl.  nach  meruerunt 
ivi  Text  C.  35 

»  ceterum  stait  de  cetero  A3.  b  consorciis  A5.  ^  fratrum- 
que  0.  ^  om.  A5.  «  Benedict!  auf  radierter  Stelle  von  spät.  Hand; 
daxu   am  Rand:   sie    habetur   in    originali  C  1.  '  universitate  Hss. 

e  adhuc  Bl.      ^»  Druchsäzz  Gl.      »  Item  in  loco,  ubi  modo  constructum 
est  monasterium  fratrum  minorum  Batisp.,   quond.  f.  ca'p.  sancti  salvat.,  40 
quam   ep.   Bat.    fratribus   minoribus    ad    inhab.   cont.    so  diesen  Sat\  C. 

'   Viebriehr  1227. 

'^  In  der  Quelle  toeitere  Namen. 

^  Kaiharinenspital.     Die  Statuta  sind  nicIU  erliaÜen. 

*  So  Megenbergy   der   auch   die  folgenden   Verse   miiteilt,     Hienach  45 
ist  Janner  2,  414  xu  berichiigen. 

*  Urkunde  hei  Ried  1,  381. 

®  Abtretungsurkunde  y  die  dem  Text  dieses  Satxes  xu  Grunde  liegt f 
bei  Ried  1,  361. 

'  Vgl.  Urkunde  bei  Ried  i,  350.     Daxu  Janner  2,  348.  50 

®  Truchsess  von  Echnühl,  von  denen  riefe  in  der  DominikanerkircJie 
beerdigt  sind.     Vgl.  Walderdorff*  S.  390  f. 

®  Qraf  Albert  von  Bogen.     Urkunde  bei  Ried  1,  373. 


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—    65    - 

ut  locus  ille,  in  quo  adhuc  monstratur  cappella  S.  Sixti, 
de  fructibus  et  redditibus  ecclesie  prefate  debeat  con- 
strui.  Hie  est  locus  ille,  in  quo  est  modo  monasterium» 
quod   dicitur  ad  sanctam  crucera,   ubi  nunc  est  sollempnis 

5  conveutus  religiosarum  dominarum  ordinis  predicatorum.' 

(1241.    184.    Innocencius  IV.    Sed.  an.  11  men.  6.)  .  .  .  Huius 

Innocencii  Guilhelmus  Duranti^  in  principio  speculi  iudi- 

Cialis,   quod  ipse  composuit,  memoriam  facit  hiis  yerbis: 

NoBtris  temporibus  due  stelle  lucidissime  rutilarunt,  videlicet  sanctissime 

10  recordacionis  dominus  Innocencius  papa  lY.,  noster  patronus,  pater  iuris, 
et  reverendus  pater  dominus  mens  Heinricus  dei  *  gracia  Hostiensis  epi- 
scopns,  lumen  iuris,  quorum  veneranda  memoria  fulget  ut  splendor 
firmamenti  perpetui  velud  stelle  in  etemitates  perpetuas  permansura.  .  .  . 

Anno  domini  1241.    eclipsis  ^  solis  facta  est  in  octava  WßYiaheMs  Ann.  Hai. 

15  inter  nonam  et  vesperam,  ita  ut  clare  stelle  viderentur.  Eodem  anno 
Conradus  rex  duxit  üliam  Ottonis  ducis  Bawarie,  que  post  obitum  viri 
comiti  Meinhardo  Tiroliensi  nupsit,  ex  qua  genuit  Elizabeth,  quam  duxit 
Albertus  dux  Austrie,  postea  rex  Bomanorum. 

(Albertus.    26.     Sed.  an.  13.)    Anno  domini  1247.»    Albertusi547. 

20  canonicus  Halberstatensis  de  Pittengaw^  Batisponensi  ec- 
clesie preficitur  episcopus.  Qui  rexit  annis  13  et  depositus 
est  factusque  est  monachus  in  Sitthinberch<^^ 

1250    cives    Eatisponenses    meliores   captivantur^   Skhl250. 
episcopo  et  ducuntur  in  Stawff.* 

25  1255   quidam   presbiter  in   civitate  Batispona   portansi255. 

corpus  Christi  infirmis  cecidit  in  profundum  luti  in  eo 
loco,  qui  dicebatur  Judenprukk^,  dispersis  particulis  salu- 
taris  hostie.  Ubi  statim  facta  cappella  in  honore  corporis 
Christi'  largicione  fidelium  postea*^  monasterium  Augusti- 

30  nensium  fratrum  heremitarum  ibi  dem  fundatur  Conrado 
Hilprant«  et  ülrico  von  der  Prunnlait^  civibus  Batis- 
ponensibus  magistris  structure  existentibus. 

(1253.   185.    Alexander  IV.    Sed.   an.   7.)  .  .  .      1256   ossa   S.1256. 
Willibaldi  de  tumulo  sunt  levata  apud  Eyhstett. 

35  (Albertus  IL    Magnus.  27.     Sed.  an.  1.)    Anno   domini    12ß0.^1260. 

Albertus  IL,  dictus  Albertus  Magnus,  lector  Coloniensis, 

*  Item  1250  incepit  ordo  fratrum  S.  Augustini  in 
heremo  am  Rand  A  1.  5  im  Text  am  Schluss  des  Abschnitts  A  3.  im 
Text  hier  A  2.  ebenso  mit  Eodem  anno  incepit  .  .  .  C. 

40  *  dei  ^acia  Mn.  C.        ^  eclipsis  —  anno  om.  C        «  Sitigenbech 

A3.  Sittchinberch  B  1.  d  Judenpurck  C6.  e  Hiltprant  A5.  Hilt- 
prandt  C.  ^  Prunnlant  A  2.  PrumilaitBl.  Prumilaitt  0  1.  Prunn- 
laitt  02.6. 

1  Da^  Frauenkloster  xum  hl.  Kreux  in  Regensburg j  das  heute  noch  besteht. 
45  '  Bischof  Wilhelm  Duranti  von  Mende  in  seinem  Speculum  iudiciale. 

'  Megenberg:  1250. 

*  PietengaUy  Peiting  bei  Schongau. 

^  Sittenbach  in  der  Diöcese  Halberstadt. 
®  Siihnungsurkunde  bei  Ried  7,  480. 
50  '  St.  Salvatorkapelle  bei  der  Judenbrücke. 

»  1267.    Janmr  2,  504. 
""  Idegenberg :  1264. 

Qaellen  und  Eroerterungen  N.  F.  1.  5 


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-    66    -- 

ordiniB  predicatoruiU)  vir  utique  magnarum  scienciarnm, 
sicut  scripta  sua  instruunt,  Batisponensi  ecclesie  prefi- 
citur  episcopus  et  sedit  tantum  anno  uno  et  reeignavit 
episcopatum  propter  gentis  proterviam  et  populi  vpni-  5 
tatem.  Hunc  populus  ligatum  calceum  cognominabat,  eo 
qnod  ferret  ligatos  calceos,  sicut  mos  est  fratrum  *  predi- 
catorum^ 

1262,  (Leo.    28.    Sed.  an.  15.)    Anno  domini  1262.»  dominus  Leo 

Batisponensis    decanus   Ratisponensi    ecclesie   preficitur  10 
episcopus.* 

Mart.  (1272.188.   Gregorius  X.    Sed.an.  4di.  10.)    Gregorius  X.  nacione 

Lombardus  de  civitate  Placencia  cum  esset  archidiaconus  Leodiensis  et 
devocionis  causa  usque  ultra  mare  transfretasset,  ibidem  existens  in  palacio 
Yiterbiensi  in  papam  a  cardinalibus  est  electus.  Hie  3.  pontificatus  sui  15 
anno  pro  ntilitate  terra  sancte,  quam  personaliter  visitare  intendebat, 
Lugduni  sollempne  celebravit  concilium,  in  quo  et  Grecorum  et  Tarta- 
rorum  sollempnes  nuncii  interfuerunt,  Greci  ad  unitatem  ecclesie  redire 
promittentes.  In  Signum  cuius  spiritum  sanctum  confessi  sunt  a  patre 
et  filio  procedere  symbolum  *>  in  concilio  sollempniter  decantando «.  20 
Hanc<^  rem  Gwilhclmus  Duranti''  Mininacensis®  ecclesie  < 
episcopus  in  rational!  suo,  quod«  incipit:  Quecunque  in  eccle- 
siastids  officiis  etc.  lib.  4.  cap.  de  simbolo  se^  dicit  vidisse.  Unde 
et   miratur,   qua   temeritate  Greci   spiritum  sanctum  a  filio  procedere 

Mart.  presumunt  negare.   Nuncii  vero  Tartarorum  infra  concilium  baptisati  sunt  25 
et  postea  ad  propria  redierunt.    Numerus  autem  prelatorum,  qui  fuerunt 

1273,  *   Anno    domini   1273.    ecclesia    katbedraiis   S.    Petri 

Batispone  voragine  ignis  penitus  est  destructa^,  et  carapane 

April  20,omnes  eciam^  sunt  exuste  12^    Kai.  Mail,   feria  5.  in  ebdo- 

mada  Quasimodogeniti,  5.  die  ante  festum^  B.i  Georii®.  30 

1276,  Anno™  domini™  1276.  in  festo  B.  Pauli  apostoli  conse- 

Juni  30.  CT SitvLB    est   primus   lapis^   katbedraiis    ecclesie   S.    Petri  ° 
Batispone   a   venerabili   episcopo   domino   Leone,     add.  am 


spon 
ßl., 


Rand  Bl.,  im  Text  B2.  C. 

»  predicatorum  fratrum  C 1.  predictorum  fratr.  C  2.      *»  symbolum  35 
—  decantando  om.  A3.        «  decandando!  AI.        ^  Hanc  —  negare  am 
Bernd  mit  Zeichen  auf  die  Einfügungsstelle  A  1.  om,  A  2.  3.         e  ^q  ^^  ß^ 
episc.  Mimnacensis  C.      *  om.  C.      ff  quod  —  etc.  om.  C.       ^  dicit  se  C. 
^  om,  0.  k  15.  die  Aprilis  statt  12.  —  Georii  C.  »  <wi.  B2. 

^  om,  C        ^  apostoli  add.  B  2.  40 

*  Dieser  Abschnitt  fast  gleichlatäend  bei  Megehberg. 

■  Megenberg:  1265. 

■  Bischof  Wilhelm  Duranti  von  Mende,  dessen  Spectdum  iudieiale 
Andreas  oben  S.  65  auch  erwähnt  und  benütxt  hat,  in  seinem  Rationale 
divinorum  offtdorum.  45 

*  S.   oben  S.  11. 

**  Diese  dreifache  Bexeichnung  des  einen  lages  dürfte  den  Vorzug 
der  Biehtigkeit  haben  vor  andern  Quellenangaben.  Auch  die  Annales  I¥u- 
veningenses  (SS,  17,  608)  sagen:  12.  Kai.  Maii  {April  20,),  dazu  aber 
feria  5.  ebdoroade  secunde  (=  April  27.).  Letzteres  Datum  enthält  auch  50 
die  Angabe  bei  Herrn,  AU  :  feria  5.  post  Misericordiam  domini.  Der  in 
der  Hss.'Oruppe  G  genannte  15.  April  ist  sicher  falsch. 

'  Anders  VO.  11,  78. 


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-    67    - 

in  ooncilio,  fuit  500  epiacopi,  60  abbates  et  alii  prelati  circa  milie.  Hie  Mart. 
in  concilio  multa  bona  constituit,  videlicet  pro  subßidio  terre  sancte  et 
pro  statu  universalis  ecclesie.  Hoc  concilium  Lugdunense  sub  Gregorio  Ann,  Hai, 
papa^  X.  celebratum,  quod  in  multis  locis  libri^  sexti  decre- 
5  talium  generale  legitur,  licet  taceatur,  quotum  fuerit  in 
ordine,  in  respectu  tarnen  ad  concili  um  Lateranense  su  b 
Innocencio  III.  celebratum,  quod  superius^  nonum  concili- 
um universale  computatur,  hec  sancta  synodus  Lugdu- 
nensis    decima    universalis    salva   correccione  sapientum 

lOvidetor   computanda.    In    hoc  concilio  ordines  mendicanci um  sunt i^/or. 
fere  omnos  casoati  et  ecclesiarum  decime  ad  terre  sancte  subsidium  per 
G  annos  deputate.     Pensa  ibi,   lector,  si  te  delectat,   quomodo 
hec  concurrunt:  Gregorius«  decimus,  ecclesiarum^^  decima, 
concilium*^  decimum.     Est   animadvertendum  ^,   quod   ordo  Cyster- ^wn.  Hol, 

15  ciensis,  quem  papa  Gregorius  speciali  prosequebatur  afiectu,  de  6  sBnis, 
quibus  danda  erat  decima,  pro  80  millibus  marcarum  convenit,  quam 
summam  patres  abbates  inter  filios  suos  dividebant  annis  singulis.  De 
hac   summa   domus   in  Fürstenveit  dedit  annis  singulis  4  marchas.     .     . 

(1273.  97.     Rudolfus.     Heg.  an.  18.)     Anno  domini  1273.,   cum  Ann,'  Hol. 

20  bona  imperii   iam  diu  vacante  imperio  distracta  esseiit,   Gregorio  papa 
mandante     electoribus     de     rege    Eomanorum,     cum    concordare    non 
possent,   Vota«   sua  in   ducem    Bawarie   transtulerunt,    a  quo  Rudolf us -F^o»'- 
genere   Alemannus,    comes    de    Habspurch,    utpote    homo    bellicosus    et  Ann,  Hai, 
ab    infancia  in  armis   nutritus,  rex   vocatus   et  electus   regnare   cepit  ' 

25  regnavitque?  annis  18.  Hie  fuit  vir  probus  et  ab  infancia  bellicosusi 
iustus,  Simplex  ac  ^  timens  deum,  sed  tarnen  ad  Imperium  non  ascendit.'*'  Flor, 

*  Notandum  *,  quod  rex  ^^  Rudolfus  fuit^  sapiens.  Ad 
quem  accessit  unus™  in  civitateLangingen°*  dicens:  O  dorn  ine, 
date  mich!  aliquid.    Qui   respondit:    Quare,  karissime?    At 

30  ille:  Quia  estis  cognatus  meus.  Tunc  dixit®  rex:  Unde, 
karissime?  Tunc  dixit  ille:  De  costis  Adam.  Dixit  ei  rex: 
Vade  ergo  et  porta  magnum  saccumP  lile  letus  putans, 
quod  vellet  sibi  implere,  apportavit.  Tunc  rex  recepit  unum 
denariura   et   proiecit   sibi   ad   saccum  et  dixit:    Modo  vade 

35  et  fac  tibi  unumquemque  tantum  dare,  qui  tantum  attinet 
tibi  ut  ego,  et  habebis  saccum  plenum.**  add.^  Bl.  nach  dem 
*  Zusatz  S.  68  B2.  C. 

**  Notandum  %  quod  idem  rex  venit  semel^  Basileam  ^ 
ubi«   erat  civis   quidam  valde  dives.    Tunc  quesivit:   Cuius 

40  est   domus  illa?     Dicebatur:    lllius   civis.      Cuius  et  illa? 

»  om.  C.  *»  VI.  libri  C.  °  In  den  Hss.  Je  über  das  folgende 
Wort  decim..  geschrieben;  om.!  A2.  ^  advertendum  C.  «  vocem  suam 
A  ß.  7.  '  1273.  add,  A  6.  7.  «  que  om,  A  6.  7.  i^  et  A  6.  *  Notan- 
dum quod  om,y  dafür  Hie  B  2.  C.  ^  Rudolfus  rex  C.  ^  sapiens  fuit  C. 
45  ™  quidam  C.  °  so  B.  Laubing  C.  <>  rex  dixit  C.  p  factum!  Bl. 
^  Item  stall  Notandum  quod  B  2.        r  Basilenam  B  2.        •  ut  B  2. 

1  S,  59, 

*  Wohl  Lauingen.  Dieselbe  Sage  aus  Nürnberg  bei  SckÖppner,  Sagen* 
buch  d.  bayer,  Lande  1,  134;  vgl.  das.  5,  360. 

50  ^  Quelle:    des  Magisters  Konrad  Derrer  von  Augsburg  Geschichten- 

buch?     Vgl,  Einleitung. 

*  Aus  dem  deutschen  „einmal*^  falsch  übersetzt Y 

5* 


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Hie  ad  peticianem  Gregorii  pape  cruoem  snscepit,  nt*  com  craoe  signatis 
ultra  mare  sanctnm  passagium  acciperet,  sed  non  potuit  transfretare 
propter  gwerram  Ortachari  regia  Bohemie.  Qui  poetea  a  sqIb  traditos  ^ 
in  bello  ab^  eo  est  oocisus,  eo^  quod  sibi  rebellans  ab  eo  contempsit  aoci- 
pere  collacionem  «.    Versus'^:  5 

Anni  dum  domiui  fluxissentff  mille  duoenti 
Octavo  numero  completo  septuageno, 
Dum  8ol  in  geminis  fuit  Augustique  Kaiendia 
Inclitus  Ortacharus  rex  hostibus  eins  amarns, 
Succumbit^  bello  pugnans  cum  rege  Rudolfo,  10 

Non  vi  Sueyorum '  ceddit,  sed  fraude  suorom. 
Heffn,  AU,  Hie  Ortacharus  rex  Bohemie  parum  ante'  cum  magno  exercitu 

intrans  Bawariam  destruxit  Begenstauf  et  Nitenaw. 
1272,  *Anno  domini  1272.*  summum  Ratispone  exuritur. 

Fhr.  Huius   temporibus   200  homines   15.  Eal.  Julii  in   ponte  super  Muslam  15 
choreyzantes  oessare  nolebant  y  donec  plebanus  transiret  portans  sacratissi- 
mum^  corpus  Christi.    Igitur  pons  cecidit,  et  choreyzantes  omnes  penitus  ^ 
Ann.  Eal,  saut  submersi.    Item  quidam  nigromanticus,  qui  se  Fridericum  impera- 
torem  publice  affirmaverat,  iussu  ipsius  regis  Budolfi  est  adustus. 
Fund.^  Item  comes  de  Mosburg   moritur,  et  comitatus  ad  duces  Bawarie  20 

devolvitur.  ^ 
Hart.  (1277.  191.    Johannes  XXI.    Sed.  men.  8  di.  1.)  .  .  .    in  eoclesia 

8.  Laurencii  sepelitur. 

'  Hucusque  frater  Martinus  cronica"»  perduxit. 
Fund."^  (Heinricus  II.    29.    Sed.  an.  19.)    Anno  domini  1277.    Heinricus  25 

comes  de  Botenek,  Batisponensis  ecciesie  canonicus  et  archidiaconns,  Batis- 

Iterum  dicebatur:  Eiusdem.  Et  sie  ostendernnt  sibi  mnltas 
domos,  que  erant  unius.  Tunc  dixit  rex:  Eya  >>,  quantum 
ille  pepercit.  81  voluisset  omnia  vindicasse,  nunquam 
obtinuisset  illas.    a^.^Bl.2.  30 

"*  ^Anno  domini  1261.  Ottacherus  rex  Bohemie  aggressus  est  regem 
Ungarie  °y  Belam  nomine,  in  campo  Marchveld  et  obtinuit  yictoriam 
auxiliante  sibi  Ulrico  duce  KarinthieP  et  fratre  suo  Philippo  electo  Salz- 
burgensis  ecciesie.  Et  in  Signum  yictorie  condita  est  civitaa  in  eodem 
loco,  que  dicitur  Marchek.  Poetea  in  iam  diclo  camno  Marchvelt  ^  dictus  35 
Otacherus  rex  Bohemorum'  pugnans  cum  Rudolpho  rege  Bomanorum 
Bohemis  terga  vertentibus  cum  multis  nobilibus  est  occisus.  add,  nach 
devolvitur  B  1.  hier  B  2.  C. 

a  et  A  7.  C  2.  ^  om.  A.         ^  sb  eo  om,  Bl.         d  eo  -—  re- 

bellans om.  A  5.       «  unde  add.  C.        '  om.  A 1.  2. 5.       «  fluxisse  aile  Hss.  40 
^  buccubuit  A7.       *  corpus  dominicum  statt  sacr.  corp.  Chr.  C.      ^  om, 
A  5.  C.      1  Hier  hat  Bl  den  Zusatx  *.      ^  cronicam  A  5.  C.       »  EaB  2. 
o  üngarorum  B2.        p  Karrathie!  Bl.        <i  Marchek!  B1.2.      r  om,  C. 

1  Auch  aus  Bamberg   überliefert  SS.  17,  639.      Vgl,  Forschungen 
18,  21  u,  563.  45 

•  Dafür  multorum  SS.  17,  639.  .        ' 
8  1266. 

*  Vielmehr  1273.     Vgl.  oben  S.  11  und  66. 

•  Aus  Oster  ho fener  Annalen,  NA.  24,  695. 

*  Aus  JSberhardi  archidiaconi  Batisponensis  Amiales,  SS.  17,  594.  50 
Vgl  NA.  24,  702. 

'  Quelle:  Derrers  Oeschichtenbuch? 
«  Quelle? 


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—    69    — 

poDensi  eoclesie  pieficitur  episcopus.  Hlc  dictam  kathedralem  ecclesiam  Fund. 
S.  Petri  Ratispone  consumptam  et  destructam  incendio  et  ab  antecessoie 
8U0  reedificari  inoeptam  sumptuoso  opere,  quod  et  materiam  supeiabat, 
ut  ad  finem  peiduci  posset,  multis  laboribus  procuravit  et  multa  preciosa 
5  ornamenta  dicte  ecclesie  dedit.  Hie  eciam  Patrimonium  auum,  acilicet 
comitatum  et  castrum  in  Rotenek  cum  pertinuncüs  suis,  Ludwico  duci 
Bawarie  vendidit  et  Batisponensem  ecclesiam  multis  debitis  oneratam  ab 
usuris  et  dampnis  aliis  liberavit.  Item*  advocaciam  in  Velden,  Ebers- 
peunt,  Teispach,  FrantenhauseDi  Ergolczpach,  Esseubacbi  Püstingen^  et 
.0  Erliiig^  a  dominis  ducibus  Bavarie  et  alia  multa  magna  pecunia  compa- 
rayit.  Item<^  feci  t  f  ieri  duas  campanas',  quarum  una  dicitur 
apostolorum,  altera  S.  Petri.  Item  per  duoe  monachos  de  HaJiz-Ann.  Hol, 
prunn  edoceri  fecit  musicam  in  sua  ecclesia  cantu  usuali  in  musicam 
permutato.  Hie'  sepultus  est  retro  summum  altare  in  ec- 
15  clesia   sua  katbedraii  hoc  habens  epitaphium: 

Hanc  kathedram  rexit  Heinricus,  quem  petra  texit, 
De  Botenek  ortns.    Oeli  pateat  sibi  portus. 

Anno  domini  1285.   dominus  Albertus  de  Hals  sua  virtute   ei  Fund,* 
Btrenuitate  meruit  a  Rudolfo  Bomanorum  rege  honore  et  nomine  comitis 
20  insigniri.     Item  ^  in  Paterach  Judei  bonum  hominem  christianum,  Wem- 
herum  nomine,  occiderunt  occulte,  qui  dicitur  miraculis  claruisse.  ßimile 
priori  anno  accidit  in  dvitate  Munacensi  ^. 

1286    in«    dominica     prima'    quadragesime*      soiOTeBl286. 
ecclesie,  que  nunc  dicitur  ad  8.  Ciaram  Batispone,  volga-ifan^  3. 
^5  riter  ob  penitenciam  rewsarinn''   nuncupate,   ordinem  8.  ^ 
Marie    Magdalene    mutaverunt    et    hortantibus    fratribus 
minoribus  ordinem  et  regulam  8.  Cläre  receperunt^ 

Item  Mfildorf  civitas  a  duce  Heinrico  restituta  est  episcopo  Salcz-  Fund»^ 
burgensi,  quam  anno  priori  expugnaverat. 
30  1288  i  tonitrua  in  die  8.  8tephani  circa  nativitatem  domini  sunt 

per  multas  terras  andita. 

1289    Lndwicus    bone  indolis   filius  Ludwici  dudsi^  Bawarie  com  Ann.  HcU, 
hastiludio  Nümberge  intenderet,  lancea  cuiusdam  baronis  de  Hohenloch  ^^ 
tactuB  gntture  oocnbuit 

35  *  Item  —  comparavit  om.  A3.      ^  Pilsting  C.      •  Item  —  portus 

om.  A7.  ^  Monacensi  A5.  C2. 6.  ^^  in  dominica  om.  A5.  '  In- 
vocavit  stcUt  prima  quadra^esime  C.  8  Bewserinn  A  7.  Bewsärinn  C 1. 2. 
Bewerin  C  6.        ^&.^  or£nem  o/n.  B 1.        >  1288  —  audita  om.  B 1.  C. 

k  OOT.  B 1. 

40  1  So  falack  für  Aeuting,  Eutting.    Auch   SS.   17,   694  unrichtig 

Aueting.     Vgl  die  Urkunde  Ried  1,  679. 

*  VgL  Eberhardi  arehid.  Bai.  Amuües,  SS.  17,  594. 

'  Die  folgende  Nachricht  mit  den  Versen  auch  bei  Megenberg. 

*  Aber  %.  J.  1280,  aus  Osterhofener  Annalm.    NA.  24,  695. 
45            »  Ebendaher  x.  J.  1285.    NA.  24,  695. 

«  Jamner  3,  53  falsch  Febr.  24. 

^  Reuerifmen,  Büsserinnen. 

»  VgL  die  Urkunde  Bied  1,  617. 

«  N±  24,  689. 
50  ^0  Die  Ann.  Hai.   nennen  sttUt  Hohenloch   einen  de  8chelklingen; 

.    per  Eraftonem  de  Hohenloch  heisst  es  in  den  Notae  Fürstenfeld.  (Fund.) 
SS.  24,  75.     Vgl  auch  SS.  24,  54  x.  J.  1290. 


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Qoo^(^ 


—    70    — 

Mmd.^  1290    Heinricas    dux   Bawarie,    f rater  Ludwici,   bono   fine   apud 

Ämi,  Hai.  Purghausen  obiit  relinquens  tres»  filios,  Ottonem,  Ludwicum  et  Stephannm. 
Huius  Heinrici  ducia  Bawarie*»  uxor  fuit  Elyzabeth  filia 
Bele  regis  üngarie,  qni  fuit  frater  S.  Elyzabeth.  Item<:  yems 
calidissima  fuit.'  5 

Ann.  Hai.  1291    rex  Rudolfus  obiit   in  divisione  apostolorum  sepultus  Spire. 

Flor,  Huius  ^  eciam  Budolfi  temporibus  in  Diessenhoven  mortuus,  qui  10  annos 
sub   terra   iacuerat,   loquebatur   fossori    sepulchri,   cui    diem   sui  obitus 
veraciter   predixit.     Item   in   diuoesi  Wormaciensi  in  viila  Garrach  anser 
duorum   capitum   fuit   et  anser  alius   quatuor  pedum.     Item  in  diocesi  10 
Constanciensi  in  Swandach  mulier  nobilis  leonem  dicitur  peperisse. 
Fund}  Item  Rudolfus  episcopus  ßalczburgensis  obiit,   cui  successit  dux  « 

Bawarie  Stephanus.  Sed  missis*  nunciis  Romam,  videlicet  Conrado  tunc  ^ 
episcopo  Laventensi^  cum  muitis  aliis,  super  confirmacione  eiusdem 
Stephan!  dominus  papa  ipsum  reprobavit  et  dictum  Conradum  Laven-  15 
tensem  *  episcopum  per  se  ipsum  in  archiepiscopum  Salczburgensem  ordi- 
navit  magistrum  Heinricum  prothonotarium  et  canonicum  tunc^  Salcz- 
burgensem iurisperitum  similiter  ordinans  ecclesie  Laventensi  ^  episoopum. 
MaH}  (1278.    192.    NicolauB  III.    Sed.  an.  2  men.  8  di.  28.)  ...    Hie 

constituciones  fecit  tam  de  eleccionibus  prelatorum  quam  de  eieccionibus  ^  20 
senatorum  urbis,  de^  quibus  vide  libro  sexto  decretalium. 

(1288.  195.  Nicolaus  IV.  Sed.  an.  4  men.  2  di.  17.)  .  .  .  Hucus- 
que  frater  minor  cronica,  que  flores  temporum  dicuntur, 
perduxit. 

(1292.  98.  Adolfus.  Beg.  an.  6.)  Anno  domini  1292.  Adolfue  25 
comes  de  Nassawe  in  Frankchenfurt  ab  omnibus  principibus  electus  regnare 
cepit  regnavitque  annis  6.  Hie  benediccionem  imperialem  non  habuit. 
Fimd,'E\c  anno  domini  1299. <>  cum  Alberto  duce  Austrie  et  Gerharde p  arcfai- 
episcopo  Moguntino  conüictum  habuit  iuxta  castrum,  quod  Pönlant  ^ 
dicitur.  Ubi  dux  Austrie  obtinuit  victoriam  et  rex  Bomanorum  occisue  est  30 
in  die  SS.  Processi  et  Martiniani*. 

Ann,  Hol.  Anno  domini  1294.    Ludwicus  dux  Bawarie  est  defunctus  et  in 

Furstenvelt  sepultus  relinquens  duos  filios,  scilicet 
Budolfum,  qui  ei  successit  in  regimine  principatus,  et 
Ludwicum  postea  Bomanorum  imperatorem.  35 

Amt,  Hai.  1295 '^  terremotus  magnus  factus  est  in  octava  S.  Augustini  circa 

mediam  diem.   Specialiter  autem  in  episcopatu  Turonensi'  turres  et  castra, 

»  filios  tres  C.  *»  om,  C.  «  Item  —  fuit  om.  C.  ^  Huius 
—  pedum  om.  C.  ®  Steph.  dux  Baw.  C.  ^  nunciis  missis  C.  «f  om.  C. 
^  Laven tinensi  A7.  C.  *  Laven tinensem  A7.  C.  ^  om.  C.  ^  Laven-  40 
tinensi  A7.  C.  ™  eleccione  C.  *»  de  —  decretalium  om.  dafür:  Hie 
sepultus  est  Rome  apud  3.  Petrum.  C.  <>  MCCXCXimi  AI. 
1294.  A 2.  5.  6.  7.  1304.  A3.  p  Gebhardo  C.  ^  Poenlant  A 2.  Ponlant 
A3.  Bl.     PöillatAö.    Porlat  A7.        '  1295  —  quoque  <w».  C. 

^  Au8  Osterhofener  Amialen,  NA.  24,  695.  45 

»  Quelle? 

3  NA.  24,  689. 

*  Conlin.  PwU.  Rom,    SS.  22,  476. 

*  Qiieüe  vielleicht  Fund.;  NA.  24,  700,  Anm.  4. 

^  Die  Quelle   sagt  Ourensi;   die  Es.  2  derselben  liat  jedoch   schon  50 
Tksrensi,  so  da$s  ein  weiterer  Abschreiber  leicht  daraus  Ikironensi  machen 
konnte. 


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—    71     — 

ut  dicitur,  evertebat.     Item  quidam  novicius  iurans  se  de  oetero  non  Aanfn,  Bai. 
comestaraiii*  post  17  dies,  quibos  non  comedit,  obiit^ 

Hiis  quoque^  temporibus'  rustici  et  volgares  populi<^  audientes 
sacramentum  corporis  dominid  per  Judeos  Mei^  inimicos  circa  partes 
5  Franconie  sive«^  Francie«  orientalis  in  suis  latibuÜs  prophanari  uno  animo 
et  eadem  inspiracione  moti  per  se  nullo  anganaote  aut  compellente  undi- 
que  oonveniimt  et  primo  in  parvis  oppidis,  deiode  in  Herbipoli,  Nürnberg, 
Botenburkch  etc.  usque  in  Amberg  ciTitatem  Bawarie  ipsos  Judeos  in 
castris   et  edificiis   munitissimis   cede  et  incendio  cogunt  interire.    Bex 

10  autem  Albertus  recepta  Corona  necem  Judeorum  fortiter  yindicavit  in 
pauperes  rusticos  atque  cives  humiliando  eos  et  res  eorum  diripiendo  et 
Jndeoe  alios  recoUocans  in  civitatibus,  de  quibus  ezterminati  fuerant 
priores  <". 

(1293.  196.     Celestinus  V.    Sed.   men.  5  di.  8.)  .  .   .    Alibi  sie 

15  legi:  Celestinus  papa,  qui  propter  vite  sanctitatem  et  miraculorum  famam  Ann.  Hol, 
electus  fuerat  de  beremo  et  vita  monastica  in  papam,  per  machinacionem 
Benedict!  tunc  cardinalis  de  sede,  ut  dicebatur,  delusus  in  custodia  tarnen 
honesta  aervatur,  et  Benedictus  predictus  mutato  nomine  Bonifadus  ei 
successit. 

Ä)  (1294.  197.    Bonifacius  VIII.    Sed.  an.  8  men.  9  di.  18.)    Boni- 

facius  VIII.  nacione  Campanus,  ante  dictus  Benedictus, 
presbiter  cardinalis,  feeit  sextum  librum  decretalium  et 
litem,  que  inter  cierum  quasi  tocius  mundi  ex  una  parte 
et  fratres  predicatores  et  minores  ex  altera  diu  duraverat, 

25  decidit  per  unam  constitucionem^  que  incipit:  Super 
kathedram.  Quam  eciam  constitucionem,  cum  in  quibus- 
dam  suis  articulis  videretur  fratribus  dubia,  ad  preces^ 
Conradi  Salczburgensis  archiepiscopi  et  suorum  suffraga- 
neorum  per  constitucionem  aliam,   que  Cupientes^  incipit, 

30  declaravit. 

Hie  Bonifadus   post  legittimam  citacionem  in   regem  Francie  eK'Änn,  EcU,^ 
communicacionis  sentenciam  fulminavit  ^.   Propter  quod  idem  rex  corruptls 
Ananiensibus,    ubi   tunc  papa  manebat,   muneribus   per  quosdam  suos 
fautores  ipsum  papam  armata  manu  invasit.    Sed  Ananiensibus  de  male- 

35  ficio  penitentibus  eadem  die  papa^  restitutus  est«  pristine  libertati  \  Qui 
statim  reversus  ad  curiam  Romanam  consternatus  animo  mortuus  est 
ibidem  et  sepultus'  apud  S.  Petrum. 

Huius  temporibus  ^  Flandrenftes  iugum  regis  Francie  ferre  noientes, 
licet  ipse  rex  dominum  eorum  in  captivitate  baberet,  omnes  barones,  quos 

40  idem  rex  ad  conservandas  municiones  Flandrie  locaverat,  occiderunt. 
Propter   quod   idem    rex  Francie   exercitum   infinitum   ad  delendum  eos 

*  commessorum  A  1. 2.  commessurum  B 1.  ^  Huius  autem  tem- 
poribus C.  «  om,  C.  d  pociores  C  2.  «  promulgavit  C.  '  om.  C, 
«  et  C.        J»  libertatel  A  1.        ^  apud  S.  P.  sep.  C. 

45  *  Offenbar  in  Kloster  Eeüshronn  (1296), 

'  Ann.  Hai.  x.  J.  1298:  Eodem  anno  etc. 
»  1300y  Febr.  18.    BtUlarium  Fraficiscanum  4,  498. 

*  Vgl.  SS.  17,  598;  9,  815. 

*  Vielmehr  Inter   cunctas.     Mit    Cupientes  beginnt  der  3.  Absaix, 
50  1304,  Febr.  17.     Wadding,  Annal  Minorum  6,  58. 

*  Z.  J.  1303. 

'  Ann.  Hai  x.  J.  1302. 


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—     72     — 

Ann,  Hol,  funditus  destinavit.  Quibus  Flandrenses  resistentes  yiriliter  oocisis  multis 
milibuB  semel  et  iterum  ac  tercio  victoria  sunt  potiti.  Nee  taoendam, 
quod  rex  ipse,  qui  in  tercio  conflictu  affnit,  personaiiter  vix  evasit. 

Item  dux  Budolfus»  matrem^  propriam  de  suspecta  familiaritate 

cuiusdam  militis  dicti  Ottlinger  nimis  notabiliter  infamavit*  5 

1296,  (Conradus  III     40.    Sed.'an.  17.)    Anno  domini  1296.*    Oon- 

radus    comes^    de    Luppurkch,    prepositus,    Batisponensi 

ecclesie  preficitur  episcopus.   Hie  castrum  Luppurkch  ded  It 

*  cNofandum,   quod  ea,   que  scripta  sunt  in  originali 
schedula,  reperta  sunt  in  quibusdam  cronicis,  que  scripsit  10 
C.  Derrerius'*  rector  scole  ad  ß.  Mauricium  Auguste  tempore, 
quo  Jobannes  papa  XXII. 

Notandum,  quia  Bonifacius  papa  volebat  celebrare 
ordines  per  se,  et  venerunt  multi  illuc.  Tunc  venit  unus 
honestus  Scolaris  et  recens  de  Suevia,  et  ibi  in  examine  15 
erat  magnus  tumultus  ac  strepitus,  et  ipse  venit  ante 
examen  transeundo  in  capitibus  hominum.  Tunc  dixerunt 
examinatores,  quis  esset  et  quid  veliet.  Ipse  dixit,  quod 
vellet  examinari  et  ordinari.  Tunc  examinatus  erat  et 
optime  cantavit  et  iegit.  In  fine  quesivit  examinator:  20 
Dicas  michi:  Quot  genera  lignorum  erant  in  sancta  cruce 
et  quot  frusta  habuit?  Tunc  aixit  Scolaris :  O  domine,  ego 
babeo  hie  in  pedibus  meis  duos  stivales.  Adhuc  non  est 
annus,  quod  emi.  Erat  vacca  alba  vel  nigra,  de  qua  facti 
sunt?  Et  ille  dixit:  Nescio.  Tunc  dixit  Scolaris:  Et  quo-  25 
modo  ego  deberem  scire  de  sancta  cruce,  cuiua  materie 
esset,  cum  iam  sint  bene  1300  anni?  Et  ipse  promotus  fuit 
a  domino  papa    ad    bonam    prebendam  et  ordinatus  eciam. 

Simile  legitur  ibidem  in  hiis  verbis:  Item  fuit  unus 
in  examine  sacerdocii.  Quesivit  unus  ab  eo:  Leccio  epi-  30 
stole  B.  Pauli  ad  Corinthios  f  ratres,  que  pars?  Bespondit: 
Mein  mueter  hat  ein  küniglein^  kürsen  kaufft  vmb  10  vnd 
3  d.  ®;  rat,  wie  komt  ein  palg?  Quo  casu  quereritur,  eodem 
respondere  iubetur. 

^Notandum,    quod    sedes    sie    fuit    translata    a   Borna  35 
Avinionem:   Accidit,  quod  moriebatur  papa  Benedictus  XI. 
Cum  autem  cardinales  essent  inclusi  ad  eligendum,  volentes 
se   liberare,   eo  quod  ita  breviter  in  eleccione  non  poterant 
concordare,    auaiverunt   et   perceperunt,    quod    episcopus 
Burdegalensis  esset   mortuus.    Quem  dixerunt  se  elegisse  40 
et  sie   emissi  erant.      Miserunt  sibi  autem   legaciones,    ut 
veniret  Bomam,   quia  electus  esset  in  papam.    Quelegacio 
cum   ad    eum    veniret,    ipse   adhuc    vixit    et  deum  de    sua 
gracia  laudavit  et  dixit  legatis,   quod  ipsi  dicerent  cardi- 
nalibus,   quod   ipsi  ad  eum   venirent,  eo  quod  Francigena  45 
fuit.      Quod   et   fieri    oportebat,    et   ille   sedem   Avinionem 
transtulit  et  se  etc.  etc.    add,  B  1.  2. 

»  Austriel  add.  C.         ^  suam  cuid.  C.         ^   i^  gched.  v.  f.  90* 
add,  am  Rand  Bl.        ^  künlem  Bl.    kunigleine  B2.        ^  om,  Bl. 

^  Megenberg:   1293,    Daselbst  ähnlich  der  gafixe  ÄbsckmU,    Auch  JiO 
die  Örahschrift;  nickt  erst  bei  Hochwart f  den  Janner  3,  136  citiert. 
2  Dagegen  Janner  5,  100,  Arnn,  1. 
■  üeber  diese  Quelle  vgl,  Einleitung, 

^  Quelle  für  den  folgenden  Abschnitt  auch  Derrers  Oesehichtenbuch? 
^  Also  Zusatx  auf  einem  Zettel  bei  Bl,  90  der  Vorlage  von  Es,  B  i.  55 


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—    73    — 

ecciesie.     Hie   sepultus    est   in   ecclesia  kathedrali  coram 
altari  S.  Andree  apostoli  hoc  habens  epitaphium  : 
Hec  servat  fossa  Conradi  presulis  ossa. 
De  Lupparg  natus  sit  tibi,  Ohriste,  datus.* 
5  (1299.  99.    Albertus.    Reg.  an.  10.)    Anno  domini  1299.    AI- 1299, 

bertus  dux  Austrie  primogenitus  Budolfi  qnondam  Roma- 
norum regis  regnare  cepit  regnavitque  annis  10.  Hunc 
Bonifacius  papa  coronare  noluit,  eo  quod  monoculus  esset. 
Postea  tarnen  suborta  gravi  discordiainter  Philippum  regem 

10  Francie  et  Bonifacium  papam  causa  capcionis  sue  per  illos 
de  Columpna  ipso  Philippo  favente  idem  Bonifacius  pro 
detrimento  regis  Albertum  ducem  Austrie  in  Romanorum 
regem  confirmat.  Hie  tantum  res,  non  imperator  fuisse 
legitur.    Hie  habita  congregacione  exercitus  circa  Nürnberg  cum  mul- Ann,  H<ü} 

15  torum  auxilio  contra  regem  Yenzeslaum  Bohemiam  est  ingressus.  Ubi 
cum  Kuttam,  quam  obsedebat,  expugnare  non  posset,  parum  ibi  proficiens 
ad  propria  est  reversns.  Multi  autem  eorum  nobiles  et  ignobiles,  qui 
secum  lerant,  ibi  manendo  et  redeundo  post  reditum  ad  propria  propter 
infeccionem   aquarum,   ut  dicebatur,    et  corrupdonem    aeris,   quam   ibi 

20  sustinuerant,  defuncti  sunt.  Post  hec'  rex  Albertus  cum  infinita  multi- 
tudine  Bohemiam,  ut  cogitaverat,  iterum  intraturus,  inopinata  morte  est 
preventus.  Nam  Johannes  filius  fratris  sui,  ducis  Suevie  et  Austrie,  genitus 
de  filia  regis  Bohemie,  sorore  Venzeslai,  pro  eo,  quod  ipsum  hereditate 
paterna  priyayerat  et  sepius  requisitus  nichil  certi  super  eodem  negodo 

25  sibi  responderat,  in  die  Philipp!  et  Jaeobi  cum  quibusdam  suis  fantoribus 
iuxta  civitatem  Badem  manu  propria  interfecit. 

Huius  temporibus^  Gebhardus  comes  de  Hyrsperg  est  defunctus 
sine  heredibus**. 

Eodem  tempore,  scilicet  anno»  domini»  1305.,  Venzeslaus  lex  Bohe- 

30  mie,  homo  mire  devocionis,  specialem  circa  ordinem  Cysterciensium  devoci- 
onem  habens  moritur  et  in  Aula  regia  monasterio  Cysterdensi  *,  quod 
ipse  fundaverat,  sepelitur.  Cui  successit  Venzeslaus  filius  suus,  qui  anno 
primo  regni  sui  occiditur.  Exinde^  Albertus  rex  Rudolfum  filium  suum 
ducem  Austrie  coronatum  per  episcopum  Moguntinensem  regem  Bobemie 

35  fecit.  Qui  eciam  post  unum  annum  in  obsidione  cuiusdam  castri  infirmi- 
tate^correptus  vel,  ut  alii  dicebant,  intoxicatus  morte  moritur  immatura. 
Nee  silendum,  quod  idem  Rudolfus  melior  inter  lupos  communiter 
dicebatur. 

*  Anno  domini  1299.  consecrata  est  cappella  8.  Lazari'i^^d» 
40  extra  muros  civitatis   Ratisponensis   a   Conrado   episcopo 

Ratisponensi  in  octava  pasche,  quam  Heinricus  Zand"  civisiLpr.  26, 
Ratisponensis  fundavit.    add,  Bl.  2. 

'*  sepultus  in  Rebdorf,    add,  B  1.  est  s.  i.  R.  B2. 

»om.  C. 

45  1  Z,  J,  1304. 

*  Das,  X,  J,  1308. 
»  Das,  %,  J,  1305, 

*  Das,  X.  J,  1306, 

'  Im  Leprosenhaus  Si.  Laxa/rus. 
50  •  Vgl.  besonders  VO,  11,  80, 


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—    74    — 

Ann.  Hai,  Hüb  quoque  temporibus'  Otto  dnx  Bayaiie  a  baronibus  üngarie 

per  sollempnee  DUDcios  vocatus  in  ciyitate  quadam  iuxta  Budam  in  tegem 
soUempniter  est  coronatus.     Sed  resistente  sibi  rege  Eomanorum  Alberto 
et  rege  Sicilie,  filio  sororis  eiusdem  Alberti,  qui  ex  magna  parte  ipsum 
regnum  occupaverat  \  qui  eciam  a  papa  ipsum  regaum  receperat  ^,  non  5 
sine  multis  periculis  infecto  negocio  ad  propria  est  reversus.* 

(1303. 198.  Benedictus  XI.  Sed.  men.  8  di.  16.)  Benedictus  nacione 
Ytalicus,  ante  dictus  Petrus,  Hostiensis  episcopus,  ordinis  fratrum  predi- 
catorum,  statuta  contra  mendicantes  a  predecessore  suo  facta  <^  revocavit. 
Hie  regem  Francie  eciam  ab  excommunicacione  absolvit.  De  illo  didtur,  10 
quod  uno  die  12  episcopos  de  ordine  predicatonim  creaverit.  Hie  mortuus 
est  Perusii  et  sepuitus  ibidem,  et  vacavit  sedes  mensibus  10 
diebus  18. 

(1305.  199.  Clemens  V.  Sed.  an.  8  men.  10  di.  15.)  Clemens  V. 
ante  Burdegalensis  archiepiscopus  acetu  cardinalium  electus  traxit  15 
curiam  Romanam  de  Roma  et  Ytalia.  Et  primo  sedit  in  Lug- 
dun  o,  deinde  ceiebravit  concilium  Viennense  et  dedit  Clemen- 
tinas, quas  successor  suus  Johannes  XXIi.  bullavit.  Iste 
primus  venit  ad  Avinionem  et  sedit  ibi.  Hie  templarios 
destruzit  cum  adiutorio  regis  Francie  et  sua  voluntate  et  20 
multa  alia  fecit.  Post  cuius  obitum  sedes  vacavit  annis  2 
mensibus  3  diebus  15.** 

*  Notandum  d,  quod  rex  Albertus  semel  exiens  civi- 
tatem  Dinchelspübel«  dixit  unus  ad  alterum:  Quid  vis  acci- 
pere,  quod  dicas  rege  iam  exeunte  civitatem:  O  rex  tu  25 
monoculus,  nequam,  ^uo  equitas  tu?,  quia  monoculus  erat 
Albertus'  rex.  lUe  dixit,  quod  vellet  accipere  unam  tuni- 
cam.  Tunc  ille  promisit  sibi.  Quando  ergo  rex  exivit, 
alter  stetit  in  muro  et  clamavit:  0  rex  tu  monoculus, 
nequam,  quo  vadis?  Tunc  rex  retrospiciens  dixit:  Karissime  30 
socie,  quid  solvit  tibi?  Tunc  dixit  ille:  Unam  tunicam, 
domine.  Tunc  dixit  rex:  Tunc  clama  et  vitupera  fortiter, 
quantum  velis. 

Notandum,   quod  rex  Albertus  occisus  fuit  per  hunc 
modum  per  Johannem  ducem  de  Austria,  cuius  materteram  35 
habuit.    Ipse   autem   rex  Albertus  occupavit  sibi,   scilicet 
Johann!   duci,   terram   suam.     Et   cum   una  die   transirent 
Renum  in  navi   et  cum   venirent   ad  litus  et   terram,    tunc 
dux  Johannes   e(][uitavit  cum   rege   forte  cum  20  viris,   qui 
adherebant   duci    Johanni,    et    evaginatis  gladiis    trans-  40 
fixerunt   regem.     Exercitus   autem   regis  aliquomodo   elon- 
gatus  ab  eis  credebat,   quod  iocarentur.    Cum  autem  vide- 
rent  alios  fugere  et  regem  non  venire,  tunc  equitabant  ad  e 
locum    et    invenerunt   eum  occisum.    add.'^  Bl,2, 
Fund.^  **  Anno  domini  1304.,  quando  aqua  Danubii  transiens  per  pontem  45 

Ratispone  omnino  versus  litus  aquilonare  declinasset  et  litora  prope  elvi- 

»  oecupaverat  —  regnum  om.  B 1.      *>  susceperat  B 1.  aoceperat  B  2. 
^  om.  C.  d  Hie  statt  Notandum  quod  B2.         ^  Dunchel^ühel  Bl. 

'  rex  Alb.  B  2.        s  ad  locum  om.  B  1. 

*  Ann.  Hai.  x.  J.  1305.  50 

*  Quelle:  Derrers  Oesehichtenbuek? 

°  Aus  Eberhardiarehid.Iiatisp.  Annales,  SS.  17, 600.  Vgl. NA.  24,  702. 


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—     75    — 

(1309.  100.  Heinricus  VI.  vel  VII.  Reg.  an.  5.)  Anno  domini  1309.  Ann.  Bai, 
Heinricus  comes  de  Lüczelburch  eleccione  principum  regnare  cepit  regna- 
vitque  annis  5.  Hie  Heinricus  huius  nominis  VI.  inter  imperatores  et  VII. 
inter  reges  anno  domini  1312.*  in  feste  apostolorum  Petri  et  Pauli  Bome 
5  per  quosdam  cardinales  benedicitur  et  ad  dignitatem  imperii  sublimatur. 
Notandum  autem,  quod  sedes  imperialis  dignitatis  a  tempore  Friderici  II., 
qui  mortuus  fuit  anno  domini  1250.,  ad  hanc  diem  vacaverat  annis 
scilicet*»  62.  Hie  Heinricus  vir  magnanimus,  probus,  sapiens,  katholicns 
et  in  Omnibus  gloriosus  ^  post  assumpcionem  beate  virginis,  quo  die  com- 

10  munieaverat,  secundum  quod  in  omnibus  sollempnitatibus  contra  morsm 
aliorum  principura  facere  consweverat,  viam  est  universe  carnis  ingressus. 
Legitur,   quod   a  malo  homine   imoio   et  pessimo  pessime   quoque  <^ 
venenum  habuerit'.    Ex  cuius   morte  qualis  luctus  suorum  iuxta  enmÄnn,  Bai. 
existencium,   qualis   dolor   in   cordibus    omnium   per   totam  Alemanniam 

15  suam  mortem  audiencium  generatus  sit,  difficile  est,  sicut  legitur,  ali- 
quem  posse  sermonibus  explicare.  Denique  ille  gloriosus  princeps' 
Maguntinus,  sicut  <^  legitur«,  fertur  dixisse:  In  qningentis  anni?  non 
credo  hominem  vixisse,  cuius  mors  malus  dampnum  intulerit  toti  mundo.* 

Anno  domini '  1312.  obiit  dominus  Otto  rex  Ungarie  et  dux  Bavarie  Chron. 

20  inferioris  relinquens  fiiium  fere  13  dierum  dictum  Heinricum,  qui  postea 
a  Castro,   in   quo  nutritus  fuerat,   vocabatnr  prinoeps  de  Natemberkcb. 

tatem   sicca  et  arida  reiiquisset,  dves  Ratisponenses  artificioee  multisque  ^^^^tm^- 
laboribus  et  expensis  ipeam  aquam,  ut  iterum  prope  civitatem  flueiet,  ad 
loca  pristina  per  strues  lignorum  et  congeries  lapidum  reduxerunt. 

25  Anno   domini   1314.   venerabilis    dominus    Lewpoldus^^^'^. 

plebanus  in  Newnkircben^  Babenbergensis  diocesis,  canoni- 
cus  quoque  in  Babenberg  extra  muros  in  Tewrnstatt'  in 
ecclesia  collegiata  beate  virginis  ?,  in  eadem  sua  parrochiali 
ecclesia   instituit  ordinem  B.  Augustini  canonicorum  regu- 

30  larium.  Qui  venerabilis  dominus  primum  venit  in  Bebdorf 
Eystaviensis  dyocesis  petens  sibi  dari  prepositum.  Ubi 
sine  honore  proiectis  in  eum  calceis  passus  est  repulsam. 
Quapropter  idem  venerabilis  dominus  venit  ad  monasteri- 
um   nostrum^  S.  Magni^   petivitque  ibidem  sibi  dari  unum 

35  de  fratribus  futurum  prepositum  et  per  instantem  petici- 
onem  obtinens  dominum  Fridericum  fecit  ipsum  prepositum 
primum  in  Newnkirchen*^  nionasterio  sie  dicto  a  novem 
ecclesiis  ad  ipsum  spectantibus  ^.    add,  B1.2. 

*  Hie  Hemricus  Imperator  curiam  Spire  celebravit,  ad  quam  venit  S,  Wehr.^ 
40  filia  Wenzeslai  quondam™  regis  Bobemie,  quam  ipse  Heinricus^  filio  suo 

oopulavit.    add,  am  Rand  B  1.,  im  Text  B  2. 

»  1313  A.        b  om.  C.        c  que  C.        ^  sie  A.        «  Durchstrichen 
A  1.  om.  A  2.  5.  6.      '  om.  C.      «  Marie  add.  B  2.      >»  cw».  B  2.      »  Ratis- 
pone  cM.  am  Rand  B  2.         ^  Newenkirchen  B 1.        ^  spectantes  B  1. 2. 
45  ^  quandam  B  2.        »  Heinrico  B 1. 

>  Ändere  Quelle. 
»  Quelle? 

*  Die  Worte  der  Quelle  dominus  Petrus  sind  von  Andreas  ausgelassen. 

*  Neunkireheny  Bex.-A.  Forchheim.     Das  Augusthierldoster  bestand 
50  bis  1555. 

*  St.  Oangolph  in  Theuerstadt-Bamberg. 

*  Quelle  mahrseheinlieh  Sächsische  Weltehronik,  1,  bayer.  Fortsetzung,' 
MG.  Dt.  Chron,  2,  332,  23. 


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—    76    — 

Ckron,  Dum  antem  predictus  Otto  rex  Üngarie  et  dox  Bavarie  consideraret  se 
in  prozimo  moritunim,  commisit  filium  predictum  Heioricumet  fratris 
sui  Stephan!  defuncti»  pueroe  Heinricom  et  Ottonem,  quorum  primiu  erat 
circa  8  annos,  secnndus  circa  4  vel  5,  civibus  Bew  civitatibus  Lanczhuet 
et  Strawbing  conteBtans  eoe  iaramento  publico  et  fideli,  ut  predictos  pueroa  5 
et  principatiun  eorum  nuUi  alii  committerent  quam  patruo  suo  Ludwico, 
tunc  principe^  in  superiori  Bawaria  et  post  Romano rum  impera- 
tore  c.  Quod  et  fecerunt,  non  tarnen  sine  maxima  discordia  et  disturbio 
principatus.  Nam  ^  fere  omnes  ministeriales  et  milites  caatellati  nitebantur 
predictoe  pueros  unacum  principatu  ducibus  Austrie  commendare.  Hac  10 
igitur  de  causa  per  totum  principatum  non  potuit  pacificus  angulus 
reperiri,  donec  anno  domini  1313.*  in  die  S.  Tbeodori  publico  et  forti 
bello  iuxta  villam  Gameisdorf  commisso  discordia  est  complanata,  ubi 
pluribus  occisis  dux  Ludwicus  nobiliores  omnes  captivavit  et  suo  dominio 
snbiugavit.  15 

(NicfaolauB.  31.  Sed.  an.  27'.)  Anno^  domini  1313.  dominus 
Nicbolaus  regis  Bohemie  cancellarius  Batisponensi®  eccle- 

CAron. sie  preficitur  episcopus.  Hie  maxima  debita,  que  anteoessor  suus 
contraxerat,  integraliter  persolvit  et  omnia  castra  ac^  municiones,  que 
idem  anteoessor  suus  potentibus  personis  obligayerat,  redemit  ac  ^,  quam-  20 
diu  vixit,  in  sua  habuit  potestate.  Que  et  moriens  plena  dereliquit  quasi 
eructuancia  ex  hoc  in  iUud.  Hie  inter  regni  et  sedis  dissensionem  sie 
sibi  et  suo  clero  seu  episcopio  providit,  quod  a  processibus  et  ^  sentencüs 
contra  imperatorem  Ludwicum  fuhninatis  seu  fuLminandis  ex  spedali  pape 

Fund}  gracia  subportatus  indignacionem  cesaris  non  incurrit.  Hie  duobus  here-  25 
mitis,  scilicet  Gotfrido  et  Alberto,  ob  humilem  eorum  devodonem  necnon 
intercessionem  dilecti  ac  fidelis  sibi  Eeymari  ^  de  Prennberg  concessit,  ut 
in  nemore  quodam  apud  castrum  Prennberg  in  pede  montis  Schophloch 
cellam  duorum  yel  trium  et  aliorum  possint  construere  et  Oratorium  edi- 
ficare.  Hie  est  locus  ille,  in  quo  nunc  est  prioratus^  ordinis  30 
S.  Benedicti  Unser  Frawn  Zell  volgo  nuncupatus  ^ 

Hie    cum   quedam    gravamina  monasterio  6.  Emme- 
rammi^    inferret,    Paldwinus    abbas    dicti   monasterii    ad 
sedem  apostolicam,  que  tunc  in^  Avinione°>  erat,  appella- 
vit.   Ubi  fideliter  prosequens  causam  et  principaliter  Über-  35 
tatem  et  exempcionem  sui  monasterii  moritur  et  sepelitur 

»  am.  C.  ^  principi  B 1.  2.  «  imperatori  B 1.  *  Anno  — 
punitus  om,  A7.  •  ecclesie  Rat.  C.  '  et  C.  «  Reymaro  C. 

°abbacia^O.  <  nuncupata  nur  06.  ^  Ratisponensi  add,  0. 

om.  0.        ">  Avinionis  0.  40 

^  Der  folgende  Text  kürxt  die  Quelle. 

'  So  hier  richtig  Andreas;  in  seiner  Abschrift  der  Quelle  in  elm. 
903  sehrieb  er:  1314.    Ebenso  im  Chr.  b. 

'  Megenberg:  Sedit  annis  quasi  28. 

^  et  —  incurrit  hat  Oefde  im  Druck  des  Chron.  ausgelassen;  vgl-  45 
Weiland  in  Nachrichten  v.  d.  k.  Ges.  d.  Wiss.  Oöttingen  1883,  S.  24h 

*  NA.  24,  697  {JFVauenxelt). 

*  Die  Erhebung  von  FrauenpM  vmtr  Abtei  geschah  am  18.  Nov.  1424. 
Diese  Thatsache  ist  bexeichnend  für  das  VerhäUms  der  Hss.-Qruppe  A.B. 
gegen  C.  50 


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—     77     — 

ibidem^  Cui  dominus  papa,  yidelicet  Johannes  XXII., 
fratrem  Albertum  dicti*  Paldwini,  cappellanum,  qui  in 
tota  causa  fidelis  ei  coadiutor  extiterat,  auctoritate 
apostolica  subrogavit  et  sentenciam  tulit  pronnncians 
5  dictum  monasterium  S.Emmerammi  esse  liberum  et*exemp- 
tum,  episcopo  tamen  Batisponensi  annis  singulis  minis« 
trari^äo  libras  Turonensium  parvorum«'. 

Hie'  fecit  fieri  campanam^  magnam,  que*  yolgo  vnser 
frawen  glokken  nuncupatur.     Cnius   superscripcio  inter  ^ 

10  cetera  continet  hunc  versum:  Sanctos  collaudo,  tonitrus 
fugo,  funera  claudo\ 

Qnoniam  plerumque  tabulata  forcia  unius  scintilie 
lesione  ruere  noseuntur,  rem  gestam  huiusNycolai  tempori- 
buS;  prout  fertur,  refero.    Quidam  pistor  in  civitate  Batis- 

15  pona  per  saltum  gradus,  qui  volgo  Pekchensprengv  dicitur, 
culpis  suis  exigentibus  punitus  est^  Qui  dum  de  palude 
egrederetur,  per  insolenciam  cuiusdam  civis  in  paludem 
retruditur.  Quod  dum  pistor  calamitoeus  egre  ferret,  civis 
hoc  utpote  gloriosior  non  curavit.    Fit  igitur  die  quadam' 

20  transeunte  quodam  presbitero  causa  infirmi  c)iiusdam  cum 
corpore  Christi,  quod  idem  pistor  sequeretur  eundem  pres- 
biterum  et  a  casu,  dum  civis  ille  ob  reverenciam  corporis 
Christi  in  vico  prope  turrim  episcopalis  curie  genicularet, 
pistor  civem   in   eodem   loco  interfecit  et  fugiens  in  aulam 

25  episcopalem  usque  ad  penetralia  ipsius  Nicolai  episcopi 
yiolenter  a  ciyibus  extractus  est  et  decapitatus.  Quod 
egerrime  ferens  ipse^  episcopus  egressus  civitatemfirmavit 
se  nunquam  vel  vivum  vel  mortuum  in  Batisponam  ven- 
turum,   quousque  de  huiusmodi  violenta*   fraccione  liber- 

30  tatis   debita   talio   redderetur.    Sic  itaque  extra  civitatem 

moritur  et  in  Superiori  Altach  sepelitur^    Dicitur,   quod  postea  C%ron. 
nuUus  in  huiusmodi  gradu  siveoscillo  sit  punitus. 

(1315.  101.  Ludwicus  IV.  Beg.  an.  32.  Fridericus.)  Anno 
domini    1315.      Ludwicus    filius    Ludwici    ducis    Bavarieidiö. 

35  regnare  cepit  regnavitque  annis  32.    Ubianimadvertendum  ^^ 

*  ab  omni  iurisdiccione  episcopi  Batisponensis  penitus 
add.  C. 

*  domini  add.  C.  ^  om,  C.  ^  teneri  ministrare  cM.  C. 
^  magnam  camp.  C.        ®  que  B.  Marie  apud  volgus  vocatur  ^tatt  que  — 

40  nuncupatnr  C  6.  '  inter  cetera  om,  C.  ^  Peckenspreng  A  8. 

Pekchensperg  A  5.    Peckchenspren^  Bl.    Pekchenprukg  C  1.  2.    Pecken- 
pruck  C  6.       ^  om.  C.       *  yiolencia  fraccioneque  C.      *  advertendum  C. 

*  1324.    Jammr  5,  168. 

*  BuXU  1326,  Juni  27.;  vgl.  Jamier  3,  170. 
45             *  Nämlich  Bisehof  Nikolaus. 

*  Die  äÜeste  der  noch  vorhandenen  Domglocken;  Janner  3,  139. 

*  Gemeiner  1,  509,  hexw.  519:  „Jeder  Bäcker,  der  xu  leichtes  Brod 
ausbuk,  wurde  geschupft,  d.  h.  in  eine  mit  Wasser  angefiäUe  EüUe,  die 
davon  den  Namen  der  Beekenspreng  bekommen,  gesprengt.^* 

50  •  Orabsehrift  in  clm.  9503,  Bl.  236,  was  xu  Janner  3  208  hier 

bemerkt  sei. 


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—     78     — 

qnod  hoc  in«  tempore  electores  se  in  duo  diviseruDt.  Una 
pars  elegit  Ludwicum  de  Bavaria,  cuius  frater  erat 
Budolphus  comes  palatinus  Reni,  altera  pars  Fridericum 
ducem  de»  Austria  *>,  filium  Alberti  quondam»  regis  Borna- 

Chron.  n  Ol  um.  Horum  uterque  se  ecripsit  regem  Bomanorum.  Unde  cottidi-  5 
anis  preliis  se  mutuo  persequentes  in  metis  exercebant  incendia  et  rapinas, 
donec  anno  domini  1322.  c  Fridericus  dax  Austrie  habens  8ecum  fratrem 
suum  Heinricum  cum  copioso  exercitu  venit  in  Bavariam  volens  eam 
cum  potencia  pertransire.  Cui  dominus  Ludwicus  cum  paucis  Tiriliter 
occurrit  inter  Müldorf  et  Oeting,  et  ibidem  prope  villam  Amphing  in  10 

JFWt^.  pratO;  quod  volgo  dicitur  dy  vechwis,  in  vigilia  6.  Michahelis  forti  belle 

(y^ron.  commisso  Ludwicus  de  Friderico  gloriosissime  triumphavit.    Nam  pluri- 
bus  Australibus  interfectis  et  occisis  et  maxime  de  Ungaris  et  paganis 

'  ipse  dominus  Fridericus  dux<^  Austrieb  et  frater  eins  Heinricus  cum  aliis 

de  exercitu  suo  potentibus  et   nominatis  circiter  1300  est  captivatus  et  15 
in  castrum  Trawsnichtz  deductus."^ 

Ubi  animadvertendum  ®;  quod  dominus  Ludwicus 
habuit  quendam  vicedominum  Vicztum  Weygel  volgo 
nuncupatum,  qui,  quamvis  non  esset  nobilis  genere,  ob 
virtutem  tarnen  animi  erectus  de  stercore  in  actu  militari  20 
nulli  secundus  est  habitus.  Fuit  namque  in  rebus  bellicis, 
prout  eventuum  se  qualitas  obtulit,  vir  valde  strenuus  et 
famosus.  Hie  edificaverat^  castrum,  cui  nomen  Trawsnichtz 
imposuit,  quod  distat  a  civitate  Napurga  circiter  unum 
miliare.  Huic  vicedomino  dux  Fridericus  captivatus  fuit  25 
commissus  atque  ab  ipso  Ludwico  Bomanorum  rege  primum 
in  Batisponam,  sicut' dicitur^,  deductus  in  domum  cuius- 
dam  civis  Gumprecht^  cognominati  —  que  domus  est  sita 

1324.  *  Anno  domini  1324.  in  die  8.  Panthaleonis^  in  porta 

Juli  28.  S.  Emmerammi  depositum  est  tectum  de  parva  turri  parrochi-  30 
ali  et  superedificata  est  specula,  in  qua  Ludwicus  rex 
personaliter  residens  per  capelianos  suos  sancta  insignia 
imperialia  ostendit  populo.  Que  cum  essent  numero  120, 
ostensa  sunt  tantummodo  hec,  scilicet  laucea  salvatoris, 
unus  clavus,  de  ligno  sancte  crucis  ad  longitudinem  unius  35 
palme,  brachium  S.Anne,  dens  S.  Johannis  baptiste,  Corona 
aurea  8.  Earoli  imperatoris  et  gladius  eins,  qui  fuit  sibi 
allatus  ab  angelo,  gladius  et  lancea  S.  Mauricii  martiris. 
add.^  andere  Hand  wm  Hand  C 1.  Abseltr.  C  3. 

»  ow.  0.        »>  Austrie  C.        «  13171  ßl.        ^  om.  C.        «  adver-  40 
tendum  C.        ^  om..  C. '       «an  der  haid  add.  hier,  dagegen  om.  que  — 
Granär  C. 

^  Die  Burg  Trausnitx  bestand  schon  früher  unter  diesem  Namen. 
1305  Atig.  21.  taurde  der  Vüxthum  Weichnant,  Weigl  genannt^  mit  der 
Hälfte  derselben  belehnt  (Orig.-Ürk  im  k.  Reichsarchiv.J.  Vgl.  Schütx,  45 
Chronik  des  Schlosses  Trausnitx  im  Thal  S.  17,  Anm.  1,  wo  fälschlich 
Friedrich  statt  Ludwig  gedruckt  ist.  Vielleicht  hat  Weigl  einen  Neubau 
vorgenommen;  Schütx  a.  a,  0,  S.  12. 

'  Ludwig  urkundet  am  20.  wid  28.  Juli  in  Begensburg,  Böhmer 
Reg.  No.  730  und  734,  50 

•  Diese  Notix  findet  sieh  auch  in  clm,  14196,  BL  174';  daraus  bei 
Janner  3,  186. 


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—    79    — 

in  mirica  volgariter  an  der  hayd  et  est  modo  dictorum 
Oranär*  — ,  eo  quod  idem  Gumpertus  ipsi  domino  Ludwico 
tanc  temporis,  ut  se  terramque  suam  defenderet,  magnam 
pecnniarum  summam  comodaverat^  Deinde  dux  Fridericus 
5  a  dicto  yicedomino  deductus,  dum  appropinquaret  ad  ^ 
Trawanichtz,  dixit:  Quod  est  nomeD  loci  huins?  Bespondit 
vicedominus:  Trawsnichtz.  Ad  q.uod  dux:  Es  bayst  pilleich 
Tra  wsnichtz,  wann  ich  sein  nicht  entrawt  han,  daz  ich  in 
solcher  mazz  her  acholt  gefürt  werden.  Dum  igitur  ali- 
10  qaamdiu  in  hoc  Castro  esset  in  captivitate,  plurimas  in- 
sidias  hostis  antiqui  pertulit,  qui  eum  nitebatur  a  captivi- 
täte  liberare  agente  hoc,  ut  dicebatur,  per  incantaciones 
uxore*  sua,  propter  quod  ferree  cruces  in  omnibus  fenestris 
prefati  castri  Trawsnichtz  c,  prout  hodierna  die  apparent, 
15  sunt  facte. 

Tandem  inter  ipsos  concordia  et  pace  firmata  nohUls  Gkron, 
Ludwicus  rex  Bomanorum  sine  omni  pecuniarum,  castrorum,  dyitatum 
ac  terrarum  exaccione  more  liberalis  principis  ipsum  Fridericum  pristine 
reddidit  libertati^  nichil  alind  quam  regni  Bomanorum  ab  eo 
20  et  suis  successoribus,  ducibus  Austrie,  quocienscunqne 
aliqnis  ducum  Bavarie^  esset  in  eleccione  Bomanorum  regni, 
aocipiens  in  litteris  abrenunciacionem.  Legitur,  quod  in  Signum 
et  robur  tante  amieicie  inter  eos  contracte  simul  sumpserint*  corporis  et 
sangwinis  domini  sacramentum.  Ipse  autem  Fridericus  in  Austriam  re- 
25  versus  obiitus,  sicut'  legitur^  promissionis,  quam  sub  sacri  corporis 
Christi  sumpcione  fecerat,  regem  se  Bomanorum  nominabat  sicut  prius 
et  scribebat,  unde  eciam  post  aliquot  annos  a  pedicnlis  est  devoratus. 

Postea  Ludwicus  solus  regens  quasi  tot!  Alemannie 

dominatur.     Parum    post  Ludwicus   pro   tanta  victoria  cum 

30  magno  exercitu  Ytaliam  intrat  et  in  primo  impetu  Pisas  obsedit 

et  yicit.     Deinde  Bomam  veniens  a  popuio  Bomano  et  magna- 

tibus  honorifice  est  susceptus  et  ad  imperatorie  dignitatis  nomen 

obtinendum  nemine  nisi  solo  Johanne  papa  XXII.,  qui  tenebat  sedem 

Ayinionensem,  resistente,      ünde    Bomanorum   inductus   vel  pocius 

35  seductus  consilio  gloriam,  quam  gloriose  acquisiverat,  maculavit.   Quendam 

enim  papam  vel  pocius  antipapam  in  Bomana  ecclesia  sublimavit  appellan  s 

eum  Nicolaum  V.,  prout  patet  in  pagina  pontificum,  a  quo 

eciam  in  ecclesia  S.  Petri  imperialem  benediccionem  accepit. 

Quapropter  Ludwicus  iste  in  curia  Bomana  in  imperatorum 

40  numero  non  ponitur,  quoniam  a  vero  pontifice  imperialem 

»  Granar  ß  1.         ^  castrum  add.  C.         «  ow.  C.  «*  om.  B  1. 

«  sumpserunt  A  5.  7.  C.        ^  om.  C. 

*  Vgl.  Quellen  und  Erörterungen  6,  242. 

*  Elisabeth   von  Arragonien.    Andere  Quellen   berichten  von  «*J?^ 
I  45  von  Friedrichs  Bruder  Leopold  veranlassten  Befreiungsversuch;  Riezler  2, 358. 

»  Die  folgende  fabelhafte  Erweiterung  der  Überlieferung  des  Otron. 
'       ist  dem  Andreas  eigentümlich.    Döbner,  Die  Auseinandersetzung  f«^^^ 
Ludwig  IV.  d.  Bayer  u.  triedrieh  d.  Schönen  v.  Oesterreich  tm  Jahre  13 ^ö^ 
Bckreibt  sie  (das.  S.  32)  mit  Unrecht  dem  Passauer  Chronisten  Johannes 


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-    80    — 

benediccionem  non  habuit.  Appellatur  autem  Magnus 
Bavarus. 

Causa  autem  discordie  inter  Johannem  papam  etLud- 

(MrofKwicum  imperatorem  sie  legitur  accidisse.  Domino  Ludwico  in 
regem  ßomanorum  confirmato  nichil  de  omnibus,  que  ad  virum  sapientem  5 
et  regni  gubematorem  pertinebant,  sibi  defuit,  nisi  quod  lingwam  latinam 
minime  intellezit,  ex  quo  inter  alia,  que  ei  evenerunt,  indignacionem  domini 
pape»  Johannis  XXII.  incurrit.  Que  sumpsit  inicium  tali  modo.  Habuit 
enim  quendam  cancellarium,  qui  Yocabatur  magister  Ulricus  Hanngenor^ 
de  Augusta,  cui  suum  sigillum  et  omnia  scribenda  et  ezpedienda  commen-  10 
davit.  Hie  de  quodam  crimine  enormi  et  infami  apud  regem  est  accu- 
satus  a  quibusdam  prepotentibus,  quibus  ipse  rex  iusticie  complementum 
non  potuit  comode  denegare.  Quapropter  partibus  se  rex  interpoenit  et 
per  quedam^  placita  ad  hoc  perduxit,  quod  predictus  magister  Ulricus 
deberet  se  cum  50  prelatis  expurgare«^  de  obiectis.  Quod  cum  factum  in  15 
fifümberg  fuisset,  ipse  magister  Ubicus  officio  est  canoellarie  et  dignitati 
pristine  reetitutus.  Eodem  tempore  dominus  Ludwicus  lex^  Romanorum 
festinabat  pro  gracia  sedis  apostolioe  impetranda  soUempnee  ad  curiam 
mittere  nuncios  unacum  litteris  voluntariam  obedienciam  et  omnem  sub- 
iecdonem  continentibus.  Ex  quo  predictus  cancellarius  occasione  mali-  20 
gnandi  inventa,  ut  suprascriptam  suam  infamiam  false  vindicaret,  litteras 
apoetolico  dirigendas  viciavit  falsa  pro  veris  scribendo,  dominum  papam 
beetiam  a  mari  ascendentem  vocitando  et  plura  simiiia  ad  similitudinem 
illius,  sicut  legitur,  qui  quondam  Petrus  de  Vineis  yocabatur,  ponendo. 
Quapropter  dominus  apostoiicus  provocatus  vel  pocius  deceptus  contra  25 
ipeum  regem  excommunicacionis  sentencias  promulgavit  et  contra  eum 
reges  et  principes  instigavit «.  Tantarum  autem  discordiarum  seminator 
tam  occulte  et  dolose  et  tam  diu  semen  suarum  maliciarum  inter  mundi 
capita  seminavit,  quousque  rege  de  Boma,  ubi  nomen  imperatorie^  digni- 
tatis  obtinueraty  reverso  maliciam  suam  dei  gracia  ordinante  in  mortis  30 
articulo  imperatori  personaliter  est  confessus  et,  quod  hoc  fecerit  et  pro- 
curaverit  in  vindictam  pro  eo,  quod  criminatores  suos,  de  quibus  supra 
scriptum  est,  non  statim  occidit,  sed  eos  ad  iudicium  venire  permisit  in 
sue  confusionis  augmentum.  Quantum  autem  imperator  gemuerit,  fleverit 
ac  doluerit  super  hiis,  scribere  nemo  potest.  Verumtamen  cogoito  a  35 
medicis,  quod  in  tribus  vel  quinque  diebus  esset  sine  dubio  moriturus, 
dixit:  Quamvis  ipse  nequam  onmi  esset  genere  tormentorum  puniendus, 
eins  tamen,  qui  eum  percussit,  iudicio  vel  misericordie  eum  voiumus 
conmiittere  iudicandum. 

f^und,^  Hie  Ludwicus  anno  domini  1327.    Borne  accepta  imperiali  bene-  40 

diccione,  dum  poet  splendides  ac  magnos  sumptus  fiscus  imperiaiis  deficeret, 
suis  eciam  magnatibus  radone  sumptuum  in  obsides  datis  quadam  die 
nimium    anxiaretur  et   solus   existens  tractaret,   quomodo  ad    propriam 

*  Johannis  pape  C.        ^  quendam  B 1.        ^  de  obiectis  expurg.  C. 
^  Boman.  rex  C.        «  exdtavit  C.        *  maiestatis  seu  add.  C.  45 

^  Dieser  2kmame  des  ungetreuen  Kanxlers  findet  sich  nicht  in  der 
Quelle;  Andreas  ist  der^  erste,  der  ihn  nennt  Vgl.  dazu  Riexler,  Kaiser 
Ludmg  der  Baier ^  Meister  Ludwig  der  Wilde  und  Meister  Ulrich  der  Hof- 
meier  von  Augsburg,  in  Forschungen  14,  16.  Ergänzungen  xu  Eiexlers 
IMtersuehungen  lieferte  Buff  in  Zeitschrift  d.  hist.  Ver.  f.  Schwaben  u.  50 
Neuburg  16,  161-^209.     Vgl.  auch  Riexhr  2.  353. 

^  NA.  24,  677. 


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—    81     - 

terram,  sciüoet*  Bavariam,  posset  reverti,  quidam  canus  monachus  astitit  Fund. 
dicens:  Ludwice,  si  assentire  velles  consilio  meo,  ego  tibi  darem  conailium, 
mediante  quo  finem  curia  tuis  imponeres.  Qui  respondit  dicens,  quod 
eins  consilio  libenter  acquiesceret,  dummodo  deum  per  hoc  graviter^  non 
5  oifenderet.  Ad  quod  monachus :  Per  hoc  deus  et  mater  eins  Maria  honora- 
tur.  Et  Imperator:  Quomodo?  Bespondit  monachus:  Habes  in  terra  tna 
locum  dictum  Ampherang,  in  quo  ad  honorem  dei  et  gloriose  virginis 
Marie  monasterium  edificabis.  Ad  quod  imperator:  Locum  hunc  ignoro 
et   nunquam   nomen  eius^^  audivi.    Ad  quod  monachus:    Si  hoc  facere 

10  Yolueris,  cum  ad  terram  tuam  reversus  fueris,  locus  iste  tibi  ostendetur. 
Tunc  nomine  loci  ab  imperatore  notato  monachus  dixit  imperatori: 
Quidam  dominus  italicus  ad  te  Yeniet  petens  a  te  libertatem  sui  et  sue 
terre,  qui  tibi  tantum  dabit  de  pecunia,  quantum  postulabis.  Qua  habita 
domum  ^  poteris  reverti.  Hoc  audito  imperator  seriöse  promittit  monaste- 

15  rium  hoc  se  esse  fundaturum.  Tunc  monachus  imperatori  dedit  imaginem 
virginis  Marie  factam  de  alabastro  et  continuo  disparuit  et  nusquam  ulterius 
potuit  repeiiri.  Accidit,  ut  quidam  dominus,  sicut  monachus  dixerat, 
veniret  et  libertatem  postularet.  Qui  tantam  summam  pecuniarum, 
quantam  imperator  postulaverat,   dedit  et  super  hoc  imperatrici  50  milia 

20  fiorenorum  propinavit  et  ad  cancellariam  2  milia  Üorenorum. 

Hanc<^  hystoriam  sie  scriptam  de  volgari^  in  latinum 
transtuli.  De  qua  eciam  a  quibusdam  fide  dignis,  adquorum 
noticiam  ex  antiquorum  relacione  hoc,  quod  sequitur, 
devenit,  audivi,  quod  predictus  monachus  eive  beghardus  ' 

25  in  ecclesia  S.  Petri  imperatore  solo  existente  apparuit  modo 
predlcto  et  imperator  secundum  consilium  magnatum 
saorum  postulaverit  100  milia  fiorenorum,  que  dominus,  de 
quo  snperius  fit  mencio,  voluntarie  dedit.  Et  inde  sit  ortum 
proverbium,     quod    dicitur,     quod    100    milia    fiorenorum 

30  maximas  sit  summa,  quam  sciat  Bavarus  sive^  Alemannus 
postulare. .  Hec*,  sicut  ab  illis  audivi. 

Igitur  imperatore   ad   terram   suam    reverso   locus  Ampherang  in  Fufid, 
quadam  densa  siiva,   in  qua  a  vispilionibus  piurima  homicidia  fiebant,  a 
venatore  monstratur,   et  monasterium   ibidem,   prout  imperator  voverat, 

35  fundatur,  et  Etal  nomen  imponitur,  poniturque  lapis  primus  ab  impera- 
tore anno  domini  1330.  in  die  ^  Vitalis  martiris.  Fit  itaque  ibidem  abbacia 
ordinis  S.  Benedicti  cum  22  personis,  et  primus  abbas  accipitur  de 
Beychenbach  nomine  Fridericus  Heinreichrewtar  '.  luRtituitur  eciam  ibi- 
dem mansio  12  militibus  et  uxoribus  eorundem  et  6  viduis,  quibus  dabatur 

40  prebenda  sicut  et  monachis.    Et  duravit  hoc  imperatore  vivente.    Quo  de- 

fiuicto  filii  sui  bona,  que  dederat  imperator™,  sibi  usurpaverunt.    Propter 

quod  milites  ibidem  esse  desierunt  et  monasterium  multum  est  atteonatum. 

Hie'  Ludwicus  litem  habuit  cum  cvivitate  Batispona. 

*  videlicet  C.  ^  non  graviter  C.         <^  om.  A.         ^'  poteris  ad 
45  domum  reverti  C.      «  Et  asseritur,  quod  imperator  pro  parte  sua  tantum* 

100  milia  fiorenorum    postulaverit.,   unde  ortum  habuit  proverbium  istud 
statt  Hanc  —  dicitur  C.  ^  Berghardus  B  1.    sive  beghardus  oj)t.  B  2. 

«  sit  maxima  C.        ^  seu  C.       ^  Hec  —  audivi  om   C.       ^  beati  add.  C. 
*  Heinreichrewtar  B  1.     Heinrichsrewtär  Ol.        °^   pater  C. 

50  *  S.  den  von  mir  xtterst  herausgegebenen  deutschen  Text  XÄ.  24,  077. 

*  Etwas  anders  ist  die  folgende  Geschichte  im  Chron.  dargestellt: 
gedr.  bei  Weüamd  a.  a.  0.  S.  240,  Auch  die  Xoti\  x.J.  J:J37  in  den  Fund. 
(NA.  24,  697)  hai  anderen  Wortlaut. 

QaeUen  und  Eroertorungen  N.  F.  I.  0 


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—     82     — 

Quam  cum  per  mnltos  annos  expugnare  non  posaet,  tandem 
cum  scitu  et  iuvamine  quorundam  civium  eciam  potentum, 
utpote  consulum,  in  domo  ducum  Bavarie  apud  S.  Egidium 
fecit  foramen  sub  terra  ipse  laborando  ab  extra  civibus 
iuvantibus  ab  intra  intendens  per  hoc  foramen  civitatem  5 
intrare  et  eam  obtinere.  Sed  frustra.  Nam  ea  die,  qua  per 
foramen  semper  duo  et  duo  debebant  intrasse  civitatem, 
foramen  fuit  inventum.  in  cuius  rei  Signum  in  eo  loco,  in 
quo  foramen  fuit  factum,   lapisMmpoaitus  est  muro  co  nti- 

1337  Ma420.neii6  inscripcionem,  que  sequitur:  Anno  domini  1337.  des  ertags  ^  10 
vor  sand  ürbans  tag  ward  das  loch  funden    und  zwen  darinn  gevangen, 
Mai  27.  dy   das  loch  gruben,   und  wurden  des  nächsten  eritags    darnach  in  dy 
zinnen  gehangen. 
Fimd.  Hie  Ludwicus  antequam  regnaret^   cum  fratre  suo  Budolfo 

fundayit  monasterium  Augustinensium  in  Monaco.    Hie  eciam  Ludwicus  15 
fundavit  claustrum^  in  Windespach  locavitque  ibidem  fratres  de  ordine 
8.  Wilhelmi  prope  caatrum  Furstenberg.  HiceciamLudwicusimpera- 
tor  et  pater  suus  Ludwicus  dux  Bavarie  dicuntur  esse  fun- 
datores  monasterii  sanctimonialium*  in  Pettendorff. 
Fund,*  Huius   regni   anno  primo,  scilicet  1315.,   facta  est  fames  20 

magna,  ita  ut  scafa  siliginis  solveret  5  libras  et  60  denarios  monete  Ratis- 
ponensis.     Versus^*: 

Ann,  Straub.  Ut  lateat  nullum  tempus  famis,  ecce  CVCVLLVM.** 

Ckron.  Anno  1320.^  dominus  Fridericus  dux  Austrie  regem  Romanorum 

ae  scribena  intravit  per^  civitatem  Müldorf  Bavariam  cum  magno  exer-  25 
dtu  atque  forti.  Cui  Ludwicus  dux  Bavarie  eciam  Romanorum  regem 
se  scribens  occurrit  ibidem,  videlicet  iuxta  Mfildorf,  et  contra  eum  castra 
metatus  est  tamquam  viriliter  pugnaturua.  Baronibus  autem  podoribus 
pecunia,  ut  dicitur,  corruptis  Bawari  sunt  mirabiliter  decepti  et  in  fugam 
conversi  nuUo  penitus  persequente.  Quod  cum  ducea^  Austrie  cogno-  30 
vissent,  nitro  progredientes  cum  suo  exercitu  omnes  villas  et  habitaci- 

*  ordinis  8.  Dominici  add.  B1.2.  ordinis  fratrum  pre- 
dicatorum  add.  nach  Pettendorff  0. 

**  unde  habetur  hie  versus:   üt  lateat  etc.     Hec  enim  diccio 
i5/5.numerum   annorum   domini  ostendit..   quo   Monacum   cepit  35 
esse  opidum  vel  civitas^,  et  tempus  famia.   add.  andere  Hand  am 
Rand  0  1.  Abschr.  C  3. 

»  eritags  C.      *>  monasterium  C.      c  Versus  —  CVCVLLVM  am.  C. 

^  Der  Stein  mit  seiner  Inschrift  ist  heute  noch  vorhanden  im  Hofe 
des  katholischen  Krarücenhauses  in  Regensburg;  Waiderdorff*  S.  373,  40 

«  Die  Quelle  (NA.  24,  676)  nemü  das  Jahr  1301. 
'  Vgl.  Riexlers  Bemerkung  in  Aventinus,  Sämmtl.  Werke  3^461,  7, 
Jer'tv&r  Riexler  2,  217,  Anm.  3,  u7id  Walderdorff  *  S.  601. 

*  Aus  Straubinger  Annalen,  von  denen  in  den  Fund.  (NA.  24,  694) 
Reste  erUhaÜen  sind.  45 

^  Auch  in  vielen  andern  Quellen;  vgl,  Forschungen  18,  43, 

«  Falsch  tote  die  Quelle  statt  1319. 

'  Im  Druck  des  Chron,  bei  Oefele:  prope.  /n  dm,  903:  per  und 
klein  darüber:  prope. 

®  Im  Chron,  ist  nur  von  dux  die  Rede.  50 

'  Von  jenem  Jahr  an  galt  den  älteren  Oeschiehtsehreibem  MUneken 
als  Residenzstadt.     Vgl.  Bergmann,  Oeseh,  v,  München  S,  24, 


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—    83    — 

ones  pauperum  usque  Ratisponam  vastayerunt  ^  inceDdiis  et  rapinis,   sed  öhron, 
nuUum  potuenint   castivun  qnaDtuinyis  modicum  obtinere.    Cum  autem 
prope  Batisponam  yenissent,  pecienint  a  ciyibus,  ut  sibi  ad  partes  Beni 
tendentibus  darent  copiam  per  ciyitatem  eoram  com  exercitu  tranBeundi. 

5  Quod  cum  eis  quodam  prepotente  dicto  Gumperto  contra  multorum 
yoluntatem  procurante  fuisset  denegatum,  omnibus  itineri  suo  adiacenti- 
bnB  deyastatlB  ad  Austriam  sine  omni  infestacione  reyersi  Batisponensibus 
mnlta  dampna  et  pericula  intulerunt,  yestiaria  eorum,  que  Wienne  habe- 
bant,  miserabiliter  spoliando. 

10  1381 '  facta  est  magna  dissensio  inter  principes  inferioris  Bawarie, 

yidelicet  Heinricum  seniorem,  qui  habebat  filiam  Johannis  regis  Bohemie, 
ex  parte  nna  et  inter  Ottonem  fratrem  eins  et  Heinricum  iuniorem 
patmum  eorum  ex  parte  altera.  Imperator  igitur,  cuius  auxilium  iuniores 
principes  inyocayerant,  et  Johannes  rex  Bohemie,  socer  senioris  Heinrici, 

15  yenerunt  cum  multis  principibus  et  comitibus  Batisponam,  ut  predictos  prin- 
cipes ad  concordiam  reducerent  atque  paoem.  Sed  cum  multis  yiis  attemp- 
tatis  nichil  yiderent  se  proficere  duricia  principum  obsistente,  tandem 
beneplacitum  fuit  illis^  ut  principatus  inter  eos  diyideretur.  Quod  et 
factum  est.   In  eadem  autem  diyisione  cesslt  Heinrico  seniori  Lanczhuet, 

20  Strawbing,  Schärding,  Pharchirchen  et  plura  hiis  adiacencia,  fratri  autem 
Ottoni  oessit  Purkchausen,  Oting,  Trawnstain,  Hall  et  plura  adiacencia 
usque  in  Salczburg  et  ad  montana.  Porro  Heinrico  iuniori  patruo  pre- 
dictorum  cessit  Dingolfing,  Landaw,  Vilshoyen,  Dekkendorff,  Cham,  Pogen, 
Eelhaim   et  plura  adiacencia.    Facta  est*  autem  hec  terre  diyisio  anno 

25  prescripto  circa  festum  S.  Bartholomei  apostoli. 

1832  in  die  cinerum  cepit  Heinricus  senior  dux  Bayarie  fratrem 
suum  Ottonem  et  patruum  ^  Heinricum  impugnare  cottidianis  preliis,  in- 
oendiis  et  rapinis.  Qui  se  defendendo  seu  yindicando  totam  ex  utraque 
parte  terram  a  die  cinemm  usque  ad  festum  8.  Johannis  Baptiste  nulla 

30  Interim  inter  eos  pace  habita  miserabiliter  deyastayerunt.   Juniores  igitur 
yidentes  se  non  posse  resistere  seniori  imperatoris  Ludwici  auxilium  tam 
fortiter  implorabant,  quod  cum  forti  exercitu  Strawbingam  ciyitatem  seni- 
oris« Heinrici   potenter  circumdedit  et  obsedit  feria"  2.  post  festum  B.'^n.  Stratsb. 
Udalrici   et  mansit  ibidem  in  obsidione  usque  ad  feriam  5.  ante  festum 

35  8.  Bartholomei.    Et  quamyis  ciyitati  nuUam  yim  inferre  potuerit,  man-  Ghron, 
sisset  tamen  diucins  et  seyerius  laborasset,  si  rex  Bohemie  Johannes^  non 
yenisset  et  tam  imperatorem  cum  principe  Heinrico  quam  principes  inter 
se  concordasset  amicabiliter  et  sapienter. 

»  autem  est  C.       *>  suum  add,  C.      ^  Heinrici  sen.  B 1.      «^  om.  C. 

40  *  Hier  steht  auch  in  der  Quelle  der  Plural. 

*  Die  folgenden  2  Abschnitte  fehlen  im  Druck  des  Chron.  bei  Oefele; 
vgl  Weiland  a.  a.  0.  S.  239/40. 

•  Während  Andreas  im  dir.  b.  dem  auch  dort  benutxten  Chron. 
folgend  den  Aufenthalt  des  Kaisers   bei  der   Belagerung   auf  circa   octo 

45  septimanas  angiebt,  verwertet  er  hier  die  genaueren  Angaben  von  Straubinger 
(so  richtiger  als  „  Windberger")  Annalen.  Die  obige  Zeitangabe  findet  sieh 
in  dem  aus  Niederaltaich  stammenden  Wietier  Cod.  pal.  413.  Vgl.  Ebner 
in  Sammelblätter  x,  Oesch.  d.  Stadt  Straubitig  S.  658  und  meine  Ab- 
handlung in  NA,  24f  693.    Die  Fund,  bringen   die  Zeitbestimmung  etwas 

50  veränderty  so  dass  sie  hier  nicht  als  Quelle  des  Andreas  in  Betracht  kommen 
können.  Da  die  Zeit  vom  5.  Juli  bis  19,  Aug.  noch  keine  7  Wochen 
ausmacßU,  hat  Andreas  die  ungenauere  Angabe  des  Chron.  von  8  Wochen- 
weggelassen;  vgl.  Weiland  a.  a.  0.  S.  249. 

6» 


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—     84    — 

Gkrmi.  1335^  dominus  Ludwicus  Imperator  constituit    Heinricum  duoem 

ßavarie  infehoris  procuratorem  regni  per  Alemanniain  et  super  hoc  suas 
patentes  litteras  sibi  dedit.  Mox  igitur  idem  Heinricus  vir  potens  et 
divefl  ad  partes  Beni  se  transtulit,  ubi  pro  ostensione  glorie  sue  muita 
pecunia  expensa  civitatem  Acwensem  et  quasdam  alias  cepit  attemptare  5 
non  per  se,  sed  per  interpositam  personam,  regem  videlioet  Bohemie,  ut 
eum  litteras  imperatoris  habentem  susciperent  et  ei  tamqoam  domino 
fidelitatis  facerent  iuramentum.  Mox  igitur  civitates  in  termino,  quem 
ad  respondendum  acceperant,  ad  imperatorem  misenint  suum  super  taH 
responso  consilium  requirentes.  Qui  expavescens  non  solum  probibuit,  10 
sed  eciam  litteras  ad  omnes  dvitates  regni  festine  direxit  *,  quibus  litteras 
de  procuracione  regni  Heinrico  principi  datas  seriosius  revocavit.  £t  sie 
princeps  \  qui  pro  magna  gloria  aoquirenda  exierat,  minus  glorioee  ad 
propria  est  reveraus.  Mox  igitur  ut  in  terram  suam  est  re versus,  cepit 
imperatorem  cottidianis  rapinis  et  incendiis  infestare.  15 

1336°  Johannes  rex  Bohemie  veniens  Ayionam  conquestns  est 
domino  pape  Johanni  XXJI.,  quod  imperator  Ludwicus  magnam  Heiniioo 
genero  suo,  quem  semper  filium  nominavit,  fecerit  iniuriam  in  eo,  quod 
litteras  de  procuracione  regni  sibi  datas  tam  subito  et  sine  debita  causa 
in  eorum  confusionem  revocaverit  et  annullaverit.  Super  quo  diversis  20 
consiliis  hinc  inde  habitis  multisque  a  papa  promocionibus  promissis 
promisit  se  velle  imperatorem  in  anni  spacio  ipsi  apostolico  aut  vivum 
aut  mortuum  assignare.  Quo  imperator  comperto  intrayit  inferiorem 
Bavariam  cum  gloriosa  milicia^  et  in  campestribus  civitatis  Landaw,  sitam 
quasi  in  medio  eiusdem  terre,  castra  metatus  est  iuxta  fluvium  Ysaram.  25 
Ouius  profunditatem  si  transire  potuisset,  versus  Bohemiam  libenter  et 
secure  festinasset.  Cum  autem  ibidem  per  aliquot  dies  graviter  pre  victu- 
alium  penuria  adversarios  exspectaret,  venerunt  rex  Bohemie  et  dux 
Heinricus  cum  exercitu^  iuxta  fluvium  ^  Ysaram  ex  opposito  exerdtus 
imperatoriB.  Imperator  autem  cum  ad  eos  hostes  transire  non  poeset  et  30 
ipsi  per  8  dies  ab  eo  ad  pugnandum  exspectati  non  transirent  vel  transire 
formidarent,  penuria  victualium  coactus  a  loco  recessit  et  secundum  ripas 
^uviorum  Ysare  et  Danubii  Pataviam  descendit.  Ubi  hominibus  et 
iumentis  revocilatis  curribusque  eorum  victualibus  onustatis  omnia  intcr 
fluvios  Eni  et  Ysare  preter  civitates  devastantes  ad  propria  redierunt  35 
nemine  eos  molestante.  Bex  autem  Bohemie  et  dux  Heinricus  in  eodem 
loco,  ubi  imperator  et  ipsi  castra  metati  fuerant,  ad  triduum  permanserunt, 
quasi  imperatore  fugato  triumphaverint  gloriose.  Unde  et^  ipse  rex  Bohe- 
mie volens  se  de  promissis  pape,  ut  supra  scriptum  est,  excusare  scripsit 
apostolico  sub  sigillis  quorundam  principum  Sclavorum  et  aliqnorum  in  40 

»  principes  B  1.        *»  Ysaram  fluvium  C.        «  om,  C. 

^   Vgl.  XU  dieser  Angabe  Böhmer,  Fontss  1,  143,  Arvm,  1, 

'■^   Vgl.  Böhmer,  Fontes  1,  144,  Anm.  L 

"  Die  folgenden  2  Abschnitte  fehlen  im  Druck  des  Chron.  bei  Oefeh; 
vgl.   Weiland  a.  a.  0.  S.  240.  45 

^  Andreas   lässt   hier  folgende  in  der   Quelle  stehende  Worte  aus: 
quod  ad  mille  milia  coronatarum  galearum  estimabatur. 

^  In   der  Quelle  stehen  hier  weiter  die  von  Andreas  ausgelassenen 
Worte:    qui   ad   4000   galearum   non   poterat  estimari.    Et  prindpes  et 
potentes  in  civitatem  se  receperunt,  sed  exerdtus  ante  civitatem  castra  50 
metatus  est. 


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-     85    — 

Bawana  prelatorum,   quod  sibi  imperatorem,   bI  quantocius  non  fugisset,  Chron. 
aut  vivurn  aut  mortuum  obtulisset. 

Eodem  tempore  quidani  fratres  de  ordine  minonim,  videlicet  Fran- 
ciscus  Wilhelmus   Okka,   a  quo   quidam   dyalectici  Tocantur  Okkaniste, 

5  viri  iitterati  \  graciam  apostolici  non  haben tes  venerunt  ad  Ludwicum 
imperatorem  in  Monacum  et  ei  appeliacionem  contra  papam  formaverunt, 
qua  ipse  imperator  in  Frankchenfurt  appellavit  contra  sentencias  pape  in 
86  lataa.  Verum  quia  multi  huiusmodi  appellacioni  derogabant,  ipsi 
quendam  tractatum  fecerunt,  in  quo  probarc  nitebantur,  quod  potestates, 

10  scilicet  pontificalis  et  imperialis,  sunt  immediate  a  deo  et  distincte,  quia 
una,  scilicet  pontificalis,  est  in  spiritualibus,  alia,  scilicet  imperialis,  est 
in  temporalibus,  et  quod  Imperium  non  habetur  a  papa,  et  quod  electus 
in  imperatorem  ex  sola  eleccione  est  verus  rex  Romanorum,  et  quod  papa 
non  habet  universalem  iurisdiccionem  et  plenitudinem  potestatis  in  tempo- 

15  ralibus,  et  plura  similia'^.  In  quibus,  sicut  minores  defendere,  sie  predi- 
catores  offendere  imperatorem  nitebantur.  Ipsi  enim  predicatores  sentencias 
interdicti  et  excommunicacionis  in  imperatorem  et  contra  imperatorem  a 
domino  Johanne  papa  XXII.  dudum  et  ante  plures  annos  factas  tunc 
primum  in  Batispona  et  Lanczhuet,  cum  princeps  Heinricus  cum  impera- 

20  tore  discordabat,  in  se  receperunt  divina  non  nisi  clausis  ianuis  celebrantes. 
Mortuo^  autem  Heinrico  principe  et  filio  eins  Johanne  cum  principatus 
in  manus  Ludwici  venisset,  cum  quodam  satrapa  dicto  de  Dekch  clam 
composuerunt,  ut  violenciam  minitando  occasionem  vel  excusacionem  eis 
pararet  divina   publice  celebrandi.    Quod  et  factum  est.    Cum  enim  im- 

25  perator  in  Lanczhuet  esset,  tunc  quadam  die  dictus  dux  de  Dekch  venit 
cum  accensis  faculis  in  monasterium  ipsorum  predicatorum  clamitans, 
sicut  legitur,  quasi  iratus  et  nimium  furibundus,  ut  sine  mora  publice 
divina  cantarent  aut  sue  ecclesie  ac  omnium  rerum  suarum  in  instanti 
incendium  paterentur.     Qni  mox,   sicut  legitur,  occasione  excusatoria 

30  inventa  absolucione  papali  non  exspectata  divina  publice  celebrare  ceperunt. 
Predicatores  eciam  in  Batispona  cum  circa  20  annos  divina  clausis  ianuis 
celebrassent,  tandem,  cum  dominus  papa  nuilam  eis  graciam  faceret, 
dixerunt  quendam  episcopum,  sicut  legitur,  cum  eis  dispensasse  et  sie 
ceperunt  divina  publice  celebrare. 

35  Originaiis   autem   causa  controversie   inter   predica- 

tores et  minores,  sicut^  audivi  a  quodam  viro  famoso,  qui 
se  sie  rettulit  legisse,  sie  se  habet.  Quidam  vir  m  agnus 
ordinis  predicatorum  Inquisitor  fuit  hereticorum.  Qui 
quendam    ob    heresim    conveniebat,    quem   quidam    fratrum 

40  minorum    defendere    tamquam    katholicum    nitebantur    et 

*  sicut  —  legisse  om.  C. 

^  Die  Quelle  sagt:  solempnes  et  Iitterati. 

'  que  ad  prc^ens  subticendo  predicatoribus  et  ininoribus  disputando 
relinquo  setxt  hier  der  Verfasser  des  Chrmi.  hin^u. 

45  *  Von   hier   an    bis   xum  SMwss   des  Abschnitts  publice  celebrare 

druckte  Preger  den  Text  des  elm,  903  in  seiner  Abliandlung :  Der  kirchefi- 
poiitische  Kampf  unter  Ludtrig  d.  Baier  fAbh.  d.  hiat.  Gl.  d.  /.-.  b.  Ahad. 
d.  W.  14,  42)  ab,  weil  Andreas  „gerade  das  Ikxeirknende  bei  diet^er  Oe- 
achichte   (nämlich  die  Verabredung  der  Mönclie  mit  dem  Hcrxog  von  Tech) 

5^»  iceggelassen"  habe.  Das  ist  ni/fht  richtig.  Andreas  .schreibt  die  Quelle 
roHständig  Uful  wörtlich,  af).  Wohl  al)er  Imt  (kfde  in  seinem  Abdruck  des 
Chron.  aus  dm.  003  den  ganxen  Abschnitt  nicht  aufgenommen. 


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—    86    — 

principaliter  in  materia  de  paupertate  Christi.  Qne  res 
ad  apostolicam  sedem  devoluta,  que  tunc  in*  Avinione  erat- 
ita  ventilando  invaluit,  ut  sedes  apostolica,  sicut  in  parte 
superius  tactum^  est,  eciam  manifeste  contra  quosdta 
fratres  ordinis^  minorum  procederet.  Nam  quidam  ex  ^  5 
fratribus  minoribus  in  hoc  non  assenciebant.  Sicque  factns 
est,  ut  Ludwico  Bawaro  existenti  in  indignacione  sedi« 
apostolice  fratres  minores  sibi  iungerentur  lacientes  anti- 
papamPetrum  deCorbaria  ordinis  fratrum  minorum  appel- 
lantesque  eum  Nicolaum®  V.,  prout  premissum  est.  V 

Chron,  1338^   orta  est  suspicio  et  maxima  fama  vel  pocins   infamia  de 

ladeis,  quod  in  synagogis  suis  venerandam  ^  et  salutarem  hostiam  oorpom 
Christi  irriserint  et  inter  alia  ludibria  spinis  acutis  usque  ad  effunonea: 
sangwinis  transfixerint.  Propter  quod  circa  festum  S.  Michahelis  in 
Omnibus  civitatibus  preter  Batisponam  et  Wiennam  a  popuio  paopenxm  1^ 
miserabiliter  et  crudeliter  sunt  occisi.  Quod  autem  hec  viDdicta  a  deii 
processerit,  patet,  quia  principes  et  omnes  eorum  offidales  pro  eomm 
defensione  seriöse  laborabant  nee  tarnen  eos  defendere  poterant.  Quidam 
enim  princeps'',  qui  pro  eis  personaliter  cum  suis  militibus^  atetit,  cum 
ad  trncidandum  ventum  esset,  cum  eis  fere  fuisset  trucidatos,  ei  quant-  :^; 
ocius  non  fuisset.  Unde  et  in  se  reversus  dixit:  Nunc  scio  vere»  quia 
vindicta  hec  a  deo  est,  cuius  voluntati  resistere  nemo  potest  Versus^ 
Ann,  Straub.^  Annis  millenis  ter  denis  et  octo  treoentis 

ludaicus  populus  tunc  temporis  est  trucidatus. 
Item^  alii  versus':  ^ 

1340  Anno  milleno  tria  C  quater  X  quoque  nono 

Marx  21,  Sunt  interfecti  ludei  die  Benedicti. 

Hos  duos  postremos  versus  estimo  intelligi  de  ludeis 
postea  Batispone  crematis^ 

Chron.  Anno^  eodem,   scilicet^  1338.  ff,   circa  festum   S.   Affre   martiriä  3*> 

innumerabiles  iocuste  ab  Oriente  venientes  in  Bawaria  apparuerunt  aenas 
habentes   alas,    sex   pedes,  duos   dentes   lapidibus  duriores.    Dicunt^" 

»  oni.  C.  ^  tacta  C.  ^  minores  st<Ut  ord.  min.  C.  ^  fratres 
minores  statt  ex  fratr.  min.  C.  «  Benedictum  C.  eorr,  Nicolaum  C6. 
'  Item  —  crematis  om.  C.        ff  om,  C.  35 

^  Der  folgende  Abschnitt  feldt  im  Druck  des  Chron,  bei  Oefele,  Vgl 
Weiland  a.  a.  0.  S.  241, 

^  katholicam  eukaristiam  sagt  die  Quelle  statt  venerandam  —  Christi 

*  Gemeint  ist  wohl  Herzog  Heinrich  von  Niederbayem.    Die  Chronik 
aus  Priil,   die   Riexier  2,  523  anßhrt,   ist  Ausxug  aus   dem  Chr,  g.  des  ^ 
Andreas. 

*  Andreas  lässt  hier  die  Worte  der  Quelle:  contra  suos  pauperes 
und  damit  einen  Vorumrf  aus, 

^  Auch  gedr.  Forschungen  18,  22. 

«  Sammelblätter  x.  Oesch.  d.  Stadt  Straubing  S.  659.  45 

'  Vgl.  Forschungen  18,  28, 

"  Judenverbrennungen  xu  Begensburg  1349  werden  sonst  nirgends 
erwiihnt;  Gemeiner  2,  57,  Janner  3,  229,  Riexier  3,  22. 

"  Der  folgende  Abschnitt  ist  von  Ocfele  im  Druck  des  Chron.  iceg- 
gelassen;  vgl.  Weiiand  a.  a,  0.  S.  241.  b^ 

"  Auffälliges  Präsens.  Man  könnte\vermuten,  dass  diese  Notix  auf 
Konrad  von  Megenberg  xurüchxuführen  sei.  In  seinem  „Buch  der  Natur' 
kommt  der  Ausdruck  human  snäbel  nicht  vor. 


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—    87    — 

volgares,  qui  has  locustas  viderunt,  hürnan*  snabel,  utChron, 
castrorum  acies  turmatim  volantes,  spacium  diurni  itineris  tribuB  ant 
quataor  miliaribus  extendentes^  omnia  viridia  in  herbis  et  arboribus  deva- 
stantes.  Quo  autem  pervenerint,  oertum  non  est,  licet  quidam  dicant  eas 
5  in  mari  submersas.  Postea  post  duos  annos  cassiodoli,  id  estl340, 
pisces,  qui  volgo  charpfen^  nominantur,  ab  Ungaria  in 
Danubio  venerunt,  ita  quod  ubique  in  terra  secuB  Danubi- 
um  tot  pro  denario  venderentur,  quod  popuius  eos  quasi 
immundos  comedere  abnueret^ 

10  1341  c  *   prima   die   mensis  Marcii   ingressus  est  Satumus  primum  Chron. 

punctum  capricomi,  et  tunc  iniciabatur  pestilencia  illa  magna,  quam 
totus  expertUB  est  mundus.  Sed  priusquam  veniret  ad  partes  nostras, 
hoc<^  est  in  Bawariam,  regnavit  primo  in  partibus  transmarinis,  deinde 
galiicanis  fere  per  8  annos*.    Hec  ubicunque  sevitura  erat,   ibi  primo  in 

15  pueros,  deinde  in  forciores  seviebat.  Quam  magna  autem  seu  seva  fuerit 
in  popularibus  civitatibus  aut  tüüs,  si  scribatur,  incredibile  estimatur. 
Invasit  autem  homines  et  in  lectos  prostravit  aliquando  per  nimium  caiorem, 
aliquando  per  frigus,  aliquando  per  capitis  dolorem,  inter  que  glantes  « 
ernmpebant  in   corporibus  eorum  et  crescebant  aliquibüs  sub  ascellis^, 

20  aliquibüs  in  igwine,  aliquibüs  in  coxis,  quarum  tarnen  multe  evanescentes 
aut  saniem  emittentes  mortem  hominibus  non  intulerunt.  Inter  hec 
autem  amara  dulcis  et  rectus  dominus  fidelibus  suis  dulcem  suam  consola- 
cionem  multociens  demonstravit  in  eo  maxime,  quod  anime  multorum 
puerorum,   qui  tunc  moriebantur,   in  hora  exitus  sui  dulcissime  de  deo 

25  loquentes  vel  canttintes  iubilabant,  quasi  gaudia  celestis  patrie  pregu- 
starent.  Adultorum  quoque  multitudo  quanto  mortem  sibi  certius  adesse 
et  yicinius  cognoscebat,  tanto  exitum  suum  devocione  et  sacramentis 
fidelius  munire  studebat,  propter  quod  non  dubium  est  eos  sie  munitos 
celi   gaudia  ^introisse.    Fuit  hiisdem   temporibus  puella  quedam  cirdter 

30  annos  12^,  facie  pulchra,  moribus  curialis,  hac  peste  glantina  prostrata 
in  lectnm.  Que  dum  ad  extrema  venisset,  pulchra  eins  facies  cepit  pul- 
cbrior  apparere.  Jacebat  enim  et  quasi  iubilans  et  ammirans  in  celum 
reepiciebat.  Cui  pater  ait:  O  filia,  quomodo  vales?  Cui  illa:  Bene.  Et 
pater:   Ut  quid    tam   fortiter  sursum    respicis?    Cui  illa:   Non   videtis 

35  celum  apertum,  sicut  ego  video?  Uli  yero  non  videntes  interrogaverunt 
eam  dicentes:  Quomodo  vides  celum?  Quibus  illa  respondit  dicens: 
Video  celum  apertum  et  innumerabilia  lumlna  a  terris  ascendere  et  in 
ipsum  intrare.  Illis  autem  non  videntibus  interrogabant  eam  dicentes: 
Quid,  putas,  sunt  lumina  illa?   Bespondit:  Anime  electoruni  celos  ascen- 

40  dencium.    Parentibus  autem  et  pluribus,  qui  aderant,  tacentibus  et  miranti- 

*  human   snabel  Bl.     hürnän   snäbel  Cl.  ^  chärpfen  C  1. 
«  1351  B 1.        d  videücet  statt  hoc  est  C.        ^  glandes  A  1.   gladentes  0  6. 

^  Diese  Nachricht  ist  auch  deutsch  von  Andreas  in  clm.  903,  Bl.  10 
45  eitigeschrieben. 

*  Die  2  folgenden  Abschnitte  fehlen  im  Druck  des  Chron.  bei  Oefele; 
tgl.  Weiland  a.  a.  0.  S.  241. 

*  Die  Quelle  sagt  hier  weiter :  Unde  autem  eadem  pestilencia  causa- 
retur,   vel  quomodo  ei  succurrendum  esset,   nuUus  adhuc  potuit  medicus 

50  invenire. 

*  Die  Quelle  dafür:  umbris. 

*  habens  der  Quelle  lässt  Andreas  aus. 


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—     88     — 

Ckron  bas  alt :  Ut  me  verum  cognoscatis  dixisse,  dico  adhuc  unum :  £n  ego  hac 
nocte  moriar,  et  tu,  mater,  tercia  die  sequaris.  Deinde  nominavit  Septem 
persouas,  que  tunc  preseutes'  erant  et  hoc  audiebant,  et  unicuique  diem 
sui^  exitufl  prophetavit.  Obstupescens  autem  pater  ei  üb  dixit:  £t  quid 
erit  de  fratre  tuo  sacerdote  et  monacho?  Bespondit:  Et  ipse  morietur  5 
in  hoc  mense.  Cui  pater:  Et  quid  erit  de  me?  Eespondit:  Adhuc  non 
morieris.  Et  cum  hoc  dixisset,  paululura  intra  ee  iubilans  et  orans  mortua 
est.  Et  que  locuta  fuerat  b,  omnia  sunt  impleta.  Subdit^  ibi  hie, 
quia  ea,  que  ego  hie  transsumptive  posui,  originaliter 
scripsit:  Hiis  autem  similia  audivi  multa  in  aliis  provinciis  contigisse,  10 
que  pre  multitudine  scribi  non  poesunt. 

1344  abbas  et  conventus  monasterii  S.<^  Petri  in^  Superiori  Altach 
ordinis  ^  8.  Benedicti  Batisponensis  dyocesis  inceperunt  magnum  et  arduum 
opus  multis  incredibile.  Magnus  enim  ille  fluvius  et  nominatus  Danubius, 
iuxta  quem  claustrum  illorum  fundatum  est,  per  longa  tempora  fundo  15 
illorum  sie  appropinquavit,  quod  ab  eo  distans  ad  unius  sagitte  spacium 
crebra  litoris  sulcacione  minabatur  ipsum  oenobium  cum  suis  silvis,  piatis, 
agris,  pascuis  funditus  subvertendum  «.  Unde  ipsius  Danubii  iluvium  ab 
antiquo  suo  decursu  retractum  per  novam,  quam  in  magna  a  looo  suo 
distancia  foderant,  vallem  a  suo  cenobio  abduxerunt^  continuantes  huius-  20 
modi  laborem  plus  quam  per  10  annos  expensisque  plus  quam  mille 
libris  denariorum  Batisponensium,  propter  quod  multi  redditus  a  dicto 
monasterio  sunt  alienati. 

Hiis    temporibus    orta  est   gwerra   et   dissensio,    que 
iam   ante   fuerat   multis  de  causis  inter  Phiiippum   regem  25 
Francie  et  Addoardum   regem  Anglie.    Nam  domus  Francie 
ab  antiquo  violenter  tenebat  in  Vasconia  supra  mare  de 
regno  Anglie    multas   inclitas  civitates.*     Aliqui^  autem, 
sicut  legitur',   dicunt,   quod  pro  matre  regis  Anglie  magis 
quam  Philippe   regi   Corona  Francie   succedebat.    Unde  ex  30 
istis  causis,  cum   alter  iura  alterius  occupat,   quod  est  ab- 
hominabile  et  iniustum  apud  omnes,  quod  eciam  frater,  ei 
potest,    a  fratre  non  patitur,    ob  hoc  gwerre  ac  inimicicie 
pestifere  nascuntur  et  multis  preliis  comprobatis  tandem 
13'U,a.nno   dominl    1344.    temporibus^   Clementis    pape   VI.    ipse  35 
Philippus  rex  Francie  et  Addoardus  rex  Anglie  campestri 
bello^  conveniunt.    In  hoc  hello  Ludwlcus  imperator  regem 

*  NotandumS  quod  Aquitannia  anglice  vocatur  Gyen 
et    est    maximus   ducatus    sub   regno  Anglie.    Huic  ducatui 
adiacet  terra,  que  Vasconia  vocatur,  anglice  autem  Gaskyn^  40 
add.  am  liand  B  1. 

a  exitus  sui  C.  ^  erat  A  6.  7.  «  Subdit  —  possunt  om,  C.  ^  g^  Petri 
om.  C.  ö  in  Sup.  Altach   am.  A3.  ^  ordinis  —  dyocesis  om,  C. 

ff  evertendo  A3.        ^  Antiqui  A 3.        *  om,  C. 

*  Der  folgetide  Sckluss  ist  gegen  die  Quelle  etwas  verändert;  vgl,  45 
Weüand  a.  a,  0.  S.  2 iL 

'  Quelle? 

^  Die  Schlacht  hei  Crecg  1346.  Konrad  von  Megenberg  erwähnt  sie 
in  seinem  Buch  der  Natur  fAusg,  r.  Pfeiffer  S.  76,  16)  als  Folge  der  Er- 
sclieinung  eines  Kometen.  50 

*  S.  oben  S.  47. 
"  (Jascognc. 


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Qoo^(^ 


—    89     — 

Angiie  auxiiiis  confovebat,  Johannefl  vero  rex  Bohemie  ex 
adverso  personaliter,  quamvis  cecus  esset,  regem  Francie 
auxiliabatnr.  Cernentes  igitur  milites  custodie  regis  « 
Johannis  exercitum  regis  Francie  bellum  contra  Auglicos 
5  sustinere  non  posse  ipsum  regem  Johannem  viriliter  pre- 
liantem  cum  cautela  a  bello  deducunt.  Qui  senciens  se  in 
rumore  belli  non  esse  dixit  militibus:  Ubi  sumus,  quod 
clangorem  armorum  cum  percussione  non  sentimus?  Qui 
dixerunt:   Domine,   bellum  pro   nostris   iam  quasi  penitus 

10  est  amissum;  volumus  vos  de  manibus  inimicorum  eripere. 
Tunc  rex  Johanne  furiose  in  talia  verba  prorupit:  In  mea 
iuventute  nunquam  inimicorum  facies^  evitavi;  modo, 
quia  sum  senex  et  orbus,  volo  meum  virile«  nomen  in  mea 
senectute   delere?    Melius   est   cum  virili  tatis  honore  m  ori 

15  quanx  cum  obprobio  et  vilitate«^  in  vita<^  marcescere  T 
Obsecro  itaque  vos,  ut  ad  prelium  me  conducatis,  etibicum 
ense  in  manu  meam  faciam  sepulturam.  Quod  et  factum 
est.  Nam  iterum  bellum  conserttur,  et  dictus  Johannes  rex, 
licet  fere  Francorum  recuperasset  exercitum,  in  fine  tamen 

2U  cum  suis  militibus  letaliter  prostratur.  Kex  autem  Angiie 
pro  tanta  yictoria  cum  suo  exercitu  usque  ad  portas  versus 
Parisius  militavit  multa  dampna  inferendo.  Hie  Johannes 
rex  Bohemie  filius  fuit  Heinrici  imperatoris,  comitis  de 
Lüczelburchk,    et    pater    Karoli    imperatoris    Bomanorum. 

25  Hie  ipse  Johannes  rex  fuit  in  comitatu  Ludwici  tunc  electi 
regis  et  postea  Bomanorum  imperatoris  ipsu  m  auxiliando^ 
dum  deFriderico  duceAustrie  bello  campestri  in  Am  phing, 
ut  supra  dictum  est,  gloriose  triumpharet. 

1347   in  die  Gereonis^   martiris  et  sociorum  eins  Lud- i:f47 

30  wicus  imperator  obiit  sepultus  in  ecclesia  parrochialis  S.  Okt.  10 
Marie,  que^  est  in  Monaco.    Dicitur^  quod,  dum  ipse  Lud- 
wicuB    imperator    essei    in     venacione,     quedam'    ducissa 
Austiie   sibi  potum  in  flascone  porrexerit.    £t  dum  ille  ob 
suspicionem    bibere  contempneret,   illa   prior  bibit.    Quod 

35  videns  imperator  et  ignorans,  quod  calliditate  qiiadam 
geminus  potus  sibi  in  eodcm  flascone  offerretur,  con- 
fidenter  bibens  letale  virus  suscepit  et  mox  corruens  de 
equo  in  gremio  cuiusdam  rustici  mortuus  est.  Ipsa  vero 
ducissa  statim,  ut  bibit  imperator,  fugiens  evasit. 

40  HicLudwicus  rcliquit  plures  heredes  et  multitudinem 

ierrarum.    Senior  filius  suus  vocabatur  Ludwicus  marchio 
B  ranburgensis,   dux  Bawarle  et  Carinthie,  comes  Tyrolis, 

>  Johannis  regis  C.  ^  arma  evitavi  neque  facies  eorum  A  3. 

<•  nomen  virile  A3.      ^  vtiUtatel  El.      e  ß^ea  add.  C.      '  mardescere  C. 
i5  s  8.  Marie  parrochiall  0.        ^  que  est  om.  C. 

^  So  (vuch  die  Stravhinyer  Annalen;  Samnielbläfter  S.  6(i0. 
.'  Dass  Kaiser  lAidw-ig  angeblich  vergiftet  worden  sei,    berichtet  mit 
icenigen  Warten  zuerst  das  Chron.    Andreas  benütU  hier  dieses  aber  nicht. 
Vgl.  Oefele  1,  42,  Anm.  c. 
50  ®  Johanfia,    die    Gemahlin   des   Herzogs   Albreeht   von    Oesterreioh, 

befand  sich  damals  xu  Besuch  beim  Kaiser;  vgl.  Riezler  2,  500,  Antn. 


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—    90    — 

advocatuB  Aquilegiensis,  Brixinensis  et  TridentinuB.    Hie 
erat  vir  strenuus  et  bellicosus  et  largus  et  transactis  ali- 
quibus  annis  post  obitum   patris  sui  divisit  terras  et  pro- 
vincias  inter  fratres.    Item  dominus  Stephanus  frater  eius 
ex  parte  patris  et  matris  possedit*  Lanczhutam  et  terram,  5 
que    est   versus    Saiczburgkch.      Item    alii   fratres   ipsius^, 
quorum  mater^   nacione  fuit  de  Hoiandia:   unus  illorum, 
dominus    Albertus,    possedit   Strawbingam    et    inferiorem 
Bavariam,   alter  vero   nomine  Wilhelmus^*  possedit  Uolan- 
diam,  Selandiam,  Henigoviam,  cuius  gubernator  dominus  10 
Albertus  extiterat,  quia  furibundus  factus  ex  intoxicacione 
quadam   fuerat.    Item  alter  frater  ipsorum    nomine   Lud- 
wicus,  cognomine  Bomanus,  quiaBome  natus  fuit,  unacum 
iuvene    fratre    dicto    Ottone    pro    hereditate    receperunt 
marchionatum    Branburgensem,    quem    frater    senior*  ipsis  15 
resignavit    et    sibi    superiorem    Bawariam    et    Carinthiam      j 
retinuit  sponte  pro  hereditate.  j 

Ab    hiis    principes    Bawarie   superioris    et    inferioris      | 
1421. i&m,   cum  numeratur  annus  domin i  1421.  d,   dominantes  de- 
scenderunt  hoc  modo.  20 

Stephanus,    qui    possedit  Lanczhutam,    genuit    filios 
tres,  scilicet  Stephanum,  Fridericum«et  Johannem.    Horum 
sagacior®  erat  Fridericus.    Unde  cum  paternam  dividerent 
hereditatem,   ipse   Fridericus   faciens    tres    partes    princi- 
patum  in  Lanczhuet  fecit  eminenciorem^  ceteris,  quem  sibi  2ä 
retinuit  promittens  equi valenciam  facere  aliis  principati- 
bus  in   certa   pecuniarum  summa.    Quod  et  fecit,  quamdiu 
vixit.   Post  mortem  vero  eius  multa  mala  exinde  evenerunt,      I 
sicut  postea  suo  locodicetur.   Stephanus  vero  possedit  Ingel-      | 
stat  et  fuit  vir  bonus?  diligens*^  mulieres.    Johannes  autem  30 
possedit    Monacüm.       £x     hiis    Fridericus    et    Stephanus 
duxerunt  in  uxores  duas<  sorores^^,  que  fuerunt  filie  domini 
Mediolanensis.      Fridericus    genuit    Heinricum    tenentem 
iam  principatum  in  Lanczhuet  etElyzabet  uxorem  Friderici 
marchionis    Branburgensis  ^,     qui*    et    burgravius    Nürn-  35 
bergensis.    Stephanus  autem  genuit  Ludwicum  iam  tenen- 
tem principatum  iningelstat  et  Elyzabeth'"  uxoremKaroli 
regis  Francie.    Johannes  autem  duxit  uxorem^  de  Goricia, 
ex  qua  genuit  Ernestum  et  Wilhelmum  iam.tenentes  princi- 
patum inMonaco  etSophiam  uxorem  Venzeslai  quondam°  40| 
regis  Bomanorum  et  Bohemie.  | 

a  possidebat  A3.  »>  sui  A3.  ^  Bilhehnus  AI.  2.  d  1321 ! 
A5.  C4.  «  ingeniosior  klein  übergeschr,  A  1.  statt  sagacior  A2.  C.  sive 
ingeniosior  add.  A  5.  ingeniosior  sagacior  «o  A  7.  B 1.  ^  ceteris  emin.  0. 
s  iocundus  et  add.  C6.  ^  amator  mulierum  C.  ^  om.  0.  ^  de  45 
Brandburg  C.  *  qui  —  Nürnb.  om.  C.  »  N.  klein  übergeschr,  Elyza- 
beth  A  1.  5.  B 1.  om.  A3.        ^  regis  quondam  C. 

^  Margarethe. 

*  Magdalena  und  Thaddaea,  Töchter  des  Herxogs  Barnabas  Visconti 
von  Mailand.  50 

*  Katharina, 


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—    91     — 

Principes  autem  Bawarie  inferioris,  scilicet  princi- 
patuB  in  Strawbing,  descenderunt  a  Ludwico  imperatore 
hoc  modo:  AlbertuB  filius  Ludwici  imperatoris,  qui  posse- 
dit  Strawbingam,  dnzit  Margaretam  filiam  ducis  Ludwici 
5  Polonie  de^  Briga.  Que  genuit  tres  filios,  Wilhelmum,  qui 
tenuit  Holandiam  et  mortuus  eat  superstite  tantum  una 
filia  nomine  Jacoba,  et  Albertum,  qui  tenuit  principatum 
in  Strawbing,  virum  benignum,  qui  mortuus  est  sineliberis 
—  non  enim  duzerat  uxorem  —  et  sepultus  est  in  Strawbing 

10  in  monasterio  fratrum  Carmelitarum,  Johannem  quoque» 
electum  Leodiensis  episcopatus,  quem  tamen  mortuo^  fratre 
suo  Wilheimo  reliquit«.  Et  iam^  tenet®  principatum  in 
Strawbing,  quem  regit^  per  suums  yicedominum;  ipse  vero 
dominatnr**  per  Holandiam,  Selandiam  etc. 

15  Hie  eciam*  animadvertendum  i^,  quod  Budolfus  frater 

Ludwici  imperatoris,  comes  palatinus  Beni,  in  eleccione 
Ludwici'  fratris  sui  non  elegit  ipsum  Ludwicum,  sed 
Fridericum  ducem  Austrie.  Hie  Budolfus  ex  Methildi, 
que  fuit  filia  Adolfi  regis  Bomanorum,   genuit  tres  filios^ 

20  scilicet  Budolfum,  Bupertum  et  Adolfum.  Budolfus™  et 
Bupertus  volgo*^  Bufus  nuncupatuso  decesserunt  sine 
liberisP,  Adolfus  autem,  qui  decessit  ante  obitum  fratrum 
suorum  predictorum  <i,  genuit  Bupertum.  Iste  Bupertus 
▼  olgo  Adolfus   nuncupatus  genuit  Bupertum  rolgo  Chlem 

25  nuncupatum,  postea  Bomanorum  regem.  Hec  per  quaudam 
anticipacionem  sunt  dicta,  ut  postea  de  nostratibus  clarius 
pateant  bystorie.* 

•  i'Nota  de  imperatore  Ludwico  notabile  verbum.^ 
Cum  una  die  sederet  cum  militibus  et  baronibus  suis, 

30  tunc  dixerunt  ad  eum,  quod  ipse  eiset  nimis  morosus  in 
factis  suis  et  nimis"  tardus^  Ipse  tacuit  et  recepit  unum 
ciphum  et  dixit  ad  unum:  Infundas  vinum  t.  nie  infudit. 
Dixit  cesar:  Infundas  ad  plenum.  Ille  fecit.  Tunc  dedit 
sibi  ciphum,  scilicet  infundenti,  et  dixit:  Gurre  valde  cito 

35  ad  ianuam,  quantocius  possis,  et  noli  scutere  vinum  vel 
male  habebis.  Ille  dixit:  Domine,  nullo  modo  possum 
currere,  quin  scuciam  vi^um.  Tunc  dixit:  Tunc  vade  morose. 
Quod  ille  fecit  et  vinum  non  scussit.  Tunc  dixit  Imperator: 
Videte,  domini,  si  ego  volebam  festinasse,  diu  vitam  ter- 

40  minassem  et  scussissem. 

•  et  A  7.  *»  orn.  C.  «  resignavit  klein  übergesckr.  liquit  A  1.  5. 
reliquit  klein  übergesckr.  signavit  B 1.  ^  om.  G.  «  tenuit'  A 2.  C. 
'  rexit'  C.  »  om.  C.  ^  domin abatur*  C.  *  est  add.  C. 
^  advertendum  C.      '  fratris  sui  L.  C.      ™  Budolfus  —  liberis  om.  A  6.  7. 

45  n  om.  C,        o  Tocatus  Bufus  C.  p  filiis  klein  übergesckr.  liberis  B 1. 

filüa  C.  «  om.  C.  r  Ad  fol.  91  v.  f.  93  im  Text  tmd:  Ad  ßched.  v.  f.  93 
am  Band  add.  B  1.        ■  minus  B 1.        <  vnum  B  1. 

'  Quelle,   une   für   die  folgenden    Oeschichieny   Derrers  Sammlmig? 
'  Ähnlieh  Heinrieus  Surdus,  Annales  Eistettenses   (Böhmer^  Fontes 
50  4,  513) :  tardus  ad  kborem. 

•  Johann  starb  am  6,  Jan.  1425. 


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-^     92     ~ 

(1316.200.  Johannes  XXII.  Sed.an.l9men.5.  Nicolau».  Sci8ma24.) 
Johannes  XXII.  ante»  dictus  Jacobus  de  Caturcho,  electus 
canonice  habuit  antipapam  quendam  fratrem  minorem 
nomine  Petrum  de  Corbaria,  qui  se  appellavit  Nicoiaum  V., 
electiim  in  papam  per  dominum  Ludwicum  BaTarnm,  qui  5 
se  imperatorem  vocaverat  et  qui  Rome  in  concilio  congre- 
gato  papam  Johannem  deposuerat  tamquam  hereticum  et 
maiestntis  iraperialis  invasorem.  Sublatum  est  autem  hoc 
scisma    per   capti vacionem    ipsins    antipape    et    in   carcere 

*>  Exc  cronicis  C.  Derrerii.  10 

Nota  Benedictus  papa  XII.  filius  pistoris,  homo  iustus, 
bonus<*   et   sapiens",    ut   dicebatur.     Cum    autem<^  exaltatus 
esset  in   apostoiatu,   tunc  pater  suus  vendidit  omnia,   que 
habuit,  et  emit  sibi  vestimenta  pulchra  et^  bona^  cum  vario 
et  matri  pape  et  sororibus  et  fratribus  suis  et  veneruntante  15 
papam.     Postquam  autem   videret  patrem   et  matrem  sie  in 
vario,  puscepit  eos  dicens:    Beneveneritis,   domine.    Pater 
autem  dixit:  Odomine,  sanctissime  pater,  quomodo  facitis? 
Nescitis,   quod    sum    pater   vester?    Tunc  papa  respondit: 
Vos  estis  dominus.     Pater  vero<*  mens  est  pistor  et  vadit  in  20 
viiibus    vestimentis.     Tunc   oportebat,    ut  irent  domum   et 
induerent  vilia   vestimenta,  sicut   si  vellent  iam  laborare. 
Et  sie  fecerunt.    Tunc  optime  suscepit  eos  dicens:    Bene- 
venias,   karissime  pater,   modo  cognosco  te,  et  tunc««    iuvit  ^ 
eos.     Sed  dictum  erat  sibi:  Ex  uno  debetis  facere  comitem  25 
et  sie  de  aliis.     Ipae  dixit:    Nolo,  sed  volo  eis  providere  in 
Omnibus  necessariis  suis  et  non  plus. 
Items  ibidem  aliud. 

Nota^,  audivi,  quod  cardinales  accessissent  papam 
Benedictum  rogantes  eum,  quod  crearet  plures  cardinales,  30 
dicentes  se  non  sufficere  ad  gubernandum  totum^  mundum. 
Tunc  respondit  papa  et  dixit:  Si  deberem  creare  plures, 
tunc  oporteret  me  creare  novummundum,  quia  totus  mundus 
non  potest  vos  cum  vestra  superbia  nutrire. 

Item'' ibidem  aliud.  35 

Kota^,  quod  papa  Benedictus  postulavit  ab  impera- 
tore  Ludwico,  quod  ipse  iuvaret  eum  et  quod  dimitteret 
sibi  ea,  que  imperium  Romanum  habet  in  Francia  et 
in  provincia  circa  Avinionem.  Tunc  ipse  vellet  sibi  et 
suis  heredibus  dare  et  assignare  omnia,  que  habet  iniperi-  40 
um  in  terra  theutonica.  Quod  Imperator  noluit  facere. 
Eciam  papa  Benedictus  postulavit  ab  elecioribus  regni, 
quod  resignarent  sibi  dignitatem  eligendi  imperatorem. 
1347.  Anno  domini  1347.     Romani  volentes  habere   auctori- 

tatem  et  potestatem  et  iurisdiccionem  in  toto  orbe  terrarum,  45 
quas  habuerunt  a  principio,  omnia  privilegia  facta  in 
preiudicium  auctoritatis,  potestatis  et  iurisdiccionum 
huiusmodi  ad  se  revocant  ezpresse.  Unde  et  Ludwicum 
imperatorem  et  Karolum  regem  Bohemie,  qui  se  asserebat"^ 
regem  Bomanorum,    et  omnes  electores  Romani  imperii,  ut  50 

*  prius  C.  ^  Ad  Seh  95  im  Tcat  wuh  Ad  f.  95  pag.  591  am  Band 
fuld.  B  1.  c  Offne  Überschrift  B  2.  '»  om.  B  l.  e  om.  B  2.  ^  avit  .so.' 
B  1.  s  Item  —  aliud  otu.  B2.  b  Statt  Nota  —  Bened.:  Ad  hunc  B. 
accesserunt  cardinales  B  2.  ^  Universum  klein  übergesehr,  B  1.  ^  Item 
—  aliud  om.  B  2.        >  Hie  statt  Nota  quod  B  2.        ^  asserebant  B  2.        55 


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—     93     — 

exstincti.  Alii  dicunt,  quod  facta  reconciliacionc  inter  papam 
et  imperatorem  dictus  antipapa  sponte  Avinionem  venit 
anno  domini  1333.  et  ibi  coram  papa  et  cardinalibus  snum  1333. 
recognoscens  errorem  in  publico  consistorio  receptus  est 
5  honorifice  et  ecclesie  reincorporatus.  Auetores  huius  scis- 
matis  fuerant  Lndwicus  predictus  et  aliqui  valenciores 
ordinis  fratrum  minorum  propter  opposiciooem  pape  in 
materia   de   panpertate   Christi.     Hie  Johannes    papa    beg- 

personaliter  in*  urbe  Borna  compareant^  in  certo  termino, 

10  citavernnt^  Sed  quis  fuit  illius  citacionis  effectus^  in 
acriptis  non  reperi. 

Nota  de  duce  Heinrico^  de  Bavaria  inferiori,  qui  fuit 
tempore  Ludwici  imperatoris,  auod  seryitores  et  domini 
terre    sue,   sciiicet  unus  Messenhusius*^  sine  naso^  et  unus 

15  dictns  Qrans^  et  alii  quam  plures,  ita  occupabant  sibi 
terram  suam,  quod  nullam  potenciam  poterat  habere  in 
terra  sua.  Ipse  videns  hoc  iniit  consilium,  quod  mitteret 
pro  Omnibus  eis  dans  eis  conductum  veniendi  et  recedendi 
ab  ipsO;   quia  vellet  habere   consilium  eorum  et  cum  hoc^' 

20  veiiet  «habere  hastiludia  et  deducciones.  Ipsi  venerunt  ad 
eum  ad  unam  parvam  civitatem,  ubi  erat  et  castrum.  Ipsis 
venientibus  solaciabatur^  cum  eis  et  stetit  in  magno 
gandio.  Cum  sie  esset^  per  aliquot  dies,  sciiicet  duo  vel 
tres^ipse  transivit  civitatem  et  convenit  cum  quodam  fieulo, 

25  quod  deberet  plures  ollas  ponere  in  quodam  ordine.  Tunc 
ipse  vellet  accedere  ad  eum  et  vellete^  dicere:  Cuius  est  illa 
o  IIa?  Tunc  figulus  deberet  respondere:  Illius  de  Messen- 
husen.  Cuius  est  illa?  Illius  dicti  Grans,  et  sie,  donec 
Yeniret    ad    ultimam    ollam.     Tunc    deberet  dicere:    Ipsiui 

:^  ducis,  et  illam  tunc  deberet  percutere.  Quod  figulus  fecit. 
Postquam  autem  fecisset,  dixit  dux  Heinricus:  0  karissimi 
servitores  mei^  nonne  videtis,  quam  impotens  sum,  quod 
ille  figulus  percutit  michi  ollam  meam  et  nulli  alteri  suam? 
De     isto    possetis    misereri.      Ipsi    vero    tacuerunt   et    ne- 

35  sciverunt,  quid  dicerent.  Postquam  venireut  ad  castrum, 
ipse  captivavit  omnes  illos,  qui  occupabant  sibi  terram. 

Nota,  quod  anno  1337.  dux  H.»»^  et  "rex  Bohemie  con-i557. 
struxerunt   Optimum  castrum  Mn  Bruscia^  contra  pnganos. 
add.  B1.2. 

40  'in  urbe  R  am.  Bl.       ^  compareat  Bl.        c  Messenhawser  B2. 

^  huc  B  1.      «  placiabatur  B  1.      '  essent  B  2.      8  velle  B 1.  2.      ^  Hein- 
ricus, dux  Wavarie  inferioris  add.  B  2.        ^  Brucia  B 1. 2. 

*  Proklamation  des  Tribuyien  Cola  di  Rienxi  1347  Äug.  1.  Vgl, 
GregorovitiSy  Gesch.  d.  Stadt  Rom  im  MÄ.  6,  272. 

45  '  Heinrich  IL,  der  Ältere,  ron  Niederhayem  1310—1339.     Vielleicht 

steht   die  folgende  Anekdote  im   Zusammenhang   mit   der    Thätigkeit   des 

niederbayerischen  Rates;  Riexler  2,  391. 

^  J.Herr  Arnold  von  Mässcfihausen,   Ritter,   so  kein  Nasen  gehabt" 

(Hund,  Bayrisch  Stammenbuch  J,  273),    Vgl,  Schöppner,  Sagenbuch  1,  447. 
5()  *   Wohl  Wemher  {^Wemliart)  Orans  (Hund  a.  a.  0.  h  210),  der  mit 

Arnold  von  Mässenhausen  xu  Herxog  Heinrichs  Räten  gehörte.     Quellen  u. 

Erörterungen  6,  282,  345. 

*  äeinrieh  der  Ältere  von  Niederbayem. 

^  Johann,  der  Schwiegervater  Heixog  Heinrichs. 
55  '  Die  Bayerburg  an  der  Memel. 


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—    94    — 

hardos  et  beginas  condempnayit  et  eorum  sectam  et  doctri- 
nam.  Hie  est  Johannes,  de  qao  intellignntur  versus  sub- 
s  c  r  i  p  t  i : 

Tu  Jesus  in  missa  quociens  audisque  Maria 
Et  flectis  genua,  dat  Johannes  tibi  papa  5 

Hanc  veniam  scelerum,  viginti  nempe  dierum. 
Hoc  quoque  confirmat  Benedictus  et  totidem  dat. 
Quod  intelligitur  de  Benedicto  XII. 
Hic^  de  fratrum  suorum  concilio  auctoritate  aposto- 
lica  statuit  et  ordinavit*,   ut  fratres  ordinis  heremitarum  10 
S.  Augustini  iuxta  ecclesiam  S.  Petri  in  celo  au  reo  Papiensi, 
ubi   corpus   B.    Augustini   esse  dicitur  et  veraciter   scitur 
solempniter  esse  tumulatum,  cui  preest  abbas  et  conventus 
canonicorum      regularium,     debeant      insimul     perpetuis 
futuris    temporibus   habitare   hoc   inter  cetera   observato,  15 
nt  idem  abbas,  quia  antiquior  in   loco  et  dignitate   maior 
existit,   in    omnibus    sollempnioribus    eiusdem   monasterii 
preferatur. 

Item  versus  de  ordine  heremitarum  B.  Augustini: 
Alma  Petri  sedes  caput  ordinis  efficiens  est.  '  20 

Hoc  in  concilio  tercius  Inno  -> 
Cencius  acceptat  fratres  ipsosque  registrat. 
Inde  kathedratus  sub  eodem  nomine  quartus 
Approbat  hiis  formam  dans  officii  quoque  normam.'*' 

*  bDec  indulgencia  eorum,  qui  secuntur  corpus  Christi.  25 
De  pulsacione^  ad  Ave  Maria  in  occasu  solis. 
Sanctorum  meritis  inclita  gaudia  fideles  Christi  minime  dubitamus, 
qui    eorum    patrocinia   per   condigne    devocionis   obsequia  promerentur. 
llium   quoque   venerantur  in  ipsis,   quorum   gloria  ipse  est  et  retribucio 
premiorum.    Verum   etenim   gloriosus   deus   in    sanctis  suis  in  ipsorum  30 
glorificacione  congaudens  precipue  tamen  in  veneracione  S.  Marie  semper 
virginis  eo  iocundius  delectatur,  quo  ipsa  utpote  mater  eius  efiecta  meruit 
alcius  ceteris  sanctis  in  celestibas  coUocari.   Sanctissimus  igitnr  in  Christo 
pater  dominus  Johannes  provisioiie  celesti  papa  XXII.  ad  assequenda  pre- 
dicta<>  gaudia  causam  dare  fidelibus  cupiens  propter  maximum  miraculum,  35 
quod  nuper  aocidit'  Avinione  in  vigilia  annundacionis  eiusdem  virjginis 
gloriose  ae  quodam  puero  sentencialiter  condempnato  et  in  ignem  proiecto, 
qui  altis  vocibus  et  clamoribus  matrem  misericordie  invocavit,  quod  ipsum 
liberare    dignaretur    rememorans,    si    unquam   exhibuisset  sibi   aliquem 
honorem   ieiuniis   et  huiusmodi,   et  adhuc  in  igne   positus  mnltipliciter  40 
aoclamabat   invocando  eam.    Et  ecce  vestibus   inustis   et  corpore  illesus 
nonnisi  ligaminibus  combustis,  quibus  collo  et  manibus  ad  stipitem  ligatus 
fuit,    de   igne   exiliit  et  iterum   proiectus  iterum   exiit.    Qui  ductus  ad 
maiorem  ecclesiam  Avioni,  ubi  est  precona  in  summa,  ibique  cum  multa 
devocione   de   sui   liberacione   gracias  agens  virgini   gloriose,  — -  propter  45 
quod   tarn    grande   miraculum   predictus   papa  ob  reverenciam   eiusdem 

»  Hie  —  normam  ow.  C.  *>  Sched.  92.    add.  am  Rand  El. 

«De  —  Christi  om.  B  2.     ^  compulsacione  B  2.      e  perdita  B  1. 

^  Vgl.  Roholinij    NoHx4e   appartenenie  aüa  storia  deüa  sua  patria 
Pavia,  4,  2,  102  if.  50 

'   Vgl.  Raynaldiis,  AnnaUs  ecel.  ad  a.  1320,  n.  51. 


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—    95    — 

(ia36.  201.   Benedictus  XII.   Sed.  an.5.)   Benedictus  XII.,  ante 

dictus   Jacobus    cardinalis,    ordinis    Cysterciensis,    sedit 

Ayinione^   Hie  fuit  vir  magno  bonitatis  et  iusticie  et  bene 

rexit     papatum.      Diversis     namque    ordinibus    sanccivit 

5  regulas  et  consti tuciones. 

Anno  domini  1337.^  inventum  est  corpus  dominicum  in  Dekken- ^n^^.^ 
dorf,  quod  martirizaverunt  ibidem  Judei,   qui  propter  hoc  cremati  sunt  ^ 
anno^  domini«  1338. 

(Fiidericus.  32.  Sed.an.24.)  Anno  domini  1341.  Fridericusld^/. 
10  prepositus  ecclesie  Batisponensis,  nacione  burgravius  de 
Nürnberkch,  Batisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus. 
Hie  episcopatum  multum  destruzit  et  capitulum  flebiliter 
attenuayit'.  Post  cuius  obitum  episcopatus  vacavit  per 
trienninm.* 

15  Virginia  institoit,  quod  omni  die  pulsetur  campana  ter  in  sero  tarde  ante 
crepuseulum,  et  qnicunque  fidelis  ter  geniculando  ad  triplicem  sonum 
iUum  dizerit:  Ave  Maria  f,  hoc  est  tria  Ave  Maria  tantum,  habet  20  dies 
indulgenciarum  8,  item  sequentes  corpus  Christi  similiter  habent  20  dies 
indulgenciarum.    Preterea  idem  papa  sanctissimus  in  trutina  sue  mentis 

20  revolvens,  quod  deus  ezaltavit  Christum  suum  et  dedit  illi  nomen, 
quod  est  super  omne  nomen,  ut  in  nomine  Jesu  flectatur  omne  genu 
ceiestium,  terrestrium  et  infemorum,  volens  eciam  huic  sanctissimo 
nomini  reverenciam  ezhiberi,  quociens  nominatnr  in  missa  nomen 
Jesu  vel   Christi,    qui   geniculaverit,  similiter  habet   20  dies  ab   eodem 

25  sanctissimo  patre  nostro,  vel  eciam  tundat  pectus  et  inclinet  se  faciendo 
reverenciam  huic  nomini  sanctissimo^  Jesu.  Ut  igitur  mater  miseri- 
cordie  nostri  misereatur  et  unacum  dilecto  filio  suo  Jesu  in  tribuladoni- 
bus  nostris  nobis  succurrat,  mandamus  vobis  omnibus  et  singulis  in  virtute 
sancte   obediencie  et  sub  ezcommunicacionis  pena  firmiter  et  distripte, 

30  quatenus  puleacionem  campane,  ut  premittitur,  in  vestris  ecciesiis  fieri  de 
cetero  faciatis^  ac  tantum  miraculum  unacum  indulgenciis  prelibatis 
plebesanis  vestris  fideliter  publicetis  K  ut  consumato  huius  vite  curriculo 
una  vobiscum  in  celesti  patria  recipere  mereamur  bravium  concupitum. 
Datum  Salerni  anno  domini  1320.^  die  S.  Georii  martiris  gloriosi.  1320 

35  De>  geniculacione,  quando  in  missa  nominatur  nomenÄpr,  23, 

Jesu  vel  Christi.^    add.  El.  2. 

*  Ex™  cronica  Conradi«»  Derrerii.o 

Papa  Johannes  XXII.  fuit  filius  calciatoris^,  iitteratus 

»  Avinionis  C.        *>  1335!  A3.        «  sequenti  add,  A3.        *  anno 

40  domini  ow.  C.        •  domini  1338  om.  A  3.        '  ter  add,  B  2.        «  indul- 

gencias  B2.  ^  saneto  Bl.,  '  faciatur  Bl.  ^  publicetur  Bl. 

»  De  —  Christi  om.  B  2.       ">  Übersekrtß  im  Text  B  l.    Ex  cronica  Conradi 

Der  Rest  beschnitten,  am,  Jland  B2.  «>  C.  Bl.         <»  f.  93.    add.  Bl. 

*  NA.  24,  69^,  Änm.  5, 
45              '  Ähnlich  Megenberg. 

■  Die  Konstitiäion  Johanns  XXII.  über  das  Afigelus-Lätäen  verlegte 

man  bald  ins  J.  1318,  bald  ins  J.  1327  (vgl.  Raynaldus  a.  a.  0.  1327,  n.  54); 

Wetxer  u.   Weite,  Kirchenlexikon  ^  1,  846.     Vgl.  Pastoralblatt  f.  d.  Diöcese 

Attgsburg  1860,   S.  273,  wo  Valentin  Tlialhofer  die  betr,  Bulle  als  nicht 

50  auffindbar  bexeiehnete.  ^^ 

*  Anseheinend  Überschrift,   aber   auf  den  rorausgehenden   Teoct  be- 
xügUeh. 

*  Die  hauptsächlichsten  Quellen  über  die  Herkunft  Johanns  XXII. 
sind  angegeben  bei  Verlaque,  Jean  XXII.,  S.  4. 


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(1342.  202.    Clemens  VI.    Sed.  an.  10.)    Clemena  VI.  ordiDi- 
fuit   8.  Benedict!    et   magnus    magister    in    theologia.     Hi- 
sedera  tenuit  Avinione  et  multum  piua  et  Überaus  con»oU- 
batur  quemlibet,  et  principes  dilexerunt  enm. 
I'i47.  Anno^  domini^  1347.  obiit^  magister  Johannes  Andre* 

Bononiensis,  ut  dicit  Johannes  Calendrini^  in  repeticiosf 
capituli  vestra  de  cohabitacione  clericorum  et  muliera& 
Hie  scripsit  novellas  super  decretalibus  et  Sexto  cor 
questionibus  mercurialibus.  Hie  eciam  fecit  giosa.s«^  Seil- 
et Clementinarum  et  excellenter  scripsit  addiciones  sp'^cc..  •< 
Ubi  in  tytulo'de  filiis  presbiterorum  se  fatetur-  fai$«e 
filium  presbiteri  excusans  tamen  se,  quod  pater  saus  anit 
presbiteriu  m  habuerit  uxorem  legitimam,  dequaipse>r. 
natus.  Hie  ex  singulari  zelo,  quem  in  B.  Jeronimum  habnir 
omnia  eius  opuscula  exfloravit  et  in  unum  volumen  com-Ü 
pegit,  quod  incipit  sie;  Jeronimianum  hoc  opus.' 
Chron.  1348  in  conversione  S.  Pauli  hora  vesperorum  factus  est  terrecDotib 

magnus,    qui    in    diversis    mundi    partibus    diversas    evertit    dvitate*. 

et  sapiens.     Qui  prius  fuit  scriptor  regis  Buperti  anglicr 
et  erat  inimicus   Alemannorum  et  principaliter    Ludowici^ 
imperatoris   ob   hanc   causam,    ut   homines   dixerunt,   qui:> 
libenter   promovisset  regem   Bupertum   ad   imperinm.     Ali' 
autem  dixerunt,  quod«^  propter  hoc  etc. 

Notandum,  quod  accidit,  quod  minores  venerunt  td 
papam  Johannem  et  dixerunt,  quod  licenciaret  eis,  quo*, 
emerent  propria.  Tunc  dixit  eis:  Habetisne  aliquam 
ecuniam?  Tunc  minores  apportabant  duos  mulos  cue 
lorenis  et  dixerunt:  Accipite,  domine,  illam  peeuniam  e; 
licenciate  nobis  emere  propria.  Tunc  dixit:  lUud  adhai 
non  sufficit  ad  hoc,  ut  ematis  redditus  sufficientes.  It«  9| 
domum,  vos  malivoli,  et  sitis  pauperes,  sicut  fuerunt  ante- 
cess  ores  ves  tri. 

Notandum,  quod  quidam  papa  accepit  unum  ma- 
gistrum  in  theologia  et  ostendit  sibi  thesaurum  suum«  e; 
ecclesie  et  dixit:  Vide,  fili,  nos  non  possumus  dicerc:-^ 
Argentum  et  aurum  non  est  michi,  quia  multum  habemu^ 
de  auro  et  argento.  Tunc  dixit  iste  magister:  Pater  sancte. 
sicut  ergo  non  potestis  dicere:  Argentum  et  aurum  non  en 
michi,  sie  eciam  non  potestis  dicere:  Surge  et  ambula,  sicut 
S.  Petrus  dixit  ^     arid.  Bl. 2,  4 

»  ofti.  C.        ^  mich  Bononiensis  C.        «  gloriosas  A2.         J  alittr 
staU  quod  —  etc.    B  2.         «  om.  B  1.        ^  etc.  add.  B  2. 

*  Miannes  Calderinus,  Adoptivsohn  des  Johannes  Andreae,  beriUnnUr 
Kationist  in  Bologtia,  f  1365,  in  seinen  Repetitiones  in  ius  canonicum.   In 
den  mir  vorliegenden  Inkunabeln  s.  l.  s.  a.  wid  Venetiis  1490  (=  Hain  *  42'i'J  ^ 
und  *  4251)  steht  an  der  oben  citierten  Stelle  (Bl.  48'  he\io.  25')  die  —  rieht i^t 
—  Jahrxahl  1348. 

'  Joliannes  AndreaCj  Additunies  ad  spectUu?n  OuHelmi  Dttrantis  4, 1 
3   Von  Andreas  oben  (S.  4)  beniitxt. 

*  Fabelhafte  Verwechslung  mit  König  Robert  von  Neapel,  bexur.  desstt*  l 
Vater  Karl,   dessen  Kanxler  Johann  einst  gewesen  war.     Vgl.  Freger,  IHr 
Pohiik  des  Papstes  Johann  XX TL,   in  Abhandlungen  d.  k   h.  Akad,  d.  H'. 
3.  Gl.  17,  513. 


?. 


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moDasteria  et  castra'  et  precipue  in  Villach  civitate  Carinthie. 
Montea  eciam  in  Carinthia  in  vallibus  iungebantur,  ita 
quod  aqais  non  patebat»  ezitns,  unde  simul  congregate 
quasi  ad  10  miliaria  secundum  longitndinem  concluserant 
5  terram  et  populum.  Terra  eciam  abinvicem  separabatur  et 
suscipiebat  homines  ueque  ad  cingulum,  ex  quibus  quidam 
moriebantar^  quidam  vero  salvabantur,  et  duravit  ad  8  dies. 

Eodem^   annO;    scilicet<^  1348.  **,   sevire   cepit   in   Bawaria   et  ia  Chran, 
Bohemia  ac  eciam  in  Austria  illa  magna  pestilencia,  de  qua  supra  scriptum 

10  est  sub  Ludwico  in<ipagina  imperatorum^  et  per  annos  multos 
nunc  hiCy  nunc  ibi  regnando  multa  habitacula  evacuavit.  Ob 'hoc 
Clemens  VI.  missam^  cuius  introitns  est!' Becordare,  domine, 
testamenti  tui,  pro  pestiiencia  celebrari  instituit*. 

(1346.  102.     Karolus  IV.    Beg.  an.  32.)     Anno  domini    1346.  i^^^. 

15  adhuc«  vivente  Ludwico  Romanorum^  imperatore  Karolus 
rex  Bohemie,  nepos  bone  memorie  Heinrici  imperatoris  et 
filius  Johannis  regis  Bohemie,  in  detrimentums^  Ludwici 
imperatoris  de  consensu  aliquorum  electorum  per  demen- 
tem papam  VI.  in  Avinione  in  imperatorem  coronatus,  quia 

20  scisma  erat  inter  sedem  etLudwicum  imperatorem,  regnare 
cepit  regnavitque  annis  32.  Hoc  autem  ordinatum  fuit  per 
Philippum  regem  FranciC;  qui  cum  demente  papa  VI.  taliter 
tractayit,  ut  huiusmodi  coronacio  Karoli  sequeretur, 
Yolens  per    hoc  facere  vindictam  in  Ludwicum  imperatorem, 

25  similiter  et  remunerare  serviciura  defuncti  regis  Johannis 
pro  eo,  quod,  sicut  supra^  dictum  est,  Ludwicus  imperator 
regem  Anglie  in  hello  campestri  contra  ipsum  Philippum 
regem  Francie  adiuverat,  in  quo  eciam  ipse  Johannes  rex 
Bohemie  occubuit.   Unde  licet  multa  mala  ex  hoc  sint  se  cuta» 

30  Ludwicus  tarnen,  quamdiu  vixit,  quasi  per  totam  Alemanni- 
am  dominabatur. 

^  Alibi   sie   legi:    Quomodo   autem  vel  ubi  aut  quando  seu  &  Chron, 
quibus   electoribus  Karolus  sit  electus,  nunquam  leviter  experiri  potui. 
Veramtamen*  comes  de  Swarczburg,   vir  magnanimus  et  optime  paten- 

35  tatus  cum  eligencium  regem  favore  vel,  ut  alii  dicunt,  cum  eorum  elec- 
done  opposuit  se  predicto  Karolo  regi  Bohemorum  regem  se  scribens  et 
uominans  Bomanorum.  Qui  cum  negocium,  quod  in  manus  acoeperat, 
contra  Bohemum  viriliter  agitaret  nee  ab  eo  uUo  modo  flecti  posset, 
mortuus  est   ex  intoxicacione,   quam  predicto  rege  Bohemie,    ut  multi 

40  dicunt,  procurante  quidam  phisicus  sibi  propinavit,  et  sie  sepedictus 
Karolus  regnum  obtinuit  Bomanum  nemine  sibi  resistente.  H  e  c , 
sicut  legi. 

»  patebit  A  6.  7.        *>  eciam  add.  C.        <^  om.  C.        *  cum  A  6.  7. 
«  am,  A3.       '  am.  C.      «  detrimenti  C.      ^  Item  alibi  sie  legitur  A 6.  7. 
45  ^  GOntherus  add.  C.  nach  Swarczburg  A3.    N.,  secundum  aliquoe  vero 
Guntherus  am  Band  A5. 

*  Das  Folgende  ähnlich  in  clm,  003^  Bl.  9.    Vgl.  dessen  Beschreibung 
oben  in  der  Einleitung. 

^  S\  87, 
50  "  Berichtet  auch  Konrad  von  Megenherg  im  Buch  der  Natur  {Jisg. 

V,  Pfeiffer)  S.  109,  36. 

*  Ä  88  f 

Qoellen  and  Eroerteruiigen  N.  F.  I.  i 


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—    98    — 

Hie  Karolas  astutns  fuit  et  in  sensu  natarali  et  acci- 
C%ron. dental i  acutus.  Hie  statim^  post  obitum  Ludwiei  imperatoris  cum 
exercitu  intravit  Bawariam  devastans'  eam  inoendiis  et  rapinis  et  venit 
usque  in  campum  Beychs^  prope  Batisponam  et  ibi  ali- 
quantulum  pausans  cum  quibusdam  de  exercitu  venit  in  5 
civitatem  Batisponam,  ubi  faonorifice  suseeptus^  est. 

Hie  accensus  flamma  divini  fervoris  diversa  monasteria 
in  civitate  Praga  eonstruxit  in  singulis  singulos  instituens 
ordines  sive  religiones,  utpote  Ambrosianorum,  Selavorum 
Currencium  etc.  Hie  eciam  dotavit  et  erexit  Studium  gene*  10 
rale  in  civitate  Pragensi,  quod  inehoavit  per  magistros  in 
artibus  de  collegio  Erfordensi  tune  eciam  noviter  erecto^. 
Inter  quos  erat  magister  Gerhardus,  qui  primus  est  doctor 
postea  in  eodem  studio  generali  Pragensi  in  theologia 
graduatns.  Fuit  eciam  unus  ex  eis  nacione  Bawarus,  qui  15 
nacionem  Bawarorum  ibidem  introduxit.  Fuerunt  enim 
in  eodem  collegio  quatuor  naciones,  seilicet  Bavarorum, 
Bohemorum,  Saxonum  et  Polonorum. 

Hiis  temporibus  in  viila^  sew^*  opido  Wiennensi  Pata- 
viensis  diocesis  a  Budolfo  duce  Austrie  Studium  generale  20 
erigitur  et  privilegiatur.  Quod  postea  Albertus  III.  dei  ^ 
gracia^  dux  Austrie,  frater  ipsius  Budolfi,  ex  speeiali 
concessione  et  indulto  domini  Urbani  pape  V.  suis  eciam 
privilegiis  dotavit  et  erexit  ordinans  et  distinguens  clerum 
eiusdem  studii  generalis  ad  instar  Parisiensis«:  studii  in  ^  25 
quatuor  partes,  quas  solitum  est  naciones  vocari,  seilicet 
Australium,  Benensium,  Ungarorum^et  Saxonum. 

Hiis  eciam  temporibus  a  Budperto  comite  palatino 
Beni,  qui^  volgo  dicitur  der  rot  herczog,  eo  quod  rufos 
crines  habuit,  erigitur  in  Haydelburg  Studium  generale.  30 
Ubi  animadvertendum  «,  quod  in  hiis  quatuor  studiis  gene- 
ralibus,  seilicet  Erdfordensi,  Pragensi,  Wiennensi  etHaydel- 
burgensi  tune  noviter  erectis  fuerunt  primum  tantum  tres 
facultates,  seilicet  arcium,  medieine  et  iuris,  sed  tamen 
postea  statin],  utpote  temporibus  Gregorii  XL  et  hiis  fere  35 
temporibus,  introdueta  est  facultas  quarta,  seilicet  theo- 
logie  *».  Floruit*  tune  inter  preeipuos  Bononie  Hugolinus 
doctor  theologie,  frater  ordinis  heremitarum  S.  Augustini. 
Fund.^  Anno  ^  domini  ^  1348.     Conradus  dux  de  Dekch  fuit  oecisus  per 

Sweykerum  de  Gundolfing  in  domo  sua  in  Monaco.  40 

»  est  susceptus  0.  ^  om.  C.  «  studii  Paris.  C.  ^  om,  A. 
•  Saxonum  et  Ung.  C.  ^  qui  —  herczog  ow.,  dafür  Bufo  dicto  C.  «  ad- 
vertendum  C.  ^  theologia  A  7.  C.  *  Floruit  —  Augustini  om.  C. 

*  Die  Quelle  sagt:  fere  circa  4  vel  5  dies. 

'  vastaturus  fiat  ricJüiger  die  Quelle;  dann  Jieisst  es :  Audita  morte  45 
imperatoris  Bomanum  aspirans  ad  regnum  festinabat  Batisponam  etc, 
^  Weichs. 

*  Während  die  Universität  Prag  134718  gegründet  wurde,  gesckaJi 
die  Gründung  von  Erfurt  erst  1392. 

*  NA.  24y    676.     Dort   ist   Zeile  4  die  JaJirxM  1348  beizufügen^  50 
unier  der  obige  Nachricht  steht. 


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Qoo^(^ 


—    99    — 

Anno  dominil349^  cum  seviret  in  toto  mundo  illa.  peati- 1349. 
lencia  magna,  de  qua  dictum  est  in  pagina  pontificum  sub 
demente  VI.',  orta  est  quedam  secta'  in  Alemannia  inter 
nobile»  et  ignobiies  et  maxime  in  civitatibus  et  opidis,  ut  ^ 
5  interduni  in  una  societate  200  vel  plures^  per  diversa  loca 
transirent  et  dicerent  se  esse  vere  penitentes.  Et  hii  talem 
modum^  habebant.  Cum  primo  exiebant  de  suis  parrochiis, 
eiegerunt^  sibi  unum  laicum  pro  magistro,  qui  plenam 
auctoritatem  supra   singulos  iiabebat,  sine  cuius  licencia 

10  nulluB  ipdorum,  quamdiu  penitebat,  aliquid  agebat  bibendo 
aut  comedendo.  Transiebant  de  loco  ad  locum  secum  defe- 
rentes  pulcherrima  vexilla  et  candelas',  cantantes  pnew- 
ma8<*et  cantus  spirituales  in  volgari,  etdeelemosina  pariter 
vivebant  ^.    Erant   omnes*^  signati   rubea   cruce   et,  quando 

15yeniebant  ad  cimiteria  ampla,  coram  omni  plebe  vestes 
exuebant  et  ibidem  se  crudeliter^  flagellis  in  scapulis  per- 
cuciebanti^,  ita  ut  sangwis  defiueret,  unde  et  flagellatores 
dicebantur.  Habebant  camisias  a  femore  usque  ad  talos, 
sed  superior  pars  corporis  denudata  erat,  et  facies  operie- 

20  bant^  in  parte,  ne  ab  hominibus  cognoscerentur,  et  multos 
errores  et  opiniones  contra  ecclesiam  et  statuta  canonum 
habebant,  contra^  quos  Clemens  VI.  generalcm  processum 
dedit.  Processit  et^  contra  eos  Fridericus^  Batisponensis 
episcopus  cum  bona  et  matura  deliberacione  necnon  consilio 

25  vi  rornm*^  litteratorum,  quod  tota  illa  truffa*  cessavit.  Sed 
durayit  bene  ad  triennium. 

1354'  circa  festum  S,  Jacobi  Karolus°^  cum  uxore  yenitl354 
Romam,    ubi    honorabiliter    a   Bomanis    susceptus    multOBMai25. 
noYOs   milites    ordinavit,   sed   multa  adversa  passus  est  in 

30  via.  In  reditu  autem  emit®  castrum  Stawff  a  Friderico 
burgravio,  Batisponensi  episcopo.  In  hoc  Castro  ipse 
Earolus  Imperator  quodam   tempore^  constitutus  in  Batis- 

a  et  A  7.      b  habebant  modum  A  6. 7.      <*  pnewmata  C.      ^  vixerunt 

A3.        «  autem  C2.         ^  flagellis  crud.  A3.         »  percucipiebant!    AI. 

35  percuebanti  A2        ^  cooperiebant  A7.       *  eciam  C.       J^iurisperito- 

rum  statt  virorum  litterat.  C.      *  supersticiosa  malicia  C  6.     "*  rex  add.  C 

»  S.  97,  Z.  8  ff. 

•  Vgl.  Konrads  von  Megenberg  Bericht  Über  die  Geissler  v.  J.  1349 
im  Buch  der  Natur  (hsg.  v.  Pfeiffer)  8.217,10  ff  ^  der  einzelne  Berührung.^- 

40  punkte  mit  obigem  Abschnitt  aufzuweisen  scheint. 

'  Megenberg  (S.  217,  17):  ir  hundert  oder  zweihundert  oder  mer 
oder  minner. 

*  Megenberg  (S.  217,  17];  und  namen  .  .  .  ainen  maister,  der  ain 
lauter  lai  was.  der  selb  hört  ir  peiht  und  satzt  in  puos. 

45  *  Megenberg  (S.  217,  19);   wider  die  selben  ketzer  schraib  Clemens 

der  pabst,  der  sehst  seins  namen,  dem  pischolf  von  Augspurch  . . .  ainen  prief . 
^  Das  berichten  also  nicht  erst  Onsorg  und  Ilochtvart,  wie  Janner 
3,  229  angiebt. 

'    Vielmehr  1355  April  2. 
50  «  1355  Juli  12.    Janner  3,  240. 

^  Gemeiner  2,  98  verlegt  dis  folgende  Geschichte,  anscheinend  mit 
Recht,  ins  Jahr  1356,  wobei  er  allerdings  in  Widerspruch  mit  sich  selbst 
kommt,    indem  er  die   Vorgänge  an  Ereignisse  des  JaJires  1357  anknüpft. 


19(V15A«8^^ 


—     100    — 

ponam  venire  dedignabatur.    Miserunt  igitnr  Ratisponenses 
ad  eum  sollempneB   nuncios  querentes,   quare  ad  eos  non 
veniat,  ac  invitantes  eum   rogant,  qaatenus  ad  eos*  venire 
dignetar,  promittentes   ei  velle   secundum   poase  exhibere 
honorem  condignum  imperial!  maiestati.    Hec  ille  audiens  5 
prefigit  certum  diem  veniendi,   sed  callide.    Ipsum  enim^ 
diem,  qno  sperabatur,  sicut  dixerat,  venire,  aliquot  diebus 
prevenit.    Nam  ex  insperato  ante  terminnm  prefixum,  sicut 
dicitur,  per  omnes  portas  cum  tanto  exercitu  venit  in  civi- 
tatem,  quod  presumebat  eciam  sic^  civitatem  posse  obtinere.  10 
Cumque   sie  usque^  ante   pretorium   venisset,    consulibus 
Omnibus  tunc  temporis  in   pretorio   congregatis   ministri 
ipsorum  abhorrentes  armatos  sie  extimplo  venientes  fores 
pretorii   clauserunt     Divina  igitur  largiente  providencia 
dolus  hie  fructum  non  habuit    Nam  subito  in  defensionem  15 
civitatis«  Saczenhofär '^  magister  civium  cum  turba  armata 
venit  ex   parte   una  et^  Zand   schultetus  ex  parte  altera, 
concludunturque  cathene  per  vicoi  civitatis,  ita  ut  nullua 
pateret  exercitui  divertendi  locus.    Quod  videns  imperator 
turbe  cedere  temptans  petivit  a*^  Gumperto,  cuius  domus  20 
iuncta  erat  pretorio,    ut  eum  in  domum  suam  susciperet. 
Quod   cum    ille    de    favore   consulum*   faceret,    imperator 
descendens   in   domum,  cum   nichil   preter  armatos  in^  ea 
conspiceret,    dixil:    Et   quid   hie  sumus  acturi?    Ad  suos 
igitur  reversus  per^  conductum  magistri  civium  ex  latere  25 
uno   et  schulteti   ex  latere  altero  ipse  imperator,    qui  per 
diversas  portas  intraverat,  per  unam,  scilicet  orientalem» 
turbis  in  eum  frementibus  egreditur. 
1356  1356  in  die  S.  Luce  ewangeliste  hora  vesperorum  factus 

Okt,  IS.eat  terremotus  per  totam  Alemanniam°»  necnon  in  quibus-  30 
dam  Gallie^  partibus  tam  magnus,  ut  Basilea  sollempnis  ^ 
civitas  quasi  tota  fuerit  destructa,  et  quam  plurima  opida 
et  castra  nocte  eadem  circnmiacencia  civitati  predicte  per 
terremotum  ruerunl.  Partibus  vero  in  eisdem  continuis 
noctibus  postea  per  tres  menses  erat  terremotus,  Pquod  35 
paucissimi  homines  propter  timorem  terremotus  in<i  opidis 
manebant. 

*  veniat  et  add.  A3.  ^  autem  A3.  ^  civitatem  sie  A3. 
d  ow.  A  6.  7.      e  N.  add.  C 1.  xwei  Putikte  . .  A  1.  B 1.  C  2. 6.      ^  Satzen- 
hofar  A3.    Saczenhofer  A5.  7.    Salzenhof ar  El.      «Heinricus  add.  G.  40 
xwei  Punkte  ..AI.            ^  xwei  Punkte  .  .    add.  A 1.  einen  Punkt  A  2. 

>  consilium  A  7.  ^  conspiceret  in  ea  A  2.  C.  ^  om.  A  6.  7.  ™  om.  A  3. 
°  partibus  Gallie  A  2.  ^  tam  magna  A  5.  p  ita  add.  C.  4  villis 
vel  add,  AI. 

Ihm  folgt  in  letxterer  Bexiehung  Würdinger  1,  36.  Riexkr  3,  50  verseixt  45 
sie  m  den  Juli  1355;  dagegen  erscheint  bedenklich,  dass  als  Bürgermeister 
Saixenhofer  genannt  ist,  der  damals  diese  Würde  noch  nicht  bekleidete. 
Vielleicht  steht  die  Geschichte  in  Zusammefihang  mit  dem  xtcölftägigen 
Aufenthalt  Kaiser  Karls  xu  Stauf  im  September  1356  {Böhmer-Huber, 
Eeg.  No.  2506a).  50 

*  Dietrich  Saixenhofer  war  seit  Michaelis  1355  Bürgermeister;  Öe- 
meiner  2,  86. 


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—    101     — 

1357^  Albertus  filius  Ludwici  imperatoris,  dux  Bayarie  1557. 
et  gubernator  Holandie,  unacum  fratre  sno  Stephano'  ob- 
sedit  castrum,  quod*  Naternberch  vocatur^  in  qno  quidam 
miles    dictus   Petras   Ekkar   residenciam^  tunc    temporis 
5  habebat 

Hnins  consangwinei   cum  sevidam   predicti   principis   Alberti '  C7^bron. 
mitigare  non  possent,  licet  dictus  Petrus  ipsi  principi  multa  bona  fecisset, 
Boemiam  properant  constanter  invocantes  auzilium  Karoli  impera- 
toris  Romanorum®  Boemieque  regis.   Qui  victus  precibus  et  muneri- 

10  bus  congregato  exercitu  Bohemonim  venit  in  Stawff  et  pertransiens  pontem 
Danabii  ibidem  bene  ad  7  dies  pausam  fecit  corrumpens  Interim 
muneribus  quosdam  milites  et  ministeriales  dominorum 
Bawarie  et  faciens  incendia  multa.  Postea  quasi  Tolens 
cum    predictis   principibus    inire   bellum  versus   Natern- 

15  berch  descendit  et  castra  metatus  est  iuzta  exerdtum  Bawarorum  in 
spacio  dimidii  miliaris.  Cum  autem  Bawarorum  principes^  forciorem 
haberent  miliciam  et  pugnaturos  iam«  se  sperarent/ipsi,  qui  pecunia 
corrupti  f  uerant,  partibus  se  interponentes  pladtaverunt,  quod  predictus 
obsesfius  miles  castro  principi  assigoato  in  persona  et  rebus  securus  esset, 

20  donec  de  obiectis  vel  obiciendis  ooram  imperatore  et  aliis  principibus 
responderet.  Quod  tamen  non  est  factum,  quia  miles  predictus  tantam  ' 
in  obsidione  perpessus  fueratfl^  penuriam,  quod  tempus  modicum  supenixit. 

Post   hec    circa   diem    nativitatis   Christi*^  tres  regesZ^.  25. 
paganorum  de  Lituonia^  poscebant  se  baptizari^  ab  impera- 

25  tore.  At  ille  occurrit  Ulis  cum  nobilissimo  comitatu,  scilice^ 
principum,  baronum  et  militum,  inter  quos  erant  duo  duces 
Bawarie.  Videntes  autem  pagani  tantam  gloriam  Christi* 
anorum  mentiti  sunt  et  fugam  inierunt.  At  illi  illos  in- 
sequentes  multos  occiderunt. 

30  Post  hec'   in  die  innocentum^^  Beychh^*  civis  Batis-Z^.  25. 

ponensis  occidit  magistrum  Conradum  de  Pronovia»^^ 
canonicum  kathedralis^  ecclesie,  cum  ipsi  equitarent  in  ° 
civitate  cum  suo  episcopo,  scilicet  puerorum.  Propter  quod 
Fridericus    episcopus    posuit   interdictum,    et   facta   est 

35  magna  guerra  inter  clerum  et  cives,  ita  quod  eciam<>  cives 

*  am.  C.  ^  reeidebat  statt  residenciam  tunc  temp.  hab.  C. 
e  Boman.  -*  regis  am.  0.  ^  princepe  ^  C.  «  se  iam  A  3.  7.  G. 
'  in  obsid.  tantam  A3.  «  fuit  A3.  .  ^  domini  C.  ^  id  est  Idttaw 
klein  übergeschr.  B  1.  im  Text  C.        ^  T^.  add.  Q  1.  xwei  Punkte  ..AI. 

40  einen  Punkt  A2.  >  Beicher  A6. 7.  °^  Pranovia,  klein  übergesökr. 
Prawnaw  B 1.         ^^  in  civitate  am.  C.         ^  am.  A  6.  7. 

^  Für  den  folgenden  Äbaeknitt  henütxt  Andreas  neben  dem  Chran. 
noch  eine  xtceite  nicht  bekannte  Quelle. 

'  Von  diesem  weiss  hier  das  unten  benutzte  Chran.  nichts. 
45  '  Das  Chran.  nennt  den  Namen  in  der  ganxen  Erxahhtng  nicht. 

^  Die  Angelegenheit,  hier  fabelhaß  ausgeschmückt,  fällt  ins  J.  1358. 
Vgl.  Böhmer-Huber,  Reg.  No.  2810a.  2865a. 

*  1357. 

*  Matthias  Reich. 
50              '  Braunau. 

^  So  und  haberet  ai4ch  die  Quelle,  die  Stephan  nicht  erwähnt.  Wie 
die  Queue,  so  das  Chron.  6.,  in  dem  jedoch  Stephan  genannt  ist. 


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-  -     102     — 

statuerent*  inter  se,  ut  nullus  ex  eorum  filiis  seu  Scolari- 
bus  in  suromo  vel  in  veteri  cappella  scolas  yieitare  deberet. 
Quod  aliquantulnm  temporis  duravit.  Tuncque  cesearit 
ludns  ille^quem  volgaris  elocucio^  episcopatum  paerorum^ 
appellat.  Qui  fiebat  cum  magnis  expensis  de  statutis  5 
noYorum  canonicorum,  decretumqae  tunc'  est,  ut  huius- 
modi  statuta  per  novos  canonicos  solvenda  ulterius  ad 
sacrarium  darentur  pro  augmento  ornamentorum. 
Fimd.     1360,  1360  Albertus«^  dux  Hilkersberg^  obsedit  et  potenter  obtinuit. 

Äug,  5.  Eodem  tempore  in  die  S.  Oswaldi  factum  est  incendium  10 

Batispone  in  foro  et  combusta  est  turris^^   in  qua  lique- 
facte  sunt  due  bone'  campane. 
Fund,  Eodem  tempore  Albertus  dux  construxit  castrum  in  Strawbing. 

1361,  1361   Ludwicus    senior,    filius   Ludwici    imperatoris, 

dictus  margravius,  obiit    relinquens  filium  unum,   scilicet  15 
Meinhardum,   qui  erat  comes  Tyrolis.    Quem,  quiaiuvenis 
erat,   quidam   barones  et  milites  de  Abensperch,   de  Laber 
iiberi  necnon  alii  potentes  contra  voluntatem  patruorum? 
suorum    gubernant   et  regunt   aliquo  tempore.    Fit  igitur, 
ut   predictus  iurenis  Meinhardus  et  quidam  iuTenis  nomine  20 
Fridericus  filius  Stephan!  ducis  de  Lanczhuet,  cumi>  adiu- 
torio  predictorum  baronum  et  militum  in  obprobrium  dicti 
Stephan!  ducis  obsiderent^  castrum  Chotingwird^  ^  appel- 
latum.     Quod  considerans  ipse  Stephanus  dux  de    Lancz- 
huet,  pater  dicti  Friderici,  cum  filio  suo  Stephano  dictum  25 
Castrum   nititur   defendere.    ®Cum  igitur  bellum  inirede- 
i>erent,    Fridericus    dux    patri    suo    Stephano   de   consilio 
suorum  versus  Ingelstat  cessit.    Tunc,   sicut  dicitur,   filio 
^ugiente    et    patre    persequente,     invicem    tamen    se^    non 
Udentibus  in  utroque  exercitu  tyrones,   !d  est  nov!  milites,  30 
^ot  facti   sunt,  ut  exinde  ortum  sit  proverbium  ad  modum 
nivis  descendentis  milites  factos  fuisse.    Exinde  per  placita 
fuit  deductum,  quod  dictus  Meinhardus  de  cetero  in  Monaco 
morar!  deberet  et  reg!  secundum  consilium^  suorum  patru- 
orum.    Qu!  post  breve  tempus  occulte  recessit  ad  montana  35 
etTyrolis  moritur.   Uxor'  vero  ipsius  soror  domini  Budolfi 
ducis  Austrie  erat,  que  unacum  matre^  domini  Meinhardi 
eandem  terram   predicto   duci  Austrie   subiugayerunt,  de 

»  statuerunt  A  2.  C  1.       ^  locucio  A  6.  7.       o  Albertus  —  tempore 
om.  A  6.  7.         ^  obsedit  Hilk.  C.  •  in  foro  add.  C.  ^  magne  C  40 

ff  patruum  C.  ^  cum  —  Lanczhuet  om.  A  3.  *  Chotingwerda  C 1. 
Chotingwerd  C2.  Eötingwerd  C6.  ^  non  se  Ol.  ^  suorum  patr. 
cona.  C. 

^  Gemeiner  2,  102.    {Vgl,  auch  das.  1,  357.)    Janner  3,  244.  282. 
»  1365  Äprü  15;  Janner  5,  245,  45 

•  Der  Marktturm;  Oemeiner  2,  118. 

*  Dagegen  Würdinger  1,  42;  Biexler  3,  65. 

^  KottingS'  oder  Rittersicörth  bei  Geisenfeld  an  der  Um. 
®  Das  Folgende  ausführlicher  im  Chr.  b.,   anscheinend  aws  anderer 
Quelle.     Vgl,  Weiland  a..  a.  0.  S.  248.  50 

Margarete  von  Österreich. 

Maraarete  Maultaseh, 


7 


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—     103     — 

quo  gravis  inter  dominos  de  Bawaria  et  ducem  Austrie 
oriebatur  lis  et  gwerra. 

1363^  a  festo  nativitatis   Christi   fuit  tarn   excellens^d^^  De».25. 
frigus,  ut  post  mediam  quadragesimam  homines  cum  cvLTTi'1363 
5  bus  et  equis  in  pluribus  locis  fluvios  in  glacie  pertrapsirent.  Iför«  12, 
1364  principes  Bawarie  obsident  Müldorf  civitatem  archiepiscopi  Ckron, 
Salczburgensis,  qui  Budolf  0  duci  Austrie  adherebat.    Budolfus/d^^. 
igitur  duz  Austrie^  defensurus  predictam  civitatem  venit 
in   Bawariam.     Quod   audientes    principes   Bawarie  relicta   obsidione 

10  ducibus  Austrie  occurrunt^  viriliter  cum  eis  pugnaturi.  Interea  duces 
Austrie  cum  audissent  Bawaros^  ab  obsidione  Müldorf  recessisse,  dixe- 
runt<^:  Sufficit  nobis,  quod  civitate  ab  obsidione  liberata  nostrum  ob- 
tinuimus  et  perfecimus  inten  tum.  Sicque  Bawaris  non  exspectatis  fugi- 
e  n  t  e  8 '  in  Austriam  sunt  reversi.    Quo  predicti  principes  audito  et  ipsi 

15  ad  propria  redierunt  Müldorf  amplius  non  impugnantes. 

1365^  Karolus  Bomanorum<^  Imperator  in  Avinionem;/dß5. 
ubi    tunc   sedes    apostolica    erat,    ad    dominum    Urbanum 
papam  V.  venit.    Qui   ex  speciali  gracia  dicti  domini  pape 
obtinuit^,   quod   ecciesie  et  episcopatus  Babenbergensis , 

20  Batisponensis  et  Misnensis  ammodo  subiecte  esse  debeant 
archiepiscopo  Pragansi   tamquam   apostolice   sedis   legato. 

1367^  17.cr  Kai.  Aprilis  ex  superhabundancia  nivis  Aqnel367 
in   tautum  excreverunt,  quod  in  choro  monasterii  nostri  i^ii^;c  16. 
gradus  altaris  S.  Andree  attingebant. 

25  Eodem   anno  Albertus  Steinhawff  civis  et  prepositus 

dominorum  Augustensis  ecciesie  in  Strawbing  accedente 
assensu'^  Alberti  ducis,  filii  Ludwici  imperatoris,  in  area 
sua  dicte  civitatis  in^  Strawbing  fundavit  claustrum  fratrum 
Carmelitarum.       Huius     predicti     Alberti     filius     nomine 

30  Albertus  ibidem  in  medio  chori  est  tumulatu8^ 

1368^   ürbanus  papa*^  vocat  Earolum  imperatorem  in  Italiam  etOhron, 
ambo   iuncti  exercitum  movent  contra  comitem  Mediolanensem ^ i^&<9. 
pro  eo,   quod  dominum  papam  et  omnia  eins  precepta  pro  nichilo  repu- 
taret  ^     Dum    autcm   diu   incassum   laborassent,   Imperator  Bomam  in- 

35  gressus  dominum  papam  predictum  cum  omni  soUempnitate  et  reverencia 
ac    Bomanorum    tripudiö   in    kathedram    collocat   apostolice    dignitatis. 

»  1363  —  pertransirent  om.  C.  »  occurrerunt  C  2.  c  ^^  x  g, 
^  am.  C.  ^  om.  A3.  '  1368  A 5.  e  17.  —  anno  om.  C.  ^  hoc 
est  Batispone  ad  S.  Magnum  add.  A  6.  7.  *  om.  C.  ^  V.  add.  C. 

40  1  reputarent  A  3. 

*  Das  Chron,  nennt  den  Namen  Rudolfs  nicht,  sondern  sagt: 
duces  Austrie. 

•  Die  Quelle  sagt  hiefür:  barones, 

•  Dies  Wort  ist  Zuthat  des  Andreas  und  im   Chr.  b.,  wo  er  die 
45  gleiche  Quelle  benutzt,  weggelassen. 

*  Der  folgende  Abschnitt  ähnlich  im  Chron.;  doch  ist  dort  von 
Meissen  nicht  die  Rede,  so  dass  andere  Quelle  hier  vorliegen  dürfte. 

^  In  den  Fund.  (NA.  24,  695)  wird  Herxog  Albrecht  selbst  als  Stifter 
beteicknet. 
50  «  t  1397.     Vgl.  Sammelblätter  x.  Qesch.  d.  Stadt  Straubing  S.  724, 

^  Das  Chron.  hat  falsch  1367. 
®  et  Veronensem  setxt  das  Chron.  hinxu. 


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—     104     - 

(7 Aron.  Imperatore   autem   in   Boemiam  reverso  papa,  cum  tyrannidem  Medio- 
laDensium   restriDgere  non  posset,   iterum  se  Avinionem  transtolit.   obi 
eciam  tempus  modicam  sapervixlt. 
1371,  1371  pestilencia  fortissime  sevivit  Batispone. 

,     Eo*  tempore  fnit  lia  inter  Karolum  imperatorem  e: ' 
principes*  Bawarie.    Unde  Imperator  direxit  cum  exercita 
in  Bawariam  episcopum^  Mindensis  ecclesie,   qui   qaedaa 
oppida  ibidem  incendit.    Hie  est  episcopus  ille,  qui  a  Tolgo 
vocabatnr^  Gngelweit<^',eo  quod  amplum  capucinm  deferreL 
Tunc<^  enim  temporis  non  erat  conswetudo  deferendl  ampi&l*- 
et  magna  capncia  sicut  modo.     Differebant«  eciam  tnnc 
Christiani  ab  Hebreis  habitu  in  eo,  quod  Christian!  capncia 
sua  Bupponebant  palliis^,    Hebrei    autem    superponebaat 
palliisff,   quod  modo  omnino  non  est  conswetudinis.     Ego 
autem^  ad   hanc    conswetudinem    servandam  a  senioribnsl^ 
meis  coactus  sum. 
1371  1371.^  eciam  anno  circa  festum  B.  Jacobi  apparuit  in 

Juli  ^J.civitate  Batispona  quidam  Spiritus,  qui  videri  non  poterat, 
sed  audiri,  qui  verba  intelligibilia  in  aures  audiencium 
proferebat  respondendo  ad  quelibet interrogata.  Interalia^ 
interrogatus  de  pestilencia,  que  tunc  temporis  latiasime 
regnabat,  noluit  directe  respondere,  sed  dixit:  Quid  me 
interrogatis,  cum  deus  matri  sue  noluerit  omnia  secreta 
sua  revelare?  Alia  autem  vice  de  eadem  pestilencia  instan- 
tissime  requisitus  ab  hiis,  qui  ei  f amiliariores  effecti^ 
fuerant,  respondit:  Ho,  non  videtis  superbiam  et  avariciam 
huiuB  mundi,  quam  deus  impunitam  non  volt  relinqnere 
nee  inultam?  Item  interrogatus  de  lite,  que  tunc  inter 
Karolum  imperatorem  et  duces  Bawarie  erat  in  finibus 
eorum,  respondit:  Lites  hec  sine  pugna  sopientur.  Quod^ 
et  factum  est.  Item  requisitus  de  contencione,  que  tunc 
temporis  erat  inter  imperatorem  Karolum  predictum  et 
principes  Bawarie  pro  marchionatu  Brandeburgensi,  dixit: 

a  duoea  A  6. 7.         *>  om.  C.         «  Qugelweyt  B 1.         d  Xunc  - 
angelo  <ym,  C.  ^  Deferebant  A  6.  ^  om,  A  5. 6. 7.  e  om,  B 1. ' 

^  enim  A  3. 

*  Die  folgende  Stelle   bis  deferret  teeist  Weiland  (a.  a.  O.  S,  24S) 
wohl  nicht  mit  unrecht  dem  Chron,  xu. 

'  Die  Nennung  des  Bischofs  vo7i  Minden  (Dietrich,  später  Erxbisehof 
von  Magdeburg,  f  1367)  an  dieser  Stelle  dürfte,  wie  Riexler  3,  93  richtig  ^ 
bemerkt  hat,  auf  Verwechselung  mit  den  MnfaUen  von  1357  (Riexler  3,52} 
beruhen. 

^  Über  den  Beinamen  rgl,  Sello,  Erxbisehof  DietricJi  Kagebcit  von 
Magdeburg,  Sep.-Äbdr,  a,  d.  23.  Jahresb.,  Heft  1  d.  AUmUrk.  Oesckiektt- 
Vereins,  S.  12  f.  (woxu  xu  bemerken,  dass  die  obige  Stelle  von  Andreas  selbstf  ^ 
nicht  erst  von  dem  „Bearbeiter*^  Joh,  Chrafft  stammt). 

^  Die   folgende    Geschichte  gehörte  auch  noch  xum  Chron.;    denn 
Andreas  schliesst  dessen  Abschrift  in  clm,  903  mit  den  Worten:   Anno 
domini  etc.    Bequire  residuum  in  cronicis,   que  alibi  scripsi,   et  est  de 
quodam  spiritn,   qui  Batispone  (apparuit  etc.  ausgestricher^  anditus  est,  ^ 
sed  non  visus. 


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—    105    — 

Düces  Bawarie  prevalebunt.  Quod  et  factum  est.^  Dicit 
hie,  qui  ea,  que  ego  hie  transsumptive  posui,  originaliter 
scripsit*:  Audivi  tarnen,  quod  multa  dizerit,  que  aliter 
evenerunt.    Tante  eeiam  erat  natura  eius  subtilitatis,  quod 

5  inter  alia,  'que  faciebat,  quadam  viee  ipsum*  nemine  vi- 
dente  ollam,  quam  omnes,  qui  intererant,  videbant, 
plenam  laete  de  subseampno  recepit  et  sursum,  quasi 
in  aere  penderet,  tenebat  ipsamque  laete  omnibus  videnti- 
bns  effuso  leniter  deponebat.     Item   quedam  matrone   Tel 

iO  pocius  80cie  in  eadem,  qua  versabantur,  domo  exietentes 
quadam  die  ieiunii  fecerunt  pistella?,  hoe  est  eomestibilia, 
que  a  volgo  küechel  nuncnpantur,  quas  de  sero  cum  suis 
sodalibuB  et  amicis  comedendas  in  quodam  armario  serva- 
vernnt.     Tempore   autem   comestionis  instante  cum  simul 

15  comesturi  aliqualiter  conveniBset,  venit  et  Spiritus  ipse  et 
oliam  cum  pistellis  de  armario  reeepit  seris  non  apertis 
ianuisque  elausis  manentibus  et  illesis  et  eadem  pista  sive 
pi8ta8*>  in  canali  teeti  eiusdem  domus  posuit  Ordinate. 
Interim  autem  unus  eorum,   qui  comesturi  erant,   intravit 

20  domum  et  audiens,  que  facta  fuerant,  cepit  subsannare 
et  yituperare  dicens  ei  sicut  dyabolo  non  esse  eredendum 
nee  ipsum  esse  timendum.  Quo  audito  spiritus  mox  super 
nasum  eum  proiecit,  quod  sangwis  omnibus,  q\ii  aderant, 
Tidentibus  effiuebat.  Igitur  interrogatus,   cur  hoe  feeerit, 

25  respondit:  Quia  me  vituperavit  et  michi  non  credit.  Nole- 
bat  autem  ab  hiis^^,  qui  cum  eo  loquebantur,  appellari 
aliter  quam  lyes^^.  herrel.^  Sacerdos  quidam  yenerabilis 
nomine  Ernestns  in  eins  familiaritatem  venit  et  inter  aiia, 
qua  secum   loquebatur,   quadam   vice  dizit:   Lyes^    herrel, 

^  porrige  michi  manum  tuam,  ut  tangam  te.  Bespondit:  Non 
faeiam.  Cui  ille:  Et  quare  non  faeis?  Bespondit:  Quia 
nimis  horribile  tibi  esset  nee  posses  sustinere.  Interroga- 
tus  a  quadam  virgine,  que  ei  valde  familiaris  erat,  cur  pre 
multis   aliis   ad  eam   in  domum    eius    venisset,    respondit: 

35  Hoc  feci  causa  tui,  quia,  si  non  venissem  et  te  premuni- 
viBBemff,  talis,  quem  nominavit,  te  impregnasset,  et  tu  pre 
nimia  eonfusione  puerum  occidisBes,  ex  quo  multa  mala 
incurrisses.  ütrum  autem  hoe  verum  fuerit  vel  ita  evenis- 
set,   neBcitnr,   sed   verisimile   videbatur  hiis,  qui  eurialem 

^  utrinsqne  persone  familiaritatem,  quam  habebant  ad  in- 
vicem,  cognoscebant.  Cum  quadam  viee  interrogatus,  quis 
esset,  non  responderet,  dixit  interrogans:  Angelus  es 
tu?    Bespondit:  Non.    Cui  interrogans:  Demon  es  tu?    Be- 


»  ipso  A 1. 2. 5.  6. 7.      »>  pistellas  B 1.      ^  aliis  A  6.  7.      diie8A6.7. 
45  «  liez  herrl  species  ydolatrie  mn  Rand  add.  A6.  ^  Lies  A2. 3. 

liezz  A  6.      8  premouuissem  A  2.  3.    premunissem  A  6. 


*   Vgl.  was  Weüand  a.  a.  0,  Ä  24213  richtig  über  die  Äbfaasungs- 
xeü  der  vorangehenden  Geschichte  sagt. 

»  Der  gleiche  Ausdruck  oben  S.  88  Z.  8  ff. 


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—    106    — 

spondit:  NoD.    Cui  interrogans:  Et  quid  ergo  es?   Respondit: 
Nuncius  sum  de  angelo.^ 
1S73.  1373^  marchif>natus  Branburgensis  a  ducibns  Bawarie 

veoditur. 
Fund}  1375  in  die  8.  Gregorii^  obiit  Leupoldus  ultimus  comes  de  Haie  5 

in  Osferhoven  sepultos. 
1378  1378   KaroluB  imperator  in  vigilia  S.  Andree  moritur 

Nov.  2ö.  et  Präge  in  summo  sepelitur  relinquens  filiostres,  Venzes- 
laum,    qui    ei    succ^ssit    in    regno   Romanorum    et   Boemie, 
Sigismundum  regemUngarie  et  postea  regem  Romanorum  ^  10 
et  Johannem    ducem  Görlicie,   qui   genuit<*  filiam  nomine 
Margaretam«  et  obiit'  sine  heredibua  sexus«  virilis.* 

(1352.  203.  Innocencius  VI.  Sed.  an.  10.)  Innocentius  VI., 
magnus  doctor,  vir  fuit  durus  et  magne  probitatis.  Hie 
sedit  Avinione  et  multum  bene  rexit.  15 

7557  Nov.  8.  Anno*»domini  1357.  die  8.  mensis  Novembris  apud  Avi- 

1349.  *  »Anno   domini  1349.,    cum  iam  instaret  annus   50.  ab 

anno  iubileo  proxime  transacto,  quem  Bonifacius  VIII.  per- 
petuo''  de  anno  100.  in  100.  instituit  celebrandum,  S.  PetruB  in 
vißione  apparnit^  Clementi  pape  VI.  gerens  duas  claves  in  manibus  et  >  20 
dicens:  Apcri  os  tuum  et  ignem  ex  eo  mitte,  quo  calefiat  et  illuminari 
valeat  totus  mundus.  Qui  Clemens  in  crastino  celebrans  unam  missam 
de  saneta  trinitate  oravit,  ut,  si  ista  visio  a  deo  esset,  iterum  sibi  appa- 
reret,  si  autem  fantasma  esset,  ut  totaliter  evanesceret.  Prenüssa  igitur 
huiusmodi  oracione  secunda  nocte  Clemens  papa  vidit  visionem  consimilem.  25 
Quare  ipse  de  consensu  fratram  suorum  cardinalium  ianuam  paradisi 
peccantibus  reseravit  et  transactis  annis  49  a  proximo  iubileo 
sub  Bonifacio  celebrato  ipse  annum  iubileum  celebravit 
faciens  hanc  graciam,  quod  indulgencia  iubilei  in  Romana 
civitate  semper  debet  in  50.  anno  reperiri'",  et  si  quis  contra-  30 
dixerit,  quod  ille  debet  esse  dampnatus.  Item  Clemens  papa 
VI.  predictus^  in  bulla*  institucionis  iubilei  confirmat  et 
solidat  omnes  gracias  et  indulgencias  quascunque  203 
pontificum,  qui  fuerunt  a  B.  Petro.  übi**  notandnm,  quod 
secundum  presencia  cronica  Clemens  VI.  computatur  202.  88 
aB.  Petro,  et  hoc  ideo,  quiaLinum  et  Cletum  sum  mos  ponti- 
fices  non  posui  in  numero  pontificum  Romanorum,  cuius 
causa  patet  in  cronicis^  Igitur  computatis  in  numero 
Romanorum  pontificum  Lino  et  Cleto  patet,  quia  203  Romani 
pontifices  precesserunt  dementem  papam  VI.    add.  Bl. 2.       40 

»1378  Bl.  »>  pape  add.  C.  c  et  imperatorem  add.  A6.  7. 
^  genuit  —  et  om.  C.  «  Elyzabeth  klein  übergesckr.  B 1.  '  decessit  C. 
«  virilis  sexus  C.  ^  Anno  —  quibuscunque  am  Rand  mit  Zeichen  auf 
diese  Stelle  AI.  07n.  unter  Beibehaltung  des  eigerUianlicJien  Zeichens!  A2. 
om.  0.  *  Ad  seh.  100  im  Text  und:  f.  100  am  Rand  add.  Bl.  ^  per-  45 
petua  B  1.        1  om.  B  1.        ™   inveniri  B2.        ^  om.  B2. 

'  Schöppner,  Sagenbuch  2,  115. 

2  NÄ.  H  695.  Anm.  7. 

"  Quelle  ist  die  Jubiläumsbuüe  Clemens  VI.,  die  Andreas  in  dm. 
903,  Bl.  149  ff.  (vgl.  BL  225)  abgeschrieben  hat.  50 

*  1349  Jan.  27.     Vgl.  auch  Extrav.  comm.  1.5.,  tit.  9,,  c.  2.^ 

^  Vgl.  oben  S.  9,  Anm.  1.  An  der  betr.  Stelle  verwendete  Andreas 
die  Worts  Ekketiards. 


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—     107    — 

nionem  facta  est  proposicio  Richardi^  archiepiscopi  Hermi - 
caiie  ecclesie  et  tocius  Hybernie  primatis,  in  consistorio 
coram  papa  ac  cardinalibus  et  prelatis  ad  utilitatem  cleri 
ao  populi  christiaDi  snper  materia  mendicitatis*  acprivi- 
5  legiorum  contra  fratres  de  ordinibus  mendicancium  quibus- 
cunque. 

(1362.  204.     ürbanus  V.    Sed.  an.  10«)     Urbanus  V.,    abbas 

monasterii    S.   Victoris    Marsiliensis,    nomine    Guilbelmus, 

ordinis  S.  Benedict!,   doctor  decretorum   ezcellentissimus, 

10  non  cardinalis,  sed  extra  collegium  cardinalium^  ex  eorum 

discordia  est  electus.    Versus: 

Papatum  munus  accepit  monachus  unus, 
Quem  patrem  patrum  fecit  discordia  fratrum. 
Hie,   sicut  dicitur,   ante  papatum  in  legäcione  sedis 
15  apostolice  causa  concordie  faciende  cum  litteris  ad  domi- 
num Mediolanensem,  qui  contra  ecclesiam  plurimum  conten- 
debat,    missus    fuit.      Qui    lectis    litteris    ab    eo    quesivit, 
utrum   magis   esuriret   vel   magis   sitiret.     Qui  dixit,    quod 
magis    esuriret.     Quo    audito   statim   vim   ei    facit,   ut   aut 
20  litteras  unacum  bulla  comedat  aut  moriatur.    At  ille  timens 
mortem   bullam   cum  lima  in  pulveres   redegit  et  sie  ipsam 
cum   litteris   comedit.     Deinde    impositus    aselle   data    sibi 
cauda   pro    freno   extra  Mediolanum   deducitur   et  nullum 
aliud  habens  responsum   ad  eos,   a  quibus   missus  fuerat, 
-5  remittitur. 

Hie    factus    papa    modicum    curavit    cardinales.      Hie  C krön. 

Karolnm  imperatorem  contra  dominum  Mediolanensem  vocavit,   de  quo 

vide  in  pagina  imperatorum.     Hie  anno  5.  sui  pontificatus 

cum   cetu   cardinalium  de  curia  Avinionis  se  Bomam  trans- 

•iO  tulit    relinquens  ibidem  tantum  duos  cardinales  ad  guber- 

nandam  provinciam,  deinde  iterum  ad  Avinionem  reversus  mortuus  Chron. 
est  ibidem  et  claret  miraculis.    Hie  est  Urbanus  ille,  qui  in  eccle- 
siis  depingitur  cum  aureo  pectore,  in  quo  depicte  sunt  yma- 
gines  apostolorum  Petri  et  Pauli. 
35  (Ck)nradu8  IV.    33.    Sed.  an.  13.)     Anno^   domini   1368.   Yell368. 

quasi  Conradus  de  Haymberg'  prepositus  Batisponensi 
ecclesie  preficitur  episcopus  etabürbano  papa  confirraatur. 
Hie  fuit  humilis  et  dilexit  clerum.  Hie  festum  S.  Barbare 
instituit  ad  celebrandum^  Hie  decessit  In  die*^  S.  Petri^iti^.  1. 
40  ad  vincula  sepultusque  est  in  summo  ante  altare  S.  Barbare. 
Huius  temporibus  ecclesia  S.  Johannis  canonicorum  secu- 
larium   a   predecessoribus    suis   episcopis   fundata  propter 

*  mendacitatis  A5.      ^  am.  C.     «  Anno  —  presedit  ecclesie  om.Al. 

*  Erxbischof  Richard  ton  Armagh  in  Irland.    Vgl.  Raynaldus,  Ann. 
45  eecl  1358,  n.  5. 

'  Vielmehr  8.    Bis  1370. 

3  Haimburg,  Dorf  xwi^chen  Neumarkt  und  Alidorf. 

*  In  der  Diöxesansynode  1377  Nov.  6.     MB.  15,  560  ff . 

*  Vielmehr  in  vigilia,  also  Juli  31;  so  die  Grabschrift  {Janner  3, 283) 
öO  und  auch  die  Fortsetzung  bei  Megenberg. 


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—    108    — 

ampliacionem  ecclesie  maloris  est  disrupta  et  in  eo  loco, 
ubi  erat  taberna*  et  dicebatur  auf  den  pretern,  venaste  et 
honorifice  reedificata.  Fuit  autem  ecclesia  8.  Johannis 
primum  fnndata  in  area  kathedralis  ecclesie  in  eo  loco, 
qui  nunc  monstratur  in  medio  duorum  altarium,  quorum  5 
nnum  est  S.  Florini,  quod  fundavit^  Albertus  Stawffär, 
priusquam^  fieret  episcopus,  et  aliud  S.  Thome  ex  opposito 
versus  meridiem,  quod  fundavit  ^  .  'Babiczär<^  canonicus 
eiusdem<^  kathedralis'  eof  tempore,  quo  dictus  Albertus 
Stawffär  Batisponensi  presedit  ecclesie.  10 

(1372.  205.   Gregorius  XI.   3ed.  an.  6.)    Gregorius  XI.,  filiua 

fratri^  Clementis  VI.,   prius  appellatus  Petrus  Bellifortis, 

in  Avinione   electus^  est.     Hie  fuit  homo  pius  et    largus^, 

7d7<9diligens  sangwinem  suum.   Hie  tandemBomam  se  transtulit, 

Marx  ^Z.nbi  et  mortuus  est  in  pallacio  apostolico  sabbato  Letare.  15 

(1378.206.  UrbanusVI.  8ed.  an.  11.  Clemens  VII.  8ci»ma250 
Urbanus  VI.  nacione  Neapolitanus,  ante  Tocatus  Bartholo- 
meus,  archiepiscopus  Barensis,  a  cardinalibus  Borne  in 
concordia  est  electus  et  in  die  pasche  coronatus.  Quem 
venerantes  forsan  per  5  menses  ducti  quodam  spiritu  re-  20 
cesserunt  ab  eo  et  in  Fundis  dominum  Bobertum^  de 
Gebennis  basilice  duod'ecim  apostolorum  presbiterum  cardi- 
nalem  elegerunt,  cum  quo  iverunt  Avinionem  appellantes 
eum  dementem  VII.,  allegantes,  quod  Bome  existentes 
metu  Bomanorum,  qui  petebant  eligi  Bomannm  yel  Ytaii-  25 
cum,  dominum  Bartholomeum  elegerint  ^  Bemanserunt 
autem- cum  papa  Urbano  cardinales  quatuor,  Tidelicef» 
S.  Petri,  Florentinus,  Mediolanensis  et  de  ürsinis.  Gardi- 
nalis S.  Petri  in  agone  recognovit  papam*^  Urbanum  esse 
verum  papam.  Hie  ürbanua  cum  dictis  tribus  cardinalibus  30 
in  civitate  Tyburtinensi  confirmavit  Venzeslaum  regem 
Bohemie  in  regem  Bomanorum.  Hie  de  fratrum  suorum 
consilio  statuit  annum  iubileum  perpetuo  de  anno  dS.  in  33. 
reduci.  Hie  obiit  Bome,  et  dicitnr,  quod  fuerit  intoxicatus 
propter  nimiam  suam  duriciam.  35 

Sequitur  bulla  de  anno  iubileo. 

Urbanus  episcopus,  servus  servorum  dei,  ad  perpetuam  rei  memori- 
am.  ßalvator  noster,  unigenitus  dei  filius,  de  sinu  patris  in  uterum 
dignatus  est  descendere  matris,  in  qua  et  ex  qua  nostre  mortalitatis  sab- 
stanciam  divinitati  sue  in  suppositi  unitate  inefiabili  unione  coniunxit  id,  40 
quod  fuit  permanens  et  quod  non  erat,  assumens,  et  ut  haberet,  unde 
lapsum  hominem   redimeret  et  pro  eo  satisfaceret  deo  patri.     Ubi  enim 

•  domuB  statt  taberna  et  dicebatur   C.  ^  dominus   add.  C. 

«  N.  add.  C 1.  6.   zwei  Punkte  .  .  A  1.  B 1.  C2.       d  Babiciar  A2. 3.  B 1. 
Babitczer  A5.    Babiczer  0.         ^  dicte  A3.         '  ecclesie  kathedralis  C.  45 
8  temporibus   predicti  domini  Alberti  episcopi  Batisponensis  statt  eo  — 
ecclesie  C.        ^  est  electus  C.        *  et  add.  0.        ^  Bopertum  A6.    Bu- 
pertum  A  7.        ^  elegerunt  A  6.  7.       <°  scilicet  C.        ^  om.  0. 

^  1398  Sept.  28.     VO.  U,  172.  12,  23. 

»  Bartholomäus  Babitxer  f  1417.     VO.  11^  172.  12,  30.  50 


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—     109    — 

yeDÜ  plenitudo  tempons,  misit  dens  filium  suum  natum  ex  muliere,  factum 
sab  lege,  at  eos,  qui  sub  lege  erant,  redimeret  et  adopcionem  reciperet 
filiomm.  Ipee  namqne  f actus  nobis  a  deo  sapiencia  et  iusticia,  sancti- 
ficacio  et  redempcio  non  per  sangumem  hircorum  aut  vitulorum,  sed  per 

5  proprium  sanguinem  introiyit  semel  in  sancta  eterna  redempcione  inventa. 
Non  enim  corruptibili  auro  et  argento,  sed  sui  ipsius  agni  incontaminati 
et  immacnlati  precioso  sanguine  nos  redemit,  quem  in  ara  crucis  pro 
nobis  innocens  inmolatus  non  guttam  sanguinis  modicam,  que  tarnen 
propter   unionem    ad   verbum   pro   redempcione   tocius   humani   generis 

10  suffedsset,  sed  copiose  velud  quoddam  profluvium  noscitur  effudisse,  ita 
ut  a  planta  pedis  usque  ad  Yerticem  nulla  sanitas  reperiretur  in  eo. 
Quantum  ergo  ezinde,  ut  nee  supervacua,  inanis  aut  superflua  tante 
efFusionis  miseracio  redderetur,  thesaurum  militanti  ecclesie  acquisivit 
Tolens  thesaurisare  suis  filiis  pius  pater,   ut  sie   sit  infinitus  thesaurus 

15  hominibus!  Quo  qui  usi  sunt,  dei  amicicie  participes  effecti  sunt.  Quem 
quidem  thesaurum  non  in  sudario  positum,  non  in  agro  absconditum,  sed 
per  B.  Petrum  celi  clavigerum  eiusque  suocessores  suos  in  terris  vicarios 
commisit  fidelibus  salubriter  dispensandum  et  pro  piis  et  racionabilibus 
causis  nunc  pro  totali,  non  parciali  remissione  pene  temporalis  pro  peccatis 

20  debite  tam  generaliter  quam  specialiter,  prout  cum  deo  exp^ire  cogno- 
scerent,  vere  penitentibus  et  confessis  misericorditer  applicandun^.  Ad 
cuius  thesauri  cumnlum  beate  et  gloriose  genitricis  Marie  et  omnium 
electorum  a  primo  iusto  usque  ad  ultimum  merita  adminiculum  prestare 
noecnntur.    De  cuius  consumpcione  seu  diminucione  non  est  aliquatenus 

25  formidandum  tam  propter  infinita  Christi,  ut  piedictum  est,  merita  quam 
pro  eo,  quanto  plures  ex  eius  applicadone  trahuntur  ad  iusticiam,  tanto 
magis  accrescit  ipsorum  cumulus  meritorum.  Quod  felicis  recordacionis 
Bonifacius  papa,  predecessor  noster,  primo  pie,  prout  indubitanter  credimus, 
consideranB  et  debita  meditacione  revolyens,  quanta  apud  homines  glori- 

30  001  principes  terre  Petrus  et  Paulus,  per  quos  ewangelium  Christi  Bome 
reeplenduit  et  per  quos  religionis  sumpsit  exordium,  qui  sanctum  christi- 
anum  populum  per  ewangelium  generantes  gregisque  dominici  pastores, 
fidei  Inceme,  ecclesiarum  columpne  pre  ceteris  peculiari  quadam  prero- 
gatiya    in    ipso    salvatore    fidei    virtute    precellunt,    quorum    uni    sicut 

35  apoetolorum  principi,  sicut  bono  dispensatori  claves  celestis  regni  commisit, 
alter!  tamquam  ydoneo  doctori  magisterium  ecclesie  erudicionis  iniunxit, 
ut  epeciali  Teneracione  haberi  debeant  et  debita  honorificencia  honorari, 
pro  ipsorum  memoria  recolenda  crebrius  et  reverencia  a  cunctis  Christi 
fidelibns  eis  devodus  exhibenda  ipsorum  patrocinio  favorabilius  assequendo 

40  inconsumptibilem  thesaurum  huiusmodi  pro  excitanda  et  remuneranda  de- 
Tocione  fidelium  Toluit  aperire  decernens  de  fratrum  suorum  consilio,  ut 
omnes,  qui  in  anno  a  nativitate  domini  1300.  et  quolibet  anno  100.  tunc 
secnturq  ad  dictorum  apoetolorum  basilicas  de  urbe  accederent  reverenter 
ipeasque,  si  Bomanus,  ad  minus  30,  si  vero  peregrinus  aut  forensis,  15 

45  diebus  continuis  aut  interpoaitfs  saltem  semel  in  die,  dummodo  tarnen 
yere  penitentes  et  confessi  existerent,  personaliter  Tisitarent,  suorum  omnium 
obtinerent  plenissimam  veniam  peccatorum.  Et  deinde  felicis  recordacionis 
Clemens  papa  VI.,  predecessor  noster,  de»  fratrum  suorum  consilio  ex 
certis  causis  ad  annum  50.  reduxit  statuens  de  fratrum  suorum  consilio, 

ÖO  ut  uniTersi  Christi  fideles,  qui  vere  penitentes  et  confessi  in  anno  nativi- 
tatiB   eiusdem   1350.   tunc  proxime   futuro   et  deinde   perpetuis  futuris 

*  de  —  statuens  om.  C. 

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—     110     — 

temporibus  de  50  in  50  annos  predictas  ipsonim  Petri  et  Pauli  baBilicas 
et  Lateranensem  ecclesiam  causa  devocionis  modo  premisso  visitarent, 
plenissimam  ornuium  peccatorum  suorum  veniam  consequantur.  Nos 
coDsiderantes,  quod  etas  hominum  amplius  solito  in  dies  dilabitnr  pauciores, 
et  desiderantes  quam  plurimos  participes  fieri  indulgencie  memorate,  cum  5 
plurimi  ad  annum  50.  propter  vite  humane*  brevitatem  non  perveniant, 
et  ut  cunctorum  populorum  augeatur  devocio,  fides  resplendeat,  spes 
vigeat  et  Caritas  vehemencius  invalescat,  ac  attendentes,  quod  anno  33. 
salvatoris  domini  nostri  Jesu  Christi  ipse  noster  salvator  pro  nobis  etemo 
patri  ade  debita  solvit  et  veteris  piaculi  caucionem  pio  cruore  detersit  10 
destructisquo  mortis  yinculis  victor  ab  inferis  resurrexit  et  per  40  dies 
per  multa  argumenta  suis  apparens  discipulis  videntibus  illis  ascendit  in 
celum  ac  dem  um  dono  carismatum  promissionem  sancti  Spiritus  in  filios 
adopcionis  effudit,  et  quod  nutuero  huiusmodi  33  annorum,  qui  fuerant 
totum  tempus  vite  ipsius  nostri  salvatoris,  quibus  conversatus  in  mundo.  15 
miro  clausii  ordine  moras  sui  incolatus  —  plurima  eciam  alia  et  grandia 
divinarum  scripturarum  misteria  adaptari  possunt  — ,  et  ut  iugis  ipeius 
salvatoris  et  eorum,  que  pro  humani  salute  generis  gessit  ac  verbis  docuit 
et  exemplis,  fidelibus  insit  memoria,  de  fratrum  nostrorum  consiiio  ex 
supradictis  et  aliis  iustis  causis  ad  annum  33.  reducimus  per  presentes  2() 
Statuen tes  de  eorundem  fratrum  nostrorum  consiiio  et  apostolice  pleni- 
tudine  potestatis,  ut  universi  Christi  fideles  vere  penitentes  et  confessi, 
qui  in  anno  a  nativitate  eiusdem  domini  1390.  proxime  futuro  et  deinceps 
perpetuis  temporibus  de  33  annis  in  33  annos  predictas  ipsorum  Petri 
et  Pauli  basilicas  et  Lateranensem  et  S.  Marie  maioris  de  urbe  eodesias,  25 
que  ob  ipsius  reverenciam  virginis  inter  alias  predicte  urbis  eociesias 
devotissime  honoratur  et  ad  quam  causa  devocionis  populi  confluit  multi- 
tudo,  et  ut  cunctus  populus  ipsius  precibus  virginis  et  meritis,  que  pre 
sanctis  omnibus  ab  eodem  salvatoie  nostro  meruit  exaudiri,  huiusmodi 
consequatur  indulgencie  largitatem,  in  hoc  ex  huiusmodi  et  aliis  certis  30 
causis  racionabilibus  censuimus  honorandam,  causa  devocionis  modo  pre- 
misso visitaverint,  plenissimam  omnium  peccatorum  suorum  veniam  conse- 
quantur; ita  videlicet,  ut,  quicunque  voluerit  huiusmodi  indulgencias 
assequi,  si  Bomanus,  ad  minus  30  continuis  vel  interpositis  saltem  semel 
in  die,  si  vero  peregrinus  aut  forensis  extiterit,  modo  simili  15  diebus  ad  35 
dictas  basilicas  et  ecciesias  accedere  teneatur,  adicientes,  ut  hii  eciam, 
qui  pro  eadem  consequenda  ad  easdem  basilicas  et  ecciesias  accedentes 
post  iter  arreptum  contingeret  legitime  impediri,  quominus  ad  urbem  illo 
anno  valeant  pervenire,  aut  in  via  vel  dierum  pretaxato  numero  non 
completo  in  dicta  urbe  decesserint  vere  penitentes,  ut  premittitur,  et  con-  40 
fessi,  eandem  indulgenciam  consequantur.  Omnes  nichilominus  et  siogulas 
indulgencias  per  nos  et  predecessores  nostros  Romanos  pontifices  tam 
prenominatis  quam  aliis  basilicis  et  ecclesiis  de  dicta  urbe  conoessas  ratas 
et  gratas  habentes  ipsas  auctoritate  apostolica  confirmamus  et  appro- 
bamus  ac  eciam  innovamus  et  presentis  scripti  patrocinio  communimus.  45 
Nulli  ergo  hominum  etc.  nostre  reduccionis,  constitucionis,  adieccionis, 
id^d  confirmacionis,  approbacionis  et  innovacionis  infringere  etc.  Datum  Borne 
April  8.  apud  S.  Petrum  6.^  Id.  Aprilis  pontificatus  nostri  anno  11. 

»  hominum  C. 

^  Theodorus    a   Spiritu    Sancto,    Tractaitis    histAheoL    de  jttbtiaeo  50 
(Eo7n  1750),  S,  32.    Nach  andern  Quellen  (vgl.  Theoderictis  de  Nietn,  De 
Scismate,  rec.  Erler,  S  118,  Anm.  4):  3.  Id,  Aprilis. 


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—   111    ^ 

Item  Dotandam,  quod  orto  scismate  inter  UrbaDum  VI. 
et  ClemeDtem  antipapam  Avinionensem  Imperator  Karo  las  IV. 
rex  Boemie,  reges  Ungarie,  Polooie,  Swecie,  Apulie,  Ciprie, 
Portugalie,   tota  Alemannia,  Ytalia  et  pars  maior  christi- 

5  anitatis  adheserunt  ürbano  VI.  ex  parte  una,  Clement!  vero 
reges  Francie,  Castelle  »,  Arragonie,  Navarie,  Scocie  ad- 
heserunt  ex  parte  altera,    et  duravit  hoc  scisma  usque  ad 
concilium  Constanciense,  in  quo  electus  fuit  papa  Marti nusV. 
Hiis   temporibus  in  universitate  Wiennensi*»  Heinri- 

lO  cus  de  Oytha,  Leonhardus  de  Carinthia  ordinis  f ratrum  ° 
heremitarum<^  S.  Augustini  <^,  Conradus  de  Ebraco  ordinis 
CisterciensiSy  Heinricus  Langenstain  dictus  de  Hassia 
clari  habentur.  Item  Präge  Albertus  Engelschalker  nacione 
Bawarus   de  Strawbing  oriundus   doctor^  theologie   clarus 

15  habetur. 

(1379.   103.     Tenzeslaus.     Reg.  an.  20.)     Anno  domini757P. 
1379.     Venzeslaus   filius  Karoli   imperatoris  per   ordinacionem 
factam  ab  ipso  Karolo  et  munera,  sicut  dicitur,  ab  electoribus 
electus  regüare  cepit  regnavitque  annis  20.     Hie  tantuni  rex 

20  fuit,  non  iraperator.  Hie  fuit  homo  ferus  et  horribilis  aspectu. 
Hie  quamdiu  sobrius  erat,  subtilis  erat  ingenio,  muriscidus 
tarnen,  hoc  est  ignavus  et  remissus,  in  regni  negociis;  postquam 
Tero  bibit,  omnino  regni  negocia  non  curavit  Hunc  fama, 
non    faraa,  fecit  famosum,    unde   more  antiquorum    pauca    de 

25  plurimis  eins  gestis^  hie  inserere  curavi* 

Hie  namque  habuit  canem,  qui  mordende  invasit,  quem- 
cunque  sibi*  demonstravit,  nuUo  audente  offendere  canem 
illum,  in  quo  plurimum  delectabatur.  Hie  eciam,  ut  iramitteret 
aliis  timorem  et  terrorem,  semper  a  latere  habuit  tortorem,  quem 

30  vocavit  compatrem,  eo  quod  sibi  puerum  de  baptismo  levarat. 
Habuit  eciam  conswetudinem,  ut  a  suis  deferretur  pellis,  et, 
quemcunque  designabat,  super  hanc  pellem  in  aera  iactabatur  2. 

*  N.*  frater  Karoli  imperatoris  reliquit  Jodocum  marchi- 
onem   Branburgensem  et  Moravie,   qui   postea   ab    una   parte 

35  electus  est  in  regem  Romanorum,  et  Procopium,  qui  defunctus 
est  sine  liberis.      add,  am  Rand  Bl. 

*  Arrogonie,  Castelle  C.  ^  M.  Heinricus  Langenstein  dictus  de 
Haasia  hier  C.  ©  om.  C.  ^  8.  August,  herera.  C.  e  et  add,  C. 
f  sacre  theologie  doctores  add,  C.      «  Engelschak  AI.  2.   Engelsack  A3. 

40  Ellschalkch  A  7.  ^  sacre   theologie  professor  statt  doctor  theol.  C. 

*  om.  C. 

*  Zu  den  folgenden  Geschichten  vgl.  Lindner,  Geschichte  des  deutschen 
Reiches  unter  König  Wenxel  21  170  ff.  und  besonders  2,  469  ff. 

'  Daxu  Aventinns,  Annales   7,  22  {Sämtl.  Werke  .9,  476),  der  dort 
45  als  Gewährsmann  für  jene  Mär  den  Erxbisctwf  Johann  IL.  von  Mainx  nennt, 
'  Jofiann  Thinrich. 


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Qoo^(^ 


—    112    — 

Hie  dam*  quadam  vice  intempestive  a  coco  suo  cibum  peteret 
et  ille  sibi  denegaret,  iussit  eum  impositum**  veru  ad  moduip 
assature  torreri.  Hie  Johannem  ^  doctorem  egregium®  tbeologie 
submersit,  eo  quod  dixerat  hunc  esse  dignum  nomine  regis, 
qui  bene  regna  regeret.  Aliusque  nomine  Buehnico  \  in  quem  5 
tortor  feeit  miserieordiam,  dum  ipsum  ad  mandatum  ipsius  cum 
glossa  accensa  cremare  deberet,  vix  evasit.  Quem  tamen 
postea  promovit  in  Pragensem  archiepiseopum,  sed  modicura 
tempus  supervixii 

Hie,  cum  civitates  Bomani  imperii  de  diversis  incommodis  10 
sibi  eonquererentur,  fecit  cum  eis  ligam,  quam  ^  volgares  vocant 
punt",  in  qua  erant  omnes  civitates  Romani  imperii  per  Ale- 
manniam     neenon     archiepiscopus    Salczburgensis    et    civitas 
Batispona.      Dum    autem   invasores   reipublice   per  huiusmodi 
ligam    sive    conspiracionem   graviter   urgerentur    et   civitates  15 
quodammodo    de   hoc   intumescerent,  suspicati  sunt  prineipes, 
quod    forsitan    hoc   modo    potestas   ipsorum    postremo    posset 
turbari.      Succedentibus   igitur   sibi  invicem  malis  Tenzeslaus 
rex  civitates  iuvare  dissimulat,  Pilgrinus'  archiepiscopus  Salcz- 
burgensis  in   monasterio    Botenhaslach    in   treugis   captivatur,  20 
communis    gwerra   inter    civitates   Bomani   imperii    et    omnes 
principes    Alemannie    concitatur.     Budpertus  comes  palatinus 
Beni,    qui    et    postea    lex    ßomanorum,    in    monte^  opposito 
eivitati  Batispone  contra  ipsam  eastra  metatur.    Castrum  Stauff 
a  dueibus  Friderico  de  Lanczhuet,  Stephane  de  Ingelstat  eins-  25 
que  filio   Ludwico,  Johanne  de  Monaco  eiusque  filio  Emesto, 
Alberto    de    Strawbing    neenon    predicto   Budperto    obsidetur 
1388.  anno  domini  1388.^    Forus  ibidem  assultu  impetitur  et  obtine- 
tur,   eongregacio    prineipum    per    obsidionem   impugnato,   sed 
non  .expugnato  dicto  Castro  dissolvitur,  preurbium  Batispone  a  30 
Batisponensibus  subvertitur,  et  hoc  fuit**  dampnum  non*  repara- 
bile  nostri^  mon&sterii.     Erat   eciam^  iam  in  meta,  uf  mona- 
sterium*"  subverteretur,   quod   tamen  divina  clemencia  non  est 

*  cum  A  6. 7.      *>  veru  impos.  C.       ^  ont.,  sacre  add.  C.       *  quam 
—  punt  om.  C  6.       «  punth  A  3.    puntt  A  6.  7.  C 1.  2        f  Pilgrimus  C.  35 
?  ex  add.  C.        ^  erat  C.        ^  irreparabile  A  2  3.        ^  nostro  monaaterio 
A  3.    inonasterü  S.  Magni  ibidem  B  2.    monasterii  S.  Magni  statt  noetri 
mon.  C.        *  enim  C.        ™   dictum  add.  C.        »  S.  Magni  add.  B2. 

^  Johann  von  Pomiik  (Nepomuk)y  Generalvikar  des  Erzbistums  Prag, 

'  Nikolaus  Puchnik,  erxbiscköfh'cher  Official.  40 

■  In  seinem  Notizbuch  clm.  903,  Bl.  12  hat  Andreas  folgende  deutsche. 

Bemerkung:   Darnach  in  dem  88.  jar  an  sand  Haimerans  tag  (Sept,  22.) 

lagen  fünf  (vielmehr  sieben)  fürsten  vor  Tuemstauff  ynd  zugen  von  dann 

pey  der  nacht  an  gewin. 


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—    113    — 

factum.    Fit  denique  eodem  anno  in  die  S.  Briccii  a  quibusdam  iVbr.  13. 
de   militibus   principum^  et  Batisponensibus    in    campo   ante 
portam  S.  Jacobi  prope  montem  dictum  Purgerberkch  conflictus, 
ubi  postremo  a  Batisponensibus  triumphatur.  Post  hec  communis 
5  ilia  gwerra  per  placitaciones  sopitur. 

Ibi  notandum,  quod  hoc**  in  tempore®  ^  dictus  der  guidein 
Zengär  per  impignoracionem  14  milium  florenorum  tenuit 
preurbium  Batispone  et  Newnburcb^  secus  Danubium.  Hie 
quia   in    indignacione  ^   principum    erat,    cum    cognacione   sui 

10  nominis  iunxit  se  Batisponensibus.  Bum  autem  per  placita- 
ciones* ventum  esset  ad  concordiam,  ipsum  preurbium  et 
opidum  predictum  Newnburch  principibus  libere  resignatur, 
dicta  autem  summa  florenorum  a  Batisponensibus*^  ipsi  Zengär  ^ 

pro  talione  fienda  principibus  solvitur,  monasterio  autem  nostro  ® 

15  nulla  retusio  paratur^  Quamvis  autem  ipsi  Zengär  multa 
bona  tunc  pro  civitate  gesserint,  postea  tamen  per  aliquot 
annos^  precipuus  ex  eis  dictus  Parczenval '  \  qui  et  auctor  extitit 
victorie  predicti  conflictus,  litem  civitati  intulit,  in*  qua  mona- 
sterium  nostrum^,  quamvis  sub  dominio  Batisponensium  tunc 

20  non  esset,  magna  dampna  sumpsit.  Extunc*  factum  est,  ut 
ciyes  cautissimi  sint  facti  in  accipiendis  litteris  ab  Omnibus 
suis  stipendiariis. 

Hie  Wenzeslaus^  quia  inutilis  erat,  a  Bomano  regno 
deponitur,  et  Budpertus   in    locum   eins   eligitur.   Ipse  tamen 

25  Wenzeslaus,  quamdiu  vixit,  regem  Bomanorum  se  scripsit  et 
regnum  Boemie  tenuit.  Que  autem  mala  adbuc  eo  regnante 
in  Boemia  evenerint,  postea  propter  annum  domini  in  suis 
locis  dicentur. 

(Theodericus.  34.   Sed.  an.  2  men.  3.)    Anno  domini  \3S\.  1381. 

30  Theodericus  über  de  Abensperg,  canonicus  Batisponensis, 
Babenbergensis  ecclesie  prepositus,  per  eleccionem  Batisponensi 
ecclesie  preficitur  episcopus.  Hie  ab  ürbano  VI.  confirmatur. 
Hie   anno  primo    sai  pontificatus  steuraiii    a  clero  accepit   et  1382. 

»  principium  B  1.        ^  in  hoc  tempore  C.       «  N.,  klein  Übergeschr. 

35  Johannes   add.  Cl.    2  Punkte  .  .  C 2.    Johannes  im  Text  C 6.        <*  aibi 

add.  C.         «  Ö   Magni  statt  nostro  B  2.  C.        *  Parcenval  A  6.    Partzen- 

val  A  7.     Parczenvail  B  l.     Parczifal  C  1.  2.     Partzifal  C  6.  b  in  - 

sumpsit  om,  C.        ^  S.  Magni  B  2.        ^  Ex  quo  C.        ^  rex  add.  C. 

*  Hans  Zenger. 
40               '  Netämrg  a   D. 

"  Vgl.  auch  RTA.  2,  nr,  7,  8 

*  Reg.  Boic.  10,  238/9;  240/1, 
ö  Vgl.  Gemeiner  2,  269. 

«  1403/4.     Qetneiner  2,  359.  362. 
45  '  Parxival  Zenger. 

QaeUen  und  Eroertemngen  N.  F.  L  8 


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~     114    — 

i555castrum   StawfF  redemit.      Hie    dum    circa    festum     omnium 

Kov,  i.  sanctorum  tentus  infirmitate  communicaret,  misit  pro  canonicis 

pocioribas  sue  kathedralis  ecclesie.    Qui  non  yenerunt.    Fostea 

Nov.  5,  ipse  in  vigilia  S.  Leonhardi  moritur  et  in  ecclesia  kathedrali  * 

retro   summum    altare    sepelitur.      Castram    Stawff  alienatur,  5 

omnia  vasa  sive  clinodia  episcopalis  ciirie  a  suis  consangwineis 

auferuntur,   unde   exequie   eius  usque  nunc  non  sunt  peracte. 

(Paulus.)    Huic  succedit  per  eleccionem  magister  Paulus  ^ 

doetor^  decretorum,    canonicus   Batisponensis    et   Pataviensis. 

Hie  ante  eleccionem  suam  in*"  summo  Ratispone  fundavit  altare  10 

1384  S.  Jieronimi  prope  puteum  \    Hie  circa  festum  pasche  Patayie 
Ajnil  10,  ante  confirmacionem  diem  clausit  extremum. 

1384,  (Johannes  I.    35.    Sed.  an.  26.)      Anno    domini     1384. 

Johannes  3  prepositus    Frysingensis    a    capitulo    non    electus 
Ratisponensi  ecclesie  preficitur  episcopus.      Hie  mortuo  Theo-  15 
deiico   Ratisponensi    episcopo,    dum    capitulum    in    eligendo 
episcopum^  tardaret,    ipse   fretus  provisione  Urbani  pape  VL 
fultusque  potencia   consangwineorum   suorum  magistro  Paulo 
<     electo   se   opposuit.     Quo   in   brevi  defuncto  ipse  episcopatum 
obtinuit   et  ab  apostolico   confirmatur.     Hie  rexit  potenter  et  20 
frequenter  magnam  curiam  habuit   Hie  posuit®  primum  lapidem 
in  fundamento   turris  kathedralis  ecclesie  versus  septentrionem 
construende^.   Sub  hoc  cepit  exaecio  elericorum  in  concessione 
eure  animarum.   Guius  exaccionis  causa  magna  pars  fuit  quidam 
tunc  temporis  in   clero  famosus,   qui,  licet  magnam  pecuniam  25 
ipsi  Johanni    episcopo  per   hoc   acquireret   et   ipse   prepotens 
eciam    litteras   securitatis    ab^  ipso    haberet,    fortuna    tamen 
arridente  incidit  in  foveam,  quam  feeit    Nam  ab  ipso  Johanne 
episcopo  captivatur  et  omnibus  bonis  suis  exaecionatur  et  hoc 
iusto  quodam  occulto  ^  dei  iudicio,  ut,  qui  alioruin  exaccionem  30 
invenit,   ipse    primus   gravissime   exaccionis    pondus   portaret 
Fuit   tamen    hie    plurimum   laudabilis    propter    sollicitudinem 
fabrice   novo  kathedralis   ecclesie.     Ipse   est,  cuius  nomen  est 

1404,  Petrus  de^  Reymago  *  \   Hie  Johannes  anno  domini  1404.  syno- 
dum    ordinariam    celebravit,    tuneque    a  Syfrido   suffraganeo  35 

*  maiori  A3.  ^  decret.  doct.  C.  <^  f und.  alt.  S.  J.  in  Bommo 
Ratisponensi  C.  ^  om,  0.  ®  primum  posuit  B  2.  '  haberet  ab  ipso  C. 
«  om.  C.        ^  om.  A.  B.         ^  Rymago  C. 

1  Paulus  Kölner, 

*  VO.  12,  17,  40 
B  Mn  uneJielicher  Sohn  des  Eerxogs  Stephan  von  Bayem-h^oiaiadt, 

*  Janner  3,  307. 

'  Peter  ran  Remagen.  Vgl,  Janner  3,  343  ff,  und  amfährlieh 
Sehuegraf  in  VO.  11,  142  ff. 


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-     115    — 

episcopo  Jerapolitano  dedicatum  est^  altare  summum  kathedralis 
ecclesie,  ipsaque  dedicacio  ad  celebrandam  in  commemoracione  Jun»  30, 
S.  Pauli    est  instituta*.    Hie  eciam    ad   celebrandum  instituit 
festum  S.  Elyzabeth  ^.    Hie  decessit  in  die  S.  Marci  sepultasquei^C^d 
5  in  summo  ante  ^  altare  ^  S.  Andree.  Aprü  25. 

(1389.207.  Bonifacius  IX.  Sed.an.  16.  Benedictos  XIEL 
Hoc  seisma  continuatur  scismati  25.)  Bonifacius  IX.,  ante 
vocatus  Perinns®®  cardinalis,  nacione  Neapolitanus,  post  Ur- 
banum  VL  dum  in  conclayi  missam  eelebraret  eoram  cardinali- 

10  bus,  infra  missam  suam   electus  est  in  papam.    In  Avinione 
vero  mortao  demente  antipapa  anticardinales  anno  domini  1394.1^^^. 
elegerunt   secundum   antipapam    Petrum    de  Luna  diaconum 
eardinalem  appellantes  eum  Benedictum  XIIL,  qui  vixit  usque 
ad  eoncilium  Constanciense,  in  quo  depositus  est     Hie  Boni- 

15  facius  fuit  vir  iuvenis  et  inauditas  gracias  fecit.  Hic^  propter 
seisma  principibus  se  conformavit^  et  rotulos  ipsorum  signavit. 

Hie   anno   primo   sui   pontificatus   auctoritate   apostolieai55Ä* 
decrevit,    quod   eonstitücio    Urbani  VI.   predeeessoris   sui   de 
cfelebraeione '  visitacionis  S.  Marie  sorciatur  effectum.   Ipse  enim 

20  XJrbanus  VI.  pro  gi*aeia  exstinccionis  scismatis  impetranda  pie 
statuit  festum  visitaeionis  S.  Marie  cum   octavis  6.    Non.  Julii  Juli  2. 
annis  singulis  in  dei  eeclesia  cum  laudis  cantico,  leticie  iubilo 
cordisque  tripudio  per  orbem  Universum  soUempniter  eelebrari  », 
superveniente   tarnen   obitu  littere   apostolice  super  premissis 

25  confecte  minime  extiterunt. 

Hie  eciam    anno  secundo    sui    poutificatus  proxima  die  ^1391, 
post    Marie   Magdalene   transtulit    S.    Birgittam.      Fuit   autem  Jti/t  ^.9. 
S.  Birgitta  nata  de  regali  semine,  uxor  Andree  comitis  Swecie, 
qua  venit  Romam  et  tempore  Gregorii  XI.  regnante  Karolo  IV. 

30  mortua  est  ibidem  et  sepulta.  Hee  in  Bastano^,  volgariter 
Watstain  *  ^,  in  regno  Swecie  fundavit  monasterium,  in  quo  cepit 
ordo  salvatoris  \  quem  ipsa  instituit  quemque  ipse  Bonifacius  IX. 
confirmavit. 

»  institutata  C  1.         ^  ^fn.  A  6.  7.         ^  Petrinus  A  6.  7.        ^  Hie 
35  —  signavit  om.  C.      «  confirmavit  A  fj  7.      ^  festi  add.  C.      «  om.  A 1. 2. 
^  Batataino  A  3.    Wastano  B 1.  C.   Vascano  B  2.      ^  Watstein  C.      ^  qui 
dicitur  8.  Brigitte  statt  salvatoris  C.        ^  ipsa  —  quemque  om.  C. 

«   Urkunde  VO.  11,  156. 

•  Auf  der  erwähnten  Diöxesansynode ;  vgl.  Oefele  2,  511. 

40  •  Vidmeifir  Petrus  Tamaeelli  und  Neapolitanus.     Wohl  Verwechslung 

mU  deni  Kardinal  Andreas  Bontempusy  der  Perusinus  genannt  wurde. 

•  Nov,  9,    Bullarium  Romanum,  Bonifacius  IX.,  nr.  1. 

'  Datum  des  Todestags  {1373).    Die  Kanonisationsbuüe  ist   datiert 
1391  Okt,  7.  {Raynaldus,  Ann.  eccl  1391,  nr.  29/32;  Bullarium  Romanum, 
45  Bonifacius  IK,,  nr.  7.) 

•  Wadstena  (Vastenum)  in  der  Diöcese  Linköping  in  Schweden. 

8* 


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—    116    — 

Hie   inclinatus  supplicacionibus  dilectoram   sibi  filioram, 
nobilium    virorum    Stephani,    Friderici    et    Johannis   fratrum, 
ducum   Bawarie,    more   pii   patris    salati    animarum  fructuose 
providere  volens  auctoritate  apostolica  indulsit,  ut  anno  domini 
1392 1392.  a  dominica  3.  quadragesime  usque  ad  octavam  S.  Jacobi  5 
JMa/%  i7apostoIi   maioris   extimc  proxime  futura  inclusive  gracia  anni 
-  Aug.  i.iubilei^  esset  in  opido  Monacensi,  volgariter*  Munichen  *,  Pri- 
singensis  diocesis.   In  quo  quidem  opido  sacramentum  corporis 
Christi   miraculose   inventum^,   pars  corone  spinee  eius  capiti 
imposite  ac  de  ligno  sancte  crucis  et  plures  venerabilessanctorum  **  10 
reliquie   diversis,    ut    tunc    dicebatur,   coruscancia   miraculis 
sollempnitate  maxima  conservabantur  ®. 

Hie  Bonifacius  obiit**  Eome*  sepultus  ad  S.  Petrum. 
Huius   temporibus    media   pars  civitatis'  in  Strawbing  a 
Mmine  accensa  periit    Versus*^:  15 

1393  M  ter  centeno  dabit  I  ter  nonaquegeno 

Juni  14.  Viti  profesto  Strawbing  perit  igne  molesto  *. 

Tunc  factum  est  miraculum  sub  silencio  non  trans- 
eundum.  Fuit  in  civitate**  eadem  civis  quidam  annosus,  quem  ' 
et  ego  vidi,  nomine  Jordanus,  Vecz*  cognominatus '^,  et  est  ibi  20 
V  in  illa  diccione  Vecz  vocaliter  proferendum.  Hie  in  domum 
suam  magnam^  prope  turrim  in  medio  civitatis"  in  Strawbing 
versus  austrum  tegulis  ligneis  tectam,  dum  civitas*^  incendio 
flagraret,  posuit  ymaginem  S.  Petri,  quem  semper  in  magna 
reverencia  habuit,  dicens:  Sancte  Petre,  ego  semper  tibi  servivi;  25 
obsecro,  ut  domum  meam  eustodias.  Quod  si  non  feceris,  tu 
xinacum  domo  combureris.     Et  factum  est,  dum  in  illa  tota 

»  om,  C.      *>  reliquie  sanct.  C.      ^  conservantur  A  6.  7.      *  Borne 
obiit  C.        o  et  add,  B 1.  C.        '  opidi  C.       «  Versus  —  molesto  om.  C. 
*>  opido  eodem  C.        *  quem  —  vidi  om.  C.        ^  cognominatus  —  pro-  30 
ferendum  om.  C.        >  om.  C.        "  opidi  C.       °  opidum  C. 

*  Über  das  Münehener  Onadenjahr  vgl.  die  bei  Riexler  3, 835  namhaft 
gemachten  Quellen.  Nei4e  Mitteilungen  daxu  brachte  Simonafeld,  Beiträge 
xiir  Bayerischen  u.  Münchener  Geschichte,  in  d.  Sitzungsberichten  d.  philos.- 
philol  u.  hist.  Cl.  d,  k.  b.  Akad.  d.  W.  1896,  S.  273  ff.  Es  scheint,  als  35 
ob  der  obige  Satz  aus  dem  Wortlaut  einer  päpstlichen  Bulle  stammt,  die 
bisher  nicht  bekannt  geworden  ist,  aber  ausser  den  von  Simonsfeld  a.  a.  0. 

S.  308  f.  mitgeteilten,  im  Münchener  k.  Reichsarchiv  aufbewahrten  2  Buüen 
Vorhemden  gewesen  sein  muss. 

'  Jene  Reliquien  waren  1388  in  Andechs  gefunden  und  nach  Mimchen  40 
gebracht  worden. 

»  Vgl.  den  Vers  über  die  Lübecker  Brände  1209  bex,w.  1276l  In  Viti 
festo  Lubek  perit  igne  molesto;  Forschungen  18,  26  u.  36. 

*  Im  Chr.  b.  ülrici.     üx  ist  die  Deminutivform  von  Ulrich,    Über 
einen  noch  vorhandenen  Grabstein  der  vermutlichen  Ehefrau  dieses  Jordanus  45 
UecX'  vgl.  Sammelblätter  xur  Qeschiehte  d,  Stadt  Straubing,    S,39u.  455. 


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Qoo^(^ 


—    117    — 

media  parte  civitatis*  propter  incendium  nichil  remaneret,  hec 
sola  domus  in  medio  ignis  illesa  permansit. 

Anno  domini  1395.^  vel  citra  factum  est  passagium  contra  25P5. 
paganos,    tuncque   Johannes    dux   Burgundie    missus^  a   rege 

5  Francie  cum  multitudine  magna  per  Bawariam  venit  contra 
ipsos  paganos.  Quem  sequebantur  multi  de  nostratibus,  inter 
quos  precipuus  erat  dux  Rudpertus  filius  Rudperti  comitis 
palatini  Eeni  et  ducis  Bawarie,  qui  et  postea  rex  Romanorum. 
Sed    quid   multitudo   sine  iuvamine  divine  gracie?    Nam  dux 

10  Johannes  cum  multis  captivatur  \  ceteri  omnes  aut  submerguntur 
aut  interficiuntur  aut  fugantur.  E  quibus  dux  Bawarie  cum 
magna  penuria  revertitur,  sed  statim  post^  Amberge  moritur 
et  ibidem  sepelitur.  De  captivatis  multi  decapitantur.  Dux 
vero   Burgundie  reservatur  et  paulo  post  a  captivitate  solutus 

15  in  Burgundiam  revertitur,  ubi  multis  annis  postea  dominatur 
et  postremo  a  telphino  oeciditur.  Gausam  autem  intericionis 
huius  magni  exercitus  Ghristianorum  quidam  dicebant  esse 
peccatum^  Francorum  propter  lubricam  et  inordinatam  vitam  • 
ipsorum,  cum  terras  nostras  pertransirent     Alii  dicebant  esse 

20  animositatem  ipsorum,  eo  quod  in  acie  belli  se  Ungaris 
preferebant  Alii  dicebant  esse  fugam  ipsorum  Ungarorum. 
cum»  Sigismundo  rege  ipsorum.  Hie  tamen  dicitur'  dixisse: 
üngaros  in  acie  belli  constituite.  Quod  si  non  feceritis,  de 
iuvamine  ipsorum  certos  vos  reddere  non  valeo.     Quid  autem 

'^b  herum  interfuerit,  novit  ipse^  quem  latere  nichil  potest.  Sed 
et  hoc  notum  est,  quod^  sola  cruce  Christo  duce  unus  fugat 
milia.* 

*  'De  pulsacione  ad *^  Ave  Maria  in  aurora. 
Bonifacius  IX.*  episcopus,  servus  servorum  dei,  universis 

30  Christi  fidelibus  presentes  litteras  inspecturis  salutem  et 
apostolicam  benediccionem.  Dum  precelsa  meritorum  insignia, 
quibus  regina  celorum,  virgo  dei  genitrix  gloriosa,  sedibus 
prelata  sidereis  quasi  Stella  matutina  prerutUat,  devote  con- 
sideracionis  indagine  perscrutamur,  dum  eciam    intra   mentis 

35  archana  revolvimus,  quod  ipsa  utpote  mater  misericordie,  gracie 
et    pietatis    amioa,     humani    generis    consolatrix,    pro    salute 

»  opidi  C.         ^  1396  B.  C.  vel  citra  om.  B  2.  C.         ^  miasus  — 
Francie  add.  am  Rafid  AI.  (a  Karolo  rege)  5.  im  Text  A2.  3.6.7.  B2. 
om,  B 1.  C.      d  om^  A  6.  7.      «  ipsorum  vitam  C.      «  fertur  C.      «  Sequi- 
40  tur  bulla  Bonifacii  IX,  add,  B  2.        »»  cum  B  l.        *  om.  B  2. 

*  In  der  Sehlacht  bei  NikopoUs  (Schiltau)  1396  Sept.  25. 
«  1397  Jan,  25. 

*  Die  folgenden  Worfe  atis  der  Seqitem :  Landes  crucis  attollamus, 
gedr,  bei  Kehrein,  Lat.  Sequenxen  d.  MA.  Nr.  60. 


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-^     118     — 

1400,  (1400. 104.   Budpertus.  Beg.  an.  10.   Wenzeslaus.)   Anno 

domini  1400.  deposito  Wenceslao  Budpertus  comes  palatinus 
Beni  et  dux  Bawarie  ab  electoribus  electus  regnare  cepit 
regnavitque  annis  lO.'*'  Hie  Bupertus  imperialem  benediccionem 
non  habuit  *.  Hie  fuit  orthodoxus,  manswetus,  in  rebus  bellicis  5 
strenuus  et  in  defensione  oppressorum  sollicitus.  Huius^  con- 
siliarii  inter  ceteros  fuere  doctores  egregii  Conradus  de  Soltaw 
episcopus  Yerdensis,  Matheus  de  Gracovia  episcopus  Worma- 
ciensis,  Nicolaus  Prowin  nacione  Misnensis  et^ülricus  nacione 
Swevus,  episcopus  Yerdensis,  qui  propter  adherenciam  Gregorii  10 
pape  XII.  ab  eodem  episcopatu  removetur  et  tandem  in  con- 
cilio  Constanciensi  per  Eberhardum  archiepiscopum '  Salcz- 
burgensem  ad  ecclesiam  Secconensem  in  episcopum  promovetur. 

fidelium,  qui  delictorum  onere  pregravantur,  sedula  exoratrix 
et  pervigil  ad  regem  intercedit,  dignum,  quin  pocius  debitum  15 
arbitramur,  ut  Christi  fideles®  ad  eiusdem  virginis  assiduam 
veneracionem  iugemque  memoriam  quasi  quibusdam  allectivis 
muneribus,  indulgenciis  scilicet  et  remissionibus,  invitemus,  ut 
exinde  reddantur  divine  gracie  apciores,  hinc  est^  quod  nos 
dilectorum  fiUorum,  nobilium  virorum  Stephani  et  Fridrici  20 
ducum  Bavarie  supplicacionilus  inclinati  de  omnipotentis  dei 
'misericordia  et  BB.  Petri  et  Pauli  apostolorum  eius  auctoritate 
confisi  Omnibus  vere  penitentibus  et  confessis,  qui,  duth  in 
singulis  ecclesiis  secularibus  et  regularibus  patrie  Bayarie  in 
aurora  seu  circa  solis  ortum  campanam  pro  Ave  Maria  pulsare  25 
contigerit,  ad  laudem  et  honorem  ipsius  B.  Marie  virginis  devote 
trina  saltem  vice  salutacionem  angelicam  dixerint,  30  dies  de 
7dd(?iniunctis  eis  penitenciis  misericorditer  relaxamus  ^  Datum 
Aprü  23,  Bome   apud   S.  Petrum  9.  Kai.  Maii   pontificatus   nostri  anno 

primo.  30 

Item'  Bonifacius  IX."^  canonizavit  Thomam  Breglin  nacione 
Anglicum  ordinis  B.  Augustini  canonicorum  regularium^. 
add.  B1.2. 

*  Versus  2: 

Mille  quadringentis  Augusto  mense  öt  annis  35 

Bawarus  electus  Bomanorum  rex  homo  rectus. 
Yenceslaus  tamen,  quamdiu  vixit,  regem  Bomanomm  se  scripsit 
add,  am  Band  AI.  B 1.   im  Tsxt  A  5.  7.  B  2.;  okm  die  Verse  C. 

»  fuit  adeptus  C.        ^  Huius  —  promovetur  om.  C.       ^  et  -  pro- 
movetur am  Band  AI.  om.  A2.        ^  episcopum  A6. 7.        «  fidelibus  B2.  40 
'  Hie  B  2.        «  ow.  B2.        ^  etc.   add.  B  2. 

^  Attsser  dieser  Äblassbtdle  ist  eine  Bulle,  die  das  Angekisläuten  in 
Bayern  anordnet,  unter  dem  gleichen  Datum  erlassen  worden;  U^ere  ist 
gedr,  MB,  35  a,  163  ff.  {ßlschlich  unter  dem  Datum  1391  Aprü  24,). 

•  Vgl,  Forschungen  18,  37.  45 


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-    119    — 

Hie  ante  regnum  a  volgo  vocatus  est  herczog  Chlem. 
Chlem  autem  interpretatum  sonat  pressura.  Quod  nomen  eum 
quidam  dicunt  accepisse  a  patruo  suo  Budperto,  qui  dictus  est 
Rufas  %  eo  quod  primum  pressus  paupertate  modicum  habuit, 

5  vel^  ideo,  quia,  dum  esset  puer,  idem  Rupert us  vocatus  Rufus 
florenum  sibi  dederit ;  quem  dum  iocando  ab  eo  repeteret,  nou 
solum  dare  distulit,  sed  eciam  tarn  tenaciter  et  compresse 
tenuit,  ut  hoc  agnomen®  Chlem  tunc  sibi  imponeret.  Alii 
dicunt  eum   sie   voeatum,    eo    quod  fortiter  hostes  reipubliee 

10  presserit  \ 

Hie  anno  domini   1401.  tempore  Bonifaeii  pape  IX.  in  1401 
octava  S.  Augustini  venit  Ratisponam,  ubi  cantato  responsorio :  iSfep^  4. 
Salus  nostra  etc.  cum  reliquiis  a  clero   et  populo  honorifice^ 
suscipitur.     Postea   eodem   itinere   cum  exercitu  suo®  intravit 

15  Italiam  pro  imperial!  benediccione  Rome  accipienda,  sed  impedi- 
tus  per  ducem*  Mediolanensem,  qui  civitates  Romani  imperii 
occupabat,  cum  magno  detrimento  suorum  ad  propria  est 
revereus. 

Eodem  3  anno   circa   finem  Februarii   in   oceidente   post 

20  occasum  solis  plus  quam  per  mensem  per'  plures  noctes  apparuit 
Stella,  que  cometa  nuncupatur.  Hec,  sicut  dicit  UgwicioS 
quando.  apparet,  semper  significat  mortem  vel  mutacionem 
alicuius  principis  et  alieuius  patrie  destruccionem  et  semper 
dirigit    radios   suos    ad   illam   partem,   cui  minatur.     Quidam 

25  tarnen  dicunt,  quod  non  est  Stella,  sed  est  quedam  nubes  ignea 
claritate  aceensa,  quod  magis  credimus.  Hec  ügwicio.  Quid 
autem  hie  cometa  tunc  significaverit,  nescio.  Multa  tamen 
mala  post  eins  apparicionem,  sicut  in  sequentibus  narrabitur, 
evenerunt 

30  Eodem'  anno  magister  Petrus  presbiter  professus  mona- 

sterii  in  Gastello  ordinis  S.  Benedieti,  in  Reichenbach  constitutus, 
Boecium  de  consolacione  philosophie  transtulit  de  latino  in 
teutonicum  ^.    Hie  sepultus  est  in  Castello,  volgariter  zu  Chastel. 

*  Buffas  A.  B.        ^  vel  —  imponeret  am  Rand  AI.  om.  A2.  C. 
35  ^  agnomiDe  Clem  tunc  cognominaretur  A  3.     ^  presserat  Bl.     «  magno  C. 

'  per  —  noctes  om.  C         ff  Eodem  —  Viti  om,  C. 

*  Über  die  Ehrungen  Gemeiner  2,  354. 

*  Giovanni  Galeaxxo. 

■  Vgl.  die  Oronica  quedam,  die  Andreas  in  dm.  003,  BL  2r2  über- 
40  liefert  hat  {gedr.  als  Anonymi  Bavarl  Brerc  Chronicon  hei  Oefde  7,  611  ff.): 
Eodem  anno  circa  finem  Februarii  et  mense  Marcii  plus  quam  per  mensem 
apparuit  cometa  cum  magna  cauda,  aber  x.  J.  1402. 

*  Hugwido  von  Ferrara,  Liber  dericationum. 
»  Vgl  Pß«,  Thßs.  anecd.  4,  XXIV. 


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—     120     — 

1406,  1406  facta   est  eclipsis^    solis  proxima   die   post  festom 

Juni  16,  S.  Viti  «. 
1406  Nov.  11.  1407  tanta  fuit  constringentis  yemis  obtnsitas,  ut  a  feste 

1407  Feb. 2, MBiüui  usque  ad  festum  purificacionis  S.*  Marie*  nulla  nii 
liquesceret.  Et  circa  festum  purificacionis  cepit  esse  subita!« 
excrescencia  aquarum,  ita  quod  glacies  in  spissitadine^  et 
fortitudine  sua  per  aquas  elevabatur,  et  cum  glacies  glaciei  ib 
Danubio  et  Regino  fluvils  prope  nostrum  monasterium  iungeretor, 
ambo  fluYÜ  relicto  natural!  cursu  retro  fluere  ceperant,  sie 
quod  aqua  per  ianuam  sitam  versus  orientem  flueret  in  nostrum  i 
ambitum  ad  modum  vivi  rivuli.  Inveniebatur  tunc  glacies. 
que  secundum  spissitudinem  ^  habebat  longitudinem  virilem. 

1408,  1 408  ^  adhuc  regnante  in  Boemia  Wenceslao  ^  rege  desolatun 

est  Studium  generale  ®,  quod  Karolus  IV.*  Romanorum  ^  imperator 
pater*  dicti  Wenceslai  regis  in   Praga  erexerat  et  litteris  im-i» 
perialibus  privilegiaverat.    Cuius  desolacionis  causa  sie  cepit  ^ 
Fuere  in  eodem  studio,  sicut  dictum^  est  superius^  sub  Karolo  IV. 
Romanorum  imperatore,  quatuor  naciones,  scilicet  Bawaronim, 
Boemorum,  Saxonum   et  Polonorum.     Boemi   igitur   tamquam 
canes  in  foribus  proprüs  audaces  per  plures  annos,  ut  aliis  se  i^ 
possent  preferre,  opiniones  sive  vias  contra  conswetum  modam 
studii  Pragensis  in   arguendo   tenebant  appellantes  illas  viani 
ipsorum,   in   qua  tarnen  ipsimet  vel^  raro^  vel  nunquam  cod- 
cordabant.     Hanc   yiam  magistri  ceteri  considerantes  dicebant 
eam   esse   viam  verissimam    ad  heresim,  sicut  et  £Bu;tam   est£ 
Nam  Boemi,  ut  viam  sui  pestiferi  affectus  deducerent  in  effec- 
tum,  heretica   dicta  Johannis   Wiclef  suis  viis  inseruerunt  et, 
ut  hec  defendere  possent,  occasionem  recedendi  ab  aliis  tribus 
nacionibus  quesiverunt     Nam  diversis  hinc  inde  actis  Boemi 
a  rege  Wenceslao  in  privilegio  obtinent,  ut  sola  nacio  ipsomm  30 
Boemorum  equivalere   debeat   in  voce  aliis  tribus  nacionibus. 
Quod  licet  Privilegium  ipse  Wenceslaus  ad  instanciam  alianun 
trium  nacionum  postea  infringeret,  constans  tarnen  in  hoc  non 

^  om.  C.        ^  Bpissitadine  —  secundum  om,  C.        ^  inveniebatur 
tuDC,  que  add.  C.      *  rege  Venzeslao  C.       «  in  Praga  hier  C.      '  om.  C  31 
«  pater  —  Praga  <w».  C.        *»  inoepit  A  6.  7.        *  superius  est  dictum  C\ 
^  om,  0.         1  nunquam  vel  raro  C. 

*  Das  Breve  Ckronicon  {OefeU,  1,  611  aus  dm.  903,  Bl,  22)  heriektH 
von  2  Mondsfinstemissen  und  einer  Sonnenfinsternis, 

'  So  auch  eine  Windberger  Aufzeichnung  in  dm,  23109;  Sammel-  ^ 
blätter  x.  Qeseh.  d.  Stadt  Straubing,  S.  788, 

^  über  die  Bedeutung  des  folgenden  Berichts  vgl.  Softer,  Magister 
Johannes  Buss  und  der  Abxug  der  deutschen  Professoren  und  Studenten 
aus  Prag,  S.  215, 

*  S.  98,  41 


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—     121     — 

permansit.  Interea  scelestus  quidam  laycus,  sed  tarnen  magi- 
ster  arcium,  nomme  Jeronimus,  auctor  iniqnitatis,  et  Johannes 
Huss  baccalarius  in  theologia  ceterique  eorum  complices  de 
naeione  Boemoram  occulte  et  manifeste  sibi  attrahebant  regem, 

5  reginam  et  populum.  Pensantes  hoc  alie  tres  naciones  con- 
cordlter  et  unanimiter  voverunt  et  iuraverunt  volle  omnes 
pocius  ab  universitate  Pragensis  studii  recedere  et  ad  eam 
nunquam  reverti  quam  privilegia  impenalis  maiestatis  pati 
infringi.     Exulantes   igitur   collegiatos    nobilis   ille  Fridericus 

10  niargravius  Misne  et  lantgravius  Thuringie  fraterque  eins 
Wilhelmus  recolUgit  et  in  civitate  sua  Lewczbk*  Studium 
generale  erigit.  Extunc  apparuit,  quomodo  bona  accio  cum 
elacione  ^  non  elevat,  sed  gravat  Nam  Boemi  sibi  ipsis  in 
suis   observanciis   placentes   et  dicentes   Bohemum   non  posse 

15  esse  hereticum^,  dum  ceteros  süperbe  et  falsissime  bestias  et 
hereticos*  vocant,  ipsimet  preter  paucos  facti  sunt  heretici 
impleto*  communi**  antiquo  proverbio  in  scolis  puerorum  usitato, 
scilicet:**  Non  est  fides  in  Bohemo.  De  quo  plenius  dicetur 
infra  sub  Sigismundo  et  in  pagina  pontificum  sub  Johanne  XXIII. 

20  Anno  eodem  in  ebdomada  4.  pasce  factum  est  tornamentum  1408 

Ratispone  presentibus  Stephane'  et  Heinrico  ducibus  Bawarie  ^  Jtfa»  6—12. 
Huius^  Stephani  filius  nomine  Ludwicus  tunc  temporis  regebat 
regnum  Erancie,  eo  quod  sororius  suus  Earolus   rex  Francie 
compos  racionis  non  esset* 

25  Predictus  vero  Heinricus  filius  quondam  Friderici  ducis 

in  Lanczhuet,  qui  fuit  frater  dicti  Stephani  ducis  in  Ingelstat, 
eodem    anno   circa   festum    S.^  Bartholomei    adhuc    adolescens  Aug.  24. 
congregat  exercitum  magnum  faciens  famam,  quod  velit  venire 
in  auxilium  ducibus  Austrie,  sed  dolose  K   Invitat  enim  consules 

ao  civitatis  in  Lanczhuet  in  castrum  suum  situm  ibidem  quasi 
commendaturus  ipsis  regimen  principatus  in  sui  absencia. 
Quos  omnea  facto  prandio  captivavit  cogens  minis  quamplures 
alios    sibi    ex    dicta   civitate   Lanczhuet   captivos   presentari. 

*  et  Machumetas  vocant,   ipsimet   quidam  ex  ipsis  facti 
35  sunt  heretici  pluresque  alienigene  omnia  defedarunt  statt  vocant 
—  heretici  A2. 

**  Non  est  in  Machumeto  so  statt  Non  —  Bohemo  A  2. 

»  Lcipzk  A  3.   Lewczk  A  6.  7.   Leyptzgk  C  6.      ^  elevacione  A  6.  7. 
^  hereticom  esse  A  ö.  7.        <*  impleto  --  Bohemo  om.  C  6.        ®  et  add.  C. 
40  *  Wilhelme  add.  C.      «  Hie  A6.  7.      ^  oni.  C.     *  dolorose  corr.  dolose 
A  1. 6.  B 1.    dolorose  A  2.  5.  7   C 1. 2. 

^  Qetneiner  2, 380  nennt  als  anwesend  ausserdem  den  Herzog  Wilhelm, 

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—     122    — 

Quos  cum  predictis  consulibus  numero  fere  40  depecuuiavit 
7^i(?Propter  quod  anno  secundo  seqnenti  in  die  parasceves  orta 
Marx  21.  sedicione  in  dicta  civitate  una  pars  castrum  ibidem  aggreditur, 
sed  frustra  in  civitatem  regreditur.  Ob  quod  dictus  dux  * 
Heinricus^  multos  miserabili  morte  dampnavit,  alios  vero  5 
proscriptos^  in  exilium  misit.  Causa  autem  originalis  hoins 
rei,  sicut  dicitur,  fuit  odium  nobilium  in  cives  et  quodammodo 
presumpcio  civium. 

Eodem    tempore^    Johannes    electus    Leodiensis,    filius 
quondam    Aiberti   ducis   Strawbinge,    qui   fuit   filius   Ludvrici  10 
imperatoris,  ab  ipsis  Leodiensibus  in  Traiecto  snperiori '  obside- 
tur,   eo   quod  dictus  Johannes  per  plures  annos  dictam  sedem 
Leodiensem  sub  tytulo  electi  tenuit  nolens  de  simplici  et  piano 
nee   fieri   presbiter    nee   laycus.     Leodienses   itaque    in   hac 
obsidione    tanta  ferocitate   feruntur,    ut    mulieribus    propter  15 
penuriam  a  civitate  expulsis  impudice  mamillas  amputarent  et 
vestes    circa    femora    abscinderent      Wilhelmus*  igitur    dux 
Bawarie   comesque  Hollandie,  frater  ipsius  Johannis  electi,  et 
Johannes  dux  Burgundie,   eins  sororius,   cum  alias  Johannem 
electum     Leodieusem    iuvare    contra   Leodienses    recusarent,  20 
videntes  tamen  eum  in  articulo   mortis  constitutum  exercitum 
10  fere®  milium  virorum  pugnatorum  contra  ipsos  Leodienses 
movent  et  progressos  aliquantulum   ab  obsidione  belle  aggre- 
diuntur  omnesque  occidunt,   ita  ut  vix  evaderent,   qui  ceteris 
factum  narrarent,  ex  parte  altera  circiter  10  tantum  occumben-  25 
tibus  '.    Versus^: 
1408  Anno  milleno  C  quater  et  semel  octo* 

Sept  23,  Septembri  mense  vicesima  tercia  die 

Leodii  gentes  lacrimosi  nunc  modo  flentes 
Sunt  gladio  cesi,  corporibus  undique  lesi,  30 

Per  Holandrinos  prostrati  Burgundiosque, 
Triginta  quinque  milia  plus  adde  virorum. 
Item  ^  in  predicto  hello  de  exercitu  Leodiensi  occisi  sunt 
35  milia  virorum  et  300  et  plures  postmodum,  ita  quod  fere 
estimantur   ad   40  milia  utriusque   sexus,  qui  interempti  sunt  35 

*  HeinricuB  dux  C.  ^  om.  A  6  7.  ^  cum  uzoribus  et  liberiA 
eorum  add,  C.  ^  Weihelmus  AI.  ®  vero  A 6. 7.  '  oocuben tibus 
B 1.  Cl.  2. 

^  1408. 

*  Maestrtckt  40 
^  Aus  Andreas  auch  gedr,  Forschungen  18,  24. 

*  Schlacht  bei  Elch  oder  Ofhce.  Bei  Löher,  Jakobäa  von  Bayern 
1,  205  ff.  und  Biexler  3,  242  fälschlich  1409. 

*  Dieser  Satx  und  der  Anfang  des  folgenden  auch  in  dem  Breve 
Chronican  {Oefde  1,  612),  45 


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—     123    — 

1410  rex  Budpertus  in  proposito  suo  contxa  concilium  74iö. 
Pysantim   in   obedienciA    Oregorii    in    Oppenheim   moritur  et 
Haydelberge  ad  8.  Spiritum  16.^  die   mensis  Maii  sepelitur,  et  Mai  16. 
sequenti  anno  mortua  est  conthoralis  sua  ^  regina,  filia  burgravii  141h 
5  de   Nürnberg,   relinquentes   superstites  quatuor,   Ludowicum  ^ 
scilicet,  Jobannem,  Stephanum  et  Ottonem. 

Quomodo  autem  hoc  in^  tempore  ceperit  et  fuerit  scisma 
in   Alemannia  propter   contendentes   de   papatu   pro  eo,  quod 
Budpertus  rex  Romanorum  contra  concilium  Pysanum  appella- 
10  vit,  yide^  in  pagina  pontificum. 

De*  origine  ducum^  Biscomitum'  Medio- 
lanensium*. 

Cum  deus  bonitatis  sue  clavo  gubemare  omnia  iure 
credatur  et  sepe  bonis  iocunda'^,  malis  aspera  contraque  bonis 

15  dura  tribuat,  malis  optata  concedat  et  tamen  cuncta  recte  ab 
eo  fieri  considerata  ordinis  racione  non  dubitentur,  Übet  hie, 
quemadmodum  vir  diacretus  Franciscus  Pütreich  ^  ^  civis  Batis- 
ponensis  michi  rettulit,  originem  ducum^  Mediolanensium 
inserere,  eo  quod  unus  eorum  quodammodo  causa  extitit,  quod 

20  Bupertus  rex  Bomanorum  ad  imperialem  benediccionem  non 
pervenit  ^ 

Igitur  temporibus  Heinrici  YII.  fuit  in  partibus  Ligurie 
yermis  quidam,  quem  vocabant""  Bischon,  similis  lacerte,  magnus  ^ 
ad  modum  vituli,  cuius  pellis  adhuc  in  Mediolano  monstratur. 

25  Qui  plurimos  sepius^  in  fugam  convertebat,  unde  plurima  loca 
hominibus  habitabilia  deserta  faciebat  Ex  quo  motus  Imperator 
Heinricus  predictus  fecit  edictum,  quod,  quicunque  yermem 
hanc  occideret,  ipsum  vel  suos  heredes  imperiali  munificencia 
ditarei     Quod    cum   nemo   facere   änderet,   quidam   calceator 

30  Mediolanensis  ob  spem  retribucionis  imperialis  ipsum  yermem 
aggreditur  et  percusso  eo  in  capite  ipsum  in  terram  strayit 
Tijnens  autem,  ne  forte  ^  mortem  simularet,  ipsum  in  aliam 
partem  corporis  percussit,   unde  yirus   ab  eo  exiyit.    Ex  quo 

*  scilicet  Lud.  A  6.  7.      ^  om,  C.      «  vide  —  pontificum  (ww.  A  6.  7. 
35  ^  Die  folgenden  Abschnitte  bis  defecit  sifid  in  C  weggelassen,    ®  om,  B2. 

'  om.  Bl.  9  etc.    et  quomodo  postmodum  ad  ducatam  pervenerint, 

patet  infra  add,  B2.        ^  iocnndis  A5. 6.    iocundis  corr.  iocundial  A7. 
>  Putreich  A  2. 3.  6.  7.  B 1.   Pütieych  A  5.        ^  Biacomitum  übergesehr.  B 1. 
im  Ihoct  B  2.        i  pervenerit  B  2.        >°  qui  vocatur  A  2.        ^  magnus  — 
40  yitoli  om.  Ad.        ^  sepe  A7.  om.  A6.        p  om,  A6. 

^  Ruprecht  starb  erst  am  18.  Mai. 

*  Elisabeth. 

»  MB.  18, 281.    Oberbayer.  Archiv  36, 162. 169;  41,  59.    VO.  38, 141 


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—    124    — 

ipse  infectus  post  paacos  dies  obiit  relinqaens  iilios  tres  saper- 
stites,  scilicet  Lukinum*  de  uxore  prima,  Galiacz**et  Barnabo 
fratres  de  uxore  secunda.  Interea  Heinricus  Imperator  moritur 
et  Ludwicus  IV.  nacione  Bavarus  in  imperio  succedit.  Qui 
volens  remunerare^  dictos  tres  pueros  pro  re  gesta  a  patre  5 
ipsorum  ipsos  dicto  de  Cribegi  ® ,  teutonice  dem  von  der  Reytern  * , 
vicario  tunc  temporis  Eomani  iraperii  per  Lombardiam  recom- 
mittit  ®.  Ä  quo  Lukinus,  quia  senior  erat,  ad  scolas  mittitur. 
Qui  statim  in  magnum  philosophum  crescens  factus  est  Medio- 
lanensis  archiepiscopus.  Hie  fratres  suos  predictos  Galiacz  et  10 
Barnabo  ob  discendam  sapienciam  Parisius  ad  regem  Francie 
misit.  Qui  postquam  creverunt,  promoti  a  dicto  Lukino  ^ 
archiepiscopo  Mediolanensi,  fratre^  ipsorum,  apud  Ludwicum 
imperatorem  facti  sunt  ab  ipso  Ludwico  vicecomites.  Dicti 
suntautem^  Vicecomites,  ut  volunt  quidam,  quasi*  Biscomites *^ ,  15 
eo  quod  pater  ipsorum  vermem  Bischon  nuncupatum  modo 
predicto  interfecit,  in  ciiius  rei  Signum  numisma  monete 
ipsorum,  quam  vocant  plaphart^  in  una  parte  habet  vermem 
masculum  vorantem,  vel,  ut  alii  senciunt,  dicti  sunt  Biscomites, 
eo  quod  bina  dignitate  precellere  debeant  comites.  20 

Postquam  autem""  facti  sunt  vicecomites,  Lukinus  archiepi- 
scopus, frater  ipsorum,  datis  muneribus  ab**  ülrico  de  Augusta 
cancellario  Ludwici  imperatoris  ipso  Ludwico  ignorante  litteras 
obtinet,  quibus  ipsi  fratres,  Galiacz**  scilicet  et  Bamabo,  in 
vicarios  Roraani  imperii  per  Italiam  assumi  imperantur  abiecto  25 
dicto  de  Cribegi  vicario  ab  ipso  Ludwico  constituto.  Sic 
primum  facti  vicarii  Romani  imperii  ipsum  vicariatum  cum 
iuvamine  fratris  ipsorum  archiepiscopi  potenter  obtinent.  Ad 
hos  missus  Urbanus  papa  V.  ante  papatum  in  legacione  sedis 
apostolice  coactus  est  ab  eis  litteras  apostolicas  cum  buUa  come-  30 
dere,  de  quo  vide  superius  in  pagina  pontificum  sub  Urbano  V. 
Herum  fratrura  prior,  scilicet  Galiacz,  moritur  relinquens  uxorem, 
filiam  comitis  Sabaudie,  volgariter  von  p  Sophoy,  mulierem  calli- 
dam  nimis,  de  qua  genuerat  filium  equivoci  nominis  nomine 
Galiacz.  Barnabo  autem  plures  filios  habuit  et  filias,  e  quibus  35 
unam  ob  firmiorera  amiciciam  desponsavit  Galiacz  filio  fratris 
sui,  dominam  vero  Tatheani  Stephane  "^  duci  Bavarie  in  Ingelstat, 
ex  qua  genuit  Ludwicum,  Magdalenam  vero*"  Priderico  duci  in 
Lanczhuet,   fratri    dicti    Stephani,    ex    qua    genuit  Heinricum. 

»  Lukynum  A2.       ^  Galiacum  Bl   eoim  add.  A6.       «  volgariter  40 
cuM.  A3.        d  Reittem  A  3.  6.  7.        «  committit  A  6.  7.       f  Lukyno  A 2. 
«  fratrem  B 1.      *»  orn.  A  7.      *  o/w  A  6.      ^  Bischomites  A  2.      ^  om.  A  6.  7. 
iii  om.  B  2.      ^  de  Augusta  ab  Ulrico!  A  2.      <>  Galacius  A  6.  Galiacum  B 1. 
p  oni.  A3.        q  Sthephano  AI.        '  autem  B2. 


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—     125    — 

Hie  Barnabo  ductus  cupiditate  regnandi  raultis  modis  cogitavit 
generum  suum  Galiacz*  opprimere,  ut  ipse^  solus  posset®  regnare. 
Qaod  dum*  conspiceret  fieri  non  posse**,  veneno  ipsum  variis 
modis  extingwere  ®  molitur.  Fingit  namque  primum  societatem, 
5  in  qua  volt  omnes  similes  caligas  deferre.  Mittit  igitur  duas 
venenatas  genero'  sno  volens,  ut  se  faciat  sue  societatis  parti- 
cipem.  Videns  hoc  mater  ipsius  Galiacz,  mulier  callida  nimis, 
consulit  filio,  ut  huiusmodi  calige  examinentur,  priusquam 
ipsis  *  calceetur  ^  Quod  dum  factum  fuisset/  indutus  hiis  statim  ^ 

10  veneno  infectus  exspiravit.  Deinde  eodem  modo  ipse  Barnabo 
per  aliam  societatem  in  tunicis  similium  specierum  ipsum 
Galiacz  generum  suum  extingwere  [cogitavit  ^  ],  sed  frustra,  sicut 
prius  per  calligas.  Considerans  igitur  Barnabo  se  hoc  modo 
intentum  suum  perficere  non  posse,  ephebum,  hoc  est  iuvenem 

15  pulcheriimum,  nutriri"  cum**  veneno  ab  infancia  procurat.  Quem 
quodam  tempore  paschali  ipsi  Galiacz  misit,  utpote  qui  mini- 
straret  in  conspectu  eins  —  erat  enim®  curialis  per  omnia  — , 
ut  vel  sie  ipse  Galiacz  ex  frequenji  aspectu  eiusdem  iuvenis  p 
infectus  moreretur.  Mater  igitur  ipsius  Galiacz  suspicans,  quod 

20  per  ipsum  iuvenem  fraus  forsan  fieri  posset,  rem  examinat  ^ 
hoc  modo.  Ponit  enim  nocte  quadam'  alium  iuvenem  ad  ipsum, 
qui  eadem  nocte  infectus  ab  eo  inventus  est  mortuus.  Hoc  ■ 
viso  mater  alloquitur  filium  dicens :  Ecce,  vides,  quomodö  socer 
tuus  subvertere  te  nitatur'.    Si  audire  me  volueris,  ista  omnia 

25  faciliter"  in  eum  retorquebis.  Ex  consilio  igitur  matris  Galiacz 
habitum  militarem  deponit  et  griseum  ad  modum  beghardi^, 
quem  Italici  pjczckker"^  appellant,  assumit  et  die  noctuque 
ineubat'  precibus  postponens  quodammodo  omnia  terrena. 
Processu  eciam  temporis  omnes  exacciones  novas,  quas  vocant 

30  ungelt,  in  omni  comitatu  suo  toUit  atque  relaxat  dicens  has 
exigere  esse  contra  divinam  iusticiam.  Paulo  post  vocat  om- 
nes offensos  a  se  vel  a  patre  suo,  quibus  omnibus  de  rebus 
ininste  ablatis  dignam  facit  recompensam.  Dum  igitur  hec 
fierent   per   Galiacz,    ipse   maximum    favorem    populi   meruit 

35  utpote  vir  bonus  et  timens  deum,  Barnabo  vero  socer  eins 
cum  filiis  suis  ipsum  per  hoc  magis  abiectum  habebat  et  suos 
multum  gravabat. 

*  Galiacum  Bl.         ^  om.  B2,        c  posßit  A6.7.         ^  cum  B2. 
«  extigwerc  AT.  f  genere  A7.  s  ipse  A6.  ^  calcetur  A2. 

40  ^  quidam  add,  A3.  ^  veneno  inf.  stat.  AB.  ^  aM.  Fez;  das  Verhum 
fehlt  in  allen  Hss.  ^  nutriti   A  6.   B  1.  >^  ab  infancia  cum 

ven.  A3.  •  ^  antem  A  2.  p  om.  A3.  Q  examinabat  B  2.  ^  qualem  A6. 
•  Hie  A  2.  *  nititur  A  3.  B  2  «  in  eum  faciliter  A  5.  ▼  pigardi  A  3. 
^  pitzokker  A  3.    pyczokkär  B  2.        '  incubit  A  3. 


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—     126    — 

Preterea  eciam  Bamabo  invidens*  bono  regimini  domini 
Benedicti  abbatis  monasterii  dicti  Galafena  Leodiensis  dyocesis 
ipsum  ad**  se  venire  precepit  et  querens  occasionem  ipsum 
offendendi  seriöse  ab  eo  quesivit  dicens:  Dicito  michi,  quid 
iam  deus  operatur  in  celo?  Ad  quod  abbas  tamquam  vir  5 
prudens  et  discretus  respondit:  Ego  non  solum  dico  vobis, 
qxiid  deus  iam  operatur,  nichilominus  eciam,  quid  omnis 
celestis  exercitus.  In  angustiis  igitur  positus  abbas®  compulsus 
ad  loquendiim  dixit:  Deus  iam  facit^  scalas  ascendencium  et 
decendencium,  sicut  patet  per  Universum  orbem,  ad  quas  10 
faciendas  singulis  celestis  exercitus  certa  deputata  sunt  officia. 
Fecit  autem  tibi  iam  scalam  30  interscalarium,  in  cuius 
penultima  constitutus  iam  es  posuistique  pedem  unum  super 
extremam  interscalarem.  Timeo  vero,  ue,  dum  pedem**  alterum  ' 
attrahere  volueris,  per  scalam  corruas  retrorsum.  Ad  huiusmodi  15 
prudentem  responsionem  Bamabo^  mitigatus  ipsum  abbatem 
illesum  abire  permisit 

Considerans  igitur  Galiacz  cunctos^  sibi  esse  favorabiles, 
90  quod  ipse  oppressos,  quos  potuit,  relevaret,  Bamabo  vero 
opprimeret,  dolum,  quem  habebat  in  affectu,  deduxit  in  eflfec-  20 
tum.  Indult  namque  se  cum  suis^  familiaribus  armis  occultis 
et  venit  sub  specie  piczokker^  quasi  ad  oracionem  in  ecclesiam 
S.  Marie  sitam  in  oppido  Parlaschin^,  quod  a  Mediolano  ad 
unum  miliare  teutonicum  distat,  misitque  ad  Bamabo  socemm 
suum,  qui  erat  Mediolani,  rogans,  quatenus  ipse  cum  suis  filiis  25 
ad  eum  causa  solacii  venire  diguetur.  Quod  dum  Bamabo 
faceret,  ecce  Medisma,  qui  erat  camerarius  ipsius  Bamabo,  in 
via  venit  de  Parlaschin  ™  dicens  ipsi  Bamabo  domino  suo :  Videte, 
quid  facitis.  Ipsum  enim  Oaliacz  secrete  armatum  consideravi. 
Quem  cum  indignacione  Bamabo  repulit  tamquam  nitentem  30 
discordiam  inter  se  et  generum  suum  Galiacz  seminare.  Sicque 
Bamabo  non  diffidens  de  bonitate  generi  sui  Galiacz  venit  ad 
eum  ad  predictam  ecclesiam  S.  Marie.  Quem  mox  Galiacz 
comprehensum  captivum  duxit  in  Mediolanum.  Quod  audiens 
omnis  populus  in  tribus  diebus  relicto  Barnabo  Galiacz  sumpsit  35 
in  dominum.  Tunc  Galiacz  accepto  dominio  ceteras  filias 
ipsius  Bamabo  desponsavit  tradens  Antoniam  filiam  quartam 
comiti  de  Wirtenberg,  Johannam  comiti  Montue,  volgariter  ze 

&  iniidens  A3.         ^  veDire  ad  se  A7.         «  positis  ambasi    A  7. 
^  scalas  facit  B2.         «  alterum  pedem  A3.         '  om.  A6. 7.        c  miti-  40 
gatus  Barn.  B  2.  ^  cognatos  A  3.  *  om.  A  6. 7.  ^  pyczokker 

A  6. 7.    pyczokkär  B  2.        i  Parlätschin  A  6.  Parlaytschin  A  7.        ■  Par- 
latschin  A  6. 7. 


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-     127     — 

Montaw,  unde  Virgilius  poeta,  quem  vocant*  Filius^  derzawbrär", 
extitit  oriundus  et  ubi  est  camera  imperii,  Myzabeth  vero  ^ 
Emesto  duci  Bavarie  in  Monaco,  ex  qua  genuit  Albertum. 
Hunc  Galiacz  Venzeslaus  rex  Komanorum  et  Bohemie  ex  vice- 
5  comite  et  officiali  Lombardie  fecit  ducem  ipsius  Lombardie  et 
comitem  Pavie  acceptis  aureis  non  obstante  tytulo  et  faroa 
regia  maiestatis.  Dum  autem  ipse  Yenzeslaus  ob  hanc  et 
alias  causas  depositus  esset  a  regno  Bomanorum  et  Budpertus 
comes   palatinus  Beni  et  dux  Bavarie  in  regem  Bomanorum  ^ 

10  esset  electus  atque  coronatus  et  pro  adipiscenda  Corona 
imperiali  Bomam  tendendo  venisset  in  Italiam,  idem  Oaliacz 
promisit  regi  Buperto,  quod  vellet  eum  sub  expensis  suis 
deducere  Bomam  et  reducere,  dummodo  sibi  litteras  sui 
ducatus  roboraret    Quod  dum  Budpertus  utpote  Bomanorum  ' 

15  rex  semper  Augustus  facere  nollet,  ipse  Galiacz  sibi  rostitit  ac 

iter  eins,  quo  venire  Bomam  voluit,  impedivit.    Sicque  coactus 

ipse  Budpertus  cum  magno  detrimento  suorum  in  Alemanniam 

est  reversus  ac  ad  imperialem  benediccionem  non  pervenit^. 

Aliam  quoque'^  hystoriam  ^  predictus  Franciscus  Pütreich  ' 

20  michi  plenius  retulit.  Que  quia  respicit  dignitatem  civitatis  ^ 
nostre^  Batispone  et  magnanimitas  volencium  iura  antiquorum 
defendere  in  ea  pensatur,  eam  hie  inserere  curavi. 

Temporibus  Karoli  IV.  Nümbergenses,  utpote  qui  magna 
negocia   tractarent,    locum   süpremum,    qui   debebatur   Batis- 

25  ponensibus,  in  domo  Teutonicorum  Venecie"  sibi  usurpavere  ". 
Animadvertentes*^  hoc  Batisponenses  concorditer  tantam  summam 
aureorum  Veneciam  miserunt,  quod  una  vice  pro  promptis 
aureis  tanta  mercati  sunt,  quanta  omnes  Nümbergenses  per^ 
circulum   anni    possent   pro    induciatis,   sicut  mos  est  Nüm- 

30  bergensibus,  Venecie  mercari.  Hoc^  pensantes  consules  Venecie 
Batisponenses  in  antiquo  iure,  quo  ^  primum  locum  in  domo 
Teutonicorum  ibidem  habent,  conservavere  ■.  Processu  tarnen  * 
temporis  regnante  Yenzeslao  rege  Bomanorum  Nürnbergenses 
iterum  ceperunt  sibi  dictum  locum  süpremum"  usurpare.   Fuere 

35  *  810  add.  A3.      *>  Virgiliua  der  zauberer  A3.      ^  zawberer  A 5. 6. 

zambrar  A  7.  zawbrar  B  1;      ^  autem  B  2.      «  atn.  B 1.      f  rex  Born.  A  6. 

ff  eta,  dann  rot :  Nota  de  dignitate  BatisponenBium,  quam  habent  Venecie 

B  2.  *>  autem  A  2.  *  Putreich  A  2. 3. 6.  7    B  1.     Putreych  A  5. 

^  noetre  civitatis  A  5.        i  om,  B  2.         ^  <ytn,  A  6.         °  usurpare  A  6. 
40  ^  AnimadvertenB  B 1.      p  per  —  Nümbergensibus  om,  A  7.       <i  Hec  A  2. 

'  qui  A  6.        *  ooDBervare  A  5.  6.        ^  oni,  A  2.        «  usurpare  supr.  A  5. 

^  Vgl,  xum  folgenden  Abschnitt  Gemeiner  2, 220 ;  Heyd,  Das  Haus 
der  deutsehen  Kaufleute  in  Venedig,  in  Sybels  Historischer  Zeitschrift  32, 208; 
Swum&feld,  Der  Fondaco  dei  Tedeschi  in  Venedig  2, 4S.  86,  87. 


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Qoo^(^ 


—     128     — 

autem  tunc  teniporis*  Venecie^  Matheus  Rantingär*^  et  sepe- 
dictus  Eranciscus  Pütreich**  adliuc  adolescens,  cives®  Ratisponen- 
ses.  Qui  dolentes  perdere  locum  antiquum  civitatis  Batispone, 
ipsum  baculis  impositis  Nürnbergenses  voluerunt  conservare, 
propter  quod  causa  devoluta  fuit  ad  ducem  et'  consules  5 
Venecie.  Fuit  autem  dux  solus  favorabilis  Ratispooensibus, 
sed  occulte.  Erant  eDim  tunc  multi  Nürnbergenses  Venecie  ^ 
personaliter  singuli  singulos  habentes^  fautores.  Ex  informa- 
cione  igitur  ducis  dictus  Pi-anciscus  ^  in  publice  consilio  propo- 
nit  iura  antiqua  et  dignitalem  civitatis^  Ratisponensis  et  lO 
specialiter,  quomodo  e  proximo  Ratisponenses  pro  promptis 
florenis  una  vice  sive  die  tanta  essent  mercati,  quanta  Nürn- 
bergenses pro  induciatis  per  circulum  anni,  adiungens  ad  hec 
iacturam,  quam  ipsi  Veneciani  ibidem'  tunc™  personaliter  con- 
stituti  per"  hoc  essent**  passi,  qui  tamen  nee  aliquis  antiquorum  15 
nullum  dampnum  a  Ratisponensibus  suscepissent.  Tunc  dux 
perorans  dixit:  Animadvertite  verba  eloquencie  huius  adole- 
scentis.  Consules  igitur  considerato  iure  et  veritate  decemunt 
bullam  ducis  continentem,  quod  Ratisponenses  perpetuo  locum 
supremum  in  dicta  domo  debeant  obtinere.  Que  bulla  per  20 
dictum  Franciscum  PütreichP  et*>  Matheum  Rantingär  Ratis- 
ponam  est  portata  '.  Hec*  sicut  sepedictus  Franciscus  adhuc 
domino  largiente  superstes  michi  retulit 

De  dicto  autem  Matheo  Rantingär  ^  pie  memorie  sunt  alia 
digne  memorie  commendanda.  Dum  enim*  tempore  vite  sue  25 
processio  illa  sollempnis  in  feste  corporis  Christi  per  civitatem 
Ratisponam  ex  nomine  non  °  ageretur,  ipse  sollicitus  fiiit,  ut 
non  obmitteretur,  ostendens  die  illa^,  qua  agebatur,  singularem 
voltus  sui  hylaritatem  fiores  et  rosas  personaliter  spargendo. 
Post  cuius  mortem  clerus  et  cives  sie  convenerunt,  ut  eadem  30 
processio  modo  dominica  proxima  post  festum  corporis  Christi'' 
annuatim  ex  nomine  peragatur  \*   Dictus  eciam  Matheus  auctor 

*  Et  nota:  eodem  die  seu  hora  anno  domini  1433.*  secta 
Taboristarum  a  confratribus  deperiit.    add.  A2. 

*  om.  A 2.        ^  Venecias  A3.       ^  Rantingär  A3.  B  1 .   Bantinger  35 
A  6.  7.  d  Putreich  A  2.  3. 6.  7.  B  1.     Pytreych  A  5.  «  civis  A  6. 

^  Venecie  et  consules  A 2.       «  Venecias  A3.       ^  fautores  habentes  A 2. 
*  Putreich  add,  B  2.     ^  Batisp.  civit.  A  6.  7.    >  tunc  ibidem  A  2.    "  o?n.  A  5. 
n  pro  A  7.      o  fuissent  A  2.     p  Putreich  A  2.  3.  6.  7.  B  1.     Q  om,  A.      '  de- 
portata  A  6.  7.      "  Hec  —  retulit  om.  B  2.     *  autem  A  5.     »  non  —  nomine  40 
om.  A 6. 7.       ^  om,  A 5.       ^  om.  A3.       *  peragitur alle Ess,  ausser  A 6.  7. 

*  Näheres  über  ihn  besonders  bei  Ebner,   Ein  Regensburger  kauf- 
männisches Hauptbuch  aus  den  Jahren  1383^1407,  in  VO.  45,131—151. 

'  •  Vielfnehr  1434,    Es  scheint  Schreibfehler  vorwutiegen,   da  es  sieh 


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-     129     — 

fuit,  ut  munis  exterior  fossati  per  circuitum  civitatis  Ratispone 
a  porta,  que  dicitur  ad  S.  Paulum,  usque  in  occidentalem 
partem  civitatis  totaliier  duceretur^.  Item  cum  quedam  platee 
sive    vie   in   civitate    tarn   profunde    et   lutose   essent,   quod 

5  diceretur  impossibile*  eas   pavimentari,   ipse  auctor  extitit,  ut 
fieret  pavimentnm  K    Et  hec  omnia  facta  sunt  regnante  Bud- 
perto  rege  Bomanorum,  cuius  regni  anno  octavo  ipse  Matheus  i^(^7.' 
Bantinger  obiit  sepultus  in  introitu  superioris  monasterii.    In 
quo    omnis   genealogia   masculini    sexus    huius     cognominis 

10  defecit. 

Defecerunt  eciam^  hiis  fere^  temporibus  in^  civitate  Batis- 
pona  genealogie  antique  et  famose,  quorum  cognomina  sunt 
subscripta:  Zand,  Oberhovär,  Hallär,  Sternnär,*  Veslär, 
Spiczär,**  £nikchel  ^.    Defecerunt  eciam  genealogie  militares, 

15  scilicet ®  dictorum  vom '  Stain  *,  Erenvelsär  omnes*  preter  dominum 
prepositum^  Batisponensis  ecclesie,  virum  decrepitum,  item 
Mässenhawsär  et^  Haskirchär*,  item™  Weygsär".*** 

(1406.208.  Innocencius  VII.  Sed.an.2.  Benedictus  XIII. 
Hoc  scisma   continuatur  scismati  25.)    Innocencius  YII.,^  ante 

20  vocatus    Cosmatus^,    cardinalis    sancte    crucis    in   Jerusalem, 

*  Tollingär,  Lewtrünn  add.  Bl. 
**  Portnär  add.  Bl. 

***  Anno  domini  1410.  in  die  divisionis  apostolorumi^iO  JWii5. 
maxima  strages  facta  est  inter  fratres  Pruthenos  ex  parte  una 
25  et  Witoldo  et  rege  Cracovie  semichristianis  parte  ex  altera. 
Ceciderunt  namque  de  Christianis  80  milia  fere,  in  parte  vero 
altera  in&niti,  tarnen  pagänis  victoria  et  campo  obtinentibus, 
quia  exercitus   eorum  alium  in  decuplo  excedebat.    add.  A6. 

»  esse  add.  A  6.  7.       ^  om.  C.  fere  hiis  eciam  A3.       «  plures  statt 
50  in   eciam  C.  ^  etc.    add.  A  2.  «  dominorum  add.  C.  '  de  C. 

ff  Hohenvälsär  ausgestrichen  A  1.  Hohenfelsär  add,  C.  ^  omnes  — 
item  om.  B2.  C.  ^  oni.  A2  ^  am.  B2.  C.         »  Harekirchar  C. 

"»  et  {statt  item)  Weigsär  in  domin io  ducum  Bavarie  C.  "  etc.  add.  A  7. 
^  nacione  fuit  Bononiensis  kür  C. 

35  teohl  nur  um  die  schwere  Xiederlage  der  Taboriten  bei  Ldpan  oder  Bühmiseh- 
Brod  handeln  kann,  die  dominica  proxima  post  festum  corporis  Christi 
1434,  Mai  30  erfolgte. 

*  Gemeiner  2,  357.  Der  noch  vorhandene  Denkstein  auf  diese  That- 
sache  ist  abgebildet  VO.  7,  Taf  5;  rgl  das.  S.  255. 

40  »  Gemeiner  2,  35S.  3S3. 

'  Nicht  1408,    wie   andere    Quellen  des  A^idreas  'Angabe  berechnen. 
Nach   dem  noch   vorhandenen   Grabstein  starb   Rantinger   1407  Juni  19, 
Vgl  VO.  45,  133  u.  136,  Änm.  2. 
^  Cosmas  Migliorati. 
QnaUen  and  £roerteningen  N.  F.  1.  1) 


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nacione  fuit  Bononiensis  K  Hie  Borne  in  conclayi  ^,  dum  adhuc 
cardinalis  esset,  cum  ceteris  cardinalibus  iuravit  ad  saucta  dei 
ewangelia  corporaliter  manu  tactis  *,  quod,  si  per  dei**  graciam 
aliquem  ex  ipso  cetu  cardinalium  eligi  contingeret®  in  futurum 
summum  pontificem,  ille  talis  sie  electus,  quantocius  commode  5 
fieri  posset,  omni  tergiversacione  ac  dilacione  remota  eciam 
usque  ad  renuneiacionem  seu  cessionem  per  eum  fiende 
inclusive,^  si  expediens  fuerit,  totis  viribus  et  posse  faciet,  quod 
scisma,  quo  sancta  mater  ecclesia  diu  divisa  et  lacerata,  ad 
unitatem  toti  orbi  necessariam  reducatur.  Hie  factus  papa,  10 
sed®  brere  tempus  vivens  decessit  Rome. 

(1407.  209.  Gregorius  XII.  Sed.  an.  2  vel  plus  in  scis- 
mate.  Benedictus  XIII.  Hoe  scisma  continuatur  scismati  25.) 
Gregorius  XII.*,  ante  vocatus  Angeius  de  Corario,  nacione 
Yenetensis,  de  eetu  cardinalium  electus  Bome,  fuit  vir  senex^  15 
et  doctus.  Hie  eciam  *  sicut  Innocencius  VII.  iuravit  *  et  vovit 
sieut  et  ceteri  cardinales,  quod,  si  in  papam  assumei'etur,  pro 
unione  in  ecclesia  dei  reducenda  et  scismatis^  exstirpacione  * 
renuneiaret  papatui  et  iuri,  quod  posset^  sibi  competere  in  illo, 
dum  tamen  Benedictus  pariter  renuneiaret  vel  moreretur,  dum-  20 
modo  tamen  cardinales,  qui  domino  Benedicto  adheserant,  vel- 
lent  sie  convenire  cum  dominis  cardinalibus  Bome  existentibus, 
quod  sequeretur  eleccio  unius  veri  et  indubitati  pastoris  et 
summi  pontificis.  Factus  igitur  papa  litteras  suas  premissa 
continentes  misit  fere  ad  omnes  principes  universitatesque  25 
studiorum  et  quod  ea  vellent^  inviolabiliter  observare".  Postea 
vero,  licet  ipse  dominus  Gregorius  papa  XII.  in  civitate  Sena- 
rum  et  Lucana  deinde,  ubi  aliquantulum  temporis  tenuit  sedem 
suam,  quadam  collusione  sicut  et  dominus  Benedictus  papa  XIII. 
nuncupatus  in  sua  obediencia  locum,  in  quo  celebrandum  erat  30 
concilium  generale,  ita  difficultaret,  quod  omnino  convenire 
2409i^on  possent,  cardinales  tamen  utriusque  obediencie  anno  domini 
Mirx  25. 1409.  25.  die  raensis  Marcii  in  civitate  Pisana  convocant  con- 

»  80  aüe  Hs8.      *>  graciam  dei  C.      ^  subtingeret  A  6.  7.      *  quod 
add.  A.      «  om,  C.      '  Dacione  Venetus  hier  C.      «f  om,  C.      ^  exdsione  35 
et  add.  A3.       ^  et  add.  A.       ^  sibi  competere  posset  C.       ^  yolebant  C. 
™  servare  A  6.  7. 

^  Er  war  xu  Sulmana  geboren^  wurde  später  Erxbisehof  von  Bologna 
und  trug  als  Kardinal  den  Titel  Bononiensis. 

'  Andreas  hat  die  Wahlkapüidation  von  1404,  deren  Wortlaut  er  tm  40 
Folgenden  beniäxt,  unten  in  seiner  Aktensammlung  (1,  2)  überliefert.  Daraus 
abgedruckt  bei  Soiichon,  Die  Papstwahlen  137 8— 1417,  1,  280  ff. 

»  Souchon  a  a.  0.  i,  111,  Änm.  1. 

*  Im  folgenden  Text  ist  die  WahlkapüuUUion  von  1406  (gedr.  Souehon 
a,  a.  0. 1, 285  ff.)  teilweise  wörtlich  beniitxt.  46 


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—     131     — 

cilium  generale,  que  civitas  alias  per  ambos  contendentes  de 
papatu  ad  consummandum  pacis  et  unitatis  vinculum  faerat 
electa,  nominata  ac  conveniens  reputata.  In  hoc  concilio 
predictus  Gregorius  unacum  Benedicto  deponitur  ac  soUemp- 
5  niter  de  papatu  eicitur  tamquam  scismatici  et  antiqui  scismatis 
nutritores  et  dominus  Petrus  de  Gandia  in  papam  eligitur  et 
Alexander  V.  appellatur.  Huic  eleccioni  sive  concilio  illustrissi- 
mus  et  Serenissimus  princeps  Kudpertus  rex  ßomanorum  per 
ambasiatores  suos  appellacionem  in  Pisis  in  ecclesia  predicato- 

10  rum  interposuit,  ex  quo  novum  scisma,  sicut  in  sequentibus 
patebit,  sumpsit  inicium  \ 

(1409.  210.  Alexander  V.  Sed.  men.  10.  di.  8.  Gregorius 
XII.  Benedictus  XIII.  Hoc  scisma  continuatur  scismati  25.) 
Alexander  V.,   ante  vocatus   Petrus   de  Candia,  presbiter  car- 

15  dinalis  ordinis  fratrum  minorum,  depositis  Gregorio  et  Benedicto 
in  Pysano  concilio  in  eodem  concilio  in  papam  est  electus. 
Horum  tarnen  uterque,  scilicet  Gregorius  et  Benedictus,  post 
deposicionem  ipsorum  factam  in  Pysano  concilio  in  obediencia 
sna   papam   se  nominavit,    sicque   hoc   scisma   trium,  quorum 

20  quilibet  se  papam  nominavit  et  scripsit,  continuatur  scismati 
precedenti,  quod  cepit  tempore  Urbani  VI.  De  lioc  tarnen 
scismate  plenius  et,  quomodo  per  dei  graciam  finem  acceperit, 
patebit^infra.  Hie  approbante  sacro  Pysano  concilio  ex  certis 
magnis  et  arduis  causis  decrevit  ad  triennium,  videlicet  anno, 

25  quo   dicitur  1412.,  generale  concilium   ecclesie  in  civitate  seui4i2. 
loco  habili  et  decenti  fore  convocandum.     Hie  eciam  constituit 
celebrari  ^  conciUa  provincialia   per  metropolitanos    et   synodos 
per  eorum  suffraganeos  secundum  formam  iuris.     Item  ordina- 
Tit  et  mandavit  capitula  monachorum  nigrorum  et  canonicorum 

30  regularium  secundum  formam  concilii  generalis  et  constituciones 
felicis  recordacionis  Honorii  III.  et  Benedict!  XII. 

Hie   fuit   vir  senex    et  defunctus  est  in  Bononia  in  die  1410 
S.  Ploriani  ^  et  in  capitulo  monasterii**  fratrum  minorum  ibidem  Mai  4. 
tumulatus. 

35  Item^  versus  2: 

Lucifer  et  Luna  dum  deicerentur  ab  una 
Mitra  papali  sub  concilio  generali, 

»  exordium  C.  ^  infra  patebit  A  6.  7.  ^  celebrare  A  6.  7. 

d  om,  C. 

40  *  So  auch  das  Breve  Chronicon  ( ikfele  1,  612)  x.  J.  1410.    Daselbst 

an  anderer  Stelle  (a.  a.  0.  611)  die  Angabe:   in  invencione  sancte  crucis 

(3,  Mai).   Alexander  V.  starb  in  der  Nacfä  vom  3.  xum  4.  Mai;  Souchon  2. 89. 

'  Andere  Quellen,  die  diese   Verse  mit  teilen ,  s.  in  Forschwigen  18,  35. 

Sie  finden  sich  auch  in  Cod.  Eichst.  608,  *S.  362. 

9* 


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^     132    — 

Quintus  Alexander  precellens  valde  magister 
De  Orecia  natus  est  Pysis  papa  creatus 
1409  Post  M  C  quater,  tria  si  post  hec  repetis*  ter, 

Juni  26.  In  jo.  Pau.i  festo,  cuius  facti  memor  esto. 

1409.  (Albertus  III.    36.    Sed.  an.  12.)     Anno   domini    1409.  i 

Albertus   StawSär   canonicus    suromusque   scolasticus    eodesie 
Batisponensis  canonice   a  capitulo    electus  eidem  Batisponensi 
ecclesie  preficitur  episcopus.     Hie,   ut  statum  eius  decuit,  füi: 
vir   dignus    moribns.       Quibusvis    enim    eeiam    mininiis   ut 
frequenter    per    inclinacionem    capitis    reverenciam     exhibuit  !§ 
Hie    moderatam    curiam    habuit    et   ecclesie   in    tempoialibiis 
multum  utilis  fuit.    Nam  castrum  Hohenburg  in  Norico  sitnin, 
quod  predecessor   eius  Johannes  alienaverat,   a  Ludwico    doce 
in  ^  Ingelstat   habitis  multis  laboribus  ^  tempore  concilii    Con- 
stanciensis   pro   8   milibus  florenorum  redemit   et   episcopatoi  i^ 
adiecit.      Divinius^  tarnen    actum    esset,   si   de   bonis    ecclesie 
secundum  posse  benefecisset   et  accipere   munera   a  sublectis, 
non  canonice,  obmisisset^ 
1419.  Item   synodum    ordinariam     anno    10.    sui    pontificatos 

sollempniter  celebravit,  in  qua,  sicnt  alibi  ^lacius  scripsi,  statuta  ^ 
provincialia  Eberhardi  archiepiscopi  Salczburgensis  sunt  pro- 
mulgata  et  institutum  est,  ut  deinceps  tempore  pulsacionis 
campane  maioris  cuiusllbet  loci  circa  horam  nonam  cuiuslibeC 
diei  Yeneris,  preterquam  in  die  parasceves  sancta,  qua  pulsos 
fit  ad  tabulas  sive  ligna*^  pro  memoria  expiracionis  sive  mortis  S 
Christi,  per  diocesim  Batisponensem,  sicut  et  per  totam  provin- 
ciam  Salczburgensem  Eberhardus  archiepiscopus  precepit  et 
mandavit  fieri,  ut^psalmus:  Deus,  deus  meus,  respice  in'me, 
dicatur  aut  quinquies  oracio  dominica  cum  tot  salutacionibus 
angelicis.  Hec  tamen  institucio  moribus  utencium  non  ab  % 
Omnibus  est  firmata.  Item '  pro  reformacione  cleri  et  religio- 
sorum  diversas  litteras  per  dyocesim  suam  scripsit,  unde  et 
ipse  quosdam  personaliter  visitavit. 

»  repertis  B  1.       ^  om.  Gl.    de  C 2.  6.       ^  Divinius  —  obmiaisset 
om.  C.         <*  lingwa  A  2.         «  om.  C.        '  etc.  stait  in  me  B  2.  om.  C.  35 
«  Item  —  anno  11.  om.  0. 

*  Die  Wahl  erfolgte  am  26.  Juni  {SoucJion  a.  a.  0.  2,  75),  dem  Tage: 
Johannes  und  Paulus.  Bei  Meibom,  Per.  germ.  SS.  2, 352  tmd  Forsdumgen 
18,  35  heisst  es  statt  Jo.  Pau  sinnlos:  Lothan  in  festo  etc.,  bei  Leiimix. 
SS.  Brunsv.  2,  1138:  in  Pauli  festo.  40 

»  Vgl.  Janner  3,  359  ff.;  VO.  38,  137  ff. 
»  Hieicu  Janner  3,  387,  Anm.  2. 

*  In  seiner  ufUen  folgenden  Sammlung  von  Aktenstücken  der  Regens- 
burger  IHöcesansynode  von  1419. 


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Qoo^(^ 


-     133    — 

Item  perpendens,  quod  magister  Conradus  de  Hyldeshaym  ^ 
licenciatus  decretorum,  presbiter  et  cappellanus  8.  Georgii 
secas  pontem  Ratispone,  iurista  civium,  pecuniam,  quam  a 
domino  acceperat,  in  sudario  ligare,  hoc  est  percepta  dona  sub 
5  ocio  lenti  corporis  abscondere,  noUet,  ordinavit,  ut  legeret  in 
iure  canonico  in  aula  sua  episcopali.  Quod  et  factum  est 
poDtificatus*  eins  anno  11.  1420. 

Item  pontifieatus  sui^  anno  ultimo  feria  2.  post  dominicam,  i^2i 
qua®  cantatur  ^ :  Quasi  modo  **,  in  ecclesia  kathedrali**  soUempniter  Mär%  31. 

10  degradavit'  ülricum  Grünsledär  presbiterum  de  Vohendräz*^ 
oriundam  et  Batispone  ab  adolescencia  educatum  propter 
heresim  Hussistarum,  quia  concilium  Gonstanciense  impugnabat 
defendens  et  dicens  Johann em  Huss  heresiarcham  ^  in  eodem 
concilio  legitime  non  fuisse  condempnatum,  tradiditque^  ipsum 

15  pertinacem  curie  seculari.  Qui  mox  a  iudice,  cuius  quondam 
pedagogus  fuerat,  ducitur  ad  comburendum.  De*  hoc  lacius 
alibi^  in  hoc  volamine^  scripsi  \ 

Item  anno  eodem™,  scilicet"^  ultimo  sui  pontificatus,  a'^ 
quodam  decano  seculari  sue  dyocesis  aput  sedem  apostolicam 

20  accusatur*  et,  ut  personaliter  compareat,  citatur.  Cui  tamen 
per  dominum  Heinricum  plebanum  in  Strawbing,  doctorem 
iuris  canonici,  quem  ad  curiam  Bomanam  causa  huius  negocii 
misit,  ut  per  procuratorem  compareat,  obtinetur^ 

Tuncque   gwerra   magna   fuit  in   Bayaria,   in   qua   ipse 

25  Albertus  episcopus  principibusP  contra  *i  Lud wicum  ducem  in  ' 
Ingelstat  in    adiutorium   fuit.     Sub   hoc   turbine   ipse  tentus 
infiimitate   acceptis   ecclesiasticis    sacramenüs   feria  5.  in  die  Juli  10, 
Septem  fratrum  moritur  et  in  capella  S.  Florini',  que  est*  sita 
in  area  kathedralis  ecclesie,  quam  ipse  dudum  ante  episcopatum 

30  dotaverat,  sepelitur  \ 

*  tunc  temporis  presbiterum  et  predicatorem  per  totam 
Bohemlam  asserentem  se  ex  proprio  totam  veritatem  anuncciare, 
totum  vero  mundum  errare   add.  A2. 

»  8ui  pontificatus  A  6.  7.  *>  eius  A  6. 7.  ^  07n,  C.  *  geniti 
35  add.  A  7.  B  2.      «  Ratisponensi  add.  C.      '  quendam  add.  C.      «  Vohen- 

draz  A  3. 5.  7.   Vahendram  A  6.   Yohendräz  B  1.   Vohendräs  C.        ^  que 

om.  A  6.  7.       *  De  —  scripsi  om   A  6.  7.       ^  libro  C  6.       *  scripeit  A  5. 

™  ani.  C.      «»  a  —  Tuncque  om.  C.      ®  obtinere  B 1.      p  Bavarie  add.  C. 

q  am.  B2.  '  de  C.  ■  Floreni  B  1.  '  sita  est  C  ^  specialiterl 
40  A  5.  6.  7. 

»  Janner  3,  372. 

'  Vohenatraius. 

■  Unten  in  der  Husitejichronik. 

*  Die  Ursache  ist  unbekannt;  Janner  3,  386. 


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-     134     - 

De*  scismate  in  Amberg. 

Huius  temporibus  ortum  est  scisma  pessimum  per  parti- 
culares  eeclesias  in  Alemannia,  qnod  accidit  hoc  modo.     Damp- 
natis  in  Pysano  concilio^  Gregorio  XII.  et  Benedicto  XIIL  et 
electo   Alexandro   V.    Rudpertus  rex  Romanorum  ad  diversas  ä 
terras  et  loca  litteras  scripsit  ^  declarans  et  conquerens,  quomodo 
ipse    semper    ut   fidelis    ecclesie    advocatus   semper®  a    longis 
temporibus  toto  cordis  aJBFectu  optaverit  et  optet  unionem  sancte 
matris    ecclesie,    ipsum*^  autem    concilium    Pysanum     non   sit 
legitime   celebratum   et  ex  multis  causis   pro  generali  concilio  i» 
non  tenendum  nee  unionem  sancte  matris  ecclesie,  sed  maiorem 
scissuram  induxerit,  quapropter  ipse,  sicut  hactenus  fuerat  in 
obediencia  Gregorii  const4inter  vellet  manere,  quousque  de  ipso 
Gregorio  legitime  et  canonice  esset®  decretutu.   Interea  Alexander 
papa,  cui  maior  pars  christianitatis  adherebat,  et  rex  Rudpertus  l: 
infra    annum    rebus    excedunt    humanis,    et   Alexandro    pape 
succedit  Johannes  XXIIL,  Rudperto    vero   in*^  regno   succedit 
Sigismundus.   Mortuo  igitiir  Rudperto  rege  filii  eius  Ludwicus^. 
Johannes  et  ceteri  constanter  in  obediencia  Gregorii  XII.  sicat 
et  pater  ipsorum  perseverant.    Unde  omnes  sub  eorum  dominio,  :S* 
ut  obediant  Gregorio  pape  et  non  Johanni,  potenter  compellunt 
nolentes  vero  obedire  beneficiis  privant  eadem  aliis  existentibus 
voluntatis  eorum  conferendo.     Tunc   quidam  clericus  secalaris 
nacione  Hasso,  nomine  Hermannus  \  tytulo  Ebronensis  episeopi 
a  Gregorio  impetrato  venit  Ambergam  celebrans  ibidem    et  in  äS 
territoriis  adiacentibus,  que  erant  sub  dominio  filiorum  predicti 
Rupert!^  regis,  pontificalia.     Ex  quo  episcopo   nostro   Alberto 
ceterisque   magna   fiebant  detrimenta.     Et  duravit  hoc  scisma 
usque  ad  conciliiun  Constanciense,  de  quo  postea  dicetar.     In 
quo  totaliter  fuit  sopitum.  ^ 

1409.  Item*  anno    primo^  pontificatus    Alberti   episeopi    Batis- 

ponensis  Conradus  Hallär^  prepositus  huius  loci  moritur.  Post 
cuius  mortem  Conradus  Ekkär  plebanus  in  Saler"  in  prepositum 
postulatur.  Qui  resistere  nolens  divine  voluntati  factus  est 
prepositus    huius  °  monasterii,    scilicet    S.   Magni    in   preurbio  35 

*  De  —  Amberg  om.  A 6  7.  ^  om,  A3.  «  oni.  C.  ^  ipsnm 
—  ecclesie  om.  Bl.  «  sit  C.  ^  regi  Roraanorum  statt  in  regno  B2. 
e  et  add.  B2.  *»  regia  Ruperti  B2.  ^  Item  —  eternam  om,  B2.  C 
^  primo  anno  A  .*).  i  Hallar  A  3.  Haller  A  5.  6.  7.  «"  Salar  A  3 
Soler  A  5.        "  loci  scilicet  add.  A  3.  *' 

*  RTA.  0,  479.  Deutscher  und  lateinischer  Text  unten  in  des  Andreas 
Aktensa77imlung  h  21  und  7,  7. 

"^  Janner  3,  356, 


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—     135    — 

Ratispone,  et  ipsum  monasterium  a  debitis  maximis  exoneravit. 
Quod  deiis  ipsum  tali  fine^  concludere*  concedat,  ut  post  hanc 
Yitam  possidere  mereatur  eternam. 

(1410.211.  Johannes  XXIIL  Sed.an.5.  GregoriusXII. 
5  Benedictus  XIII.  Hoc  scisma  continuatur  scismati  26.)  ^Jo- 
hannes XXIII.  '^,  ante  dictns  Balthasar  de  Ghossa,  nacione 
Neapolitanus,  cardinalis**  tituli  S.  Eustachii,  Alexandre  V.  vita 
functo  electvis  diios  contendontes  de  papatu  habuit  adversarios, 
scilicet    Gregorium  XII.    et    Benedictum   XIII.    sie   in    suis 

10  obedienciis  nuncupatos.  Hie  Johannes  fuit  vir  bellicosus, 
pecunie  cupidus  et  in  disponendis  negocÜQ  callidus.  Hie  ante 
papatum,  dum  esset  cardinalis,  Bononiam  ut®  legatus  ingressus 
in  dedicionem'  accepit  et  statim,  postquam  fuit  electus,  a 
Bononiensibus    quasi  interemptus    fuit,    sed   a  carnificibus  est 

15  liberatus^.  Hie  recuperata  Romana  urbe  de  manibus  hostium 
rogatu  Romanorum,  qui  presenciam  eius  pro  conservacione  urbis 
plurimum  flagitabant  promitteutes  ei  se  daturos  gabellam  sive 
daciam,  scilicet  terciam  partem  omnium  vendibilium,  venit 
Romam.    Ubi  secundum  constituciones  Alexandri  V.,  scilicet  de 

20  concilio  ad  triennium  post  concilium  Pysanum  celebrando  *, 
ipse  Johannes  generale  coucilium  in  Romana  urbe  celebrandum 
convocat.  Videos  autem,  quod  in  tempore  constituto  prelati  et 
ceteri,  qui  huiusmodi  concilio  generali  interesse**  debebant, 
nequaquam    in   tanto   numero    convenissent,    quantum   rerum 

25  agendarum  pondus  et  magnitudo  requirere  videbatur,  ipsum 
concilium  prorogat*  et  requisitus  instantissime  per  litteras 
Sigismundi  electi  in  regem  Romanorum  et  TJngarie  regis 
illustris,  ut  non  properaret  pro  concilio  celebrando,  sed  ut 
supersedere  vellet,  donec  ipse  nuncios  suos  super  hoc  instructos 

30  ad  eius  presenciam  destinaret,  ipse  Johannes  papa  de  voluntate, 
consilio  et  assensu  fratrum  suorum,  Romane  ecclesie  cardi- 
nalium,  adventum  predictorum  nunciorum  duxit  exspectandum. 
Interea  Ladislaus*^  rex  Neapolitanus,  qui  se  scribebat  regem  12 
regnorum    et   adversarius    fortis   Johannis    pape   fuerat,   ipsi 

35  Johanni  pape  litteras  mittit  continentes  omnem  reverenciam 
et  obedienciam  ipsumque  Johannem  divina*  providencia*  papam 

*  clandere  A  5.  ^  De  Johanne  XXIll.  et  de  Gregorio  XII., 

Benedicto  XIII.,  qui  sunt  duo  scismatici  anno  domini  1410.  rot  oUs  Ueber- 

Schrift  B2.         c  nacione  Neapolitanus  hier  C.        ^  tituli  S.  E.  card.  C. 

40  *=  ingressus  ut  legatus  C.       *  dedicacionem  A  7.      *.'  celebrandum  alle  Hss. 

^  preesse  A  3.        »  prorogant  A  6.        ^  rex  Lad.  B  2.        *  om,  A  3. 

'  Er  starb  1436  (Cgm.  5666 y  S.  2  u.  21)  noch  xu  Lebzeiten  Ses  Andreas. 
'  So  auch  das  Breve  Ghronicon  {Oefele  1,  612). 


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Qoo^(^ 


—     136    — 

XX III.  verum   et  unicum  Roraanum   pontificem    et   in   terris 
Jesu  Christi  vicarium   Petrique  apostolonim  principis  sueces- 
sorem.      Tunc    temporis    fit    vociferacio    Romanorum    contra 
Johannem  papam  propter  gabeilam  sive  daciam  rerum  vendi- 
bilium  et  alia  nunciaturque  adventus  Ladislai*  regis  Neapolitani  5 
in  manu   valida  contra  Romanos.     Tunc  a  Romanis  auxilium 
a  Johanne  papa  petitur,  quod  et  eis  promittitur,  sed  et  gabella 
sive  dacia,  quam^'nos  iingelt  vocamus,  per  preconem  revocatur. 
In   Signum    denique   promissi    auKilii    stipendiarii   a   Johanne 
papa  in    map^na  multitudine  scribuntur.     Romanis   igitur    non  10 
caute   provisis  Ladislaus   rex  manu  hostili,   non  tamen  magna 
quibusdam,  sicut  °  dicitur  ®,  ipsum  foventibus  urbem  ingreditur. 
Johannes  papa  relictis  Romanis  fuga  potitur,  urbs  depredatiir, 
et  Romani    plurimi  ad  Neapolim  captivi  ducuntur.     Hoc  facto 
brevi  tempore    elapso   Ladislaus    rex   miserabili     moite   finem  15 
vite  fecit.    ^Dicitur  enim,  qiiod,  dum  puellam  quandam  impudice 
amaret,    indigne   ferentes   hoc   eins   fratres    carnales    dixerunt 
matri:   Ecce,   rex   sororem  nostram  polluit.     Accipe  ergo  hoc 
unguentum    et   da   sorori  nostre    et  die,   iit  rege  volentfe  sibi 
commisceri  secrete  locum  sexus  sui  cum  illo  perungat.     Quod  20 
mox  ut  fecerit,  ipsa  concipiet,  vel  rex  semper®  eam  adamabit, 
et  sie  omnes  per  eum  ditabimur.    Quod  dum  factum  ex  swasa 
matris  fuisset,  mox  ipsa  infecta  moritur,  et  rex  circa  genitalia 
putrefactus  moriendo  eciam  penam  sue  libidinis  accepit. 

Deinde  post  Romane  urbis  miserabilem  casum  Johannes  25 
papa  et  Sigismundus  rex  de  generali  concilio  celebrando 
prehabitis  diversis  tractatibus  simul  concordarunt.  Per  aposto- 
licas  igitur  litteras  Jobannis  pape  adiunctis  litteris  regis  Sigis- 
mundi  concilium  generale  iniciandum  prima  die  mensis  Novembris, 
1414 qnaxido*  numeratur'  annus»  domini  1414.  in  civitate  Constancia  ^ 
Nov.  t  Maguntinensis  provincie  statuitur,  pronunciatur  et  decernitur. 

Ad^  sacrosanctam  synodum  huius  generalis  concilii  in 
spiritu  sancto  feliciter  congregatam,  sanctam  matrem  et  univer- 
salem ecclesiam  militantem  representantem'  ego  frater  Andreas 
eiusdem  sancte  matris  ecclesie  alumpnus,  quantiim  in  me  erat,  35 
paratus  eram  eciam  cum  onere^  personaliter  venire,  ob  Status 
tamen  mei  parvitatem  affectum  in  hoc  non  deduxi  in  efFectum. 
Et  licet  hoc  intervenerit,  fervencius  tamen  domino  largiente 
pro  modulo   ingenioli   mei   acta   ipsius  generalis  sinodi,   ut  in 

»  regis  Ladislai  A  3.  C.      ^  teiitonice  statt  quam  nos  vocamus  A  3.  40 
c  07n.,  Romanis  de  Sanguineis  nunccupatis  adä.  C.     <*  In  Parusio 
enim  dum  per  vim  quandam  puellam  statt  Dicitur  —  quandam  C.      ®  eam 
semper  C.      '  om.  C.      «  anno  C.      *»  hanc  add,  C       '  om.  C.      ^  honere 
C1.2.    honore!C6. 


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—     137     — 

posterorum  noHciam  perveniant,  scribere  curavi  et  pauca  e 
iniiltis,  prout  a  fide  dignis  audivi  vel  ex  scriptis  collegi,  hie 
meniorie  commeüdavi  *. 

Item  Johannes  papa  relut  gigas  montes  transiens  de  Italia 

venit  in  Germaniam  celebratunis  conciliiira  generale  in  civitate 

Coiistancia,volgariter^  Chostnicz  *^,  provincie  Maguntine  terreque  ^ 

S-weTie*.    Ubi    dum   personaliter   in  termino  decreto,   de  quo 

siipra  dictum   est,  consisteret   et  concilium  adhuc    exile  esset 

voluit,    ut   voces  habere    debeant  nisi**  cardinales,   patriarche, 

archiepisoopi  et  episcopi,  non  tarnen  omnes,  sed  certi,  quorum 

voces  requirende  sunt  in  sessione  publica  seu^  publicis  sessionibus 

et  non  in  particularibus  consiliis.    In  quo  ipse  Johannes  papa 

non  fuit  auditus,  sed  confluentibus  singulis  membris  singularum 

nacionnm   ad   capita   sue   nacionis    decretum   est,   ut  synodus 

ipsa    generalis    secundum    distincciones^  nacionum    ad  morem 

stadiorum  generalium  ordinari  deberet  '.    Sicque  primum  facte 

sunt   naciones  qnatuor,  scilicet  italica,  gallicana)  germanica  et 

anglicana,  et  postremo  per  eos,  qui  erant  de  obediencia  Bene- 

dicti,  introducta  est   nacio  quinta,   videlicet  hyspanica,  fuitque 

in  singulis  nacionibus  ordinatutn,  ut  nuUa  persona  fidelis,  que 

audiri   requirebat^,   exciuderetur   ad   salubriter   tractandam  et 

ordinandum  ea,  que  debitum  regimen  ecclcsie  katholice  in  fide 

et  moribus  respiciebant.    Item  ad  exstirpandum  induratum  et 

pestiferum    scisma  pro   unione  ecclesie   dei  tres  fuerunt  modi 

oblati,  scilicet  disceptacio  iuris,  quis  illomm  trium  contenden- 

cium  yeruB^  papa  diel  deberet,  secundo  amicabilis  composicio, 

tercio    cessio   contendencium  de    papatu.     Et   quia  primi  duo 

modi   pro  exstirpacione  scismatis  et  ecclesie  dei  reintegracione 

impossibiles  fore  putabantur,  reiecti  fuerunt,  et  tercius,  scilicet 

>  via    cessionis,    tamquam   facilior,    celerior,    sanccior  et  iustior 

amplexatus   fuit   et   per   singulas  naciones  approbatus.     Item 

Johannes  papa   audita  deliberacione   nacionum  sua   spontanea 

Toluntate  viam  cessionis  amplexatus  obtulit  eam  successive  in 

duabus  cedulis,  que  ambe,  quia  nimis  exorbitantes  videbantur, 

5  sunt   reiecte.     Unde  sibi  cedula  alia  pure  concepta  est  oblata, 

cuius  tenor^  sequitur*  et*   est  talis: 

Ego  Johannes  papa  XXIII.  propter  quietem  tocius  populi 
christiani  profiteor,  spondeo  et  promitto,  iuro  ac  voveo   deo  et 

»  recommendayi  A  6.  7.       ^  am.  C.       «  soll  C  6.,  alle  übrigen  Hss. 
lO  nisi.        *  seu  —  seflsionibuB  om.  A3.      •  discrecioDes  A  6.  7.        '  deberent 
A6.  7.        «  debcbat  C.        ^  verus  —  contendencium  o^t;   C.       »  om.  B2 
et  est  om.  A3. 

'  Oedr.  Hefek  7,  85,    Daselbst  die  älteren  Druckstellen. 

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—     138     — 

ecclesie  et  huic  sacro  coacilio  sponte  et  libere  dare  pacem 
ipsi  ecclesie  per  viani  mee  simplicis  cessionis  papatus  et  eani 
facere  et  adiraplere  cum  effectii  iuxta  dcliberacionem  presentis 
concilii,  si  et  quando  Petrus  de  Lima,  Benedictus  XIII.  et 
Aügelus  de*  Corario,  Gregorius  XI L  in  suis  obedienciis  nuncupati^  5 
papatui,  quem  pretendunt,  per  se  vel  procuratores  suos  legi- 
times similiter  cedant  et  eciam  in  quocunque  casu  cessionis 
vel  decessus  aut  alio,  in  quo  per  meam  cessionem  poterit  dari 
unio  ecclesie  dei  ad  exstirpacionem  presentis  scismatis. 

Hanc   cedulam  Johannes   papa  gratanter   et  devote  sus-  lo 
cipiens   legit  eam   in   sessione   publica   habita   die  3.^  mensis 
7-^/0  Marcii  anno    domini  1415.  realiter   et   cum   efFectu  digitis    in 
Marx  3.  pectus  suum   iunctis   et  capite  inclinato  versus  aram.     Quibus 
peractis  tenorem  dicte   cedule  eciam  cum  bulla  sua  roboravit 
Post   quorum    omnium   expedicionem   et   gesta  supradicta    in  15 
quantam  leticiam   et  gaudium  corda  fidelium  suscitata  fuerint, 
Mäf^  21.  dicant,   qui  viderunt.     Sed  paulo  post,  scilicet  21.^  die  mensis 
Marcii,  in   qua  fuit  festum   S.  Benedicti  abbatis,   gaudium  et 
leticia  in  tristiciam  et  merorem  fuerunt  conversa,  eo  quod  dictus 
dominus  noster^  apostolicus  eodem  die  nocte  surgente  et  sole  ad  20 
occasura  vergente  —  nescitur,  quo  ®  spiritu  ductus  —  f urtive  mutato 
habitu   de    Constancia   ac    concilio    Constanciensi   clamdestine 
aufugit,    populum    sibi   fideliter   commissum    et   supradictum 
concilium  miserabiliter  erroneum  dimisit  cum  quodam  ductore  **, 
scilicet  Friderico   duce  Austrie,  oppidum  Schaffhusen  intrando.  25 
Quanta   tunc  lamentacio  zelatorum  iidei  catbolice  fuerit,  nimis 
longum   esset   perorare.     Et  quamquam  multi  Ttalici  sui  o£B- 
ciarii  ipsum   sequerentur  ad  locum  predictum,  tamen  generale 
concilium  per  huiusmodi  fugitivum  recessum  se  minime  recog- 
novit   dissolutum.     Item  Johannes  papa  post   recessum  suum  30 
a  concilio®  litteras  suas  in  orbem  terrarum  ad  reges  et  principes 
misit   adiuncta   cedula   continentem'  articulos   17    fuco    illitos, 
quibus  ipse   Jobannes  causam  sui  recessus  nitebatur  colorare, 
sed   tamen    frustra.     Nam    concilium    ex  opposito  litteras    in 
Universum  mundum  misit,  quibus  omnis  dolus  intentus  frustra-  35 
batur.    Et  factum  est  domino  excelso,  qui  alta  a  longe  cognoscit, 
largiente,    ut   ipse   Johannes    papa    per    Sigismundum   regem 

•  o?w.  A1.2.  5.  B  1.  b  om,  C.  «  q^o  ductus  spiritu  C. 

^  tyranDO  statt  ductore  Rcilicet  C.    In  A\.  sfatid  tyranno,  tüurde  aber  auS' 
radierty  dafür  steht  am  Band:  ductore  scilicet.   auctorc!  B  1.      «  predicto  40 
add.  C.        '  so  alle  IIss.,  nur  A  3.  continente. 

^   Vielmehr  am  2.  Marx;  He  feie  7,  86. 

'  Die  Flucht  erfolgte  am  Abend  des  20.  Marx. 


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-     139     — 

fidelibus  adiuvantibus  et  presertim  Ludwico  duce  Bavarie  in  * 
Ingelstat  ad  concilium^  reduceretur  et  in  Gotlyeb^^  Castro  prope 
Constanciam    in    custodia    tuta    ad    standum    determinacioni 
concilii  servaretur. 
5  Item   Johannes   papa    premissis    diversis   requisicionibus 

secundam  determinacionem  concilii  dum  acquiescere  nollet, 
ab  administracione  papatus  suspenditur  et  propositis  contra 
eiim  54  articulis  postremo  per  sentenciam  difißnitivam  a  papatu 
deponitur,  universique  Christicole  ab  eins  obediencia  absol- 
10  vuntur,  traditurque  vigore  dicte  sentencie  in  manus  Sigis- 
mondi  regia  Bomanorum,  universalis  ecclesie  advocati,  ad 
standum  et  morandum  in  aliquo  loco  bono  et  honesto,  quamdiu 
sacro  generali  concilio  pro  bono  unionis  ecclesie  videbitur. 
Qui  Sigismundus  statim  eum  Ludwico  comiti  palatino  Reni, 
15  qui  erat  de  obediencia  Oregorii  XII.,  recommittit.  A  quo  ductus 
in  castrum  Beni  Monhaym  ^  ^  nuncupatum  *  honeste  ab  eo,  sicut 
diffinitum  erat,  tractatur.  De  cuius  solucione  postea  sub 
MartinoV.  patebit. 

Item  versus^  de  Johanne' XXIII.  post  eieccionem  eius  de 
20  papatu : 

Qui  modo  summus  eram  gaudens  de  nomine  presul, 
Tristis  et  abiectus  nunc  mea  fata  gemo. 
Excelsus  soUo  nuper  versabar  in  alto, 
Cunctaque  gens  pedibos  oscula  prona  dabat. 
35  "Sxmo  ego  penarum  fundo  devolvor  in  imo, 

Et  Yoltum  informem  quemque  videre  piget 
Omnibus  e  terris  aurum  michi  sponte  ferebant, 
Sed  nee  gaza  iuvat  nee  quis  amicus  adest. 
Sic  varians  fortuna  vices  adversa  secundis 
30  Subdit  et  ambiguo  numine  ludit  atrox. 

Gedat  in  exemplum  cunctis,  quos  gloria  tollit; 
Yertice  in  summo  mox  ego  papa  cado. 
Item   Johannes'  post    sue   deposicionis    sentenciam,    cui 
acquievit,   expresse    consensit'  spontaneam  papatui   cessionem 
35  dictamque    sue     deposicionis    sentenciam     per    instrumentum 

»  de  C.  *  vi  add.  C.  ^  castro  Gotlieb  C.  Gotlyb  A  3.  Gotlieb 
A  6.  7.  B  2.  ^  Monhaim  A  2. 6.  7.  Manheim  A  5.  Monheim  C.  ®  nuncu- 
pato  A.  (ausser  A 3.)  B.        '  papa  add,  C.        'in  add.  C. 

^  Qottlieben  tcesÜich  von  Gonsianx. 
40  *  Manrifieim. 

'  Ohne    Vers  9  und  10  auch   bei  Engelhusius   ed.   Mader  S.  296, 

daraus  v.  d.  Hardt  4, 298.    Ohne  Vers  11  und  12  aiich  bei  Liidewig-Finster- 

waldf  Qermania  prineeps :  Das  Buch  vom  ganx^n  PfcUxiscken  Hause  S.  807, 

daraus  Mannheimer  Geschichtsblätter  1  (1900),  20  (vgl.  das.  42).    Gan%  in 

45  ZeUschr,  f.  kath.  Theologie  22,  403,    Auch  in  der  Baseler  Hs,  A.  U.  34,  Bl.  318. 


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-     140     — 

firmavit  et  iuri,  si*  quid  haberet  in  papatu,  renunciavit.  Iteni 
Gregorius  XII.  sie  in  sua  obediencia  minciipatus  per  procoTd- 
torem  suum  legitimum  omni  iiiri,  quod  pretendebat  in  papatu, 
et  ipsi^  papatui  sponte  cessit.  Hie  Gregorius  ante  paucos  di^ 
eleecionis  unici  pastoris  eeclesie,  scilicet  Martini  V.,  Arinmii  Id  : 
provineia  Bomandiole  decessit. 

Item  per  deposicionem  canonicam*'  Johannis  XXIIL  et 
cessionem  Gregorii  XII.  sie  in  eorum  obedienciis  iiuiicupati& 
iste  due  obediencie  in  unam,  seilicet  obedienciam  Constan- 
eiensis  concilii,  sunt  reducte.  Item  reduetis  duabus  obediendis  n 
in  unam,  sicut  supra  dictum  est,  restabat  adhuc  obediendi 
Benedicti  XIII.  Qui  Benedictus  spretis  salutaribus  monitis  el 
requisieionibus  et  preeipue  regis  Bomanorum  Sigismundi  et 
orthodoxi  regis  Ferdinandi  Arragonie,  sub  cuius  dominio  erat 
ad  quem**  Sigismundus  rex  cum  ceteris  oratoribus  oondlüB 
Constanciensis  per  longa  laboriosaque  itinera  venit  invenitque 
eum  in  egritüdine  gravissima  morti  proximum.  Qai  tarnen 
Ferdnandus  rex  eontra  valitudinem*  medioorumque  consilia,  m 
ipse  tanto  dei  et  eeclesie  negoeio  non  deesset,  se  mari  com 
magno  vite  perieulo  committere  non  expavit,  ut  et  ipseS 
personaliter  unacum  rege  Sigismundo  ipsum  Benedictom  in 
Perpiniano  requireret,  ut,  seeundum  quod  promiserat  et  infa- 
men to  firmaverat,  per  suam  cessionem  de  papatu  paeem  eecle- 
sie daret.  Dum  ipse  Benedictus  a  faeie  regum  a  Perpiniano  ' 
fugeret  eosque  audire  reeusaret,  obediencia  sibi  a  predicto  rege  ä 
Ferdnando  ceterisque  regibus  et  principibus  subtralütur  et 
coneilio  Constanciensi,  quod  erat  de  duabus  obedienciis,  ut 
predictum  est,  unitur.  Ipse  aotem  Benedictus  citatur  et  non 
comparens  canonice  dampnatur  et  de.  papatu  eicitur.  Item 
ipsum  coneilium  Constanciense  sepedietas  tres  obediencias,  31 
scilicet  quondam  Johannis  XXIIL,  Gregorii  XII.,  Benedicti  Xm., 
indifferenter  approbat  et,  queeunque  per  ipsos  tres  iam  dictos 
ante  eieccionem  sive  cessionem,  ut  prefertur,  de  papatu  alias 
canonice  seu  raeionabiliter  sunt  acta,  ad  habundantem  cautelaoi 
habilitat  et  eum  eis,  quantum  oportunum  fuerit,  dispensat  33 
Item  reduetis  tribus  obedienciis  in  unam,  ut  premissum  est*, 
(lecretura  est  a  coneilio,  ut  ad  eieccionem  futuri  summi  ponti- 
ficis  ad  cetum  cardinalium,  qui  numero  erant  23,  de  nacionibus, 
que  numero  erant  5,  seilicet  italiea,  gallieana,  germanica, 
anglicana   et    hyspaniea,    iungerentur    viri    doeti    experti  et  a  ^ 

^  quod  Bibi  in  papatu  competebat  statt  si  —  papatu  C.  ^  om.  B  2. 
^  ani.  C  ^  Femandum  ipse  add  C.  •  «  valetudinem  B  1.  'non 
add.  A  5.    Perpinia  nö  so!  A  7.        «  om.  A. 


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-     141     — 

nacionibus    electi    numero  30,    hoc    est    de    qualibet   nacione 
numero*  6,    qui    unacum    cardinalibus    haberent   auctoritatem 
tocins  concilii  eligendi  papam.    Habuit  autem  quilibet  illorom 
assumere   sibi**  duos,    quoscunque    voluisset,   pro  ministris   in 
5  conclavi.     Hii   igitur*"  ingressi    conclave  cum   ministris  8.  die  i^i 7 
Novembris,   postquam**  ingressi  fuerunt,   cum   concilium**  lamNov.  8. 
annis    tribus    continuis    durasset,   in    die    S.   Martini    episcopi  iViw.  11. 
Turonensis'  Oddonem   de   Golumpna   dyaconum  cardinalem  in 
papam  concorditer  elegerunt,    unde    et   ipse   Maitinus  mutato 

10  nomine   Yoluit   appellari.     Post   cuius   eleccionem*   concilium 
ipsum'  usque  in^  22.  diem  mensis  Aprilis,  quando  numeraturi^/^ 
annus  domini  1418.,    durat'  et   tunc    auctoritate  Martini  pape^j^r.  22, 
absolvitur,  omnibnsque  et  singulis  in  eo  existentibus  ad  propria 
remeandi  ipso   approbante  concilio   licencia  impartitur.     Hec 

15  sacrosancta  synodus  generalis  Constanciensis  concilii  licet  non 
audiatur  quota  sit  in  ordine  ad  sinodos  generales  precedentes, 
imitando  tarnen  eos,  qui  hanc  synodum  Pysano  generali  con- 
cilio, in  quo  electus  est  Alexander  huius*  nominis^  Y.  continuant, 
in  respectu  ad  generale  Lugdunense  concilium  sub  Gregorio  X. 

20  celebratum  et  decimum  superius  computatum  poterit  hec 
sancta  Constanciensis  synodus  salvu  correccione  sapientum 
undecima  universalis  computari.  In  hac  synodo  tanta  fuit 
multitudo  gloriosorum  principum,  prelatorum  suorumque  ora- 
torum,  magistrorum,  doctorum,  universitatum,  ambasiatorum  et 

25  procuratorum,  cuius  similem^  neque  homo  meminit  ac  scripta 
commemorant  fere  unquam  retroactis  temporibus  causa  concilii 
convenisse.  Ibi  affuerunt  eciam  Greci.  In  hoc  concilio  con- 
dempnati  et  reprobati  sunt  45  principales  articuli  perversi 
dogmatis  Johannis  Wygkleff  et  alii  eciam  ^  260  de  eins  Ubellis 

30  excerpti.  Et  quia  idem  Johannes  Wygkleflf  notorius  fuit 
hereticus  ac  pertinax  in  heresi  decessit  anathematizatus,  con- 
dempnando  ipsum  pariter  et  suam  memoriam  decretum  et 
ordinatum  est  corpus  eins  et  ossa,  si  ab  aliis  fidelibus°^ 
corporibus  discemi  possint,  exhumari  et  procul  ab  ecclesiastica 

35  sepultura  iactari   secundum  canonicas  et  legitimas  sancciones. 

*  octavo   die   cum   magno  decore  et  gaudio  mitra  papali 
docoratur  \  duratque  expost  add.  C. 

»  VI  numero  C.       *>  om,  A.       ^  8.  die  mensis  Novembris  hier  C. 
*  pofltqnam  —  fuerunt  om.  C.  ^  iam  concilium  C.  '  Turonensis 

40  episcopi  C.  ff  om.  C.  *»  ad  A  5.  6. 7.  C.  »  om.  C.  ^  numerum 
add.  C.        »  260  eciam  C.        ^  et  add.  B  1.    corporibus  fidel.  C. 

^  Geschah  vielmehr  am  21.  November. 

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—     142     — 

Hie  asscnüt:  Si  episcopus  vel  sacerdos  est  in  peccato  mortai 
non  ordinat,  non  conficit  nee*  conseerat  nee**  baptizaL  Itea 
populäres  possuDt  ad  suum  arbitrium  dominos  delinqaentfö 
eomgere.  Item  oracio  presciti  nulli  valet.  Item  universitatesw 
studia,  eollegia,  graduaciones  et  magisteria  in  eisdem  snst^ 
vana  gentilitas  et  vana  gentilitate  introducta  et  tantum  prosuc: 
eeeesie  sicut  dyabolus.  Item  deus  debet  obedire  dyab€«lj. 
Item  iuramenta  illieita  sunt,  que  fiunt  ad  roborandum  huxnanr^ 
traetatus  et  eommereia  eivilia.  Item  omues  religiones  in- 
difPerenter  introduete  sunt  a  dyabolo.  Hee  de  eins  pestiferisl« 
articulis  hie  dieta  sufficiant,  ut°  per  eeteros  bumanus  animos 
hie  legende  non*  poUuatur. 

Fuit  autem  dietus  Johannes  Wigkleff  temporibus  KarolilT. 
Romanorum  imperatoris®  in  Anglia  magister  uniTersitatis 
Oxoniensis  et'  presbiter  plebanus  euiusdam  parrochie*  Can-ü 
tuariensis  diocesis  et'^,  sieut  quidam  mihi  rettulit,  natns  in 
Anglia  ex  patre  Judeo,  matre  vero  Christiana  et  vidua,  que 
mortuo  marito  depauperata  de  Franeia  venit  in  Angliam.  Ab  ' 
illo  Wigkleff  eins  sequaees  dicti  sunt  Wigkleffiste  \ 

Ad  hoe  eeiam  eoneilium  Johannes  Huss  in  bona  custodia  9 
deductus  et  presente  Sigismundo  rege  Romanorum  tamquam 
hereticus  iudicatus  et  eondempnatus  curie  seeulari  traditos 
igne  comburitur  perpetuo  igne  ai*surus  proiectis  pulveribus  eins 
in  laeum,  ut  reliquie  non  remanerent  super  terram.*  Hie 
Johannes  Huss  post  eondempnacionem  Johannis  Wigklef  etJ 
artieulorum  librorumque  eius,  quos  dyalogum  et  trialoguni 
appellavit,  publiee  resistit  et  in  multitudine  cleri  et  populi 
Johannem  Wigklef  in  predieacionibus  virum  katholicum  et 
doetorem  ewangelieum  in  favorem  eius  doctrine  asseruit 
Hie*  eeiam  asseruit:  ünica  est  sancta  universalis  ecclesia,  que  3 
est  predestinatorum  tantum.  Item  Petrus  non  est  nee  fiiit 
eaput  ecclesie  sancte  katholiee**.  Item  eondempnacio  45 
artieulorum  Johannis  Wichleff  per  doctores  faeta  est  irraciona- 
bilis  et  iniqua,  et  male  facta  est  eausa  per  eos  all^^ata. 
videlieet    quod    nullus    ex    eis    est    katholieus,    sed    quilibetS 

*  Waeh,  qui  mala  exempla  probet  mundo !    add.  A  2. 
**  sed  Christus  et  Sisehka  frater  monoculus  et  capitaneus 
add.  A  2. 

»  non  A  2.  6.  7.        ^  neque  C.        c  ne  A  3.       *^  otn.  A  ausser  A  7 
®  necnon  regia  Bohemie  sereDiBsimi  add.  A  2.     '  presbiter  et  C.    *  eccleae  C.  4 
h  et  -    rettulit  aw.  C.        *  Ab  —  Wigkleffiste  om.  C.         ^  Hier  tn  B2. 
der  Abschnitt:  Item  cum  anno  domini  1422  .  .  .,  der  in  B  1  unmittelbar 
vor  der  Fortsetzung  der  Chronik  steht.        ^  Hie  —  asseruit  om.  A  6. 7. 


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—     143     — 

eorum  aut  est  heretieus  aut  erroneus  aut  scandalosus.  Item 
nuUuB  est  dominus  civilis,  uullus  est  prelatus,  nulius  est*^  epi- 
scopus,  dum  est  in  mortali  peccato.  Item  fecit  librum,  quem 
intitulavit  de  ecclesia,  in  quo  et  in  aliis  suis  opusculis  26 
5  principales  articulos  sui  erroris  posuit,  ex  quibus  paucos  in 
reprobacionem  sue  perverse  doctrine  bic  inserui  ^. 

Fuit  autem  dictus  Jobannes  Huss  dampnate  memorie 
nacione®  Bobemus,  piesbiter,  baccalarius  in  tbeologia  universitatis 
Fragensis,  oriundus  de  villa  nomine  Huss,  a  qua  et  Huss  est 

10  vocatus.  Huss  autem  interpretatum  latine  sonat  auca*.  Ab  illo 
Jobanne  Huss  Hussiste  heretici  sunt  vocati. 

Igitur  dampnato  Jobanne  Huss  magister  Jeronimus,  laicus, 
nadone  Bobemus,  dictus  de  Praga,  magister  in  artibus,  de  quo 
dictum   est  supra^  sub  fiuperto  rege^  Bomanorum,  qui  scripta 

15  Johannis  Wygkleff  tulerat  Jobanni  Huss  de  Anglia  in  Bobemiam, 
fictis  quibusdam  falsis  litteris  in  defensionem  sui  erroris  de 
Constancia  ®  equitans  venit  usque'in  Bavariam  volens  intrare 
Bobemiam**.  Qui  casualiter  a  iudice  ducis  Jobannis  filii ' 
quondam  Buperti    regis  Komanorum    dicto   Teynstorfär^  iuxta 

20  oppidum  Hirsaw  tentus  ab  ipso  Jobanne  duce  per  sollempnes 
oratores  adiunctis  litteris  subtilis  dictaminis  concilio  Constan- 
ciensi  presentatur,  ubi  similem  penam  sui  complicis,  scilicet 
Jobannis  Huss,  accepit.  Idem  tamen  Jeronimus  in  uno  arti- 
cttlOy    scilicet    de    sacramento   altaris    et   transsubstanciacione 

25  panis  in  corpus  Cbristi,  professus  est  se  teuere  et  credere, 
quod  ecclesia  credit^  et  tenet,  dicens  se  plus  credere^  Augustino 
et  ceteris  ecclesie  doctoribus  quam  Wigkleff  et  Huss. 

*  vel  terra,  de  qua  Job  iustus  natus  est.    add.  A2. 

**  ne  per  concilium  pro  errorum  etexcessuum  suorum  quali- 

30  täte  uti  magister  suus  Jobannes  Huss  igni  traderetur  comburen- 
dus.  Quas  tamen  condignas  penas  deo  disponente  nequaquam 
evadere  potuit  Casualiter  enim  cum  apud  opidum  Hyrsaw  non 
per  vias  conswetas  et  rectas,  sed  solum  per  devia  equitando 
ambularet,    a  quodam   iudice   eiusdem  opidi  Teynstorffär  nun- 

35  cupato  ex  improviso  in  inviis  videtur,  qui  motus  ex  eo,  quod 
indirectas  semitas  tamquam  profugus  quesivit,  ipsum  Jeroni- 
mum  bereticum  pro  patrie  proditore  captivavit.  Et  in  captivi- 
täte  a  quibusdam  visus  agnoscitur  et  Jobanni  Bavarie  duci 
presentatur,  a  quo  statt  Qui  —  ipso  C. 

40  *  om.  A  6.  7.  ^  iDserere  curavi  C.  ^  Boemus  naciooe  C. 

^  BomaDorum  rege  C.      ^  occulte  add.  C.      <  om,  A  6.  7.      s  filio  A.  B 1. 
^  Teyostarffer  A  6.  7.         ^  tenet  et  credit  A  3  7.  C.         ^  beato  add.  C. 


Ä  121. 


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—     144    — 

Facta  igitur  unione  amputatisque  capiübns  heresiarcharuni 
predictoram  in  concilio  Constanciensi,  dum  ecclesia  exultans 
aliquantulumque  respirans  pace  frui  speraret,  iactura,  proch 
dolor,  gravis  est  exorta.  Nam  sicut  per  Machmet  pagani,  ita 
et  per  Huss  Bohemi  sunt  decepti  dicentes  et  pertinaciter  5 
defendentes  ipsum  Johannem  Huss*  fuisse  virum  iustum  et* 
iniuste  condempnatum  esse  ^ ,  sanctum  ** ,  respuentes  omnes  sanctos, 
quos  tenet  ecclesia  katholica**.    Versus  ^i 

Machmet  paganos  a  fide  fecit  prophanos, 
Talmuet  Judeos,  sed  Huss  decepit  Bohemos.  10 

Non  prophetarum  presagiis,  sed  poetarum 
Fabulis  iam  credunt,  omnes  a  iide  recedunt. 
Salva  nos,  Christo,  rex  regum  tu  benedicte, 
Quos  redemisti  sangwine  de  nece  tristi. 
(1410. 105.    Sigismundus.  Reg.  .  .    Jodocus.   Venzeslaus.)  15 
1410.  Anno  domini*^  1410.     Ruperte   rege  Romanorum   vita  functo 
vivente  adhuc  Wenczeslao   rege  Romanorum,   qui  et  depositus 
rex*  Romanorum   quique,   quamdiu  vixit,  regem   Romanorum 
se  scripsit,  ^electores  duo,  scilicet  archiepiscopi  Moguntinensis 
et    Goloniensis,    secrete     quodammodo    Sigismundum    regem  20 
TJngarie,  fratrem  iam  dicti  Wenczeslai,  ad  suscipiendum  regnum 
'     Romanorum   per  intemuncia  invitarunt.     Qui  Sigismundus   in 
Castro  Ungarie  Vicegradu^,  volgariter  Flinten  bürg  dicto,  talia 
nuncia  gratanter  suscipiens  remuneracionem  tarnen  iam  duorum 
dictorum  electoruro,  quam  petebant,  relinquens  in  suspenso,  eo  25 
quod    noUet   celsitudinem    tante   digaitatis    simoniace   intrare. 
Obstabat   eciam   inter   cetera,   quod   nolebat   facere    molestiam 
dicto  fratri  suo  Wenczeslao  dicens,  quamvis  esset  per  principes 
Reni  depositus,  tarnen,  quia  frater  suus  esset,  utriusque  eadem 
esset  fama  et  infamia.    Fit  interea  ipsi  eciam  difficultas  propter  30 
ceteros  electores   et  presertim   archiepiscopum  Treverensem   et 
comitem    palatiuum    Reni,    qui    vota    sua   in    alium   possent 

*  cum  suis  articulis    add.  A2. 
**  preter  apostolos    add,  A2. 

»  sanctum  et  add.  C.      ^  om.  C.      ^  salvatoris  add.  B  2.      ^  fuerat 
add.B2.  35 

*  Vgl  Forschungen  18,  36.  \ 

*  Den  folgenden  Bericht  des  Andreas  über  die  Wahl  Sigmunds  { 
würdigte  eingehend  Adolf  Kaufmann,  Die  Wahl  König  Sigmunds  von  Ungarn  \ 
xum  römiscfien  Könige,  in  Mitteilungen  d.  Vereins  f.  Geschichte  d.  Deutschen 

in  Böhmen  17,  40  ff.   {Auch  Diss.  Ööttingen  1879,)     Vgl.  auch  BfA.  7,.V,  4^^ 
Finke,  König  Sigmunds  reichsstädtische  Politik  von  1410—^1418,  Quidde,  König 
Sigmund  u.  d.  Deutsche  Reich   von  1410—1419,   S.  19  ff.  u.  Schwerdfeger, 
Papst  Johann  XXÜI.  u.  d.  Wahl  Sigismunds  1410. 

*  Wissegrad,  Blindenburg. 


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^     l45    -^ 

dirigere.  Quapropter  si  ipse  publice  pro  regno  videretui? 
laborare,  eo  non  obtento  pro  huiusmodi  aspiracione  cunctis 
hec  audientibus  ridiculum  taceret*  se  ipsum.  Fit  eciam  diffi- 
caltas  propter  Jodocum  marchionem  Moravie,  qui  eciam  tenebat 

5  marchionatam  Branburgensem,  patruum^  dicti  Sigismundi,  ne 
forte  ipse®  eligeretur  vel  vota  sua  in  alium  dirigeret.  Ad  quod 
rex  Sigismundus :  Quamvis  ipse  Jodocus  patruus  meus  teneat 
iam  dictum  marchionatum  Branburgensem,  tarnen,  dum  eundem 
marchionatum  hereditario  iure  possiderem,  ipsum  dicto  *  Jodoco 

10  patruo  meo  subieci  salvo  michi  iure  electoris  Romani  imperii, 
sicque  sumns  confederati,  quod  michi  promisit,  ut,  si  simul 
aliquando  electi  fuerimus  in  Bomanorum  regem,  ipse  michi 
Telit  cedere  et  me  non  impedire  michique  assistere.  Dum  hec 
agerentur,  memorati   duo  electores,  qui  secrete  Sigismundum 

15  ad  regnum  inntarant,  hoc  idem  apud  memoratum  Jodocum 
marchionem  faciebant.  Qui  auditis  eorum  postulacionibus 
annuit  eisdem.  Igitur  dum  electores,  preter  ducem  Saxonie, 
qui  non  assenserat  deposicioni  regis  Wenczeslal,  in  Frankfordia 
convenissent,   bis  memorati  electores,  scilicet  Maguntinensis  et 

20  Goloniensis,  in  ecdesia  Frankfordensi  dictum  Jodocum  in  Boma- 
norum regem  elegerunt  clausisque  foribus  ecclesie  ab  archi- 
episcopo  Maguntinensi,  eo  quod  decanus  sit  ipse  electorum 
ipsaque  ecclesia  sue  diocesis,  ceteri  electores  non  potuerunt  ® 
intrare.     Quapropter  ^  ipsi,  scilicet  archiepiscopus  Treverensis  et 

25  Ludowicus  comes  palatinus,  fiUus  quondam  Buperti  regis 
Bomanorum,  in  cimiterio  eiusdem  ecclesie  sepedictum  Sigis- 
mundum* in  Bomanorum  regem  elegerunt.  Ex'  quo  cepit  istud 
commune  volgi  proverbium: 

In  Frankenfurt  hinderm  chor 

30  Habent  geweit  ein^  kunig  ein  chind  und  ein  tor. 

Puerum  dicebant  comitem  palatinum  propter  iuventutem, 

stultum   vero  archiepiscopum  Treverensem  propter  senectutem. 

Affuit  ibidem  tunc  ex  parte  regis  Sigismundi  Fridericus 

burgravius    Nümbergensis.      Qui    videns    rem    sie    variatam 

35  ülricum  Meylär^  baccalarium  decretorum  Constanciensis 
diocesis,  qui  fuerat  nuncius  inter  sepememoratos  duos  electores 

*  Bohemum    add.  A2. 

*  facere  B2.       ^  patruum  —  Branburgensem  om.  B 1.       ^  om.  B2. 
*  dictum  A  1. 2.  5.       «  poterant  ß  2.      '  Ex  —  senectutem  am  Rand  B 1. 

40  f  aynen  A  6. 

*  Die  Wahl  Sigmunds  erfolgte  am  20.  Sept,,  die  Josts  erst  am  1.  Okt. 
»  RTÄ.  7,  12. 

Quellen  und  Eroerterungen  N.  F.  I.  10 

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—     146    — 

et  Sigismundam,  seriosius  convenit,  eo  quod  ipsi  duo  eleotoree 
dicerent,  aUter,  quam  habnisset  in  mandatis,  apad  Sigismandum 
regem  perorasset  Qoi  viriliter  pro  se  respondeDS  in  publica 
convencione  principum  per  litteras,  quas  habuit  a  iam  dictis 
electoribuB,  contra  ipsos  testimonium  perhibuit  veritatis.  5 

Igitur  Jodocus  sie  electus .  assensit  eleccioni  de  se  facte 
dixitque  se  habere  vocem  marchionis  Branburgensis  in  elec- 
cione  regis  Bomanorum  sepeque  dictum  Sigismundum  sibi 
promisisse,  quod,  si  simul  quandoque  in  Bomanorum  regem 
fuerint  electi,  ipse  sibi  yellet  cedere  eumque  non  impedire.  10 
Hec  animadvertens  Sigismundus  dissimulavit  Jodocus  vero 
ad  obsidionem  Erankfordie  secundum  morem  electi  in  Boma- 
norum regem  se  preparavit  Dum  hec  fierent,  Jodocus  ipse 
moritur*  ^et  in  Brunna  civitate  Moravie  sub  regaK  sceptro 
tumulatur.  15 

Post  hec  electores  iterum  in  Frankfordia  conveniunt  et 
concorditer  omnes  memoratum  Sigismuudum  in  regem  Boma- 
norum elegerunt  ^  apposita  hac  condicione,  quod  ab  illa  con- 
cordi  eleccione  et  non  a  prima  regem  se  scribere  deberet 
Quod  ipse  sie  quidem  promisit,  sed  tamen  ratum  non  tenuit  20 
Assensit  eciam  eidem  eleccioni  Sigismundi  sepememoratus 
Wenczeslaus  rex  Bohemorum.  Qui  dum  conveniretur,  quare 
ipse  per  assensum  huiusmodi  vellet  facere  scisma  in  regno 
Bomanorum,  respondit,  quod  nequaquam  faceret  scisma,  quia 
ipse,  quamdiu  viveret,  et  nuUus  alius  rex  esset  Bomanorum,  25 
eleccioni  autem  fratris  sui  se  Tivente  assentiret,  quemadmodum 
pater  ipsorum  Earolus  Imperator  adhuc  vivens  se  ^  regem  Boma- 
norum fieri  ordinasset.  De  hiis  tribus  regibus,  scüicet  Sigis- 
mundo,  Jodoco  et  Wenczeslao,  habentur  versus®: 

Adorant*  Christum  tres  reges  iam  Bomanorum,  30 

Non  sunt  Tharsenses  nee  Arabes  nee  Sabinenses. 

*  Anno  domini  1410.  defuncto  Buperto  rege  Bomanorum, 
vivente  adhuc  Venczeslao  rege  Bohemie,  qui  se  scribebat  regem 
Bomanorum,  electores  in  IVankfordia  convenientes  in  duo  se 
diviserunt.  Una  pars,  scüicet  arcbiepiscopi  Maguntinensis  et  35 
Coloniensis,  elegit  Jodocum  marchionem  Branburgensem  ®  et  *^ 
Moravie,  alia  pars  elegit  Sigismundum  regem  ÜDgarie,  patruum 
iam  dicti  Jodoci.     Qui  Sigismundus   rex  Ungarie  fuit  frater 

*  moricufll  A  2.        ^  om.  A  6.  7.        «  om,  C. 

*  1411  Jan.  18.  40 
»  1411  Juli  21. 

'  Auch  gedr.  Forschungen  18,  21, 


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—     147     — 

Igitur  Jodoco  in  brevi  sine  heredibus  defancto  et  peractis 
exequiis  sub  sceptro  regali  ^  in  Brunna  civitate  Moravie  sepulto 
Sigismundus  rex  üngarie  regnum  obtinet,  et  quamdiu  regnabit, 
novit  hie,  qui  terminum  vite  hominis  constituit. 

5  Hie  Sigismundus  a  Johanne  papa  XX III.  et  a  Gr<^gorio  XII. 

sie  in  eorum  obedieneiis  nuneupatis  simulque  presidentibus  in 
regem  Komanorum  eonfirmatur  2.  Hie  expertus  plurium  lingwa- 
rum  fuit  Item  cum  Venecianis*  grandem  gwerram  habuit. 
Item  hie  Sigismundus,  dum  Johannes  papa,  seeundum   quod 

10  decretum  erat  in  Pysano  coneilio,  cui  Alexander  Y.  presederat, 
de  eonvocando  generali  eoncilio  cogitaret,  nuncios  suos  ad  eum 
destinavit  requirentes  eum,  ut  de  tempore  locoque  celebrandi  eon- 
cilii  suis  votis  se  conformaret  ^.  Ad  quem  ipse  Johannes  papa  car- 
dinales  suos  misit,  qui  sine  omni  exeepeione  a(*quieseerent  eius 

15  Yoluntati.   Quo  facto  auctoritate  Johannis  pape  et  Sigismundi  regis 
Bomanorum  eoncilium  generale  eelebrandum  iniciandumque  die  1414 
prima  mensis  Novembris  anno  domini  1414.  in  civitate  Con-iVor.  1. 
stancia   Maguntine   provineie    statuitur    et  pronunciatur.     Ad 
quod  Johannes  papa  tempestive   eum  auxilio  Friderici   dueis 

20  Austrie  personaliter   venit  et  adventum  regis®  Sigismundi  per 
duos  menses  exspeetavit.     Qui  postquam  venit,  ad  Aquisgrani 
se  transtulit    et  ibidem  cum  uxore  sua  nomine  Barbara  filia* 
comitis^  de   Cyli  ®,  8.  die'  Novembris  coronam  regni  RomaniA'bi?.  8, 
accepit      Deinde    ad    eoncilium   rediit^   in    quo   multa    digna 

25  memoria  feeit  Item  Johannem  papam,  qui  nocturnis  tempo- 
ribus  et  clamdestine  in  habitu  dissimulato  et  indeeenti  eum 
favore  Friderici  dueis  Austrie  a  eoncilio  reeessit,  ipse  Sigis- 
mundus domino  largiente  iidelibus  adiuvantibus  ad  eoncilium 

Venzeslai    regis    Bohemie    filiusque    Karoli  IV.    Romanorum 
30  imperatoris.    De  hiis  tribus  regibus  haben tur  vei-sus:  Adorant 

etc 80  den  Anfang  des  Abschnittes  kürzend  C.     Neben  dem  er- 

wetterten  S.  697  beginnenden  Text,  mit  der  Randbemerkung  Seh.  112  {tcofd 
Bchedala  ad  fol.  112,  also  von  einem  Zettel  bei  Blatt  112  der  Vorlage  ab- 
ges^rieben)   und  der  Bemerkung:   De   quo  vide  autea  p.  697  nach  dem 
35  Abschnitte  über  Johann  XXIII.  S.  732  eingefügt  B 1. 

*  domini  Hermann!    add,  C. 

*  Venetis  C.      *»  confirmaret  A.      ^  (mi.Cl.     ^  om,  C.     «  Czylic  C. 
f  mensis  add.  C. 

*  Da  diese  Worte  scJion  oben  Ä 146  Z.  14  in  dem  erumterten  Text  vor- 
40  kommen,  möchte  xu  vermuten  seiny   dass  der  kürxere  Text  der  ursprüng- 
liche ist  und  die  erweiterte  Erxählung  von  Andreas  erst  später  eingefügt 
wurde,  wodurch  die  Wiederholung  vorkam. 

»  Vgl,    hiexu   besonders    Quidde   a,   a.    0.    S.   34  ff.    und   Finke, 
Forschungen  S.  7,  Anm,  2, 

10* 


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-    148    - 

mann  extenta  reduxit.     Item  Fridericum  ducem  Austrie,  quia 
Johannem  papam  in  recessa  suo  de  Constancia  foyerat,   epi- 
scopnm   Tridentinum    captivaverat   et^  episcopatu    spoliaverat, 
episcopum  Brixinensem  depeciiniaverat,   episcopum  Curiensem  ^ 
captiyaverat  et  alia  molta  enormia  commiserat,  ipse  Sigismundus  ^ 
rex  proscribit*.     Qui  tarnen  post  concilium  reconciliatus  est 
ei.    Item  Johannem  papam  per  concilinm  depositum  tamquam 
fiomane  ecclesie  advocatus  dictique  concilii  protector  et  defensor 
Ludwico  comiti  palatino  Reni,  filio  quondam  Budperti  regis 
Bomanorum,  ad  servandum   sub  custodia  tuta  in  aliquo  ioco  ^^ 
bono   et  honesto,    quamdiu   dicto  sacro  generali  concilio  pro 
bono  uüionis  ecclesie  dei  videbitur,  recommittit  **. 

Item  in®  dicto  sacro  generali  concilio  ipse  Sigismundus 
rex*  a  Perdnando  r^e  Arragonie,  fervido  fidei  katholice  cnltore, 
propter  Johannem  Huss  heresiarcham  litteras  ^  accepit  clausulas  15 
sequentes  inter  cetera  continentes:  Nunciatum  est  michi,  qua- 
tenus  iam  diu  est  ille  hereticus  in  carceribus  vestris,  sed  non 
iudicatus.  Miror  de  tanta  maiestate,  si  ita  est,  non  puniri, 
quem  deus  iudicavit  dicendo  per  Moysen:  Si  tibi  Toluerit 
perswadere  frater  tuus,  filius  matris  tue,  et  infra :  non  miserea-  20 
ris  eins  nee  occultes  eum,  sed  et  statim  interficias  eum.  Et 
infra:  Idcirco,  serenissime  rex,  rogo  vos,  quod  servatis  dei 
preceptis  non  dimittatis  illum  hereticum.  Et  infra:  Numquid, 
rex  serenissime,  conductus  sibi  concessus  per  maiestatem 
vestram  hominem  liberabit,  qui  iugiter  delinquit*  per  heresim  25 
continuam,  de  qua  non  est  conversus  nee  contritus  de  peccato 
suo,  sed  perseverat  in  iniquitate  sua?  Absit.  Gerte  dignns 
est  punicioDis,  quoniam  non  est  frangere  fidem  in  eo,  qui  deo 
fidem  frangit  etc. 

Item'  profecturus  in  legacione  concilii  ad  Benedictum  XIII.  30 
sie  in  sua  obediencia  nuncupatum  Ludowicum  comitem  pala- 
tinum  Reni  protectorem  concilii  constituit  Quod  ipse  Ludwicus 
sollicite  protexit.  Item  antequam  proficisceretur  ad  Benedictum 
papam,  qui  erat  sub  dominio  Ferdnandi  regis  Arragonie, 
ingressus  concilium  peciit,  ut  fleret  finis  in  causa  Johannis  35 
Huss,  et  quod  proficisci  nollet  nisi  causa  determinata.    Quod 

*  et  multis  terris  privat   add.  C. 

»et  —  captiyaverat  om.  B 1.  ^  recommittitnr  B 1.  «  in  —  rex 
om.  B  2.  in  —  concilio  om.  C.  ^  idem  getilgt  A  1.  im  Text  B 1.  in 
dicto  concilio  cM.  C.        ®  deliquit  C.      '  idem  Sigismundus  zez  add,  G.  40 

*  Von  Andreas  in  seine  Aktensammlung  (unten  2,  49;  s,  dort  die 
DruckorteJ  aufgenommen. 


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—    149    — 

et  factum  est.  Nam  Johannes  Huss  tamquam  hereticus 
condempnatur  et  curie  seculari*  traditur.  Quem  rex  Sigis- 
raiindus  Ludowico  oomiti  palatino  tradit  *.  A  quo  statim  ductus 
ad  ignem  dignam  meritis  penam  accepit.  Item  constitutus  in 
5  dicta  legacione  ad  Benedictum  XIIL  cum  ceteris  legatis  con- 
cilii  Constanciensis  ex  parte  una  et  ambasiatoribus  regis 
Arragonie  ac°  principum  obediencie  dicti  Benedict!  ex  parte 
altera  pro  unione  in  ecclesia  dei  consequenda  in  capitulo 
Narbonensis  ecclesie  12  capitula^  conclusit,  inter  que  est  boc 

10  principale,  quod  per  uniendum  concilium  Constanciense  ad 
uberiorem  cautelam  toUi  et  aboleri,  anullari  et  initari  debent 
quicunque  processus  sive  decreta,  ordinaciones,  statuta  et 
pene  circa  ^  occasionem  vel  causa  ipsius  scismatis  facti  et  facta 
et  prolate  contra  dominos  reges,  principes   et  alios  quoscunque 

15  obediencie  dicti  domini  Benedict!  pape  XIII.  sie  per  eius 
obedienciam,  ut  prefertur,  nuncupati,  et  idem  intelligatur 
dictum  de  persona  dicti  domini  Benedict!  casu,  quo  renuncia- 
verit  pure  et  libere  ante  sentenciam  eieccionis,  intellecto  tamen 
etc.      Item    in    hac    profeccione*   Sigismundus    rex    comitem  ' 

20  Sabaudie*^  nomine^  Amedium  ducem  fecit.  Item  de  hac  profec- 
cione  Sigismundus  rex  per  concilium  fere  per  annum  expectatus 
▼enit  Quo  presente  concilium  per  dei  graciam  ad  finem 
optatum,  videlicet  unionem  sancte  matris  ecclesie  perducitur 
atque    unicus    et  verus    pastor,    videlicet  Martinus   papa   V., 

25  eligitur,  de  quo  vide  plenius  in  pagina  pontificum. 

Item  marchionatum  Branburgensem,  quem  ex  obitu 
patrui  sui  Jodoci  hereditario  iure  habebat,  Friderico  burgravio 
Nurnbergensi  et  suis  heredibus  contulit  perpetuo  possidendum. 
Hie  Fridericus  burgravius  adhuc  regnante  Ruperte  rege  *  Roma- 

30  norum  in  ecclesia  parrochiali  oppidi  in  Langenzend  *,  que  iure 
coUacionis  ad  eum  pertinebat,  monasterium  canonicorum  regu- 
larium  instituit. 

Item  ipse  rex  Sigismundus  anno  primo  post  concilium, 
qui    est  1418.,   circa   festum    S.  Martini  ^   per  Eatisponam   mi418  Nov,ll. 

35  *  traditur  seculari  C.       ^  tradidit  B2.  C  1.  6.        «  et  C.       *  citra 

A.  B.  «  perfeccione  B  1.  '  comitem  —  rex  om.  Bl.    Amedium 

comitem  Subaudie  C.      «  id  est  Sophoy  klein  übergeschr.  AI.      *»  om,  C. 
^  Bomanorum  rege  C. 

*  Unten  in  der  Aktensammlung  4, 14. 

40  ^  Langenxenn   in   Mittelfranken.     Die  im  k.  Kreisarchiv   Batnberg 

befindliche  Orig.-  ürk.  (1409  Mai  13)  ist  gedr.  bei  Still  fr  ied-Maerekerj  Monu- 
menta  Zollera/na  6,  549. 

•  Sigrmmd  urktmdet  vom  24.  Okt.  bis  9.  Nov.  in  Regensburg;  Altmann, 
Reg.  No.  3669—3713.     Vgl.  darunter  besonders  die  den  Zehnten  betr.  Nm, 


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—     150    — 

XJn^ariam  descendens  ex  concessione  Martini  pape  Y.  decimam 
reddituum  et  fructuum  a  clero  per  Alemanniam  accepit 

1420,  Item  anno  domini  1420.  ipse  Sigismundus  rex  ad  extir- 

pandum  hereticos  Pragensem  civitatem  obsedit,  sed  exercitus  ille 
magnus,  qui   100  millium  virorum   dicebatiir,  solutus  est  non  5 
deletis  hereticis  * 

142h  Item   anno   sequenti,  qui   est  1421.,   dum   per  electores 

ceterosque  principes  ac  communitates  expedicio  fieret  in 
Bohemiam  ad  delendum  hereticos,  ipse  Sigismundus  rex 
Elizabeth*  filiam  suam  unicam  Alberto  duci  Austrie  copulat  10 
matrimonio.  Solutus  est  autem  exercitus  **  iam  dicte  expedicionis 
per  electores  in  Bohemiam  in°  obsidione  opidi  Saczensis  sine 
omni  effectu.  Qui  exercitus,  ut**  quidam  dixerunt,  dicitur 
fuisse  230  milium  virorum.  De  supradictis  duabus  expedi- 
cionibus  in  Bohemiam  alibi^  lacius*  scripsi  '.  Item*^  sepedictus  15 
rex  Sigismundus  iam^  in  Bohemia  et  Moravia  pro  convertendis 
hereticis  dicitur  laborare.  Quod  deus  ipsum  sie  agere  concedat, 
ut  voluntas  sua  et  veritas  ipsa  transluceant  et  ipse  apud  deum 
premia  sempiterna  et  apud  homines  mereatur  ingentem  gloriam 
et  honorem.  20 

Hec^  de  Sigismundo  rege  Eomanorum.  Ubi  eciam  quedam 
propter  hystoriarum  varietatem  per  anticipacionem  respectu 
sequencium  sunt  dicta.  Quid  autem  ulterius  accidat,  paratus 
sum  in  scriptis,  quamdiu  vixero,  prout  dominus  donaverit, 
exarare.  25 

Hiis  temporibus  gwerra  magna  fuit  et*  est  inter  principes 
Bavarie,  cuius  inter  ceteras  causas  pocior  hec  est  In  concilio 
Constanciensi  coram  rege  Sigismundo  dux  Ludwicus  de  Ingel- 
stat  et  avunculus  ^  suus  dux  Heinricus  de  Lanczhuet  pro  heredi- 
tate  paterna,  de  qua  supra  dictum  est  sub  Ludwico  IV.  Koma-  30 
norum  imperatore,  iudicialiter  certabant.  Ubi  in  presencia 
regis   Sigismundi   Ludowicus  Heinrico,   qui  iunior  erat  etate, 

*  Causa  est,  quia  Pragenses  negabant  se  esse  hereticos, 
sed  veros  Christianos  primo  in  mundum  exortos.    oM,  A2. 

»  N.    klein  übergeschr.  Elizabeth  AI.  5.         ^  ille  magnus  add.  C.  35 
c  in  —  Saczensis  om,  C.    am  Hand  AI.  ^  ut  —  dixerunt  om.  C. 

^  laicus !  A  1.  2. 3.        '  scripsit  A  2.  (urspr.  aiich  in  A  1.,   doch  ist  das  t 
radiert),  «  Item  —  exarare  om,  C.  ^  Hec  —  exarare  om,  B2. 

^  et  est  om,  B  2.  C.        ^  Heinr.  dux  de  L.  avunc.  suus  C. 

*  In  der  unten  folgenden  Husüenchronik,  40 
'  Ende  1421   oder  Anfang  1422,  jedenfalls   vor  dem  21,  Jan.  1422, 

an  dem  Andreas  die  Chronik  abschloss.    Nach  Reg,  No,  4658^4732  weilte 
Sigmund  Nor,  1421  bis  Febr.  1422  in  Mähren  und  Böhmen, 


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Qoo^(^ 


—     151     — 

improperat.  Ex  quo  motus  ipse  Heinricus  egressus  a  facie 
regis  die  quadam  equester  Ludowicum  similiter  equestrem 
aggressus  in  civitate  Constancia  ipsum  letaliter  volneravit  Quo 
ex  improviso  facto  Ludowicus  gladium  de  manibus  Heinrici  ut 
5  vir  strenuus  abstulit  et  cedens  in  domum  vicinam  evasit. 
Fugiens  autem  Heinricus  illesus  usque  in  terram  suam  pervenit 
Super  huiusmodi  excessu  Sigismundus  rex  placatus  vindictam 
contra  Heinricum  ducem  dissimulat.  Interea*  dux  Heinricus 
N.**^  sororem  Alberti  ducis  Austrie  ducit  in  uxorem,  et  Ludo- 

10  wicus'^  de   volnere   convalescit,  nuUaque   aperta   gwerra   inter 
duces  iam  dictos  movetur  usque  ad  annum*^,  quo  numeratur 
1421.     Et  tunc.  civitas  Newstat  ^  dicta  prope  Abensperg  sita,2422. 
que  erat  sub  dominio  Heinrici  ducis,  iure  vero  proprietatis  ad. 
duces  in  Monaco  pertinebat,  a  paucis  ex  inopinata  et  paucis 

15  verbis   non   explicabili  causa   civibus   non   caute  provisis   in 

principio'    quadragesime    obtinetur,    et   saccomannus  *   in   eAFebr.  5. 
paratur,  ac  postremo  in  toto  exuritur.     Quo   facto  lis  publica 
ceteris   principibus    aliis    eciam    ex  causis   Heinricum    ducem 
iuvantibus  contra  Ludowicum  ducem  concitatur,  fiuntque  incen- 

20  dia  plurima  *.  Tuncque  castrum  Parprunn '  ^  prope  Monacum  et 
castrum  Törring  versus  Salczpurgam  situm,  a  quo  nobiles 
Torringär  sunt  nuncupati,  per  Heinricum  ducem  totaliter 
corrumpuntur.  Similiter*  per  Johannem  ducem  castrum  Peczen- 
stain^   prope   Hasprukk**  situm   totaliter  cormmpitur,   ipseque 

25  Johannes  dux  cum  adiutorio  Friderici  margravii*  Branburgensis, 
qui  erat  sororius  Heinrici  ducis  predicti,  obtinet  civitates 
Weyden  \  Preynstat  ^  Stayn  castraque  Flozz,  Pargstain  *  etc 
Et^  hec  omnia  et™  alia  multa,   que  dispendiosum  est  scriberei 

*  et  plura  alia  civitatemque  Lawffen®   add,  C. 

30  •  Interea  —  et  om,  C.      ^  Elizabeth  klein  übergeschr.  A  5.,  im  Text 

A  6. 7.  «  vero  dux  add.  C.  ^  domini  add.  C.  ®  infiuita  C.  '  Pay- 
pnm  A  5.  Payprann  A  6.  7.  Paybrunn  C.  «  Similiter  —  cormmpitur 
om.  A  3.  J»  Häsprukg  C 1. 2.  ^  om.  C  ^  Freynstain  A  3.  i  otn.  C. 
"»et  —  scribere  om,  Ö. 

35  *  Margarethe  von  Österreich,    Die  Heirat  hatte  aber  schon  vor  dem 

Konetanxer  Konxil,  nämlich  1412,  stattgefunden, 
'  Neustadt  a,  d.  Donau, 

■  Der   Überfall  fand  nach  anderen    Quellen   (Riexler  3,  252)   am 
4,  Febr.,  dem  Fastnachtsabend,  statt. 
40  *  Sackmann  machen  =  plüTidem,  ausrauben. 

^  JBayerbrunn  an  der  Isar  südlich  von  München. 

•  Beixenstein  bei  Hersbruck, 

'  Weiden,  Freienstadt,  Stein  (Hilpoltstein),  Floss,  Parketein. 
"  Lauf  bei  Hersbruck, 


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—    152    — 

anno*  iino  nondum**  elapso^  evenerunt,  et*^  de  pace,  proch  dolor, 
adhuc  nichil  auditur  \ 

1410  1410  cruciferi  ^  de   domo  Teutonicorum  in  die  divisionis 

Juli  15.  apostolorum  inierunt  bellum  cum  rege  Polonie  et  Bitoldo  fratre 
eiuß  pagano  ®,  et  prostratus  est,  proch  dolor,  totus  exercitiis  5 
Christianonim,  iit  dicitur,  159  milia  piignatorum,  pervenerunt- 
qiie  ^  pagani  hostili  gladio  usqiie  ad  castrum  Marieburkch,  in 
quo  est  thesaurus  cniciferorum.  Quod  quidem  casti'um  cru- 
cifer  qiüdam  de  Plaam*^  cum^  fratre  suo  laico  de  Plaam*  ceteris- 
que  adiutoribus  domino  largiente  viriliter  obtinuit.  10 

1411.  1411*  Jodocus  marcbio  Branburge*^  et  Moravie,  electus  a 

quibusdam  in  regem  Romanorum,  sine  heredibus  moritur,  et 
Branburga  ad  Sigismundum  ^ ,  Moravia  vero  ad  Venczeslaum" 
patruos  eius"  devolvitur. 

Juni  3.  *  obiit  Lewpol dus  dux  Austrie  in  die  S.  Erasmi.    Eodem  15 

anno    cuid.  C. 

»  UDO  anno  C,       ^  orn.  C.      ^  et  —  auditur  om,  C.      <*  Secuntur 

?uedam  extraordinaria.  Extraordinaria.  add.  C.  «  duce  Litwonie  C. 
paganique,  qui  erant  in  exercitu  regia  Polonie,  pervenerunt  hostili 
fladio  in  Prussiam  statt  perveneruntque  —  gladio  C.  «  Plabm  A  5.  6.  7.  20 
*lawn  Gl.  2.  Plawen  CG.  *»  quodam  barone  add.  C.  »  Plam  AI. 
B2.  Pia  A3.  Plaaboi  A5.  Plabm  A6.7.  Plawn  Gl.  2.  »^  Moravie 
et  Brandeburgensis  G.  ^  regem  TJngarie  add.  G.  ^  Boemie  regem  add.  C. 
»  eiusdem  G. 

*  Quelle  scheinen  die  von  Andreas  in  seinem  Notixbuch  dm.  903,  25 
Bl.  21  eingeschriebenen  Notixen  xu  sein.    Es  heisst  dort   ausführlicher: 
Item    anno   1410.    cruciferi    de    domo    Teutonicorum    in    die    divisionis 
apostolorum  inierunt  bellum   cum   rege  Polonie  et  Bytoldo  fratre  eius 
pagano,  et   succumbunt   plus  quam  80  milia  in    parte  cruciferorum,   et 
multi  eciam   in   parte   regia   predicti  prostrati  fuerunt  in  campo  civitatis  30 
Hostorode,  et  cruciferi  victoriam   amiserunt  prostrati,   et  ipse  rex  quasi 
cum  innumerabili  multitudine  paganorum,  scilicet  Tartarorum,  Samarita- 
norum,   Litoviensium   et  eciam  ludeorum,   quasi  totam  Prusiam  devicit. 
Et  quidam   crucifer  de  Plaam  cum  fratre  suo  laico  de  Plaam  ceterisque 
suis  coadiutoribus  obtinuit  castrum  Marieburgk  et  thesaurum  cruciferorum  35 
ibidem.    Et   in    dicto   hello   interempti  fuerunt  magister  generalis  supre- 
musque  marschalcus  et   multi  precipui  commendatores  cruciferorum.    Et 
detentus  fuit  per  pa^nos  dux  Stetinenais  et  plures  comites  et  barones, 
milites  et  militares.    Et  dicitur,  quod  fuerunt  de  numero  paganorum  et 
regis  Polonie  bene  1200  milia,  qui  dictum  bellum  seu  prelium  perfeoerunt.  40 
Inter  quos,  ut  dicitur,   fuerunt  bene  7  vel  8  vel  9  imperatores  et  reges. 
Et  finaiiter   introducta   pace   cruciferi  rehabuerunt    totam  terram  suam. 
Et  magister  generalis  de  Newfen  durante  lite  predicta  Witoldo  duci  pagano 
predicto  terram  suam  manu  valida  maxime  devastavit  etc. 

Eadem  historia  sub  aliis  verbis.  45 

Eodem  anno  mense  Julii  domini  de  domo  Teutonicorum  in  Prusia 
cum  paganis  habuerunt  prelium  et  tribus  vicibus  triumphaverunt.  Quarta 
vice  venit  multitudo  Tartarorum  latenter  per  aquas  et  prostraverunt,  heu, 
exercitum  totum  Ghristianorum,  ut  dicitur,  100  milia  et  59  milia  pugna- 
torum.  Andreas  vermengt  die  Nachrichten  beider  Quellen  in  seinem  Text.  50 
Die  beiden  Abschnitte  auch  auf  S.  544  be\w.  610  der  Eichstätter  Hs.  698^ 

'  Der  Hochmeister  Heinrich  von  Plauen. 


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—     153    — 

1412  in.  urbe  Romana  concilium  per  Johannem  papam24i2. 
celebratur. 

1413^   circa   festum  penthecostes   per  Ladislaum   regem  i475 
Neapolitanum*  Boma  miserabilem  casum  patitur  et  papa  Johannes  </tm«  11, 
5  ab  urbe  fugatur. 

Eodem  anno  Ludwicus  dux  Bavarie  iii  Ingelstat  ex  ordi- 
nacione  Johannis  ducis  Burgondie  Farisius  a  carnificibus 
detontus^  foit,  sed  per  telphinum  salubriter  est  liberatus.  Huiiis  ^ 
Ludowici  ducis  presencia  tunc  temporis  in  Bararia  multum 
10  desiderabatur.  In  cuius  presencia  Bayaria  iam  variis  gwerris 
incendiisque  Tastatur. 

1414  concilium  Constanciense  prima  die  mensis  Novem- 1414  Nov.  1. 
bris  iniciatur.   14 1 5 *  Johannes  papa*  XXIIL  28.2  ^{q  mensis  Maii  1415  Mai  28. 
a  papatu  eicitur. 
15  1416*'  Ludowicus  dux  Bavarie  in  Ingelstat  ab  fleinrico  7476. 

avunculo  suo,  in  civitate  Constanda  letaliter  figitur  *. 

Item    una    scafa   siliginis    duas    libras    Ratisponensiimi 
denariorum  solvebat. 

1417  Oddo  cardinalis  in   die  S.  Martini  episcopi  in  con-7477 
20  cilio  Constanciensi  in  papam  eligitur  et  Martinus  V.  nominatur.  Nov.  IL 
Item  Johannes  Strolnvelsär  abbas  in  Beichenbach  19.  Eal. 
Februarii  moritur^  et  ibidem  in  ambitu   sepelitur  habens   in  «/an.  14, 
epitapbio  hos  versus: 

Divini  cultus  amator  fuit  ille  probatus 
25  Atque  reformator  morum,  virtutis  amator. 

Item**  Wienne  in  monasterio  dicto*  ad  Scotos  et  Nümberge 
ad  S.  £gidium  Scoti  eiciuntur  et  Alemanni  instituuntur. 

Item*"  Batisponenses  litigantes  cum  Johanne  Stawffar'  in 
eius  dampnum  castrum  Ernvels  ^  in  ebdomada  pasche  obsident 
30  et  die  tercia  viriliter™  obtinent*    Quod°  tarnen  postea  facta  pace^prt/ 77—77. 
redditum  est  ei. 

*  patruumque    predicti    Theodericum    StawflEar    militem 
captivum  ducunt  in  Eatisponam.    add.  C. 

»  Sicilie  C.  ^  fuit  detentus  C.  «  Huius  —  vastatur  om.  C. 
.S5  ^  ßequenti  vero  anno  statt  1415  0.  •  XXIII.  add.  C.  '  1416  —  vir- 
tutis amator  om.  C.  fl^  ut  supra  add.  B  2.  ^  1417  C.  ^  Scotorum 
statt  dicto  ad  Scotos.  C.  ^  Eodem  anno  C.  *  miiite  add,  C.  ™  ex- 
pugnant  et  add.  C.  °  Postea  tarnen  facta  pace  castrum  predictum  eis 
restituitur  statt  quod  —  ei  0. 

40  *  Die  beiden  folgenden  Sätxe  ähnlich  im  Breve  Chronicon  ( Oefele  7, 612), 

2  Vielmehr  in  der  allgemeinen  Sitzung  am  29.  Mai. 
'  Falsch  statt  1417. 

*  Am  20.  Januar  fand  die  Wahl  eines  neuen  Abtes  statt.    Die  Ur- 
kunde hierüber  hat  Andreas  in  sein  Notizbuch  clm.  903,  Bl.  13  geschrieben. 

45  ^  Emfeis  an  der  Laber:  vgl.  Gemeiner  2,  421  f. 


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Qoo^(^ 


—    154    — 


^ 


1418  1418    per    Martinum    papam*  concilium    Constanciense 

April  22.22.  die**  mensis  Aprilis  solvitur  ®,  et  ipse  circa*  festum  S.  Uibiii 
Jlfat  25.  versus  Italiam  proficiscitur. 

Item*  Salczburge   concilium   provinciale  18.   die  meisis 
Nov,  18.  Novembris  celebratur. 

1419.  1419  rex  Yenczeslaus  Bohemie,  quondam  Romanonmu 
moritur  sine  heredibus,  et  regnum  Bohemie  ac^  marchionatos 
Moravie  ad  Sigismundum  regem  Bomanorum,  fratrem  eiiu. 
devolvitur.  Post  huius'  Venczeslai  obitum  statim  hereäd  in 
regno  Bohemie  ceperunt  ecclesias*  desolari^  et  fideles  vaiEs  d 
modis  persequi,  de*  quo  alibi^  lacius  scripsi. 

Item^  Batispone  synodus  ordinaria  celebratur.  | 

1420.  1420   Praga^  a  Sigismundo   rege  Bomanonun",    Ungarie. 
Bohemie  etc.  ad  extirpandum  hereticos  obsidetur,  de*  quo  vide 
paulo  ante^   Item®  scafa  siliginis  pro  60  denariis  Batisponensi- H 
bus   et   quandoque  pro  40  tantum  renditur  et  tres  ciphi  Tim 
bavarici  pro  iino  Batisponensi  denario. 

Itemi*  Johannes  dux  Burgundie  a  telphino,  hoc'i  est  filio 
seniore  regis  Francie,   qui   sie    a  quodam  comitatu,  volgariter 
Telphney,    solet    nuncupari,   occiditur.      Ubi    par   pena    facti  ä 
accidit.      Nam   ipse   Johannes    dux    Burgundie    ante    paucos 
annos   ducem   Aurelianensem,   ut   regnare  posset   in    Franci«, 
Parisius   occiderat.     Hoc'  in    tempore   Heinricus    rex    Anglie, 
cuius  uxor  erat  Katherina  filia  Karoli  regis  Francie,   ipsum 
Karolum  regem,  quia  furibundus   erat,  unacum  regno  Francie  S 
potenter  contra  voluntatem  telphini  sibi  subicit  et,  dum  quan- 
dam  civitatem  obsideret,  timens  telphinum  auxilium  Ludowici 
comitis   palatini  Beni,  filii   quondam  Budperti*  regis,   inTocat. 
Qui  *  Ludowicus  cum  exercitu  militari  ei  °  in  adiutorium  venit, 
sicque  compulsa  civitas  ^  fame  a  rege  Anglie  obtinetur,  ipseque  i 
Ludowicus  cum  suis  ^  ad  propria  revertitur. 

*  ac  monasteria  quasi  omnia  rumpere,  cremari  et  cuid.  A2. 
evertere  et  lamentabiliter  destruere  add.  C. 

»  V.  add.  C.  »>  ow.  B 1.  <^  abflolvitur  B 1.  *  drca  —  XJrhani 
om.  C.  •  Item  —  celebratur  om.  C.  '  et  C.  «  cuius  C.  ^  om.  G.  ä 
*  de  —  celebratur  om.  C.  ^  Item  —  celebratur  om.  B  2.  *  civitas  add.  C. 
">  Romanorum  —  etc.  om.  C.  °  de  —  denario  om.  C.  ^  Item  — 
denario  om.  A  6. 7.  p  Eodem  anno  statt  Item  C.  <i  hoc  —  nuocupari 
om.  C.  ^  Eodem  statt  Hoc  in  C.  >  Romanorum  add.  C.  ^  Cui  B  1.  4< 
V  et  B 1.        "^  honorifice  add.  C. 

*  Unten  in  der  Husitenchronik. 
»  S.  150  Z.  3. 

'  Gemeint  ist  die  Bektgerung  von  Metun  1420. 


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1421   Bavaria*  per  principes   diicesque  suos  rapinis,  in- 142L 
cendiis    et   obsidionibus    vastatur,   exercitus   per   electores   in 
Bohemiam    ad   expognandum   hereticos   ducitur,    et   oppidum 
Saczense  obsidetur,  de  quibus  vide  superius. 
5  Anno  eodem  tempore  quadragesimali  *creniati  sive  deleti-Pe^.  5— 

sunt  omnes  Judei  per  omnem  terram  Alberti  ducis  Ausine  Marx  16. 
propter  irreverenciam  corpori  dominico**  illatam. 

Item^  circa  festum  S.  Nicolai  fuit  excrescencia  insolitaZ>ß*.  6. 
aquarum,  que  in  Anglia  et  Hollandia  miilta  dampna  referebatur 

10  fecisse. 

1422*^  hec  pagina  per  dei  graciam  ab  exordio  nativitatis  i^22 
Christi  eins  filii  usque  huc  ^  perducta  14.*  Kai.  Februarii  iBmitur.  Ja/n.  19. 

Martinus  V.,  nacione  Eomanus,  ante  vocatus  Oddo  de 
Colompna,     dyaconus    cardinalis   tituli    S.  Georgii    ad   velum 

15  aurenm,  sopito  inveterato  scismate,  quod  a  tempore  ürbaniVI. 
lustris  fere  8  duraverat,  in  concUio  Constanciensi  in  die 
S.  Martini  episcopi  Turonensis  est  electus,  unde,  siciit  supra 
dictum  est,  mutato  nomine  Martinus  Yoluit  nominari.  Hie 
statim  post  assumpcionem  suam  ad  summi  apostolatus  apicem 

20  quasdam  ordinaciones  sive  regulas*  fecit,  que  incipiunt:  Ad 
illius,  cuius  perfecta  sunt  opera,  quas  suo,  dum  vixit,  tempore 
durante  voluit  observari.  Item  considerata  malicia  aliquorum 
tomporam  preteritorum  pro  simoniacis  in  foro  consciencie  ab- 
solvendis  specialem  graciam  fecit  \   Item  de  interdicto  ex  parte 

25  excommunicatorum  servando  vel  non  servando  statuit,  prout 
sequitur,  in  formal 

Insuper  ad  vitandum  scandala  et  multa  pericula  sub- 
veniendo  eciam  conscienciis  timoratis  omnibus  Christi  fidelibus 
tenore    presencium    misericorditer    indulgemus,    quod     nemo 

30  deinceps  a  communione  alicuius  in  sacramentorum  administra- 
cione  aut  alüs  quibuscunque  divinis  vel  extra  pretextu  cuius- 
cunque  sentencie  aut  censure  ecclesiastice  a  iure  vel  ab 
homine  generaliter  promulgate  teneatur  abstinere  vel  aliquem 
Vitare   aut   interdictum  eeclesiasticum  observare,  nisi  sentencia 

35  *  in  die  S.  Gregorii  pape  add.  C.  (von  viel  späterer  Hand  am 

Rand)  Bl. 

**  in  Onaso  add.  C. 

»  Bavaria  —   quadragesimali  om.  C.  ^  Item    finitur  om.  C. 

c  1422  —  finitur  o?n.  B  2.        d  hucusque  A  5.        o  xill.  A  2. 

40  *  Die  Kanxleiregeln  Martins  V.,  gedr.  v.  d.  Hardt  1,  965. 

■   ^  Artikel  6  des  deutsc^ien  Concordais,  x,  T.  wörtlich  benutzt.    Qedr. 
bei  Hobler f  Die  Constanxer  Reformaiityn  S.  185.    Vgl.  Hefele  7, 358,  Anm.  1. 
^  Der  folgende  Text  ebendaher,  Art.  7  ganz.    Hübler  S.  186.     Vgl. 
das.  S.  333  und  Hefele  7,  357,  Anm.  2. 


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—    156    — 

vel  censura  liiimsmodi  fuerit  in*  vel  contra  personam,  collegiuni, 
universitatem,  ecclesiam,  communitatem  aut  locum  certam  vel 
certum  a  iudice  publicabi  Tel  denunciatÄ**  specialiter  et  expresse 
constitucionibus  apostolicis  et  aliis  in  contrarium  facientibus 
non  obstantibus  quibuscunqiie :  salvo  siqnidem  pro  sacrilega  5 
nianuum  inieccioDe  in  clericum  sentenciam  latam  a  canone 
adeo  notorie  coDstiterit  incidisse,  quod  factum  non  possit  aliqiia 
tergiversacione  celari  nee  aliquo  iuris  suffragio  excusari;  nam 
a  communione  illius,  licet  denunciatus  non  fuerit,  volumus 
abstineri  iuxta  canonicas  sancciones.  10 

Item  dominum  Balthasar  de  Gossa,  quondam  Johannem 
XXIIL,  de  custodia  Ludowici  comitis  palatini  Beni,  in  quam 
post  suam  deposicionem  datus  erat,  ipse  Martinus  papa  absolvit. 
Qui  Balthasar  veniens  in  Florenciam,  ubi  tunc  Martinus  papa 
J4l9seiem  tenebat,  anno  domini  1419.  in  vigilia  natiyitatis  domini  15 
Dex.  24.^  decessit  sepultus  ibidem  in  capella  S.  Johannis  prope  ecclesiam 
S.  Liberate.  Item  notandum,  quod  hio  Baltbasar  pro  expensis 
dedit  comiti  palatino  supramemorato  40  milia  florenorum  K 

Item  Brandam  cardinalem  in  Germaniam  ad  predicandum  ^ 
crucem   contra  Hussistas  hereticos  misit.     Sed,   proch    dolor,  20 
negocium  ipsum  grande  principium  et^exilem  exitum  habuit, 
de  quo  alias  ^  lacius  scribere  cepi. 

Hie  Martinus  papa  iam*  residet'  Rome  et*  habet»  gwerram 
magnam  cum  regina  *  Neapolitana,  in  cuius  dominio  Petrus  de 
Luna  quondam  Benedictus  XIII.  nominatus  sub  tytulo  cardi-  25 
nalis  iam**  dicitur  esse.  Donet*  deus  ipsi  Martino  pape  et*^  eccle- 
sie  katholice,  cui  presidet,  pacem  nobisque  cum  ipso  vitam  et 
requiem  sempiteroam.* 
1421  Juli  18.  Anno"  domini  1421.  15.  Kai.  Augusti  feria"  6.  post  Alexii 

Johannes  Streypergär  canonicus  et  custos  iudexque  consistorii  so 
ßatisponensis   eoclesie   canonice   electus  Eatisponensi  ecclesie 
preficitur  episcopus.    Hie  a  Martino  papa  est  confirmatus,  sed 

»  om.  C.      ^  aoDuncciata  0.      ^  predicandam  A  3. 6.  7.  C.     ^  om.  C. 

•  om,  B  2.      '  reeidens  32.      »  habuit  B  2.      ^  erat  statt  iam  die.  esse  B  2. 

*  Donet  —  sempiternain  om.  B 1.    Statt  dieses  Saixes  hat  B  2  auf  Martin  V.  35 
bexügL  Stellen  aus   der  Fortsetzung.  ^  eius   legitimls   succeasoribus 
add.,  dann  ecclesieque A3.      ^  Amen  add.A2.ii.       ^  Audo  —  commen- 
davi   (SMuss   des  Vorwortes  der  Forts.)   om.  C.    Anno  —  gloria  Christo 
om.  A6,        »  feria  6.  post  om./^A. 

*  Vielmehr  am  23.  De*.  Pastor y  Oesch,  d.  Päpste  1*,  213,  Anm.2.  40 
■  GenoM  38500  rhein.  OtUden;   vgl.  die  Urkk.  im  Archivio  storico 

italiano  4,  433  ff. 

*  Unten  in  der  Husitenchronik. 

*  Johanna. 
» Alexius  fUlli  auf  den  17.  Juli;  die  feria  6.  istderlS.  ^lö.KoL  Augusti.  45 


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-    15?    - 

adhac  ^  in  episcopum  non  consecratus.  Cui  deus  de  fönte  sue 
pietatis,  prout  interpretacio  nominis  eins  exigit,  graciam  in- 
fundat,  nt  secnndum  cognominis  interpretacionem  bello  spiritali 
utpote  in  monte  certando  evellat  et  destrnat  et  disperdat  et 
5  dissipet  et  edificet  et  plantet,  ut  nnacnm  grege  sibi  credito 
post  hanc  yitam  eternam  mereatur  possidere. 

Finit*  hie  pagina  pontificnm  Christo  Jesn,  qoi  est  ^  et  Q 
sommumque  bonum,  largiente.  In  qua,  sicat  et  in  pagina 
imperatoniffl,  si  quid  perperam  dictum  est,  non  ita  sum  amator 

10  mei,  ut  ea,  que  semel  efiFaderim,  meliori  sentencie  anteferre 
contendam.  Si  enim  nichil  est  ex  nobis  boni,  nichil  est,  quod  in 
nostris  sentenciis  aroare  debemus.  Quodsi  ex  illo  cuncta 
sunt  bona,  qui  solus  est  bonus,  illud  pocius  bonum  credendum 
est,   quod  iUa  inconmiutabilis  bonitas  atque  omnium  bonorum 

15  causa  prescribit 

•  Finit  —  yesperorum   om.  A7.     Finit  —  commendayi   om,  B2. 

^  Die  Kcmsekration  scheint  erst  im  Laufe  d,  J.  1422  erfolgt  xu  sein; 
Janner  3,  389. 


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1422  Expliciunt*  hec   anno    domini  1422.   in    die  S.  Agnetiß 

Jan.  ^i.post  horam  vesperorum.     Qui  dedit  Ä  et  Q^  sit  laus  et  gloria 
Christo  *  —  ** 

*  Begrossatom  est  istad  Tolumen  cronice  per  Lanrencium 
Yoschie   Bobecz   publicum   notarium    domino  Andree   decano  5 
ad  S.  Magnum  Batispone.    aM,  A  2. 

1422,  **  Item  cum  **  anno  domini  1422.  tempore  estatis  Bichardus  ^ 

episcopus  Lincolniensis,   suffraganeus  Cantuariensis  metropolis,     | 
ab    Anglia    Batisponam    propter    congregacionem    principum 
ibidem    fiendam    venisset,    ego   frater   K   volens,   ut   noticia  10 
termini,   a    quo   cepit   heresis  Wiclefistarum    in   noticiam  per- 
veniat  posterorum,  predictum  episcopum  lincolniensera,  virum 
famosura,  personaliter  accessi  et  premissis  secundum  facultatem 
ingenioli  mei  premittendis  quesiri  ab  eo  de®  origine  et  inter- 
pretacione    huius    termini    WiclefL      Qui    dixit   michi,   quod  15 
Wicleff  est   nomen   ville  Eboracensis   diocesis,   que   est*  una 
metropolis    in   Anglia,    de   qua   dictus   beresiarcha   Johannes 
WiclefiF  presbiter,  doctor  theologie,  extitit  oriundus,  a  qua  et 
tota  nacio  dicta  est  Wicleff^  genitus  quidem  honestis  parentibus 
secundum   seculi   apparenciam.     Wicleff  autem  interpretatum  20 
anglice  latine  sonat  iniqua  vita  ^    oM.  B 1. 2. 

A  Explidunt  —  Chrifito  om.  A  5.  B  1.  Compoftitum  est  hoc  opus 
cronice  per  dominum  Andream  ordinis  B.  Augustini  anno  dominice  nativi- 
tatis  1422.  in  die  8.  A^netia  statt  Expliciunt  —  vesperorum  A3.  ^  nach 
1422  B  2.        c  offi^;  originem  et  interpretacionem  B  2.        <^  et  B 1.  25 

*  Richard  Flemming,  dessen  Leichenrede  auf  Wilhelm  Gor  ff  Andreas 
unten  in  der  Aktensammlung  5,10  mitteilt.    Vgl,  auch  oben  S.47,Anm.  6. 

*  Wortspiel  mit  dem  engliscften  tcicked  {alt  auch  unck)  life. 


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Coneilium  Constantiense. 


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Assit  in   principio  sancta   Maria  meo\ 

Q